ein sehr intellektueller thread!
ich muss sagen, mit schule war ich ganz zufrieden. ich bin jetzt nach dem abitur auf der suche nach einer arbeit (z.b. o.g. produktionshelfer), um mir was dazuzuverdienen - und v.a., um zu wissen, wofür ich studiere: damit ich solche jobs nämlich nie wieder machen muss.
aber ich denke, dass eine schöne arbeit auch schön sein kann. ich freu mich jedenfalls richtig auf die uni - da hab ich den ganzen deutsch-religion-sport kram nicht mehr und kann mich ganz auf meine leidenschaft mathe konzentrieren.
ich weiß aber, dass schule für mich nicht stressig ist. in den zwei jahren der 12. und 13. klasse, also im abitur, habe ich zuhause zusammengerechnet (inkl. hausaufgaben) ungefähr eine woche gelernt, d.h. pro tag ungefähr 15 minuten. hat für 1,9 gereicht. wollen mal sehen, wie das in der uni läuft, aber ich mags natürlich ohne stress lieber![]()
Diese Wahrheit kann nicht verschlossen bleiben. Du musst unbedingt Prophet werden. Rentnerstudenten haben es begriffen, warum sonst keiner?
Hier gehts nicht um intellektuelles Geplänkel, hier geht es um höchst wissenschaftliche Wahrheitsfindung. Aber natürlich hast du recht, wir müssen die Illusion "Arbeit macht glücklich" für die Nachfolgegeneration aufrecht erhalten. Wer zahlt sonst meine Rente. Und Uni ist wirklich ein recht angenehmes Feld, wenn man sich das richtige Studium aussucht. Für Selbstpeiniger empfehle ich aber Physik, Chemie, Jura oder Zahnmedizin. Lethargieverliebten rate ich zu Gesellschaftswissenschaften und anderen Plauderfächern.
Geändert von Kaltblut (01.07.2009 um 10:53 Uhr)
Man merkt, dass du noch nie richtig gearbeitet hast.
Die meisten arbeiten länger als sie überhaupt dürfen, denn
1. brauchen sie das Geld
2. Muss die Arbeit erledigt werden, ansonsten gibt es mecker vom Chef
Meinst du, ich hätte mit meinen knapp 1100 € Netto (bin gelernter Mechatroniker) bei einer 40 Stunden Woche meine Familie ernähren können (wenn ich eine hätte)?
Sicherlich nicht. Ich hätte mehr arbeiten müssen und wenn wir mal im Verzug mit einer Anlage für einen Kunden waren, mussten wir auch Sonntags arbeiten, damit wir den Vertrag einhalten.
Gesetze sind schön und gut. Nur wenn man sich an die Gesetze halten soll, dann sollte auch geregelt werden, dass man dann noch ein vernünftiges Leben führen kann.
Man fängt immer als das kleine Arschloch an, egal wie lang man studiert hat.
Die Karierreleiter klettert man erst in den Jahren rauf, während man für ein Unternehmen arbeitet.
Wenn man das Unternehmen wechselt, fängt man wieder ganz unten an. Darum finde ich die Leute auch so drollig, die meinen, nachdem sie studiert hätten, was-weiss-ich wieviel verdienen und der Job dann soooo viel besser sein wird als wenn man eine Berufsausbildung macht ...
Wenn ich so in einem Unternehmen schaue, frag ich mich sowieso, wieso man studiert hat. Muss man wirklich BWL studieren, um Leute für ihre Arbeit einzuteilen? Muss man Wirtschaftsingenieur studiert haben, um einen Arbeitsplatz einzurichten? Muss man Maschinenbau studiert haben, um einem Mitzuteilen, dass man einen Torx-Schlüssel, anstatt einen Inbus-Schlüssel benötigt? Muss man Wirtschaftsinformatik studieren, um Daten in SAP eingeben zu können? Sicherlich nicht.
Fail.
Und jetzt?
Hier ging es darum, was man darf, nicht, was man in Wirklichkeit tut.
Ich behaupte, dass ich mich gut genug damit auskenne, was da abläuft...
