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  1. #1
    Zitat Zitat von Jules Beitrag anzeigen
    Ist ja lieb von dir, aber das Problem das hilft mir alles nichts. Was soll ich denn schreiben?
    Ich kürze meinen vorhergehenden Beitrag mal auf zwei Ansagen:

    Zitat Zitat von Eynes'Prayer
    du informierst dich nochmal gründlich über den ganzen Bundeswehrkram. Und lass den Text dann nochmal korrekturlesen.
    Ohne entsprechendes Hintergrundwissen, wirst du schwerlich stichhaltige Gründe nennen können, warum der Wehrdienst dir widerstrebt (das, was du ansprichst, ist das Bild des Nahostkonflikts; der Wehrdienst ist dann schon etwas anderes).

    Oder du gehst halt zum Bund, scheinbar weißt du ja selbst auch nicht so recht, was eigentlich dagegen spricht.



    Ich stimme Ianus übrigens zu; es würde reichen, wenn man nur zwischen Bund und Zivi wählen müsste, ohne diesen ganzen Datenkram und KDV-Antrag etc. Ich sehe ein, dass der Grundwehrdienst irgendwie noch viel Sinn macht, aber effektiv kostet jeder Wehrdienstler den Staat Geld, jeder Zivi entlastet ihn und andere Staaten zeigen, dass das einfachere System ebenso gut funktioniert, gerade unter den westlichen und mitteleuropäischen Nationenen sind wir noch unter den fiesen Nachzüglern (mein Gott, man höre sich die Nationalhymne der Franzosen an und frage sich, warum die keine Wehrpflicht mehr haben).

  2. #2
    Das, was ich hier jetzt zitieren werde, ist zwar nicht mehr aktuell, aber da müssen nur wenige Korrekturen durchgeführt werden und eine Sache an das aktuelle Zeitgeschehen gesetzt werden. Mein Bruder hat es damals verwendet und wurde damit vom Kriegsdienst befreit. Vielleicht ist es hilfreich, vielleicht auch nicht, schaden kann es nicht.

    Für ein korrektes Schriftbild gebe ich kein Gewähr.

    Zitat Zitat
    [FONT=Arial, sans-serif]Begründung meines Antrages auf Kriegsdienstverweigerung[/FONT]

    [FONT=Arial, sans-serif]Seit ich denken kann, muss ich mit großer Betroffenheit wahrnehmen, dass sich überall in der Welt, Menschen gewaltvoll auseinandersetzen. Ob Prügeleien auf dem Schulhof oder Kriege jeglicher Art, die durch die Medien nähergebracht werden. Meiner Meinung nach ist das Anwenden von Gewalt menschenunwürdiges Verhalten, niedrigstem, instinktiv veranlagten Niveaus.[/FONT]

    [FONT=Arial, sans-serif]Vorbilder aus der Geschichte, wie Gandhi zeigten, dass Auseinandersetzungen jeglicher Art gewaltfrei zu führen sind. Boykottmaßnahmen und passiver Widerstand sind meiner Meinung nach geeignetere Methoden einen Konflikt zu lösen. Die Ereignisse aus jüngster Zeit, die Terroranschläge auf die USA zeigen deutlich, dass Gewalt keinen Frieden bring, sondern eher Gegengewalt und Hass erzeugt.[/FONT]

    [FONT=Arial, sans-serif]In der Schule werden die Schüler gelehrt sich gewaltfrei zu begegnen und Konflikte mit Hilfe von Worten zu lösen. Selbst abschreckende Beispiele sind Bestandteil des Unterrichts. So sahen wir einen Film über das Massaker von My Lai in Vietnam. Diese Bilder des Grauens sah ich mit tiefer Abscheu und ich manifestierte meine Meinung, dass ich niemals im Stande wäre zu töten und solchen Untaten beizupflegen. Eher würde ich für ein weltweites Waffenverbot und die Abschaffung der Rüstungsindustrie plädieren.[/FONT]

