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Thema: Buch vs. Film vs. Spiel vs. Visual Novel

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    @Squall Shur'tugal:

    Ich wage zu bezweifeln, dass Juristen "Mord" ohne eine bereits bestehende sprachgebräuchliche Tendenz als das festsetzten, als was es heute juristisch gesehen gehandhabt wird. Es ist doch selbstverständlich, dass Mord im Kern das Töten eines lebenden Wesens bedeutet, alles andere wäre unsinnig, es geht eher um den Kontext und da wird "Mord" fachlich immer mit dem Töten aus Absicht assoziiert. "Selbstmord" wird auch eher als Kritik an der Tat verwendet (zumindest von denen, die wissen, wovon sie reden) und hat seine Ursprünge auch aus dem kirchlichen Gebrauch (ich bin zwar kein Gläubiger, aber weiß zumindest, dass die Kirche Suizid - der fachlich vorgezogene Begriff, aus dem auch das Wort Selbstmord entstanden sein soll - verurteilt; Martin Luther soll beispielsweise das erste mal "Selbstmörder" verwendet haben). Lass dir einfach mal das Verb "ermorden" auf der Zunge zergehen und achte darauf, was du dabei fühlst/was du damit assoziierst.
    Wusstest du, dass Amokläufer ursprünglich Gotteskrieger und hoch angesehen waren? Du siehst also, dass der Kontext enorm wichtig ist.
    Amokläufer sind nach heutigem Verständnis selbstverständlich auch Mörder, wenn der Tatbestand zutrifft - pauschalisieren kann man hier auch nicht (sowohl in der Hinsicht, dass nicht jeder Amokläufer auch wirklich tötet, als auch, dass Amokläufer oft viel Leid ertragen mussten, oder psychisch krank sind und man sie besser in eine eigene Schublade stecken sollte, als in die der klassischen Mörder), das sehe ich nicht anders, ich war eher davon geschockt, dass du selbst das erzwungene Töten aus Notwehr als Mord bezeichnest und von deiner fast schon kindlichen Haltung gegenüber der Beweggründe von Mördern. Mörder können auch aus Langeweile töten und auch aus allen anderen, dir und mir nicht vorstellbaren Beweggründen. Das Problem ist, dass wir uns Dinge erst vorstellen können, wenn wir damit konfrontiert werden, es kann also nicht richtig sein hier zu dogmatisieren. Siehe zum Beispiel die Dnepropetrovsk Maniacs, und staune, dass sie aus Spaß und Belustigung mordeten: "For these young men, murder was like entertainment or hunting."

    Geändert von Kyuu (22.09.2009 um 22:45 Uhr)

  2. #2
    Zitat Zitat von Kyuu Beitrag anzeigen
    Wusstest du, dass Amokläufer ursprünglich Gotteskrieger und hoch angesehen waren?
    Zum einen stammt der Ausdruck aus dem malaischen und bezeichnet jemand, der mit der aktuellen Situation so nicht zurecht kommt, dass alle um ihn herum zu erschlagen ihm als die einzige Lösung erscheint.

    Es ist ein Fall von extremer sozialer Gewalt in einer Gesellschaft, die extreme soziale Zurückhaltung fordert.

    Zum anderen waren die Amokläufer auf den Philippinen noch mal was anderes.

  3. #3
    a) Willst du damit sagen, dass die Quelle falsch liegt, oder zumindest nicht ganz korrekt ist?
    b) Hast du den Link nicht gesehen? (Warum sonst würdest du nochmal erläutern wollen, dass der Ausdruck aus dem Malaiischen stammt?)

  4. #4
    Zitat Zitat von Kyuu Beitrag anzeigen
    a) Willst du damit sagen, dass die Quelle falsch liegt, oder zumindest nicht ganz korrekt ist?
    b) Hast du den Link nicht gesehen? (Warum sonst würdest du nochmal erläutern wollen, dass der Ausdruck aus dem Malaiischen stammt?)
    a), der Journalist ist in meinen Augen nicht ganz korrekt in mehrerer Hinsicht. Das erstaunliche am Amok war gerade, dass er sozial bedingt und kein "Maruhianawahn" (oder wie immer du es nennen willst, dass sich jemand mit einem starken Betäubungsmittel/Schlafmittel aufputscht ) war.

    Der Artikel ist tendentiös und sollte mit Skepsis betrachtet werden. Besonders das "Meist" ist lustig, da die "meisten" Amokläufe/Mehrfachmorde im Affekt doch schlussendlich Mehrfachmorde innerhalb der Familie sind. Such da mal nach dem angegebenen Täterprofil.

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