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Thema: "Internet 1.984" oder "Wieviel Macht soll der Staat haben?"

  1. #81
    Zitat Zitat von La Cipolla Beitrag anzeigen
    Das der "Bodyguard aufgezwungen wird" ist halt Natur eines Staates. Sicherheit kann nicht freiwillig sein - nur das Ausmaß ist diskussionswürdig.
    Oder wir eröffnen einen fröhlichen Anarchiethread.
    Klar kann sie das, wie du schon darauf anspielst in einer anarchokapitalistischen Gesellschaft beispielsweise. Das Geile daran wäre ja, dass du nicht mal für eine Sicherheit bezahlen müsstest, die du nicht haben willst - im Gegensatz zum jetzigen System, wo deine Steuergelder zuhauf in diesen unnötigen Überwachungsblödsinn gesteckt werden.

  2. #82
    Zitat Zitat von Whiz-zarD Beitrag anzeigen
    Also kann er [der Staat] nicht auf meiner Seite sein, wenn der Staat mich als Bedrohung ansieht und mich beschatten muss.
    Wer hat gesagt, dass der Staat dich als eine Bedrohung ansieht ? Und Welches Weltbild muss man haben, um sich in Deutschland als Durchschnittsbuerger als Bedrohung fuer den Staat zu verstehen ?

    Ausserdem .. es ist doch eines, wenn die Daten gesammelt werden, und etwas ganz anderes, ob sie aktiv ausgewertet werden. Ersteres erfordert keinen Generalverdacht. Du installierst doch sicher auch auf deinem Rechner einen Virenscanner mit Heuristischer Analyse, und gehst nicht davon aus, dass jedes Programm ein Virus ist. Aber im Fall der Faelle bist du trotzdem froh, wenn es rechtzeitig Alarm schlaegt. Oder du machst doch sicher auch Backups deiner wichtigsten Daten, und unterstellst damit nicht deiner Festplatte, sie waere schlampig gefertigt. Im Fall des Falles ist man eben lieber auf der sicheren Seite.

    Das ist mit dem Staat nicht anders. Dann werden halt Plaetze Videoueberwacht, aber in der Regel sieht sich >99% von dem aufgezeichneten Kram sowieso niemand an. Wenn allerdings ein Strafbestand vorliegt, z.B. eine Schlaegerei, ein Raubueberfall, eine Vergewaltigung oder ein Mord, dann kann man auf das Videomaterial zurueck greifen und gewinnt somit wichtige Zeit. Das selbe trifft auf eine Gendatenbank zu, in der man dann die Proben, die z.B. ein Vergewaltiger zurueck gelassen hat, abgleichen kann, wodurch man innerhalb von wenigen Stunden Name und Addresse des Taeters haette. Schnell und Kosteneffizient.

  3. #83
    Zitat Zitat von Broken Chords Can Sing A Little Beitrag anzeigen
    Das Geile daran wäre ja, dass du nicht mal für eine Sicherheit bezahlen müsstest, die du nicht haben willst - im Gegensatz zum jetzigen System, wo deine Steuergelder zuhauf in diesen unnötigen Überwachungsblödsinn gesteckt werden.
    Ja, du gibst nur soviel Geld für deinen Schutz aus, wie du ausgeben willst.
    Aber auf der anderen Seite können Reiche soviel Bedrohung gegen dich aufbauen, wie sie reich sind, verstehst du?

  4. #84
    Zitat Zitat von Ineluki Beitrag anzeigen
    Ausserdem .. es ist doch eines, wenn die Daten gesammelt werden, und etwas ganz anderes, ob sie aktiv ausgewertet werden. Ersteres erfordert keinen Generalverdacht.
    Dann mal viel Spaß damit, wenn sie 90% aller Netzuser wegen Besitz von Raubkopien anklagen können weil das bei einem Suchdurchlauf auf Terrorverdacht gerade herausgekommen ist.

    Nicht, das es irgend etwas mit dem Verdacht zu tun hat, aber wenn mal eine Anklage besteht, kann man noch besser weiterbohren als zuvor! Der Verdachtsmoment auf Terrorismus wird durch das Finden von Raubkopien schließlich nicht tangiert.

    Es ist diese Faulheit, die ich persönlich für bedenklich halte. Mit der Überwachung findet man irgend etwas, mit dem man den Verdächtigen festsetzen kann ohne das ein Zusammenhang mit dem eigentlichen Verdachtsmoment vorliegen muss. Dann, nachdem der Verdächtige wegen diesem festgesetzt wurde, nimmt man die richterliche Vollmacht um weiter zu suchen. Die totale Überwachung führt IMO zu dieser Art von schlampigen Ermittlung und ist deswegen abzulehnen.

