Es ist vielleicht ideologisch irrelevant geworden (selbst das sicher nicht überall oder bei jedem), aber statistisch? Glaub ich kaum. Und Statistik ist nunmal mehr wert für politische Entscheidungen. Wenn Leute mehr Kinder kriegen, weil sie sich verheiratet sicherer fühlen, kann man das zwar ausbuhen oder auch wirklich sinnvoll dagegen argumentieren, wie du da oben, es ändert aber nichts daran, dass ein Staat mit zu wenig Kindern dann nicht einfach auf die Heirat verzichten sollte. Man könnte zwar subtile Kampagnen für mehr Kinder außerhalb der Ehe anleiern, aber jeder kurzfristige Schritt direkt gegen die Ehe (und sein es nur Steuervergünstigungen, die wegfallen, keine Ahnung von sowas), würde sich negativ auf die Demographie auswirken. Einfach weil die Leute weniger heiraten wollen und sich damit auch weniger sicher fühlen. Das mag schlecht, veraltet, willensschwach und überholt sein, aber trotzdem ist es so.Zitat
Glaub ich.Wie gesagt, keine Ahnung, aber das ist mein Gefühl.
Meine Eltern haben auch erst geheiratet, als ich drei war, klar ist das heute normal, war es zumindestens im Osten auch schon vor 25 Jahren. Aber viele fühlen sich da halt gesicherter und würden sich eher zu Kindern hinreißen lassen. Nehme ich an.
Was uns auch hierzu führt..
Gerade, dass es auch ein Vertrag ist, sorgt für Sicherheit. Und Sicherheit ist nunmal ein Grundbedürfnis. Man kann zwar meinen, man bräuchte das nicht, weil man weiß, dass man sich liebt und bla, aber trotzdem ist es auch ein tolles Gefühl der Sicherheit, auch später wegen Kindern und Co. Das so absolut trennen zu wollen, ist ein Bisschen realitätsfern. Was verloren geht, ist ein Teil der Freiheit. Aber wenn (!) man den Menschen so sehr liebt, wird man ja wohl etwas von seiner Freiheit abgeben können, damit die Familie (tm) sich etwas sicherer fühlt. Nochmal: "fühlt", denn darum gehts. Also nicht nur ein reaktionistisches, katholisches Blutritual, sondern ein kleiner Mechanismus für ein Gefühl, könnte man sagen.Zitat
Und ich esse auch nicht vom Boden - hauptsächlich, weil es eine Norm ist. vielleicht aber auch, weil es mir nicht gefällt. Entgegen der Erwartungen vieler schließt sich "Norm" und "eigener Wille" ja nicht immer völlig aus.![]()
Was natürlich nichts daran ändert, dass man auf lange Sicht in 100 Jahren oder so die Heirat als Norm getilgt haben sollte. Kurzfristig gibt das aber wahrscheinlich nur gesellschaftliche Probleme.
Achja. Wegen "ich hab noch so viel vor". Das hat mit Heiraten weniger zu tun als mit einer festen Beziehung, mit Kindern, und mit Haustieren, wenn überhaupt. Zwar kann man zusammen reisen usw., aber in einer ernsten Beziehung betrachtet man die Möglichkeiten doch schon ganz anders = man schränkt sich ein. Mit Heirat hat das nun aber wirklich gar nichts zu tun.