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Thema: "Internet 1.984" oder "Wieviel Macht soll der Staat haben?"

  1. #2081
    Zitat Zitat
    Wirtschaftsweise zweifeln Glasfaserausbau und Netzneutralität an

    Der Sachverständigenrat zur wirtschaftlichen Entwicklung kritisiert Kernpunkte der netzpolitischen Strategie der Bundesregierung.

    Die große Koalition hat aus Sicht der sogenannten Wirtschaftsweisen mit ihrem netzpolitischen Fahrplan nicht ganz den richtigen Kurs eingeschlagen. Überaus skeptisch sieht der "Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung" vor allem die neue Ausrichtung des Breitbandförderprogramms, mit der Schwarz-Rot voll auf Glasfaser setzt. Die Experten erklären: Aus einer Kosten-Nutzen-Perspektive sei es "fraglich", ob der flächendeckende Netzausbau auf nahezu 100 Prozent mit einer bestimmten Technologie in Form von Glasfaser verfolgt werden sollte.

    Keine einzelne Anschlusstechnik wie Kupfer-, Koaxial- oder Glasfaserverkabelung oder Funk werde "aufgrund ihrer technischen und wirtschaftlichen Eigenschaften alle Anwendungsfälle optimal abdecken können", schreiben die Sachverständigen in ihrem aktuellen Gutachten 2018/19, das sie am Mittwoch der Bundesregierung übergeben haben. Sie wollen damit Empfehlungen geben rund um anstehende "wichtige wirtschaftspolitische Weichenstellungen".

    Glasfaser unberechtigt bevorzugt
    Empirisch schreiben die Weisen "dem Ausbau und der Nutzung von Breitband oder allgemeiner Kommunikationsinfrastruktur" zwar prinzipiell und potenziell "ökonomisch relevante, signifikante positive Effekte" auf das Bundesinlandsprodukt zu. Es zeichne sich auch ab, dass für künftige Anwendungen wie autonomes Fahren oder Telemedizin aller Voraussicht nach höhere Verbindungsgeschwindigkeiten notwendig würden und sich hier "ein Nachholbedarf für Deutschland" ergebe. Jedoch seien beim Breitbandausbau die Auswirkungen des Festnetzes "statistisch nicht von mobilem Internet unterscheidbar".

    Übel stößt den Experten so auf, dass die Koalition mit ihren Vorgaben für den Ausbau der Glasfasernetze die Erlöse aus der Vergabe von Mobilfunklizenzen für UMTS und den kommenden Standard 5G einsetzen will. "Dadurch wird die Glasfaser- gegenüber der Funk-Technologie bevorzugt", monieren sie. Die begünstigten Netzbetreiber erhielten zudem "einen ungerechtfertigten Wettbewerbsvorteil bei der Versteigerung der Mobilfunklizenzen". Dabei dürfte dem Gutachten zufolge für viele Anwendungen der Ausbau der Mobilfunknetze wichtiger sein als eine nahezu 100-prozentige Abdeckung mit "leitungsgebundenem Breitband".

    Zu geringe Nachfrage
    Zudem folge die Nachfrage nach schnellem Internet basierend auf Glasfaser selbst dem relativ langsamen Ausbau nicht, hält die Gruppe fest, der unter dem Vorsitz von Christoph M. Schmidt die weiteren Professoren Peter Bofinger, Lars P. Feld, Isabel Schnabel und Volker Wieland angehören. Hierzulande würden derzeit lediglich 17 Prozent und in der EU 19 Prozent dieser superschnellen Anschlüsse genutzt. Die Preise dürften dabei nicht der entscheidende Faktor sein, da diese in Prozent des verfügbaren Einkommens im EU-Vergleich relativ niedrig seien. Vielmehr mangele es bisher offenbar an Anwendungen für das Hochgeschwindigkeitsnetz in privaten Haushalten und Unternehmen. Die Weisen plädieren daher primär für mehr Wettbewerb, um den Breitbandausbau zu beflügeln.

    Netzneutralität ökonomisch sinnvoll?
    Im Koalitionsvertrag hielten CDU/CSU und SPD strikt am Prinzip des offenen Internets mit einer "gleichberechtigten und nichtdiskriminierenden Behandlung des Datenverkehrs" fest, erläutern die Gutachter ihre Sicht. Dabei sei fraglich, "ob dies ökonomisch sinnvoll ist und ob dies nicht zu Einschränkungen bei einigen neuen Anwendungen, etwa der Telemedizin oder dem autonomen Fahren, führt".

    Die mit der Netzneutralität derzeitig einhergehenden Schranken stellten entgegen anderen wettbewerblichen Eingriffen nicht auf die Marktmacht der Unternehmen ab, meinen die Experten. Sie gälten gleichermaßen für alle Firmen. Es sollte daher überprüft werden, schreiben sie im Sinne der Telecom-Lobby, "ob der Zielkonflikt mit anderen nicht-ökonomischen Argumenten wirklich eine auf sachlichen Kriterien beruhende und nichtdiskriminierende Preis- und Qualitätsdifferenzierung unmöglich macht."

    Quelle
    Nach Meinung der Wirtschafts"weisen" sollte Otto-Normal-Bürger also nur noch über das Handy mit Modemgeschwindigkeit ins Internet...

  2. #2082
    Das lese ich da nicht raus. Die Argumente sind nachvollziehbar. Wenn man fast 100 Prozent mit Glasfaser abdecken will - schließt das ja am Ende auch jedes Hinterwäldler-Dorf fernab der Zivilisation mit ein. Wenn da vielleicht nur 9 Omis wohlnen und 1 Enkel der gern viel zockt ... kann der vielleicht auch über andere Wege schnell ins Internet. Mobil sind ja tatsächlich auch schon schnelle Geschwindigkeiten möglich.

    Das "mit einer bestimmten Technologie" (dort das EINER) dürfte hier relevant sein, bei dem was dort so gesagt war. Also dass zwingend überall es Glasfaser sein muss. (Was nicht um Umkehrschluss bedeutet, dass generell kein Glasfaser bereitgestellt werden soll.) Die Anwendungsmöglichkeiten sind ja tatsächlich auch so ne Sache ... und die Nachfrage. Wer tatsächlich komplett alles (Internet, TV, Telefonie) übers Internet bezieht - und noch dazu viel Gaming betreibt und dauernd dadurch große Downloads hat ... der hat sicher nen Bedarf.

