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Thema: Ritter des Nordens [Story+Konzept]

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Lass dich trotz Allem nur nicht entmutigen, mein Bester

    Aber das ist genau das Problem, dass man hat, wenn man eine reale Welt als Vorbild nimmt und sich nicht mit einer reinen Fantasywselt auseinandersetzt, dessen kompletter Autor man ist. Wir hatten solche Diskussionen, als es um die Darstellung von Christen ging, von Kreuzrittern und natürlich auch von so manchem Spiel um die Weltkriege und es war stets ein heißes Eisen.

    Letzten Endes, und das lass auch dir gesagt sein, Ianus, haben wir doch alle gelernt, mit Klisches zu leben, die uns in Büchern und vor allem Filmen immer und immer wieder vorgesetzt werden. Als ich noch Wikinger-Reenactment gemacht habe, kam der 13. Krieger ins Kino. Mein mitdarstellender werter Bruder war einigermaßen entsetzt, ich persönlich habe mich bestens unterhalten lassen, und deswegen kommt es einfach auf den Maßstab an.

    Unterhaltung war schon immer nur selten neutral geprägt. Actionfilme kommen amerikanisch daher, der Böse ist immer der Nazi oder der Russe und neuerdings der afrikanische Warlord und Wikinger sind je nach Filmlage die wüstesten hörnerhelmbewehrten Gesellen oder die hörnerhelmtragenden Netten - je nachdem
    (Independent-Produktionen mal außen vorgelassen, die stellen Wikinger meiner Meinung nach immer besser dar.)

    Worauf ich hinauswill: Klisches gibt es überall und solange du nicht darauf bestehst, dass dein Spiel zu 100% authentisch ist, wird es auch nur wenig historisch gestimmte Gegenstimmen geben.
    Entscheidend bei einem Spiel ist der Unterhaltungswert, es sei denn du sagst, dass du eine Art Lern-Software herstellst, aber dem ist ja nicht so.
    Deswegen: Unterhalte und lehre, aber lass dich nicht aus der Bahn werfen

  2. #2
    Muss man den akzeptieren, was zu ändern ist?

    Das Problem ist nicht die Authenzität, sondern der Authenzitätseffekt. Erstere ist ein instabiler, vorübergehender Zustand, aber zweiterer kann recht gut und recht stabil erzeugt werden. Programmierer hat offensichtlich die Kenntnis, um den Authenzitätseffekt zu erzeugen und aktiv zu halten nur bin ich mir überhaupt nicht sicher, ob das etwas gutes ist. Es sind nur zwei Dinge:

    - Projektion von modernen Staatsvorstellungen auf das Mittelalter
    - Die alten Stereotypen über megaschwere Schwerter, die von Gelehrten verbreitet wurden, die nie ein entsprechendes Stück in Händen gehalten hatten

    Beides kann natürlich unwesentlich werden, wenn er die Geschichte in einem gewissen Stil erzählt. Man könnte z.b. die Sache mit den Schwertern zu einem Stereotyp machen, an den der Charakter glaubt. So über die Verbindung von reichen, mächtigen und gut gefütterten Dänen, die alle prächtige Schwerter haben kann ein Junge schon den Sprung machen, dass er nicht Stark genug ist, eines zu tragen. "Stark" hat da natürlich einen übertragenen Sinn und könnte ein Motiv der Geschichte werden. Dasselbe gilt für moderne Staatvorstellungen. Sofern sie als Motiv eingefügt werden, kann ich eigentlich nichts dagegen sagen. Würde vermutlich ganz gut mit dem Titel "Ritter des Nordens" korrelieren, da Schwertleihe und solche Sachen ja bekannte Topoi sind.
    Mich störte nur die Kombination von Anspruch auf Authenzität und...nun ja, sagen wir mal dem offensichtlichen Mangel an Interesse an dem entsprechenden Spezialgebiet. Hier tritt der Authezitätseffekt IMO negativ inkraft und verstärkt bestehende und immer noch tradierte Wahrnehmungsfehler.

  3. #3
    Ich konnte mir aus zeitlichen Gründen nicht alles hier durchlesen, deshalb einfach mal so.

