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Thema: "Internet 1.984" oder "Wieviel Macht soll der Staat haben?"

  1. #2021
    Zitat Zitat von KingPaddy Beitrag anzeigen
    Wären Netzangebote nicht kostenlos, würde ich es wie früher machen, ein einziges Pluskonto anlegen, und die anderen gehen definitiv leer aus. Ich hätte zwar digital die Möglichkeit bequem mehrere Tageszeitungen zu konsumieren, was so reell schwierig wird, aber ich hätte auch nicht mehr Geld dafür übrig als früher. Dafür kann man mit Freunden, die die jeweils abonniert haben, die Artikel im Netz auch viel leichter teilen.
    Wär ja okay, die meisten Menschen als man Zeitungen nur per Print lesen konnte, haben wohl auch maximal eine abonniert, und eher hin und wieder ein paar Mark/Schilling/vor-Euro-Währung ausgegeben, wenn man grad wirklich Zeit hat zum lesen. Dass kann heute auch noch funktionieren, nicht für alle, aber für gewisse Qualitätsmedien ist das einzige Möglichkeit ihr Niveau zu halten.

  2. #2022
    Der Punkt ist eher, dass diese Leute sich einbilden, dass die irgendwie alle was vom Kuchen abbekommen. Ich hab eher das Gefühl, nagut inzwischen brechen die Anzeigenerlöse im Web ein, dass die Möglichkeit viel Traffic und auch viel Werbung zu verkaufen bei kostenlosen Angeboten besser funktioniert. Ich habe mal einem Vortrag von Stefan Aust gelauscht (ehemals beim SPIEGEl heute Welt), der auch meinte, dass die Verzahnung von Print und Netz für ein regelmäßiges Einkommen wichtiger sei und das die Unternehmen eher dafür sorgen sollte, dass sie ihre Printkunden nicht zwangsweise zu online Kunden umerziehen wollen, sondern alles zu tun, um ihre Kernkunden zu halten und spezielle Angebote für Neukunden zu halten.

    Ich hatte den Print-SPIEGEL neben den Finanzen und dem Inhalt auch gekündigt, weil mir die Kundenpolitik inzwischen gegen den Strich ging. Mehrfach jährlich steigende Preise, du hast aber, obwohl du den Löwenanteil aller Kunden bezahlst weder einen Zugang zum Digitalen-SPIEGEL und dann wurden dir auch noch auf SPON-Bezahlschranken für Artikel vorgesetzt, die du im Heft bereits bezahlt hast. Das ist halt Mist.

  3. #2023
    Im moment ist es sicherlich die beste Idee die duale Schiene zu gehen, Print-Kunden halten, eventuell durch Bonus-Angebote (eben, dass man neben dem Print-Abo auch auf das digitale Pendant zugreifen kann), und probieren Angebote für neue online-affine zu entwickeln. Die New York Times macht das was interessantes mit ihrem Daily podcasts, wo sie oft auf eine Geschichte eingehen, die du auch in Print-Form, mit mehr Details lesen kannst, aber eben auch als kurz Variante für unterwegs zum Lauschen hast.

    Ich frag mich ob sich Print langfristig wirklich halten kann. Vielleicht laufen ja alle irgendwann mit Tablets herum und statt einer Print-Zeitung kauft man sich einen QR-Streifen (mit individuellen, nur einmal benutzbaren Code), der einem Zugriff auf das Epaper des Tages gibt.

  4. #2024
    Trotz der klaren Vorteile der digitalen Zeitung (Umwelt, niedrigere Kosten für beide Parteien, Videos, ...) denke ich nicht, dass die gedruckte Version Geschichte sein wird. Man liest sie anders. Die großformatigen Zeitungen, bei denen man diese Fülle an Inhalt nicht erfassen kann ohne den Kopf zu drehen, werden immer ihre Liebhaber haben, auch wenn's verhältnismäßig nicht viele sind.

  5. #2025
    Gedruckt ist anders, da man mehr gleichzeitig erfassen kann. Beim Browser müsste man schon mehrere Seiten/Artikel gleichzeitig öffnen (dann mehrere Fenster klein machen und nebeneinander legen). Ähnlich seh ichs bei Büchern. Bei Fachbüchern von Vorteil wenn man am Rechner die Suche nutzen kann. Bei Unterhaltungsliteratur blättert man schneller mal vor und zurück mit der Hand.

    Dass im Internet die Zeitungen nun Geld wollen, weil Print-Leser wegfallen - nix neues. Aber Google News ist doch tatsächlich nur von Vorteil,wenn dadurch Leute dorthin geschafft werden. Die Studie belegt es ja. Ohne Google News weniger Leute. Und dass kaum wer bei zig Seiten zahlen will ist auch klar. Manche bieten auch neuerdings Werbemodelle an.(Man soll nen Werbespot gucken oder kaufen oder so. Erkennt auch Werbeblocker.) Sowas ist okay. Hat man im TV ja auch den den privaten Sendern (wenn auch seltener in der News, aber vorher, danach).

    Edit: Wobei ich nutze viel Google News. Gibt gerade die Vorteile aktuellen Kram von mehreren Seiten zu aggregiern. Also verschiedene Sachen auf einen Blick. Dort sogar von mehreren Quellen. Aber würde nie auf die Idee kommen für eine zu zahlen, da die Vielfalt wichtig ist. Mal will man da, mal will man anderswo. Grad wenn mal Rezensionen sind will man verschiedene Meinungen. Aber will natürlich kein Abo bei mehreren Seiten. Sollen einfach was wie die GEMA einführen bei der man sich anmeldet und 1x zahlt und für alle News-Seiten freigeschaltet wird, wenn News unbedingt kostenpflichtig sein sollen.


    Hier mal was zu Facebook: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...a-1185814.html
    Kartellamt will dagegen vorgehn, weil die überall Daten sammeln und die Schnittsteleln zu andern Seiten ausnutzen und das ohne Widerspruchsmöglichkeit.

    Geändert von PeteS (02.01.2018 um 09:41 Uhr)

  6. #2026
    Zitat Zitat
    Smartphone-Spiele belauschen Nutzer

    Eine in Spiele-Apps integrierte Funktion spioniert über das Mikrofon des Smartphones Nutzer darüber aus, welche Werbespots und Sendungen sie im Fernsehen anschauen.

    In mehr als 250 Spiele-Apps für Smartphones ist eine Software des Startups Alphonso integriert, die in der Lage ist, den Nutzer auszuspionieren. Dies berichtet die New York Times unter Berufung auf Aussagen des Alphonso-Gründers und -CEOs Ashish Chordia und eigenen Recherchen.

    Die Software nutzte demnach das Handy-Mikrofon, um anhand von Audiosignalen die Werbespots und Sendungen zu identifizieren, die der Nutzer gerade schaut. Diese Daten werden laut New York Times teilweise mit den Ortsdaten abgeglichen, was zielgruppenorientiertes Marketing ermögliche. Die Alphonso-App soll auch im Hintergrund arbeiten können.

    1000 Apps hören zu
    Die New York Times meldet unter Bezugnahme auf den Alphonso-CEO, dass die Software bereits in rund 1000 Anwendungen aus den Bereichen Gaming, Messaging und Social Apps im Einsatz sei. Über Suchbegriffe wie "Alphonso automated" und "Alphonso software" ist die Zeitung selbst auf über 250 Apps im Google Play Store gestoßen; darunter befinden sich zahlreiche Apps, die sich an Kinder richten. Manche der Anwendungen sind auch in Apples App Store zu finden.

    Ashish Chordia vertritt die Ansicht, dass die Überwachung durch Alphonso zulässig sei, da keine Gespräche aufgezeichnet würden und das Sammeln der Daten ausführlich in der Datenschutzrichtlinie des Unternehmens beschrieben sei. Tatsächlich macht das Unternehmen auf seiner Website keinen Hehl aus seinen Methoden.

    Die Frage ist, ob Nutzern klar ist, dass die Funktion in einer von ihm installierten App integriert ist. Laut Chordia ist dies der Fall: Der User stimme wissentlich zu und habe zudem jederzeit die Möglichkeit, die Funktion abzustellen. Wie man dies unter Android und iOS macht, ist im "Mobile Opt Out Guide" auf der Seite des Software-Herstellers beschrieben.

