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Ritter
Ich weis. Ich habe mir gestern Abend immer wieder den Unterschied zwischen "viel" und "fiel" einbläuen müssen...ich sollte so spät nicht mehr schreiben. Ich freue mich aber, dass es dir trotzdem gut gefällt.
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Ritter
Und weiter gehts:
Zwar gab es in der Stadt zig Einkaufsmärkte, aber Cassy war mit keinem zu frieden. Entweder wurde nicht der richtige Kaffee verkauft, man wartete an den Kassen zu lange oder die Mitarbeiter waren unhöflich. Meistens konnte man sich das Fragen sowieso sparen, denn die Mehrheit von ihnen wusste eh nichts.
Im Troktura-Einkaufszentrum war die Situation zwar keine Andere, aber Cassy liebte diese große Einkaufsstraße.
Das lag vor allem daran, dass sie unter normalen Umständen nicht gerne Einkaufen ging. Die Geschäfte lagen nah beieinander, wodurch man sich dort nicht allzu lange aufhalten musste.
Das Zentrum bestand aus mehreren Hallen, die unterschiedliche Geschäftstypen beherbergten, im Osten die Kleidergeschäfte, im Westen die Lebensmittel -und Drogeriemärkte, nördlich Bücher und Spielwaren und südlich…na ja, die Geschäfte für „besondere Bedürfnisse“.
Die Mitte war überkuppelt und wurde von einer Statue des Gründers eingenommen. Dort standen die Drei jetzt, jeder mit einem Einkaufswagen im Anschlag und stritten sich um die Verteilung der Einkäufe.
„Warum muss ich immer die Lebensmittel hohlen? Die Frauen hinter der Fleischwarentheke starren mich immer so komisch an.“ Fazzo lehnte auf der Schiebstange seines Einkaufswagens. „Na ja, vielleicht mögen sie dich. Und eine Metzgerin wäre doch auch nicht das schlechteste für dich. Natürlich nur in Hinsicht auf ihre Resistenz gegenüber toten Fleisches. Außerdem ist es für mich viel unangenehmer, von den Leuten beobachtet zu werden, wenn ich für meinen Beruf einkaufen gehe. Wenn man nur in südlich Richtung geht, schauen die einem schon hinterher, als wäre man eine abscheuliche Kreatur.“ „Wir können ja schlecht für dich die…nu…Kleidung anprobieren. Und wenn es dich stört, dass dich die Leute ansehen, dürftest du so einen Beruf gar nicht ausüben.“
Cassy studierte, bereits jetzt schon gestresst, ihren Einkaufszettel. „Ich würde sagen, wir treffen uns in einer halben Stunde wieder hier, wie immer.“
Eine dreiviertel Stunde verging und Fazzo und Cassy, die bereits mit ihren Einkäufen fertig waren, warteten immer noch.
„Ist der in irgendeinem Lederteil stecken geblieben oder wurde er von einem Stapel Reitpeitschen erschlagen?“ fragte der Untote gelangweilt. „Wenn der in irgendwelchen Klamotten stecken bleibt, mache ich mir Sorgen um mein Gewicht. Außer seine Knochen haben sich irgendwo verkantet.“
Sie warteten noch weitere fünf Minuten, dann machten sie sich auf, Ted zu suchen. Auf dem Weg, den südlichen Gang entlang, kamen sie zu einer Gruppe Leute, die einen Kreis um etwas auf dem Boden Liegenden gebildet hatten. Es war Ted. Sein Körper zitterte in Krämpfen, sein Gesicht war angespannt und er schwitzte Blut.
Cassy musste sich durch die Leute schieben, die anstelle dem leidenden Mann zu helfen, sich unterhielten oder einfach nur glotzten. „Was ist denn los? Geht es dir nicht gut?“ „Die Frage ist ja so…unnötig. Glaubst du, ich würde hier liegen, wenn es mir gut ginge? Ich muss…raus.“ Ted stammelte, etwas, was sie von ihm überhaupt nicht gewöhnt war. Sie half ihm langsam auf, er stürzte mehrmals zu Boden, doch die Leute rührten sich immer noch nicht. Erst, als sie den Blutkopf, dessen Arm sie über ihre Schultern gelegt hatte, durch die Menge hindurch schleppte, drehten sie sich wie hypnotisiert um. „Glotzt sie nicht so an!“ schrie Fazzo, während er seinen und Cassy Einkaufswagen hinter sich her zog und den Beiden folgte.