  5. #85
    Zitat Zitat von Ianus Beitrag anzeigen
    Es ist diese Faulheit, die ich persönlich für bedenklich halte. Mit der Überwachung findet man irgend etwas, mit dem man den Verdächtigen festsetzen kann ohne das ein Zusammenhang mit dem eigentlichen Verdachtsmoment vorliegen muss. Dann, nachdem der Verdächtige wegen diesem festgesetzt wurde, nimmt man die richterliche Vollmacht um weiter zu suchen. Die totale Überwachung führt IMO zu dieser Art von schlampigen Ermittlung und ist deswegen abzulehnen.
    Du meinst den Zufall, dass ein gesuchter Mörder wegen eines falsch geparkten Autos geschnappt wird, wo der Normalbürger nur mit 10 Euro behelligt worden wäre ?

    In der Medizin haben wir so doch die besten Medikamente und Stoffe entdeckt

  6. #86
    Zitat Zitat von Daen vom Clan Beitrag anzeigen
    Du meinst den Zufall, dass ein gesuchter Mörder wegen eines falsch geparkten Autos geschnappt wird, wo der Normalbürger nur mit 10 Euro behelligt worden wäre ?

    In der Medizin haben wir so doch die besten Medikamente und Stoffe entdeckt
    So ist es dir also recht, wenn wegen des einen Mörders hundert weitere unbescholtene Bürger wegen irgend welcher kleinen Vergehen sicherheitshalber mal auf Verdacht hin schnell eingelocht werden?

    Der Mörder läuft dann vermutlich immer noch frei herum, bwt.

    Das ist ein Gulag Deutschland.

  7. #87
    Zitat Zitat von Ianus Beitrag anzeigen
    So ist es dir also recht, wenn wegen des einen Mörders hundert weitere unbescholtene Bürger wegen irgend welcher kleinen Vergehen sicherheitshalber mal auf Verdacht hin schnell eingelocht werden?

    Der Mörder läuft dann vermutlich immer noch frei herum, bwt.

    Das ist ein Gulag Deutschland.
    Nein, selbstverständlich nicht. Aber so sieht auch die Realität nicht aus.
    Wegen eines einzigen Parkvergehens wird man nicht eingelocht.

    Mir geht es wirklich darum, dass durch Kontrollen und Videoüberwachung ein Mörder und gesuchter Verbrecher ins Netz gehen kann. Entscheidend ist dabei wirklich das Wort "gesuchter".
    Natürlich soll Niemand festgehalten werden, bis seine Unschuld bewiesen ist - sehr wohl aber soll die Polizei die Möglichkeit haben, möglichst schnell möglichst viele Gesichter einsehen zu können, wenn sie auf der Suche sind.

  8. #88
    Zitat Zitat
    So ist es dir also recht, wenn wegen des einen Mörders hundert weitere unbescholtene Bürger wegen irgend welcher kleinen Vergehen sicherheitshalber mal auf Verdacht hin schnell eingelocht werden?
    Wo wir wieder bei Theorie und Praxis wären. Da glaub ich nicht dran.

    Ich denke, alle wichtigen Punkte sind mehr oder minder mehrmals irgendwo in diesem Thread aufgetaucht, also halte ich mich dann mal raus, dreht sich alles im Kreis hier.
    Es geht halt um die schwierige Frage, wieviel Sicherheit notwendig ist (und wie groß die Gefahr eigentlich ist), wie sehr dafür die Freiheit eingeschränkt werden darf, und letztendlich, welche Beweggründe den Staat als Konstrukt treiben - und damit auch, wo seine Befugnisse liegen.
    Die Meinungen dazu sind offensichtlich grundverschieden, und jeder, der das hauptsächlich auf Dummheit, Paranoia oder Naivität zurückführt, ist dumm, paranoid oder naiv.


    Über diese anarchokapitalistische Gesellschaft werde ich mich informieren, meines Wissens nach ist Anarchie nämlich immer noch per Definiton der Zustand vor oder zwischen zwei Regierungsformen, oder der, wenn die Regierung nicht eindeutig genug definiert werden kann. Aber da hab ich noch absolut keine Ahnung von, wenn ich es interessant (bzw. diskussionswürdig) finde, sieht man sich in einem eventuellen neuen Thread dazu. Ist ja nicht so, dass man nicht dazulernen kann.

