Nachdem ich nun schon eine ganze Weile mitlese muss ich mich jetzt auch mal zu Wort melden:
Zum Thema Entwicklerstudios: Wer ein Spiel entwickelt hat ist mir ziemlich egal, solange ich bei dem Spiel meinen Spaß habe. Allerdings bin ich beim Kauf von Spielen deren Vorgänger mir nicht übermäßig gefallen haben noch etwas vorsichtiger als sonst beim Spielekauf.
Was die Chars angeht finde ich es schön wenn ich meinen Char anpassen kann, aber ich kann auch mit einem vorgegebenen Char leben. Allerdings sollte es möglich sein etwas halbwegs gut aussehendes zu spielen. Wenn ich beim Anblick meines Chars den Würgereiz unterdrücken muss beeinträchtigt das den Spielspaß doch sehr. Und da ist es egal ob ich ihn nun vorgesetzt bekommen habe oder trotz Editor nicht in der Lage war irgendetwas ansehnliches zu erstellen.
Aber jetzt zum eigentlichen Thema dieses Threads: Bei Risen bin ich zwiegespalten. Auf der einen Seite ist das Spiel technisch ausgereift und das Kampfsystem macht wirklich Laune. Außerdem ist das neue Fähigkeits-System wirklich gut geraten. Es gibt keine unnützen Fähigkeiten, das System lässt eine relativ freie Entfaltung des Chars zu und man merkt deutlich, wenn man sich in einer Fähigkeit verbessert hat.
Auf der anderen Seite lässt das Spiel von der Atmosphäre nach einem grandiosen Start merklich nach. Es gibt praktisch keine Nebenquests mehr, die NPC's reden nicht mehr mit einem, die Novizen reagieren kaum auf die Beförderung zum Magier, Leute denen man geholfen hat wimmeln einen unfreundlich ab, die Banditen reagieren kaum auf die Vertreibung aus der Stadt,... Außerdem stört mich das Abklappern aller Ringe, weil einer davon irgendeine Tür öffnen könnte. Dazu kommt das Fehlen einiger Arten von Gegnern. Epische Gegner die, auch allein, einem starken Char massiv zusetzten können fehlen genau so wie Fernkämpfer. Wenn man mal von den Gnomen und den Magiern absieht, allerdings sind erstere nach einiger Zeit kein Problem mehr und letztere treten viel zu selten auf. (Und sind mit der Kenntnis ihrer Schwachstelle überhaupt kein Problem mehr.)
Aber für mich ist Risen trotz allem ein Spiel, das ich sehr unterhaltsam finde, einiger Schwächen hin oder her.
^^Bin gerade beim zweiten Durchgang und dieses mal spiele ich einen Magier. Also ich muss schon sagen, der Weg vom Novizen zum Magier ist schon spektakulär. Das ist der bisher beste Part im Spiel.
So, ich habs mittlerweile durch und nunja, das Spiel zu beschreiben könnte schwierig werden, ich mag es keine Frage und ich hatte auch viel Spaß beim spielen. Der 1. Akt war wirklich richtig gut, er hatte richtig viel Handlung. Allerdings...naja Risen scheint sein ganzen Handlungspulver im ersten Akt verschoßen zu haben.
Der 2. Akt bestand ja wirklich nur aus dem Sammeln von 5 Gegenständen, der 3. Akt bestand aus Temeplprügeln und der 4. Akt war ne Kombination aus Akt 2 und 3, Sammeln und danach Prügeln.
Um mal zu meiner größten Enttäuschung zu kommen, dem Endkampf.
Die Dungeons, Einheitsbrei kann man nun nicht sagen, sie waren anders aufgebaut, mehr aber auch nicht. Man ging fast immer dem gleichem Konzept nach, sammel 2 Gegenstände öffne diese Kammer und klopp dich mal ein wenig. Das kanns ja irgendwie nicht sein oder?