    Alles im rechtlichen Rahmen?
    Insofern würde laut CEO auch den Vorschriften der US-Regulierungsbehörde FCC genüge getan. Sollte sich herausstellen, dass die Rechtsauffassung des CEOs nicht korrekt ist, dürfte es für die Firma allerdings teuer werden. Ende 2015 hatte sich bereits der Werbe-Lauscher Silverpush jede Menge Ärger eingehandelt. In diesem Jahr zahlte der Hersteller Vizio in den USA 2,2 Millionen Dollar, um einen Rechtsstreit zu beenden, bei dem es um die unberechtigte Erfassung von Daten der Nutzer seiner Smart-TVs ging.

    Der Bericht der New York Times dürfte auch Gerüchte erneut anheizen, wonach Facebook ebenfalls heimlich Daten der Nutzer seiner App sammelt. Diese haben sich bislang jedoch nicht bestätigt. Ein Ex-Manager des Unternehmens hatte die Vorwürfe zuletzt unter Hinweis auf eine viel zu gewaltige Datenmenge zurückgewiesen.

    Schließlich dürfte auch das kürzlich von Apple aufgekaufte Unternehmen Shazam ins Visier geraten, da es angeblich Alphonso bei der Identifikation unterstützt, Bestätigen wollte dies Shazam nicht. Ende 2016 hatte Shazam auf der Internet Of Things World Europe bekanntgegeben, verstärkt auf ortsbezogene Werbung setzen zu wollen.

    Quelle

  7. #2027


    Zitat Zitat
    [...]

    Wurden die Schwachstellen schon ausgenutzt?

    Konkrete Hinweise darauf, dass Meltdown und Spectre schon von Kriminellen für Angriffe ausgenutzt wurden, gibt es bisher nicht, heißt es zum Beispiel vom Prozessor-Hersteller Intel. Ausschließen lässt es sich deshalb aber nicht.

    Daniel Gruss sagte, er finde es "beunruhigend", dass sein Forscherteam aus Graz nur eines von mehreren sei, die die Angriffe unabhängig voneinander und ungefähr zeitgleich entdeckt haben sowie ihr Wissen öffentlich gemacht haben. "Da stellt sich natürlich die Frage, wie viele andere das Problem noch entdeckt und nicht gemeldet haben", sagt Gruss. "Inwiefern Geheimdienste davon gewusst haben, können wir überhaupt nicht einschätzen." Im Nachhinein lasse sich auch nicht eindeutig klären, "ob das ein Bug oder eine Backdoor war". [interessanter Gedanke]

    Kann man sich mit Antivirensoftware schützen?

    Nach Ansicht der IT-Forscher ist es unwahrscheinlich, dass eine Antivirensoftware zuverlässig gegen Schadsoftware helfen kann, die Meltdown oder Spectre ausnutzt. Das Problem ist, dass sich eine solche Schadsoftware kaum anders verhält als andere Programme und deshalb nicht automatisch erkannt werden könnte. Erst wenn ein bestimmter Schädling bekannt würde, könnte man ihn anhand seiner typischen Signatur erkennen und blockieren.

    "Praktisch muss man es bei den Angriffen, die wir präsentiert haben, nur schaffen, dass die dafür nötige Software auf dem angegriffenen System läuft", sagt Daniel Gruss. Auf dem Rechner könne sie zum Beispiel in Form eines E-Mail-Anhangs oder eines Downloads landen.

    Wahrscheinlich sei der Angriff auch über Javascript möglich, sagt Gruss, "aber die Browser-Hersteller stellen dagegen derzeit schon Sicherheitsmaßnahmen bereit. Daher ist ein Angriff auf dem Weg derzeit wohl weniger realistisch."

    Was sollten Computer- oder Smartphone-Nutzer tun?

    "Nutzer sollten auf jeden Fall die Updates für ihr Betriebssystem und ihre Software installieren, die dieser Tage erscheinen", rät Daniel Gruss. Sprich: Wer irgendeines der betroffenen Geräte, ob nun Smartphone, Windows- oder Linux-PC oder MacBook benutzt, der sollte also in den kommenden Tagen regelmäßig nach System-Updates Ausschau halten und diese auch umgehend installieren.

    Ein Prozessor-Tausch, wie ihn das amerikanische CERT empfiehlt, hält Gruss nicht für sinnvoll. Dem IT-Experten zufolge gibt es "im Bereich normaler Consumer-Hardware" aktuell keinen Prozessor, der nicht von Spectre betroffen ist. Allgemein rät Gruss Nutzern, nicht panisch auf die Entdeckungen zu reagieren.

    [...]
    Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/gadge...a-1186193.html

  8. #2028
    Auf Deutschlandfunk Nova lief eine tolle Folge Eine Stunde History zum großen Lauschangriff, aber wie immer mit Bezügen zu heute. Ich kann die Serie allgemein als Podcast empfehlen, ist didaktisch wunderbar aufbereitet und verschafft jede Woche etwas grundlegendes historisches Wissen. ^^

  9. #2029
    Zitat Zitat
    Polizei spioniert Handynutzer mit Trojaner aus

    Das Bundeskriminalamt (BKA) hat damit begonnen, eines der umstrittensten Ermittlungswerkzeuge der vergangenen Jahre einzusetzen: den Staatstrojaner für Smartphones. Nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, WDR und NDR wird dieser bereits in aktuell laufenden Ermittlungsverfahren verwendet, um auf Daten und Dokumente von verdächtigen Personen zuzugreifen. Das BKA wollte aus "einsatztaktischen Gründen" keine Auskünfte erteilen, wie oft die Software bereits eingesetzt wurde.

    Als Staatstrojaner wird in der Öffentlichkeit eine Software bezeichnet, die von staatlicher Seite eingesetzt wird und die Sicherheitslücken in Computern ausnutzt. Das gilt für Desktop-Rechner und Laptops als auch für die in der Regel besser geschützten Smartphones und Tablets. Ermittler lehnen den Begriff Staatstrojaner ab. Sie sprechen von Quellen-Telekommunikationsüberwachung (Quellen-TKÜ).

    Strafverfolger beklagen sich seit Jahren darüber, dass sie nicht mehr in der Lage sind, effektiv im Internet zu ermitteln. Die Gesellschaft verlagert ihre Kommunikation zunehmend in Chat-Apps. Kriminelle tun das auch. Die Anbieter von Chat-Apps, zum Beispiel Whatsapp oder Signal, verschlüsseln die Kommunikation mitunter komplett. Dieser Code ist einbruchssicher, auch Ermittler bleiben draußen.

    Es komme deshalb insgesamt "zu teils erheblichen Überwachungslücken", wie es BKA-Vizepräsident Peter Henzler in einer Anhörung im Bundestag formulierte. In die Quellen-TKÜ setzen die Ermittler also große Hoffnungen, denn über diesen Weg gelingt es ihnen, an die Daten zu kommen, bevor sie verschlüsselt werden. Sie zapfen die Quelle an, daher die Bezeichnung Quellen-TKÜ.

    In Haushaltsunterlagen für das Jahr 2017 beantragte das BKA Sachmittel im Umfang von 50 Millionen Euro, um die "operativen IT-Systeme" zu verbessern. Der Smartphone-Trojaner wurde damals als "3. Produktlinie" bezeichnet. Die erste und zweite Produktlinie galt Laptops und Desktop-Rechnern.

    Im Sommer 2017 hatte die Bundesregierung in einem Gesetz die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Einsatz von Trojanern klarer geregelt. Seither können Ermittler sowohl laufende Kommunikation - Telefongespräche, Chatprotokolle, E-Mails - überwachen, als auch Daten auslesen, die auf dem Gerät abgespeichert wurden, bevor Strafverfolger gegen die verdächtige Person ermittelt haben. Die Hürden im letzteren Fall, der Online-Durchsuchung, liegen höher. Befürchtet wird deshalb, dass diese Maßnahme in den polizeilichen Alltag einziehen könnte.
    Rechner sind wie zusätzliche Gehirne

    Das Bundesverfassungsgericht erlaubte in einem Urteil 2008 das Mittel der Online-Durchsuchung, setzte aber enge Grenzen. Auch ein neues Grundrecht entwickelte man in Karlsruhe aus der Überzeugung heraus, dass Rechner mittlerweile verwendet werden wie zusätzliche Gehirne und dort deshalb intime und schützenswerte Details zu finden sein können: das Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme.

