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  1. #1
    Zitat Zitat von Freierfall Beitrag anzeigen
    Ich bin sehr für das abschaffen der Zivilehe!
    Heirat und Ehe sind für mich überkommene und nicht mehr Zeitgemäße Institutionen. Im wesentlichen aus den selben Gründen, die mog genannt hat.
    Natürlich darf jeder gerne (kirchlich oder sonstwie) heiraten, rein symbolisch und ein großes Fest feiern. Aber ich ärgere mich jedes mal über die Rechtlichen Vorteile, die verheiratete Menschen gegenüber unverheirateten haben (und dabei bin ich single!) und die damit verbundene Ungerechtigkeit.
    IMO ist die Form, in der Menschen zusammenleben nicht von belang für den Staat (oder hat nicht von belang für ihn zu sein) und deswegen steht es ihm auch nicht zu, bestimmte Beziehungsformen zu begünstigen.
    Selbiges gilt übrigens auch für das Adoptieren von Kindern; Aufenthalstsrecht bei Ausländern usw. ... (man muss verheiratet sein)

    Insofern: Jeder darf gerne jede beliebige Zeremonie abhalten, die er möchte, aber der Staat soll gefälligst die Finger davon lassen, und sämtliche Rechtlichen Sonderreglungen, die mit der Ehe einhergehen, abschaffen.
    Das ist diskriminierung von unverheirateten!
    Sehe ich genauso. Leider wird man mit so einer Meinung immer schief angesehen, da es so wirkt, als würde nur der eigene Neid dahinterstecken. Dabei geht es ja lediglich darum, einer bestimmten Bevölkerungsgruppe nicht mehr Rechte zuzusprechen, bloß weil sie eine Zeremonie über sich ergehen lassen hat.
    Die Ehe sollte vielmehr wie ein persönlicher, individuell geschlossener Vertrag mit individueller Trauungszeremonie aufgebaut sein, in welchem die Ehe- und Scheidungsbedingungen beider Partner verankert sind. Also z.B wer das Haus und die Kinder bekommt, falls mal Schluss ist (ja, auch da hat sich kein staatliches Scheidungsgericht einzumischen, wenn das klar ausgelegt ist). Aber Steuervergünstigungen und Ähnliches halte ich auch durchaus nüchtern betrachtet für Diskriminierung, in vielen Ländern schließlich auch homo- und transsexuellen Paaren gegenüber.

    Ganz persönlich kann ich guten Gewissens sagen, niemals heiraten zu wollen. Nicht nur, weil ich damit die staatliche Ehevertragsschließung unterstützen würde (mit der Religion hab ich's ja ebenfalls nicht so), auch, weil ich darin wenig Nutzen und Vorteile sehe. Grundsätzlich sollte es doch darum gehen, sich freiwillig an einen Partner für sein Leben lang zu binden - und in dieser Hinsicht möchte ich mir einfach so viel wie möglich offen lassen. Wenn es mit jemandem lange klappt: Schön, aber das geht auch problemlos ohne Ehe. Wenn nicht, hat man weniger Umständlichkeiten am Hals und die Sache sich dann ebenfalls erledigt.

  2. #2
    Hm. Also so rein vom Gefühl her würde ich schon sagen, dass die staatliche Ehe bei vielen die Hemmschwelle für's Kinderkriegen senkt, auch wenn es nicht so sein sollte. Aber sein sollte ist für die Statistik und den Sozialstaat ziemlich irrelevant. Und vielleicht irre ich mich auch absolut, keine Ahnung, aber ich kann schon verstehen, warum man das erhält, wir haben nunmal zuviele Rentner und zu wenige Kinder.

    Und ihr hijacked schon wieder den Thread für eure niederen politischen Motive.

  3. #3
    Zitat Zitat von La Cipolla Beitrag anzeigen
    Hm. Also so rein vom Gefühl her würde ich schon sagen, dass die staatliche Ehe bei vielen die Hemmschwelle für's Kinderkriegen senkt, auch wenn es nicht so sein sollte. Aber sein sollte ist für die Statistik und den Sozialstaat ziemlich irrelevant. Und vielleicht irre ich mich auch absolut, keine Ahnung, aber ich kann schon verstehen, warum man das erhält, wir haben nunmal zuviele Rentner und zu wenige Kinder.