Wenn euch irgendetwas gefällt/bzw. nicht gefällt, könnt ihr mir auch jederzeit eine PN schreiben
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Schwertmeister
Pilger doch mal rüber ins Multimediaxis Atelier dort kannst du harte aber gute und gerechtfertigte Kritik erhalten. ( Das bedeutet natürlich nicht das Streicher und Van Tommels schlechte Kritiker/Feedback-Geber sind
)
mfG
DN
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Ritter
Ich werd mal sehen. Bis dann werde ich aber weiter hier reinschreiben.
Zu Fuß waren es gut zwanzig Minuten vom Einkaufszentrum zur Wohnung. Plus die fünfzehn Minuten, die Fazzo brauchte, um den Inhalt der Einkaufswägen in Tüten zu stopfen. „Wir sollten uns wirklich demnächst von Geschäften fernhalten. Bestimmt bin ich die Nächste, der irgendetwas zustößt.“ „Ich will ja nicht unhöflich sein, aber ich würde gerne noch mal darauf hinweisen, dass ihr an meinem Problem nicht ganz unschuldig wart. Außerdem frage ich mich, warum wir für so wenig überhaupt hier her gelaufen sind…fünf Packungen Kaffeepulver, ein Beutel mit Fleischwaren, irgendein Käse und fünf Konservendosen…oh und etwas dass einmal eine Milchpackung war? Hätten wir da nicht einfach irgendwo anders hingehen können?“
„Wenn du das Auto nicht so voll geblutet hättest, wären wir ja hierher gefahren.“ Cassy schleppte sich immer noch mit Ted ab, der leise jammerte und manchmal zuckte. „Jetzt bin ich daran schuld, dass Ted mir den Kopf abgeschlagen hat? Geht’s noch?“ „Schieb…mir nicht wieder alles…zu. Du…bist doch total durchgedreht.“
„Hört auf. Ich halte es nicht aus wenn ihr euch streitet.“
Auf einmal zuckte der Blutkopf so stark zusammen, dass er der Frau von den Schultern rutschte und auf den Bürgersteig fiel.
„Was ist denn jetzt schon wieder? Es ist hier draußen verdammt kalt. Können wir ihn nicht einfach liegen lassen? Der findet auch allein nach Haus.“ Ted wandte und krümmte sich. Er schlug die Hände vor sein Gesicht und Cassy musste sie gewaltsam davon lösen, als er sich mit seinen Fingernägeln die Haut aufriss. „Ted? Ted? Was ist los?“ Sie hatte sich über ihn gebeugt und hielt seine Hände in den ihren. „Bei mir hast du nicht so ein Geschrei gemacht.“ Bemerkte Fazzo im Hintergrund nur sarkastisch.
Sie befanden sich in der Nähe des Stadt-Krematoriums. Der große Schlot rauchte in der Ferne.
Als Cassy Teds Rücken berührte, fühlte sie klebriges, aber schon erkaltetes Blut. Langsam zog sie sein Hemd hoch…und sprang schreiend auf. Der Rücken schien aus einem einzigen, flachen Geschwür zu bestehen.
Hartes, pulsierendes Gewebe, dass sich bereits am verfärben war, hatte die Haut aufgebrochen und wuchs immer weiter.
Cassy wollte ihm wieder aufhelfen, doch er schlug ihre Hand weg und stemmte sich langsam selbst wieder auf seine eigenen Beine. „Es geht schon…das Schlimmste ist vorbei.“ Ted schüttelte seinen Kopf und streckte sich.
