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Thema: "Internet 1.984" oder "Wieviel Macht soll der Staat haben?"

  1. #1901
    Zitat Zitat
    WhatsApp-Daten bleiben für Facebook tabu

    Facebook darf weiter keine personenbezogenen Daten von deutschen Nutzern seines WhatsApp-Chats nutzen. Das entschied das Hamburger Verwaltungsgericht. Der Konzern müsse allerdings bereits erhobene Daten nicht löschen.

    Facebook darf nach einer Entscheidung des Hamburger Verwaltungsgerichts personenbezogene Daten von deutschen WhatsApp-Nutzern weiter nicht nutzen. Notwendig sei dafür eine Einwilligung der Nutzer, die den Anforderungen an die deutschen Datenschutzvorschriften entsprechen müsse, teilte das Gericht mit und bestätigte damit eine entsprechende Anordnung des Hamburger Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar. Er begrüßte die Entscheidung.

    Facebook hatte 2014 den Onlinedienst WhatsApp übernommen. Im August 2016 aktualisierte WhatsApp seine Nutzungsbedingungen, wonach die Weitergabe von personenbezogenen Daten an Facebook für zulässig erklärt wird. Caspar erließ kurz darauf einen Bescheid, dass die Daten deutscher WhatsApp-Nutzer nur dann gespeichert werden dürfen, wenn eine entsprechende Einwilligung vorliegt. Sollten bereits Daten gespeichert sein, müssten diese gelöscht werden.

    Gegen diesen Löschbescheid legte Facebook Widerspruch ein. Das Verwaltungsgericht entschied nun, dass die Daten nicht gelöscht werden müssten, weil der Bescheid des Datenschutzbeauftragten einen Formfehler aufweise. Die Nutzung der Daten ohne Zustimmung der Betroffenen sei jedoch untersagt.

    Gilt deutsches Recht in Irland?
    Es sei offen, ob Facebook mit seinem Widerspruch letztendlich Erfolg haben werde. Es sei noch nicht hinreichend geklärt, ob deutsches Datenschutzrecht bei der in Irland ansässigen Facebook-Gesellschaft angewendet werden müsse, teilte das Verwaltungsgericht mit. Sollte allerdings das deutsche Datenschutzrecht gelten, wäre der Bescheid des Datenschutzbeauftragten aller Voraussicht nach rechtmäßig, denn die von WhatsApp benutzten Zustimmungserklärungen genügten nicht den Anforderungen des deutschen Datenschutzrechts.

    Gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts kann Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht eingelegt werden.

    Quelle

  2. #1902
    Zitat Zitat von Whiz-zarD Beitrag anzeigen
    Dann wird wohl 2022 mein Ausweis aus versehen auf mein Induktionsherd fallen, während dieser in Betrieb ist.
    Würde da nicht auch ein Festplattenmagnet reichen?

  3. #1903
    Wie wäre es einfach, sich keinen Perso mehr zu holen. Ein Reisepass ist auch ein gültiges Ausweisdokument.

  4. #1904
    Zitat Zitat von Auratus Beitrag anzeigen
    Würde da nicht auch ein Festplattenmagnet reichen?
    Ein RFID-Chip funktioniert ja über Induktion. Der Chip induziert das Magnetfeld und daraus generiert er seinen Strom. Damit Strom überhaupt induziert werden kann, braucht man an der Primärspule eine Wechselspannung und genau das liefert eine Induktionskochplatte. Hierbei ist die Spannung so Hochfrequent, sodass der Chip zerstört wird. Ein Festplattenmagnet ist hingegen nur ein kleiner Dauermagnet, der mehrere Nord- und Südpole im Wechsel hat. Hier kann überhaupt keine Spannung induziert werden, weil die Bewegung eben fehlt.

    Zitat Zitat von Schnorro Beitrag anzeigen
    Wie wäre es einfach, sich keinen Perso mehr zu holen. Ein Reisepass ist auch ein gültiges Ausweisdokument.
    Und was meinst du, was heutzutage im Reisepass steckt?