  9. #89
    Zitat Zitat von Daen vom Clan Beitrag anzeigen
    Nein, selbstverständlich nicht. Aber so sieht auch die Realität nicht aus.
    Wegen eines einzigen Parkvergehens wird man nicht eingelocht.
    Nein? Dann schau dir mal England an ...
    Jemand, der nicht angeschnallt Auto fährt oder in der öffentlichkeit fotografiert, gilt dort schon als verdächtigt.
    Das Fotografieren von Polizisten ist nun verboten und es droht eine Geldstrafe oder eine Gefängnisstrafe von bis zu 10 Jahren.
    So sieht die Realität aus ...

  10. #90
    Zitat Zitat von Daen vom Clan
    Ja, du gibst nur soviel Geld für deinen Schutz aus, wie du ausgeben willst.
    Aber auf der anderen Seite können Reiche soviel Bedrohung gegen dich aufbauen, wie sie reich sind, verstehst du?
    Warum sollte mich irgendein Reicher bedrohen? Und wieso sollte mein privater Bodyguard mich nicht davor schützen können?

    Zitat Zitat
    Über diese anarchokapitalistische Gesellschaft werde ich mich informieren, meines Wissens nach ist Anarchie nämlich immer noch per Definiton der Zustand vor oder zwischen zwei Regierungsformen, oder der, wenn die Regierung nicht eindeutig genug definiert werden kann. Aber da hab ich noch absolut keine Ahnung von, wenn ich es interessant (bzw. diskussionswürdig) finde, sieht man sich in einem eventuellen neuen Thread dazu. Ist ja nicht so, dass man nicht dazulernen kann.
    Nö, eine anarchistische Gesellschaft ist eine solche ohne Staat und Regierung, die auch nicht das Einsetzen einer zukünftigen Regierung vorsieht.
    Dabei gibt's natürlich Abstufungen und genauere Definitionen; beispielsweise beruht der Anarchokapitalismus, von dem ich gesprochen hab, auf der absoluten Freiheit der Märkte (und somit auch der Menschen), während das Abknöpfen von Steuern als Diebstahl und das Einschränken der Bürger und ihres Handels als illegitim gesehen wird - das Gewaltmonopol des Staates wird also zugunsten der Selbstbestimmung der Bürger aufgehoben. Dass aber die Freiheit Vorrang vor einer allgemein diktierten Sicherheit hat, ist wohl Bestandteil jeder anarchistischen Idee, was sie ja gerade so reizvoll macht.

  11. #91
    "5 Jahre Freiheitsstrafe für Raubkopierer" ist auch in Deutschland Realität, und trotzdem kenne ich niemanden, der deshalb ein Problem hat. Genau so wenig werden in England tagtäglich hunderte Autofahrer aus ihren Wagen gezerrt.
    Es ist ok und verständlich (und eventuell sogar ratsam) schlimme Zustände zu fürchten, aber sie an Einzelbeispielen zur Realität zu erklären ist eine andere Sache, nämlich Propaganda. Die geht bekanntlich in alle Richtungen.

    Hab mir den Anarchokapitalismus mal angeschaut, ist letztendlich ja die stinknormale freie Marktwirtschaft unter einem hippen Namen. Oo'' Und warum die keine Monopolisten, Kartelle und eine perfekte Schere arm-reich erzeugen soll, ist mir ein Rätsel. Mildtätigkeit geht sicher hoch, aber auch nur, weils den Leuten scheiße geht (und sie es nötig haben).
    Also stinknormale Anarchie, Kapitalismus gibt es imho in jeder Anarchie. Liegt ja in der Natur der Sache.

    Zitat Zitat
    Warum sollte mich irgendein Reicher bedrohen? Und wieso sollte mein privater Bodyguard mich nicht davor schützen können?
    Weil ersterer dich als billige (kostenlose?) Arbeitskraft gegen deinen Willen brauchen kann und du eventuell kein Geld für zweiteres hast. Wenn du dann auf Mildtätigkeit vertraust: Die gibt es immer, aber die wird sich mit der Zeit organisieren wenn sie klappen soll - und schon hast du wieder einen Staat.

