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Ehrengarde
Runespell: Overture
Ich muss aufhören, Spiele nach den ersten 20 Spielminuten zu bewerten - irgendwo hier im Forum habe ich mich darüber ausgelassen, dass das Spiel einen viel zu hohen Schwierigkeitsgrad hat. Dass es stärker motiviert als gedacht, bemerkt man spätestens am nächsten Tag, wenn der Ärger über einen übermächtigen Gegner verflogen ist^^.
Joar, großteils ist das Spiel eine Art PuzzleQuest-Clone mit Pokerkarten, und erbt damit auch alle Stärken und Schwächen von PuzzleQuest. Will heißen: Das Kampfsystem motiviert ungemein und die Story kann man getrost ignorieren - wer es nicht tut, erkennt dahinter wenigstens Ansätze einer durchgehenden Storyline (während in PuzzleQuest quasi alles aus der Klischee-Mottenkiste gezaubert wurde, was Fantasy-RPG im Mittelalter-Setting hergibt). Nicht so toll ist, dass die Story tatsächlich mittendrin aufhört, ohne abgeschlossen zu sein - die Entwickler haben aber schon angekündigt, kostenlose DLCs und evtl. einen kostenpflichtigen Nachfolger zu produzieren. Auf alle Fälle soll noch kostenlos ein Multiplayer-System nachgepatcht werden, bevor die Story fortgesetzt wird...
Das Kampfsystem ansich war garnicht mal so schlecht und hielt auch hie und da Überraschungen parat, aber man hätte es NOCH taktischer machen können. So hat z.B. ein Fünfling (da man mit mehreren Kartendecks spielt, ist diese Kombination auch möglich) mit Assen keinerlei Vor- oder Nachteile ggü. einem Fünfling mit Einsen. Die Händler im Spiel haben rückblickend eigentlich nur Schrott-Bonuskarten verkauft, während die meisten Gegner die wirklich lohnenswerten Bonuskarten hatten. Es gibt zwar Angriffsmöglichkeiten mit verschiedenen Elementen (Feuer, Natur etc.), aber pauschal nur "Schaden abwehren"-Karten zur Verteidigung - da ist es dann im Endeffekt egal, mit welchem Element der Gegner angreift. Wenigstens gibt es unterschiedliche Karten je für "Magieschaden abwehren" oder "Physischer Schaden abwehren"... Da hätte man (auch noch aus mehreren, anderen Gründen) noch eine Menge herausholen können... Im Endeffekt sehen die Kämpfe alle so aus, dass man möglichst viele Vierlings- oder Fünflings-Kombinationen dem Gegner um die Ohren wirft und gegen Ende noch eine X-beliebige Angriffs-Magiekarte einsetzt, damit der Gegner früher das Zeitliche segnet als man selbst. Generell sind alle Kämpfe im Spiel äußerst knapp, da sich HP-Zahl des Spielers und der Gegner nur minimal unterscheiden. Gerade deswegen ist aber dann der Ärger groß, wenn man mit nur wenigem HP-Unterschied verliert und der mehrere Minuten dauernde Kampf dann wiederholt werden muss. Ich habe auch das Gefühl gehabt, dass man hier öfter verliert als in PuzzleQuest...
Mir pers. haben Musik und Grafik hier deutlich besser gefallen als in PuzzleQuest. Die Musik war in der Overworld atmosphärisch und im Kampf treibend - nicht so wie in PuzzleQuest, da klimperte die Musik ja nur dahin...
Auch wenn ich jetzt großteils gemeckert habe: das Spiel hat doch sehr viel Spaß gemacht, hauptsächlich wegen dem vergleichsweise hohen Schwierigkeitsgrad. Laut Steam habe ich 8 Stunden damit verbracht - genau wie bei PuzzleQuest. Allerdings: Ich habe PuzzleQuest noch nicht durch und nicht die geringste Motivation, weiterzuspielen, während ich gerne mit Runespell: Overture weiterspielen möchte... Nur kann ich das bei Letzterem wegen fehlendem Content leider (noch?) nicht machen...
Geändert von Manuel (09.08.2011 um 00:13 Uhr)
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