„Was ist das? Es sieht auf jeden Fall nicht sehr gesund aus. Vielleicht sollten wir ins Krankenhaus.“
„Ach, Quatsch. Ich war meinen ganzen Tod noch nicht im Krankenhaus. Außerdem können die mir da auch nicht helfen.“
Fazzo sah ihn die Stirn runzelnd an. „Weißt du…was das ist? Oder spielst du nur wieder den Helden?“
„Herrgott, es ist nicht schlimm. Ich bin einfach nur…“ er lief rot an „…schwanger.“
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Ritter
Sch…schwanger? Bist du sicher, dass das Eiter ist, was da aus deinem Rücken kommt, und nicht Gehirnmasse?“ „Das kann nicht sein. Du bist ein Mann. Wie solltest du schwanger sein?“
„Na ja“, bemerkte Fazzo gehässig, „wir haben ‚Es’ noch nicht gesehen. Oder vielleicht hat er sich umoperieren
lassen. Das wäre auch eine Erklärung dafür, warum er Männer so interessant findet.“
„Sei ruhig. Auch mit vollem Rücken kann ich immer noch dafür sorgen, dass du dich vor mir windest. Natürlich bin ich nicht richtig schwanger. Ich werde in den nächsten Stunden einfach nur eine Kreatur gebären, die eine Abspaltung meines Körpers ist. Als Blutkopf ist er nicht mehr richtig dazu fähig, bestimmte Hormone auszuschütten. Keine Ahnung, welcher Gott oder Dämon auf die Idee gekommen ist, diese in ein Lebewesen umzuwandeln. Man könnte sagen…nun ja, ich hätte mich selbst befruchtet. Also nicht wirklich, das ist jetzt nur eine Metapher, ich meine…“ „Bäh. Ich will gar nicht mehr wissen, was du meinst. Mir ist schon schlecht genug.“
Der Zombie schob seinen Zeigefinger ein Stück weit in seinen eigenen Mund und machte dazu Würg-Geräusche. Dann grinste er.
„So langsam sollten wir uns wieder auf den Weg machen. Es ist schon drei Uhr und um Fünf muss ich zur Arbeit. Nicht jeder hat wie ihr einen Beruf, bei dem man nur kommen muss, wenn man angerufen wird.“ Cassy war bereits ein Stück vorgelaufen und winkte die Beiden nun zu sich. Während sie langsam nach Hause gingen wandte sie sich nochmals an Ted:“ Und das Ding…kommt dann aus…äh…“ „Meinen Rücken, ja. Und es tut verdammt weh.“ „Geht das jetzt eigentlich mit deinen Schmerzen, oder soll ich dir noch helfen?“ „Es ist erträglich. Aber so langsam werde ich müde.“
Den Rest des Weges gingen sie still nebeneinanderher, Fazzo, der mit den Tüten behangen war, lief etwas weiter hinten.
Im Haus angekommen, schaffte Ted es kaum die Treppe hoch. Die letzten Stufen zog Cassy ihn hoch. Während sie die Wohnungstür aufschloss, klammerte der Blutkopf sich an ihr Bein.
Kaum stand die Tür offen, kroch er in Richtung Wohnzimmer, lies sich auf den Berberteppich fallen und versuchte, seine Gliedmaßen auszustrecken, was ihm aber nicht gelang, denn das Geschwür war nun auch die Arme hoch gewachsen und schien die Muskeln darin unbeweglich zu machen. Bereits begannen die Beine zu zucken, noch kontrollierte der Mann sie, doch schon bald würden sie wie die Arme press am Leib liegen, wie ein Embryo, unbeweglich im Mutterleib.
Die Zeit verging. Cassy und Fazzo saßen bei ihm im Wohnzimmer starrten auf den nun komplett unbeweglichen Blutkopf. Anscheinend hatte der Schwulst sein Rückenmark lahm gelegt. Noch nicht einmal die Augen zuckten mehr.
Zunächst war es noch still. Dann hörte Cassy ein leises Knistern. Sie hatten seinen Oberkörper freigelegt und beide sahen, wie das Geschwür langsam aufplatzte, staubiges Gewebe freilegte.
Bei einer normalen Geburt ist oft die Hilfe von Pflegern und Krankenschwestern nötig, doch der Kopf der sich stückweise aus dem Rücken schob, sah nicht gerade so aus, als ob er sich gerne helfen lassen würde.
Er bestand aus einem deformierten Schädel, der mit losen Sehnen umwickelt war die wiederum immer wieder neue Blasen und Beulen auswarfen. Die Kiefer waren leicht nach vorne gerückt und der lippenlose Mund offenbarte ein Gebiss, das vielleicht gut zu einem Piranha, aber nicht zu einem Kind gepasst hätte.
