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Thema: gerade durchgespielt

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  1. #11
    Croc 2




    Das "Dark Souls" unter den Croc Spielen, zumindest könnte man das am Anfang meinen.
    In Croc 2 wurden Leben und Treffer zu einem verschmolzen. Man startet mit 3 Leben und kann durch Erweiterungen diese auf maximal 9 erhöhen. Kristalle sind fortan nur noch Währung die dazu da ist um in einem Shop irgendwelche Key Items zu kaufen die man zum aufspüren von Secrets benötigt und um wie erwähnt die maximalen Leben zu erweitern.

    Anstatt eine Weltkarte gibt es nun mehrere Hubworlds bei denen man den Gobbos mit ihren lokalen Problemen hilft. Die Gobbos sowie Croc wurden im Sequel viel weiter vermenschlicht so gibt es nun Dialoge mit unterschiedlichen Gobbo Stämmen die an altertümlichen Menschlichen Zivilisationen angesiedelt sind. So gibt es z.B Kosaken, Atzetken und Urzeit Gobbo-Stämme, außerdem auch noch Baby Gobbos, wenn die normalen schon klein und niedlich waren, bewegt man sich bei den Babies auf gefährliches Diabetis Level. Außerdem haben sie alle sehr putzige Miniatur Kleidung an.
    Das Erkunden der Hub-Worlds mit kleineren Nebenaufgaben hat mir mituner noch am meisten Spaß gemacht, außerdem hat Croc eine Motivation bekommen die ich aber im Spiel längst wieder vergessen habe, weil es so wenig erwähnt wird, er sucht nach seinen Eltern.
    Überhaupt fühlen sich sämtliche Level des Spiels viel organischer an, zwar gibt es noch random Plattformen die in der Luft schweben, aber die Landschaften sind weitläufiger und folgen einem halbwegs naturellen Muster, bei dem auch mit Höhen gearbeitet wird und man nicht einfach nur von Raum zu Raum rennt.

    Ich habe noch im Kopf gehabt dass das Spiel verdammt schwer war und ich war damals nicht über die 2. Welt hinausgekommen, geschweige denn habe ich alle Secrets bis dahin einsacken können. Diese Schwierigkeit kommt zum einen durch das schon wie erwähnte Lebenssystem zu tragen, bei denen man jedem Levelabschnitt zu Beginn mit den gerade mal 3 Leben von vorne bis hinten durchnudeln muss, was bei der unausgeglichenen Anzahl an Checkpoints - aber frequenten Anzahl an bodenlosen Fallgruben für eine äußerst unnachgiebige Plattforming Erfahrung sorgt, zum anderen wird das Spiel aber auch durch die automatische Kamera künstlich erschwert, diese ist jetzt noch mal ein Stück dynamischer als im Vorgänger und richtet sich häufig so aus dass es den vorgegebenen Levelpfad framed, das bereitet der der Vielzahl an Sprüngen Probleme weil die Kamera nie im selben Abstand zu Croc steht im Prinzip muss man stets schätzen. Während der Nachfolger auf die Tank-Controls nun verzichtet, ist es gerade durch die Kamera schwerer geworden Croc im Stand zu drehen, Abstand zu holen um einen Sprung auszuführen erweißt sich als fummelig, der Knopf zum 180° ist weggefallen, während die Knöpfe zum Sidesteppen unnötiger weiße immer noch existieren, so kam dazu dass ich mich häufig durch Standsprünge ausgerichtet habe, die Kamera blieb dabei natürlich widerspenstig nach vorne ausgerichtet.

    Über die Zeit stockt man seine Leben auf und dann kann man sich sehr viel mehr Fauxpässe erlauben, was den Schwierigkeitsgrad wieder relativiert, wobei man sich jedoch keine Fehler erlauben darf sind die Goldstatuen, wofür man in jedem Level 5 farbige Edelsteine suchen muss. Nach einsammeln aller 5 Edelsteine öffnet sich ein Portal, sollte man vor dem erreichen des Portals den Löffel abgeben, ist das Portal weg und man muss den Level neustarten. In dem Portal selbst erwarten den Spieler mal mehr, mal weniger präzisionslastige Plattforming-Sequenzen, sollte man dort auch nur einmal sich im Sprung verschätzt haben, muss man den Level ebenfalls neustarten und dabei natürlich alle 5 Edelsteine noch mal einsammeln. Schon deswegen war ich um jedes Gimmick Level froh, wo man die Goldstatue dann einfach so bekommen hat und Gimmick Level gibt es in Croc 2 erfreulicherweise viele.

