-
Ritter
Cassy wartete vor der Toilettentür. Sie beobachtete mit Sorge, die Wolken, die sich immer dichter zusammenzogen. Wenn es anfing zu regnen, würde sie bald mit einem verfaulenden Zombie im Wagen sitzen. Das Einzige, das gegen einen Regenguss half, war, ihn in eine Wanne mit Aldehyd zu legen, deswegen hoffte sie, dass er bald aus der Toilette kommen würde.
Ihr Wunsch wurde schneller erfüllt als sie Gedacht hatte, denn Fazzo kam hinkend aus der Toilette, wobei er seine Arme um seinen Unterleib geschlungen hatte. „Was ist denn jetzt schon wieder los?“ fragte sie entnervt. Langsam ging dieses Weichei von einem Zombie ihr auf den Geist. „Was passiert mit Flüssigkeiten, wenn man sie in eine Kaffeemaschine füllt?“ Cassy dachte kurz nach, dann gab sie zur Antwort:“ Sie werden heiß? Oh, ich verstehe…“.
Ein Donnern unterbrach das Schweigen, das sich ausgebreitet hatte. Wenige Sekunden später fing es an zu regnen, ein Sturm zog auf.
Sie packte den Zombie am Arm und zog ihn rennend mit sich zum Auto. Jeder Regentropfen, der auf seine Haut prallte, löste Haut und Fleisch ab. Neben der Nässe des Regens breitete sich der Gestank von totem Fleisch aus.
Als Cassy sich umwandte, sah sie, wie sich Fazzos Iris zusammenzog, bis nur noch die fauligen Pupillen zu erkennen waren.
Unter dem Hemd konnte sie die Rippen sich in pulsierenden, krampfhaften Bewegungen zusammenziehen sehen, die Venen unter der bleichen Haut des Armes pumpten Unmengen Blut durch den ganzen Leib.
„Komm schon, nicht durchdrehen, wir sind gleich beim Auto! Bitte!“ Verzweifelt sah sie, wie der Leichengeruch und der Schmerz der Auflösung Fazzo in Rage brachten. Er würde durchdrehen, dass war klar. Dann war er nicht mehr als einer jener erbärmlichen Filmzombies.
Sie waren nur noch wenige Schritte vom Wagen entfernt, als Fazzos Arm vorschoss. Cassy sah seine Hand an ihrem Kopf vorbei schlagen, als sich diese um ihren Hals schloss und ihren Kopf nach hinten bog. Er wurde dermaßen fest an die Brust des außer Kontrolle Geratenen, dass sich die Spitzen der Rippen in die Kopfhaut bohrten.
Der Zombie wollte seinen Kopf zu ihrem Nacken senken, als sie ihm die Beine wegtrat. Er viel mit dem Rücken in das Regenwasser, Blut quoll unter dem T-Shirt hervor, als das Fleisch faulte und aufriss.
Der Stoff zerriss, als einige der Wirbelrücken hervortraten. Fazzo, oder das was von ihm übrig geblieben war, riss sein Maul auf, sodass der Unterkiefer aus seiner Rasterung brach und nun auch die hintere Zahnreihe sichtbar wurde, die sich gierig öffnete und schloss. Er gab ein schnatterndes Geräusch von sich, Cassy wich zurück.
Die Zunge der Kreatur war an der linken Seite vom Zungenboden gerissen, sodass sie unkontrolliert im Mund herumzuckte, wie ein blindes Insekt. Sämtliches Fleisch in der Mundhöhle war schwarz und aufgequollen, an einigen Stellen brachen die Knochen hindurch. Die Muskeln spannten sich sichtbar unter der transparenten Haut und Fazzo kam wieder auf sie zu. Seine Bewegungen waren schneller und geschmeidiger als normal, obgleich sie die eines Tieres waren. Er rannte auf allen Vieren durch den Regen, nicht darauf achtend, dass seine Fuß- und Handflächen abrissen und Sehnen über den Boden schliffen. Das Schnattern wurde immer lauter und kurz bevor der Untote vom Boden absprang, konnte Cassy sehen, von wo es kam. Die hintere Zahnreihe schloss sich, allerdings waren die Zähne bereits so lang, dass sie das Fleisch dabei wegrissen und über den Knochen schabten. Er befand sich direkt über ihr, als sein Nacken nach hinten gerissen wurde, er wurde auf die Seite geschleudert und durch den Hals bohrten sich mehrere Hacken nach draußen. Ted drehte fröhlich pfeifend eine lange Leine in der Hand, die in einem Halsband und fünf langen Fleischerhaken endete. Das Pfeifen verging ihm allerdings schnell wieder, als Fazzos Hand seine Anzugjacke und das darunter liegende Fleisch zerriss.
Der Kopf der Kreatur schoss in Richtung der Wunden und obwohl sie nicht sehen konnte, was geschah, hörte Cassy dennoch das Zerreißen der Bauchwand.
Ted schrie nicht. Eine schnelle Bewegung. Dann wurde der Kopf des Zombies vom Rumpf getrennt und fiel in den Dreck. Teds zerfleischter Leib glänzte im Regen. Er griff nach dem Kopf, dessen Augen langsam wieder Farbe annahmen. Der Leib zuckte immer noch, griff sogar noch einmal nach den aus dem Bauch tretenden Eingeweiden des Mannes.
Kleiner Zwischenstand: Ich würde mich jetzt sehr über jegliche Kritik freuen.
Geändert von Lobstercookie (23.02.2009 um 13:08 Uhr)
Berechtigungen
- Neue Themen erstellen: Nein
- Themen beantworten: Nein
- Anhänge hochladen: Nein
- Beiträge bearbeiten: Nein
-
Foren-Regeln