Die Hände der Gestalt glitten langsam aus dem Loch im kranken Gewebe, sie waren nicht mehr als lose Fleischstränge. Die Augenlieder platzten auseinander, Pupillen sondierten den Raum. Die Kreatur stützte sich auf die dürren Arme und schob sich gänzlich aus seinem „Vater“. Im Gegensatz zum Oberkörper war der Unterleib erstaunlich fett, hatte keine Beine, was sie wie eine Insektenkönigin wirken ließ, wobei sie allerdings keine Eier sondern nur verquollene Eingeweide mit sich trug, die unter der leicht transparenten Haut wie dunkle Schläuche aussahen.
Erfüllt von der Faszination des Grauens stand Cassy auf und ging auf die Geburt zu, die leise knurrte und ihren Madenschwanz erhob, an dessen Ende zwei Stacheln saßen. Da sie nur die Größe einer Katze hatte, fürchtete sich Cassy natürlich nicht dafür und lief langsam weiter. Mit einem Bersten stachen die Stachen in die Überreste der Schwulst.
Erst geschah nichts, doch dann zerplatzte das ganze Geschwür in einem Regen aus Staub, Eiter und Blut.
Im dadurch auftretenden Chaos schlängelte sich das kleine Monstrum zur offen stehenden Balkontür, quetschte sich durch die Geländerbalken und fiel fünf Stockwerke tief hinunter.
Ich habe das Gefühl, dass ich hier ein wenig zu viel aufgetragen habe. Was meint ihr?
Geändert von Lobstercookie (24.02.2009 um 17:12 Uhr)
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Held
Es geht, war schon etwas eklisch sich das vorzustellen, aber im Großen und Ganzen hats eigentlich zur Geschichte gepasst. ^^
Streicher
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Fossil
Nöh. Nicht zu dick aufgetragen. Ich finde es auch nicht wirklich eklig (Folterszenen sind eklig, eine Geburt nicht - selbst unter so abgerockten Umständen nicht
)
Deine Story ist offensichtlich kein Hanni und Nanni - Spinoff, und Leute, die Hanni und Nanni mögen, wirst Du damit auch nicht erreichen.
Aber das ist ja auch nicht Dein Ziel - Du willst was neues machen. Wie viel oder wenig Gekröse in Deinen Geschichten vorkommt, entscheidest Du selbst, nach Gefühl. Wenn Du Dich selbst mit der Schilderung nicht mehr wohlfühlst, isses zu viel. Wenn es Dir lau vorkommt, fehlt an der ein- oder anderen Stelle noch Glibber.
Ich mag die Story. Weil sie "echt" ist, d.h. sie entstammt allein Deiner Vorstellung. Wenn Du jetzt anfängst, Dich nach den Meinungen / Vorstellungen / Ekelgrenzen anderer zu richten, könnte das verlorengehen.
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ᵵ Ghost Rider ᵵ
Also, ich für meinen Teil finde die Szenen auch nicht schlimm, im Gegenteil, erfrischend neue Sachen
weiter so.
Und meine Wenigkeit hat schon den Lieblingscharakter von mir gefunden: Cassy, die kleene Schnitte* 
Warum du nur von Fazzo ein Bild gezeichnet hast, finde ich schade
willst du noch die beiden anderen (Ted und Cassy* <3
) grafisch verewigen irgendwann? Srry für dieses OT, aber ich ich frage ja nur, ob meine Traumfrau sich überhaupt mal zeigt. Dieser Typ Frau fasziniert mich schon immer*
(soll jetzt nicht heißen, dass ich untot oder so bin, irgendwie gefällt mir ihre abgeklärte und direkte Art fast lohne ein Anzeichen von Angst) 
Außerdem kommt es am Anfang dieses Threads so herüber, als ob durch die Tatsache, dass Cassy und Ted kein Bild haben, nur eine Nebenrolle spielen. Das als Anmerkung/kleine Kritik, als du nämlich nur das Bild von Fazzo nachträglich eingefügt hast, dachte ich schon, dass die beiden anderen nur Schmückendes Beiwerk sind 
Ach ja, bitte lass Cassy lange Haare haben* xD
*wer jetzt denkt "Der hat sie doch nicht alle"...ihr habt Recht
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Ritter
Das liegt daran, dass ich schon zu viele Bilder von Cassy habe und mich bis jetzt nicht entscheiden konnte, welches ich nehmen soll. Und sie hatte von Anfang an schwarze, lange Haare
.
