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Ergebnis 4.201 bis 4.205 von 4205

Thema: gerade durchgespielt

  1. #4201
    Avowed



    Ich bin schon seit Pillars of Eternity ein großer Fan von Eora und hatte Avowed bereits seit seiner Ankündigung 2020 auf dem Radar. Ich habe sogar bewusst auf das Anniversary Update im Feb. 2026 gewartet, bevor ich losgelegt habe – und jetzt, nach dem Durchspielen, bin ich froh darüber. Das Spiel wirkt dadurch runder, auch wenn man an vielen Stellen merkt, dass das Budget nicht gerade üppig war. Was Avowed aber wirklich gut kann, ist Erkundung. Überall gibt es Abzweigungen, kleine Geheimnisse, versteckte Truhen und Belohnungen. Das Spiel drängt einen nicht, sondern lädt ein – und das fühlt sich angenehm altmodisch an. Die vier großen Regionen sind abwechslungsreich, jedes Biom hat seinen eigenen Flair, und ich fand es sehr angenehm, dass es keine riesige Ubisoft‑Megakarte gibt, die man mit Icons abarbeiten muss. Man läuft einfach los, kämpft, entdeckt und folgt der Story, ohne ständig das Gefühl zu haben, eine To‑Do‑Liste abzuarbeiten. Optisch ist Avowed ein zweischneidiges Schwert. Die Welt, die Effekte, die Musik und der Sound sind richtig schön und technisch solide. Aber die Gesichtsanimationen und Charaktermodelle wirken dagegen ziemlich schwach. Das reißt einen manchmal aus der Immersion, auch wenn die Atmosphäre insgesamt gut getragen wird. Als jemand, der die Pillars‑Lore kennt, hatte ich viele Aha‑Momente. Avowed spielt zwar in Eora, aber man braucht kein Vorwissen – das Spiel erklärt viel. Trotzdem: Wer die beiden Pillars‑Teile gespielt hat, bekommt einfach mehr Kontext, mehr Bedeutung, mehr Nostalgie. Ohne dieses Vorwissen bleibt Avowed vermutlich für viele "nur" ein gutes Action‑RPG. Und das ist okay, denn es will auch gar kein Pillars 3 sein. Der Fokus liegt klar auf Kampf und Erkundung, nicht auf komplexer Party‑Dynamik oder tiefen RPG‑Systemen. Die Begleiter sind leider eine Enttäuschung. Es gibt bis auf den ersten Gefährten keine richtigen Gefährtenquests, und selbst der eine ist schnell vorbei. Man kann sich im Camp mit ihnen unterhalten, sie kommentieren auch einiges, aber sie bleiben blass und wirken eher wie Beiwerk als wie echte Charaktere. Sympathisch sind sie allemal und oft auch sehr witzig. Bei den Gegnern hätte ich mir mehr Vielfalt gewünscht. Man kämpft gefühlt ständig gegen Xaurips, Spinnen, Skelette und Bären. Die Bosse sind meist nur stärkere Varianten davon. Das Kampfsystem macht zwar Spaß, aber die Abwechslung leidet darunter. Die Story ist für mich ein "kommt drauf an". Sie ist nicht schlecht, aber sie hat mich auch nicht wirklich gepackt. Im Kern ist es eine große Schnitzeljagd, und das war noch nie mein Lieblingsstil. Die Inszenierung bleibt eher nüchtern. Dafür glänzt das Spiel wieder mit typischer Obsidian‑Entscheidungsfreiheit: Viele Entscheidungen wirken sich spürbar aus, es gibt unterschiedliche Enden, und manche Konsequenzen verändern sogar Teile der Spielwelt. Schade nur, dass diese Welt ansonsten sehr statisch wirkt. NPCs stehen oft einfach nur herum, es gibt keine dynamischen Ereignisse – einzig der Tag‑Nacht‑Rhythmus sorgt für Bewegung.

    Unterm Strich merkt man Avowed an, dass an vielen Ecken gespart wurde: wenig Gefährteninhalte, wenig Gegnerarten, eine eher trockene Inszenierung. Aber gleichzeitig hat das Spiel Herz. Es macht Spaß, durch die Regionen zu streifen, zu kämpfen und wieder ein bisschen Eora‑Luft zu schnuppern. Für Lore‑Kenner ist es definitiv das bessere Erlebnis, aber auch ohne dieses Vorwissen bekommt man ein solides, angenehm fokussiertes Action‑RPG. Und nach 60h in Avowed merkte ich wieder, wie sehr ich mich über ein echtes Pillars of Eternity 3 freuen würde. Bitte Microsoft!