    Bei mir geht bis 25k glaub oder sogar schon 50 - ich nutze aber "nur" 16k. Für Telefonie reicht das auch die jetzt beim IP-Anschluss darüber läuft. Fernsehen ist halt noch über Satelitt. Und viele haben da wohl auch noch Kabel. (Grad die älteren ... die auch noch viel Fernsehen. Bei den Jüngeren dürfte dann so langsam mit Netflix die Geschwindigkeit notwendig werden übers Internet. Aber ob man da 100k oder nochmehr auslastet, selbst wenn man nebenher noch den ein oder andern Download laufen hat? Da müsste man doch schon hardcore 24/7 ständig Zeug runterladen, mehr als man nutzen kann.)


    Dass alle Behörden online vertreten sind mit Antragstellung, etc. - das wäre mal wichtiger. Perso mit Online-Funktion geht ja schon in der Richtung. (Aber halt auch von Datenschutz her kritisch, wenn das alles angegriffen werden kann.) Steuererklärung ist da ja schon auf gutem Weg und wird hauptsächlich online erledigt. Dürfte aber im Endeffekt auch nicht so viel Daten verbrauchen.

    Ich frage mich ob "Bildtelefon" in Mode kommen könnten. Sieht man ja so stark nich in der Werbung. Wenn mit Bild denkt man eher an Skype oder andere Messenger wo man das gleich übern Computer macht ... oder am Smartphone. Aber nich ein klassisches Festnetztelefon (wo es ja direkt schon IP-Telefone gibt ohne dass ein Router das zur Verfügung stellen muss). Mal sehn ...

    Smart Home ist ja auch im kommen ... ich seh (noch) nich wirklich den nutzen. (Und ein paar Steuerdaten dürften auch nich viel Bandbreite verbrauchen, eher wenn eine rmit voll-HD-Kameras seine Wohnung überwacht und ständig aus der Ferne reingucken will ) Wobei da hätt ich - obwohl ich eher experimentierfreudig bin und nich so ängstlich - dann schon Bedenken beim Datenschutz bzw. wegen Hackern ... wenn die ganze Wohnung ferngesteuert werden kann und man auswärts ist und dann die Lichter verrückt spielen, etc. weil einer von draußen sich einhackte.


    Netzneutralität ist schon problematischer. Ich hatte es vor 5-6 Jahren als ich noch Online-Games spielte bei Guild Wars 2 und der Telekom gemerkt dass da zu manchen Zeiten schon Engpässe waren, die amn dort merkte ... weil die Provider untereinander beim "Routing" Geld zahlen dafür dass die Datenpakte hin und hergeleitet werden. Da könnte ne Regierung im großen Stil schon probieren ausländische Betreiber von Onlinediensten auszubremsen ... oder andere Späße - nur weil einem da was nich passt und man da nich kontrollieren kann wie die ihre Seiten gestalten, etc. Wenn man mal Telemedizin vorziehen will ... das fänd ich wiederum dann aber jetzt auch nich soooo schlimm.

  3. #2083
    Zitat Zitat von PeteS Beitrag anzeigen
    Das lese ich da nicht raus. Die Argumente sind nachvollziehbar. Wenn man fast 100 Prozent mit Glasfaser abdecken will - schließt das ja am Ende auch jedes Hinterwäldler-Dorf fernab der Zivilisation mit ein. Wenn da vielleicht nur 9 Omis wohlnen und 1 Enkel der gern viel zockt ... kann der vielleicht auch über andere Wege schnell ins Internet. Mobil sind ja tatsächlich auch schon schnelle Geschwindigkeiten möglich.

    Das "mit einer bestimmten Technologie" (dort das EINER) dürfte hier relevant sein, bei dem was dort so gesagt war. Also dass zwingend überall es Glasfaser sein muss. (Was nicht um Umkehrschluss bedeutet, dass generell kein Glasfaser bereitgestellt werden soll.) Die Anwendungsmöglichkeiten sind ja tatsächlich auch so ne Sache ... und die Nachfrage. Wer tatsächlich komplett alles (Internet, TV, Telefonie) übers Internet bezieht - und noch dazu viel Gaming betreibt und dauernd dadurch große Downloads hat ... der hat sicher nen Bedarf.

    Bei mir geht bis 25k glaub oder sogar schon 50 - ich nutze aber "nur" 16k. Für Telefonie reicht das auch die jetzt beim IP-Anschluss darüber läuft. Fernsehen ist halt noch über Satelitt. Und viele haben da wohl auch noch Kabel. (Grad die älteren ... die auch noch viel Fernsehen. Bei den Jüngeren dürfte dann so langsam mit Netflix die Geschwindigkeit notwendig werden übers Internet. Aber ob man da 100k oder nochmehr auslastet, selbst wenn man nebenher noch den ein oder andern Download laufen hat? Da müsste man doch schon hardcore 24/7 ständig Zeug runterladen, mehr als man nutzen kann.)
    Du denkst hier nur an den Privatnutzer. Für die ist schnelles Internet natürlich auch toll, viel wichtiger ist jedoch der schnelle Anschluss für Unternehmen und Freiberufler.
    Einer der Gründe warum niemand aufs Land möchte ist doch auch gerade das fehlende Netz.
    Wenn ich in einigen Ecken Deutschlands nichtmals 1MB/s in Down- und Upload erreiche und auch mein Mobilfunknetz eine grottige Abdeckung hat, dann ist das eine sterbende/tote Zone. Dort wird kaum jemand freiwillig wohnen wollen, geschweige denn wirtschaftlich was auf die Beine stellen.

