Seite 98 von 98 ErsteErste ... 48889495969798
Ergebnis 1.941 bis 1.952 von 1952

Thema: "Internet 1.984" oder "Wieviel Macht soll der Staat haben?"

  1. #1941
    Das Gesetz, dass gestatten die schwammigen Formulierungen ermöglichen jedes größere oder relevantere soziale Netzwerk unter Beschuss zu nehmen. Den Punkt von dir sehe ich aber auch als den zweiten Punkt, neben dem Kostenproblem, das Facebook wohl hauptsächlich zum Protest gegen das Gesetz treibt. Die haben ja jetzt schon damit zu kämpfen, dass Facebook inzwischen für die neuen Nutzer-Generationen wieder uninteressant wird, weil es sich zu einer Plattform für alte Leute entwickelt Das hier würde das, wie du beschrieben hast, noch verschärfen.

  2. #1942
    Zitat Zitat
    Mit Facebook-Daten vorhersagen, wer Alkohol oder andere Drogen nimmt

    Aktuelle Forschung zeigt, dass mit Hilfe maschinellen Lernens Vorhersagemethoden entwickelt werden können, um aus Facebook-Nachrichten, „Likes“ und „Status-Updates“ berechnen zu können, welche der Nutzer zu Drogen-, Tabak- oder Alkoholmissbrauch neigen. Dafür wurden elf Millionen Facebook-Accounts herangezogen und deren Verhaltensmuster analysiert.

    Wer sich an Alkohol, Tabak oder Drogen vergnügt oder sie missbraucht, zeigt bestimmte Verhaltensmuster, die über das Facebook-Profil und die Nutzungsgewohnheiten der Plattform abgelesen werden können. Daraus können mit hoher Genauigkeit Vorhersagen für andere Facebook-Nutzer errechnet werden, die den Missbrauch von solchen Substanzen anzeigen. Das ist ein Ergebnis einer Untersuchung von Wissenschaftlern des Addiction Recovery Research Centers in Roanoke, Virginia. Dazu nutzten die Forscher Verfahren des maschinellen Lernens und werteten damit große Mengen textueller Daten aus und bezogen auch die „Likes“ und die „Status-Updates“ ein. Damit konnte ein Erkennungssystem entwickelt werden, um Menschen aus der Menge der Facebook-Nutzer zu fischen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit Drogen zu sich nehmen und zum Missbrauch neigen.

    Die neue Studie bestätigt Ergebnisse früherer Forschung aus dem Jahr 2012, die bereits zeigen konnte, dass der Konsum von Alkohol, Tabak und Drogen aus der Analyse von Facebook-„Likes“ vorhergesagt werden kann. Die Menge der von den Forschern aktuell hinzugezogenen Daten erlaubt statistisch aussagekräftige Ergebnisse, da die ausgewerteten Datenmengen früherer Studien übertroffen werden: Alle „Likes“ von insgesamt elf Millionen Facebook-Nutzern und zusätzlich 22 Millionen „Status-Updates“ von 150.000 Facebook-Nutzern wurden verwendet.

    Verhaltensstörungen erkennen
    Den Forschern ging es um Menschen, die zu einer substance use disorder (SUD, psychische oder Verhaltensstörung bei Drogennutzung) neigen. Solche Personen können bei Konsum von Alkohol, Sedativa, Hypnotika, Tabak und weiteren Substanzen nicht nur eine Drogenabhängigkeit entwickeln, sondern auch Verhaltensstörungen. Ziel war es vorrangig, im Wege des maschinellen Lernens eine Vorhersagemethode zu finden, um aus ihren Facebook-Nachrichten diejenigen berechnen zu können, die an einer solchen SUD leiden. Dabei konnten im Umkehrschluss aber auch Erkenntnisse gewonnen werden, wie sich Alkohol oder andere Drogen auf das Nutzungsverhalten bei Facebook auswirken.