    Und ihr hijacked schon wieder den Thread für eure niederen politischen Motive.
    Wir leben allerdings nicht mehr in einer Zeit, in der die Ehe ein Garant für Kinder ist bzw. Kinder außerhalb der Ehe (nicht nur aus moralischen Gründen) kaum denkbar sind. Meine Eltern heirateten, als ich drei Jahre und meine Schwestern ein Jahr alt waren - ganz einfach, weil sie Lust darauf hatten. Ist eine nette Sache, nur sind in diesem Fall die staatlichen Begünstigungen in Hinblick auf das Ziel "mehr Kinder" irrelevant geworden - ebenso wie bei Paaren, bei denen Heirats- und Kindesunwillen nicht Hand in Hand gehen sondern gegenteilig das Eine ohne dem Anderen stattfindet.

    Zitat Zitat von Ketzer
    Das einzige was ich diesbezüglich gelten lassen würde ist; Ich will mich nicht auf einen Partner fest legen, getreu dem Motto, ob sich nicht doch was besseres findet. Was natürlich noch ne miserabelere Ausrede ist.
    Bezüglich des "nichts mehr machen Könnens" bin ich ganz bei dir, das ist, wenn man es so will, eine schlechte "Ausrede". (Obwohl ich nicht der Ansicht bin, dass man sich fürs Nichtheiraten rechtfertigen muss.) Nur: Wieso ist es "miserabel", wenn man sich nicht auf einen Partner fürs Leben festlegen will? Es gibt ja durchaus Menschen, die sich in dieser Hinsicht tatsächlich alles offen lassen wollen - und würden die nun jemanden heiraten, wäre das nicht nur ein Zuwiderlaufen ihrer eigenen Vorstellungen, sondern auch ziemlich unehrlich dem Ehepartner gegenüber.

    Zitat Zitat von Eynes' Prayer
    (übrigens wird in anderen Ländern mit noch 12 oder 14 geehelicht).
    Und das natürlich durchwegs freiwillig...

    (Muss dir aber ansonsten Recht geben, Pro und Cons bei einem Thema wie "Ehe" ernsthaft zu debattieren ist ein wenig daneben. Seinen Senf dazu abgeben ist aber schon in Ordnung.)

    Zitat Zitat von Ketzer
    Wenn ich weis, mit der Frau möchte ich alt werden, stört mich auch das stückchen Papier nicht mehr auf dem das noch mal extra steht, ich nehme es trozdem mit. Es bietet mir keine Nachteile.
    Das ist aber auch eine sehr seltsame Herangehensweise. Dass dich ein Ehevertrag "nicht stört" (der übrigens mehr ist als ein Stückchen Papier, ein Vertrag eben), okay, aber eigentlich solltest du ihn wollen, wenn du schon heiratest. Bei dir klingt das so, als wäre die Ehe deine gesellschaftliche Verpflichtung, die du zwar nicht unbedingt eingehen willst, aber im Notfall auch nichts dagegen hast. Schon mal daran gedacht, dass es sich dabei um eine höchst freiwillige und optionale Variante der Lebensgemeinschaft handelt?

  4. #4
    Ich finde die Standpunkte interessant. Natürlich kann man es keinen Vorwerfen wenn man sich mit 16 Verlobt oder mit 22 Heiraten will. Warum auch jeder ist sein eigenes Peches Schmied. Genauso kann man es keinen Vorwerfen erst mit Ende 20 Mitte 30 zu Heiraten hier gilt das gleiche.

    Aber ich denke das gerade die Ehe wirklich etwas ist was man(n) / frau sich gut überlegen sollte. Ich bin persönlich (auch durch meinen Freundeskreis und die Erfahrung die ich mit denen gemacht / geseheh habe) der Meinung das man einen solchen Schritt nicht überstürzen sollte. Ich habe viele Ehepaare gesehen die Jung geheiratet haben und dann jung geschieden wurden. Einfach weil man sich in unserer heutigen Zeit und in unseren Kulturellen Gebiet noch lange weiterentwickeln kann und dadurch kompromisse und flexibiliät beweisen muss. Vieles was ein Partner nicht ohne weiteres mitmacht. Und wenn es andere Punkte gibt die dann auch noch kriseln passiert es schnell das einer der beiden den Absprung sucht und das als Anlass nimmt zu gehen.