  2. #4202


    Ich habe mir das endlich mal angeschaut weil es in der nächsten Master Collection noch immer nicht enthalten ist und es hat mich überrascht wie gut sich das Gameplay anfühlt. Zumindest wenn man das Spiel emuliert und mittels Controller spielt. Sobald man kapiert hat welche Tasten was machen und den Controller entsprechend konfiguriert, fühlt es sich nämlich wie ein vollwertiges Metal Gear an. Die Steuerung ist zwar ein bisschen steif, das ist aufgrund des restlichen Gameplays aber kein wirkliches Problem. Ich fand es allerdings schwer abzuschätzen aus welcher Reichweite man die Gegner treffen kann und habe manche von denen nur erledigen können als sie bereits auf mich zugelaufen sind. Das Spiel ist allerdings so einfach dass man die meisten Gegner komplett ignorieren kann, von daher ist das größtenteils egal.

    Es gibt außerdem ein Camo System das es einem ursprünglich erlaubt hat Farben mithilfe der Handy Kamera aufzunehmen und Snakes Anzug entsprechend anzupassen. Alternativ kann man auch die ingame Kamera verwenden, was beim Emulator natürlich die einzige Option ist. Zum Schleichen ist das allerdings komplett irrelevant, von daher habe ich das nur für die paar Stellen verwendet an denen man ohne eine bestimmte Farbe nicht weiterkommt.

    Das Gameplay ist allerdings das einzig gute am Spiel. Ein kompletter Durchgang dauert nämlich nur 50 Minuten, von daher sollte klar sein dass die Story nicht viel zu bieten hat. Das Spiel versucht zwar die Lücke zwischen MGS1 und MGS2 zu schließen, indem es eine Story erzählt in der Snake einen weiteren Metal Gear vernichtet, da wird aber nicht viel draus gemacht.

    Snake infiltriert mit Otacons Hilfe irgendeine Anlage, läuft ein bisschen durch die Gegend um ihren Kontakt zu finden, dann gibt es einen Plottwist, und danach muss man bereits in die Tiefen der Anlage vordringen um Metal Gear zu vernichten. Kurz vor Schluss gibt es zwar noch einen Plottwist (die komplette Story ist nur eine Simulation in der Snake gefangen war), aber obwohl der theoretisch sehr interessant hätte sein können, sorgt er stattdessen dafür das komplette Spiel als irrelevant abzustempeln. Er führt außerdem dazu, dass das Spiel nach dem Endboss direkt aufhört, gefolgt von einer sehr kurzen Endsequenz und Credits.

    Der Endboss ist außerdem der einzige Boss im ganzen Spiel. Vom Gameplay her ganz in Ordnung da er Snakes Deckung zerstören kann, aber storytechnisch hat er nichts zu bieten. Keine Hintergrundstory, keine interessanten Gespräche. Er ist einfach nur ein Hindernis das Snake überwinden muss.

    Optionale Codec Gespräche hat das Spiel ebenfalls nicht zu bieten und neben Otacon gibt es nur eine weitere Person mit der Snake reden kann.

    War also ganz interessant das Spiel endlich gespielt zu haben, aber empfehlen würde ich es niemandem.

    Geändert von ~Jack~ (17.03.2026 um 11:11 Uhr)

  3. #4203
    Metroid Prime 4: Beyond (Nintendo Switch 2) - 16:34 Std.