    Zitat Zitat
    Smart Home ist ja auch im kommen ... ich seh (noch) nich wirklich den nutzen. (Und ein paar Steuerdaten dürften auch nich viel Bandbreite verbrauchen, eher wenn eine rmit voll-HD-Kameras seine Wohnung überwacht und ständig aus der Ferne reingucken will ) Wobei da hätt ich - obwohl ich eher experimentierfreudig bin und nich so ängstlich - dann schon Bedenken beim Datenschutz bzw. wegen Hackern ... wenn die ganze Wohnung ferngesteuert werden kann und man auswärts ist und dann die Lichter verrückt spielen, etc. weil einer von draußen sich einhackte.
    Smart Homes funktionieren anders als du offensichtlich denkst.
    Ein gutes Smart Home mit integrierten Steuerleitungen, wird durch Sensorik betrieben. Du brauchst hier keinen 24/7 Zugriff über dein Smartphone/Tablet/Laptop um das Gebäude zu steuern, dass macht es schon von allein.
    Die mobile Nutzung ist spielerischer Schnick Schnack der keine große Relevanz besitzt, zumal es auch noch Sicherheitstechnisch ein Problem darstellen kann.

    Sicherheitsfeatures benötigen aber tatsächlich keine großen Datenmengen. Überwachungseinrichtungen wie Bewegunssensoren, Wärmebildsensoren, Glasbruchsensoren und Co. können ihre Signale in kleinsten Datenmengen ausgeben.

    Der Nutzen btw. liegt im Energieverbrauch. Der ist bei einem Smart Home geringer. Allein die konstante Temperaturüberwachung in Verbindung mit einem Sonnenlichtsensor und Jalousiensteuerung, kann dir Geld sparen.

    Geändert von Gendrek (11.11.2018 um 14:50 Uhr)

  4. #2084
    Zitat Zitat
    EU-Mitgliedsstaaten für verpflichtende Fingerabdrücke in Ausweisen

    Behörden könnten bald Fingerabdrücke von Millionen Bürgern sammeln. Die EU-Staaten stellten sich heute hinter einen Vorschlag der Kommission, der überall in Europa zur Sammlung biometrischer Daten verpflichten würde. Abgeordnete fürchten Abfluss der Fingerabdrücke in den großen EU-Datentopf.

    Die EU-Mitgliedsstaaten haben sich heute hinter einen Vorschlag der EU-Kommission gestellt, der künftig die Speicherung von Fingerabdrücken und Bildern in Personalausweisen verpflichtend vorschreiben würde. Bisher ist die Speicherung von Fingerabdrücken im Personalausweis in Deutschland freiwillig. Das könnte sich nun ändern. Alte Ausweise sollen spätestens binnen zehn Jahren nach Wirksamwerden der neuen Regeln ihre Gültigkeit verlieren.

    Der österreichische Innenminister Herbert Kickl von der Rechtsaußen-Partei FPÖ äußerte sich nach Beschluss der gemeinsamen Ratsposition erfreut. In Österreich enthalten Personalausweise bisher keinerlei biometrische Daten, doch nun könnte das EU-Recht die Pflicht überall verankern.

    Fingerabdrücke und Gesichtsbilder sollen nach Angaben der EU-Kommission Betrug und Identitätsdiebstahl verhindern. Allerdings sind bereits bisher genutzte Dokumente meist ohnehin äußerst fälschungssicher. Die deutsche Bundesregierung räumte bereits vor zehn Jahren ein, dass die Zahl der Betrügereien und Fälschungen von Personalausweisen äußerst gering ist.

    Datenberge ohne Maß und Ziel
    Die Bürgerrechtsorganisation Statewatch warnt vor dem Missbrauch der neu gesammelten Datenberge. In nur 15 EU-Staaten ist der Besitz eines Personalausweises verpflichtend und in nur zehn Staaten müssen Fingerabdrücke gesammelt werden. Die neue Regelung würde die behördliche Sammlung von Fingerabdrücken auf 175 Millionen weitere EU-Bürger ausdehnen, argumentiert Statewatch. Die Datensammlung sei weder notwendig noch gerechtfertigt.

    Die gesammelten Fingerabdrücke und Bilder könnten sich bald in anderen behördlichen Datenbanken wiederfinden. Unter dem Stichwort „Interoperabilität“ legten die EU-Staaten bereits mehrere Datenbanken zusammen. Darin sind bereits 53 Millionen Fingerabdrücke gespeichert.

    In Deutschland hatte der Bundestag in der vergangenen Legislaturperiode beschlossen, die biometrischen Daten aller Pass- und Ausweisbesitzer in einem automatisierten Zugriffsverfahren allen Polizeien und Geheimdiensten zugreifbar zu machen – sogar ohne Protokollierung dieser Zugriffe bei den Meldebehörden. Zusammen mit der zusätzlich bereits angedrohten flächendeckenden biometrischen Videoüberwachung ergibt sich ein enormer weiterer Ausbau der technisierten Überwachung.

    Im EU-Parlament regt sich Widerstand gegen die Vorschläge. Abgeordnete von Linken, Grünen und Sozialdemokraten fordern, dass die gesammelten Fingerabdrücke nur für die Sicherung der Ausweise und nicht für andere Zwecke genutzt werden dürfen. Linken-Abgeordnete Cornelia Ernst stellt sich in Änderungsanträgen zu dem Vorschlag überhaupt gegen die verpflichtende Aufnahme von Fingerabdrücken in Personalausweisen. Auch liberale Abgeordnete äußerten Skepsis. Doch die Mehrheiten sind noch unklar. Bisher erhielt das Thema öffentlich wenig Aufmerksamkeit. Gut möglich, dass auch das Parlament den Vorschlag bald durchwinkt – und in ganz Europa die Pflicht zu Fingerabdrücken in Ausweisen verpflichtend wird.

    Quelle

  5. #2085
    Zitat Zitat
    "Generation Internet": Besorgt im Netz

    Misstrauischer und deutlich vorsichtiger. So beschreibt eine Studie die "Generation Internet" - also diejenigen, die heute zwischen 14 und 24 Jahre alt sind. Mobbing, Fake-Profile und Beleidigungen machen Angst.

    Junge Menschen sehen zunehmend die Schattenseiten des Internets. Das ergab eine repräsentative Studie, die Familienministerin Franziska Giffey vorstellte. Die U25-Untersuchung erfragte die Einstellung der heute 14 bis 24-Jährigen und vergleicht die Ergebnisse mit einer ähnlichen Befragung vor vier Jahren.

