Nun melde auch ich mich zu Wort:
"Während ich Fräulein Daenerys im Großen und Ganzen zustimmen kann, binm ich doch was die Details angeht, nicht ganz ihrer Meinung.
1. Was die gute Frau Daenerys vergessen hat, zu erwähnen, ist, dass der Koch nach vollbrachter Tat das Fläschechen mit dem Fingerhut verschwinden lassen wollte." Davei ziehe ich das Fläschechen, das ich im Garten gefunden habe, aus meiner Tasche und stelle es auf den Tisch.
2. Ich denke nicht, dass der Tod des Kochs auf einen Streit zurückzuführen ist. Ich denke vielmehr, dass Herr Mortimer sein Ableben von Anfang an geplant hatte. Denn durch seine Schulden war es leicht unter Druck zu setzen, und hätte sich wohl früher oder später verplappert.
3. Ich bin nicht sicher, dass Herr Mortimer den Koch selbst umgebracht hat. Denn einerseits ist er nicht der Stärkste, zum anderen wäre der Koch in der Gegenwart seines Auftraggebers wohl besonders auf der Hut gewesen. Ich denke vielmehr, dass Herr Mortimer den Gärtner beauftragt hat, diesen Job zu erledigen. Er ist einerseits sehr stark, hat beim Koch keinen Verdacht erregt, auch wenn er nah an ihn herangekommen ist, und dürfte wohl durch eine derartige Tat keine schlaflosen Nächte erleiden müssen.
Ob er in den ganzen Plan eingeweiht war, oder lediglich wusste, dass er jemanden aus dem Weg räumen sollte, überlasse ich ihren Verhörspezialisten herauszufinden, da ich meine Daumenschrauben leider zuhause gelassen habe," füge ich mit einem Grinsen hinzu.
"4. Glaube ich nicht, dass Herr Mortimer die Stiftung selbst übernehmen wollte. Vielmehr glaube ich, dass er das Geld auf mehr oder weniger direkte Weise statt an seinen Bestimmungsort eher auf sein eigenes Konto bringen wollte, was, sofern er mit einigem Geschick vorgegangen wäre, einem Tölpel in Geschäftsdingen wie dem jungen Forsythe wohl niemals aufgefallen wäre, sodass er wahrscheinlich fleißig weiter Geld aus allen ihm bekannten Quellen besorgt hätte, was, wie ich denke, weniger Herr Mortimers Stärke sein dürfte."
Puh. Nach dieser langen Rede, gieße ich mir erstmal ein weiteres Glas Wein ein. Leider neigt sich die Flasche bereits langsam dem Ende zu. Ich beschließe, bevor wir endlich nach Hause gehen dürfen, dem Weinkeller nochmal einen kurzen Besuch abzustatten.