  5. #1905
    Kein Plan, habe noch so einen zum aufklappen. Da ist auch schon so ein Ding drin? Oha. Ja, dann ab sofort nur noch mit Geburtsurkunde rumlaufen ^^

  6. #1906
    Zitat Zitat von Schnorro Beitrag anzeigen
    Kein Plan, habe noch so einen zum aufklappen. Da ist auch schon so ein Ding drin? Oha. Ja, dann ab sofort nur noch mit Geburtsurkunde rumlaufen ^^
    Jep. Deswegen steht da auch meine ich irgendwo drauf, dass man den bitte nicht knicken soll, da da empfindliche Elektronik drin ist.

  7. #1907
    Zitat Zitat von Whiz-zarD Beitrag anzeigen
    Dann wird wohl 2022 mein Ausweis aus versehen auf mein Induktionsherd fallen, während dieser in Betrieb ist.
    Könnt aber Probleme verursachen, bei Systemen die Sachen auf dem Chip auslesen wollen. Auf dem Flughafen etwa. Würde voll automatisiertes Überprüfen erlauben, so dass man bloß vorbei laufen muss, mit dem Pass in Reichweite.
    Warum nicht einfach den Pass in eine spezielle Hülle stecken, der als faradayscher Käfig fungiert. Geht genau so und macht nichts kaputt. Sowas gibts ja schon für Bankomat Karten.

    Geändert von Mivey (Gestern um 00:12 Uhr)

  8. #1908
    Mivey, meinst die Kartenhüllen mit Alufolie innen drin?

  9. #1909
    Zitat Zitat
    Auf dem Flughafen etwa. Würde voll automatisiertes Überprüfen erlauben, so dass man bloß vorbei laufen muss, mit dem Pass in Reichweite.
    Dann dürften aber keine Nicht-Deutschen auf die Idee kommen, den Flughafen auch nutzen zu wollen...

  10. #1910
    Zitat Zitat von Liferipper Beitrag anzeigen
    Dann dürften aber keine Nicht-Deutschen auf die Idee kommen, den Flughafen auch nutzen zu wollen...
    Das erhebt man dann einfach zum internationalen Standard. Kennt man doch.

  11. #1911
    Zitat Zitat
    Achtung beim Streamen!

    Bisher galt das Anschauen von illegal hochgeladenen Filmen im Internet - genannt Streaming - als ein Akt in der rechtlichen Grauzone. Viele Nutzer fühlten sich sicher. Doch das kann sich nun durch ein aktuelles Urteil des Europäischen Gerichtshofs ändern.

    Wer Internetnutzern Filme oder Sportübertragungen zur Verfügung stellt, ohne die Rechte an diesen Filmen oder für die Sportübertragungen zu haben, der verstößt gegen das Urheberrecht. So weit, so klar. Gleiches gilt für Musik. Nutzer von Internettauschbörsen, bei denen man Filme oder Musik per "Filesharing" herunter- und vor allem auch wieder für andere hochlädt, bekommen deshalb regelmäßig teure Abmahnungen.

    Doch wie ist es, wenn der Internetnutzer die Filme oder Sportübertragungen gar nicht dauerhaft herunterlädt, sondern sie nur über einen "flüchtigen" Stream anschaut. Ist das bloße Betrachten des Streams schon eine Urheberrechtsverletzung? Die Speicherung der Daten erfolgt beim Streaming schließlich nur ganz kurz und nur im Arbeitsspeicher. Es ist deshalb ein Graubereich, in dem sich die Internetnutzer nach Auffassung vieler Juristen in Deutschland bisher sicher fühlen konnten, weil eine Ausnahme im Urheberrecht greifen sollte. Doch mit dem heutigen EuGH-Urteil könnte sich das ändern.
    Konkreter Fall aus den Niederlanden

    In dem konkreten Fall geht es um den niederländischen Anbieter einer Multimedia-Box namens "filmspeler". Solche auch "Kodi-Boxen" genannten Abspielgeräte gibt es von vielen Anbietern. Mit ihnen lassen sich Inhalte aus dem Internet direkt auf dem Fernseher abspielen - natürlich auch legale, kostenlose Streams. Der Anbieter des "filmspeler" hatte allerdings spezielle Programme vorinstalliert, mit denen seine Kunden problemlos und direkt Filme und Sportübertragungen von illegalen Streamingseiten auf den Fernseher bringen können. Und genau damit, also der Möglichkeit, Kostenpflichtiges umsonst schauen zu können, warb er offensiv im Internet.

