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Thema: "[Release]"PMtoPM und [WIP] Modern Aches

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Nach einer Pause geht's weiter...


    „Ein Krankenhaus?“ Cassy betrachtete das Gebäude auf der anderen Straßenseite skeptisch. Es war ein für die Stadt typischer Klotz, mit vielen Fenstern und einem großen Schild auf dem Dach, das es als „Diakonie-Hospital“ auszeichnete. „Ja. Ich habe früher in seinem Krematorium gearbeitet, bevor es wegen hygienischer Mängel geschlossen wurde“ gab Ted zurück. Er hörte sich sehr stolz an.
    „Und wie sollen wir da bitte reinkommen?“ Seit seinem Tod misstraute Fazzo Krankenhäusern aus offensichtlichen Gründen, weshalb er hoffte, dass Ted kleinlaut zugeben musste, dass ein Eindringen in das Gebäude unmöglich war. Seine Hoffnungen wurden jedoch bald vom Klimpern eines Schlüsselbundes zerstört.
    „Ich hatte mich krank gemeldet, als das Hospital geschlossen wurde und leider vergessen den Schlüssel nachträglich abzugeben. Es ist absolut sicher. Selbst wenn sie uns Folgen, das Gebäude verfügt in bestimmten Trakten über Stahlsicherheitstüren. So schnell kommen die da nicht durch.“ erklärte der Blutkopf den Besitz des Schlüssels und überquerte dann mit den Anderen die Straße.
    Nachdem die Tür aufgeschlossen und die Türkette entfernt worden war, betraten sie zögernd das Gebäude.
    Als sie alle darin verschwunden waren, kroch eine Gestalt hinter dem Hospitals-Schild hervor. Sie kicherte leise.

    Insgesamt wirkte das Krankenhaus sehr kalt und war seltsam still. Der Boden schien so konzipiert zu sein, dass er selbst den Klang der Schritte dämpfte. Der Boden war im gewohnten grau-grünen Schachbrettmuster gefliest, die Wände weiß gestrichen, weshalb die dunklen Schimmelflecken sofort auffielen.
    „Vom Leichenvernichter zum Dominus, wie geht das? Ich hoffe, du hast deine…Begabung nicht schon an deinen ‚Letzten Besuchern’ ausgeübt?“ fragte Fazzo, um sich abzulenken. Die Nähe eines Krematoriums beunruhigte ihn sehr, obwohl er vor kurzem erst bemerkt hatte, dass ihm Flammen nichts anhaben konnten.
    Außer einigen Überresten seiner Hose trug er so gut wie Nichts am Leib. Die Anderen frohren sogar mit Kleidung, doch er fühlte keine Kälte, da sein Körper sich direkt der Außentemperatur anpasste.
    Der Blutkopf gab ihm keine Antwort, führte sie nur still durch die Gänge, bis sie schließlich vor einer Tür stehen blieben, die dieser mit einem weiteren Schlüssel aufschloss.
    Es schien einmal ein Operationssaal gewesen zu sein. Eine Stahlpritsche stand in der Mitte, umgeben von Tischen, auf denen die Operationsinstrumente noch lagen. „Warum liegt denn das Zeug noch hier?“ flüsterte Cassy und betrachtete eine Schachtel mit Skalpellklingen. „In den oberen Stockwerken haben sie alles leer geräumt, hier unten hatten sie keine Zeit mehr dafür, bevor sie die Räumung rausgejagt hat.“ antwortete der Blutkopf ihr.
    „Guck mal, Fazzo, das ist doch genau das Richtige für dich: ein Rippenspreizer.“ Shrashh hielt dem Zombie ein Instrument entgegen. „Äh, danke. Du kannst gerne damit spielen.“ versuchte er möglichst höflich zu bleiben.
    „Genau wie mit dem Rest. Aber halt es von mir fern. Ich habe heute schon eine Klinge zu viel im Gesicht gehabt.“
    „Schade. Ich hab gedacht, du wärst ein guter…Spielkamerad.“ Shrashh grinste.
    Wie im gesamten Haus sorgte auch hier das einfallende Licht der Außenleuchten für eine seltsam kühle, angespannte Atmosphäre.
    Ted zog aus einem Schrank mehrere Operationsdecken, die er auf dem Boden ausbreitete. Auf eine davon legte er sich nieder. „Ihr solltet auch schlafen. Es ist schon spät.“ Er gähnte.
    „Wie kannst du nur schlafen, wenn hinter dir acht wahnsinnige Kinder hinter dir her sind?“ Cassy schüttelte verständnislos den Kopf.
    „Ich habe lange genug mit euch erwachsenen Wahnsinnigen gelebt. So langsam passt man sich da an.“
    Der Blutkopf hatte die Augen geschlossen und sprach ruhig und deutlich müde.
    Sie setzte sich auf die Decke neben ihm: „Und was sollte das mit dieser bescheuerten Einstellung in der Oper?“
    „Willst du die Wahrheit oder eine schöne Lüge hören?“ „Ich weiß nicht…aber ich glaube, dass ich nicht auch noch von dir angelogen werden möchte.“ Die Frau starrte traurig zu Fazzo, der von Shrashh immer noch scherzhaft mit diversen Operationsgeräten bedrängt wurde.
    „Ich wollte nur mal wissen, ob du noch weinen kannst. Und außerdem…ich war sauer. Man sagt dann dumme Dinge, Cassy.“ Er sah sie wider an und die Dunkelheit seiner Augen schien sich auszubreiten, sie zu verschlingen.
    Geändert von Lobstercookie (01.03.2009 um 12:07 Uhr)