    Der Einsatz von Staatstrojanern wird von IT-Sicherheitsexperten kritisiert. Denn für die Quellen-TKÜ und Online-Durchsuchung wird es in vielen Fällen nötig sein, Schwachstellen auszunutzen, die der Öffentlichkeit unbekannt sind. Das Problem ist: Eine Sicherheitslücke in einem iPhone betrifft alle iPhones und nicht ausschließlich die der Kriminellen.

    Behördenmitarbeiter, die nicht namentlich zitiert werden wollen, betonten bisher stets, dass der Einsatz des Staatstrojaners kein Standardwerkzeug werde. Schließlich seien die Entwicklungskosten sehr hoch und jeder Einsatz berge die grundsätzliche Gefahr aufzufliegen. IT-Sicherheitsexperten fordern dagegen, die entdeckten Lücken zu schließen. Schließlich könnten auch kriminelle Hacker diese Lücken nützen, um Bürger auszuspionieren. Werden die Firmen auf einen Fehler aufmerksam, dann wird eine neue Version des Betriebssystems veröffentlicht, in der diese Lücke gestopft ist.
    Kritik an "digitaler Spitzelei"

    Dass Strafverfolger auch ganz ohne Staatstrojaner erfolgreich ermitteln können, zeigt sich daran, dass es ihnen im zweiten Halbjahr 2017 in zwei Dutzend Fällen gelungen ist, Messenger zu überwachen. Teilweise haben die Ermittler einfach ein weiteres mobiles Endgerät auf dem Account der verdächtigten Person angemeldet. Das ist zum Beispiel dann möglich, wenn eine App die Chats nicht komplett verschlüsselt. Mit dem Verfahren war es dem BKA auch 2015 gelungen, monatelang Chat-Nachrichten der rechtsextremen Gruppe "Oldschool Society" mitzulesen. Deren Mitglieder wurden im März 2017 vom Oberlandesgericht München zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

    Das Vertrauen der Bürger in digitale Privatsphäre werde durch die "digitale Spitzelei" ausgehöhlt, sagte Andrej Hunko (Linke), als Anfang dieser Woche Zahlen zu weiteren Ermittlungsmaßnahmen von Polizei und Verfassungsschutz öffentlich wurden. "Handys sind zum Telefonieren da, nicht um deren Besitzer heimlich zu verfolgen", betonte Hunko.

    Die Bürgerrechtsorganisation "Gesellschaft für Freiheitsrechte" plant, gegen das Gesetz, das den Staatstrojaner erlaubt, Verfassungsbeschwerde zu erheben. Derzeit werde an einer Beschwerdeschrift gearbeitet.

    Quelle

  10. #2030
    Zitat Zitat
    Online-Shopping: EU-Parlament grenzt Geoblocking ein

    Die Abgeordneten haben für einen Verordnungsentwurf gestimmt, laut dem Händler und Dienstleister Kunden aus anderen Mitgliedsländern künftig nicht mehr den Zugang zu ihren Online-Angeboten verwehren dürfen.

    "Ungerechtfertigtes Geoblocking" im E-Commerce soll in der EU bald der Vergangenheit angehören. Das EU-Parlament hat am Dienstag mit 557 zu 89 Stimmen bei 33 Enthaltungen einen Verordnungsentwurf befürwortet, laut dem Händler und Dienstleister künftig Kunden aus anderen Mitgliedsstaaten nicht mehr pauschal den Zugang zu ihren Online-Portalen verwehren oder sie automatisch zu einer anderen, möglicherweise teureren Webseite im Herkunftsland der Nutzer umleiten dürfen. Die Abgeordneten bestätigten damit einen Kompromiss, auf den sie sich ihre Verhandlungsführer im November mit Vertretern des EU-Rats geeinigt hatten. Nun muss der EU-Rat den Entwurf noch formell bestätigen.

    Der Kompromiss bedeutet aber nicht das Ende von Geoblocking: Digitale Medien wie E-Books, Filme und Computerspiele machten weiterhin an Ländergrenzen halt. Die neuen Regeln treten neun Monate nach ihrer Veröffentlichung im EU-Amtsblatt in Kraft, also vermutlich Ende 2018.

    Umleitung nur mit Zustimmung
    Mit den neuen Bestimmungen sollen Bürger im gesamten Binnenmarkt über das Internet etwa neue elektronische Geräte oder Konzerttickets kaufen oder ein Auto ebenso mieten können wie in ihrem Heimatland. Händler dürfen dabei beispielsweise nicht mehr verlangen, dass Kunden mit einer EC- oder Kreditkarte bezahlen müssen, die in einem speziellen Staat ausgestellt wurde. Unternehmen sollen größere Rechtssicherheit erhalten, wenn sie grenzüberschreitend Geschäfte treiben.

    Nutzer dürfen nur auf ein nationales Portal umgeleitet werden, wenn er dem "ausdrücklich zugestimmt" hat. Auch soll dafür eine Voreinstellung in einem persönlichen Kundenkonto ausreichen. Die ursprünglich angesteuerte Webseite muss dabei aber weiterhin leicht zugänglich bleiben. Die neuen Verbote gelten nicht, wenn ihnen übergeordnete rechtliche Sperrpflichten entgegenstehen. Der Nutzer muss darauf aber hingewiesen werden.

    Preisdiskriminierung bleibt prinzipiell möglich
    Nicht mehr von vornherein ausgeschlossen werden darf ein Verkauf etwa, wenn ein Händler keine Liefermöglichkeiten in ein anderes EU-Land vorgesehen hat. Hier soll es dem Kunden gestattet werden, die gewünschte Ware selbst abzuholen oder eine Zustellung zu arrangieren. Für elektronisch verfügbare Dienste wie das Hosting einer Webseite dürfen Anbieter ferner keinen Aufschlag mehr für Kunden in anderen Mitgliedsstaaten verlangen. Tickets für einen Vergnügungspark oder ein Konzert in einem EU-Land müssen direkt dort erwerbbar sein ohne einen nationalen, in der Regel teureren Zwischenhändler.

    Hinter dem ursprünglichen Vorschlag der Kommission bleibt der verabschiedete Entwurf teils zurück. Er orientiert sich stärker an der Position der Mitgliedsstaaten. So werden Händler nicht verpflichtet, angebotene Waren oder Services auch tatsächlich an einen Interessenten zu verkaufen. Eine Preisdiskriminierung bleibt prinzipiell möglich; Anbieter können also Kunden aus anderen EU-Staaten in begründeten Fällen einen Aufschlag berechnen. Unterschiedliche Mehrwertsteuersätze gelten aber nicht mehr als Grund, um ein Online-Geschäft zu verweigern.

    Quelle

  11. #2031
    Zitat Zitat
    Early Facebook and Google Employees Form Coalition to Fight What They Built

    A group of Silicon Valley technologists who were early employees at Facebook and Google, alarmed over the ill effects of social networks and smartphones, are banding together to challenge the companies they helped build.

    The cohort is creating a union of concerned experts called the Center for Humane Technology. Along with the nonprofit media watchdog group Common Sense Media, it also plans an anti-tech addiction lobbying effort and an ad campaign at 55,000 public schools in the United States.

    The campaign, titled The Truth About Tech, will be funded with $7 million from Common Sense and capital raised by the Center for Humane Technology. Common Sense also has $50 million in donated media and airtime from partners including Comcast and DirecTV. It will be aimed at educating students, parents and teachers about the dangers of technology, including the depression that can come from heavy use of social media.

    “We were on the inside,” said Tristan Harris, a former in-house ethicist at Google who is heading the new group. “We know what the companies measure. We know how they talk, and we know how the engineering works.”

    The effect of technology, especially on younger minds, has become hotly debated in recent months. In January, two big Wall Street investors asked Apple to study the health effects of its products and to make it easier to limit children’s use of iPhones and iPads. Pediatric and mental health experts called on Facebook last week to abandon a messaging service the company had introduced for children as young as 6. Parenting groups have also sounded the alarm about YouTube Kids, a product aimed at children that sometimes features disturbing content.

    “The largest supercomputers in the world are inside of two companies — Google and Facebook — and where are we pointing them?” Mr. Harris said. “We’re pointing them at people’s brains, at children.”

    Silicon Valley executives for years positioned their companies as tight-knit families and rarely spoke publicly against one another. That has changed. Chamath Palihapitiya, a venture capitalist who was an early employee at Facebook, said in November that the social network was “ripping apart the social fabric of how society works.”