    Der EuGH entschied heute, dass schon der Verkauf des "filmspelers" eine "öffentliche Widergabe" ist und damit illegal sein kann. Für die Nutzer illegaler Streams noch entscheidender: Der EuGH macht deutlich, dass die Nutzer des "filmspelers" keinen Schutz verdienen, weil sie ganz bewusst und kostenlos auf illegale Streams zugreifen. Auch die nur vorübergehende Speicherung der illegalen Filme beim Streamen sei vom Urheberrecht geschützt, so der EuGH. Den eigentlichen Inhabern der Film- und Sportrechte entstehe durch die Streams ein "ungebührlicher" Schaden.
    Verallgemeinerung des Urteils möglich

    Auch wenn es in dem Urteil auf den ersten Blick nur um die Nutzer von diesen speziellen Multimediaboxen geht, die extra für illegale Streams verkauft werden: Aus der Urteilsbegründung lässt sich eine Bedeutung auch für andere Freunde des Streamings ablesen.

    Aus Sicht des Trierer Jura-Professors Benjamin Raue ist das heutige Urteil verallgemeinerungsfähig: "Auch wer mit seinen Computer bewusst auf eine offensichtlich illegale Streaming-Seite geht oder sich im Internet einen kostenlosen Bundesliga-Livestream sucht, obwohl er weiß, dass die Spiele eigentlich nur gegen Geld angesehen werden dürfen, der verstößt nach dem heutigen EuGH-Urteil höchst wahrscheinlich gegen das Urheberrecht."

    Falls sie von den Rechteinhabern ausfindig gemacht werden können, drohen damit auch Filmfreunden und Sportfans, die bewusst illegale Streams nutzen, Abmahnungen und Schadensersatzforderungen. Allerdings dürfte der Schadensersatz nicht so hoch ausfallen wie beim illegalen Filesharing. Denn der "Filesharer" zahlt nicht nur dafür, dass er das Lied oder den Film selbst illegal genutzt hat, sondern auch dafür, dass er die Titel vielen anderen kostenlos per Upload zur Verfügung stellt. Derjenige, der sich bloß einen Stream anschaut, zahlt nur für sich selbst.

    Quelle

  12. #1912
    Wäre interessant welchen ungebührlichen Schaden die Richter denn da bitte erkennen wollen. Abgesehen davon, die Speicherung erfolgt ja bloß peu a peu. Wie handhaben die das dann? Wird dann jeder kopierte Schnipsel als ein eigener Urheberrechtsverstoß gewertet, sozusagen als serielle -bilder, die geladen werden? Der ganze Film kanns ja nicht sein, weil wir ja das eigentlich geschützte Werk ja eben nicht vollständig kopieren, worauf ja abgezielt wird. Auf der anderen Seite wirft das auch die frage auf: Wenn ich einen Film nach zehn Minuten ausmache, weil ich ihn scheiße finde, werde ich dann unfairerweise genauso hart belangt wie jemand, der ihn sich komplett reingzeogen hat? Immerhin hat der mehr kopiert als ich.