    Mein erstes Switch-2-Spiel und was ist mir direkt im Dschungel aufgefallen? Die schicke Grafik.
    Vorbei sind die hässlichen und technisch minderwertigen Switch-Zeiten und so habe ich mich auf ein cooles Metroid gefreut.
    Spielzeit geht auch voll in Ordnung und schlecht ist es bei weitem nicht, nur eben auch nicht wirklich gut.
    Ich würde mir allmählich andere Fähigkeiten wünschen oder weniger bzw. mehr Story, denn das, was abgeliefert wurde, lässt mich erschaudern.
    Samus wurde erneut auserwählt, einen fremden Planeten als heilige Mutter Gottes zu durchstreifen, ist diesmal nur nicht alleine.
    Es gibt weitere Soldaten, die einen anfunken oder gar begleiten.
    Das ist suboptimal, da Samus ihren Mund nicht aufkriegt und die anderen zu gesprächig sind und aus einem amerikanischen Kriegsfilm stammen könnten.
    Es folgt ein Klischee nach dem anderen und ich finde es absolut furchtbar, vom Nerd angefunkt zu werden, sobald das Spiel meint, einen weiterhelfen zu müssen.
    Die anderen sind so blass, dass man sich permanent wünscht, die würden vom nächsten Monster gefressen werden.
    Wer das für eine gute Idee hielt, um dem Spiel mehr Handlung oder Tiefsinn zu verleihen, gehört gesteinigt.
    Als würde das nicht genügen, muss der Spieler ständig hin- und her rennen.
    Ihr habt einen Chip gefunden? Ab durch die Wüste und bis zum Anfang, denn der Nerd wartet!
    Es fehlen Ersatzteile? Viel Spaß beim Suchen in der Wüste!
    Grüne Kristalle? Wieder Wüste!
    Es ist furchtbar monoton, diese überaus hässliche Map einer leeren Wüste durchqueren zu müssen, und da folgen keine Abkürzungen, Schnellreisen oder dergleichen, sondern es ist immer der gleiche Mist.
    Dazu dieses ständige Geplappere über Funk und das ist etwas, was ich überhaupt nicht mehr abkann.
    Ohne Pause wird dem Spieler keine ruhige Minute mehr gegönnt.
    Ständig wird einem unter die Arme gegriffen oder man ist der Meinung, bespaßt werden zu müssen.
    God of War (Ragnarök), Metroid Prime 4: Beyond, Donkey Kong Bananza, Metaphor: ReFantazio oder Ninja Gaiden 4.
    Ich will endlich wieder vermehrt meine Ruhe beim Spielen oder sinnvolles Zeugs von meinen Begleitern hören.
    Doch die aktuelle Entwicklung ist wie die Pest.
    Auf der anderen Seite kam in den einzelnen Biomen aber das typische Metroid-Feeling auf, was für ausreichend Spaß sorgte.
    Unterm Strich bleibt ein nettes Spiel übrig, aber ein eher schwacher Switch 2-Titel aus dem Hause Nintendo.

    Donkey Kong Bananza (Nintendo Switch 2) - ca. 15 Std.

    Großer Affe trifft kleines Mädchen und beide arbeiten sich zum Erdkern durch.
    Dabei kann und darf 80 Prozent der Welt zerstört werden, weil Donkey Kong sich jetzt als Gold(Bananen)gräber versucht.
    Grafik ist toll, die Unterebenen sind optisch abwechslungsreich und trotzdem ist mir alles viel zu riesig.
    Wer glaubt, ich würde zig Stunden damit vergeuden, mich dumm und dusselig zu graben, damit Banane XY zum Vorschein kommt, irrt sich gewaltig.
    Denn langweiliger kann ein Level gar nicht aufgebaut werden.
    Ich bin stumpf der Hauptquest gefolgt und war dennoch manchmal genervt von den vielen Beschäftigungsmaßnahmen und dem völlig in die Länge gezogenem Ende.
    Die Verwandlungen, der extrem niedrige Schwierigkeitsgrad, das Singen von Paulina und deren nerviges Gelaber sind so Punkte, die sich für mich nicht harmonisch anfühlen.
    Auf mich wirkte Bananza so nur unnötig aufgebläht plus Ubisoft-Sammelwahn.
    Ein 2D-Donkey Kong wäre mir 10x lieber gewesen und so bleib erneut ein nettes Spiel Switch 2 Spiel, wovon ich mir deutlich mehr erhoffte.