    Vielleicht ist es auch eine gewissen emotionale Reife und weitblick nötig um diese Entscheidung für sich zu treffen ob man das will oder nicht will. Aber man sollte immer bedenken man ist zu zweit wenn man der Meinung ist der Partner könnte irgendwann nicht mehr wollen, sollte man sich gut überlegen ob man ihn heiraten will.

    Oftmals zerbrechen gerade lange Beziehungen an der Ehe weil die Partner das auf einmal zu ERNST nehmen. Denn jetzt sind wir verheiratet und müssen was bestimmtes nach aussen darstellen, denn das wird von uns erwartet.

    Aber ich glaube die Entscheidung ist genauso vielfältig wie die Charaktere der Menschen selber und daher wie oben schon erwähnt ist jeder Mensch seines eigenes Peches Schmied, und jeder braucht was anderes um Glücklich zu sein und zu werden.

    Übrigens habe ich vor kurzem ein Artikel gelesen in dem beschäftigte man sich welche Paare die höchste Scheidungsrate haben (war wohl in Australien). Es sind die Paare die glaube ich vor dem 25 Lebensjahr geheiratet haben bzw. wenn der Ehemann 9 Jahre jünger als die Partnerin ist.

    Zum Thema, Studium beste Zeit des Lebens. Kann ich so nicht unterschreiben klar war es eine tolle Zeit (die ich nie missen möchte), aber meine beste Zeit meines Lebens ist im hier und jetzt und nicht vor Jahren wo ich meine Weichen für das hier und jetzt gestellt habe.
    Ich trage gerne schwarz, genauso ist auch die Farbe meiner Seele bzw. PUFF,PUFF!!

    Film Liste: Komplette Film Liste

  5. #5
    Zitat Zitat von Noah Beitrag anzeigen
    22 wäre mir persönlich auch noch zu früh.Ich weiß nicht ob Ich die Idee mag mich so früh schon irgendwo sesshaft zu machen. Ich finde man sollte sich erst einmal die Welt ansehen, studieren und dann schauen wie's weitergeht. Ich hätte ansonsten immer das Gefühl dass Ich irgendwas verpasst hätte. :/
    Man kann auch wunderbar zusammen studieren, sich die Welt ansehen, etc.
    Was sollte man da verpassen?
    Ich bin gerade 21 geworden und lebe seit einem Jahr mit meinem Partner zusammen. Bisher halte ich das für eine der besten Entscheidungen, die ich in meinem Leben gemacht habe. Ich würde es für mich nicht ausschließen, mit 22 zu heiraten, denn ich genieße das Leben mit meinem Freund und ich weiß, was ich an ihm habe. Mit einer Heirat würde sich nicht unglaublich viel ändern - zumindest nicht an unserem Lebensstil. Es ist imo auch nicht notwendig zu heiraten, aber es ist eine sehr schöne und politisch praktische Sache.
    Man bedenke:
    Heiraten ≠ Kinder
    Heiraten ≠ sesshaft werden

    Denn dafür würde ich wirklich gerne erst mit beiden Beinen fest im Berufsleben stehen. Und natürlich auch in der Beziehung.
    (Was wiederum nicht heißt, dass ich dafür unbedingt verheiratet sein will!)

    Natürlich werden wir uns noch weiterentwickeln und verändern. Mit 21 hat man ja nicht gerade einen Großteil seiner Lebenserfahrung erlangt. Zumindest normalerweise. Aber das ist für mich kein Grund, mein Leben nicht mit meinem Parter zu teilen.
    Es kann einer Beziehung doch gerade zuträglich sein, wenn man Lebenserfahrungen gemeinsam sammelt und in schwierigen Situationen füreinander da ist. An solchen Dingen sieht man doch erst, ob die Beziehung läuft. Und ich muss sagen, dass ich mich darin nicht eingeschränkt sondern im Gegenteil eher erweitert fühle.
    Zitat Zitat von gas
    Ich verstehe nicht viel von Beziehungen, aber ich dachte, es geht dabei insbesondere auch darum, sich gegenseitig zu unterstützen und an einer gemeinsamen Zukunft zu arbeiten.
    Genau das finde ich auch. Wir sind mitten in der Entwicklung. Wir leben zusammen, also entwickeln wir uns halt zusammen. Ich verpasse gerade nichts. Ich erlebe etwas sehr erfüllendes.
    Aber natürlich ist das allem voran eine Charakterfrage. ^^


