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Thema: [Romanversuch]

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Oh, ein Leidensgenosse. ^^

    Also erstmal eines vorweg: ich find's gut, daß Du versuchst, einen Roman zu schreiben. Das hat damit gar nichts zu tun, ob Du glaubst schreiben zu können oder nicht, sondern vor allem mit Ausdauer. Viele Romane, die ich kenne, sind schlecht. Und die sind auch gedruckt worden.

    Vor allem muß Dir klar sein, daß man einen Roman nicht runterschreibt. Man schreibt das ganze Buch sicher dreimal. Einmal als Konzept, dann einmal richtig und dann merkt man, daß es scheiße war, und schreibt noch mal. Und dann vielleicht noch mal. Einen Roman schreiben hat also vor allem was mit Ausdauer zu tun. Von daher: bleib dran!

    1250 Wörter am Tag ist auch ein guter Satz. Wichtig ist, daß Du schreibst. Auch wenn es mal nur ein Satz ist. Es gibt Tage, da schreibe ich zehn Seiten und andere, da schreibe ich nur einen Satz, weil ich den immer wieder umbaue.

    Also gut … jetzt mal zu Deinem Text als solchen. Ich mache mir mal die Mühe und nehme ihn auseinander mit allen Fehlern, die ich finde.

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    Das Wasser in einer riesigen Suppenschüssel bildet ein Meer. Mitten auf dem Meer, auf dem es verglichen mit dem Durchschnitt keine Insel gibt, liegt eine Insel. Die weiße Stadt liegt in der Mitte dieser Insel.
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    Warum schreibst du die Passagen im Präsens? Einen Roman in der Gegenwart zu schreiben geht, aber dann solltest Du das auch konsequent überall machen. Du wechselst danach aber ins Imperfekt (was ja auch üblicher ist). Also "bildete", "gab" und zweimal "lag".

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    und die schwarze Stadt hatte sie keinen besonderen eigenen Namen.
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    Da fehlt ein Komma hinter "Stadt".

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    Die Städte waren im Kreuz angeordnet mit der weißen Stadt in ihrer Mitte, denn sie war die größte unter ihnen.
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    Zu viel Wiederholung, das liest sich total unflüssig. Bei "in ihrer Mitte" ist das "in ihrer" überflüssig und den Satz kannst Du prima nach "die größte" beenden.

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    Ihre Architektur bestand hauptsächlich aus hohen weißen Wohnhäusern, grauen Gildenhäusern und Schneehasen. Die Fellfarbe der Hasen, die heilige Tiere darstellten, gab der Stadt ihren Namen.
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    Du sagst, die Stadt hat keinen besonderen Namen. Jetzt sagst Du, Hasen geben der Stadt ihren Namen … das ist nicht konsequent. Ich weiß, was Du sagen willst, aber das wirkt einfach seltsam. Das solltest Du anders formulieren. Und wenn's für die Geschichte nicht wichtig ist, kannst Du's eh weglassen.
    Nebenbei: seit wann sind Haden Architektur?

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    Die Hasen waren so heilig, dass sie ungestört auf den gesamten Straßen der weißen Stadt herum hoppeln durften. Es war ein wichtiges Gesetz alle Hasen zu schonen. Der Tod eines Hasen wurde mit Wattebällchigung bestraft. Eine grausame Strafe bei der die betreffende Person solange mit Wattebällchen beworfen wurde, bis sie blutete. Man sagte die Hasen seien die Wiedergeburten aller gestorbenen Gildenoberhäupter.
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    Okay, nach der Passage hatte ich eigentlich schon keine Lust mehr, überhaupt weiter zu lesen. Die ersten Sätze kommen relativ ordentlich geschrieben daher und dann haust Du dem Leser solche Sachen wie "Wattebällchigung" an den Kopf. Ich fühle mich ein wenig verschaukelt, wenn ich das lese. Wenn der Roman Satire oder so sein soll, dann würde ich einen ganz anderen Einstieg wählen.
    Orthographisch: nach "Gesetz" ein Komma, nach "Strafe" ein Komma, in dem Fall heißt es "sagt" und nicht "sagte" und da fehlt auch ein Komma.