    Vielversprechende Plattform für Drogenforschung?
    Die wesentlichen ihrer Ziele erreichten die Wissenschaftler: Sie wollten algorithmische Lernmethoden finden, um den großen Datensatz der Facebook-Nutzer inklusive der „Likes“ und „Status-Updates“ zu analysieren, die aber nicht zeitgleich menschlich überwacht werden. Die Informationen, die der Software eingespeist wurden, sind dabei nicht gleichartig, müssen daher zum maschinellen Lernen kombiniert ausgewertet werden. Darauf basierend sollten SUD-Vorhersagemodelle entwickelt werden, deren Resultate für eine nachfolgende menschliche Analyse nutzbar sind.

    Das war erfolgreich: Für alle untersuchten SUD-Arten konnten jeweils über achtzig Prozent Vorhersagegenauigkeit erreicht werden. Die besten der entwickelten maschinellen Lernmethoden konnten mit einer Genauigkeit von 86 Prozent Tabaknutzung vorhersagen. Für Drogenkonsum konnte eine Treffgenauigkeit von 84 Prozent erreicht werden, für Alkohol 81 Prozent. Gegenüber früheren Studien konnte damit die Erkennungsrate übertroffen werden.

    Die Forscher ziehen daher das Fazit:

    Zitat Zitat
    We believe social media is a promising platform for both studying SUD-related human behaviors as well as engaging the public for substance abuse prevention and screening.

    (Soziale Medien sind unserer Auffassung nach eine vielversprechende Plattform, um menschliche Verhaltensweisen im Zusammenhang mit SUD [Anm. Redaktion = psychische oder Verhaltensstörung bei Drogennutzung] zu studieren sowie um die Öffentlichkeit über den Missbrauch von Substanzen zu informieren, diesen sichtbar zu machen und Prävention zu leisten.)
    Wie findet die Software Betäubungsmittelnutzer?
    Wenn man das Vorgehen inhaltlich betrachtet, bekommt man einen ganz guten Eindruck, wie ein Algorithmus Zusammenhänge rechnerisch konstruiert und über große Datenmengen hinweg zu Aussagen mit hoher Genauigkeit bringen kann. Die Forscher haben dafür Schlüsselbegriffe genutzt, die aus Vergleichsgruppen von Menschen mit Verhaltensstörungen aufgrund von Missbrauch von Drogen, Alkohol oder Tabak stammen und zu den jeweiligen Störungen mathematische Korrelationen aufweisen.

    Dazu gehören eine Reihe von Schimpfwörtern wie „fuck“ und „shit“, Bezüge zum Körper- oder emotionalen Zustand wie „hate“, „kill“, „blood“ und „pain“ sowie Wörter mit sexuellem Bezug wie „horny“ und „sex“. Zusätzlich wurden kulturelle Präferenzen hinzugezogen, etwa Musik, Filme oder Unterhaltungsaktivitäten. Ein Film wie „V for Vendetta“ ist beispielsweise positiv korreliert zu Alkoholkonsum, wohingegen etwa eine Vorliebe zu Trickfilmen negativ korreliert ist, also die Wahrscheinlichkeit gering ist, dass der entsprechende Facebook-Nutzer zu der Substanz greift.

    Die Forschung ist der Prävention von Drogen gewidmet, jedoch braucht man wenig Phantasie dazu, sich ganz andere Interessierte an diesen Vorhersagetechniken vorzustellen: Wenn etwa ein Werbetreibender aus der bloßen Beobachtung des Facebook-Verhaltens mit hoher Wahrscheinlichkeit weiß, einen starken Tabaknutzer vor der Flinte zu haben, kann er die angebotene Werbung entsprechend ändern. Und beispielsweise zu wissen, wem man billigen Fusel anbieten kann, weil er zu krankhaftem Alkoholmissbrauch neigt, könnte so manchen Anbieter auch interessieren – wenn er die ethischen Bedenken ignoriert. Angesichts der hohen Quote an Menschen, denen wegen Betäubungsmittelvergehen hinterhergestiegen wird, ist vielleicht auch die Identifizierung von potentiellen Straftätern ein Feld für staatliche Bedarfsträger oder für Geheimdienste und ihre Kompromatkoffer.