    Erstmal, toll, dass du so umsetzen willst. Auch wenn ich es doch sehr doof finde, dass du irgendwie so 1 zu 1 von Bernard Cornwell abgeschrieben hast (bis auf die Tatsache, dass du Uthred durch einen Random Bauernjungen ersetzt hast, den letzten Absatz geändert hast, und den Titel vom ersten Buch durch den des dritten ersetzts hast). Ich würds vielleicht im Anfangspost erwähnen, dass klingt momentan so als ob du alles geschrieben hast.
    Das war mal so das, was mir auf der Seele brannte.

    Ich kann die Buchreihe btw. nur empfehlen, die ist voll klasse o,o.

  4. #4
    Aber die Frage ist doch, Ianus, ist es noch spannend wenn dieses Szenario korrekt umgesetzt wird?
    Es gibt authentische Szenarien die durch ihre extrem unterschiedlichen Ansichten durchaus sehr spannend sind, z.B. Kreuzzüge gegen Muslime (+ Intrigen der Kreizfahrerstaaten, Tod eines deutschen Königs, gänzlich andere Lebens- und Kampfweise beider Fraktionsparteien).

    Die Entstehjung des Danelags gegen fast gleichdenkende Nordleute , deren Herkunft sich fast auf dem selben Breitengrad befinden, halte ich da vielleicht für weniger effektheischend und leider kommt es - in Spielen - durchaus darauf an wie es spannend wird, dasss ein Handlungsbogen aufgebaut wird, d.h. beispielsweise auch immer stärkere Gegner. Und gerade DAS ist ja ein Dilemma bei der Simulation realer Welten. Wie mache ich es, dass mein Nazischerge, mein Ritter, mein Sarazene mit laufendem Spiel stärker wird?

    Deswegen bin ich durchaus damit einverstanden, wenn Jemand einen gewissen Grad Realismus opfert um die Geschichte zu retten.

    Was mich beim erneuten Durchlesen interessiert: Du hast ja nicht nur von der Geschichte, sondern auch vom Spielkonzept geschrieben, dabei ist mir aufgefallen, dass ich bisher noch kein bisschen davon weiß, wie das Spiel denn nun gespielt wird. Grade interessehalber deswegen, nenn uns doch mal das eine oder andere Feature

  5. #5
    Zitat Zitat von Daen vom Clan Beitrag anzeigen
    Aber die Frage ist doch, Ianus, ist es noch spannend wenn dieses Szenario korrekt umgesetzt wird?
    Es gibt authentische Szenarien die durch ihre extrem unterschiedlichen Ansichten durchaus sehr spannend sind, z.B. Kreuzzüge gegen Muslime (+ Intrigen der Kreizfahrerstaaten, Tod eines deutschen Königs, gänzlich andere Lebens- und Kampfweise beider Fraktionsparteien).

    Die Entstehjung des Danelags gegen fast gleichdenkende Nordleute , deren Herkunft sich fast auf dem selben Breitengrad befinden, halte ich da vielleicht für weniger effektheischend und leider kommt es - in Spielen - durchaus darauf an wie es spannend wird, dasss ein Handlungsbogen aufgebaut wird, d.h. beispielsweise auch immer stärkere Gegner. Und gerade DAS ist ja ein Dilemma bei der Simulation realer Welten. Wie mache ich es, dass mein Nazischerge, mein Ritter, mein Sarazene mit laufendem Spiel stärker wird?
    Das hängt IMO total von der Inszenierung und überhaupt nicht vom realen Hintergrund ab. Unterschiede können durchaus total künstlich und trotzdem total entscheidend sein. Denk dir nur mal die Schweizer - wenn die eine ethnische Säuberung Vorarlbergs vornehmen wollten, würden die von jeder Person verlangen "Küchenkästchen" zu sagen. von der schweizerdeutschen Aussprache würde dann Leben und Tod abhängen.

    Ich sehe eigentlich kein Problem damit, wenn jemand eine Geschichte schreibt, in welcher der Charakter an die Signifikanz solcher mickriger Unterschiede glaubt. Der Charakter muss schließlich weder den Autor noch die Kultur des Autorens widerspiegeln.

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