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    Aber dies nur nebenbei, um den geht es schließlich nicht.
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    Nein. Mach das weg. Du mußt Dir eine Frage stellen: was für ein Erzähler erzählt hier eigentlich? Wenn es ein allwissender (auktorialer) Erzähler ist, dann gehen solche Kommentare *gar nicht*. Denn den Leser direkt anzusprechen ist ein stilistisches no-go, zumindest für mich. Wenn es ein personaler Erzähler ist, dann kannst du das machen, allerdings liest sich der ganze Text nicht wie von einem personalen Erzähler erzählt.

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    Viel wichtiger ist seine Amme die genau sechs Monate später selbst einen gesunden Sohn gebar.
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    Da fehlt ein Komma nach "Amme". Und "selber" ist schöner als "selbst".

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    An einem Tag wie er unmagischer nicht sein konnte und einer Sonne wie sie fröhlicher nicht scheinen konnte.
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    Ein Komma nach "Tag" und eines nach "Sonne". Generell würde ich den Satz mit einem Semikolon oder einem Komma an den letzten kleben. Er ist zu wenig wirklich Satz. Außerdem fehlt nach dem "und" noch eine Konjunktion für die Sonne. Was da momentan steht ist "An einer Sonne, wie sie fröhlicher nicht scheinen konnte" und das macht keinen Sinn. Also mach ein "unter" oder so nach dem "und".

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    Trotz mangelnder Beweise glaubte der Vater des Vaters daran, dass dieser Junge etwas besonderes war und sein Leben dem Schicksal zu widmen hatte. Und wenn das Schicksal ihn nicht wollte, würde der Großvater eben selbst dafür sorgen dass es ihn bekam.
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    Wenn Du schon solche abgedrehten Konstrukte wie "der Vater des Vaters" verwendest, dann denke ich als Leser, daß es dafür einen Grund gibt. Direkt darauf schreibst du dann aber doch "Großvater" und ich frage mich: warum?

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    unter ihren Decken oder Zeitungspergamenten hervor um zu ihren Gilden zu gelangen.
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    Komma vor "um".

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    hatten das großzügige Anrecht sich noch einmal um zudrehen und ihre Träume etwas weiter zu stricken.
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    "Umzudrehen" ist ein Wort und ein Komma nach "Anrecht" fehlt.

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    Nun ja, dann war da noch ein junger Mann namens Loco der es mit achtzehn erlebten Wintern Lebenszeit zu nichts weiter als einem guten aber nutzlosen Schulabschluss gebracht hat.
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    Das "Nun ja" mach weg, das ist *viel* zu umgangssprachlich für Deinen Stil. Ein Komma nach "Loco" und "hatte" am Ende.

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    Es gab für alles Gilden in der weißen Stadt; die Schmiedegilde, die Holzfällergilde, die Soldatengilde, die Invalidengile und so weiter
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    Das Semikolon durch einen Doppelpunkt ersetzen.

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    Bei jeder Prüfung der er sich unterzog, geschah irgendein Unglück.
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    Bitte, BITTE guck Dir mal die Kommaregeln für *Relativsätze* an. Diesen Fehler machst Du andauernd. Da fehlt eines nach "Prüfung".

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    die Prüfer hatten die schlechteste Laune die Prüfer haben können oder Kühe flogen durch die Fenster und ramponierten das Prüfungszimmer.
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    Es heißt "die Prüfer haben konnten", und vor und nach dem Relativsatz muß ein Komma. Das mit den Kühen ist schon wieder dieser absolut unpassende Humor …

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    Die einzigen Gilden die von ihm bisher verschont wurden, waren die Jäger- und die, mögen ihn die Götter davor bewahren, Politikergilde.
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    Komma nach "Gilden".

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    An besonderen Tagen wie diesen, an denen ein junges Mädchen oder ein junger Mann einer Gilde beitreten möchte, war es Tradition sich vorher gründlich zu waschen.
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    "wollten" statt "möchte" und ein Komma nach "Tradition". Die Kommaregeln zu Appositionen solltest Du Dir auch noch mal ansehen.