    Demnach können sich 68 Prozent ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen. 69 Prozent sagen sogar, dass es sie glücklich macht, unter anderem weil es "unbegrenzte Möglichkeiten" bietet. 2014 waren noch 71 Prozent täglich online, 2018 insgesamt 99 Prozent.

    Was macht Angst?
    Die Befragten haben jedoch verstärkt Angst davor, dass peinliche oder intime Posts veröffentlicht werden. Laut der Studie stieg die Zahl um 18 Prozentpunkte von 28 Prozent auf 46 Prozent. Auch die Sorge, auf Fake-Profile hereinzufallen, ist gestiegen - um 16 Prozentpunkte auf 44 Prozent. Zugleich glauben nur noch 30 Prozent der jungen Menschen, dass persönliche Daten im Internet sicher sind. Zwei Drittel der 14- bis 24-Jährigen nehmen das Internet wiederum als Raum wahr, in dem diejenigen, die sich äußern, damit rechnen müssen, beleidigt oder beschimpft zu werden. Für 38 Prozent ist die wahrgenommene "Beleidigungskultur" in den sozialen Netzwerken ein Grund, die eigene Meinung nicht zu äußern.

    Wie aus der U25-Studie weiter hervorgeht, fürchten sich 41 Prozent und damit rund vier Millionen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen vor einer komplett digitalen Zukunft. Damit hat sich die Zahl im Vergleich zur Vorgängerstudien von 2014 fast verdoppelt. 64 Prozent haben laut Umfrage darüber hinaus das Gefühl, im Internet Zeit zu verschwenden, 19 Prozent sind gar vom Internet genervt.

    "Der Hype ist vorbei"
    Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss: "Der Hype ist vorbei – die Skepsis steigt." Aus Sicht der Wissenschaftler findet ein "grundlegender Wandel" statt. "Der Vergleich zu den Studienergebnissen aus 2014 zeigt, dass junge Menschen heute deutlich mehr Risiken bei der Nutzung des Internets wahrnehmen als noch vor vier Jahren", sagt Dr. Silke Borgstedt, Studienleiterin beim durchführenden SINUS-Institut.

    Ministerin Giffey sprach von "ernüchternden Ergebnissen", wobei die Sorge vor Online-Mobbing besonders bedenklich sei. Die vielgerühmten "Digital Natives", denen die digitale Kompetenz sozusagen in die Wiege gelegt wurde, gebe es nicht, fügte sie hinzu und kündigte eine Neugestaltung des Jugendmedienschutzes an. Das derzeit geltende Gesetz sei in der Zeit von CD-Rom und Videokassette stehengeblieben, betonte sie.

    Die Beschreibung als "Digital Native" lehnen die Befragten ab. Sie fühlen sich vielmehr unzureichend vorbereitet auf eine digitale Zukunft. Die Aneignung digitaler Kompetenzen läuft zumeist in Eigenregie.

    Für die im Auftrag des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) durchgeführte Studie wurden rund 1730 Menschen befragt.

    Quelle

  6. #2086
    Zitat Zitat
    Gerichtsurteil: StreamOn der Telekom verletzt die Netzneutralität

    Die Telekom Deutschland muss ihr StreamOn-Angebot endlich rechtskonform ausgestalten, urteilte heute das Verwaltungsgericht Köln. Mit einem Eilantrag versuchte der Mobilfunkanbieter, gegen einen Bescheid der Bundesnetzagentur vorzugehen. Auch die Regulierer sehen die Netzneutralität verletzt.

    Das StreamOn-Angebot der Telekom Deutschland ist in Teilen rechtswidrig, befand heute das Verwaltungsgericht Köln und wies einen Eilantrag des Mobilfunkanbieters zurück. Damit schließt sich das Gericht der Sicht der Bundesnetzagentur an. Die Regulierungsbehörde hatte das Telekom-Produkt vor über einem Jahr für teilweise illegal erklärt und Anpassungen an europäisches Recht gefordert.

    Zum einen setzt die Telekom in bestimmten Paketen die Übertragungsqualität von Videos auf SD-Qualität herab und verletzt damit das Gleichbehandlungsgebot. Zum anderen ist das Angebot lediglich im Inland vollwertig nutzbar, beim Zugriff auf Partnerdienste aus dem EU-Ausland heraus wird der Datentransfer auf das Datenvolumen angerechnet. In beiden Punkten verstößt die Telekom ganz klar gegen die EU-Regeln zur Netzneutralität und das Roam-Like-at-Home-Prinzip, mit dem die EU die Roaming-Gebühren weitgehend abgeschafft hat.

    Telekom behandelt Gleiches ungleich
    In einer Pressemitteilung führte das Gericht aus, der Grundsatz der Netzneutralität verpflichte Anbieter von Internetzugangsdiensten, „den gesamten Verkehr bei der Erbringung von Internetzugangsdiensten gleich zu behandeln“. Dagegen verstoße die Drosselung der Übertragungsgeschwindigkeit für Streaming-Dienste, was sich auch durch AGB-Tricksereien nicht unterlaufen lässt.

    Ähnlich eindeutig fällt auch der Befund zur Auslandsnutzung aus. „Danach dürften für Roaming-Dienste im europäischen Ausland keine zusätzlichen Entgelte im Vergleich mit den inländischen Endkundenpreisen verlangt werden“, schreibt das Gericht. „Dadurch, dass die Telekom eine Anrechnung der gestreamten Datenmengen auf das jeweilige Datenvolumen nur bei einer Inlandsnutzung ausschließe, werde sie diesen Anforderungen nicht gerecht.“

    Sogenannte Zero-Rating-Angebote wie StreamOn nehmen den Zugriff auf ausgewählte Online-Dienste, etwa Spotify oder Youtube, vom monatlichen Datenvolumen aus. Das allein ist bereits hoch problematisch, weil die Praxis grundsätzlich diskriminierend ist und somit die Netzneutralität untergräbt. Unter bestimmten Bedingungen ist dieses Geschäftsmodell mit den EU-Vorgaben jedoch vereinbar.

