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ᵵ Ghost Rider ᵵ
Kloster der Heiler, Katakomben, Bibliothek
Juan war im ersten Moment erstaunt, als Tantchen ihre Angriffe einstellte und ihn aus schon beinahe bittenden Augen ansah. Dieser Ausdruck vermochte so gar nicht zu ihr passen, aber der Agent ließ sich nur kurz irritieren. Diese Frau hatte ihn schließlich als ehrlos und nichts wert bezeichnet vor noch nicht einmal so langer Zeit. Wenn der Rothwardon eines konnte, dann sich den Inhalt von Gesprächen merken. Darum reagierte er auf die Bitte von Tantchen nur dahingehend, dass er sich auf das Ausschalten weiterer Geister beschränkte. Plötzlich und wie aus dem Nichts jedoch verschwanden die untoten Gebilde so rasch, wie sie gekommen waren, und einen Moment herrschte Stille.
Dann jedoch wurde Juan von hinten angesprochen, er erkannte dies als die Stimme Arranges. Dieser schien ihn nicht zu erkennen, er stand mit dem Rücken zu ihm, sonst hätte er wohl nicht diese Worte gewählt. Er hörte die Angriffsschreie der Mönche, Arranges ächzendes Ausweichen, dann erst drehte sich der Agent herum. Das Schwert hielt er locker in der rechten Hand und fixierte die beiden Männer. Einer war ihm zugewandt, der andere stand im Rücken seines Partners, Arranges zugewandt. Blitzschnell und in Sekundenbruchteilen tasteten die Augen des geübten Agenten die Position und die Haltung der Mönche an, rechneten sich die Abwehr- und Trefferchancen aus, achteten auf Mimik und Gestik. Und kamen zu dem Schluss: das alles würde sehr schnell Zuende sein. Er sollte recht behalten, denn ansatzlos aus dem Stillstand schnellte der Rothwardon vor.
In der Vorwärtsbewegung griff Juan mit beiden Händen den Griff des Silberlangschwertes und holte aus. Der Mönch, sichtbar überrascht, holte mit seinem schweren Zweihänder aus und schwang ihn seitlich in die Richtung des angreifenden Rothwardonen. Dieser duckte sich in seinem Angriff darunter weg, hielt das Schwert eisern fest und drehte sich. Mit voller Wucht traf er die ungeschützten Schienenbeine seines Gegners. Diesen riss es die Beine blutend nach hinten weg, er ließ seine Waffe los und schlug mit dem Gesicht dem Boden zugewandt auf. Aber damit war Juans Schwertstreich noch nicht beendet, denn die beiden Männer standen so dicht beisammen, dass die Waffe des Agenten ihren Weg fortsetzte und ihr Ziel schließlich in den Kniekehlen des zweiten Mönches fand. Diesem fiel schreiend die Waffe aus den Händen und er knickte nach hinten weg. Juan brach die halbe Drehung seines Körpers ab, schwang die Klinge in die andere Richtung in einem Halbkreis nach oben und in einer fließenden Bewegung bohrte sich die Spitze des Schwertes in Herzhöhe von hinten in den Rücken des zuerst gefällten Mönches. Dieser war schon tot, als Juan das Schwert gnadenlos und blutspritzend aus dem Leib unter sich riss. Der andere Mönch lag wimmernd auf dem Rücken und versuchte die Beine des Rothwardonen zu greifen, wahrscheinlich um ihn umzuwerfen.
Noch in der Bewegung des Herausreißen seines Schwertes holte Juan mit dem Fuß aus und trat dem am Boden liegenden Mönch mitten ins Gesicht. Seinen Gegner warf es benommen wieder auf den Rücken. Der Agent stellte seinen Fuß auf die Brust des Mönchs, packte das Schwert abermals mit beiden Händen und rammte es dann abermals genau auf Herzhöhe in dem unter seinen Fuß sich windenden Körper. Dieser bäumte sich daraufhin auf und erschlaffte dann augenblicklich.
Es herrschte beängstigende Stille im Raum, der Rothwardon hielt immer noch das Schwert fest, welches in den Körper unter seinen Fuß gebohrt war. In dieser Position kam er sich auf einmal wie ein Schlächter in Imponierpose vor, und er setzte den Fuß wieder auf den blutdurchtränkten Teppichboden. Kraftvoll riss er das Schwert aus dem Leichnam des Mönches und blickte zuerst zu Tantchen, welche immer noch regungslos dastand, und dann zu Arranges. Mit fast schon beängstigender Ruhe wischte er das Schwert an der Kutte des vor ihm liegenden Mönches ab, erhob sich dann wieder und ließ die Silberklinge zurück in die Scheide an seinem Gürtel gleiten. Wortlos bewegte er sich Richtung Ausgang der Bibliothek, besonders dicht an Arranges ging er dabei vorbei. Aber er sagte nichts. Er schwieg. Er erwartete keine Worte des Dankes, weder von dem Beschwörer noch von Tantchen, denn in sich drin war er damit beschäftigt, sich zu fragen, warum nur er sich schon wieder eingemischt hatte. Gerade von Zweiterer hatte er so etwas sowieso nicht erwartet. Wortlos und mit durch den Teppich gedämpften Schritten verschwand er in einer der unzerstörten Büchercanyons, und kurze Zeit später hatte er die zerstörte Bibliothek verlassen. Über den am Eingang liegenden Leichnam des Gelehrten war er einfach drübergestiegen, ohne ihm Beachtung zu schenken.
Dann war er wieder im Gang, welchen er nun schon das dritte Mal entlangging. Und er fragte sich abermals, wozu das gerade gut war. Wieder drei von ihm unnötigerweise Getöteten, die er auf dem Konto hatte. Schon wieder musste ich mich einmischen. Wem will ich was beweisen? Super, Juan, dir selbst, wie es scheint. Du hast es noch drauf, Glückwunsch, du hast einen Magier aus dem Hinterhalt und zwei langsame Kämpfer per Frontalangriff getötet, ohne dich auch nur ansatzweise treffen zu lassen und anstrengen zu müssen. Und dieser Arranges wird jetzt denken, dass er mich doch für seinen Rachefeldzug verwenden kann. Und Namsy, sie sieht in mir sowieso nur Abschaum, was dieser bittende Blick sollte weiß ich bis jetzt nicht. Wahrscheinlich nur Ironie. Endlich war er bei dem Raum, an welchem er sich zuvor noch versteckt und auch seine Bücher deponiert hatte.
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