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    Während er fröhlich sein halbes Brötchen auf dem Tisch krümelte, blätterte Loco in den Blättern die ihm die Alte von der Gildenvermittlung zusammen mit einer praktischen Gartenschere für den 1200ten Besuch überreicht hatte.
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    Ich denke, Du meinst "auf den Tisch". Oder saß Loco wirklich drauf? Und die Zahl solltest Du entweder ausschreiben oder das "ten" durch einen einfachen Punkt ersetzen.

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    Drachenjägergilde? Lieber nicht. Keifende Feuer speiende Monster wollte er nicht bekämpfen1.
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    Komma und Rechtschreibung: Keifende, feuerspeiende Monster wollte er nicht bekämpfen. Und ein Tippfehler am Ende.

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    Jägerjägergilde? Das wäre eine durchaus interessante Sache für Loco wenn nicht sein Onkel ein Jäger wäre. Und gegen den verlor er immer im Armdrücken. Vielleicht später...
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    Okay, ich kommentiere den Inhalt nicht. Du weißt ja inzwischen, was ich von dieser Art 'Humor' halte. Generell ist es stilistisch unschön, einen Satz mit "und" zu beginnen. Verbinde die beiden einfach durch ein Komma. Und vor einer Ellipse macht man ein Leerzeichen, wenn nicht mitten im Wort abgebrochen wird.

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    Vampire hatten derart viele Schwächen, dass es ein leichtes war sie zur Strecke zu bringen und waren derart verdorben und böse, dass es eine wahre Freude war ihre Gedärme rauszureißen – meinte zumindest Locos Großvater immer.
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    Kommata nach "ein leichtes war" und "eine wahre Freunde war". Für die Orthographie nimmst Du besser einen echten Gedankenstrich (—) als einen einfachen Bindestrich. Wenn Du den nicht tippen kannst, mach einfach zwei Stück (--), das korrigiert Dir der Setzer beim Verlag dann hinterher korrekt.

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    Loco legte die überschüssigen Zettel beiseite und schüttete sich das Glas warmer haltbarer Vollmilch herunter.
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    Schüttete sich herunter? Nee.

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    Was auch geschah, wie oft er auch nicht aufgenommen wurde, er fand immer die Kraft weiter zu machen.
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    Komma nach "Kraft".

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    Im fast verschneiten Gildenhaus der Vampirjäger traf er am Empfang zunächst Niemanden.
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    "niemanden" schreibt man klein.

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    wenn ihm sein Ruf mal wieder voraus eilte.
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    "vorauseilte"

    Kurze Exkursion über direkte Rede, weil ich das jetzt nicht jedes mal korrigieren will: wenn ein Satz davor steht, schließt man die Rede mit Doppelpunkt, Komma oder ohne Zeichen an, je nachdem, wie der Satz fortgeführt wird.
    Wenn ein Satz danach steht, dann schließt man ihn durch ein Komma an, wenn der Satz in den Anführungszeichen einen Punkt am Ende hätte. Den Punkt lässt man dann weg. Alle anderen Satzzeichen bleiben stehen und der Satz schließt ohne Komma an.

    Beispiele:
    Tom sagte: "Hallo."
    Tom lachte verlegen, "Hallo."
    Tom lachte und sagte "Hallo."
    "Hallo", sagte Tom.
    "Hallo?" rief Tom fragend.
    "Hallo!" rief Tom.
    "H-hallo—" stammelte Tom.

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    und die Decke machte keine Anstalten plötzlich einzustürzen.
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    Komma nach "Anstalten".

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    Seine Triumph konnte Loco an den erstaunten Gesichtern an den eingeeisten Fenstern ablesen.
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    "Seinen" und was soll "eingeeist" bitte sein? Du meinst sicher "vereist".

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    Eigentlich wollten sie ja sehen was ihm dieses mal Schreckliches geschieht.
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    Komma nach "sehen", "diesmal" (liest sich flüssiger als die Variante mit zwei Wörtern), "schreckliches" klein und "geschah".

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    Erstauntes ausatmen.
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    "Ausatmen" groß.

