ACHTUNG! EVENTUELLE SPOILER VORAUS! WENN IHR DIESE FILME NOCH NCIHT GESEHEN HABT, LEST EUCH DIE TEXTE DURCH, SCHAUT EUCH KURZ DIE VIDEOS AN UND GUCKT DANN DEN VERDAMMTEN FILM! :D
Nun: Einige Leute mögen Dramen und gehen richtig auf, wenn am Ende - nach gefühlten drei Stunden Quälerei des Casts - irgendwie alles mehr oder weniger zum Guten gewendet wird (es sei denn, die Frau stirbt an Krebs oder Kevin Costner ertrinkt im Meer. Woops.). Andere schauen gerne "deutschhistorische Nachkriegsfilme" - von mir auch "Nazi-Opfer-Schinken" genannt - und zetteln JEDES VERKACKTE MAL nach dem "Genuss" eines dieser Machwerke eine Grundsatzdiskussion darüber an, dass "es heutzutage auch jeder verstehen würde wenn man wieder nen Führer wählen würde weil wegen die ganzen Ausländers hier" *facepalm*.
Ich? Ich ticke anders.
Scheiß auf Melodramen. Das ganze Leben ist ein Melodrama!
Wenn ich einen Film gucken will, möchte ich nicht mit noch mehr trauriger Scheiße berieselt werden, sondern einfach weg von meinem shitty ass life und sehen, wie Leute blutigst und spektakulärst zerschossen werden - denn ich liebe Actionfilme!
Ich kriege schnell ADS. Soll nicht heißen, dass ich nicht auch hin und wieder eine gute Komödie (Ein Ticket für zwei, Ferris macht blau, Bill & Ted...) oder einen guten Film mit viel Drama schätze (Anna und der König, z.B. - Was denn? Chow Yun-Fat spielt mit, natürlich ist der Film klasse! Ihr Penner...). Aber in 80% der Fälle läuft bei mir im Player ein Actionfilm, Actionthriller, irgendein Film mit irgendeiner spannenden Geschichte, zur Not auch ein bisschen intelektuell ansprechend - und natürlich mit vielen Schauwerten.
Und im Ernst? Wer liebt NICHT diesen bestimmten Moment, wenn der Hauptheld ein Gebäude betritt - mit einem Waffenarsenal, das größer ist als das der IRA - und die Scheiße aus Polizisten, Sicherheitskräften, Kriminellen, wemauchimmer herausballert und die Umgebung dem Erdboden gleichmacht? Meine Fresse, ich liebe Ballereien in Filmen. Und es gibt zuviele, die man aufzählen könnte - eigentlich müsste die Liste fast komplett aus Hongkong-Produktionen von Ringo Lam, John Woo und Konsorten bestehen - aber neee, ich zähle lieber die Shootouts auf, die mich am meisten BEEINDRUCKTEN, unabhängig von der restlichen Gutheit des Films.
Als Disclaimer: Das hier sind persönliche Favoriten meinerseits, also lebt damit. Ihr Zicken.
Auswahlkriterien:
-> Die Filme müssen im weitesten Sinne dem Genre "Actinfilm" zugehörig sein
-> Das Finale von Scarface zählt dem entsprechend nicht, auch wenn ich es am liebsten auf Platz 1 dieser Liste setzen würde
-> Jeden dieser Filme habe ich einmal in einem Rutsch gesehen (zwecks Überraschungsmoment der Szene) und weiß, was da drin passiert. Somit zählt auch leider nicht das großartige Finale von My Heart is that eternal Rose, da ich für den Film mehrere Anläufe brauchte und die besagte Szene schon vorher kannte durch Recherchen meinerseits.
Indiesem Sinne: Eröffnen wir direkt mit einem meiner persönlichen All-Time-Favorites:
Nummer 8: NEMESIS (1993) Szene: Just a Cyborg FUCKING Shootout!
Albert Pyuns Opus grande ist eine B-Cyborg-Cyberpunk-Sci-Fi-Action-Exploitation-Orgie der allerfeinsten Art. Die Story ist totaler Nonsense, die Schauspieler sind scheiße (abgesehen von Mr. Thomerson - er ist cool), die Dialoge sind vollkommen hirnverbrannt - aber bei Gott, der Film rockt mit seinen zahlreichen und brutal gut gemachten Actionszenen die Scheiße einfach derbe fett!
