High Tension fand ich ziemlich gut und obwohl er stellenweise doch recht brutal ist (blutig, keine Knochenbrüche), waren meiner Meinung nach gerade die gewaltfreien Szenen - allein schon durch die ungewöhnlich minimalistische Soundkulisse - die spannendsten. Darüber hinaus gibt es am Ende einen (zumindest für mich) eher unerwarteten Twist, der mir persönlich gut gefallen hat und den Film von anderen Slashern (wenn man ihn überhaupt so nennen kann, sooo viele Personen sterben nun auch nicht) im positiven Sinne abhebt.
Ebenfalls aus französischen Landen stammt Martyrs und auch dieser Film bietet einen Mix aus bekannten Elementen anderer Horrorfilme, verliert sich dabei jedoch nie in der Belanglosigkeit der selbstzweckhaften Gewaltdarstellung. Was nicht heißen soll, dass an schmerzhaften Szenen gespart wird, im Gegenteil (Knochenbrüche gibt es jedoch auch hier nicht), aber trotzdem liefert der Film anders als typischer Folterhorror à la "Hostel", mit dem "Martyrs" von manch einem Kritiker vollkommen zu Unrecht verglichen wurde, eine spannende Geschichte, die erst im letzten Drittel des Films überhaupt enthüllt wird, sowie eine ungewöhnliche Wendung am Ende.
Beiden Filmen fehlen Hollywood-typische Auflockerungsszenen, der Zuschauer wird recht schnell in den Horror hineingeworfen und auch bis zum Abspann nicht für einen Moment davon befreit. Gerade deswegen fand ich die Filme wirkungsvoller und auch im Gedächtnis länger anhaltend als die populäre amerikanische "Konkurrenz" (die auf Grund der Verschiedenheit eigentlich keine ist).