    Geändert von La Cipolla (02.02.2009 um 18:19 Uhr)

  12. #92
    Zitat Zitat von La Cipolla Beitrag anzeigen
    Hab mir den Anarchokapitalismus mal angeschaut, ist letztendlich ja die stinknormale freie Marktwirtschaft unter einem hippen Namen. Oo'' Und warum die keine Monopolisten, Kartelle und eine perfekte Schere arm-reich erzeugen soll, ist mir ein Rätsel. Mildtätigkeit geht sicher hoch, aber auch nur, weils den Leuten scheiße geht (und sie es nötig haben).
    Also stinknormale Anarchie, Kapitalismus gibt es imho in jeder Anarchie.
    "Stinknormal" ist gut, wenn man bedenkt was uns heute unter der Bezeichnung "freier Markt" verkauft wird. Und dass Kapitalismus in jeder Form der Anarchie Tatsache ist, halte ich für ein Gerücht - was ist beispielsweise mit dem Anarchosyndikalismus? Oder der Art von "Anarchismus", die das ganze Punk-Gesocks fordert?

  13. #93
    Freie Marktwirtschaft heißt für mich: Kein Eingriff durch den Staat.

    Und was Leute fordern oder denken ist eine Sache (da gibt es bekanntlich alles), meine Meinung ist nur: Jede Anarchie führt heutzutage zum Kapitalismus. Und mit der Zeit führt jede Anarchie zu einer (oder meistens eher mehreren) Regierungen. Das ist in meinen Augen natürlich, weil nach den meisten Bedürfnispyramiden Sicherheit vor persönlicher Entfaltung kommt.

    Das ist auch der Grund, warum wir hier im internet über Freiheit reden: Wir sind nicht am Verhungern, sonst würden wir nach Essen suchen, und wir werden nicht angegriffen, sonst würden wir uns wehren (oder abhauen oder auf das Militär hoffen ).

  14. #94
    Zitat Zitat von Broken Chords Can Sing A Little Beitrag anzeigen
    Warum sollte mich irgendein Reicher bedrohen? Und wieso sollte mein privater Bodyguard mich nicht davor schützen können?
    Um noch reicher zu werden, weil er es kann und weil... diese Frage so müßig ist wie : "Warum sollte mich ein Terrorist in die Luft sprengen, ich bin doch gar kein Christ..."

    Es geht einfach nur um das in meinen Augen absolut hanebüchene Beispiel des Anarchokapitalismus'.

    Whizzard: Dann würde ich dich um Quellen bitten, die aussagen, dass dies öfters vorkommt als nur einmal alle Jubeljahre. Bisher habe ich nicht die geringsten Beschwerden vernommen und ich habe berufsbedingt jeden Tag mit Engländern zu tun und wir unterhalten uns extrem viel.

  15. #95
    Counter-Terrorism Act 2008
    Sektion 76 des neuen Gesetzes besagt, dass es verboten ist, "Informationen über [Angehörige derartiger Berufe] zu beschaffen, die ihrer Art nach wahrscheinlich nützlich für die Durchführung oder Planung terroristischer Akte ist, oder dies zu versuchen".
    Nichts, was sich erstmal bedrohlich anhört. Allerdings berichten die ersten Reportager davon, dass sie von Polizisten unter Druck gesetzt worden sind, was sie da vorhaben und was sie Fotografieren.
    Taking photos of police officers could be considered a crime
    Photographers criminalised as police 'abuse' anti-terror laws
    Man befürchtet, dass das Gesetz von der Polizei ausgenutzt wird und die Beürchtungen sind berechtigt, wenn man sich mal einige Berichte durchliest.

  16. #96
    Als liberaler Beobachter der momentanen Politik stossen mir solche Vorstösse sauer auf. Der Staat ist nur ein notwendiges Übel, welches die grundlegenden Freiheiten des Menschen zu sichern hat. Natürlich, inzwischen haben wir ein erweitertes Staatsverständnis, vor allem im Bereich der Gerechtigkeit (welche ja subjektiv ist... aber ein gewisser Grundkonsens existiert ja). Das zeigt aber eines: Der Staat sollte nur so viel Macht haben, wie ihm der Bürger zugesteht. Was ich jetzt aber hier sehe, ist eine eigenmächtige Kompetenzerweiterung durch die Politiker. Ist die Bedrohung durch Terroristen so akut? Vor allem im deutschsprachigen Raum? Und wenn sie so gross ist, hat man dann mit flächendeckender Überwachung die Ursache für den Terrorismus beseitigt?

    Meiner Ansicht nach erschleichen sich die Politiker hier Kompetenzen. Sie geben einen Grund vor, dem man nicht widersprechen kann. Wer würde schon behaupten, er finde terroristische Bedrohungen angenehm. Dass man da aber noch ganz andere Daten sammelt, das wird verschwiegen. Mal ganz ehrlich: Ich habe mehr Angst vor jenem Staat, der meine Beziehungsnetzwerke, meinen Bewegungsradius und meine Kontodaten kennt, also vor einem Terroristen, der sich irgendwo in die Luft sprengt.