  2. #2
    Mal wieder gut geschrieben.

    Zitat Zitat von mir
    Ich hoffe nur, das Shrashh die drei nicht in eine Falle lockt, sie würde so gut in das Team passen.
    Ich seh grad, ich hab da was verwechselt, ich dachte Shrashh würde die anderen Drei führen, und nicht Ted. Hatte mich verlesen. ^^'


    Streicher

  3. #3
    Es war mitten in der Nacht als Cassy aufwachte. Natürlich ließ die allgemeine Dunkelheit dieser Woche keinen Schluss auf die Uhrzeit zu, aber ein Blick auf ihre Armbanduhr verriet ihr, dass es Drei Uhr war.
    Auch Fazzo und Shrashh hatten sich irgendwann hingelegt und das Mädchen hielt immer noch ein Instrument wie andere Kinder ein Stofftier im Arm.
    Die Beiden schliefen ruhig, doch Ted wälzte sich von einer Seite auf die Andere.
    Auf einmal wurde Cassy etwas gewahr, das sie sehr beunruhigte. Das Geräusch, was sie zunächst für Regen gehalten hatte, stoppte. Ein Blick aus dem kleinen Fenster bestätigte ihren Verdacht, dass es gar kein Regen war. Als es wieder begann, war sich die Frau sicher, dass es Schritte waren. Jemand ging hin und her, anscheinend einen Stock über ihnen.
    Sie rüttelte Ted wach, der sie sofort missmutig anraunzte: „Was zur Hölle soll das? Hört denn deine immerwährende Besorgnis nie auf?“ „Da oben läuft jemand herum. Hörst du?“ Der Blutkopf lauschte kurz, dann nickte er: „Weck die Anderen auf. Wir sehen nach.“ Cassy, die bemerkt hatte, das der Blutkopf sich offensichtlich nicht wohl fühlte, fragte besorgt: „Sollten wir nicht einfach gehen? Wenn es die Aspekte sind…“ „…werden sie uns garantiert nicht auf konventionellen Weg rauslassen. Wenn diese Mistviecher tatsächlich hier sind, bringt uns eine Flucht auch nichts mehr.“ ergänzte der Mann.
    So weckte Cassy Fazzo und Shrashh, die Beide sehr verschlafen waren und half ihnen auf die Beine.
    „Ich hätte es wissen müssen. Wenn wir meine Schwester des Brandmales nicht ganz ausgeschaltet haben, wird sie sich im Krematorium schön eingenistet haben.“ Das Mädchen schüttelte den Kopf.
    „Aber das Krematorium liegt unter uns. Und die Schritte kommen von oben“ versuchte Cassy sie zu beruhigen.
    Nach oben führten eine Treppe und ein Fahrstuhl. Die Vier entschieden sich für Ersteres, da diese um einiges stabiler als der mechanische Weg wirkte, der schon Rost angesetzt hatte.
    Im oberen Stock war es ruhig. Hier standen viele der Türen bereits offen. „Ich frage mich warum uns die Aspekte nicht schon angegriffen haben.“ meinet Fazzo, dessen Augen immer noch sehr unklar und müde wirkten.
    „Bestimmt warten die nur darauf, dass wir hier hoch kommen.“ „Dann wollen wir ihre Erwartungen erfüllen. Man muss diese Krankheit an der Wurzel ausrotten. Und dabei hilft uns nur die direkte Konfrontation.“ Ted schritt voran. Selbst im Halbdunkel des Hauses konnte er noch sehr gut sehen. „Ach ja? Gestern hatte die Flucht aber ein paar deutliche Vorteile. Und ich dachte, du wärst da mit uns einer Meinung, als du so an mir vorbeigerast bist“ versuchte der Zombie ihn aufzuziehen.
    „Sei ruhig.“ Der Blutkopf hob den Kopf. „Hinter der Tür, den rechten Gang vor uns. Das muss es sein. Von den Gängen her, ist es genau das Zimmer das über dem unseren liegt. Ihr seid alle ruhig.“
    Sie schlichen den Gang entlang. Bereits vor der Tür konnten sie den dumpfen Klang von Schritten hören.
    Der Blutkopf schob die Tür einen Spalt weit auf und glitt dann ganz hinein. Dann winkte er die Anderen hinein. Es war gänzlich dunkel im Zimmer. Die Fenster schienen mit schwarzen Folien überklebt zu sein.
    „Na toll. Wenn uns hier etwas angreift, sind wir schon so gut wie tot“ flüsterte Cassy wütend.
    „Was habt ihr denn. Ist doch alles kein Problem“ meinte Fazzo und schlug auf den Lichtschalter, den er trotz der Dunkelheit gefunden hatte.