    Quelle
    Also, wer keine Alkoholwerbung mehr will, muss mehr Hentais liken!

    Hier der Link zur Studie.

  3. #1943
    Aber Gott bewahre als Student fügt man einer Studie keinen Aufklärungsbogen bei, dass die ohnehin schon anonymen MP-Antworten vertraulich behandelt werden.

    Abgesehen davon, dass mich echt interessieren würde, woher der Algorithmus am Ende weiß, ob er richtig lag, liegt mir diese Zwangs-Probandisierung echt quer im Magen. Gott bewahre, wenn Fb und Krankenkassen irgendwann mal auf die Idee kommen, sich auf einen Kaffee zu treffen.


    Da ich dann doch vor dem Absenden mal in die Studie geschaut habe:
    Zitat Zitat
    The data for the study was collected from 2007 to 2012 as a part of the myPersonality project (Kosin- ski et al., 2015). myPersonality was a popular Facebook application that offered to its users psy- chometric tests and feedback on their scores. The data were gathered with an explicit opt-in consent for reuse for research purposes.
    Die Studie liegt mir damit immer noch leicht quer im Magen - aber eher aufgrund der Leichtsinnigkeit der User. Solche Forschung ist sicher wichtig und kann viel Gutes tun, aber ich werde die Bedenken nicht los, dass sowas auch schnell nach hinten losgehen kann.

  4. #1944
    So neu und verwunderlich ist das ja nicht. Es gab ja schon vor längerem Artikel dazu, dass FB etwa auch recht genau vorhersagen kann, über das Schreibverhalten, welche Beziehungen halten werden und welche nicht.
    Aber ja, wie sie hier nachkontrolliert haben, das wäre spannend. Einen "Drogennutzerstatus" gibt es ja nicht.

  5. #1945
    Big-Brother-Konferenz:

    Zitat Zitat
    Bayern will bundesweite Schleierfahndung

    Bayerns Innenminister Herrmann macht sich für die bundesweite Einführung der Schleierfahndung stark. Dafür will er auf der Innenministerkonferenz werben. Dort steht auch das Thema Cyber-Kriminalität auf dem Programm.

    Bayern will bei der Innenministerkonferenz in Dresden den Druck auf eine bundesweite Einführung der Schleierfahndung erhöhen. Dass Nordrhein-Westfalen, Berlin und Bremen immer noch keine verdachtsunabhängigen Personenkontrollen zuließen, sei eine "eklatante Sicherheitslücke, die unbedingt geschlossen werden muss", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann der "Rheinischen Post".

    Herrmann rief dazu auf, die Schleierfahndung in den Grenzregionen weiter auszubauen. Verstärkt genutzt werden müsse sie auch auf Verkehrswegen von internationaler Bedeutung und im Umfeld von Flughäfen, Bahnhöfen und Rastanlagen, so der CSU-Politiker. Bayern habe 150 neue Stellen dafür bereitgestellt und verzeichne inzwischen jährlich 20.000 Aufgriffe durch seine Schleierfahnder.

    De Maizière fordert einheitliche Regeln und Vernetzung
    Bundesinnenminister Thomas de Maizière forderte im Vorfeld der Konferenz einheitliche Regeln in Bund und Ländern bei der Terrorbekämpfung. "Es darf in Deutschland nicht zwei Zonen unterschiedlicher Sicherheit geben", sagte der CDU-Politiker im ARD-Morgenmagazin. So brauche es etwa verbindlichere Absprachen und eine Vernetzung der Computersysteme der Sicherheitsbehörden.

