Ich hätte mit mehr gerechnetZitat
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Verwundert mich nicht. Ich neige dazu, meine eigene Situation als schlechter einzustufen, als sie wirklich ist. Sonst bin ich eigentlich ein sehr zufriedener Mensch und würde mich persönlich in keinster Weise als depressiv oder als Pessimist bezeichnen.Zitat
Es wäre vielleicht noch nennenswert, dass der Goldbergtest wie auch auf der Auswertungsseite angegeben die Tendenz zu einer Depression ausdrückt. Die den Punktwerten zugeordneten Grade einer Depression sind lediglich die schlimmstanzunehmenden Ausgänge, was rein von der Sache her ein bisschen unklug ist. Jede Auswahloption begegnet einem normalen Menschen immer wieder im Leben und viele plagen sich mit der ein oder anderen Sache gehäuft herum, ohne dabei gleich eine Depression zu entwickeln. Im Grunde ist das ganze nur eine Aufforderung im Sinne von "Wenn sie sich schlecht fühlen, gehen sie zum Psychologen oder Psychiater." - was an sich nicht schlecht ist, aber man sollte sich daran nicht messen, zumal einige entscheidende Parameter auch einfach ausgespart werden und es sich auch um eine einfache Niedergeschlagenheit handeln kann, die jeder mal erlebt.
Man kann allenfalls davon ausgehen, dass bei wahrheitsmäßiger Beantwortung ein Wert von 60-70 für eine Depression mittleren Typs sprechen, 70-90 für eine schwere. Bei einem Wert über 60 würde ich den Test im Abstand von ein paar Tagen unabhängig vom Vorergebnis noch mehrmals wiederholen, sind die Werte immer noch in einem ähnlichen Bereich, ist das Problem wahrscheinlich pathologisch.
Goldberg ist also irgendwie so aussagekräftig wie das Einthoven-EKG.
Einige tatsächliche Depressionsmarker:
Antriebslosigkeit - Schwierigkeiten beim ausführen alltäglicher Handlungen; geht von großer benötigter Überwindung, das Haus zu verlassen, bis hin zu "Bleigliedern". Viele Schwerdepressive kennen ein "Kaffeebechererlebnis": Der Becher steht in Greifweite, der Antrieb ist aber dermaßen vermindert, dass die Anstrengung ihn anzuheben unmöglich erscheint.
Zukunftslosigkeit - wenige bis gar keine Zukunftsaussichten; geht von der Ungewissheit, die kommenden Tage psychisch zu verkraften und zu überstehen bis hin zu völliger Aussichtslosigkeit der näheren und fernen Zukunft. Während den depressiven Episoden Bipolarer erscheint die Möglichkeit, dass das niederschlagende Gefühl irgendwann aufhört und man irgendwann wieder Glück empfinden kann, vollkommen unmöglich, weshalb Zukunftspläne keine relevante Option sind.
Überempfindlichkeit für psychischen Schmerz - ein geringes seelisches Trauma ruft ein psychisches Tief hervor; geht von Trübseligkeit oder Wut als Reaktion auf alltägliche Enttäuschungen bis hin zu absurden Schuldzuweisungen an sich selbst oder Emotionsverarmung. Schon leicht Depressive resignieren bei kleinsten Enttäuschungen jegliche Hoffnung auf Besserung oder Glück.
Wiederkehrende Trauer/Verzweiflung - die Gedanken hängen an traumatischen Erlebnissen der Vergangenheit, die Zukunftslosigkeit wird durch diese Traumata erklärt, schöne Erinnerungen und Dinge, die im Kontrast zum derzeitigen Zustand stehen, lösen starke Bedrückung und Wehleiden aus. Das "Was wäre wenn ... das und das so und so abgelaufen wäre" ist Teil eines unglücklichen Zustandes, manche Schwerdepressive mit psychotischen Symptomen sehen ihr Dasein als ein kausales Chaos, als einen Fehler, ähnlich einer schlimmen Missbildung eines Säuglings.
Das Anhaften von Gedanken - Erstes Indiz für eine Hand voll psychischer Erkrankungen sind Konzentrationsprobleme; geht von Schwierigkeiten, sich auf Denkaufgaben zu konzentrieren, über Konzentrationsaussetzer und Teilnahmslosigkeit bis hin zur Unfähigkeit, spontan und komplex zu Kommunizieren oder jedweder Tätigkeit unverzögert nachzugehen. Leicht Depressive verlieren mitunter in einer Tiefphase die Fähigkeit, Smalltalk zu führen, bei mittelgradig bis schwer Depressiven können selbst einsilbige Antworten auf Fragen mit einer Verzögerung von mehreren Minuten kommen, bei leicht bis mittelgradigen Depressionsepisoden mit psychotischen Symptomen ist ein Zustand bekannt, bei dem alltäglichste Sinneswahrnehmungen komplexeste Gedankenverkettungen und Gedankenrasen auslösen.
Rastlosigkeit, Angst vor dem Erstarren - die Vorstellung, der depressive Zustand könnte von Dauer sein, löst Panik aus; geht von innerer Unruhe und mittelschweren Schlafproblemen bis hin zu wiederkehrenden Panikattacken und Verzweiflungstaten. Ramón Sampedro, der aufgrund seines Daseins als Tetraplegiker als schwerstdepressiv eingestuft wurde und für aktive Sterbehilfe gekämpft hat (der Todeswunsch hat die Depressionsdiagnose entscheidend beeinflusst, in Wahrheit war er für eine schwere Depression zu klar und zu aktiv), beschreibt den Tod als einzig erträgliche Form von Unendlichkeit.