    Zitat Zitat von R.D.
    Dieses "ja, ich will"... da muss ich mir auch 100% sicher sein, wenn ich sowas sage, soll das auch verdammt nochmal halten und nicht nach ein paar Jahren zur Scheidung führen.
    Ich stelle einfach mal die Behauptung in den Raum, dass es eine 100% Sicherheit nicht gibt. Es kann immer etwas passieren, dass ein Ehepaar zur Scheidung bringt. Es gibt einfach Sachen, die man nicht vorraussehen bzw. beeinflussen kann. Dessen sollte man sich bewusst sein. Das kann man nicht ändern.
    Mir persönlich würden so ca. 95% reichen. Wenn es bedeutend mehr wären, würde ich mir eher Sorgen um meinen Geisteszustand machen. o,O"

  6. #6
    Zitat Zitat von gas Beitrag anzeigen
    Fragt sich nur, ob das auch sinnvoll ist. Ich verstehe nicht viel von Beziehungen, aber ich dachte, es geht dabei insbesondere auch darum, sich gegenseitig zu unterstützen und an einer gemeinsamen Zukunft zu arbeiten. Wenn diese unsicheren Zeiten als "halbfertiger Student" wirklich so unerträglich für die Partner sind, warum blicken dann so viele Menschen auf diese Zeit als die beste ihres Lebens zurück?
    Keine Ahnung, tun das viele Paare? Oh ja, meine Schwester auch. Sie meint aber immer es wäre besser sie hätte kein Kind bekommen xD Wie gesagt, gut möglich das ich einfach zu jung für ein Entscheidung bin. Klar gehts darum sich gegenseitig zu unterstützen, nur ich könnte das dann halt nicht, da ich eben nichts habe. .__. (zumindest "da sein" kann ich^^°)

    Zitat Zitat
    Wenn ich weis, mit der Frau möchte ich alt werden, stört mich auch das stückchen Papier nicht mehr auf dem das noch mal extra steht, ich nehme es trozdem mit. Es bietet mir keine Nachteile.
    Doch, eben wenns Schief geht. Und dann hat man vllt noch ein Kind und buff ;__; Ich denke, das liegt auch an meiner Eigenart immer ziemlich weit in die Zukunft zu blicken. Dieses "was wäre wenn" verfolgt mich auf Schritt und Tritt.

    Zitat Zitat
    Liegt es wirklich daran das jeder gleich an Kinder denkt wenn es ums Heiraten geht? Die sind das einzige was wirklich bindet (oder die Arbeit, oder das soziale Umfeld, oder ... ).Die können aber auch da sein wenn man nicht verheiratet ist.
    Naja, mit der "Frau meiner Träume" (Ich glaube, sowas gibt es nicht wirklich) möchte ich halt schon gern ein Kind (vllt auch 2) haben, wenn ich ehrlich bin.
    Und eben Kinder sind auch manchmal ein Grund für ein Trennung (zumindest habe ich das intern schon erlebt).
    Dennoch hast du schon Recht, ein Kind bindet macht aber eben auch Stress und das über Jahre hinweg (Wobei ich gerade das intressant finde).


    Zitat Zitat von Ty Ni Beitrag anzeigen
    Ich stelle einfach mal die Behauptung in den Raum, dass es eine 100% Sicherheit nicht gibt. Es kann immer etwas passieren, dass ein Ehepaar zur Scheidung bringt. Es gibt einfach Sachen, die man nicht vorraussehen bzw. beeinflussen kann. Dessen sollte man sich bewusst sein. Das kann man nicht ändern.
    Mir persönlich würden so ca. 95% reichen. Wenn es bedeutend mehr wären, würde ich mir eher Sorgen um meinen Geisteszustand machen. o,O"
    Wie weiter oben gesagt, ich denke einfach zu weit vorraus und habe immer Zweifel xD Das ist schlimm bei mir. das Problem ist, dass wenn ich "Ja ich will" sage (Ob nun mit 20 oder 40) ich mir einfach sicher sein will, das heißt ich müsste erstmal mit der Person vorher schon eine ganze Weile zusammen sein, was bei mir bisher eben noch nicht der Fall war =( (Zweifel gibs wohl immer, ich sehs ja ein x.X)
    Ich bin wohl einfach noch zu jung um mich "ernsthaft" mit dem Thema auseinander zusetzen^^

  7. #7
    Für einen Staat ist die Ehe die einzig Nachvollziehbare weise die Dauer des ZUsammenlebens zweier Menschen zu beurteilen. Wenn So etwas wegfällt kriegt, könnte jedes zwei-wochen-pärchen Antrag auf Kindesadoption stellen, da so normale Partnerschaften eben nicht belegbar sind. so als beispiel.