    The new Center for Humane Technology includes an unprecedented alliance of former employees of some of today’s biggest tech companies. Apart from Mr. Harris, the center includes Sandy Parakilas, a former Facebook operations manager; Lynn Fox, a former Apple and Google communications executive; Dave Morin, a former Facebook executive; Justin Rosenstein, who created Facebook’s Like button and is a co-founder of Asana; Roger McNamee, an early investor in Facebook; and Renée DiResta, a technologist who studies bots.

    The group expects its numbers to grow. Its first project to reform the industry will be to introduce a Ledger of Harms — a website aimed at guiding rank-and-file engineers who are concerned about what they are being asked to build. The site will include data on the health effects of different technologies and ways to make products that are healthier.

    Jim Steyer, chief executive and founder of Common Sense, said the Truth About Tech campaign was modeled on antismoking drives and focused on children because of their vulnerability. That may sway tech chief executives to change, he said. Already, Apple’s chief executive, Timothy D. Cook, told The Guardian last month that he would not let his nephew on social media, while the Facebook investor Sean Parker also recently said of the social network that “God only knows what it’s doing to our children’s brains.”

    Mr. Steyer said, “You see a degree of hypocrisy with all these guys in Silicon Valley.”

    The new group also plans to begin lobbying for laws to curtail the power of big tech companies. It will initially focus on two pieces of legislation: a bill being introduced by Senator Edward J. Markey, Democrat of Massachusetts, that would commission research on technology’s impact on children’s health, and a bill in California by State Senator Bob Hertzberg, a Democrat, which would prohibit the use of digital bots without identification.

    Mr. McNamee said he had joined the Center for Humane Technology because he was horrified by what he had helped enable as an early Facebook investor.

    “Facebook appeals to your lizard brain — primarily fear and anger,” he said. “And with smartphones, they’ve got you for every waking moment.”

    He said the people who made these products could stop them before they did more harm.

    “This is an opportunity for me to correct a wrong,” Mr. McNamee said.

    Quelle

  12. #2032
    Zitat Zitat
    Urteil des Berliner Landgerichts: Facebook verstößt gegen ganze Reihe von Datenschutz-Regeln

    Wer ein Profil bei Facebook erstellt, stimmt automatisch tausenden Klauseln zu. Viele aber sind rechtswidrig, hat das Berliner Landgericht nun entschieden. Dazu gehören die Pflicht, den echten Namen zu nutzen und automatisch aktivierte Ortungsdienste in der App.

    Facebook verstößt mit seinen Voreinstellungen und Teilen der Nutzungs- und Datenschutzbedingungen gegen geltendes Verbraucherrecht in Deutschland. Das hat das Landgericht Berlin in einem Urteil entschieden, das am Montag veröffentlicht wurde. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat sich damit mit seiner Klage durchgesetzt. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig - Facebook hat Berufung eingelegt.

    In der Entscheidung der Berliner Richter heißt es, die nötigen Einwilligungen zur Datennutzung, die Facebook einholt, seien teilweise unwirksam. Unzulässig ist dem Urteil zufolge auch eine Klausel, mit der sich Nutzer verpflichten, auf Facebook nur ihre echten Namen und Daten zu verwenden.

    Richter erklären Voreinstellungen und Nutzungsbedingungen für unwirksam
    Das Gericht kritisierte mit Blick auf die Voreinstellungen etwa, dass in der Facebook-App für Mobiltelefone der Ortungsdienst bereits aktiviert ist, der Chat-Partnern den eigenen Aufenthaltsort verrät. Zudem war in den Einstellungen zur Privatsphäre per Häkchen voreingestellt, dass Suchmaschinen einen Link zur Chronik des Teilnehmers erhalten. Dadurch wird das persönliche Facebook-Profil für jeden schnell und leicht auffindbar. Die Richter entschieden, dass alle fünf vom vzbv monierten Voreinstellungen auf Facebook unwirksam sind. Es sei nicht gewährleistet, dass diese vom Nutzer überhaupt zur Kenntnis genommen werden.

    Die Richter erklärten außerdem acht Klauseln in den Nutzungsbedingungen für unwirksam. Diese enthielten unter anderem vorformulierte Einwilligungserklärungen, wonach Facebook Namen und Profilbild der Nutzer "für kommerzielle, gesponserte oder verwandte Inhalte" einsetzen und deren Daten in die USA weiterleiten durfte. Die Richter stellten klar, dass mit solchen vorformulierten Erklärungen keine wirksame Zustimmung zur Datennutzung erteilt werden könne.

    Klarnamenpflicht ist ebenfalls unzulässig
    Auch die Klausel, mit der sich Nutzer verpflichten, auf Facebook nur ihre echten Namen und Daten zu verwenden, muss nach Auffassung des Berliner Landgerichts geändert werden. Nach Meinung der Richter ist die Klarnamenpflicht schon deshalb unzulässig, weil Nutzer damit versteckt der Verwendung dieser Daten zustimmten. "Anbieter von Online-Diensten müssen Nutzern auch eine anonyme Teilnahme, etwa unter Verwendung eines Pseudonyms, ermöglichen", sagte auch der Verbraucherzentrale Bundesverband. Das schreibe das Telemediengesetz vor.
    Facebook will Urteil anfechten

    Facebook will nun in einer höheren Instanz gegen das Urteil vorgehen. Der Konzern verwies in einer Stellungnahme darauf, dass sich seine Produkte und Richtlinien seit Beginn des Verfahrens im Jahr 2015 sehr verändert hätten. Außerdem nehme man 2018 angesichts der bevorstehenden Gesetzesänderungen weitere Änderungen an den Geschäftsbedingungen und Datenschutzrichtlinien vor.

    Die Verbraucherschützer hingegen begrüßten die Entscheidung des Landgerichts: "Facebook versteckt datenschutzunfreundliche Voreinstellungen in seinem Privatsphäre-Center, ohne bei der Registrierung ausreichend darüber zu informieren", sagte Heiko Dünkel, Rechtsreferent beim vzbv. "Das reicht für eine informierte Einwilligung nicht aus."

    Quelle

  13. #2033
    Zitat Zitat
    "Neuerdings nennt sich der Club der 1000 größten internationalen Konzerne „DIE internationale Organisation für öffentlich-private Kooperation“. So jedenfalls schreibt es Weltwirtschaftsforums-Vorständin Cheryl Martin im Vorwort des Berichts „Der bekannte Reisende: Wie man das Potential der digitalen Identität für sicheres und reibungsloses Reisen hebt“. Dieser Bericht, erstellt unter Federführung von Accenture, wurde auf dem diesjährigen Milliardärstreffen in Davos verabschiedet, aber nicht an die große Glocke gehängt. Man vertraut wohl nicht darauf, dass die Öffentlichkeit sich von den schönen Worten und den Hochglanzfotos von fröhlichen Reisenden blenden lassen würde. Lesen sollen den Bericht vor allem die am Überwachungsgeschäft Beteiligten.

    Und so soll es gehen Wir befüllen selbst eine Datenbank mit Informationen über uns. Das soll unsere Reisehistorie sein, Bankdaten, Hotelübernachtungen, Mietwagenbuchungen, Dokumente von Universitäten, Ämtern etc. Wenn wir eine Grenze überschreiten wollen, geben wir den Behörden freiwillig einen Zugang zu diesen Daten, damit sie sich vorab überzeugen können, dass wir harmlos sind. Mittels Gesichtserkennung und unserem (idealerweise) biometrisch mit uns verknüpften Smartphone, können sie sich beim Grenzübergang davon überzeugen dass wir sind, wer wir behaupten zu sein. Wenn wir fleißig genug beim digitale Belege sammeln und freigiebig genug mit diesen Daten waren, dürfen wir zur Belohnung an den Schlangen der anderen Reisenden vorbeigehen, werden bevorzugt behandelt und minimal kontrolliert. Wörtlich heißt es:

    „Die Reisenden müssen die Gelegenheit bekommen, die passive Rolle zu verlassen und zu einer aktiven Partnerschaft im Sicherheitsprozess überzugehen. Wenn sie selbst entscheiden, ihre digitale Identität zu teilen, erfahren sie die Belohnung einer stärker personalisierten und reibungslosen Reise.“

    Wenn sich allerdings Zweifel an den Absichten eines Reisenden auftun, kann der Grenzbeamte ihm, gestützt auf die übermittelten Informationen, „tiefgehender Fragen stellen, etwa um seine jüngsten Aktivitäten besser zu verstehen“.

