Durchgespielt!

Wie erwartet reicht Level 78 für den Endboss, vorher braucht man sich da wohl nicht ranwagen. Während des dreistufigen (!) Kampfes bin ich noch ein Level aufgestiegen und mit 79 wurde es dann noch 'nen Tick einfacher.

Ja, Tipps: Konzentration. Wenn man da unkonzentriert ran geht, kann schnell alles aus dem Ruder laufen. Die Quick-Time Events (B drücken, um Leiste zu füllen) sind wichtig. So oft wie möglich versuchen, die Angriffe mit dem Monado zu blocken und schnell die kleinen Helferlein erledigen. Die können einem zusetzen, wenn man noch auf Level 78 ist wie ich. Und habt Sharla in der Party, ihre Heilsprüche sind Gold wert. Achtet auch auf die Monado-Kombo des Bosses, denn die hat fast meine ganze Party ge-onehittet. Hatte schon einen leichten Herzstillstand, aber Sharla konnte alle wiederbeleben.

Wie immer: Keine Chain-Attack! Falls euch mal der Arsch auf Grundeis geht, ist Wiederbelebung wichtiger als ein paar HP Damage. Der Kampf ist sehr gut machbar, ich würde aber lügen wenn ich sagen würde, dass es ein Kinderspiel war.

Mein Fazit

Das Kampfsystem war bei dem Spiel nicht so das Problem, sondern die Wichtigkeit des Levels. Da besonders am Spielende das Leveln eeeeeeewig dauert, habe viel zu lange damit verbracht und es war extrem unspannend, immer und immer wieder die gleichen Viecher zu vermöbeln. Das hat das Erlebnis für mich merklich verschlechtert, aber vielleicht ist es nicht so schlimm, wenn man die Nebenaufgaben macht und besseres Equip hat.

Die Welt ist wie oft betont groß und phantasievoll gestaltet....ne echt, das Spiel ist einfach nur riesig und bestimmt 2x so groß wie die Mojave Desert in New Vegas und die ist schon groß ohne Ende. Was mir dann doch fehlte, sind interessante NPCs und damit einhergehend interessantere Nebenaufgaben, aber dazu habe ich mich ja ausgelassen. Und rein von der Population her fand ich die Welt dann in Relation zur Größe doch etwas rar besiedelt.

Akustisch schön, nur leider sind imo alle Battle-Themes nicht gerade das Gelbe vom Ei. Und dazu noch das Geschreie....aaaah! Während des exzessiven Grindings habe ich partout meine eigene Mucke anmachen müssen. Dafür ist alleine schon das Main Theme mit das Schönste, was ich in dem Genre gehört haben. Werde mir das Spiel bestimmt mal wieder einlegen, um den Titelbildschirm mitsamt Main Theme auf mich wirken zu lassen.

Grafisch ein zweischneidiges Schwert. Das Panorama ist wunderschön und an die Charaktere gewöhnt man sich doch recht schnell. Abgesehen von Shulk (der Name btw o_o) fand ich die Modelle eigentlich okay. Nur sind einige Texturen ungelogen auf N64-Niveau und einige Dungeons wie die Äther-Mine oder einige Dungeons gegen Ende sind potthässlich. Da frage ich mich, ob man die Gebiete nicht um 1/3 hätte kürzen und dafür den Rest schöner hätte machen können. Wie dem auch sei, in Anbetracht der Hardware trotzdem ein meist schönes Gesamtbild.

Nun wurde ich mit dem Gameplay nicht warm, aber es gibt zwei Punkt, die das Spiel für mich gerettet haben und das waren Story und Charaktere. Abgesehen von Riki sind die Charaktere sehr schön gelungen mit eigener Persönlichkeit mal fernab der üblichen Stereotypen. Einige sind mir schon an's Herz gewachsen, Melia ist z.B. so ein Kandidat. Auch wenn es für mich nicht das beste RPG der Generation ist, so ist es das mit der besten Story. Sie war Motor, mich immer wieder an das Spiel zu treiben, da einige Twists cool (wenn auch vorausschaubar) waren und besonders das Ende (!) ist toll. Die Auflösung nach dem Endboss ist unbestreitbar der einzige Punkt, den man so absolut gar nicht voraussehen kann. Auch ist es schön, dass die Story etwas bodenständiger ist und nicht Takahashi-typisch in's völlig Absurde abdriftet. Dafür gibt es aber gerade in der Erzählung am Anfang zu viel Leerlauf. Von meinen insgesamt 54 Spielstunden hätte man bestimmt 15 Stunden wegkürzen können. Schade, ohne dieses Manko hätte ich Story und letztendlich das Spiel viel besser gefunden.

Da mich die Story im Endeffekt so überzeugt hat, gebe ich statt der angepeilten 7.5/10 eine 8/10. Unterhaltsamere NPCs, bessere Nebenaufgaben und weniger Level-Abhängigkeit und damit einhergehend weniger Leerlauf, dann hätte auch ich nichts mehr zu meckern