  8. #8
    Zitat Zitat von Broken Chords Can Sing A Little Beitrag anzeigen
    Und das natürlich durchwegs freiwillig...
    Zumindest teilweise passiert das auch freiwillig. Wir hatten vor ein paar Wochen eine Patientin mit arabischen Wurzeln, die sich ihren Ehemann mit 14 rausgesucht hat. Aber auch ohne Wahlfreiheit sind die Frauen in solchen Ländern teilweise bereit, einfach so zu heiraten, weil in derartigen Gesellschaften eine Frau ohne Ehemann eben wenig taugt. Dass das wiederum auch eine andere Art von Zwang ist, ist schon klar, aber ganz verschärft betrachtet passiert in diesen ganzen amerikanischen Wedding Movies nichts anderes (Jane Austen rotiert deshalb auch sicher schon Jahrzehnte in ihrem Grab herum) und vor den 68ern war das in Deutschland ähnlich (meine Uroma wurde Zeit ihres Lebens abfällig mit "Fräulein" angesprochen, manchmal auch als Nutte bezeichnet, weil sie zwei uneheliche Kinder und hin und wieder mal einen Liebhaber hatte).

    Im Grunde will das auch nur sagen, dass 22 doch ein sehr vernünftiges Alter ist, wenn man das mit anderen Kulturen vergleicht. Und ja, auch weil dort ein Zwang vorherrscht, den man hier nicht hat; von selbst das wann und wie zu entscheiden heißt auch, es einfach aus sich heraus tun zu können. Denn mal ganz ehrlich: Rein vom Denkprozess her sehe ich einige Interferenzen zwischen der Determination, mit 14 verheiratet zu werden, und dem Entschluss, den Schritt nicht vor dem 30ten Lebensjahr zu wagen. Die Sache selbst wird funktionalisiert.

  9. #9
    Zitat Zitat von Eynes'Prayer Beitrag anzeigen
    Zumindest teilweise passiert das auch freiwillig. Wir hatten vor ein paar Wochen eine Patientin mit arabischen Wurzeln, die sich ihren Ehemann mit 14 rausgesucht hat. Aber auch ohne Wahlfreiheit sind die Frauen in solchen Ländern teilweise bereit, einfach so zu heiraten, weil in derartigen Gesellschaften eine Frau ohne Ehemann eben wenig taugt. Dass das wiederum auch eine andere Art von Zwang ist, ist schon klar, aber ganz verschärft betrachtet passiert in diesen ganzen amerikanischen Wedding Movies nichts anderes (Jane Austen rotiert deshalb auch sicher schon Jahrzehnte in ihrem Grab herum) und vor den 68ern war das in Deutschland ähnlich (meine Uroma wurde Zeit ihres Lebens abfällig mit "Fräulein" angesprochen, manchmal auch als Nutte bezeichnet, weil sie zwei uneheliche Kinder und hin und wieder mal einen Liebhaber hatte).
    Darauf muss ich leider erwidern, dass wir nicht mehr in den 68ern bzw. in jenen Zeiten leben, in denen es eine große Unangenehmheit für Frauen darstellte, wenn sie uneheliche Kinder gebaren oder mit 25 immer noch nicht verheiratet waren. Die Zeiten ändern sich, und nun ist die Freiwilligkeit eben ein bedeusamer Faktor - woran ich persönlich rein gar nichts auszusetzen habe.
    Aber ja, daraus muss natürlich nicht resultieren, dass eine Hochzeit mit 22 immer verfrüht oder gar unüberlegt ist. Keineswegs. Aber es ist eben auch nicht verfehlt, wenn man sich in diesem Alter noch nicht auf so einen Schritt einlässt - oder überhaupt niemals. Da ist es völlig irrelevant, ob irgendwelche zwölfjährigen Muslime vermeintlich freiwillig heiraten oder nicht. Hängt eben auch mit dem völlig anderen Kulturkreis zusammen und ist deswegen nicht vergleichbar.