    Man kann sich leicht ausmalen, dass man zunächst immer länger warten muss, wenn man nicht mitmacht, und irgendwann die „freiwillige“ Datenfreigabe nötig sein wird, um überhaupt in das Zielland einreisen zu dürfen.

    Der Clou bei dem Konzept des Weltwirtschaftsforums: Es wird (angeblich) keine behördliche, zentrale Datenbank aufgebaut. Das macht nämlich aufgrund der unweigerlichen Hackerangriffe nur Ärger, wie in dem Bericht zu lesen ist. Man muss sich als verantwortliche Behörde für geleakte Daten rechtfertigen und entschuldigen und womöglich sogar noch entschädigen. Nein, die sich selbst überwachenden Menschen sind selbst für ihre Daten verantwortlich. Das nennt sich Dateneigentum. Natürlich gibt es in Wirklichkeit doch eine zentrale Datenbank, wo alles zusammenläuft, was im Lauf der Zeit an die Grenzer übermittelt wurde, eine Datenbank auf die die US-Heimatschutzbehörde und generell die Polizeibehörden und Geheimdienste im Bedarfsfall zugreifen können. Aber über ein Spiegelkabinett aus Blockchain-Terminologie wird dafür gesorgt, dass das nur sehr misstrauischen oder gewissenhaften Lesern auffällt. (Auf Seite 25 erfährt man verklausuliert und vage die Wahrheit.)"
    Quelle: https://www.tichyseinblick.de/meinun...n-wahr-werden/

  14. #2034
    Zitat Zitat
    Vestager warnt vor Naivität im Netz

    Margrethe Vestager ist der Superstar der EU-Kommission. Im Interview mit unserer Redaktion spricht die Dänin über Kartelle und eine merkwürdige digitale Trägheit in Europa, über die schwierige Lage des Einzelhandels und die Zukunft der Europäischen Union.

    EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hat den Bürgern der Europäischen Union angesichts der Risiken der Digitalisierung Blauäugigkeit vorgeworfen. „Wir müssen den Irrglauben durchbrechen, dass die Preisgabe von Daten keine Art von Bezahlung wäre“, sagte sie. „Überall, wo Du nicht mit Bargeld bezahlst, bezahlst Du auch mit Daten.“

    Wenn die Bürger es wollten, könnten auch europäische Alternativen zu Google oder Amazon ähnlich wie in Russland oder China erfolgreich sein. „In Europa gibt es jedenfalls keinen Mangel an Unternehmern, Innovatoren, fähigen Leuten im Tech-Bereich. Wir haben, was wir bräuchten“, sagte Vestager. Fraglich sei einzig der Wille der Verbraucher.

    Außerdem äußerte sich die Dänin zu den zuletzt gehäuften Wettbewerbsverfahren in der Automobilbranche („Du nimmst den Osten, ich den Westen“), einen etwaigen Beitritt ihres Landes zum Euro und zu ihrer eigenen politischen Zukunft – immerhin gilt Vestager als Vorlage für die Hauptfigur der dänischen Erfolgsserie „Borgen“, die schließlich zur Premierministerin aufsteigt.

    Das Interview hat folgenden Wortlaut:

    Frau Vestager, bei den großen Kartellverfahren der jüngsten Zeit fällt auf, dass es eine Häufung im Automobilsektor und der Digitalwirtschaft gibt. Warum?

    Die Gründe sind verschieden. In einer noch relativ jungen Industrie müssen sich Unternehmen und ihr Verhältnis zur Gesellschaft erst finden. Da besteht das Risiko, dass man sich in einer Grauzone bewegt, und leider gerät auch mancher, wie man in einigen meiner Fälle sieht, in eine schwarze Zone, wo er nicht hin sollte. Außerdem habe ich festgestellt, dass das Risiko der Kartellbildung dort besonders hoch ist, wo sich Produkte sehr ähneln. Zum Beispiel hatten wir ein Kartell bei Briefumschlägen, wo einer nur schwer vom anderen zu unterscheiden ist. Auch, wenn es nur sehr wenige Anbieter in einem Sektor gibt, besteht die Verlockung, sich den Markt aufzuteilen: Du nimmst den Osten, ich den Westen. Die Häufung liegt also nicht spezifisch an den Branchen Technologie und Automobil, sondern an ihrer Struktur und der Art ihrer Produkte.

    Welche andere Wirtschaftszweige sehen sie als besonders gefährdet an und beobachten Sie?

    Ich habe zwei große Hauptthemen. Eines ist die Digitalwirtschaft, denn sie verändert unsere Gesellschaft enorm und übrigens auch jenseits reiner Tech-Unternehmen. Gerade erleben wir, wie mit der Landwirtschaft ein sehr altes Gewerbe komplett digitalisiert wird. Aber überhaupt alles, Transportgewerbe, Gesundheitswesen, Verwaltung, Justiz: Alles wird digitalisiert. Wenn Dinge sich in einem solchen Ausmaß ändern, ist es besonders wichtig, ein Auge auf die Regeln zu haben. Meine zweite Priorität gilt der Energie. Der Sektor ist ebenfalls einem grundlegenden Wandel unterworfen. Wir verändern gerade die gesamte Energieinfrastruktur Europas. Wir schaffen regionale, hoffentlich bald europäische Energiemärkte und steigen in einem nie vorhergesehenen Tempo auf Erneuerbare Energien um. Dass wir auf diesen beiden Feldern besonders aufmerksam sind, heißt aber nicht, dass wir die Augen davor verschließen, was anderswo passiert. Niemand sollte sich zu sicher fühlen.

    Sie haben unter viel Aufmerksamkeit die Geschäfte und Steuermodelle von Google, Apple und Facebook untersucht. Wie ist der Stand bei Amazon?

    Ich hatte bisher zwei Amazon-Fälle. Im ersten Fall, es ging um E-Books, gab es eine Einigung. Dann gibt es natürlich noch den Amazon-Steuerfall, wo sie, so weit wir das absehen können, 250 Millionen Euros Steuern nachzahlen werden. Darüber hinaus liegt gegenwärtig nichts an, auch wenn wir Amazon sicherlich im Auge behalten.

    Machen Sie sich um die Läden in den Städten Sorgen, um den stationären Handel im Unterschied zum Online-Geschäft?

    Oh ja, sehr. Wissen Sie, ich komme aus einem Land, in dem stark darauf geachtet wird, die Geschäfte nicht aus den Innenstädten in Fachmarktzentren am Stadtrand zu verlagern. In Dänemark haben wir da seit vielen Jahrzehnten strenge Vorschriften. Deshalb gibt es vielerorts in Dänemark auch noch lebendige Innenstädte. Jetzt kommen Amazon und der E-Commerce und stellen den herkömmlichen Handel vor extreme Herausforderungen. Es kommt zum Beispiel vor, dass Geschäfte nicht mehr direkt Geschäfte sind, sondern nur Schaufenster: Du schaust Dir dort einen neuen Fernseher an, kannst ihn ausprobieren, lässt Dich beraten – und kaufst dann online. Ich persönlich würde mir sehr wünschen, dass wir weiterhin lebendige Innenstädte haben. Aber sie werden in zehn, zwanzig Jahren sicherlich anders geprägt sein.

    Je mehr die Leute online einkaufen, desto mehr Daten geben sie preis, besonders an die Unternehmen, die den Markt dominieren.

    Das sehe ich auch so. Wir müssen den Irrglauben durchbrechen, dass die Preisgabe von Daten keine Art von Bezahlung wäre. Denn das ist sie. Überall, wo Du nicht mit Bargeld bezahlst, bezahlst Du auch mit Daten. In den meisten Browsern werden Deine Aktivitäten verfolgt, weit über die Frage von Cookies hinaus. Das Sammeln von Informationen ist ein eigener Geschäftszweig. Man sollte sich hier keine Illusionen machen.

    Vor einigen Jahren haben sie gesagt, dass Sie keine Rabattkarten benutzen. Ist das nicht etwas romantisch, wenn Sie zugleich den Kaffee und den Parkplatz mit dem Smartphone bezahlen? Haben sich die Zeiten jetzt geändert?

