Bibliothek

Dolmial runzelte die Stirn. "Meine Erfahrungen mit der Handschrift von Oma sind gleich Null." Er blätterte das Buch vor und zurück. Überall fein säuberliche Einträge mit Datum in einer klein-Mädchen-Schrift. "...und so muss man die Nationalhymne von Belgien auf dem Klavier spielen. Ich werde diesen Raum daher das belgische Zimmer nennen. Dann öffnet sich die Türe in den Keller." ... was Dolmial verwunderte, war: Er hatte schon einige Handgeschriebene Schriften auf der Insel gelesen und erkannte: Diese Schrift war ihm unbekannt. Wem mochte sie bloß gehören? Einem der Anwesenden? Einem der Diener? Oder einer Person die mal hier gelebt hatte und fortzog oder verstorben war?
"Das wissen wir doch längst", sagte er und die Furchen in seiner Stirn wurden tiefer bis man kleineres Wurzelgemüse darin hätte anbauen können. "Das einzige, was sich daraus schliessen lässt, ist, dass das Zimmer schon früher bekannt war und dass es schon einmal geöffnet wurde. Wie man diesem Geheimgang den Namen 'belgisches Zimmer' geben kann, warum diese Person das überhaupt aufgeschrieben hat, ob das vor oder nach dem Buch im Sanktuarium war - all das sind Informationen, die nirgendwohin führen." Er seufzte. "Und wenn sie - wie im Falle des belgischen Zimmers überhaupt irgendwohin führen, so erschöpft sich das letztendlich in einer Information, mit der man noch weniger anfangen kann."
Er gab Peter das Buch zurück. "Wenn hier überhaupt etwas hilft, dann wohl nur eine Séance, mit der wir den Geist von irgendjemandem beschwören, der Bescheid weiss. Entschuldigen Sie meinen Sarkasmus."