  13. #1913
    Zitat Zitat
    Aus Sicht des Trierer Jura-Professors Benjamin Raue ist das heutige Urteil verallgemeinerungsfähig: "Auch wer mit seinen Computer bewusst auf eine offensichtlich illegale Streaming-Seite geht oder sich im Internet einen kostenlosen Bundesliga-Livestream sucht, obwohl er weiß, dass die Spiele eigentlich nur gegen Geld angesehen werden dürfen, der verstößt nach dem heutigen EuGH-Urteil höchst wahrscheinlich gegen das Urheberrecht."
    Dieser Verallgemeinerung zufolge wäre es in Ordnung, diesen Inhalt über "illegale Streaming-Seiten" anzusehen, nachdem man dem Urheber eine entsprechende Geldumme zukommen lassen hat. Vielleicht wäre es in der ganzen Geschichte wirklich einfacher, derartige Deals über eine Schablone laufen zu lassen, die sich in erster Linie daran orientiert, ob für den Inhalt bezahlt wurde und dem Anwender diverse Fair-Use-Rechte zugesteht. Dann braucht der Urheber nicht wegen eines angeblichen Schadens zu quengeln und der Anwender muss sich nicht darum sorgen, wie jetzt genau sein digitales Abbild gespeichert sein darf (bzw. der Urheber erspart sich diverse DRM-Überlegungen).

  14. #1914
    Zitat Zitat
    Vielleicht wäre es in der ganzen Geschichte wirklich einfacher, derartige Deals über eine Schablone laufen zu lassen, die sich in erster Linie daran orientiert, ob für den Inhalt bezahlt wurde und dem Anwender diverse Fair-Use-Rechte zugesteht. Dann braucht der Urheber nicht wegen eines angeblichen Schadens zu quengeln und der Anwender muss sich nicht darum sorgen, wie jetzt genau sein digitales Abbild gespeichert sein darf (bzw. der Urheber erspart sich diverse DRM-Überlegungen).
    Du wirst lachen aber sowas in der Art gibt es schon:





    EDIT: Und greifen würde das, weil beim Streaming kein wirksamer Kopierschutz umgangen wird, den hat nämlich höchstens der umgangen, der uns den Rip zur Verfügung stellt, sprich der anbieter ist.

    Geändert von KingPaddy (Heute um 13:58 Uhr)

  15. #1915
    Hm, nein, das ist eigentlich etwas völlig anderes. Unter anderem schon deswegen, weil diese Lösung sich nicht daran orientiert, ob für einen bestimmten Inhalt gezahlt wurde bzw. sie sich gar nicht auf konkrete Inhalte/Deals bezieht.

    Aber trotzdem interessant:
    Durch diese Lobby müssten Argumente wie diese:
    Zitat Zitat
    Den eigentlichen Inhabern der Film- und Sportrechte entstehe durch die Streams ein "ungebührlicher" Schaden.
    völlig absurd erscheinen. Durch diese "illegalen Streams" rechtfertigt man ja z.B. zusätzliche Abgaben auf Datenträger, eine staatlich gesicherte Einnahmequelle, von denen andere Branchen nur träumen können. Eigentlich müssten die Urheber, die unter diesen Regenschirm fallen den "illegalen Streamingseiten" danken und ihre Klappe halten und Hardwarehersteller, die durch die höheren Preise Verluste erleiden, müssten eigentlich auf die Barrikaden gehen.

  16. #1916
    Zitat Zitat
    Hm, nein, das ist eigentlich etwas völlig anderes. Unter anderem schon deswegen, weil diese Lösung sich nicht daran orientiert, ob für einen bestimmten Inhalt gezahlt wurde bzw. sie sich gar nicht auf konkrete Inhalte/Deals bezieht.
    Ja eben darum geht es ja. weil man das so nur schwer erfassbar machen kann. Erlegt der Gesetzgeber auf alle Geräte und oder Datenträger, die geeignet sind Kopien anzufertigen oder aufzunehmen eine entsprechende Abgabe und führt diese an den entsprechenden Rechteverwerter-Verband, in Deutschland die GEMA, ab. Wie der Verband dann die Urheber ausbezahlt ist dann deren interne Angelegenheit, wo der Staat und der Kunde dann nichts mehr mit zu tun haben. An sich eine vernünftige Lösung, wenn denn eben die Kopie zum privaten gebrauch dann eben durch die gesetzlichen Rahmenbedingungen noch möglich wäre. Wird ja auch in den Videos angesprochen, dass man sich auf dem Umweg der Umgehung eines wirksamen Kopierschutzes faktisch strafbar macht, aber diese Abgaben dennoch weiter zahlen darf. Hier beim Streaming hätten wir zum Beispiel so einen Fall, wo das keineswegs passiert. So gesehen kann und müsste man das hier in Anwendung bringen und deutlich sagen, wir sind hier eigentlich vom Haken. Es wäre dann Aufgabe des Gesetzgebers bzw. des Rechtevertreterverbandes dann zum Beispiel zusätzlich noch diese Filmspeler Hardware in die Listung mit aufzunehmen. Für die Hardware, die in unserem Rechner steckt, um das zu verarbeiten, haben wir als Endkunden, die so ein Gerät nicht nutzen, bereits die Abgaben zum Stream-Nutzung abgedrückt.