    Sie haben natürlich einerseits Recht. Aber der Grund, dass ich Rabattkarten nicht leiden kann, ist, dass meinen Daten bei ihnen kein hinreichender Nutzen gegenübersteht. Wenn jemand eine Kundenkarte für einen Supermarkt hat, weiß der alles über einen: Was Du gekauft hast, wann Du es gekauft hast, was Du beim letzten Mal gekauft hast, sodass sie ein sehr präzises Raster anlegen können, wer Du bist. Und was ich zurückbekomme, sind Rabatte auf irgendwelche Waschmittel, die ich sowieso nicht haben will. Im Gegenzug wird jeder, der seine Daten preisgibt, Teil eines Produkts. Informationen über ihn werden weiterverkauft an den nächsten und nächsten und nochmal an den nächsten. Wir müssen in viel größerem Maße als bisher aufwachen und unsere Rechte wahrnehmen. Damit meine ich gar nicht mal die Politik, sondern die Bürger. Es bringt ja nichts, wenn unsere Politiker unsere Rechte stärken und wir diese als Bevölkerung dann nicht auch nutzen.

    Wäre es sinnvoll, ein europäisches Google oder Amazon aufzubauen, wie die Russen und die Chinesen es tun?

    Wenn die Europäer das wollen, wäre es das vielleicht. In Europa gibt es jedenfalls keinen Mangel an Unternehmern, Innovatoren, fähigen Leuten im Tech-Bereich. Wir haben, was wir bräuchten. Das Problem ist, dass die Leute offenbar nicht so neugierig und entschlossen sind, etwas Neues auszuprobieren, neue Wege zu finden. Deshalb sind die Google-Fälle so wichtig, denn bei ihnen geht es darum, dass jemand, der ein neues Angebot betreibt, überhaupt gefunden und wahrgenommen werden kann. Der deutsche Browser Cliqz ist zum Beispiel eine solche neue Sache. Er bietet neue Möglichkeiten zu sagen, ich will nicht getracked werden, ich will keine digitale Spur hinterlassen. Aber wie bekannt ist er? Wir brauchen selbstbestimmte Konsumenten und Bürger, denn der Grund dafür, dass Google und Facebook so groß sind, ist, dass die Menschen ihre Produkte mögen.

    Sollte die EU solche Alternativen stärker fördern?

    Das tun wir in hohem Maße. Aber letztlich sollten wir den Markt arbeiten lassen. Unternehmen sollten ihr Bestes tun, die Kunden zu beeindrucken, damit die sich sagen, dass es etwas Besseres gibt als bisher. Unser Job ist es, sicherzustellen, dass neue Unternehmen in der Lage sind, sich zu entwickeln und ihre Produkte zu präsentieren.

    [...]

    Quelle
    Das Interview geht noch etwas weiter, aber dreht sich dann um andere Themen.

  15. #2035
    Zitat Zitat
    Urheberrecht: E-Book-Portal Gutenberg.org sperrt deutsche Nutzer aus

    Weil das US-amerikanische Project Gutenberg mehrere E-Books verbreitet, die in Deutschland urheberrechtlich geschützt sind, werden deutsche Nutzer nun ganz ausgesperrt. Die Werke will das Portal nicht herunternehmen.

    Als Folge eines verlorenen Urheberrechtsstreits um 18 E-Books hat das US-Portal Gutenberg.org alle Nutzer mit einer deutschen (IPv4-)Adresse bis auf weiteres blockiert. Das erklärt die für das E-Book-Portal zuständige Project Gutenberg Literary Archive Foundation. Dem beigelegten Urteil des Landgerichts Frankfurt am Main (AZ: 2-03 O 494/14) zufolge hat das Portal die Rechte des S. Fischer Verlags verletzt, als digitalisierte Werke Heinrich Manns, Thomas Manns und Alfred Döblin online gestellt wurden. Als Konsequenz hat Gutenberg.org nicht etwa die beanstandeten Werke offline genommen, sondern ausnahmslos alle Seiten und Unterseiten für Nutzer mit einer deutschen IP gesperrt. Nutzer mit einer IPv6-Adresse scheinen davon nicht immer betroffen.

    In dem Verfahren geht es um mehr als ein Dutzend Titel, die in Deutschland weiterhin urheberrechtlich geschützt sind (für 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers), deren Übersetzungen in den USA aber bereits gemeinfrei sind, da sie vor 1923 veröffentlicht wurden. Wie die Verantwortlichen des Portals erklären, halten sie das deutsche Gericht überhaupt nicht für zuständig, da ihre Seite in den USA gehostet werde. Sollten mit einzelnen Titeln Urheberrechte verletzt werden, müsse das Gericht gegen diejenigen vorgehen, die Titel rechtswidrig auf das Portal hochgeladen haben. In dem Fall geht es unter anderem um "Der Untertan" und "Professor Unrat" von Heinrich Mann und Thomas Manns "Der Tod in Venedig" sowie die "Buddenbrooks: Verfall einer Familie". Die Foundation will das Urteil nach eigenen Angaben anfechten.
    Gemeinfrei nur in den USA

    Der klagende Verlag, der die Rechte an E-Book-Ausgaben der Werke hält, hat vor Gericht unter anderem angemerkt, dass es eine deutschsprachige Übersetzung der US-Seite gibt. Deswegen sei Gutenberg.org auch direkt an deutsche Nutzer gerichtet. Mittels Geoblocking sei es den Machern möglich, deutsche Nutzer daran zu hindern, hierzulande urheberrechtlich geschützte Werke herunterzuladen. Spätestens wenn sie Kenntnis von den Rechteverletzungen erlangten, hafteten sie auch dafür. Damit setzten er sich vor Gericht durch. Auch wenn die Übersetzungen in den USA gemeinfrei seien, rechtfertige das keine Zugänglichmachung in Deutschland, wo die Werke weiterhin geschützt seien, erklärte das Gericht. Das bei Spiegel Online gehostete Projekt Gutenberg-de hat mit dem US-Portal nichts zu tun und ist nicht betroffen.

    Quelle

  16. #2036
    Soviel zum Thema, man wolle das Geoblocking reduzieren. Nunja, wozu gibt es Proxy-Einstellungen.

  17. #2037
    Ich beschäftige mich(aus beruflichen Gründen) seit ein paar Wochen schon mit Youtubern - aufgrund der Werbewirkung und der Einflussnahme mittlerweile. Denn die Bewerbung für Produkte ist mittlerweile am effektivsten, wenn sie von so genannten "Influencern" durchgeführt wird. Das sind oftmals Youtuber mit einer hohen Quote an Zuschauern. Im Grunde löst YouTube etc. gerade das klassische Fernsehen ab. So sind die Quoten für manches Video mittlerweile so hoch, dass einige TV-Sender neidisch werden könnten. Der YouTuber verdient dabei wiederum Geld, da er an den Werbeeinnahmen beteiligt wird. Witzigerweise steckt meist keine große Firma dahinter, sondern die Leute sind für ihre "Inhalte" selbst verantwortlich.

    So weit, so gut! Warum also diese Information am Anfang dieses Posts? Sagen wir mal so: Ich bin auf das hier gestoßen:

    Der Junge hat auf seinem Hauptkanal zwei Millionen Abonnenten. Also Personen, die Nachrichten erhalten. Seine Videos werden im Schnitt 500000 bis eine Million mal aufgerufen. Dieses Überwachungsvideo jetzt zwar nicht, weil es auf einem Nebenkanal läuft, aber dennoch haben es rund 13000 Leute gesehen bzw. gehört. Ich hatte das beim Abspülen gehört und kann diese Argumentation nicht im Entferntesten nachvollziehen. Also habe ich mal einen Blick in die Kommentare geworfen. Die meisten pflichten ihm bei! Der verzapft also, dass "Überwachung geil sei" und die Leute fressen ihm aus der Hand. Klar sind die Zuschauer etwas jünger als meine Wenigkeit (also weit unter 30!), aber alleine die Tatsache, dass die nachfolgenden Generationen einer wahrhaftig gewordenen Dystopie "positiv" gegenüberstehen lässt mich erschaudern.