Daher nämlich auch:
Genauso Gesetz (hab mich zugegebenermaßen mit den genauen Zeiten getäuscht), genauso hinfällig.Zitat von DarkMaster
Ich komm, wenn es sein muss, auf 9-10 Stunden täglich. Da rechnet trotzdem niemand rum, wieviel Stunden das in der Woche ausmacht.
Stimmt im Grunde, allerdings haben Arbeitszeugnisse, Gesellenbriefe und natürlich auch Vitamin B einiges für einen schnelleren Aufstieg parat.
Naja, du kannst dir nicht die einfachen Arbeiten rauspicken und dann sagen, dass du dafür kein Studium brauchst. Das ist natürlich so, aber ein Einrichter oder ein Bürokaufmann haben in der Regel auch nicht studiert und andere Leute brauchst du für die von dir aufgezählten Arbeiten nicht.
Die Studierten sitzen irgendwann im Marketing, im Projektmanagement oder in der Forschung und da trennt sich dann recht schnell die Spreu vom Weizen.
Bist 20 und willst mir sagen, dass du schon Mehrjährige Berufserfahrung hast?
Fail.
Dann frag ich dich, warum man unbedingt studieren muss, damit man Marketing betreiben oder im Managment sitzen kann? Managment ist die Planung von Arbeit, mehr ist es nicht. Jeder, der einen Blick für den Markt und für seinen Betrieb hat, kann ebenfalls beides machen. Dafür brauch ich keinen fachidiot, der nur mit Fremdwörtern um sich schmeissen kann.
Ins Managment kommt man auch nicht automatisch rein, nur wenn man studiert hat. Da sind andere Dinge gefragt als nur ein großes Fremdwörtervokabular.
Du schmeißt scheinbar auch gerne mit Wörtern.
"Richtig arbeiten" und "mehrjährige Berufserfahrung" sind schon wieder zwei paar Schuhe.
Und ich weiß nicht wie du auf Fremdwörter kommst... studieren ist halt doch etwas mehr als das.
Du kannst niemanden, der nicht die nötige Ausbildung dafür hat, die Kontrolle eines Unternehmens übernehmen lassen.
Arbeit planen... schön und gut. Aber was hilft es, wenn derjenige keine Ahnung von Finanzierung hat, wie und wo er investiert, wie er sich verhält, wenn sich der Markt ändert und was weiß ich nicht noch alles. Das muss man am Limit lernen.
Ich halte auch viel von praktischer Erfahrung, nicht umsonst bin ich jetzt nach dem Abi erst in die Lehre gegangen und werde dann ein Studium anhängen.
Aber für die Jobs ganz oben, braucht man auch die Ausbildung von ganz oben.
Und warum nicht?
Mein Bruder hat auch nur eine 3 jährige Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel gemacht und ihm gehört nun eine Filiale einer großen Lebensmittelkette in Norddeutschland. Er hat sich dafür nicht weitergebildet.
Es ist nur eine Sache des Könnens und des guten Auftretens. Das lernt man aber nicht in einem Studium.
Nein.
In einem Studium lernt man lernen.
Fachliches lernt man zu 90% im Job.
Im Studium lernst du, dich übers Wochenende durch 500 Seiten Arbeit zu lesen und dann am Montag eine Präsentation über die gewonnenen Erkenntnisse zu halten, auf der dann die Leute noch weiter oben ihre Entscheidungen aufbauen.
Auch wenn man es sich als jemand aus einer bildungsfernen Schicht nicht vorstellen kann: Leute mit abgeschlossenem Studium haben schon was auf dem Kasten.
Klar ist jemand, der 30 Jahre die gleiche Tätigkeit verrichtet, in seinem Fach besser, aber dafür stellt sich der Studierte innerhalb kürzester Zeit auf verschiedenste Problemstellungen ein.
Daß man als Filialleiter einer Lebensmittelkette kein Studium braucht, ist klar.
Wenns allerdings darum geht, zu planen, ob ein neuer Supermarktstandort rentabel ist oder nicht wird man um höhere Bildung nicht herumkommen.