    Eigentlich wollte ich das schon heute morgen hochstellen, habs aber irgendwie verpennt...
    Geändert von Lobstercookie (01.03.2009 um 11:46 Uhr)

  4. #4
    Flackernd ging eine der Deckenlampen an. Die zwei Restlichen knisterten nur vor sich hin. Im Zimmer war…Nichts. Es war einer der Abstellräume, es gab viele große Schränke sowie mehrere Regale an den Wänden.
    Die Fliesen des Bodens waren an einer Stelle zersplittert, als wäre etwas Großes, Schweres auf sie gefallen.
    Hier und da standen noch einige Flaschen mit Desinfektionsmitteln herum, sowie ein kaputter Rolltisch, ansonsten war er allerdings leer.
    „Großartig. Jetzt sind wir extra hierher gelaufen und dann ist niemand hier. Nicht, dass ich traurig darum wäre.“ Der Zombie sah Ted und Cassy vorwurfsvoll an. Er schlendert zu einem Regal mit verschiedenen antiseptischen
    Mitteln, besah sich die Behälter und drehte sich wieder zur Gruppe um. „Ich wäre dafür, dass wir einfach wieder gehen. Es bringt doch nichts, hier herumzustehen.“ Dabei machte er einen Schritt nach vorne.
    Gerade, als sein Fuß den Boden berührte, explodierten die Flaschen in sämtlichen Regalen. Scherben flogen herum, bohrten sich in Wände, Boden und Haut, der Inhalt spritzte durch die Gegend.
    Cassy schrie, Ted hielt sich die Hände vor die Augen, Fazzo konnte sich anscheinend nicht entscheiden, denn er sprang kreischend im Zimmer herum und Shrashh meinte nur: „Was für eine Sauerei!“
    Draußen im Flur kicherte Jemand. Sofort drehten sich alle um. Cassy ging als Erste langsam durch die Tür, halb gebückt um nicht noch von irgendetwas getroffen zu werden.
    Am anderen Ende des Flures, vor den großen Fenstern, stand Etwas und sang leise vor sich hin.
    Der Text war nicht verständlich, schien aus einer anderen Sprach zustammen, doch die Melodie war leise und traurig, mit den lang gezogenen Wörtern wirkte sie beinahe „seelenlos“.
    „Das ist Comatra…ich habe nicht gewusst, dass es einen Aspekt der negativen Fürsorge gibt.“ Shrashh hatte sich hinter Fazzos Bein versteckt und klammerte sich daran fest. „Negative Fürsorge? Was soll das sein?“ fragte Cassy, ohne die Gestalt aus den Augen zu lassen.
    Ohne Vorwarnung schoss der Aspekt nach vorne, direkt auf die Gruppe zu. Jeder seiner Schritte gab ein klickendes Geräusch von sich und einmal wurden unter dem langen Kleid aus Mullbinden, das er trug, Beine in Form von zwei Knochenstäben, die menschlichen Fingerknochen ähnelten, sichtbar.
    Auch sein Kopf war fast vollständig von Verbänden umwickelt, nur zwei glühende Augen, die in grauem Fleisch saßen, schauten hervor.
    An den Seiten des Kopfes wuchsen zwei Konstruktionen, die von der Position Ohren hätten sein können, allerdings gänzlich anders aussahen.
    Wie drei Würmer wanden sich drei Tentakeln aus jeder Seite, zwei stehend, eine auf den Schultern liegend, bespannt mit einer dünnen Membran.
    Fünf Meter vor ihnen blieb er stehen. Anstelle von Finger stachen Infusionsnadeln aus dem zerrissenen Handstumpf, untereinander verbunden durch Schläuche.
    „Aber das ist doch nicht schwer zu verstehen“ sagte der Aspekt. „Auf die Menge kommt es an. Ich bin die Überdosis.“