  4. #4204

    Badass Freakin' Administrator
    stars_admin
    Clair Obscur: Expedition 33 (EU PlayStation 5)
    Gerade durchgespielt kann man hier sehr strecken, denn tatsächlich habe ich das Spiel bereits Anfang März beendet. Zu Beginn hatte ich es etwas schleifen lassen, da ich nicht so richtig reingekommen bin, aber dann hatte es von hier auf jetzt *klick* gemacht und ich habe es in ein paar Tagen durchgezogen. Man kann viel über das Spiel schreiben, jedoch spare ich mir ausführliche Erläuterungen zur Story und sage nur, dass ich mich am Schluss entschieden habe [INSP]Verso zu wählen[/INSP}. Das Kampfsystem (gerade das Parry-System) fand ich super, auch wenn es mit ein bisschen Aufmerksamkeit broken wie Sau ist. Die Musik war durchgehend fantastisch und ich hoffe das Amazon jetzt endlich mal meinen CD OST von dem Game verschickt... da muss die Nachfrage wohl riesig gewesen sein. Zu den Charakteren kann man auch viel schreiben, jedoch hat mir tatsächlich gegen Ende Maelle am meisten zugesagt. Irgendwie bin ich froh, dass ich das Spiel nicht gleich zum Release unter dem ganzen Hype gespielt habe, sondern es erst jetzt in aller Ruhe nachholen konnte.

    Control: Ultimate Edition (EU Xbox Series X)
    Warum auch immer habe ich Control nie gespielt, aber die vergangenen Woche wollte ich dann doch mal sehen, was die Leute so gut daran finden. Die Story ist einfach verrückt und irgendwie ist es geil, dass man das Spiel dafür genutzt hat die beiden Alan Wake-Teile sinnvoll in das Universum zu holen und es sogar Sinn ergibt. Das Spiel selbst ist ein 3D-Metroidvania, bei dem ich nicht nur 1x geflucht habe, weil ich nicht mehr wusste, wie ich in bestimmte Bereiche gekommen bin, wo ich davor schon Mal war. Warum auch immer finde ich mich in 3D-Metroidvanias nie zurecht, was auch der Grund ist, wieso ich bis heute keinen Teile von Metroid Prime beendet habe. Hat auf jeden Fall Spaß gemacht und ich bin schon auf Teil 2 gespannt, aber wer auch immer auf die Idee kam einen solch nervigen Boss im AWE-DLC am Schluss zu präsentieren, gehört gefeuert (ich befürchte fast, dass das aber schon aus anderen Gründen passiert ist).

  5. #4205


    Ein CRPG das sich oberflächlich gesehen mit einem einzigen Begriff beschreiben lässt: "Disco Elysium"-like.

    Das äußert sich vor allem darin dass alle Attribute als Stimmen im Kopf des Protagonisten dargestellt werden und ständig ihren Senf dazugeben, wodurch der Protagonist aus Sicht anderer Charaktere teilweise so wirkt als ob er den Verstand verloren hat.

    Alle wichtigen Interaktionen werden außerdem mit Würfeln entschieden deren Ergebnisse sich unter anderem mit Skills beeinflussen lassen. Um diese zu erlernen muss man allerdings erst Quests abschließen und sich anschließend einen Skill als Belohnung aussuchen. Da man maximal vier Skills ausgerüstet haben kann, darf man die aber relativ frei miteinander tauschen. Die einzige Limitation besteht darin dass ein verlernter Skill erst am nächsten Tag wieder erlernt werden darf.

    Die Prämisse des Spiels hat ebenfalls starke Ähnlichkeiten mit Disco Elysium. Man spielt hier nämlich einen Kleriker der teilweise unter Amnesie leidet und von seinen Vorgesetzten damit beauftragt wurde die mysteriöse Explosion eines Teeladens zu untersuchen bevor in wenigen Tagen die allererste demokratische Wahl stattfindet. Und man erhält sogar einen Sidekick in Form des Goblins Snell, der einem helfen soll die Wahrheit hinter dieser Explosion zutage zu fördern.

    Im Gegensatz zu Disco Elysium hat der Protagonist seine Erinnerungen allerdings nicht weggesoffen, sondern wurde aus dem Fluss gefischt und anschließend in eine Leichenhalle transportiert, wodurch der Beginn des Spiels starke Ähnlichkeiten mit Planescape Torment hat.

    Darüber hinaus ist es aber ebenfalls ein extrem textlastiges Abenteuer voller politischer und philosophischer Diskussionen. Es fühlt sich allerdings mehr wie ein klassisches D&D CRPG an, da man im Laufe des Abenteuers unzählige Ausrüstungsgegenstände und viele Zauber sammelt und wesentlich mehr Gegner bekämpft als in Disco Elysium. Die Kämpfe laufen allerdings ebenfalls in Textform ab und da es für so gut wie jede Waffe eine Ausrede gibt warum der Protagonist sie nicht als Waffe nutzen kann, ändern diese leider nichts an der Präsentation oder dem Ablauf der Kämpfe.