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Ritter
So, ein Bild von Cassy wurde reingestllt. Ich hoffe, sie passt zu deiner Vorstellung?
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ᵵ Ghost Rider ᵵ
Schick sie mir doch mal per E-Mail, ich helf dir beim Aussuchen 
Ach ja, und bitte lasst den Thread hier. Ich vergesse ihn nämlich sonst, ins Atelier schaue ich so gut wie nie 
edit:
Also zum Aussehen kann ich nur sagen: Gibt's die auch in Echt? Und wenn, wo? <3
Was allerdings ihre Bekleidung angeht, vllt findet sich ja irgendein Oblivion-Mod, der modernere Kleidung einfügt? Diese Rüstung will nicht so ganz in dein relativ modernes Szenario passen.
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Ritter
Nein, die gibt's nicht in echt. Ted und Fazzo sind (auch vom Verhalten) Freunden von mir nachempfunden.
Der Thread bleibt natürlich hier.
Moderne Kleidung gibt es meistens nur in extrem "nuttigem" Stil und das passt nun wirklich nicht zu ihr.
Ich hab aber schon ne Idee.
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ᵵ Ghost Rider ᵵ
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Fossil
Willkommen in meiner Welt.
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Zwischenbilanz:
Die Geschichte nimmt ganz gut Fahrt auf. Bis jetzt war mir beim Lesen noch keinen Moment langweilig, weil eine überraschende Wendung die andere jagt.
Alles andere haben van Tommels und ich zwischendrin schon mal gesagt (jedenfalls alles andere, was mir spontan einfällt). Ich wollte mehr Gedankenwelt, damit hast Du bei Fazzo jetzt angefangen. Ich hoffe, man kann ihn wieder zusammenbauen, es wäre schade um ihn. Teds Reaktion spricht auch Bände. Ob Cassy so langsam mal ein Kronleuchter aufgeht?
An einigen Stellen wäre es leichter zu folgen, wenn Du noch dazusetzen würdest, wer jetzt genau spricht, und vielleicht auch auf welche Weise (also genervt, wütend, gelangweilt etc.).
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Ritter
„Das war unnötig!“ Cassy starrte Ted böse an. Dieser riss verständnislos die Augen auf„Wie bitte? Dieses kleine, ver…“ „Ich weiß, dass er mich vielleicht gebissen hätte. Aber vom ersten Tag an, als er hier einzog, musste ich mit diesem Risiko leben. Und du…“sie atmete schwer ein „bist keinen Deut besser als er. Im Gegensatz zu ihm KANNST du dich kontrollieren! Gott…was ist nur mit euch los!“ „Ich will dich vor ihm nur beschützen. Was glaubst du, würde passieren, wenn ich nicht mehr hier wäre?“
„Vielleicht gar nichts. Vielleicht…wäre er nicht so aggressiv, wenn du dich nicht immer mit ihm streiten würdest. Außerdem hast du dafür, dass du eben noch regungslos auf meinen Wohnzimmerteppich lagst, wieder eine ganz große Klappe.“
„Weißt du, ihr könnt mich beide ma. Und das kreuzweise!“ wutschnaubend verschwand Ted, alle Türen hinter sich zuschlagend in seinem Zimmer.
Cassy verdrehte die Augen: „Feigling!“ Er antwortete nicht.
Dann hörte sie ein leises Wimmern. Fazzo.