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    Sie waren einfacher Art, wie zum Beispiel Frage 23 „Erkläre die Funktionsweise des Schneidewerkzeugs der Vampire!“ oder Frage 187 „Wie viel Knollen Knoblauch braucht man um einen Sarg mit den einem Volumen von 3 m³ komplett auszuräuchern?“ ganz zu Schweigen von Frage 573 „Wächst Moos an Bäumen zu Vampiren hin oder von ihnen weg?“ Loco war es gewöhnt sich gut auf alle Prüfungen vor zu bereiten.
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    Uff. Also erstmal kommt nach den ganzen Beispielen für die Fragen ein Doppelpunkt (also hinter "Frage 23" usw.). "Wieviel" ist ein Wort, aber in dem Fall heißt es eh "wie viele", weil Knollen von Knoblauch zählbar sind. 'Wieviel' gibt es nur für unzählbares. Ein Komma nach "braucht man", dann heißt es nur "einen Sarg mit einem Volumen" und die "drei Kubikmeter" schreibst Du besser aus. Generell *alle Zahlen* bis einschließlich zwölf ausschreiben, alles andere ist falsch. Für guten Lesefluß kannst Du auch einfach alle Zahlen ausschreiben, das mache ich auch. Und Einheiten wie Kubikmeter auch *immer* als Wort, nie als Einheit schreiben. Nach dem Ende der zweiten Frage, also vor dem "ganz zu schweigen" (wo "schweigen" kleingeschrieben wird) fehlt noch ein Komma. Und vor dem "Loco" machst Du besser einen Absatz, weil der letzte Satz da aufhört.

    Okay, ich höre jetzt mal auf, alles zu korrigieren, denn ich habe ehrlich gesagt keine Lust mehr. Meine generelle Einschätzung ist, daß Du vor allem mal mehr auf Deine Rechtschreibung und vor allem Kommasetzung achten solltest, denn solche Fehler stören den Lesefluß ungemein. Dann wäre es noch gut, wenn Du versuchst, Dir ein paar 'Regeln' für das Schreiben von Romanen anzugucken. Dazu gehört zum Beispiel, Zahlen auszuschreiben und nicht mit den Zeiten zu springen … das merkst Du irgendwann, wenn Du genug andere Romane gelesen hast. Dann bildest Du Dir auch einen eigenen Stil, und das ist wichtig.
    Ein eigener Stil ist es nämlich, das Deinem Text fehlt. Generell fehlt ihm überhaupt jeder Stil. Du schreibst passagenweise sehr 'korrekt' und so wie in einem historischen Roman. Deine Wortwahl, der Satzbau und das alles deuten darauf hin, daß ich als Leser Deinen Text ernstzunehmen habe. Das ist in Ordnung, das ist sogar gut. Aber dann kommst Du zwischendrin mit solchen Stilblüten wie 'Wattebällchigung' (ja, darüber komme ich immer noch nicht hinweg, sorry) daher. Das ist, als würdest Du dem Leser ins Gesicht schlagen. Selbst dann, wenn Dein Roman lustig sein soll, dann solltest Du so was vermeiden. Humor schreiben ist schwierig, es ist vermutlich schwieriger als jedes andere Genre und gerade dort mußt Du akribisch drauf achten, keine Stilblüten oder so zu verwenden, denn dann schwankt Dein Humor sehr schnell von lustig zu lächerlich und das ist es maßgeblich, was Dir passiert.

    Der Text ist nicht schön, er beweist keinen Geschmack und ich hätte ihn als Buch vermutlich schon nach dem ersten Absatz wieder weggelegt.

    Ich hoffe, Du nimmst mir das nicht übel. Versteh diesen Post bitte nicht als persönlichen Angriff sondern versuch vielleicht, mehr für den Leser zu schreiben. Das ist sowieso die größte Herausforderung für jeden Autor. Viel Erfolg noch beim Schreiben und nicht aufgeben. Man wird mit jedem Text besser.

  2. #2
    Zitat Zitat
    Nein. Mach das weg. Du mußt Dir eine Frage stellen: was für ein Erzähler erzählt hier eigentlich? Wenn es ein allwissender (auktorialer) Erzähler ist, dann gehen solche Kommentare *gar nicht*. Denn den Leser direkt anzusprechen ist ein stilistisches no-go, zumindest für mich.
    Oh, es geht durchaus. Walther von der Vogelweide macht das z.b. ständig. Aber er hat einen doppelten Trick:

    Erstens stellt er die Geschichte als "Wahr" vor und beruft sich auf verlässliche Zeugen, aus deren Mund er sie vernommen haben soll.
    Zweitens kommentiert er den Stoff immer wieder in Hinblick auf seine Vorbilder und Vorgänger. Er geht davon aus, dass seine Zuhörer mit den Figuren und Situationen vertraut sind und macht kleine Scherze mit den Abwandlungen, die er vorgenommen hat.