  17. #1917
    Zitat Zitat
    An sich eine vernünftige Lösung, wenn denn eben die Kopie zum privaten gebrauch dann eben durch die gesetzlichen Rahmenbedingungen noch möglich wäre.
    Ja, wenn man es von der Seite aufrollt, sich auf diese Abgaben beruft und damit sämtliche Ansprüche auf Einschränkungen der Fair-Use-Rechte fallen lässt, kommt das der Idee einer Schablone schon näher, hat aber noch kritische Probleme:

    1. Es ist unklar, wofür man genau zahlt bzw. was mit diesen Abgaben alles abgegolten ist. Bezahle ich den Urheber dafür, z.B. den Stream zu sehen? Oder für den Service? Ermächtigt mich die anteilige Abgabe dazu, einen Stream zu sehen obwohl der Urheber woanders dafür Geld verlangt (z.B. durch eine Kopie auf CD)? Wenn nein, dann trifft es den Kern, den so eine Schablone lösen soll nicht: es entsteht weiterhin Unklarheit darüber, welche Geldsumme im Vertrag mit dem Urheber nun vereinbart wird und welche Rechte man konkret hat.
    2. So eine Lösung ist schwer mit einer Marktwirtschaft zu vereinbaren. Kleinere Anbieter digitaler Angebote werden z.B. nicht an den Datenträgerabgaben beteiligt, wenn sie nicht in einem entsprechenden Verein sind. Es wird in einen Topf eingezahlt, der dann (gerecht?) an die Genossen verteilt wird.

    Was ich angedacht habe, wäre eine Standardprozedur, die den Verkauf von Medien im Internet vereinfacht. In den meisten Fällen will der Urheber einen selbst bestimmten Preis und verhindern, dass er durch Verfielfältigung Dritter Verluste macht. Gleichzeitig gibt es aber auch das Problem, dass das Werk theoretisch überall auftauchen kann und der Benutzer gar nicht immer wissen kann ob das, was er eben gesehen hat, auch gratis ist. Wenn es jetzt z.B. eine Art Standardtext gäbe (der bestimmte Grundrechte, wie die Kopie für den privaten Gebrauch sichert), der bei Lizenzen zu inkludieren ist, sowie eine Art Register, bei der jeder Urheber sein Angebot, versehen mit einer ID, eintragen kann und automatisch eingetragen wird, ob ein Kunde dafür gezahlt hat, würde es den Ablauf viel klarer machen. Wenn jemand z.B. Inhalte anderer Medien nutzt um etwas neues zu produzieren, kann er die entsprechenden IDs angeben und ein Anwender kann sich über das Register Klarheit darüber verschaffen, welche die referenzierten Werke es sind (nicht weil er dafür auch zahlen soll; das wäre absurd, sondern um einen Mehrwert für die Künstler zu schaffen) und auch ob das, was er gerade ansieht, kostenlos ist. Man könnte auch eine plattformübergreifende API verwenden um gleich darauf hinzuweisen, dass der Inhalt nicht frei ist.

