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Fossil
Teleri befindet sich noch immer in ihrer kauernden Haltung und fixiert die Tür, als Gravir den Raum betritt. Die Wut in ihren Gedanken muß sich in ihrem Blick niedergeschlagen haben, denn der Bastard stutzt kurz, als ihrer beider Augen sich treffen. Dann beginnt er ohne Umschweife zu reden:
"Dir ist sicherlich bewußt, daß ich dich nicht so einfach gehen lassen kann. Davon abgesehen, daß Zirkon das nicht so ohne weiteres zulassen wird, ich bin ebenfalls noch skeptisch. Du bist nicht gerade sehr überzeugend wenn es darum geht, mir deine Loyalität zu versichern, denn obwohl du noch lange nicht so arrogant bist wie der Rest deines Hauses, ein wenig bist du es dennoch. Die letzte Möglichkeit zur Flucht hast du genutzt, sicher, das steht dir zu, aber nicht mit dem Ziel, wirklich folgsam zu sein. Nein, du rechnest damit, daß ich dich sofort freilasse. Sieh mir wenigstens nach, daß ich mir ein wenig benutzt vorkomme, und das macht normalerweise niemand mit mir." Das Halbblut macht eine kurze, nachdenklich Pause, während die Dunkelelfin von seinem unerwarteten Redefluß noch immer etwas perplex ist. "Aber wir müssen uns jetzt wohl arrangieren. Mach einfach weiterhin das was ich sage, dann kommen wir gut miteinander aus..."
Teleri springt auf wie eine angreifende Spinne. Wenige Fingerbreit vor dem Rothwardon kommt sie zum Stehen.
"Ach", giftet sie "ich bin nicht sonderlich überzeugend, was? Tut mir furchtbar leid, aber was ich dir gesagt habe, ist die Wahrheit. Ihr Menschen seid so unglaublich dämlich! Ihr kommt in unser Land, führt euch auf wie die größten Weisen und Heilsbringer des Nirnrunds und wißt doch gar nichts von unserer Art!"
Sie bemerkt, wie schrill und hysterisch ihr Wutausbruch klingt, doch es kümmert sie nicht. Jedoch ist ihr Zorn fürs erste verraucht und weicht erschöpfter Resignation. Ihre nächsten Worte klingen gefaßt, als sie fortfährt:
"Ich gebe zu, zuerst hoffte ich, mit deiner Hilfe irgendwie entkommen zu können. Aber ich weiß, daß du dieses Stück Heimat nicht aufs Spiel setzen wirst. Ich habe es in deinen Augen gesehen."
Eine einzelne Träne rinnt über Teleris Wange. Dennoch hält sie sich stolz aufrecht, während sie Gravir geradewegs in die blaßgrauen Augen schaut.
"Wie dem auch sei: Ich habe dir einen Handel angeboten -Leib für Leben- und du hast eingeschlagen. Solcherlei Geschäfte sind nicht ungewöhnlich auf Vvardenfell, auch heute noch nicht." -ein tiefer Atemzug- "Ich erwarte nichts von dir; außer, daß du mein Leben schonst."
Sie verbleibt in ihrer aufrechten Haltung, schließt jedoch kapitulierend die Augen.
"Ich mache dir keinen Ärger. Versprochen."
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