@skar als filialleiter eines geschäftes, muss man aber ebenfalls genug computerarbeit verrichten, planen, arbeitszeiten der mitarbeiter einteilen, mit den anderen firmen telefonieren, fortbildungen absolvieren usw
meine mum arbeitet bei bipa als filialleiter und da hat man relativ viel um die ohren.
Ein Studium ist meiner Meinung nach etwas, das in der Arbeitswelt eine gewisse Qualifikation suggeriert.
Skar schrieb so schön, dass man im Studium das Lernen lernt und die fachlichen Aspekte erst durch den Job kommen. Da kann man sich wirklich fragen, was dann der Sinn eines Studiums ist, wenn man eh nichts lernt, was man später auf fachlicher Ebene für den Beruf braucht?
Das ist ein Phänomen, das ich sehr oft beobachtet habe; Studenten, die wirklich sehr fit sind, was Arbeitsplanung und -organisation betrifft, aber bei fachlichen Aspekten wie der Ochs vorm Berge stehen.
Falsch, aber sowas von falsch.
Wenn Studenten nicht als Praktikant bei einer Firma arbeiten, dann kriegen sie - in der Regel - Jobs in Positionen, die für "gelerntes Personal" nicht auf Anhieb zu erreichen sind. Magst du zwar nicht glauben, ist aber so.
As I said above: genau das ist Gang und Gäbe in der Arbeitswelt - eine Erfahrung, die du in deinem Arbeitsleben gemacht haben solltest.
Die Frage ist eher, was man hinter der Theorie sieht. Als ich zum ersten mal gesehen habe, wie Sprachen aufgebaut wurde, vielen mir sofort ein gutes Dutzend von Anwendungsfällen ein, und gute Ansätze, wie man diverse Probleme löst. Hinter den paar Zeilen an Definitionen, habe ich ein kleines Universum gesehen, in dem an sich Jahrzehnte austoben kann. Andere sahen nicht einmal grobe Schemen. Ich würde den fachlichen Part auch nicht so klein reden, wie Skar es macht. Diese Sicht hätte ich natürlich auch nicht gehabt, wenn ich mich nicht schon vorher indirekt mit den Sachen beschäftigt hätte.
Was ich damit sagen will: So ein Klotz, der gerade von der Uni kommt, kann unter Umständen eine ganze Nase mehr, als du, wenn er erstmal den Pragmatismus aufgezwungen wurde, den man auf der Berufsschule von Haus aus lernt. Für den muss man sich nun mal intensiv mit praktischen Problemstellungen beschäftigen.
Das ist, genau so wie wenn du einen Architekten am Bau arbeiten lässt: Bis er sich an die Handgriffe und Last gewöhnt hat, braucht er ein wenig. Aber, er kann in kurzer Zeit ein guter Bauarbeiter werden. Ein Bauarbeiter hingegen bräuchte erst mal viel Studium um alles mit den anderen Augen zu sehen, die der Architekt hat.
Kurzum: Es hat schließlich einen Grund, warum jeder nur Uni-Absolventen mit Berufserfahrung einstellen mag.
man kann beidem positive und negative aspekte abgewinnen.
über die intelligenz gibt es jedoch keine auskunft. ich muss sagen, dass die arbeitszeit definitiv angnehmer war, da ich einen beruf ausübe, der mir gefällt und der verdienst auch nicht schlecht ist. aber auch nicht gut. habe die letzten 4 jahre eine ausbildung mit diplom absolviert und nebenbei gearbeitet, da diese berufsbegleitend war. nun bin ich auf arbeitssuche, da ich nur als krankenstandsvertretung eingestellt war, aber 1300€ für 38 stunden pro woche, haben mir derweil genügt. für eine familie wäre es aber wohl zu wenig. meiner meinung nach.
ein freund von mir hat direkt nach der hauptschule (nicht mit der deutschen verwechseln) und polytechnischem abschluss zu arbeiten begonnen und kennt sich im allgemeinwissen und in teilgebieten enorm gut aus, weil er sich neben der arbeit selbst das wissen aneignete, das ihn auch interessiert. keine höhere schulausbildung, weniger intelligenz, das sicherlich nicht.