    Geändert von Lobstercookie (28.02.2009 um 14:57 Uhr)

  5. #5
    Die Aspekte sind was interessantes Neues in einem klassischen Gruselszenario (verlassenes Krankenhaus - das ist fast sowas wie eine postmoderne entweihte Kirche )

    Spontan kam mir eine Idee an der Stelle, wo Shrashh mit dem OP - Instrument in der Hand einpennt: Vielleicht könnte man die Stelle so ändern, daß sie sich daran kuschelt wie an ein Stofftier. Das würde das Groteske der Situation unterstreichen und paßt (glaub ich) auch ganz gut zu einer Blutkopflarve. Was hältst Du davon?

    Fahrstuhl:
    Danke dafür, daß Deine Charaktere die Treppe benutzen, und Du ihnen somit zumindest rudimentäre Intelligenz zugestehst .
    Das klassische Klischee wäre gewesen, daß sie in das Ding einsteigen (obwohl das offensichtlich ne schlechte Idee ist) und in Schwierigkeiten geraten. Ich mußte eben laut lachen, als die vier tatsächlich die Treppe genommen haben - das war so erfrischend vernünftig

  6. #6
    Danke für die gute Idee, wurde abgeändert.
    Und zum Fahrstuhl: Meine Charaktere sind doch keine blödel-blonden Fantasy-Helden .
    Außerdem habe ich selbst Angst vor Fahrstühlen.

  7. #7
    Zitat Zitat von Lobstercookie Beitrag anzeigen
    Und zum Fahrstuhl: Meine Charaktere sind doch keine blödel-blonden Fantasy-Helden .
    Sollte das jetzt irgend eine Anspielung werden?


    Aber wie Glannaragh schon sagte, die Aspekte sind was Interessantes neues, und das Krankenhaus fügt sich gut ein. Ha, und deine Charakter sind nicht dumm. Gut geschrieben.


    Streicher

  8. #8
    Nein, damit war lediglich das Klischee gemeint .
    Ich mag eben keine Helden, die so muskulös sind, dass sie jeder Grünhaut Konkurenz machen könnten und ein riesiges Schwert schwingen, bei dessen Gebrauch sie eigentlich nach hinten umkippen müssten.
    Und die sind zumindest in alten Geschichten überwiegend blond.

    Das Krankenhaus ist dem Gebäude nachempfunden, dass früher mal auf unserem Gründstück stand.

    Und natürlich will ich keine Voll-Deppen in meiner Geschichte haben.

    Außerdem merke ich gerade, dass es schwierig ist, diese Geschichte und eine Zweite (über einen homosexuellen Todesdämon) auf einmal zu schreiben.
    Aber PMPM hat natürlich Vorrang.
    Geändert von Lobstercookie (01.03.2009 um 12:17 Uhr)

  9. #9
    Achso, ne dann. Ich dachte du meinst einfach nur einen Blondschopf als Held. ^^
    Super muskolöse Helden sind wirklich blöd. Aber gegen monströse Schwerter hab ich wieder nix, aber auch nix gegen realistische.

    Der Charakter in meiner Geschichte ist übrigens nur blond, weil ich das auch bin. o__o

    Aber gut, damit weiche ich jetzt zu weit von dem eigentlich Thema des Threads ab. Soll heißen: Mehr Geschichten!