    De Maizière verteidigte Pläne, wonach Gesichtserkennungssoftware zur Strafverfolgung eingesetzt werden soll. Bürgerrechte würden dadurch nicht verletzt, weil ja nur gezielt nach Straftätern gesucht werde, sagte der Minister. Die bisherige Methode, mit Fotos öffentlich zu fahnden, sei nicht mehr zeitgemäß.

    Des weiteren erneuerte de Maizière seine Forderung, dass die Sicherheitsbehörden Zugriff auf verschlüsselte Messenger-Dienste wie WhatsApp erhalten sollten. Was Sicherheitskräften bei der Überwachung von Telefonen oder SMS erlaubt sei, müsse ihnen auch im Internet ermöglicht werden.

    "Hackerangriffe sind längst Realität"
    Die Minister werden auch über Cyber-Kriminalität sprechen. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius forderte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" gemeinsame Übungen von Bund und Ländern zur Abwehr von Cyber-Angriffen. Es sei notwendig, "dass sich unser Land auf solche Vorfälle viel intensiver als bisher vorbereitet". Hackerangriffe auf lebenswichtige Systeme der Gesellschaft seien keine Fiktion mehr, sondern längst Realität, sagte Pistorius.

    Der SPD-Politiker schlug eine strategische Krisenmanagement-Übung vor. Da solche Übungen sehr komplex seien, müssten sie sorgfältig vorbereitet werden und schrittweise erfolgen. "Wir sollten nicht warten, bis etwas Schlimmeres passiert, sondern jetzt damit beginnen", sagte er.

    Darüber hinaus beraten die Innenminister von Bund und Ländern bis Mittwoch über den Umgang mit sogenannten Reichsbürgern und über die Sicherheitsmaßnahmen bei Großveranstaltungen.

    Quelle

  6. #1946
    Zitat Zitat
    EuGH: Filesharing-Plattformen sind für Urheberrechtsverletzungen verantwortlich

    Rückschlag für die Online-Tauschbörse The Pirate Bay: Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat am Mittwoch entschieden, dass Tauschbörsen für Urheberrechtsverletzungen verantwortlich gemacht werden können, auch wenn sie illegale Dateien nicht selber bereitstellen. Mit dem Urteil könnte es einfacher werden, entsprechende Internetseiten zu sperren.

    Die Richter kommen zu dem Schluss, dass The Pirate Bay geschützte Inhalte öffentlich zugänglich macht und damit eine "Handlung der Wiedergabe" ausführt. Die öffentliche Wiedergabe ist der entscheidende Punkt, denn das dürfen nach EU-Recht eigentlich nur die Urheber erlauben oder verbieten. The Pirate Bay spiele eine zentrale Rolle bei der Verbreitung von urheberrechtlich geschützten Inhalten, heißt es vom EuGH weiter.

    Außerdem wussten die Betreiber der Seite über die geschützten Werke Bescheid, die sie auffindbar gemacht haben, und haben Blogs und Foren von The Pirate Bay dazu animiert, illegale Inhalte einzustellen. Damit ist nach Ansicht des Gerichts das Argument der Verteidigung nichtig, dass die Verantwortung für die unerlaubt zur Verfügung gestellten Werke nur bei den Nutzern liegen würden. Durch das Urteil könnte sich der Druck auf Provider erhöhen, ähnliche Seiten zu sperren - auch in Deutschland.
    Googeln nach geschützten Inhalten

    The Pirate Bay ist eine Art Google für Filme, Musik, Software und weitere Dateien. Die Plattform stellt die Werke nicht selber zur Verfügung, sondern zeigt den Nutzern nur, wo sie zu finden sind. Ein Nutzer lädt somit den Film oder den Song nicht von einem zentralen Server herunter, sondern holt sich die Datei Stück für Stück von vielen verschiedenen Internetnutzern. Gleichzeitig stellt der Nutzer die bereits heruntergeladen Daten wieder anderen zur Verfügung. So entsteht ein Peer-to-Peer-Netzwerk.