Vorsichtig schlich sie zu ihm in den Flur. Dort lag er immer noch, strampelte aber jetzt wie ein kleines Kind mit den Beinen. „Das ist alles so unfair! Das ist alles so ungerecht!“
Cassy beugte sich langsam zu im herunter und hielt seine zappelnden Gliedmaßen fast. „Hey, komm beruhig dich! Das ist doch kindisch!“ Er hob kurz den Kopf, schrie sie hysterisch an: „Ich bin doch eh nur ein kleines Kind für dich!“ und lies seinen Kopf dann dermaßen auf den Boden knallen, dass der Schädel laut knackte. Cassy zog den Untoten mit einigen Mühen an sich heran. „Jetzt sei mal kurz still. Es ist nicht schlimm, was du getan hast und Ted hätte auch nicht so reagieren dürfen. „Heißt dass, du vergibst mir?“ Fazzo gurgelte bei jedem Wort, da die beiden Röhren, die immer noch aus seinen Hals hingen, sich mit Blut gefüllt hatten. Er rappelte sich auf und sah sie hoffnungsvoll an. „Nein. Ich kann dein Selbstmitleid einfach nicht mehr ertragen.“ Die Gesichtszüge des Untoten rutschten genauso schnell wieder nach unten, wie er sie nach oben geschoben hatte. Er glitt mit dem Rücken an der Wand wieder nach unten, zum Boden. Er winkelte die Beine an und machte sich daran, seine Einzelteile wieder einzubauen. „Das hätte ich mir ja auch gleich denken können“ meinte er trotzig. Es gab ein schlürfendes Geräusch, als Speise- und Luftröhre wieder mit Hals und Kopf verschmolzen. „Aber wie du siehst hat es was gebracht. Du weinst nicht mehr.“ Die Schwarzhaarige grinste fies.
Auf einmal klingelte es. Fazzo, der der Tür am nächsten war, sprang auf, schon allein, um Cassys Kommentare nicht mehr hören zu müssen, und wollte bereits aufschließen, als die Frau rief: „Warte mal! Wir wissen doch gar nicht wer da draußen steht. Es ist jetzt 20 Uhr! Wer sollte denn da bitte schön noch klingeln?“ „Vielleicht eine von Teds kleinen Freundinnen. Oder Freunden.“ Zum ersten Mal lächelte er wieder, wenn auch nur leicht.
Cassy verstand einfach nicht, was manchmal im Kopf dieses Mannes vorging, der für sie ein Freund war, aber dennoch wie ein seltenes Tier behandelt wurde. Wenn er sich normal verhielt, verstand sie sich bestens mit ihm.
Doch sie kam immer noch nicht mit seiner anderen Seite zurecht. Seit sie sich als Anhalter kennen gelernt hatten, fürchtete sie sich vor dieser.
Fazzo drehte den Schlüssel herum, entfernte die Türkette und öffnete. Im Treppen Haus war es für diese Zeit schon sehr dunkel.
Als Cassy sich über ihn streckte um nach draußen sehen zu können, starrten ihr zwei große Augen entgegen.
Sie schob sich an dem Zombie vorbei ging in die Hocke und fragte die kleine Gestalt im Flur freundlich: „Na, was willst du denn hier?“ Als sie näher kam, entpuppte sich die Gestalt als kleines Mädchen. Nur ihr Oberkörper war im Licht der offen stehenden Tür zu sehen. „Ist Ted da?“ fragte sie mit einer unangenehm hohen Stimme.
Verblüfft von der Frage beugte sich Cassy noch weiter zu dem Kind. „Was willst du denn von ihm?“
„Mit meinem Vater sprechen.“ Als die erwachsene Frau zurücksprang und die Tür dadurch noch weiter aufschob, konnte nun auch Fazzo den Madenleib erkennen, der unterhalb des offenen Bauches mit dem restlichen Körper verwachsen war.
Graue Augen ohne Pupillen starrten in die Ferne. Die Stacheln am Ende des Schwanzes schabten wie die Klingen einer Schere übereinander.
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Ritter
„Aber, aber…Ted hat gesagt, du würdest nicht wieder kommen!“ Cassy kroch auf allen Vieren von der Kreatur weg. „Er kann uns nicht immer verstoßen. Und nicht für immer.“ Das kleine Monstrum wirkte nun sichtlich verärgert. „Oh Gott, verschließt die Türen, sie spricht in der dritten Person von sich selbst! Sie ist garantiert abgrundtief böse.“ Der Untote lachte. „Du Volltrottel, glaubst du, ich bin die erste Abspaltung?“ Die Stacheln klackten wütend aufeinander. „Ich will jetzt zu meinem Vater.“ Sie verschwand zwischen den Beiden, eine Schleimspur hinter sich her ziehend, in die Wohnung.
Kurz darauf schrie jemand wie ein Wahnsinniger. Als Cassy und Fazzo hinzukamen, sahen sie, wie Ted sich an die Wohnzimmerwand gepresst hatte und entsetzt auf die Kreatur blickte.
