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Thema: Phils Action-Philmecke - 24: GREEN HORNET, 25: TOP12 2012, 26: OUT FOR JUSTICE

Baum-Darstellung

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    PUMPKINHEAD (dt.: DAS HALLOWEEN-MONSTER) (1988) (80er-Horror-Kurzreview)


    Ich liebe zwei Filmgenres am liebsten über allen anderen Genres:

    -> Heroic Bloodshed-Actionfilme
    -> 80er-Jahre-Horror-Schinken

    Gerade die 80er-Horror-Schinken haben es mir spätestens seit Halloween wieder sehr angetan. Man gräbt soviele Sachen aus seiner DVD-Sammlung aus, die man längst vergessen glaubte. Dabei sollte man gerade diese Filme öfter sehen, fallen sie doch in diese spezielle Nische von Flicks, die man aufgrund ihrer handgemachten Effekte und der B-Ikonen, die dort mitspielen, liebt. Sachen wie Night of the Demons, Freitag der 13te Teil 1-4, Nightmare on Elm Street 1-3, The Hitcher und dieser Film hier namens Pumpkinhead, oder auf deutsch Das Halloween-Monster. Dabei spielt dieser Film nicht an Halloween und hat auch sonst nix mit dem Volksfest zu tun, abgesehen davon, dass das Monster auf deutsch übersetzt "Kürbiskopf" heißt (Kelly Bundy, anyone?) und Kürbisse mit Halloween assoziiert werden und dementsprechend das Monster nun ein Halloween-Monster ist obwohl... Ach fuck it, es ist ein deutscher Titel für einen lange Zeit indizierten 80er-Horrorstreifen, was erwarte ich überhaupt?

    Nun, dabei geht der Film weit über seinen stupiden deutschen Titel hinaus. Er ist ärschetretend gut. Meiner Meinung nach ist Pumpkinhead sogar einer der besten Horrorfilme aus den 80ern und kann durchaus mit anderen Vertretern dieser Zeit wie Nightmare oder Freitag der 13te mithalten. Dabei geht Pumpkinhead in vielerlei Hinsichten einige Schritte zurück und vorwärts zur gleichen Zeit. Es ist schwierig zu erklären, was ich damit meine. Fangen wir einfach mit der Grundstory an:

    Diese spielt in den Hinterwäldern von Wo-auch-immer-dieser-film-spielt-jedenfalls-wohnen-da-hillbillys-ich-glaube-es-ist-montana und dreht sich um Ed Harley (gespielt von Lance Henriksen), welcher durch einen tragischen Unfall seinen kleinen Sohn verliert. Schuld daran ist ein Typ, welcher mit seinen Freunden (Die - mit der Ausnahme des Unfallverursachers - hilfsbereitesten Anfang-Zwanziger, die ich jemals in einem Horrorfilm gesehen habe! Sie leisten dem Jungen sogar sowas ähnliches wie Erste Hilfe!) ein paar Bier zischt und mit vollem Kopf auf die glorreiche Idee kommt, sein Motorrad direkt in der Nähe des Jungen auszuprobieren. Nun, Ed Harley lässt daraufhin von einer Hillbilly-Hexe namens Haggis einen Rachedämon namens Pumpkinhead erwecken, welcher mit gehobener Grausamkeit der Gruppe nachstellt und dabei keinen Unterschied zwischen gut und böse macht.

    Was diesen Film hervorstechen lässt zwischen all dem 80er-Schrott, der sonst noch im Umlauf war, sind zum einen die sehr einfallsreich dargebrachte Story, zum anderen die sparsam eingesetzten, aber dennoch sehr effektiven Spezialeffekte. Kein Wunder, denn niemand geringeres als Stan Winston führte Regie bei diesem Film. Der Typ verdingte sich bis zu seinem Tod im Juni 2008 als Make-Up-Artist und Special Effects-Supervisor in Hollywood. Er war u.a. verantwortlich für die Spezial-, Masken- und visuellen Effekte in Der Terminator-Reihe (inkl. Salvation), Aliens, Predator, Jurassic Park, Iron Man und zu guter Letzt Avatar. Zu dem Zeitpunkt, als er Pumpkinhead drehte, hatte er bereits einen Oscar für Aliens abgeräumt und war für einen weiteren nominiert (Beste visuelle Effekte in Predator). Dementsprechend könnte man ein Effekte-Feuerwerk erwarten, das seinesgleichen sucht.