    Um Zauber wirken zu können muss man außerdem erst einen Schrein aufsuchen um die Zauberslots zu füllen. Sobald die aufgebraucht sind müsste man eigentlich rasten, es gibt aber auch einige Items mit denen man die Slots wiederherstellen kann, wodurch ich über das komplette Spiel hinweg nie von einer kurzen Rast Gebrauch machen musste. Einzig die lange, acht Stunden dauernde Rast sollte man tatsächlich nutzen, weil der Protagonist ansonsten mehrere Level an Erschöpfung erhält, was alle Skillchecks negativ beeinflusst und irgendwann zu einem Game Over führt.

    Im Gegensatz zu Spielen wie Baldur's Gate kann man allerdings nicht ständig rasten um sich zu erholen. Man hat nämlich nur fünf Tage Zeit um das Geheimnis der Story zu lösen. Dieses Zeitlimit ist allerdings mehr als gnädig bemessen, da ich so gut wie alles gemacht habe was das Spiel zu bieten hat und die Story bereits am vierten Tag hätte abschließen können. Man kann außerdem soviel rumlaufen wie man will ohne dass auch nur eine einzige Sekunde verstreicht. Nur Aktionen, wie Gespräche, sorgen tatsächlich dafür dass die Zeit voranschreitet. Manche Gespräche können allerdings mehrere Stunden dauern wenn man jedes einzelne Thema abarbeitet.

    Obwohl man, genau wie in Disco Elysium, nur einen kleinen Teil der Stadt erforschen kann, gibt es außerdem ein umfangreiches Dungeon zu erforschen, was ebenfalls zum klassischen CRPG Feeling beiträgt. Trotz der Ähnlichkeiten zwischen diesen Spielen ist es also mehr als nur eine billige Kopie. Ich habe zwar gelesen dass einige Spieler das Writing schlechter finden als in Disco Elysium, dazu kann ich allerdings nichts sagen ohne mir Disco Elysium selber nochmal anzuschauen, was ich irgendwann vermutlich nochmal tun werde, da ich nur das Original und nicht den Final Cut gespielt habe. Ich wurde allerdings von Anfang bis Ende sehr gut unterhalten, vor allem da sich das Spiel nur selten ernst nimmt und teilweise genauso absurd ist wie die Discworld Reihe.

    Ich würde außerdem sagen, dass die Auflösung der Story wesentlich zufriedenstellender ist als in Disco Elysium, wo ich das Finale nach all den Stunden an Nachforschungen sehr schwach fand. Bei Esoteric Ebb fand ich es nur schade dass man zwei komplett unterschiedliche Endings wählen kann, von denen eins aber kein wirkliches Ende ist obwohl ich dessen Folgen gern gesehen hätte. Die Musik des Endkampfs fand ich außerdem extrem unpassend, da sie weder zu dieser Art von Spiel, noch zum Rest des Soundtracks passt.

    Snell ist allerdings kein so guter Sidekick wie Kim Kitsuragi. Einzig im Finale tut er etwas das tatsächlich erinnerungswürdig ist.

    Es gibt außerdem keine Sprachausgabe, die ansonsten einiges zum Humor des Spiels hätte beitragen können.

    Die Reaktivität des Spiel ist außerdem sowohl die größte Stärke, als auch die größte Schwäche von Esoteric Ebb. Es gibt nämlich einige Charaktere die drauf reagieren wenn man sie bestohlen hat, oder Kommentare von sich geben wenn man bestimmte Ausrüstungsgegenstände trägt. An anderen Stellen gibt es aber überhaupt keine Reaktionen. Das zeigt sich bereits im zweiten Raum des Spiels, wo man einem Goblin die Armbrust aus den Fingern klauen kann und er in keinster Weise drauf reagiert, auch wenn die Armbrust zumindest visuell entfernt wird. Es gibt allerdings auch Items die man klauen kann ohne dass sie visuell entfernt werden, wie den gigantischen Löffel einer Hexe, wodurch ihre Reaktion auf den Diebstahl nicht zu ihrem Artwork passt. Da hätte der Entwickler also noch ein bisschen mehr Arbeit reinstecken können.

    Wer Disco Elysium und/oder CRPGs mag, dem würde ich das Spiel aber absolut empfehlen.

    Geändert von ~Jack~ (05.04.2026 um 17:17 Uhr)

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