Mein Liebling ist und bleibt bis heute die Szene, in der die Cyborg-Weltpolizei (fragt erst gar nicht) unseren Protagonisten Alex Rain inklusive irgendeiner Rebellentussi (die gegen die Cyborgs ist, aber selbst ein Cyborg ist. Ja, es ist vollkommen sinnfrei.) stellen will und angreift. Und wie soll ich es anders ausdrücken als: Scheiße passiert!
Und wie sie passiert!
Alleine der 6 Stockwerke tiefe Fall (später kopiert in Filmen wie Underworld und Judge Dredd) von Oliver Gruener ist so oder so verdammt super special awesome - aber allgemein hypnotisiert mich die Szene jedes Mal wieder aufs Neue. Einfach die ganze Atmosphäre: Erst unterhalten sich die beiden über vollkommene Scheiße, dann zieht Mr Pyun den Hebel, als ob er sagen wolle "*seufz* Für das Gelaber sind meine Zuschauer nicht hier... OH! BUDGET! Lasst es uns verpulvern!" und die Hölle bricht los.
Großartige Szene in einem großartigen Film voll weiterer großartiger Szenen. Und wir beginnen gerade mal!
Nummer 7: Barett - Gesetz der Rache (1993) Szene: Aus Car-Chase-Movie wird Heroic Bloodshed!
Barett - Gesetz der Rache ist an und für sich ein recht solide gemachter Dolph Lundgren-Film mit einer ziemlich "normalen" Car Chase-Movie-Story: Ein Trucker (Dolph) und sein Kumpel starten nen Coup, Scheiß gerät außer Kontrolle, Dolph kidnappt ne Olle, Verfolgungsjagden und die ein oder andere Klopperei folgen.
Ungefähr 70 Minuten Laufzeit später wird der Verfolgungsjagden-Keilereien-Sexszenen-Marathon ziemlich unvermittelt unterbrochen - durch eine John Woo-mäßige Shootout-Szene in einem Lagerhaus.
Ja.
Weil wenn ich an Dolph Lundgren als nen Trucker denke, dann weiß ich natürlich automatisch, dass der Typ anscheinend Olympia-Goldmedallien-Gewinner im "Zeug zerschießen" ist - weil Dolph Lundgren.
Ohne Scheiß, dieser Film hat etwas getan, was wirklich wenige Filme schaffen: Er hat mich extrem überrascht. Ernsthaft: Diese Szene kommt direkt ins Bild gehüpft, verschwindet zehn Minuten später wieder und das dort Geschehene wird NIE WIEDER (wirklich) ANGESPROCHEN! Dolph greift einen Bodycount von 46 ab (sollte ich mich nicht verzählt haben zwischendrin - es ist auf jeden Fall ne Menge) und erschießt dreimal denselben Stuntman. Aber alleine für den Überraschungsmoment erwähne ich den Film sehr gerne:
Shootout beginnt ab Minute 6 circa.
Barett ist übrigens mit Abstand der beste Dolph-Film ever. Punkt. Wenn ihr immer noch denkt, He-Man wäre besser, guckt Barett und lernt! Der Film hat alles: Nackte Tussis, Autoverfolgungsjagden, Prügeleien und eine derbe geil choreografierte Schießerei. Der Hammer!
Nummer 6: Death Wish 3 - Der Rächer von New York (1985) Szene: Fuck Love! Violence conquers all!
Vier Worte:
1. Charles Bronson
2. Vigilante
3. Maschinengewehr
Die Death Wish-Reihe begann gut mit Death Wish - Ein Mann sieht rot, wurde etwas arg plakativ mit Death Wish 2 - und wurde einfach nur, ohne irgendeine Art von Metapher für irgendwas zu benutzen, komplett verschissen WAHNSINNIG mit Teil 3. Ab da ging es qualitativ relativ steil bergab mit Richard Winners Vigilante-Schwachsinn.
Versteht mich nicht falsch: Ich liebe Vigilante-Filme wie... naja Ein Mann sieht rot, Der Vigilant oder Der Exterminator. Das Thema Selbstjustiz birgt großartige Filmideen und ist Dreh- und Angelpunkt einiger der besten literarischen und filmischen Werke unserer Neuzeit.