    Streicher

  10. #10
    Ich bin auch blond, deswegen schätze ich, dass ich etwas gegen blonde Helden sagen kann, ohne jemanden zu beleidigen.
    Heute Mittag gibt es mehr, muss jetzt für meine beiden "Dress-Men" (warum man nicht einfach männliches Modell sagen kann, ist mir schleierhaft) Essen machen

  11. #11
    „Und ich dachte, davon hättest du eine im Hirn.“ Fazzo trat nach vorne, wodurch die kleine Shrashh mit geschleift wurde. „Sei ruhig Untoter. Ihr habt meinen Schwestern schon Probleme gemacht. Das finde ich nicht sonderlich höflich. Vor allem du, Shrashh. Du hast uns verraten. Wir sind doch eine…Familie.“ Comatra neigte ihren Kopf zur Seite. Ihre leuchtenden Augen verengten sich verärgert.
    „Seid ihr jetzt Aspekte oder die Mafia? Was willst du überhaupt von uns? Klär das doch einfach mit Ted ab“ meinte der Untote mit einer erstaunlich selbstsicheren Stimme.
    „Ich will Patienten.“
    Niemand sah die Chloroformflasche fallen, aber jedem stieg der Geruch der Flüssigkeit in die Nase. Wenige Minuten später stürzte Ted als Letzter bewusstlos zu Boden.
    Das Erwachen war hart. Cassy konnte nur ihren Kopf bewegen. Ihre Gliedmaßen waren an eine jener Pritschen gebunden, die normalerweise für verwirte Patienten benutzt wurden. Sie waren mit Gurten versehen, damit der Daraufliegende nicht hinunterfallen konnte. Mit diesen Gurten war die Frau nun verschnürt, zwei an jedem Arm und beiden Beinen und drei, die quer über den Leib gespannt waren.
    Sie lagen in einem großen Operationssaal. Der Aspekt schien sie rücksichtslos in die OP-Etage gezogen zu haben, die Treppe hinunter, da Cassys Kopf schrecklich schmerzte. Auf der rechten Seite lag Ted. Er schlief noch. Sein Brustkorb konnte sich kaum heben und senken, so eng lagen die Gurte bei ihm. In der Ferne konnte sie Shrashh erkennen, die versuchte sich aus ihrem Gefängnis zu winden.
    Fazzo fehlte. Cassy versuchte ihren Kopf anzuheben. Es gelang ihr nicht. Doch dann lösten sich wie auf ein unhörbares Kommando sämtliche Fesseln, auch die der Anderen. Sofort schwang sie sich auf und blickte immer noch irritiert im Zimmer umher.
    In der Mitte des Raumes befand sich eine weitere Bahre. Der Aspekt saß in der Hocke darauf. Unter ihm lag der Zombie. Mit Kreuzschnitten war der Körper geöffnet worden.
    „Fazzo!“ Cassy sprang auf und wollte zu ihm rennen, doch ihre Beine waren zu schwach. Sie fiel hin und riss sich die Knie an den Fliesen auf.
    „Keine Sorge. Ich werde nicht mehr viel an ihm machen. Er heilt sich sowieso immer. Das ist langweilig. Jetzt kümmere ich mich um Papa. Du bleibst wo du bist.“
    Comatra sprang von der Bahre und ging zu Teds Pritsche, zog sie neben Fazzo. Dann ließ sie sich neben dem Mann nieder, und strich mit ihren Nadelfingern über den Brustkorb. Obwohl die Berührung nur sehr leicht war, riss die Kleidung und Haut sofort auf. Der Blutkopf riss die Augen auf. Und tat etwas, dass Cassy bei ihm noch nie erlebt hatte. Er schrie. Er schrie vor Schmerz.