    Wie so ein Register jetzt im Detail aussieht (zentral/dezentral, Kundendaten anonymisiert, ...) und welche Rechte genau über diese Standardlizenz abgedeckt sind ist (etwa so in die Richtung: wenn du bezahlt hast, darfst du es mit 5 Leuten teilen, die dann aber nicht teilen dürfen, weil sie nicht bezahlt haben), kann man sich noch überlegen aber mich würde es interessieren, wie so eine Schablone, die die Kernpunkte eines Nutzungsvertrags bei Internetmedien abdeckt, als freiwilliger Service ankommen bzw. sich entwickeln würde.

    Geändert von Surface Dweller (Heute um 19:12 Uhr)

  18. #1918
    Es geht eher darum, dass der staat jetzt bereits angesichts der nicht kontrollierbaren technischen Möglichkeiten statt einem Wettrüsten bei der Justiz und dem pampern von Abmahn-Anwälten eingesehen hat, dass man den Kunden einfach für seine Möglichkeit Kopien anzufertig einfach besteuert und diese Steuer dann quasi an die Urheber ausschüttet bzw. an die Rechteverwerter. Wie gesagt so ist es egal wer sich was, wie oft anschaut und unabhängig vom Anbieter. Und man ist das Problem los. Wie sich dir Urheber und dann die Vereine um ihre Vergütungen kabbeln ist dann deren Sache und ob oder wie sie Anbieter wie Burning Series und co belangen.

    Im Endeffekt geht es ja darum, dass die, die da gut verdienen in dem sie Penis Enlarger und Heiße Asiatische Schlampen mit Pop-Ups bewerben, in dem sie diese vor raubkopierte videos stellen, eben nicht für die Nutzung bezahlen wollen, genauso wenig wie die Kunden bzw. selbst wenn sie es wollen würden, dann vermutlich nicht dürften, weil man eben seine Filme nicht auf Seiten vermarktet sehen will, die Werbung für Penis Enlarger und Heiße Asiatische Schlampen schalten, hinten denen sich vielleicht oder mit großer Wahrscheinlichkeit irgendwelche Schadsoftware und weis der Geier was noch alles verbirgt.

    Ich meine machen wir uns nichts vor: Ich nutze die Dienste weil sie gratis sind. Ich schau zwar ganz gerne mal einen Film oder eine Serie, aber eigentlich sind sie mir nicht wichtig genug, als das ich dafür sonst Geld ausgeben würde, da würde ich sonst keine schauen. Ein Modell das sich allein über Werbung finanzieren würde, käme da eigentlich meiner Gewohnheit entgegen. Dazu kommt noch, dass ich Streaming-Dienste auch nutze, um steinalte Animes zu schauen, insbesondere dann, wenn diese in Deutschland gar nicht erschienen sind, während ich gedubbte Folgen ungeschnitten bekommen und nicht erschienene mit Untertiteln.

    Es macht an der Stelle für mich persönlich halt keinen Sinn, das in irgendeiner Form abrechnen zu wollen. Und wie gesagt juristisch ist das alles mehr Murks als alles wert ist. Auch die EUGH-Richter können nicht handstreichartig konkurrierende Gesetze und oder Definitionsfragen wie die nach dem akt des Kopierens an sich aus dem Weg schaffen. Dieses dämliche Urteil schafft nur mehr Rechtsunsicherheit als wir vorher hatten. Wie gesagt wenn diese Begründung für Streaming durchkommt. Dann würden wir wirklich bei der ständigen Bewegung im Netz allein durch das Laden von Dateien in den Cache beim Aufruf von Webseiten vor lauter Urheberrechtsverletzungen nicht mehr in den Schlaf kommen. Wenn sie es so definieren, kann es da nämlich keine Rechtslücke geben. Und zweifelhaft ist eben auch ob das Werk eben vollwertig dann jeweils kopiert wird, weil es nie eben als nutzbares Gesamtwerk vorliegt. Demnach wäre nämlich das Anschauen eines Films im Kino schon eine Urheberrechtsverletzung, weil wir Teile davon quasi jederzeit abrufbar in unseren Erinnerungen abspeichern würden. Statt also nochmal ins Kino zu gehen, müssten wir nur unser Gedächtnis bemühen. Völlig absurd.

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