„Ist das wirklich mein Vater?“ sie blickte ihn erstaunt an. Der Zombie lief zu ihr hin, kniet sich neben sie und sagt höflich: „ Ja, der hysterische Mann da vorne ist dein Vater. Und der kreischt immer so.“ Die Halb-Made drehte sich zu ihm um. „Gut, dann hab ich noch ne Frage. Ist es schlimm, sich dafür zu schämen?“
Fazzos Gelächter wurde prompt von Ted unterbrochen, der ihm gegen sein Kinn trat.
„Was tust du hier? Warum bist du nicht wie die Anderen gegangen?“ der Blutkopf schüttelte verzweifelt seinen Kopf. Er war sichtlich mit der Situation überfordert. Ted konnte keine Vatergefühle entwickeln. Wenn ihn etwas Angst machte, dann war es, Verantwortung übernehmen zu müssen.
Er fühlte sich schrecklich, als er auf sie hinab sah, die Kreatur, die eben nicht sein Fleisch und Blut, sonder nur ein Nebenprodukt seine Körpers war. Wie sollte er so etwas…lieben können?
Mit der Liebe hatte Ted es sowieso nicht sonderlich. Nun gut, Cassy war da etwas Anderes. Aber auch nur, weil sie ihn beherbergte und für ihn da war. Von sich aus liebte er eigentlich nicht.
„Ich bin Shrashh. Ich bin die Quintessenz deiner Ausgestoßenen. Außerdem ist es normal, dass Kinder irgendwann zu ihren Eltern zurückkehren. Auch wenn diese nur aus einer Person bestehen. Um es einfacher zu sagen: Ich will einfach nur bei meinem Vater sein. Ist das so schlimm?“ „Ich bin NICHT dein Vater! Du bist nur ein abgestorbener Teil von mir! Du dürftest noch nicht einmal intelligent sein!“
„Und du dürftest nicht mein Vater sein!“ schrie Shrashh und glitt weinend in den Flur. Als Cassy ihr folgen wollte, war sie wie vom Erdboden verschluckt. Weder im Treppenhaus noch in der Wohnung war sie auffindbar.
„Na toll, du hast es geschafft, deine eigene Tochter zu vergraulen!“ die Frau war sichtlich wütend über Teds unverantwortliches Verhalten.
„Sie ist nicht meine Tochter. Verdammt ich halt das nicht mehr aus. Das ist mir schon mal passiert, das einer zurückgekommen ist…aber ich kann sie doch nicht alle umbringen!“ Ted stützte schluchzend seine Stirn in die Hände.
Ich hoffe das schnelle Auftauchen und Verschwinden stört euch nicht. Es hat Methodik, Shrashh wird noch an anderer Stelle gebraucht, dient jetzt aber erstmal als Überleitung.
Obwohl sie erst sehr wenig charakterisiert worden ist, würde ich gerne wissen, was ihr von ihr haltet (bzw. der Idee).
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Ritter
„Du bringst deine eigenen Kinder um?“ jetzt schien sogar Fazzo die Fassung zu verlieren. „Wie krank ist das denn?“
„Nur einmal. Er ist gleich aggressiv geworden, als ich ihm klar gemacht habe, dass ich nichts mit ihm zutun haben will. Du willst nicht wissen, wie schwer es ist gegen etwas zu kämpfen, dass früher mal zu deinem Körper gehörte.“ Sagte Ted leise und wischte sich Tränen aus den Augenwinkeln. „Und das wird sie auch. Sie werden alle aggressiv. Egal wie intelligent sie sind. Egal, ob sie sich Namen geben oder nicht. Sie bestehen aus materiellen Hormonen. Da bleibt so etwas nicht aus. Bis jetzt ist jeder von ihnen dadurch umgekommen, dass er sich mit den Falschen angelegt hat. Und es ist auch nicht gerade einfach für mich, die zerfetzten Leichen von irgendetwas zu finden, dass mir aus dem Rücken gekrochen ist. Aber ich habe keine Lust, irgendwelche fadenscheinigen Ausreden zu finden. Ich habe das schon seit Jahren so gemacht. Und es geht euch nichts an. Nur…haltet euch vor ihnen fern. Ich will nicht dass…euch etwas passiert.“ schloss er leise. Dann verschwand er in seinem Zimmer. Fazzo und Cassy hörten nur noch das Klicken der Verrieglung.