  17. #97
    Zitat Zitat von La Cipolla Beitrag anzeigen
    Freie Marktwirtschaft heißt für mich: Kein Eingriff durch den Staat.
    So ist es. Das ist de facto aber nicht der Fall, obwohl diese Art der Wirtschaft als angeblich existent angepriesen wird.

    Zitat Zitat
    Und was Leute fordern oder denken ist eine Sache (da gibt es bekanntlich alles), meine Meinung ist nur: Jede Anarchie führt heutzutage zum Kapitalismus. Und mit der Zeit führt jede Anarchie zu einer (oder meistens eher mehreren) Regierungen. Das ist in meinen Augen natürlich, weil nach den meisten Bedürfnispyramiden Sicherheit vor persönlicher Entfaltung kommt.
    Sicherheit und Anarchismus sind allerdings vereinbar. Was ist so verkehrt daran, sich einen persönlichen Sicherheitsdienst anzueignen? Bloß weil wir mit der Vorstellung aufgewachsen sind, es müsse einen steuerfinanzierten Staat geben, der für unsere Sicherheit sorgt, heißt das nicht dass es nicht anders möglich ist. Und somit Freiheit und Sicherheit vereint wären.

    Zitat Zitat von Daen vom Clan
    Um noch reicher zu werden, weil er es kann und weil... diese Frage so müßig ist wie : "Warum sollte mich ein Terrorist in die Luft sprengen, ich bin doch gar kein Christ..."
    Ein sagen wir mal islamistischer Terrorist geht aber davon aus, dass der Westen allgemein einem verwerflichen, gotteslästerlichen Weltbild nachhängt. Der Terrorist will ja auch in den seltesten Fällen gezielt bestimmte Personen ausschalten, sondern einfach nur möglichst viel Schaden anrichten und dadurch Angst und Schrecken verbreiten - und wieso das gerade ein "Reicher" tun sollte, ist mir immer noch nicht klar. Hältst du das ernsthaft für ein realistisches Szenario? Wenn ja, warum?

    Zitat Zitat von Rübe
    Meiner Ansicht nach erschleichen sich die Politiker hier Kompetenzen. Sie geben einen Grund vor, dem man nicht widersprechen kann. Wer würde schon behaupten, er finde terroristische Bedrohungen angenehm. Dass man da aber noch ganz andere Daten sammelt, das wird verschwiegen. Mal ganz ehrlich: Ich habe mehr Angst vor jenem Staat, der meine Beziehungsnetzwerke, meinen Bewegungsradius und meine Kontodaten kennt, also vor einem Terroristen, der sich irgendwo in die Luft sprengt.
    Ein Mann, ein Wort.

  18. #98
    Ich frage mal ganz frech: Was ist das Ziel dieser Diskussion ?
    Wie es aussieht, haben wir hier zwei festgefahrene Meinungen, von denen keine Seite auch nur einen Zentimeter abweichen will. Wir werfen uns gegenseitig hahnebuechene Szenarien vor und halten die Argumentation des Gegenuebers fuer unzureichend. Wir sind uns nur dahingehend einig, dass wir uns nicht einig sind, und es steht ausser Frage, dass keine Gruppe die andere ueberzeugen koennen wird. Wir haben es hier viel weniger mit einer Meinungs- oder Wissensfrage zu tun, sondern vielmehr mit einer Glaubens- und Ueberzeugungsfrage. Demnach ist eine weitere Diskussion mit grosser Sicherheit unnuetz.

    Never teach a pig to sing. It wastes your time and annoyes the pig.

  19. #99
    @Luki: Ich finde das sehr, sehr schade.
    Mein Anliegen ist, beide Meinungen zu untermauern, zu zeigen, dass beide ihre Daseinsberechtigung haben, und dass keine schlechter als die andere ist. Aber wie erwähnt dreht sich das Vorhaben im Kreis, weil irgendwie niemand diese Meinung nachvollziehen möchte. Dafür kann ich natürlich auch niemanden ankreiden, ich finde es nur schade.
    Deshalb interessiert mich jetzt nur noch der Anarchoteil. (weil eine ernsthafte Diskussion um diesen neu für mich ist und ich erwarte, noch etwas lernen zu können)

    Sonst Dito an Rübe.