    In diesem Forum sind die Leute noch recht kritisch (glücklicherweise), was diese "neuen Technologien" betrifft, aber wenn es genug einflussreiche YouTuber gibt, die diese positive Meinung für den orwell'schen Überwachungsstaat vertreten, dann wird der früher oder später kommen, da es genug Abonnenten geben wird, die ihnen aus der Hand fressen. Und nein, ich finde die Meinung des Herrn Jonas da nicht legitim. Er argumentiert: Man hat ja nix zu verbergen und geglotzte Pornos kann man heute schon nachweisen oder wenn die Krankenkassen die Ernährung überwachen leben wir vielleicht gesünder, da die Behandlungen sonst nicht mehr bezahlt würden und das hätte was positives... Und dann immer wieder zu betonen, dass sich alle das erst mal anhören sollen, dann würden keine "Bullshit"-Einwände mehr kommen. Ich habe mir dieses anstrengende Dings bis zum Ende durchgehört und ich sag jetzt erst recht "Bullshit". Aber in den Kommentaren: überwiegend positiv!

    Er vergisst auch, dass es immer Manipulationen gibt, IMMER. Oder auch jede noch so ausgeklügelte Technik ist nicht unfehlbar. Durch die Todesstrafe sterben immer unschuldige, es werden auch mal die falschen Personen überwacht, wenn's pressiert. Es werden die falschen abgeschoben wie so ein Fall vor einem Jahr in Duisburg für Schlagzeilen sorgte (nepalesisches Mädchen). Und das alles dafür: Dass das Leben bequemer wird. Der Herr argumentiert, dass man durch so einen Chip unter der Haut dann nicht mehr x verschiedene Karten mitführen muss. Toll!

    Die Polizei wird jetzt schon mit teilweise (zu) weitreichenden Befugnissen ausgestattet und unter einem Innenminister Seehofer wird das nicht besser. Genauso Vorratsdatenspeicherung (die va. der Abmahnindustrie genutzt hat). Und wenn es dann mal zu Fehlern kommt, sei es beabsichtigt oder unbeabsichtigt. Man stelle sich das mal kombiniert mit der Möglichkeit der aktiven Sterbehilfe in der dystopischen Zukunft vor... Da kann man richtig Angst bekommen. Und eine weitere Argumentation besagt, dass der Staat bei Missbrauch schon rechtzeitig intervenieren würde... Nein, danke!

  18. #2038
    Zitat Zitat
    Kaspersky's 'Slingshot' report burned an ISIS-focused intelligence operation

    The U.S. government and Russian cybersecurity giant Kaspersky Lab are currently in the throes of a nasty legal fight that comes on top of a long-running feud over how the company has conducted itself with regard to U.S. intelligence-gathering operations.

    A recent Kaspersky discovery may keep the feud alive for years to come.

    CyberScoop has learned that Kaspersky research recently exposed an active, U.S.-led counterterrorism cyber-espionage operation. According to current and former U.S. intelligence officials, the operation was used to target ISIS and al-Qaeda members.

    On March 9, Kaspersky publicly announced a malware campaign dubbed “Slingshot.” According to the company’s researchers, the campaign compromised thousands of devices through breached routers in various African and Middle Eastern countries, including Afghanistan, Iraq, Kenya, Sudan, Somalia, Turkey and Yemen.

    Kaspersky did not attribute Slingshot to any single country or government in its public report, describing it only as an advanced persistent threat (APT). But current and former U.S. intelligence officials tell CyberScoop that Slingshot represents a U.S. military program run out of Joint Special Operations Command (JSOC), a component of Special Operations Command (SOCOM).

    The complex campaign, which researchers say was active for at least six years, allowed for the spread of highly intrusive malware that could siphon large amounts of data from infected devices.

    Slingshot helped the military and intelligence community collect information about terrorists by infecting computers they commonly used, sources told CyberScoop. Often times, these targeted computers would be located within internet cafés in developing countries. ISIS and al-Qaeda targets would use internet cafés to send and receive messages, the sources said.

    These officials, all of whom spoke on condition of anonymity to discuss a classified program, fear the exposure may cause the U.S. to lose access to a valuable, long-running surveillance program and put soldiers’ lives at risk.

    The disclosure comes at a difficult time for Kaspersky. The company is currently fighting the U.S. government in court after the government claimed that the Moscow-based company’s software poses a national security risk due to the company’s Russian government ties. Kaspersky has consistently denied any wrongdoing.

    CyberScoop’s reporting of JSOC’s role in Slingshot provides the first known case of a SOCOM-led cyber-espionage operation. The command is better known for leading physical missions that place elite soldiers on the ground in hostile territories. Over the last decade, SOCOM has been instrumental in the Global War on Terror, having conducted many sensitive missions, including the one that killed former al-Qaeda leader Osama bin Laden.

    Slingshot, CyberScoop has learned, is a complement to JSOC’s physical missions.

    A former intelligence official told CyberScoop that Kaspersky’s findings had likely already caused the U.S. to abandon and “burn” some of the digital infrastructure that JSOC was using to manage the surveillance program.

    “SOP [standard operating procedure] is to kill it all with fire once you get caught,” said the former intelligence official. “It happens sometimes and we’re accustomed to dealing with it. But it still sucks … I can tell you this didn’t help anyone.”

    SOCOM has hackers?

    While not an intelligence agency by nature, SOCOM has dabbled in cyber-operations — known inside the unit as “special reconnaissance” — for some time, according to multiple academics who have examined the use of offensive cyber tools within special operations units. Most of these operations would usually combine elements of human (HUMINT) and signals intelligence (SIGINT) in order to catch terrorists.

    As the Global War on Terror grew, most combatant commands took visible steps and received considerable funding to build out their own espionage capabilities. One of the military organizations which benefited most from this explosive growth in resources was SOCOM, a unit that many describe as the “tip of the spear” when it comes to military operations.

    “Many units within SOCOM possess independent cyber capabilities,” a senior U.S. intelligence official told CyberScoop.

    Throughout the past decade, SOCOM has used cyber operations in a very ad hoc manner. If cyberwarfare was used in an operation, SOCOM has either been given support from U.S. Cyber Command or reliant on smaller squadrons within various units.

    For instance, a group of hackers organized under the name “Computer Network Operations Squadron” (CNOS), were known to operate within JSOC command circa 2007. Though headquartered in Northern Virginia, CNOS helped coordinate missions where on-the-ground agents in the Middle East — and sometimes undercover operatives — would infiltrate internet cafés and local telecommunications firms. The squadron was first written about in “Relentless Strike: The Secret History of Joint Special Operations Command,” a book by journalist Sean Naylor.

    Naylor wrote that CNOS staff could be stationed around the world, including at Fort Meade in Maryland and CIA’s Langley, Virginia, headquarters. CNOS had close connections to CIA, blurring the already fuzzy line between U.S. intel and military organizations.

    In one case mentioned by Naylor’s book, CNOS infected a terrorist’s computer with “keystroke recognition [software], at other times it would covertly activate a webcam if the computer had one, allowing the task force to positively identify a target.”

    The Slingshot program found by Kaspersky had similar capabilities.

    SOCOM’s exclusive structure provides an easy way to leverage long-standing intelligence programs, since it is permitted to quickly organize and deploy forces globally wherever defined rules of engagement exist. Teams like CNOS, as described by Naylor, are usually able to work closely with intelligence agencies in foreign, undefined war-zones after receiving approval from the appropriate regional combatant commands and Pentagon.

    JSOC and CIA have a history of working together and when combined, meet a similar profile to how Slingshot would be utilized.

    “The military kept CNOS in JSOC ‘because we want it to operate in areas that are not necessarily … where we’re currently at war’ … we want it to operate around the globe [pursuing] national objectives,” a passage in Naylor’s book, citing an unnamed military intelligence officer, reads. “[CNOS] was how the pesky networks were broken in Iraq.”

    Slingshot’s ties to spies

    One Kaspersky researcher involved with the Slingshot report said the malware campaign illustrated one of the most skilled and sophisticated hacking operations ever to be publicly documented. Its creators took numerous steps to hide their identity and purpose, making Slingshot extremely difficult to study, explained Kurt Baumgartner, a principal security researcher with Kaspersky.

    Baumgartner, a U.S. citizen, did not author the Slingshot report. Instead, a team of four researchers based overseas, largely in Russia, are credited with writing it.

    “It is one of the most technically sophisticated groups we’ve ever seen,” said Baumgartner. “Most of the code is entirely unique, meaning that no one has ever seen it before … the only overlap we’ve seen, and I think there are people already discussing it, is there’s some limited similarities maybe to Equation Grayfish and White Lambert.”

    “Grayfish” is a software implant associated with the “Equation Group,” an entity that is widely attributed to the National Security Agency. The “Lamberts,” another group identified and first catalogued by Kaspersky, has been separately linked to the CIA.