    Und tatsächlich ist das Monster... Ähm... seht selbst:

    ... es ist - Merkwürdig.

    Aber an dieser Stelle sei gesagt: Im Film sieht es einmalig geil aus. Es ist das obskure, abgedrehte Sado-Mischlingskind vom Alien und dem Teufel, bewegt sich wie in Trance, keift, sabbert - und ist fantastisch animiert dank einem Typen im Gummikostüm und unzähligen Helferlein, die den Schwanz, den Mund und den Rest per Animatronics bewegen. Ich liebe Pumpkinhead.

    Aber Winston hält sich überraschenderweise ziemlich zurück mit seinem "eigentlichen Handwerk". Der Film lebt von seiner isolaten Atmosphäre. Die Hinterwälder Amerikas, durch die sich das obskure Monster schlängelt und auf brutale Art und Weise die mehr oder weniger schuldigen Jugendlichen tötet. Dazu versprüht er einen gewissen 50er-Charme mit seiner Monster-on-the-loose-Story und dem recht konservativen und hilfsbreiten Kanonenfut... ich meine Charakteren. Anbei erhält man eine Rache-Geschichte, in deren Verlauf sich der Vater immer wieder umentscheiden und das unkontrollierbare Monster zur Strecke bringen will. Allerdings bedenkt er dabei nicht, dass er und der Dämon verbunden sind ab dem Augenblick, in dem Pumpkinhead beschworen wird. Es ist eine sehr gute Geschichte mit okkultem Unterton und einer ziemlich hohen Palette an Themen (Schuld, Sühne, Vater-Sohn-Beziehungen, Religion, uvm.), die sich angenehm abhebt vom restlichen Revenge-Müll, den man sonst so um die Ohren geschlagen bekommt (hab letztens erst Gesetz der Rache mit Jamie Foxx und Gerald Butler gesehen - und OH MEIN GOTT ist der scheiße! Dagegen wirkt I Spit On Your Grave wie Der Graf von Monte Christo!).

    Allerdings gibt es genügend Stoff, über den man endlos bitchen kann bei Pumpkinhead: Das 0815-Potential-Surviving-Girl, ständiges Auf-die-Fresse-packen-und-nicht-mehr-aufstehen wie in 5080830850983 Millionen anderen Horrfilmen, abgesehen von Lance Henriksen und Florence Schauffler (sie spielt die Hexe Haggis) eher mäßige Schauspielleistungen, eine relativ grottige deutsche Synchro, das beknackte Ende und ein paar recht offensichtliche Filmfehler (achtet am Anfang des Films nach dem Unfall auf den Jungen, welcher in Ed Harleys Armen liegt. Relativ offensichtlicher Dummy, was los?) - das sind Sachen, die das Vergnügen ein klein wenig schmälern können.

    Fazit: Wenn ihr die althergebrachte Slasher-Kost satt habt und mal Lust auf ein wenig Fantasy-Horror habt mit Hillbillies, Dämonen, Hexen und ein paar Sachen, die gegen jegliche Horrorfilm-Konventionen gehen, dann checkt Pumpkinhead/Das Halloween-Monster aus.

    Ihr braucht ein paar Gründe, um den Film zu gucken? Okay:

    Steels Geile Scheiße-Counter
    • Bodycount: 8
    • LANCE HENRIKSEN!
    • Hillbillies
    • Eine Hexe
    • 5 nette Städter und ein Asi als Kanonenfutter
    • Ein 3-Meter-Dämon, der grinsen, klettern und allem Anschein nach auch teleportieren kann und eine reichlich sadistische Ader hat
    • Eine Durchbohrung per Schrotflinte
    • Ein Gesicht, das volle Möhre durch ein Fenster gesmasht wird
    • Viel Sabber
    • Wenig Blut
    • Trotzdem indiziert


    23 von 10 Punkten - Auschecken!

    Geändert von T.U.F.K.A.S. (15.11.2010 um 22:22 Uhr)

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