    Zitat Zitat
    So ist es. Das ist de facto aber nicht der Fall, obwohl diese Art der Wirtschaft als angeblich existent angepriesen wird.
    Afaik haben wir in Deutschland keine freie Marktwirtschaft, sondern eine soziale Marktwirtschaft. Oo'' Also ganz offiziell ein starker Eingriff des Staates, jedenfalls haben wir das so im Wirtschaftsunterricht so gelernt. Freie Marktwirtschaft war anfangs geplant (War das Locke's Theorie?) und ist durch Kartelle und mafiöse Organisationen zusammengebrochen, es gab eine gewaltige soziale Schere. Deshalb hat der Staat eingegriffen.

    Zitat Zitat
    Sicherheit und Anarchismus sind allerdings vereinbar. Was ist so verkehrt daran, sich einen persönlichen Sicherheitsdienst anzueignen? Bloß weil wir mit der Vorstellung aufgewachsen sind, es müsse einen steuerfinanzierten Staat geben, der für unsere Sicherheit sorgt, heißt das nicht dass es nicht anders möglich ist. Und somit Freiheit und Sicherheit vereint wären.
    Wie schon gesagt, nicht jeder kann sich einen solchen Sicherheitsdienst leisten. Dann ist da der Fakt: Menschen wollen Macht, weil sie Sicherheit wollen. Wenn Familie Meier einen Sicherheitsdienst hat, braucht Familie Klotz auch einen. Sonst könnte Familie Meier mit ihrem bewaffneten Sicherheitsdienst ins Haus von Familie Klotz gehen und sich nehmen, was sie will. Familie Klotz kann sich ja nicht wehren, weil sonst der Sicherheitsdienst eingreift. Und sei es nur "Frau Klotz hübsches Diadem, danach verschwinden wir wieder", sowas ist der Anfang. Und wer davon ausgeht, dass das nicht passieren wird, denkt meiner Meinung nach zu theoretisch. Schließlich gibt es keine Gesetze, die sowas verhindern können. Nur Vereinbarungen, die spätestens dann außer Kraft sind, wenn eine Seite die Waffe im Gesicht hat.
    Jetzt kommt wieder die Organisation ins Spiel: Alle Familien, die nicht genügend Geld für Sicherheitsdienste haben, würden sich wohl zusammentun, um sich vor den "Reichen" zu schützen. Und sie müssten sich organisieren. Und damit würde es kurz darauf wieder zu Regierungen kommen - schließlich gibt es kein Gesetz, das eine Regierungsbildung verhindert!

    Zur Frage, warum dich ein "Reicher" angreifen sollte: Ich würde dich vielleicht angreifen, wenn es keine Gesetze gäbe, und wenn du dich nicht wehren könntest. Denn vielleicht bin ich der Meinung, mit Geld (bzw Gütern) kann ich mehr anfangen als du. Das mag größenwahnsinnig sein, aber es ist trotzdem eine nicht unübliche Denkweise. Das kann man schade finden, aber man muss damit rechnen.

    Ich kann mir ein großes Problem mit Anarchie vorstellen: Sie ist für uns eine sehr romantische Vorstellung, weil wir sie nicht kennen. Wir sind in einem Staat aufgewachsen und sehen die Vorteile dieses Staates deshalb als selbstverständlich an, nur die Nachteile bemerken wir noch direkt. Ich will nicht sagen, dass Anarchie deshalb allgemein eine bescheuerte Idee ist, ich glaube nur, dass es schwer ist, das von "außen" zu beurteilen.
    Ist ähnlich wie mit Krieg. Durchaus einige Leute sehnen sich nach Krieg, und ich denke, sie können das nur tun, weil sie noch nie in einem drin waren.

  20. #100
    Zitat Zitat von Broken Chords Can Sing A Little Beitrag anzeigen
    Hältst du das ernsthaft für ein realistisches Szenario? Wenn ja, warum?
    Eben nicht, Luki hat einfach absolut Recht
    Weil beide Seiten schon lange und längst zu Tausenden ihre Befürworter haben, sind beide Ansichten schon absolut untermauert und wir können uns nur noch mit an den Haaren herbeigezogenen Beispielen unterhalten (Anarchokapitalismus, Anarchie, Recht-des-Stärkeren, islamischer Terror, Whizzards seltsamer Akt den kein Engländer kümmert (laut Joe (Manchester), Graeme (Schottland), Sarah (Liverpool), Roland (Manchester), alles Kollegen aus dem UK) )

    Deswegen werde ich mich auch rausnehmen, Luki hat einfach Recht

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