Als alles still war meinte die Schwarzhaarige, die Hände in die Hüften gestützt: „Wie erbärmlich. Etwas umzubringen, dass man selbst geboren hat.“ „Na ja, so wirklich freundlich sah sie nicht aus. Vielleicht hat er Recht und sie werden mit der Zeit tatsächlich gefährlich. Ich will ihr nicht nachts begegnen. Aber es wundert mich, dass er sich auch Sorgen um mich gemacht hat.“
„Um mal auf was Anderes zu kommen…morgen ist doch dieser komische Ball zu denen uns die Stürtzs schon vor zwei Wochen eingeladen haben. In der Stadtoper. Ich will zwar jetzt nicht mehr so gerne da hin gehen, nach allem, was passiert ist, aber ich habe es ihnen versprochen. Was meinst du?“ setzte sie nach. „Wie kommst du denn jetzt darauf? Ich glaube nicht, dass Ted mit will. Aber von mir aus…ich halte es hier nicht mehr aus. Immer in dieser Wohnung zu sitzen, mit diesem Miesmacher im Nacken.“ Fazzo wäre beinahe im stehen eingeschlafen.
„Ted muss mit. Den lass ich nicht hier allein. Ansonsten spuckt er womöglich noch ein später heimatloses Kind aus. Aber in einer Hinsicht muss ich ihm zustimmen: Ich geh auch ins Bett.“
„Mhhm.“ der Zombie döset bereits vor sich hin. „Schlaf gut…“ er schlurfte in Richtung Bad davon.
Mitten in der Nacht fiel etwas auf Cassys großes, mit giftig grünen Bezügen bedecktes Bett. Sie schrak auf und knipste fast reflexartig das Licht an. Das deformierte Gesicht Shrashhs sah sie sorgenvoll an. Eigentlich hatte sie schreien wollen, dann besann sie sich jedoch eines Besseren und flüsterte nur leise: „Was machst du denn hier? Wie bist du überhaupt hier rein gekommen?“ Shrashh kam auf sie zugeschleimt. „Ich wandle durch die Materie…wie Ted so schön erklärt hat, bestehe ich aus vielen kleinen Hormonen, die sich jederzeit wieder aufteilen können. Aber…ich muss dir was erzählen. Sag nicht, dass du es von mir weißt. Obwohl ich gestern meinen Vater am liebsten erschlagen hätte, möchte ich euch drei dennoch helfen. Ihr dürft nicht auf diesen Ball gehen! Jemand wird meine Schwestern mit sich führen. Diese haben sich gruppiert und nennen sich ‚Die Aspekte’. Wer auch immer sie mitbringt, muss ihnen erzählt haben, dass auch mein Vater anwesend sein wird und steht nun unter ihrer Kontrolle. Sie werden auf Ted nicht allzu gut zu sprechen sein.
Ich selbst weiß nur durch Zufall, dass sie erscheinen werden. Wenn ihr trotzdem hingehen solltet, nehmt euch in Acht. Bis der End-Tag-Nachtwechsel eintreten wird, sind sie unscheinbar. Es ist die Zeit, die ihr die ‚Dunkle’ nennt. Eine Woche nur Nacht und Kälte, wenn Troktura aufhört sich zu drehen. Das wird doch auch gefeiert, nicht wahr?
Diese Nacht verändert alles. Wir nennen es PM to PM. Post Meridian zu Post Mortem.
Ich kann euch nicht abhalten, nur helfen. Ted weiß, dass sie dort sind. Er fühlt es. Und er wird es als Absolution ansehen, sie endgültig aus der Welt zuschaffen. Aber lasst euch Beide da nicht mit rein ziehen. Ich muss jetzt gehen. Wir sehen uns vielleicht wieder.“ Dann kroch sie langsam auf die Bettkante zu und ließ sich fallen. Als Cassy nachsah, war sie bereits wieder weg. Sie hatte kaum ein Wort verstanden.
So, jetzt ist es der richtige Text. (Für Information siehe meinen unteren Post).
Geändert von Lobstercookie (25.02.2009 um 19:08 Uhr)
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