    Zitat Zitat von Cipo
    Es ist vielleicht ideologisch irrelevant geworden (selbst das sicher nicht überall oder bei jedem), aber statistisch? Glaub ich kaum. Und Statistik ist nunmal mehr wert für politische Entscheidungen. Wenn Leute mehr Kinder kriegen, weil sie sich verheiratet sicherer fühlen, kann man das zwar ausbuhen oder auch wirklich sinnvoll dagegen argumentieren, wie du da oben, es ändert aber nichts daran, dass ein Staat mit zu wenig Kindern dann nicht einfach auf die Heirat verzichten sollte. Man könnte zwar subtile Kampagnen für mehr Kinder außerhalb der Ehe anleiern, aber jeder kurzfristige Schritt direkt gegen die Ehe (und sein es nur Steuervergünstigungen, die wegfallen, keine Ahnung von sowas), würde sich negativ auf die Demographie auswirken. Einfach weil die Leute weniger heiraten wollen und sich damit auch weniger sicher fühlen. Das mag schlecht, veraltet, willensschwach und überholt sein, aber trotzdem ist es so.
    Glaub ich. Wie gesagt, keine Ahnung, aber das ist mein Gefühl.
    Damit hast du wahrscheinlich auch Recht. Nur steht in meiner Wertigkeit die Gleichheit aller Bürger vor dem Staat höher als demografische Wünsche desselben. Dass das unsere Herren und Frauen Politiker anders sehen, ist mir bewusst - nur handeln sie damit in meinen Augen schlichtweg unmoralisch. (Was ihnen natürlich ziemlich schnuppe sein dürfte, aber äußern will ich es trotzdem. )

    Zitat Zitat
    [...]

    Gerade, dass es auch ein Vertrag ist, sorgt für Sicherheit. Und Sicherheit ist nunmal ein Grundbedürfnis. Man kann zwar meinen, man bräuchte das nicht, weil man weiß, dass man sich liebt und bla, aber trotzdem ist es auch ein tolles Gefühl der Sicherheit, auch später wegen Kindern und Co. Das so absolut trennen zu wollen, ist ein Bisschen realitätsfern. Was verloren geht, ist ein Teil der Freiheit. Aber wenn (!) man den Menschen so sehr liebt, wird man ja wohl etwas von seiner Freiheit abgeben können, damit die Familie (tm) sich etwas sicherer fühlt. Nochmal: "fühlt", denn darum gehts. Also nicht nur ein reaktionistisches, katholisches Blutritual, sondern ein kleiner Mechanismus für ein Gefühl, könnte man sagen.
    Schon. Bloß klang es bei Ketzer so, als würde er im Zweifelsfall nicht wegen irgendwelcher Vorteile (das kann natürlich auch die von dir angesprochene Sicherheit sein) heiraten, sondern weil es eben so üblich ist und den Ehevertrag dann eben auch in Kauf nehmen. Anstatt zu bedenken, dass es ja auch die Alternative des Nichtheiraten gibt, wenn man die Sache ohnehin nur recht widerwillig durchziehen würde.

    Was anderes: Die von dir angesprochene Sicherheit ist ja auch eher eine Farce. Scheidungen sind heutzutage kein Problem mehr, die Ehe ist jedenfalls weder ein Garant dafür, dass man die nächsten Jahre zusammenbleibt/-wohnt, oder gar dafür, dass man sich so lange liebt. Bei einem gut aufgesetzten Ehevertrag kann man sich lediglich sicher sein, wer nach einer etwaigen Scheidung Kinder, Haus und Vermögen bekommt (bzw. zu welchen Teilen). Und das geht ja dann wieder über die Ehe hinaus, legt also schon von vorne herein die Auflösungsbedingungen fest. Sicherheit für die Partnerschaft kann ich da nicht wirklich erkennen...

  10. #10
    Zitat Zitat von Broken Chords Can Sing A Little Beitrag anzeigen
    Pro und Cons bei einem Thema wie "Ehe" ernsthaft zu debattieren ist ein wenig daneben.
    Warum? Willst du denn nicht wissen, worauf du dich einlässt?