    [FONT=Arial, sans-serif]Da ich mich völlig außerstande sehe, jemals auf einen Menschen zu schießen oder ihm auf andere Weise mit Waffengewalt nach dem Leben zu trachten, kann ich den Kriegsdienst nicht mit meinem Gewissen vereinbaren. [/FONT]
    [FONT=Arial, sans-serif]Selbst in Friedenzeiten empfinde ich die Einübung von Tötungsritualen als etwas absolut Unmoralisches.[/FONT]

    [FONT=Arial, sans-serif]Mir ist bewusst, dass Situationen eintreffen können, in denen man sich ausschließlich durch Gewalt helfen kann. In einer solchen Notwehr-Situation wäre ich trotzdem nicht im Stande bedenkenlos alle Befehle auszuführen. In einem solchen Fall möchte ich über mein Handeln selbst bestimmen können und selber für mein Handeln verantwortlich sein.[/FONT]

    [FONT=Arial, sans-serif]Mein Wunsch ist es, statt des Kriegsdienstes, Zivildienst zu leisten, der es mir ermöglichen würde, wirklich etwas für die Menschheit zu tun. [/FONT]

    [FONT=Arial, sans-serif]Unter Berufung auf Artikel 4 Abs. 3 Satz 1 des Grundgesetzes habe ich die Verweigerung des Kriegsdienstes beantragt.[/FONT]
    Hinterher dann noch der Lebenslauf, was kein großer Akt ist.

    Für die, die es interessiert, zitiere ich genannten Artikel, Absatz und Satz.
    Zitat Zitat von Artikel 1 Abs. 3 Satz 1 des Grundgesetzbuches
    Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden.

    EDIT: Alternativ übst du im Wehrdienst kontinuierlich philosophisch-zivilen Ungehorsam aus. Du wirst dann zwar unehrenhaft entlassen und muss dann für afaik 2 Wochen ins Gefängnis, aber dann bist du vom Haken.
    Geändert von Pantoffelninja (06.04.2009 um 00:54 Uhr)
    ---
    Bin seit etwa einer Dekade unter den Namen SirAston im Internet unterwegs. Wenn ein alter Bekannter mit mir wieder Kontakt pflegen möchte, bin auf Discord, einfach eine PN an mich schicken.

  3. #3
    Kann mir mal wer den Zivildienst genauer beschreiben?
    Stimmen die Gerüchte Alten Leuten den Allerwertesten zu säubern?

    Kann es sein das ich, wenn ich in 2,5 Jahren meine Konditorenlehre abgeschlossen habe, im Zivildienst in die Küche gehen muss?

    Hab eben in Wikipedia gelesen das 2010 der zivildienst möglicherweise abgeschafft/ verlängert wird? Hat dazu schonmal einer was gehört?

    Wenn ich mich statt Bund oder Zivi in die Feuerwehr einschreiben lasse, ist das jetzt 6 oder 10 Jahre?


    Ich werde keinesfalls zum Bund gehen, schon allein Moralische und Gewissensgründe würden mich davon abhalten... Außerdem ist mein Körper glaube ich nicht für den bund gemacht ô__o

  4. #4
    Du kannst dir beim Zivildienst aussuchen, was du machen möchtest. Nachdem du verweigert hast, wird dir irgendwann ein Heranziehungsbescheid zugesandt, der dir zwei Monate gibt, dich bei einer Zivildienstverwaltungsstelle zu melden (eine Liste mit Verwaltungsstellen wird dir mitgesandt), die dir dann in der Regel Angebote stellen, für welche Zivildienststelle du dich dann bewerben kannst. Die zwei Monate kannst du dir auch ohne Weiteres verlängern lassen, in der Zivildienststelle selbst kannst du sogar im Regelfall nochmal selbst wählen, welche Aufgabe genau du erfüllen willst (natürlich ZDL-spezifisch), nur ist das ganze dann eher jobmäßig angehaucht, sprich die Zivildienststellen können sich ihre Zivis raussuchen, laden dich also in der Regel zu einem Vorstellungsgespräch ein (bei mir waren das 17min um ein Formular auszufüllen - im knapp 500km entfernten Hamburg ._." -, das sie mir auch hätten zuschicken können). Du "musst" also nichts machen, außer, du lässt die zwei Monate einfach so verstreichen, da kann es dann sein, du kommst nach Vorpommern und musst dort Behinderten und Alten bei der täglichen Hygiene helfen (das ist im übrigen auch noch nichts unerträgliches - ich find medizinischen Abfall entsorgen zu müssen um einiges problematischer... aber gut, das ist subjektiv).