    Millionenumsatz mit illegalen Produkten
    Aber nicht einmal an diesen Rahmen will sich die Telekom halten. In der Vergangenheit machte sie geltend, dass sich das Angebot für sie sonst nicht rechnen würde und drohte damit, es einzustellen. Ob sie ihre Drohung wahrmachen oder das heutige Urteil anfechten wird, bleibt noch offen. Eine Anfrage an das Unternehmen blieb bislang unbeantwortet.

    „Das StreamOn Produkt der Deutschen Telekom war 20 Monate am Markt“, sagt der Netzneutralitätsexperte Thomas Lohninger von der Digital-NGO epicenter.works. In dieser Zeit habe der Konzern damit Millionen verdient und müsse, sollte das Urteil rechtskräftig werden, nur wenige 100.000 Euro an Strafe bezahlen. Solche geringen Beträge, die Unternehmen wie die Telekom aus der Portokasse bezahlen, sind geradezu eine Einladung für Verstöße. Dabei habe die Bundesnetzagentur nicht einmal den maximalen Strafrahmen von 500.000 Euro ausgeschöpft, sagt Lohninger. „Mit diesen Strafen und so langen Entscheidungswegen ist es klar, wieso Deutschland einen der kaputtesten Telekommärkte in Europa hat“.

    Quelle

  7. #2087
    Zitat Zitat von Gendrek Beitrag anzeigen
    Du denkst hier nur an den Privatnutzer. Für die ist schnelles Internet natürlich auch toll, viel wichtiger ist jedoch der schnelle Anschluss für Unternehmen und Freiberufler.
    Einer der Gründe warum niemand aufs Land möchte ist doch auch gerade das fehlende Netz.
    Wenn ich in einigen Ecken Deutschlands nichtmals 1MB/s in Down- und Upload erreiche und auch mein Mobilfunknetz eine grottige Abdeckung hat, dann ist das eine sterbende/tote Zone. Dort wird kaum jemand freiwillig wohnen wollen, geschweige denn wirtschaftlich was auf die Beine stellen.
    1 Mbit/s - da stimm ich zu - das ist selbst für einen einzelnen 1-Pesonen-Privathaushalt zu wenig in heutiger Zeit. Die 100 oder mehr braucht man aber nich. Mit Unternehmen ist das so ne Sache ... Ich frage mich, ob es nicht besser/effizienter wäre, wenn Menschen sich sowieso zentraler ansiedeln. Wir haben da ja noch zig andere Probleme, die Leute vom "Land" her wegtreibt. Zum Beispiel die ärztliche Versorgung. Am Ende liegt da 100 Mbit/s bis in den tiefsten Wald und ne riesige Produktiosnhalle + paar Wohnhäuser stehen dort ... und der Rest der dort arbeitenden Menschen fährt täglich lieber ne 1-2 Stunden einfacher Weg mit dem Auto, als dort hinzuziehen.

    Ausnutzung öffentlicher Verkehrsmittel wäre sicher bei dichterer Ansiedlung auch besser/effizienter. Das heißt ja nicht, dass jeder in ner luftverpesteten Stadt wohnen muss. (Da wird ja auch reguliert und wenn durch mehr Leute sich ÖPNV mehr lohnt ...) Am Stadtrand bzw. im umliegenden Gemeinden (bei mir ist die nächste Stadt direkt nebendran, wohne aber nich darin, sondern in ner "mittelgroßen" Gemeinde ... liegt noch n bissl Landwirtschaftliche Flächen dazwischen) lässt sich ja auch schön Leben. Ist natürlich auch eine Frage des persönlichen Geschmacks und eher in nem gesonderten Thema zu diskutieren, da hier mehr als nur Internet mit reinspielt als Faktor.

    Bezüglich Smarthomes war ich tatsächlich bisher (noch) nicht so informiert. Danke für die Aufklärung. So weit ne schnelle Google-Suche mir ausspuckte ist da aber (noch) nicht so viel Einsparpotenzial. Grad wenn man eh wenig verbraucht (kleiner/sparsamer Haushalt) werden diese Einsparungen (die sind in den Artikeln meist in Prozent angegeben) in absoluten Zahlen gering ausfallen. Langfristig und auf die Gesamtmenge natürlich (das wär was für den Klimaschutzthread) sicher ne große Sache. Aber das kostet auch Anschaffungs/Umrüstekosten. Für Neubauten sicher Förderungsfähig. Nachrüstung vielleicht auch für Leute mit Geld die ein Haus haben lohnend. "Arme" Mieter ... da sind eher große Wohnungsbaugesellschaften die in großem wohl gefragt.

    ---

    Zu dem aktuellen Artikel von Liferipper:

    Aus Nutzersicht doof. Ich hab sowas nie genutzt. Aber wenn man gern dafür zahlt und dadurch viel kriegt ... und das dann eventuell bald vielleicht nich mehr geht ... aber gut, langfristig wäre eh besser, wenn man mobile Datenflats - ohne Drosselung und Volumen - für alle bringt - ohne Begrenzung. Ist aber vermutlich teuer oder die Sendeleistung begrenzt, dass man durch hohe Preise die Nachfrage begrenzen will bzw. durch Volumen. Für Whatsapp hab ich auch mal so Tarife gesehen, wo dieses Datenvolumen ausgenommen wär. Telekom will hier wohl dagegen angehen. Da wär ja aller ähnlicher Kram - also auch diese Tarife von Whatsapp die andere Anbiete anbieten - auch gefährdet und müsste verboten werden.

    Für kleinere Unternehmen natürlich ne gute Sache - die gilt es ja hier zu schützen. (Wobei mir als Verbraucher eigentlich lieber wäre, sowas ginge. Aber wenn neue Unternehmen gegründet werden ist das ja auch für die Wirtschaft gut und Konkurrenz belebt auch für Verbraucher das Geschäft positiv mit Preiskampf und Qualität.)

    Die größeren Partner die Zahldienste anbieten könnten ja aber einfach statt an die Telekom (wenn die das einstellen muss) Geld zu zahlen den Kunden entgegenkommen. (Denen das dann vielleicht Geld dort spart, was sie bei der Telekom mehr zahlen müssen.)