    Darum geht es: Die niederländische Lobbyorganisation Stichting Brein möchte erreichen, dass zwei Internetanbieter für ihre Kunden den Zugang zur schwedischen Plattform The Pirate Bay blockieren. Am Ende landete der Fall beim obersten niederländischen Gericht, dem Hoge Raad. Dort baten die Richter den EuGH darum, die EU-Gesetze zum Urheberrecht auszulegen und wollten wissen: Ist schon die reine Indexierung und Kategorisierung von urheberrechtlich geschützten Inhalten eine öffentliche Wiedergabe?
    Richter folgen dem Generalanwalt

    Bereits im Februar hat der EU-Generalanwalt Maciej Szpunar seinen Schlussantrag gehalten. Seiner Ansicht nach können Plattformen wie The Pirate Bay haftbar gemacht werden, wenn sie wissen, dass sie urheberrechtlich geschützte Werke verlinken und auffindbar machen.

    Das trifft für Szpunar auf die Plattform zu, da, nach unwidersprochenen Angaben von Stichting Brein, 90 bis 95 Prozent aller dort auffindbaren Inhalte geschützt sind und ohne Erlaubnis verbreitet werden. Außerdem seien Suchmaschinen wie The Pirate Bay unerlässlich, damit ein Peer-to-Peer-Netzwerk für illegale Inhalte überhaupt funktioniere. Entscheidend sei aber das Wissen über die illegalen Inhalte, so der Generalanwalt. Mit dem Urteil heute folgen die Richter größtenteils der Argumentation von Szpunar.

    The Pirate Bay kommt immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt. So hat erst im Februar ein Gericht in Stockholm entschieden, dass ein schwedischer Internetanbieter den Zugriff auf die Plattform blockieren muss.

    Quelle

  7. #1947
    Zitat Zitat
    Bundestag erlaubt WhatsApp-Überwachung

    Während der Zugriff von Sicherheitsbehörden auf Telefonate und SMS-Nachrichten seit langem geregelt ist, war die Lage bei Messenger-Diensten wie WhatsApp bislang unklar. Der Bundestag hat nun das Überwachen von Chats erlaubt - gegen scharfen Protest der Opposition.

    Gegen heftige Kritik aus der Opposition hat die Große Koalition das Gesetz zur Überwachung von Messenger-Diensten auf Smartphones durch den Bundestag gebracht. Die Neuregelung sieht vor, dass die Kommunikation bei Diensten wie WhatsApp künftig vor der Verschlüsselung abgehört oder mitgelesen werden kann. Dazu dürfen Ermittler auf Grundlage eines richterlichen Beschlusses heimlich eine Schnüffelsoftware auf das Handy des Verdächtigen laden. Außerdem wird mit dem Gesetz die Online-Durchsuchung von Computern ausgeweitet, die bisher nur in begrenztem Umfang zur Terrorbekämpfung zulässig ist.

    "Verschlüsselung ist kein Freibrief für Verbrecher"
    Die Überwachung soll künftig etwa auch bei Mord und Totschlag, der Verbreitung von Kinderpornografie oder bei schweren Drogendelikten möglich sein. "Wir beobachten immer öfter, dass Kriminelle verschlüsselt kommunizieren. Für die Behörden wird es dadurch immer schwerer, auch schwerste Straftaten aufzuklären", erklärte Bundesinnenminister Thomas de Maizière. Der Bundestag habe nun endlich eine "Befugnislücke" bei der Strafverfolgung geschlossen. "Verschlüsselung schützt zu Recht die Vertraulichkeit der Kommunikation. Verschlüsselung ist aber kein Freibrief für Verbrecher."

