Days Gone vorhin nach 33 Std. ungewollt beendet.
Ein Bug kurz vorm letzten Kapitel, wo eine Horde nicht auftaucht und mich am weiterspielen hindert, hat jetzt leider dafür gesorgt, dass ich mir die letzten Szenen auf Youtube anschauen muss.
Bis zu diesem Punkt war Days Gone auch sonst recht durchwachsen.
Die Handlung wird gut in Szene gesetzt, bleibt leider Grütze.
Also zur Abwechslung mal eine vorhandene Story, die mir bloß nicht gefällt, da ich mir vorkomme, als seinen die Sons of Anarchy in The Walking Dead liegen geblieben.
Gerade mit TWD hat man ein völlig ausgelutschtes Thema weiter gemolken und nicht nur das, nein, man kopiert sogar frech von der Serie.
Hey, Daryl auf'n Bike ist beliebt, also machen wir einen ähnlichen Charakter.
Dabei rausgekommen ist Deacon St. John, ein harter Biker mit Kutte.
TWD hat Camps wie Hilltop, Alexandria & Woodbury, während DG mit Copeland, Hot Springs oder Lost Lake trumpfen möchte, die alle ihre Probleme haben.
Als wäre das nicht schon billig genug, hat man versucht diese ganze Welt in einen Motorradclub zu zwängen.
Ständig ist - während einer Zombieapokalypse - von Bikes die Rede, denn jeder fährt damit, jeder lästert oder lobt das Bike des anderen und sagen halt immer B-I-K-E, statt Motorrad und habe ich bis Stunde 33 nicht ein einziges Auto fahren sehen.
Also man kann den Spieler auch versuchen mit einem Vorschlaghammer alles reinzuhämmern, nur leider ist das unglaubwürdig und wem interessieren Kutten, Bikes, Tattoos vom Club und solch ein Scheiß, wenn draußen die Welt untergeht?
Protagonist Deacon selber hat dafür einige starke Momente.
Gerade zu Beginn, wenn er sich vor anderen erklären versucht, wie er tickt, dabei nach den richtigen Worten sucht usw. kann das Interesse wecken.
Nach einigen Stunden wird das bloß öde.
Deacon reagiert später nämlich immer öfters emotional völlig übertrieben und er selber ist ein ziemlicher Heuchler.
Schwingt das ganze Spiel über die Moralkeule und ist selber ein Massenmörder, der bereits vor der Apokalypse nichts auf die Reihe bekommen hat.
Begleitet wird er von seinem dümmlichen Freund, den er sogar mit Spitznamen anspricht, als wäre deren jetziger Zustand ein riesiges Spiel unter Freunden.
Leider ist besagter Freund, ach warte, das sind ja harte Biker-Boys, also sein BRUDER absolut nervig.
Es kommt fast nie ein vernünftiger Dialog zustande und werden gewisse Punkte bis zum erbrechen wiederholt.
Das gilt sogar für deren Wortwahl, denn Deacon ist immer genervt und wiederholt locker im jeden zweiten Satz wie scheiße alles ist und wehe er mag jemanden nicht, dann redet er mit sich selber und wiederholt 10x deren Namen und ja, er ist dann halt genervt.
Sollte ich also jemals wieder in meinen Leben den Namen O'Brian hören (Kenner wissen was ich meine), schmeiße ich mich aus'n sechsten Stock.
Auch sonst macht die Handlung keine großen Sprünge, zieht sich darüber hinaus sogar elendig in die Länge. Denn Deacon ist überraschenderweise durch seine Vergangenheit als weltberühmter Biker mit allen Problemen sowie Ursachen im Spiel verbunden, was gleich doppelt so unglaubwürdig rüberkommt.
Je weiter man im Spiel kommt, desto schlimmer wird es und das gilt auch fürs Gameplay.
Während man in den ersten Stunden z.B. die Mission erhält mehrere Gegenstände zu suchen, wird man im letzten Drittel für jeden Gegenstand extra bis ans andere Ende der aktuellen Map geschickt.
Hier wollte man wohl Zeit schinden, dabei sind diese Missionen/Nebenmissionen zum verzweifeln anspruchslos.
Das ist anscheinend der Fluch von vielen Open World Games, den Spieler mit Langeweile zu strafen, da man ununterbrochen von Punkt A nach B fährt, etwas holt, entdeckt oder tötet und schon geht alles wieder von vorne los.
Die Schnellreise steht ein aus mehreren Gründen öfters nicht zur Verfügung und bis eine Mission anfängt muss man meistens erst das Camp verlassen und sinnlos rumfahren.
Wenn man Pech hat ist man sogar umsonst rausgefahren und muss wieder zurück.
Manchmal besteht sogar eine komplette Mission oder der "wichtige" Dialog einer Mission bloß aus einen einzigen Satz.
Dafür muss man doch nicht wirklich extra irgendwo hinfahren, oder?
Außerdem wird man bei all den Szenen von nervigen und mächtig langen Ladezeiten und zahlreichen Bugs gequält.
Hiermit wäre der Contra-Part durch und hat Days Gone durchaus seine positiven Seiten.
So möchte ich nämlich die Open World an sich loben.
Die Landschaft ist sehr entspannend.
Man wird unterwegs nicht großartig belästigt von Such- und Sammelaufgaben und viele Dialoge kann man wegklicken (wie in etwa diesen nervigen Radiosender).
Selbst wenn man unterwegs anhält und Plünderer hoch nimmt, dauert dies nicht ewig, woran der übermächtige Nahkampf nicht ganz unschuldig dran ist.
Oder wenn man von der Landschaft regelrecht verschlungen wird, ums überleben kämpft, weil ein Benzin oder andere Vorräte ausgegangen sind und zu guter Letzt in einer Horde reinstolpert, spielt Days Gone seine Stärken aus.
Mit Motorrad entkommt man schnell, nur das hier:
Sind dann die Highlights im Spiel.
Schon lustig wie etwas so verbrauchtes wie Zombies & die x-te Open World gerade vom Gameplay her so spannend umgesetzt werden kann, während man beim Plot innerlich abschaltet.
Fazit: Bereue Days Gone nicht und habe mir lange Zeit nichts handfestes darunter vorstellen können.
Für 30 Euro war mir das durchaus ein Versuch wert gewesen und doch, während einige wenige NPCs, die Welt an sich und gerade der Survival-Aspekt mich überraschen konnten, ist der Rest furchtbar eintönig und völlig belanglos.
Schade um all das verschwendete Potenzial und wenigstens einige Monate hätte man sich mehr Zeit für die zahlreichen Bugs nehmen können.
Hätte man zudem nicht auf diese Biker-Story gedrängt oder wäre man vielleicht sogar den Weg eines Fallout gegangen, wäre Days Gone besser bei mir weggekommen.
Somit bleibt ein nettes weiteres Spiel im diesen Jahr, welches ich leider durch die Unfähigkeit der Entwickler nicht abschließen durfte.
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