    Die Artikel weiter obendrüber: Das mit den Fingerabdrücken ... na ja. Geht irgendwo alles diese Richtung. Denke man wird sich damit anfreunden müssen. Die Argumentation dass alle "unter Verdacht gestellt" werden, etc. wird da irgendann keiner mehr anführen - wenn man sich "dran gewöhnt". Missbrauchsgefahr ist natürlich weiterhin ein großes Thema. Dass die Jugend kritischer wird ist da auch ne gute Sache. Damit ist eigentlich schon viel geholfen.

  8. #2088
    Zitat Zitat
    Diesel-Fahrverbote: Geplante Massenüberwachung erhitzt die Gemüter

    Städte, Oppositionspolitiker, Datenschützer und Polizeivertreter laufen Sturm gegen die vorgesehenen Kamera-Kontrollen von Autofahrern.

    Die Initiative der Bundesregierung, Autos und Fahrer für die Kontrolle von Diesel-Fahrverboten in einschlägigen Zonen automatisiert zu erfassen und einen Datenbankabgleich mit dem zentralen Fahrzeugregister beim Kraftfahrt-Bundesamt durchzuführen, hat heftige Proteste ausgelöst. FDP-Chef Christian Lindner warnte vor einer "Totalüberwachung", Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) befürchtet schwere Eingriffe in die Bürgerrechte.

    Datenschützer uneins
    Von Datenschützern wird der Regierungsvorschlag unterschiedlich bewertet. Der aktuelle Entwurf zur Änderung des Straßenverkehrsgesetzes sei auf ihre Empfehlung hin "um konkrete datenschutzrechtliche Vorgaben erweitert" worden, erklärte die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff (CDU) gegenüber heise online. Demnach müssten "die im Rahmen des Verfahrens erhobenen Daten der Kraftfahrzeuge, die sich rechtmäßig in Verbotszonen bewegen, unverzüglich gelöscht werden". Dies sollte "innerhalb kürzester Zeit möglich sein".

    Aufgezeichnete Informationen über Fahrer und Autos, bei denen eine Berechtigung zur Straßenbenutzung nicht sofort erkennbar ist, sollen aber erst "spätestens sechs Monate nach ihrer erstmaligen Erhebung" gelöscht werden. Diese Frist erachtet die Regierung als ausreichend, "um im Rahmen der fachlichen Prüfung festzustellen", ob das Fahrzeug am Verkehr in den Verbotsräumen teilnehmen dürfe.

    Die Deutsche Vereinigung für Datenschutz (DVD) hält die Maßgaben im Gegensatz zu Voßhoff für "eindeutig verfassungswidrig". Die vorgesehene Totalerfassung sei unverhältnismäßig, konstatiert DVD-Chef Frank Spaeing. Daran änderten auch die enthaltenen Löschpflichten nichts. Aus dem Entwurf ergebe sich zudem nicht einmal im Ansatz, "welche Datenverarbeitung tatsächlich durchgeführt werden soll". Dies sei mit der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts unvereinbar.

    Zudem gebe es "datensparsamere technische Alternativen", ergänzt DVD-Vize Werner Hülsmann. Neben der Blauen Plakette ließen sich etwa auch RFID-Chips an fahrbeschränkten Dieselfahrzeugen anbringen, "über die eine ausschließliche Erfassung solcher Kfz erreicht werden könnte". Noch besser wäre es, die Nachrüstung schmutziger Diesel endlich politisch durchzusetzen. Die skizzierten Verkehrsüberwachungsmöglichkeiten würden dagegen "bei allen möglichen Behörden Begehrlichkeiten" wecken, sodass derlei Ansätze von vornherein verhindert werden müssten.

    Der Verein Digitalcourage hat mittlerweile eine "Eil-Petition" gegen das "Autofahr-Überwachungsgesetz" gestartet und hofft auf viele Unterstützer der Kampagne.

    Skeptische Polizei-Praktiker
    Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) beäugt die Pläne "sowohl bei der technischen Durchführung wie bei der polizeilichen Praxistauglichkeit" ebenfalls skeptisch. "Der Bundesverkehrsminister kriminalisiert die Autofahrer pauschal und nimmt deren Massenüberwachung in Kauf", moniert GdP-Chef Oliver Malchow. Gleichzeitig werde "ein hoher polizeilicher Ermittlungsaufwand für Ordnungswidrigkeiten abgenickt". Das stehe in einem "krassen Missverhältnis zur jahrelangen Debatte über die sogenannte Vorratsdatenspeicherung". Dabei hätten viele "eine befürchtete Massenüberwachung mit großem Eifer verteufelt", obwohl es dabei um "Ermittlungen schwerster Verbrechen wie Kinderpornografie" gegangen sei.

    Die Städte, denen die Regierung mit ihrem Gesetzentwurf eigentlich mit dem vorgesehenen Instrumentarium zum Aufspüren von Dieselsündern im Kampf für saubere Luft helfen will, sind nicht begeistert. Dem Plan, dauerhaft "Erfassungssäulen und Kameras im Straßenraum aufzustellen", stehe man kritisch gegenüber, sagte Helmut Dedy, Geschäftsführer des Deutschen Städtetags, der Süddeutschen Zeitung. Systeme wie zur Mautkontrolle auf Autobahnen gebe es in urbanen Gebieten in der Regel nicht. Den Ordnungsbehörden und der Polizei fehlten bisher jegliche Technik für eine automatische Fahrzeugerfassung, so sie denn datenschutzrechtlich zulässig wäre.

    Technik-Lücke
    Dies zweifelt etwa das Frankfurter Verkehrsdezernat an, das den Vorschlag des Kabinetts als unverhältnismäßig bezeichnet. In der Stadt am Main drohen von Februar an unter anderem Fahrverbote für Dieselautos der Abgasnorm Euro 1 bis 4. Vertreter der ebenfalls betroffenen Städte Hamburg und Stuttgart wollen den Entwurf zunächst eingehend prüfen und dabei auch klären, welche verkehrlichen, personellen und finanziellen Auswirkungen damit verbunden sind. Das federführende Bundesverkehrsministerium schreibt in dem Papier dazu nur: "Es entsteht durch die Ermächtigungsgrundlagen und Abrufberechtigung unmittelbar kein messbarer Erfüllungsaufwand." Weitere Kosten: "Keine".