    Linkspartei und Grüne lehnten die Neuregelung als massiven Eingriff in die Bürgerrechte ab. Sei die Schnüffelsoftware einmal installiert, könne die Reichweite der Überwachung kaum kontrolliert werden. Das Gesetz habe ein "Anwendungsfeld, das seinesgleichen sucht", kritisierte der Linken-Politiker Jörn Wunderlich in der Bundestagsdebatte. Der Grünen-Abgeordnete Hans-Christian Ströbele prophezeite der Regierung ein Scheitern vor dem Bundesverfassungsgericht: "Dieses Gesetz darf so nicht durchkommen. Dieses Gesetz muss spätestens in Karlsruhe fallen." Die Partei hatte eine entsprechende Klage bereits angekündigt.

    Warnung von IT-Experten
    Aus der IT-Branche kamen Warnungen vor weniger statt mehr Sicherheit durch das Gesetz. "Bei der jetzt beabsichtigten Ausweitung der Quellen-Überwachung müssen technologische Sicherheitslücken und Schwachstellen genutzt oder geschaffen werden, die zum Beispiel auch von organisierten Cyberkriminellen genutzt werden können - so wie dies kürzlich bei WannaCry der Fall war", kritisierte der Digitalverband Bitkom.
    Koalition verteidigt Gesetz

    Bettina Bähr-Losse von der SPD betonte, durch den Einsatz der verschlüsselten Apps entstünden Räume, in denen Strafverfolgung unmöglich sei. "Strafverfolger dürfen Kriminellen nicht hinterherhinken", erklärte sie. "Es ist einfach Unsinn, wenn sich die Arbeit der Ermittler nicht daran orientiert, wie die Täter heute agieren", verteidigte auch Elisabeth Winkelmeier-Becker von der CDU/CSU-Fraktion das Gesetz.

    De Maizière forderte unterdessen in einem Interview mit dem "Handelsblatt" eine stärkere Kooperation der Internetkonzerne. "Es kann doch nicht sein, dass jedes kleine Unternehmen unter bestimmten Voraussetzungen verpflichtet ist, mit den Sicherheitsbehörden zusammenzuarbeiten, das für Anbieter von Kommunikationsdiensten aber nicht gilt", sagte er. "Solche Anbieter müssen den Sicherheitsbehörden in dringenden Verdachtsfällen, etwa bei Terroristen, mitteilen, welcher Anschluss wann mit welchem anderen Anschluss in Kontakt stand." Dienste wie WhatsApp müssten denselben rechtlichen Verpflichtungen unterliegen wie klassische Telefonunternehmen.

    Quelle
    Wenn die Politiker wissen wollen, was in Whatsapp vorgeht, sollen sie's halt machen wie jeder andere, und einen Geldsack an Mark Zuckerberg adressieren.

  8. #1948
    Die sollen ganz einfach außerhalb der EU bleiben und gar nich mal ne Niederlassung hier haben. Dann müssen sie sich gar nich an unsere Vorgaben halten. Aber vermute um Geld zu machen müssen sie hier nen Sitz haben damit sie auch die auf uns zugeschnittene Werbung von unseren Firmen hier bringen können und dadurch verdienen. Sonst könnten sie ja nur Werbung für Sachen auch außerhalb der EU machen. Ginge aber über Umwege sicher auch. Wenn zum Beispiel bei internationelen Konzernen die auch hier ne Niederlassung haben die Werbung vom Hauptsitz in den USA oder so gebucht wird und die das untereinander intern halt nur aberechnen.

    Was die Verbreitung betrifft ... dafür ist es ja egal wo man sitzt. Außer irgendwann wird noch das Internet wirksam gegen das Ausland bzw. Nicht-EU abgeschottet.

  9. #1949

  10. #1950

  11. #1951

  12. #1952
    Von dem klamheimlichen Beschluss über den Staatstrojaner habe ich heute auch gehört. Ich verstehe nicht wie soetwas ohne weiteres geschehen kann? Müsste das nicht durch irgendeine weitere Instanz geprüft werden?

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •