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Ergebnis 4.201 bis 4.202 von 4202

Thema: gerade durchgespielt

  1. #4201
    Avowed



    Ich bin schon seit Pillars of Eternity ein großer Fan von Eora und hatte Avowed bereits seit seiner Ankündigung 2020 auf dem Radar. Ich habe sogar bewusst auf das Anniversary Update im Feb. 2026 gewartet, bevor ich losgelegt habe – und jetzt, nach dem Durchspielen, bin ich froh darüber. Das Spiel wirkt dadurch runder, auch wenn man an vielen Stellen merkt, dass das Budget nicht gerade üppig war. Was Avowed aber wirklich gut kann, ist Erkundung. Überall gibt es Abzweigungen, kleine Geheimnisse, versteckte Truhen und Belohnungen. Das Spiel drängt einen nicht, sondern lädt ein – und das fühlt sich angenehm altmodisch an. Die vier großen Regionen sind abwechslungsreich, jedes Biom hat seinen eigenen Flair, und ich fand es sehr angenehm, dass es keine riesige Ubisoft‑Megakarte gibt, die man mit Icons abarbeiten muss. Man läuft einfach los, kämpft, entdeckt und folgt der Story, ohne ständig das Gefühl zu haben, eine To‑Do‑Liste abzuarbeiten. Optisch ist Avowed ein zweischneidiges Schwert. Die Welt, die Effekte, die Musik und der Sound sind richtig schön und technisch solide. Aber die Gesichtsanimationen und Charaktermodelle wirken dagegen ziemlich schwach. Das reißt einen manchmal aus der Immersion, auch wenn die Atmosphäre insgesamt gut getragen wird. Als jemand, der die Pillars‑Lore kennt, hatte ich viele Aha‑Momente. Avowed spielt zwar in Eora, aber man braucht kein Vorwissen – das Spiel erklärt viel. Trotzdem: Wer die beiden Pillars‑Teile gespielt hat, bekommt einfach mehr Kontext, mehr Bedeutung, mehr Nostalgie. Ohne dieses Vorwissen bleibt Avowed vermutlich für viele "nur" ein gutes Action‑RPG. Und das ist okay, denn es will auch gar kein Pillars 3 sein. Der Fokus liegt klar auf Kampf und Erkundung, nicht auf komplexer Party‑Dynamik oder tiefen RPG‑Systemen. Die Begleiter sind leider eine Enttäuschung. Es gibt bis auf den ersten Gefährten keine richtigen Gefährtenquests, und selbst der eine ist schnell vorbei. Man kann sich im Camp mit ihnen unterhalten, sie kommentieren auch einiges, aber sie bleiben blass und wirken eher wie Beiwerk als wie echte Charaktere. Sympathisch sind sie allemal und oft auch sehr witzig. Bei den Gegnern hätte ich mir mehr Vielfalt gewünscht. Man kämpft gefühlt ständig gegen Xaurips, Spinnen, Skelette und Bären. Die Bosse sind meist nur stärkere Varianten davon. Das Kampfsystem macht zwar Spaß, aber die Abwechslung leidet darunter. Die Story ist für mich ein "kommt drauf an". Sie ist nicht schlecht, aber sie hat mich auch nicht wirklich gepackt. Im Kern ist es eine große Schnitzeljagd, und das war noch nie mein Lieblingsstil. Die Inszenierung bleibt eher nüchtern. Dafür glänzt das Spiel wieder mit typischer Obsidian‑Entscheidungsfreiheit: Viele Entscheidungen wirken sich spürbar aus, es gibt unterschiedliche Enden, und manche Konsequenzen verändern sogar Teile der Spielwelt. Schade nur, dass diese Welt ansonsten sehr statisch wirkt. NPCs stehen oft einfach nur herum, es gibt keine dynamischen Ereignisse – einzig der Tag‑Nacht‑Rhythmus sorgt für Bewegung.

    Unterm Strich merkt man Avowed an, dass an vielen Ecken gespart wurde: wenig Gefährteninhalte, wenig Gegnerarten, eine eher trockene Inszenierung. Aber gleichzeitig hat das Spiel Herz. Es macht Spaß, durch die Regionen zu streifen, zu kämpfen und wieder ein bisschen Eora‑Luft zu schnuppern. Für Lore‑Kenner ist es definitiv das bessere Erlebnis, aber auch ohne dieses Vorwissen bekommt man ein solides, angenehm fokussiertes Action‑RPG. Und nach 60h in Avowed merkte ich wieder, wie sehr ich mich über ein echtes Pillars of Eternity 3 freuen würde. Bitte Microsoft!

  2. #4202


    Ich habe mir das endlich mal angeschaut weil es in der nächsten Master Collection noch immer nicht enthalten ist und es hat mich überrascht wie gut sich das Gameplay anfühlt. Zumindest wenn man das Spiel emuliert und mittels Controller spielt. Sobald man kapiert hat welche Tasten was machen und den Controller entsprechend konfiguriert, fühlt es sich nämlich wie ein vollwertiges Metal Gear an. Die Steuerung ist zwar ein bisschen steif, das ist aufgrund des restlichen Gameplays aber kein wirkliches Problem. Ich fand es allerdings schwer abzuschätzen aus welcher Reichweite man die Gegner treffen kann und habe manche von denen nur erledigen können als sie bereits auf mich zugelaufen sind. Das Spiel ist allerdings so einfach dass man die meisten Gegner komplett ignorieren kann, von daher ist das größtenteils egal.

    Es gibt außerdem ein Camo System das es einem ursprünglich erlaubt hat Farben mithilfe der Handy Kamera aufzunehmen und Snakes Anzug entsprechend anzupassen. Alternativ kann man auch die ingame Kamera verwenden, was beim Emulator natürlich die einzige Option ist. Zum Schleichen ist das allerdings komplett irrelevant, von daher habe ich das nur für die paar Stellen verwendet an denen man ohne eine bestimmte Farbe nicht weiterkommt.

    Das Gameplay ist allerdings das einzig gute am Spiel. Ein kompletter Durchgang dauert nämlich nur 50 Minuten, von daher sollte klar sein dass die Story nicht viel zu bieten hat. Das Spiel versucht zwar die Lücke zwischen MGS1 und MGS2 zu schließen, indem es eine Story erzählt in der Snake einen weiteren Metal Gear vernichtet, da wird aber nicht viel draus gemacht.

    Snake infiltriert mit Otacons Hilfe irgendeine Anlage, läuft ein bisschen durch die Gegend um ihren Kontakt zu finden, dann gibt es einen Plottwist, und danach muss man bereits in die Tiefen der Anlage vordringen um Metal Gear zu vernichten. Kurz vor Schluss gibt es zwar noch einen Plottwist (die komplette Story ist nur eine Simulation in der Snake gefangen war), aber obwohl der theoretisch sehr interessant hätte sein können, sorgt er stattdessen dafür das komplette Spiel als irrelevant abzustempeln. Er führt außerdem dazu, dass das Spiel nach dem Endboss direkt aufhört, gefolgt von einer sehr kurzen Endsequenz und Credits.

    Der Endboss ist außerdem der einzige Boss im ganzen Spiel. Vom Gameplay her ganz in Ordnung da er Snakes Deckung zerstören kann, aber storytechnisch hat er nichts zu bieten. Keine Hintergrundstory, keine interessanten Gespräche. Er ist einfach nur ein Hindernis das Snake überwinden muss.

    Optionale Codec Gespräche hat das Spiel ebenfalls nicht zu bieten und neben Otacon gibt es nur eine weitere Person mit der Snake reden kann.

    War also ganz interessant das Spiel endlich gespielt zu haben, aber empfehlen würde ich es niemandem.

    Geändert von ~Jack~ (Gestern um 12:11 Uhr)

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