    In Berlin durchqueren laut einer Analyse täglich 193.000 Fahrzeuge die acht Straßen, an den das dortige Verwaltungsgericht von Juli an zwingend Fahrverbote angeordnet hat. Sollten Dieselautos bis zur Norm 5, Lkw und Reisebusse ausgesperrt werden, müssten sich davon die Nutzer von rund 34.000 Fahrzeugen täglich einen anderen Weg suchen. Trotzdem dürfe man nicht alle Fahrer unter Generalverdacht stellen, betonte Benedikt Lux, Innenexperte der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus, im rbb. Besser sei es, bundesweit eine Blaue Plakette für Autos einzuführen, die die Schadstoff-Grenzwerte einhalten. Diese Lösung sei datenschutz- und bürgerfreundlich.

    Quelle
    Wieso die Aufregung? Mit der PKW-Maut kommt die Fahrzeugüberwachung doch ohnehin...

  9. #2089
    Zitat Zitat
    Schnelles und offenes Internet für alle: Bundesregierung unterzeichnet „Contract for the web“

    Wie auf der Digitalklausur der Bundesregierung Mitte November beschlossen, haben Digitalisierungsstaatsministerin Dorothee Bär und Katharina Barley, Bundesministerin für Justiz und Verbraucherschutz, heute den „Contract for the Web“ unterzeichnet. Damit schließt sich Deutschland 80 weiteren Unterzeichnern an, die die Initiative bereits unterstützen. Mit dem Bekenntnis erkennen sie das Internet als ein öffentliches Gut an, zu dem allen ein schneller und barrierefreier Zugang garantiert werden soll. Für Deutschland heißt das unter anderem: Flächendeckend schnelles Internet bis 2025 und Schutz des Rechts auf Privatsphäre.

    Der „Contract for the Web“ (dt. „Vertrag für das Internet“) ist ein digitaler Gesellschaftsvertrag, der vom WWW-Erfinder und Gründer der World Wide Web Foundation, Tim Berners-Lee, Anfang November ins Leben gerufen wurde. Zu den Unterzeichnern zählen so unterschiedliche Organisationen wie Access Now, Facebook oder die französische Regierung. Wie effektiv das lose Bündnis die durchaus gut klingenden Forderungen umsetzen kann, bleibt deshalb vorläufig offen. Dennoch wird sich die deutsche Bundesregierung an ihren Worten messen lassen müssen. Bei der Unterzeichnung betonte Barley heute:

    Zitat Zitat
    Das Internet ist ein öffentliches Gut. Der Zugang dazu muss allen Menschen offenstehen. Deswegen ist es wichtig, dass sich die Bundesregierung heute genau dazu bekennt. Es ist die Aufgabe von Politik und Gesellschaft den rechtlichen Rahmen zu definieren und über ethische Fragen zu diskutieren. Auch dafür haben wir in dieser Legislaturperiode die Datenethikkommission eingesetzt, die bis Ende des kommenden Jahres Vorschläge vorlegen wird.
    Quelle
    Zitat Zitat
    Schutz des Rechts auf Privatsphäre
    Hat den BND-Mitarbeitern schon jemand gesagt, dass sie sich demnächst einen neuen Job suchen müssen?

  10. #2090
    Zitat Zitat
    Überwachung: Kamerasystem soll selbstständig Verbrechen erkennen

    Am Bahnhof und in der Innenstadt von Mannheim sollen 72 Kameras selbstständig kriminelles Verhalten erkennen und die Polizei alarmieren. Innenministerium und Stadt wollen mit dem Pilotprojekt herausfinden, ob sich so die Sicherheit erhöhen lässt.

    Als europaweit erste Stadt testet Mannheim seit dem 3. Dezember 2018 eine "intelligente Videoüberwachung" zur besseren Bekämpfung der Straßenkriminalität. "Dabei geht es nicht um Gesichtserkennung, sondern um das Erkennen von Verhaltensmustern", sagte Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) in Mannheim. Zunächst startete die Videoüberwachung am Hauptbahnhof. Weitere Kriminalitätsbrennpunkte sollen innerhalb der kommenden Monate und Jahre folgen. Mannheim investiert 900.000 Euro für das System. Das Land Baden-Württemberg beteiligt sich mit weiteren 700.000 Euro.

    Geplant ist, dass 72 Kameras verschiedene Plätze in der Innenstadt und im Stadtteil Neckarstadt fokussieren. Getestet werden soll das System innerhalb der kommenden fünf Jahre, wie Mannheims Erster Bürgermeister und Ordnungsdezernent Christian Specht (CDU) sagte. Wie funktioniert die auf Algorithmen basierende Überwachung, die nach Angaben des Innenministers europaweit bisher einzigartig ist? Wird etwa ein Passant geschlagen, erscheint auf dem Bildschirm im Lagezentrum der Mannheimer Polizei ein Hinweis. Deren Präsident Thomas Köber betonte, dass Beamte auf Basis der Kamerabilder die Situation bewerten und über einen Einsatz entscheiden. "Es entscheidet nicht die Maschine, es entscheidet der Mensch."

    Aufnahmen werden nach 72 Stunden gelöscht
    Wer am Montag einen Blick in das Lagezentrum der Mannheimer Polizei werfen konnte, sah Beamte vor zahlreichen Bildschirmen sitzen und den Kameraübertragungen folgen. Im Falle einer Gewalttat oder etwa eines Handtaschendiebstahls sollen Beamte mit Hilfe farblicher Veränderungen auf dem gezeigten Bildausschnitt das Ausmaß erkennen. Im Zweifelsfall können sie den Kameraausschnitt wechseln und die Akteure besser in den Fokus rücken.

    Rechtliche Bedenken gibt es aus Sicht des Innenministers an dieser Praxis nicht. Das jüngst geänderte Polizeigesetz des Landes stehe in Einklang mit der Anwendung der neuen Technologie. Außerdem würden etwa private Bereiche wie Wohnungen verpixelt. Man wolle auch keinen Datenvorrat anlegen, sagte der Minister. Daher würden die Aufzeichnungen nach 72 Stunden vernichtet.