  3. #3
    Zitat Zitat von Ianus Beitrag anzeigen
    Oh, es geht durchaus. Walther von der Vogelweide macht das z.b. ständig. Aber er hat einen doppelten Trick:

    Erstens stellt er die Geschichte als "Wahr" vor und beruft sich auf verlässliche Zeugen, aus deren Mund er sie vernommen haben soll.
    Zweitens kommentiert er den Stoff immer wieder in Hinblick auf seine Vorbilder und Vorgänger. Er geht davon aus, dass seine Zuhörer mit den Figuren und Situationen vertraut sind und macht kleine Scherze mit den Abwandlungen, die er vorgenommen hat.
    Ich glaube, dass man Minne sehr schlecht mit Fantasyromanen vergleichen kann.

    ...
    Was die moderne Literatur betrifft, gebe ich Ranmaru jedenfalls Recht; selbst Erich Kästner hat sich das aus gutem Grund nur im Vorwort erlaubt und trotz der Tatsache, dass bei ihm die Distanz zum Leser immer hauchdünn war.


    Ansonsten ist zum Text soweit genug gesagt. Nur noch zwei, drei Anmerkungen:
    Bitte lies mehr, bevor du ernsthaft schreiben willst. Du musst nicht mal viel lesen, nur mehr. Und gewöhn dir eine etwas diszipliniertere Rechtschreibung und Grammatik an; du musst die Regeln im Duden nicht auswendig lernen, aber du solltest instinktiv Kommata richtig setzen können.
    Und versuche einfach nicht witzig zu sein, denn hier ist das ordentlich nach hinten losgegangen. Wortwiederholungen ("Blätter blättern", "Gilde") im Satz und ständige Wiederholungen bestimmter Begriffe im Text ("weiß", "sieben", "Gilde") tragen dann neben der lahmen Pointierung dazu bei, dass man überhaupt keine Lust hat, über den dritten Absatz hinauszulesen.
    Gestalte deine Erzählwelt lebendiger. Würdest du ein Buch über einen Kleinstkosmos lesen, der aus einer Insel mit nerviger Symmetrie und strikt verordneter farbiger Trennung besteht? Parodisierung hin oder her, das macht die Sache uninteressant und simplistisch und das ist Fantasy normalerweise schon zur Genüge.

    Schreib auf Qualität, nicht auf Quantität. 1200 Wörter am Tag sind sehr lobenswert, aber wenn dabei sowas herauskommt, dann mach daraus lieber 300 am Tag und werkle daran dann noch 3mal herum, bis es einwandfrei wird. Ich will dir nicht die Lust an deiner Story oder allgemein am Schreiben nehmen, aber selbst oder gerade für Unterhaltungsliteratur ist das hier echt zu wenig.

  4. #4
    Zitat Zitat von Eynes'Prayer Beitrag anzeigen
    Ich glaube, dass man Minne sehr schlecht mit Fantasyromanen vergleichen kann.
    Natürlich, allein schon weil sie sich ein volles Maß Ironie erlauben können. Ich meine, wie würden denn die Leser eines Fantasyromanes reagieren, wenn ihre Figur plötzlich auf die Klischees des Genres hinweist, und sich in direkter Rede gegen sie zu agieren entscheidet? Das getraut sich nicht mal Pratchett.

    Es gibt aber z.B. immer noch die Reportageform, wie sie Lovecraft einsetzt, oder die damit verwandten Reiseberichte, die dann für die utopische Literatur verwurstet wurden. Ich komme irgendwie nie dazu, die Reisebücher von Norman Douglas zu lesen...Man könnte durchaus sowas machen: Das man nur aus zweiter Hand durch einen kommentierenden Erzähler/Reiseschriftsteller von der Geschichte des Hauptcharakters hört.

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