  12. #12
    Cassys Augen füllten sich mit Tränen. Der Laut war so kläglich, dass sein Widerhall ihr furchtbare, seelische Schmerzen zufügte. Immer weiter nach unten führte der Aspekt seine Hände, immer mehr Fleisch riss auf, der Blutkopf, nicht mehr bewegungsfähig, jammerte und schrie. „Ja, ja, ich weiß selbst, dass in den Schläuchen sich Schmerzverstärker befindet. Meine Mutter ist so gut darin, solch interessante Flüssigkeiten herzustellen. Zittere nicht so, du verlierst dein wertvolles Blut.“
    „Hör auf…“ flüsterte Ted gequält, blutiger Speichel lief ihm dabei aus einem Mundwinkel. „Warum? Unsere Mutter ist der Schmerz. Sieh es als überbrachte Liebkosung ihrer.“ Comatra zog nun nicht mehr von oben nach unten, sondern von rechts nach links ihre Hand, ein Kreuz auf der Brust des Mannes bildend.
    „Tschuldigung, aber ich steh nicht so auf Inzest. Ihr sagt doch immer, dass ihr meine Kinder seit.“
    „Du hast ein ganz schön großes Mundwerk.“ Damit drang ihre Hand bis zum Gelenk in die Brust ein. Der Blutkopf schrie wieder, sein Leib schüttelte sich unter den Schmerzen.
    „Hör auf, Comatra. Es hat keinen Sinn ihn zu quälen. Er kann nicht sterben.“ Shrashh war von ihrer Liege gekrochen und kümmerte sich um Cassy, deren Knie stark bluteten.
    „Aber, aber Schwesterchen. Wenn ich hier fertig bin, werde ich ihn zu meiner Mutter bringen. Sie freut sich auf ihn. Aber damit er zu ihr kann, muss er Schmerz empfinden.“ „Das ist es also…“ Shrashh klang nachdenklich.
    Dann robbte sie zu Fazzo, unbeobachtet von ihrer Schwester, die weiter ihren Vater aufschnitt.
    Auf einmal wurde Cassy bewusst, dass dieser immer „unfester“ wirkte. Er sah aus wie ein Bild, das man mit Weichzeichner bearbeitet hat. „Die Reise beginnt, Papa. Bald siehst du sie wieder.“ Vorsichtig bog der Aspekt die geschaffenen Hautfalten nach außen, sodass sein blutiges Fleisch zu sehen war.
    „Nur noch ein kleiner Schnitt. Dann ist die Operation zu ende. Dann kannst du nach Hause.“
    Etwas schnatterte laut. Etwas sprang. Und etwas riss den Aspekt von der Bahre.
    Comatra war noch nie gewürgt wurden. Sie griff an ihren Hals und griff an eine feuchte, klebrige Schnur, die um ihren Hals gewickelt war und immer fester zugezogen wurde. Bald bekam sie keine Luft mehr, es wurde dunkel um sie. Dann war sie erstickt.

    Die Vier rannten durch die Gänge des Krankenhauses, Ted hatte Binden um seinen Oberkörper gewickelt. Das schmerzverstärkende Mittel brannte immer noch in ihm.
    „Wir haben zehn Minuten Zeit, bevor sie wieder aufsteht. Aber ich muss sagen…ich habe noch nie gesehen, wie jemand mit den Eingeweiden eines Anderen erwürgt wurde. Saubere Arbeit, Fazzo.“ rief Shrashh dem Zombie zu.
    „Keine Ursache. Aber was machen wir jetzt?“ fragte Fazzo. „Wir reisen.“ Ted röchelte. „Wohin?“ Cassy stützte ihn erneut. „Nach Alt-Troktura.“

  13. #13
    So, ich bin wieder einigermaßen auf dem Damm (wenn auch stumm), aber schreiben kann ich ja noch
    Also insgesamt sehr flüssiges Lesen, nur eine Sache ist mir beim zu Gemüte führen aufgefallen: deine Zeitangaben sind manchmal etwas utopisch-witzig.

    Zitat Zitat von Lobstercookie Beitrag anzeigen
    Niemand sah die Chloroformflasche fallen, aber jedem stieg der Geruch der Flüssigkeit in die Nase. Wenige Minuten später stürzte Ted als Letzter bewusstlos zu Boden.
    Wenige Minuten? Soso. Davon abgesehen, dass Chloroform innerhalb weniger Sekunden wirkt (), selbst wenn dieser Dampf langsam den Raum füllt, innerhalb von Minuten ist man schon längst außerhalb der Gefahrenzone.
    Solche Logikfehler haste öfters drin was die Zeit angeht, der hier ist jetzt der einzige, den ich wiedergefunden habe
    Ist vllt nur ne Kleinigkeit, aber das hat mir doch ein Lächeln verpasst.

    Aber sonst, echt klasse. Spannende Lektüre

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