Dann will ich mal:
Zum ersten Absatz, wo du die Gegend und den ersten Blick aufs Lager beschreibst, hab ich keine direkte Kritik, sondern eine Anregung: Du hast hier relativ viele knappe Sätze verbaut. Ich persönlich mag es, bei solchen Sachen längere bis verschachtelte Sätze zu benutzen, so daß man die Worte ungefähr ebenso schweifen läßt wie der Charakter seinen Blick über die Szenerie. Ich weiß nicht, ob das deinem Stil entspräche. Wie gesagt, es ist mehr eine Anmerkung.
Die Anspannung, die an den Nerven der Soldaten zerrt, kommt gut rüber.
Die Bild vom Treiben im Feldlager im zweiten und dritten Absatz gefällt mir gut. Man kann sich richtig vorstellen, wie Tarrior umgeben von x Leuten und trotzdem irgendwie ganz für sich in dem Chaos steht und versucht, eine gewisse Ordnung darin auszumachen.
Die Beschreibung des Lagermeisters und vor allem des Beamten, der zum einen nach besten Kräften versucht, die Organisation im Lager aufrechtzuerhalten, zum anderen einigermaßen desillusioniert ist, weil er weiß, daß er zum Teil einfach von Idioten umgeben ist, ist auch gelungen. Sie hätte aber sogar noch deutlicher ausfallen können um zu zeigen, wie alltägliche Ärgernisse wie Probleme mit Absprachen und Rationalisierung von Nahrung die Moral im Lager langsam aber sicher untergraben – was mich direkt zum nächsten Punkt bringt: die Darstellung eben dieser Alltäglichkeiten läßt das Heerlager für den Leser irgendwie lebendig werden. Er schaut nicht nur „von oben“ auf ein Gewimmel von Leuten, sondern hat Teil an der fiktiven Lebenssituation des Trosses.
Ein lebendig geschriebener und interessant zu lesender Post.






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