  11. #11
    Zitat Zitat
    Wir leben allerdings nicht mehr in einer Zeit, in der die Ehe ein Garant für Kinder ist bzw. Kinder außerhalb der Ehe (nicht nur aus moralischen Gründen) kaum denkbar sind. Meine Eltern heirateten, als ich drei Jahre und meine Schwestern ein Jahr alt waren - ganz einfach, weil sie Lust darauf hatten. Ist eine nette Sache, nur sind in diesem Fall die staatlichen Begünstigungen in Hinblick auf das Ziel "mehr Kinder" irrelevant geworden - ebenso wie bei Paaren, bei denen Heirats- und Kindesunwillen nicht Hand in Hand gehen sondern gegenteilig das Eine ohne dem Anderen stattfindet.
    Es ist vielleicht ideologisch irrelevant geworden (selbst das sicher nicht überall oder bei jedem), aber statistisch? Glaub ich kaum. Und Statistik ist nunmal mehr wert für politische Entscheidungen. Wenn Leute mehr Kinder kriegen, weil sie sich verheiratet sicherer fühlen, kann man das zwar ausbuhen oder auch wirklich sinnvoll dagegen argumentieren, wie du da oben, es ändert aber nichts daran, dass ein Staat mit zu wenig Kindern dann nicht einfach auf die Heirat verzichten sollte. Man könnte zwar subtile Kampagnen für mehr Kinder außerhalb der Ehe anleiern, aber jeder kurzfristige Schritt direkt gegen die Ehe (und sein es nur Steuervergünstigungen, die wegfallen, keine Ahnung von sowas), würde sich negativ auf die Demographie auswirken. Einfach weil die Leute weniger heiraten wollen und sich damit auch weniger sicher fühlen. Das mag schlecht, veraltet, willensschwach und überholt sein, aber trotzdem ist es so.
    Glaub ich. Wie gesagt, keine Ahnung, aber das ist mein Gefühl.

    Meine Eltern haben auch erst geheiratet, als ich drei war, klar ist das heute normal, war es zumindestens im Osten auch schon vor 25 Jahren. Aber viele fühlen sich da halt gesicherter und würden sich eher zu Kindern hinreißen lassen. Nehme ich an.

    Was uns auch hierzu führt..
    Zitat Zitat
    Das ist aber auch eine sehr seltsame Herangehensweise. Dass dich ein Ehevertrag "nicht stört" (der übrigens mehr ist als ein Stückchen Papier, ein Vertrag eben), okay, aber eigentlich solltest du ihn wollen, wenn du schon heiratest. Bei dir klingt das so, als wäre die Ehe deine gesellschaftliche Verpflichtung, die du zwar nicht unbedingt eingehen willst, aber im Notfall auch nichts dagegen hast. Schon mal daran gedacht, dass es sich dabei um eine höchst freiwillige und optionale Variante der Lebensgemeinschaft handelt?
    Gerade, dass es auch ein Vertrag ist, sorgt für Sicherheit. Und Sicherheit ist nunmal ein Grundbedürfnis. Man kann zwar meinen, man bräuchte das nicht, weil man weiß, dass man sich liebt und bla, aber trotzdem ist es auch ein tolles Gefühl der Sicherheit, auch später wegen Kindern und Co. Das so absolut trennen zu wollen, ist ein Bisschen realitätsfern. Was verloren geht, ist ein Teil der Freiheit. Aber wenn (!) man den Menschen so sehr liebt, wird man ja wohl etwas von seiner Freiheit abgeben können, damit die Familie (tm) sich etwas sicherer fühlt. Nochmal: "fühlt", denn darum gehts. Also nicht nur ein reaktionistisches, katholisches Blutritual, sondern ein kleiner Mechanismus für ein Gefühl, könnte man sagen.

    Und ich esse auch nicht vom Boden - hauptsächlich, weil es eine Norm ist. vielleicht aber auch, weil es mir nicht gefällt. Entgegen der Erwartungen vieler schließt sich "Norm" und "eigener Wille" ja nicht immer völlig aus.

    Was natürlich nichts daran ändert, dass man auf lange Sicht in 100 Jahren oder so die Heirat als Norm getilgt haben sollte. Kurzfristig gibt das aber wahrscheinlich nur gesellschaftliche Probleme.


    Achja. Wegen "ich hab noch so viel vor". Das hat mit Heiraten weniger zu tun als mit einer festen Beziehung, mit Kindern, und mit Haustieren, wenn überhaupt. Zwar kann man zusammen reisen usw., aber in einer ernsten Beziehung betrachtet man die Möglichkeiten doch schon ganz anders = man schränkt sich ein. Mit Heirat hat das nun aber wirklich gar nichts zu tun.

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