Psychosen, kompensatorische Symptome - Wahnvorstellungen, Angstzustände, Panikattacken, akuter Selbsthass, Flucht in Scheinwelten, Suchtverhalten; geht von Drogenmissbrauch bis wahnhafte Gedanken und Risse in der Wahrnehmung der Realität. Es sind Fälle von mittelgradig bis schwer Depressiven bekannt, die sich ganze imaginäre Freundeskreise geschaffen haben, weil sie nach und nach die Fähigkeit verloren haben, mit der Außenwelt ausreichend zu interagieren, um die sozialen Grundbedürfnisse auszufüllen. Depressionen sind der häufigste Auslöser von Medikamentenmissbrauch.
Selbstmordgedanken, Lebensunmut - geht von der Gleichgültigkeit gegenüber dem eigenen Dasein bis hin zu versuchtem Suizid. Connie Perris, eine bekannte, schwer manisch-depressiv Erkrankte, hat mehrere Selbstmodversuche hinter sich, bei einem davon hat sie sich mit einem Elektrobohrer die Schädelwand angebohrt. Manchmal wird davon ausgegangen, dass jeder Mensch in seinem Leben den Selbstmod mehrmals in Betracht zieht, Selbstmordgedanken selbst sind also kein Garant; kritisch sind akribische Pläne und die Gleichgültigkeit gegenüber Schmerzstärke und Leidensdauer bei der Selbsttötung.
Allgemein spricht man von einer depressiven Erkrankung erst bei einer tatsächlichen Beeinträchtigung des Lebensalltags. Depressive Episoden erlebt jeder Mal, vor allem nach Lebensumstellungen und traumatischen Erlebnissen. Den Gang zum Psychiater möchte ich trotzdem niemandem abschwatzen, der kostet Überwindung genug.
Geändert von Mordechaj (05.10.2009 um 09:36 Uhr)
Was mich auch nicht wundert.Zitat
Eher lernen Schafe fliegen, als dass ich depressiv werde.
Meine Punktzahl ist 17. Wundert mich auch garnicht. Ich habe vor ein paar Monaten überhaupt keinen Spaß gehabt, so habe ich am Donnerstag wieder etwas unternommen und es hat gut geklappt.In den letzten 2 Monaten habe ich auch ziemlich viel abgenommen...
Die Auswertung ergibt 39 Punkte.
Jop, 2 Jahre ohne Lehrstelle, 100 Anschreiben für die Katz...Das zieht jemanden scheiße runter. Verdammt scheiße runter, wie unschwer zu erkennen ist.
8 Punkte.
Das hat mich jetzt überrascht.![]()
34 Punkte.
Keine größe Überraschung ...
Das LichtStefan George
Wir sind in trauer wenn · uns minder günstig
Du dich zu andren · mehr beglückten: drehst
Wenn unser geist · nach anbetungen brünstig:
An abenden in deinem abglanz wes't.Wir wären töricht · wollten wir dich hassen
Wenn oft dein strahl verderbendrohend sticht
Wir wären kinder · wollten wir dich fassen -
Da du für alle leuchtest · süsses Licht!
Die Auswertung ergibt 8 Punkte.
Die Tendenz ändert sich natürlich von Zeit zu Zeit... aber viel mehr ist imo auch nicht drin.
step out of line
and I'll teach you how to fly
then away we'll go
~ blind guardian - fly ~
Die Auswertung ergibt 16 Punkte.
Faulheit und "Dinge, die früher für mich interessant waren, sind jetzt uninteressant" sowie das Nachdenken über Selbstmord sind die größten Ausreißer.
Zweiteres kann man glaube ich bei Leuten, für die "früher = peinliche Pubertät" bedeutet, getrost vernachlässigen
Und früher habe ich mir oft vorgestellt, dass wenn ich einmal sterbe, ich doch am liebsten von einem Hochhaus/einer Klippe springen würde, um eben einmal "fliegen" zu können. Ist für mich jetzt nicht soo der depressive Gedanke.![]()
22 Punkte.
Eigentlich hab ich's nur aus langeweile gemacht.
Sonderlich depressiv fühl ich mich nicht, aber ich sitze viel vor'm PC
und muss derzeit oft über jemanden nachdenken, was mich traurig macht...
aber sowas hat ja jeder bestimmt mal irgendwann.
Vll. sind solche Test's auch einfach nicht sooo wichtig.Zitat
Ich denke, man weiss selber, wann man scheisse dauf ist, und wann man glücklich wie ein Hase im Karottenfeld ist (neuer cooler Spruch, oder? xD)!
Geändert von Stray (18.10.2009 um 15:05 Uhr)
Hm, 43 ...
Ich müsste mal zusehen das es weniger werden. Btw. die letzten Fragen waren schon irgendwie übertrieben oder? o_o
Geändert von treeghost (06.10.2009 um 00:25 Uhr)
x.x.... herje... dass ich manchmal depri bin wusste ich schon aber schwere depression...? *mit schulter zuck*Zitat
Wenn ich eine Depression habe, dann allerdings eine manische, denn ich habe EXTREME stimmungsschwankungen, ständig im wechsel von überdreht super zu vor mich hin weinend über sich selbst aus Rache töten denkend.... x.x, damit es allen Leid tut x.x.... ja... das ist krank aber so denke ich dann
trotzdem war ich noch nie bei einem psychiater
Geändert von Katii (04.10.2009 um 14:16 Uhr)