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Thema: gerade durchgespielt

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  1. #11


    Teslagrad Remastered

    Als ich den zweiten Teil gespielt habe, hatte ich irgendwie das Gefühl das mir evtl einige Anspielungen und nähere Zusammenhänge entgangen sein könnten, ich habe zwar Teslagrad 1 anno dazu mal auf der WiiU gespielt, aber das ist jetzt bestimmt schon wieder 9-10 Jahre her. Daher hatte ich meinen Playthrough für das kürzliche erschienene Teslagrad 2 unterbrochen um noch mal in den Vorgänger einzutauchen.

    Für eine Einschätzung muss ich hier ganz klar zwischen dem eigentlichen Spiel und der Remastered Fassung als Produkt unterscheiden.

    Meiner Meinung nach hat es sich nämlich nicht gelohnt das Remastered hierzu zu kaufen, da die Änderungen die dort vorgenommen wurden wirklich minimal sind dass sie kaum einen Rerelease rechtfertigen, vermutlich wollte man einfach noch mal mit nem alten Spiel Geld abgreifen und wollte Leute dazu bringen den 2. Teil gleich direkt mit dem ersten zu kaufen, wohlwissend dass viele Spieler beides nicht gespielt haben werden.

    Das Spiel an sich finde ich jedoch relativ gut, fast so gut, wie ich es in Erinnerung hatte. Es handelt sich um einen Puzzle Plattformer wo man einen kleinen Jungen spielt der zu einer Familie von "Teslamancern" gehört, das ist in der Nation von "Elektropia" ein Familienclan die als Nachfahren von Nikola Tesla oder so gelten und ein Monopol auf die Geheimnisse des Wechselstroms und den Elektromagnetismus besitzen.
    Teslagrad spielt weit in der Zukunft wo ein tyrannischer König in einem sehr Udssr anmutenden Staat fast sämtliche Teslamancer ausgelöscht hat. Umstände zwingen den Jungen von zu Hause zu flüchten und sich in den Teslatower einzunisten, dreh und Angelpunkt des Spiels.

    Vom Gameplay her spielt es sich relativ linear, es gibt eine sehr eingeschränkte Karte und nen Metroidvania-anmutenden Aufbau, doch wirklich groß Routen und Abzweigungen hat man nicht, dafür jedoch viele versteckte "Rollen" in den Räumen. Während man die meisten mit etwas Observation schon beim ersten mal bekommen kann, braucht man für manche erst noch Fähigkeiten die man im Laufe des Spiels erwirbt. Praktischerweise ist der Aufbau so angelegt dass man immer wieder zu nem riesigen vertikalen Raum zurückkehrt, bei dem einem die Magnetenkraft nach oben drückt. So teilen sich die Räumen vertikal zwischen vielen Etagen auf, zu die man durch diesen "Hubraum" relativ schnell backtracken kann.

    Die Fähigkeiten drehen sich alle um die Puzzle Komponente des Spiels, mittels besonderer Handschuhe lässt sich die Polarität von besonderen Metallplattformen umkehren, bestimmte Blumen, verleihen dem Jungen selbst eine Polarität mit er dann an andere magnetische Objekte herangezogen oder weggestoßen wird, ein späteres Item erlaubt es die Polarität frei zu ändern und ab da werden dann die Rätsel in dem Spiel etwas kniffliger und auch ausführungslastiger, aufgrund häufiger Checkpoints jedoch auch nie frustrierend. (ein bisschen zu viele nach meinem Geschmack, aber lassen wir das )
    Wenn etwas die meisten frustrieren wird, dann wohl eher die Bosskämpfe. Das sind sehr typische sequenzgesteuerte Kämpfe bei denen man selbst keinen Einfluss auf das Muster des Bosskampfes hat und ihm so lange ausweicht bis sich der Schwachpunkt entblößt. Da man selbst mit nur einem Treffer das Zeitliche segnet, muss man dort schon eine gewisse Geduld mit sich bringen. Allerdings brauchen die Bosse auch nie wirklich lang und wenn man das Muster raus hat, ist die Ausführung pure Kopfsache, trotzdem vermutlich nicht leicht zu verdauen für Plattforming-Legastheniker.

    Vom Movement her empfinde ich das Spiel aber als etwas zu slippery, die Figur hat in der Luft sowas wie nen Bremsweg, wenn man landet oder los springt wird man häufig etwas weiter fliegen als geplant, ich fand selbst in dem Remastered hat sich da kaum etwas an der Steuerung gebessert. Am Boden oder zwischen Polaritäten ist die Steuerung wiederum deutlich präziser.

    Soweit so gut, das Leveldesign des Spiels empfinde ich als kreativ und grundsolide doch der eigentliche Punkt warum mir das Spiel damals wie bis heute so gut in Erinnerung geblieben ist, liegt vor allem an seine Art des "Storytellings". Die angesprochenen Rollen behandeln alle einen Teil der Geschichte des Spiels und des Spieluniversums. Auf ihnen befinden sich Abbildungen über dem was in der Vergangenheit passiert ist. Obendrein kann man Theateraufführungen finden die sich automatisch abspielen und kritische Wendepunkte der Vorgeschichte behandeln. Im gesamten Spiel wird nicht eine Zeile gesprochen oder geschrieben, alles findet über jene Rollen, den stummen Theateraufführungen oder der Umgebung statt und das schafft das Spiel wirklich gut.

    Es steckt insofern Tiefe in dieser Spielwelt weil auch nicht alle Informationen die man findet, für den eigentlichen Konflikt des Spiels entscheidend sind. Ich war verblüfft als ich in einigen der Rollen "Teri" aus "World to the West" abgebildet fand, ich dachte mir zunächst dass sie diese Rolle extra für das Remastered nachträglich eingefügt haben, aber nein, tatsächlich existiert diese schon seit Anfang an.
    Die Macher haben hier eine riesige Spielwelt erschaffen, von denen in Teslagrad nur ein Bruchteil erfasst wird, während die anderen Spiele von dem Entwicklerstudio "Rain" andere Facetten beleuchten.

    Das hat durchaus seinen Reiz, denn schon in Teslagrad 2 tun sich Verbindungen auf, die mir helfen den Nachfolger noch mal um einiges mehr zu wertschätzen und mich für die Hintergrundlore zu interessieren..

    Das Spiel kann ich also insofern durchaus empfehlen, auch wenn ich nicht finde dass es sich gelohnt hat extra noch mal für das Remasted in die Tasche zu greifen. Der einzig neue Content sind nun 10 besondere "Challenge" Räume, doch die haben sich ziemlich dröge und uninspiriert im Gegensatz zum Rest des Spiels angefühlt, sogar die Position wo sie sich befinden wirkt "out of place". So als wollte man unbedingt noch irgendwie schnell was mit rein hauen, um irgendeine Neuerung zu haben.

    Achja eine Sache noch das Ende von dem Spiel ist ungemein befriedigend. Ich liebe es wenn man sobald man das Spiel durch hat, zu dem Ort zurückkehrt von dem man gekommen ist und all die positiven Veränderungen beobachten kann. Und bei solch einer Musik, bewegt man sich doch gerne praktisch 2 Minuten nur nach links:



    Na, könnt ihr raten in welcher Sprache das ist?

    Geändert von Klunky (01.05.2023 um 23:25 Uhr)

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