    Die Abschaffung von Wehr- und Zivildienst steht meines beschränkten Wissens nach schon seit ein paar Jahren im Raum, ich bin aber der unqualifizierten Auffassung, dass die Regierung darüber bis nach der nächsten Amtszeit noch nichts entschieden hat (wählt die Grünen!), zumal diese 9 Monate die Arbeitslosenzahlen dann doch ein bisschen zu drücken scheinen und das Gesundheitssystem ohne ZDL zusammenbrechen würde.


    Was die Sache mit der Feuerwehr angeht:
    http://bundesrecht.juris.de/ersdig/__14.html
    Zitat Zitat von § 14 Zivilschutz oder Katastrophenschutz
    (1) Anerkannte Kriegsdienstverweigerer, die sich vor Vollendung des 23. Lebensjahres mit Zustimmung der zuständigen Behörde auf mindestens sechs Jahre zum ehrenamtlichen Dienst als Helfer im Zivilschutz oder Katastrophenschutz verpflichtet haben, werden nicht zum Zivildienst herangezogen, solange sie im Zivilschutz oder Katastrophenschutz mitwirken. Dies gilt auch bei von der zuständigen Behörde genehmigten Unterbrechungen der Mitwirkung, wenn die auf der Mindestverpflichtung beruhende sechsjährige tatsächliche Mitwirkung noch bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres erfüllt werden kann.
    (2) Die zuständigen Behörden sind verpflichtet, dem Bundesamt das Vorliegen sowie den Wegfall der Voraussetzungen für die Nichtheranziehung von anerkannten Kriegsdienstverweigerern zum Zivildienst anzuzeigen.
    (3) Zeigt eine zuständige Behörde an, dass ein anerkannter Kriegsdienstverweigerer sich mit der Folge der Nichtheranziehung zum Zivildienst zur Mitwirkung als Helfer im Zivilschutz oder Katastrophenschutz verpflichtet hat, so hat das Bundesamt dem anerkannten Kriegsdienstverweigerer mitzuteilen, dass er für die Dauer seiner Mitwirkung nicht zum Zivildienst herangezogen wird.
    (4) Haben anerkannte Kriegsdienstverweigerer sechs Jahre im Zivilschutz oder Katastrophenschutz mitgewirkt, so erlischt ihre Pflicht, Zivildienst zu leisten; das gilt nicht für den Zivildienst im Verteidigungsfall. Genehmigte Unterbrechungen der Mitwirkung (Absatz 1 Satz 2) gelten als Mitwirkung, soweit sie insgesamt einen Zeitraum von sechs Monaten nicht übersteigen. Endet die Mitwirkung aus Gründen, die nicht in der Person oder in dem Verhalten des anerkannten Kriegsdienstverweigerers liegen, vorzeitig, so ist die im Zivilschutz oder Katastrophenschutz zurückgelegte Zeit, soweit sie die Hälfte der Zeit nach Satz 1 übersteigt, anteilmäßig auf den Zivildienst anzurechnen.
    Im Klartext: 6 Jahre musst du dich verpflichten und diese 6 Jahre auch durchziehen, danach hast du deine Pflichten erfüllt.

  5. #5
    Danke für die ausführliche Antwort, ich denke ich werde mich für den Zivildienst entscheiden.

    Aber ich habe ja noch ein wenig Zeit =)
    Erstmal will ich die Ausbildung durchziehen.


    Btw.: Wäre das mit der Stelle kein ganz so großes Problem, meine Mutter Arbeitet in einem Krankenhaus bei uns in der Stadt. Sie meinte das sie dort auch Zivis haben, und die müssen meißt dreckige Betten, oder Betten mit Leuten drin rumschieben.

    Klingt chillig

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