Aber egal, nun zum dritten Teil der Death Wish-Reihe. Es ist der letzte Teil, der vom Originalregisseur Richard Winner gedreht wurde. Dem entsprechend ließ er Charles Bronson natürlich tun, worauf dieser gerade Bock hatte. Und so kommt es, dass nach 70 Minuten des lustigen Vergewaltigens und Mordens seitens der bösen Gangster, und des Einzeiler-rauspaulens und Gangster-tötens seitens Bronson, irgendwie ein Schlussstrich gezogen werden muss. Die Lösung:
0:55 - Charles Bronson schnappt sich ein Maschinengewehr und DIE GRÖSSTE VERFICKTE PISTOLE DER FILMGESCHICHTE und erklärt die Jagdsaison auf stereotype Rocker, Biker und Gangster für eröffnet!
Den Film - so dämlich seine Story auch sein mag - zu gucken lohnt sich alleine für diese letzten paar Minuten, in denen Bronson durch Lond... ich meine: New York (der Film wurde in London gedreht, was bekanntermaßen KEIN BISSCHEN aussieht wie New York) rennt und mitten in der Nachbarschaft übelst den Krieg abfeiert. Ja, es ist verwerflich. Ja, es ist derbe dumm. Aber ja: Es ist unterhaltsam wie die Hölle!
Geil.
Nummer 5: Hitman - Jeder langweilt sich allein (2007) Szene: Und alle so: AKIMBOOO!!!
Eines vorweg: Ich HASSE diesen Film! Er ist kein Stück wie die Spiele (die ich geliebt habe), er ist langweilig, dumm, unoriginell und ich hasse Timothy Olyphant (die dumme Pfeife). Das einzige gleißende Licht am Ende dieses endlosen Tunnels aus uninspirierten Shootouts und einer selten dämlichen Story samt extradämlichem Drehbuch ist Olga Kurylenko. Aber selbst die hat leider den Part der UNGLAUBLICH HEISSEN OLLEN erwischt, die den ganzen Film über von der Olifanten-Nulpe wie Scheiße behandelt wird. Und der einzige Unterhaltungswert darin wiederum bestand für mich einfach aus der Tatsache, dass man genau wusste: Frau Kurylenko würde diesen Spaten jederzeit vierteilen können - weil er so eine Weichflöte ist.
Aber egal: Dieses eine Shootout killt mich einfach in jeder Hinsicht. Es ist wie eine schlechte Persiflage auf alte John Woo-Kracher wie The Killer oder A Better Tomorrow. Irgendwie beweist die Szene, warum Akimbo-Style mittlerweile sowas von absolut gar nix neues mehr ist (im Gegensatz zu der Situation in den 80ern und 90ern) und man auch nicht mehr weiter gehen kann als... naja: Das.
Ich fasse für euch nochmal die Epochalität dieser Szene in einer Auflistung der Ereignisse zusammen:
Glatze wirft dem russischen Holzkopf einen unbestimmten Gegenstand (es war ein Koffer, afaik) an die Hohlbirne.
Dann schmeißt er einen Koffer auf nen Glastisch. Der Koffer explodiert und Geld fliegt durch die Luft.
Danach materialisiert er aus seinem Arschloch zwei MPs und eröffnet das Feuer.
Irgendein Asi schnappt sich zwei Pistolen und eröffnet das Feuer.
Russische Waffendealer-Hohlbirne schnappt sich ZWEI MGs und eröffnet das Feuer.
Die einzige Frage meinerseits:
Wo bleibt der Typ mit den zwei Raketenwerfern?
Kurz: Unwahrscheinlich geile Szene inmitten eines unwahrscheinlich beknackten Films - aber auch nur, weil sie so herzerfrischend dumm ist und ich bis heute darüber lache, wenn ich dran denke. Gut gemacht, Hitman - wenigstens lachen kann man gut über dich. Denn du vereinst in einer Szene alles, was scheiße ist an neumodischen, übertrieben gestylten Actionszenen:
Übertriebener Einsatz von Slow-Motion
Jeder - wirklich JEDER - rennt Akimbo-Style rum, egal ob er cool damit aussieht oder nicht
Beschissene Nu Metal-Musik im Hintergrund
Politur einmal auf alles: Nichts ist dreckig, eckig, kantig - alles ist irgendwie so derbe steril, dass mir der Bezug zur Szenerie fehlt
Schön gemacht.