Die Kämpfe, das Kampfsystem hat mir gut gefallen, das war richtig gut, man konnte theoretisch schon von Anfang an alles besiegen, auch wenn das bedeutet hat eine Stunde lang mit F8 und F9 zu arbeiten. Anfangs waren die Gegner allerdings noch richtige Brocken, man hat die Kämpfe kaum überlebt, Ghule? 3 Schläge man ist tot, Echsen? 2 Schläge man ist tot. Wieviele Schläge hat man selbst für die Viecher gebraucht? Gefühlte 200. Es war zäh, aber es ging irgendwie doch voran. Aber dann hat mein Charakter eine Wandlung gemacht, Akt 3, der Tempel war vollgestopft mit Echsen, ich hab die EXP regelrecht geschenkt bekommen, 5 Level bin ich aufgestiegen und von denen hab ich mir natürlich erstmal was geleistet, 2H Äxte mit einer Hand, ein gutes Schild, jede Menge Stärke, Permanente Tränke, ich fühlte mich richtig mächtig. Aber mit der Macht kam auch irgendwann die Langeweile, Schaden? Pff, das ich nicht lache, dank neuer Rüstung, hielt ich ordentlich was aus und meine neue Axt hat die Gegner geradezu umgepflügt, wofür ich 3 Stunden zuvor noch 200 Schläge gebraucht habe, reichten plötzlich 7 oder 8.
Was will ich damit sagen? Der Anfang war überfordern und das Ende geradezu unterfordernd. Es fehlte das Mittelmaß.
Was will ich aber noch mal so richtig Loben? Ja, ich denke die Vertonung, typisch Piranha halt, die Dialoge waren geil, schön derb und wie man es schon aus Gothic gewohnt war, genauso wie die Atmosphäre, die Musikalische Untermalung und die Landschaft hat mich manchmal vergessen lassen, dass das Spiel Risen heißt, ich hab zu meinem Bruder, welcher das Spiel auch gerade spielt, immer wieder gesagt "Boah, rat mal was ich bei Gothic grad geiles gefunden hab".
Atmosphäre und Vertonung sind imo als außerordentlich gut hervorzuheben, das ist den Piranhas mal wieder gelungen, allerdings sind diese beiden Gründen auch leider die einzigen die mich dazu bewegen könnten, das Spiel nochmal zu spielen.
Letztlich begab ich mich also mit lvl 25 zum Endboss und hab ihm gähnend eins über die Rübe gezogen und mich daraufhin den Credits hinzugeben
Im Großen und Ganzen kann ich mich bg anschließen, das Spiel war leider kein Knüller, aber es reicht um sagen zu können, Piranha, seid stolz auf Risen, ihr habt ein Spiel rausgebracht welches durchaus Spaß gemacht hat, wenn auch nur einmalig.
Ich hoffe, dass Piranha Bytes in Risen 2 die Schnitzer verbessert, ich bete für mehr Handlung und ausgeglichenen Kämpfen, vorallem am Anfang haben mir Ghule den Spielspaß geraubt.
Ich hoffe ja stark, dass die Entwickler nach diesem Spiel wieder ein bisschen... Selbstbewusstsein bekommen haben/werden. Denn darum ging es ja erstmal nach Gothic 3: Man musste erst einmal beweisen, dass man es eben immer noch kann. Auch sich selbst gegenüber.
Dass daraus dann erstmal ein Spiel entsteht, welches sich auf die alten Stärken besinnt, anstatt ein innovativer Überflieger, muss einen überhaupt nicht verwundern. Ich sehe das wirklich als eine Art Übergangsspiel - niemand konnte nach Gothic 3 erwarten, dass sie wie gewohnt weitermachen. Aber jetzt haben sie reinen Tisch gemacht: sie haben eine neue Welt aufgebaut und ein, wie es scheint, technisch sehr gutes Spiel abgeliefert, welches jetzt eben erstmal einen Schritt zurückgetreten ist nach dem überambitionierten Projekt Gothic 3.
Von daher bin ich mal sehr gespannt, wie es jetzt weitergeht. Ich kann mir vorstellen, dass sie sich beim nächsten Spiel mehr wagen, und vielleicht auch für viele Dinge mehr Zeit lassen, um der Welt noch mehr Leben einzuhauchen und den Hintergrund mit den Göttern noch interessanter/spannender zu machen. Da Risen ja insgesamt sehr gut anzukommen scheint, haben sie sich mit dem Spiel einen großen Druck von den Schultern genommen. Ohne diesen werden sie hoffentlich in der Lage sein, endlich unvoreingenommen über ihre Patzer in den letzten Spielen nachzudenken und ein richtig gutes Risen 2 rauszubringen.
(Anmerkung: Ich habe weder Gothic 3 noch Risen gespielt, ich gehe hier nur von den Reaktionen der Community aus. Risen werde ich mir auch nicht kaufen, da ich wie gesagt die Hoffnung habe, dass Risen 2 - oder wie das nächste Spiel auch heißen mag - erst der richtige Knüller wird.)