    So gibt es ein Boots- & und Autorennen, einen Bosskampf in einem Ballon, ein Kugellabyrinth wo man eine Schneekugel balancieren muss, Fluggleiter und Flugzeug Passagen etc. selbst die normalen Level haben häufiger mal einen Twist mit wechselnden Aufgabenstellungen dass eigentlich nie so eine Montonie aufkommt wie es beim ersten Teil auf Dauer der Fall war.
    Leider Gottes bleibt es dabei nicht lange. Die ersten beiden Welten im Spiel sind sehr gepolished, gerade bei der 2. Welt war das Qualitätsniveau- und der Abwechslungsreichtum des Spiels auf seinen Höhepunkt angelangt ein forderndes abwechslungsreiches Spiel was sich vor einem Crash Bandicoot nicht verstecken müsste. (und das sage ich in der Regel nicht so leichtsinnig, wo Crash Bandicoot für mich die Speerspitze des Plattforming Genres für die Zeit darstellt) Bis hier hin hätte ich gesagt dass Croc 2 meilenweit besser als sein Vorgänger ist. Dummerweise scheint es schon bereits in der 3. Welt an "polish" zu mangeln, so wurden die Level kürzer, der Schwierigkeitsgrad unausgeglichen (vieles wurde plötzlich sehr leicht und ab und an gab es Schwierigkeits-Spikes) und eine Menge Stellen hätten eigentlich durch die QA fallen müssen. So muss man an einer Stelle eine Glasbox auf einem Laufband mit Explosionsfässern zerstören. Schafft man es nicht rechtzeitig ist die Glasbox weg und man muss sich selbst umbringen, da Softlock. Aber auch so ist die Hitbox der Glasbox vollkommen unklar und entspricht nicht der Grafik des Modells, sowas ähnliches gilt auch bei den beiden Bosskämpfen des Levels die unfassbar simpel und ereginislos designed sind. Bei beiden geht es darum eine Hitbox mit irgendwelchen Sachen zu treffen, das geschieht auf die fummeligste Art während in den Kämpfen selbst nichts passiert. Level wirken leer, plötzlich werden Kristall Collectibles in den Portalen für die Gold Statuen versteckt(?) hier kann nicht der selbe Leveldesigner am Werk gewesen sein.
    Die 4. Welt mit den Inkas hat dann plötzlich nur noch 2 statt 6 Level, wovon eines daraus besteht dass man 30 Babies mit einer absolut grauenerregenden Weitsicht in einem offenen Abschnitt suchen muss und in ein Gehege transportiert. Ich hatte sogar einen Bug durch den ich das 30. Baby nicht bekommen konnte, also musste ich diese langweilige Scheisse 2x machen, ansonsten gibt es noch ein langweiliges Labyrinth in dem NICHTS passiert und man einfach nur stumpf den Ausgang sucht, man merkt richtig wie die Macher kein Bock mehr hatten das Spiel weiter zu machen.

    Danach geht es unvermittelt zu einem Bosskampf gegen den Bösewicht, ohne kontextualisierende Cutscene dazwischen (wovon das Spiel so einige bis dahin hatte) anschließend gehts zum Enddungeon mit 3 sehr kurzen random Leveln, die man super in die Azteken Welt hätte packen können und einen 2. Kampf gegen den Bösewicht (der noch in Ordnung war) Immerhin war die Ending-Szene wo Croc seine Eltern trifft echt sehr niedlich.

    Für das Sammeln aller Goldstatuen darf man dann die ersten 3 Welten noch mal machen um Croc-Eier zu retten, mit sehr kurzen Versionen der bisherigen Level ansonsten sind es 1:1 die selben Hub-Welten nur jetzt mit Gegner vollgestopft. Hat man das auch geschafft (was in einer Viertel Stunde problemlos machbar ist) kommen zum 2. Mal sehr unzeremoniell die Credits, ohne irgendwelchen Kontext dass man die Eier zurückgebracht hat und so.

    Fazit: Croc 2 hat größere Höhen als sein Vorgänger aber auch sehr viel größere Tiefen. Während Croc 1 stellenweise monoton werden kann, aber sein Qualitätsniveau konstant hält und sich einfach runder anfühlt, wirkt Croc 2 schlicht und ergreifend unfertig, mit mehr Zeit und "polish" hätte daraus ein hervorragendes Spiel werden können was zu den Must-Have Plattformern für die Konsole gezählt hätte, so jedoch bleibt ein fader Beigeschmack hängen, der starke Start bleibt mir natürlich noch gut in Erinnerung, aber je weiter man durch das Spiel vorangeschritten ist desto mehr fühlt es sich wie Zeitverschwendung an, der hohe Schwierigkeitsgrad des Spiels verpufft gegen Ende wo das Spiel zunehmendst leichter wird und nur noch für Frust wegen schlechten Hitboxen und hingeklatschten Leveldesign sorgt. Echt blöd, wo ich den ersten Teil noch als ne Art Klassiker sehen würde, ist Croc 2 einfach nur ein skuriles merkwürdiges Spiel, wo es mich nicht sonderlich stören würde, wenn es in Vergessenheit gerät. Und das ist wirklich schade weil ich dem Titel sehr positiv gegenüber eingestellt war. Ich denke das Beste was Croc 2 gemacht hat ist dem Franchise an sich mehr Identität zu geben mit der besseren Charakterisierung von Croc und den Gobbos, das empfand ich als wirklich gut gelungen.

    Geändert von Klunky (29.09.2022 um 15:21 Uhr)

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