Nummer 4: The Way of the Gun (2000) Szene: Taktisches Finale
The Way of the Gun ist ein ziemlich ruhiger Kidnapping-Thriller mit hübschen philosophischen Untertönen. Zwei Ganoven (Ryan Phillippe und Benicio Del Toro) kidnappen eine hochschwangere Frau (Juliette Lewis), die für ein reiches Paar ein Kind austragen soll. Diese heuern einen Haufen Henchmen (Anführer: James Caan) an, um die beiden Ganoven umzulegen und das Kind zurückzuholen.
Am Ende kulminiert der Film in einem Shootout, das vor allem durch seinen Realismus, was Geräuschkulisse und die allgemeine Situation angeht, bei mir ziemlich hoch punktete. Abgesehen davon, dass der Film rundherum klasse ist (Die Anfangsszene ist der Oberhammer!) und vor allem durch die besagten tiefgründigen Untertöne glänzt, sind es die Zwei-Personen-Taktiken in den Actionszenen, die mich daran so faniszieren. Und im letzten Shootout wird genau das aufs Schönste in Szene gesetzt.
Nummer 3: Desperado (1996) Szene: Attack the Booze Station!
Der Quasi-Nachfolger zu Rodriguez' Erstwerk El Mariachi nahm die dort eingeführte Figur des Gitarrenspielers, der mit einem Gangsterboss verwechselt wurde - und transformierte den Charakter zu einem Revolverhelden, der in mexikanischen Gefilden das Überpopulations-Problem in die eigenen Hände nimmt auf der Suche nach Rache an den Killern seiner Geliebten.
Und am allerbesten ist und bleibt in dieser Hinsicht natürlich die berühmteste Szene des Films: Antonio Banderas nimmt eine mexikanische Gammel-Kneipe auseinadner.
Nummer 2: A Better Tomorrow 2 (1987) Szene: The Wild Bunch... in Hongkong.
Eines vorweg: Ich liebe A Better Tomorrow - es ist einer meiner Lieblingsfilme, ich liebe den Kitsch, den Soundtrack, die Actionszenen. A Better Tomorrow 2 auf der anderen Seite ist der INBEGRIFF des überflüssigen Sequels: Schlimm genug, dass sie Chow Yun-Fat durch einen der beschissensten Storytwists aller Zeiten zurück ins Boot holen. Schlimm genug, dass die Schauspielerei an allen Ecken und Kanten zum Kotzen ist. Und schlimm genug, dass der Film im Prinzip eine einzige riesige Persiflage auf Teil 1 und purer Fanservice ist.
Aber - und das muss man neidlos zu geben - das Finale ist wohl eines der besten Klimaxi der Filmgeschichte. Eine riesige Verbeugung vor The Wild Bunch und ein brutal gutes Shootout, das auf jeden Fall entschädigt für einen andererseits ziemlich doofen Film:
So. Was kann auch nur ansatzweise besser sein als ein schöner, gepflegter Hongkong-Woo aus den 80ern?
Nummer 1: John Rambo (2008) Szene: Rambo is chopping dudes in half with a Machine Gun
Rambo ist eine Ikone. Er war erst das Bild des Vietnam-Vets, der nach Hause kommt und sich umzingelt sieht von Ignoranten. Dann kam die Reagan-Ära und er wurde zum stupiden 80er-Actionfilm-Heldenklischee.
Mit dem vierten Teil wurde er zu einer Killermaschine, die zwar ihr Handwerk hinterfragt, aber nichts anderes tun kann als das.
Nachdem man einen sehr gesunden Hass auf das Militärregime in Birma aufgebaut hat, das ihr eigenes Land aus Glaubengründen dem Erdboden gleichmacht - wie verdammt nochmal befriedigend es ist, wenn diese ganzen Ficker reihenweise in mundgerechte Häppchen zerteilt werden von Rambos Maschinengewehrfeuer.... Das war... orgasmisch.
Das ist mit Abstand einer der brutalsten Filme, die ich je im Leben gesehen habe. Und es ist nichtmal dieses Hostel-Gorehound-brutal, ich meine das "Die Scheiße passiert tatsächlich während ich das tippe"-brutal. Und dieser tatsächliche Kontext, vermischt mit einem Actionhelden mit tiefgehenden Problemen, unglaublicher zur Schau gestellter Brutalität und einer selten erlebten Rauheit - all das kulminiert in einer Szene, die ich nicht anders beschreiben kann als... BANANAS! THAT SHIT IS BANANAS!
Und? Was wären eure Picks für persönliche Shoot 'em up-Favoriten?
Geändert von T.U.F.K.A.S. (01.02.2011 um 21:04 Uhr)