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Drachentöter
Was hältst du denn davon, wenn du dich über beide Stilrichtungen mal einzeln informierst und dann Gemeinsamkeiten, Unterschiede und sonstige Interferenzen aufstellst? 
Das wäre auch der logischste Aufbau für eine Präsentation.
Ein Schubs in die richtige Richtung:
Die Kunst des Jugenstils ist schwungvoll, ausschmückend, arabeskenhaft, naturverbunden und versucht Antike und Moderne miteinander zu kombinieren, dem sterilen Stil der Antike steht also das Chaos einer wertfreien Gesellschaft entgegen. Dabei steht das Ausladende, die Ornamentierung, aber vor allem ein gesamtheitlicher Charakter im Vordergrund - meine zum Glück ehemalige Kunstlehrerin umschrieb das ganze gern mit dem Satz "Es ist wie Walzer tanzen."
Bedeutsam ist dabei allem voran der Jugendstil in der Architektur und der Jugendstil der Malerei.
Die Eschevilla in Chemnitz (nicht, dass ich in der Stadt wohnen würde) ist ein glänzendes Beispiel für die Epoche.
Daran schließt das Bauhaus an, allerdings stehen jetzt das Schaffen von Einzigartigkeit im Kontrast zur kunstlosen Massenproduktion und Funktionalität als Teil des alltäglichen Erfahrens von Kunst im Vordergrund. Man setzt auf die Kombination von Ganzheitlichkeit und Nutzen (missachtet dabei aber oftmals die realen Gegebenheiten, beispielsweise die erschlagende Sommerhitze durch übergroße Sudseitenfenster), Produkte - so kann man sie wohl offiziell nennen - des Bauhaus sind ökonomisch, praktisch, aber kunstvoll.
Bedeutsam für das Bauhaus ist die Architektur und die Konzipierung von Alltagsgegenständen, aus der abbildenden Kunst hält man sich (wie ich finde: dankenswerterweise) größtenteils heraus, bis auf einige recht schematische, minimalistische Darstellungen und Skizzen. Ein Beispiel per se ist das Bauhausgebäude in Dessau.
Beide Strömungen richten sich gegen die Verhandwerklichung der Kunst, wie sie mit dem Ende des 19ten Jahrhunderts begann (Fotographie, Massenproduktion, Reproduktion), im Vordergrund stehen jeweils Einzigartigkeit, Ganzheitlichkeit und Emergenz (letztere im Jugendstil in der Form, als dass man die Natur als absolutes Schönheitsideal hinnahm und dogmatisierte, im Bauhaus in der Form, als dass man sich auf die elementaren Bestandteile des Ganzen beschränkte, um ein Gesamtbild zu erzeugen).
Dabei will der Jugendstil aber die reine emotionale Auflösung der Kunst in in der Unendlichkeit der Natur durch einen natürlichen Prozess, das Bauhaus will vor allem das Produktionsverhalten revolutionieren und Einzigartigkeit durch Vielfalt und Innovation schaffen. Ikea ist in dem Sinne sehr bauhäuslich, wer noch Tiffany-Lampen hat, hat kitschigen Jugendstil bei sich rumstehen.
Beide Stile lassen sich durch die Anreihung zufälliger Adjektive sehr gut beschreiben.
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