    Entwickelt wurde die Software vom Fraunhofer Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) in Karlsruhe. Von einer finalen Anwendungsreife kann laut IOSB noch nicht die Rede sein. "Mit der Anwendung im öffentlichen Raum wird völliges Neuland betreten", hieß es dazu. Für Minister Strobl ist das Projekt dennoch jetzt schon "Pionierarbeit made in Baden-Württemberg".

    Sind Schläge und Tritte zu erkennen?
    Auch ein solches System gerät nach Polizeiangaben an seine Grenzen. Getestet werden solle nun, wie gut bestimmte Verhaltensmuster - etwa Schlagen oder Treten - überhaupt durch die entsprechenden Algorithmen erkannt werden können. Davon abgesehen gebe es auch noch die Frage zu klären, ob sich im Zuge der Kameraüberwachung die kriminelle Szene in andere Bereiche - nämlich nicht überwachte Gebiete - zurückzieht.

    "Wir stehen heute am Anfang eines Entwicklungsprozesses und nicht am Beginn einer voll einsatzfähigen Videoüberwachung", hieß es auch vom stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der SPD im Stuttgarter Landtag, Sascha Binder. Auch Strobl sagte in Mannheim, die neue Kameraüberwachung sei kein Allheilmittel. Allerdings sei sie ein wichtiges Instrument im Kampf gegen die Kriminalität.

    Quelle
    Zitat Zitat
    Rechtliche Bedenken gibt es aus Sicht des Innenministers an dieser Praxis nicht. Das jüngst geänderte Polizeigesetz des Landes stehe in Einklang mit der Anwendung der neuen Technologie.
    Bloß gut, dass Gesetze entsprechend dem gemacht werden, was man tun will, und nicht etwa umgekehrt, wo kämen wir denn da nur hin?

  11. #2091
    Copy und Paste das mal in den KI-Thread, wenn du darüber diskutieren willst, in wie weit das voraussichtlich funktionieren wird.

  12. #2092
    Zitat Zitat
    EU-Justizminister beraten: Schnellerer E-Mail-Zugriff für Ermittler

    Ermittler sollen einfacher Zugriff auf elektronische Beweismittel erhalten. Die EU-Justizminister sprachen sich mehrheitlich dafür aus, neue Regeln für die länderübergreifende Datenfreigabe zu schaffen.

    E-Mails, SMS, WhatsApp-Nachrichten: Für viele Menschen sind sie sehr wichtig. Das gilt auch für Fahnder der Polizei. Denn die Inhalte dieser elektronischen Medien können den Ermittlern Beweise liefern und sind deshalb bei der Verfolgung von Straftaten von großer Bedeutung.

    Die Justizminister der Europäischen Union haben darüber beraten, ob Ermittler in Zukunft einen schnelleren Zugriff auf elektronische Beweismittel bekommen sollen - und zwar länderübergreifend. Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, dass Provider künftig innerhalb von zehn Tagen entsprechende Daten herausgeben müssen. Bei Verdacht auf schwere Straftaten sogar innerhalb von sechs Stunden.

    Bis zu 120 Tage momentan
    Derzeit müssen sich Ermittler normalerweise viel länger gedulden, bis sie elektronische Beweismittel, sogenannte "e-evidence", aus anderen EU-Ländern bekommen. In der Regel sind es bis zu 120 Tage. Bei einem Rechtshilfeverfahren sogar zehn Monate.

    Das soll sich in Zukunft ändern. Nach dem jetzigen Vorschlag sollen Strafverfolgungsbehörden zum Beispiel aus Österreich elektronische Beweismittel direkt bei einem Provider in Deutschland einholen können, etwa bei der Deutschen Telekom. Und zwar ohne, dass die zuständigen deutschen Behörden darüber informiert werden müssen. Doch damit ist Bundesjustizministerin Katarina Barley gar nicht einverstanden: "Für mich ist wichtig, dass ein zweiter betroffener Staat ein Auge darauf hat, ob die Grundrechte auch dieses Staates eingehalten werden."

    Deutsche wollen Kontrolle behalten
    Die Deutschen wollen die Kontrolle darüber behalten, welche strafrechtlich relevanten Daten Provider in Deutschland an andere EU-Länder herausgeben. Als ein Problem wird auch gesehen, dass die Rechtssysteme in der Europäischen Union nicht einheitlich sind. Jedes Mitgliedsland hat zum Beispiel sein eigenes Strafrecht. Es gibt keine einheitliche juristische Definition darüber, was eine Straftat ist und was nicht.

    Hinzu kommt, dass die rechtsstaatlichen Prinzipien in der Europäischen Union nicht überall gleichermaßen gewahrt würde, sagte Barley in Brüssel. "Wir halten deswegen das Vier-Augen-Prinzip für wichtig. Es kann nicht nur der Provider entscheiden, ob Daten herausgegeben werden, sondern der betroffene Mitgliedsstaat sollte das auch tun."

    Deutschland wird der Vorlage - so wie sie jetzt auf dem Tisch liegt - deshalb nicht zustimmen. Damit die neue Richtlinie weiterkommt, braucht es allerdings keine Einstimmigkeit. Es reicht, wenn die Mehrheit der EU-Länder sich dafür ausspricht. Und danach sieht es aus. Einige Minister haben Änderungsvorschläge, "aber ich hoffe, dass wir den Entwurf durch bekommen", erklärte Vera Jourova, die in der EU-Kommission für Justiz zuständig ist.

    Es sei ganz wichtig, dass Fahnder in Europa bei der Strafverfolgung künftig schneller an die Daten kommen, betonte der österreichische Justizminister Josef Moser. "Hass im Netz und gleichzeitig Internet-Kriminalität kann nur bekämpft werden, wenn wir einen Zugang zu elektronischen Beweismitteln haben."

    Nun beginnen die Dreier-Verhandlungen zwischen Vertretern der EU-Länder, des Europaparlaments und der EU-Kommission. Es wird also noch ein wenig dauern bis "e-evidence" hilft, Straftaten schneller aufzuklären.

    Quelle

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