    Hacking tools tied to past Equation Group and Lambert-inspired operations were written in English, just like Slingshot. Akin to Grayfish and Lamberts, Slingshot used a distinct software driver abuse technique to install malicious code onto targeted systems. They are the only three documented APTs to use this exact same driver abuse method.

    Broadly speaking, Kaspersky’s ability to identify even the most advanced malware variants is well-documented; especially within the highly competitive cybersecurity community. Most of these cases are handled by Kaspersky’s heralded Global Research & Analysis Team (GReAT) team. The Russian company is known for employing some of the best reverse malware engineers and analysts in the entire industry.

    It also has a vast business presence in the Middle East. Slingshot was discovered through the company’s work in that region.

    A source close to Kaspersky Lab told CyberScoop that while some researchers may have thought Slingshot was the work of a “Five Eyes” nation — a term used to describe an intelligence alliance between Australia, Canada, New Zealand, the United Kingdom and the U.S. — they couldn’t have known for sure. This source told CyberScoop that the Kaspersky researchers lacked context because there’s “only so much that can be gleaned from technical evidence.”

    Questions sent to the Russian company regarding if they knew about Slingshot’s U.S. military origin went unanswered.

    Even so, a cursory review provides some tips that Slingshot be linked to U.S. spies.

    The malware is comprised of individual modules, each carrying a different title, like “Gollum,” “Cahnadr” or “NeedleWatch,” according to Kaspersky. A leaked NSA memo released in 2015 describes Gollum as a “partner implant” used by another agency aside from NSA. The memo, circulated between Five Eyes nations, talks about the need to create an accessible data pipeline that pulls information from infected computers where an active implant is hidden.

    In addition to “Gollum,” the way Slingshot exploits routers made by Latvian company Mikrotik could perhaps be traced back to another spy agency: the CIA. Classified documents published by WikiLeaks as part of the so-called “Vault 7” dump show that the CIA has been interested in compromising Mikrotik equipment since at least 2015. Mikrotik products are popular in the Middle East and Southeast Asia.

    Spokespeople for the Office of the Director of National Intelligence, NSA and Special Operations Command (SOCOM) all declined to comment.

    Adding fuel to the fire

    CyberScoop spoke with several U.S. cybersecurity researchers who said they weren’t surprised or angered by the fact that Kaspersky had potentially publicized a U.S. cyber-espionage operation.

    These experts, who asked for anonymity because they feared blowback for speaking publicly, said that it’s only natural for Kaspersky to attempt to stop cyberattacks aimed at its clients. Others who spoke to CyberScoop, however, including current U.S. officials, said they were angry because publicly disclosing Slingshot may put lives in danger.

    Complicating the matter is the lawsuit Kaspersky has filed against the U.S. government. The 2018 National Defense Authorization Act banned the use of Kaspersky products across the federal government. Kaspersky charges that ban is unconstitutional.

    The ban comes after numerous reports that the company’s anti-virus engine was leveraged by Russian spies to remotely pilfer secret U.S. documents on systems where the software was installed. In response, Kaspersky launched a transparency effort in October 2017, which it says proves its products are not malicious.

    At the moment, it’s not clear if the Russian company expected that its focus on Slingshot would eventually expose a sensitive U.S. counterterrorism initiative.

    A senior U.S. intelligence official claimed that it would be hard to believe that Kaspersky was totally unaware of what it was handling.

    “It’s clear by the way they wrote about this that they knew what it was being used for,” said the senior official. “GReAT is extremely adept at understanding the information needs of different actors out there on the internet. They take into considering the geopolitical circumstances, they’ve shown that time and time again. It would be a stretch for me to believe they didn’t know what they’re dealing with here.”

    Quelle

  19. #2039
    Zitat Zitat
    Daten verkaufen - für die Bürger

    Mitten in der Debatte über den Datenskandal bei Facebook schlägt der Chef des Städte- und Gemeindebundes vor, Daten der Kommunen zu verkaufen. Er begründet das mit einer Art "Goldgräberstimmung".

    Daten seien "das Öl des 21. Jahrhunderts", sagt Gerd Landsberg. Er ist Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes - ein Verband, der die Interessen von 11.000 Kommunen unterschiedlicher Größe vertritt. Die Kommunen müssten mit ihren Daten Geld verdienen, sagte Landsberg dem SWR. In anonymisierter Form sollten sie diese Datensätze nicht mehr kostenlos zur Verfügung stellen, sondern an private Unternehmen verkaufen. Mit dem Gewinn könne man dann für Verbesserungen in den Kommunen sorgen. Davon würden wiederum die Bürger profitieren.

    Herr Landsberg, an welche Daten denken Sie?

    Nehmen sie ein einfaches Beispiel: Wir machen im Moment in vielen Städten, auch wegen der Feinstaubbelastung, also der Stickoxide, Verkehrszählungen. Wir wissen ziemlich genau, wie viele Autos zu welcher Zeit wo fahren. Das ist natürlich hochinteressant für eine Tankstelle oder ein Schnellrestaurant, die danach ihre wirtschaftlichen Entscheidungen fällen. Da frage ich mich: Wir haben diese Verkehrszahlen mit dem Geld der Bürger gemacht, und wenn ein Unternehmen diese Daten haben will - die sind ja anonymisiert - warum sollten wir nicht sagen "okay, aber du musst dich auch an den Kosten beteiligen"?

    Nehmen wir mal eine Stadt wie Pirmasens zum Beispiel, 40.000 Einwohner, ständig irgendwo in Geldnot. Was würden diese Daten der Kommune Pirmasens bringen?

    Das ist eine schwierige Frage. Wir wollen damit eine Diskussion anstoßen. Wir stellen doch fest, dass die Daten das Öl des 21. Jahrhunderts sind und erleben jetzt, wie Facebook und andere große Organisationen diese Daten gnadenlos vermarkten. Natürlich haben die Städte eine Menge Daten, und die Bürger vertrauen uns. Wir schützen die, das werden wir auch in der Zukunft tun. Aber da, wo wir für die Allgemeinheit interessante Daten auf Kosten der Bürger erheben, da müssen wir, finde ich, auch in der Lage sein das zu vermarkten.

    Wie viel das dann bringt, kann man jetzt nicht sagen. Das ist eine Frage des Rechtsrahmens. Wir haben im Moment in einigen Ländern eine Auslegung des Open-Data-Gesetzes, dass die Stadt das zwar mit großem finanziellem Aufwand feststellt, aber umsonst abgeben muss, und das sehe ich nicht ein.

    Welche Daten wären denn für die absolut tabu?

    Selbstverständlich die persönlichen Daten. Denn wir wissen, wo die Menschen wohnen, wie viele Kinder sie haben, ob sie den ÖPNV benutzen, wie viel Wasser und Strom sie verbrauchen - das individualisiert geht gar nicht, das wissen wir. Die Bürger vertrauen uns, das würden wir auch niemals weitergeben. Aber wenn Sie zum Beispiel einen Fachhandel für Schulbedarf haben, ein Geschäft aufmachen wollen und wissen wollen, wie viel Grundschüler es in einer Stadt im nächsten Jahr gibt, ist das ja nicht uninteressant. Warum sollte ich nicht sagen, dass ich das zur Verfügung stelle, aber es auch ein bisschen Geld kostet.

    Vielen Datensammlern wie Facebook stehen gerade massiv unter Druck, weil ihre Bestände politisch genutzt und zum Teil auch gezielte, sehr manipulative Wahlwerbung gemacht wird. Kommt ihr Vorstoß vielleicht zu einem etwas unglücklichen Zeitpunkt?

    Nein, ich glaube er kommt gerade zum richtigen Zeitpunkt, weil die Bürger uns vertrauen. Weil sie sich darauf verlassen können, dass wir ihre Daten zum Beispiel nicht für diese Zwecke weitergeben, und deswegen müssen wir das in die Diskussion einbringen und nicht den Großen überlassen.

    Quelle
    Mein Vorschlag wäre je eher, dämliche Politiker an Unternehmen zu verkaufen. Das Problem ist nur, dass die denen ohnehin schon gehören...

    Zitat Zitat
    weil die Bürger uns vertrauen.

  20. #2040
    Absolut grandiose Idee. Irgendwie scheint der Staat seit Ende 2015 sehr viel Geld so dringend zu brauchen, dass nun schon solche Ideen kommen.

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