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Thema: Umgang mit Mord in RPGs

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Ich finde der Umgang mit Tod und Mord ist in RPGs wirklich zu tiefst schleierhaft und merkwürdig. Auf der einen Seite gibt es den Umgang im Gameplaybereich:
    Im "Kampf" verschwinden die Gegner einfach, meist mit einem Leuchteffekt und einem seltsamen Geräusch. Vermutlich hat man gerade jemanden oder etwas getötet, dem Spieler erscheint es allerdings nicht so, da es keine Menschen waren oder im anderen Fall das reine Böse oder ähnliches. Es ist aber auch oft zu sehen, dass nach einer solchen Kampfszene mit diesem Ende der Gegner nochmal in einer Sequenz zu sehen ist und sagt "Oh nein! Ihr habt mich erwischt! Nächstes Mal wird das anders aussehen!" und verschwindet. Sprich, der Umgang mit Tod und Mord ist im Gameplaybereich äußerst konfus, selten kann man sagen, was nun mit den entsprechenden Monstern passiert ist, wo die hin sind usw.
    Interessant ist hier noch was passiert, wenn die HP eines Partymitglieds auf 0 sinken. Ist er tot, komatös, bewusstlos? Es ist eine Animation der Person die am Boden liegt gezeigt, regungslos, es gibt jedoch keine Reaktion der anderen Mitglieder der Party, desweiteren scheint die Person wieder topfit, wenn man mal 'ne Nacht drüber geschlafen hat. Ist die ganze Party in diesen undefinierten Zustand verfallen, so ist das Spiel zu Ende. Hier sollte klar sein, dass die Partymitglieder allesamt tot sind. Sie sind es defacto nicht, denn sie können durch Phönixfedern oder bloßes Schlafen wieder geheilt werden.

    Auf der anderen Seite gibt es noch den dramaturgischen Einsatz von Tod. Hier sterben Leute wie im echten Leben, sie werden tödlich verletzt und sind entsprechend im Spieln nicht mehr verfügbar. Das ist schon konfus. Im Storyteil kriegen die Helden eine Pfeilspitze in die Brust und sind tot, im Gameplay feuert der Mörderroboter 20 Mal den Ultralaser auf die weibliche Protagonistin und sie scheint keinen äußerlichen Schaden davongetragen zu haben.

    Am Ende ist es so, dass RPGs dem Thema Tod mehr oder weniger geschickt aus dem Weg gehen. "Tod" ist hier anders definiert. In einem RPG befindet man sich in einer Welt von Magie und anderen Übermenschlichen/-sinnlichen Fähigkeiten die stets präsent sind. In einer solchen Welt scheint und ist alles möglich, so wird auch das Wort "Tod" völlig neu definiert. Der Tod in RPGs muss nicht mehr zwingenderweise etwas endgültiges sein, dass kann er aber, wenn es dramaturgisch sinnvoll erscheint. Das ist auch gerade das schöne an RPGs: Es geht größenteils um Unterhaltung - unangenehme Themen können schön gebogen werden wie man sie braucht, ohne sich damit auseinandersetzen zu müssen.

  2. #2
    Im Spiel ist mir das eigentlich egal, ob Mord, Totschlag, Notwehr oder wenn der Held die Gegner mit rosa Wattepäuschchenschwert hinfort knufft. Es ist ja nur ein Spiel, zudem noch ein sehr Unrealistisches, selbst wenn es mit dem RMXP gemacht wurde.
    Worüber man sich wirklich Gedanken und Sorgen machen sollte, sind die Kriege im realen Leben, die nämlich schlimm und verachtenswert sind.

    Ich meine was ist wohl schlimmer: ein Pazifist, der aber brutale und perverse Spiele mit seiner RPG Engine produziert oder ein "Brutalo" der sich gerne mit anderen schlägt und auch nicht vor Mord zurückschrecken würde, der aber gerne pseudofriedliche Spiele macht? (Gut, das Beispiel steht auf sehr labilen Untergrund, da so einer wohl kaum überhaupt Spiele makern/programmieren würde, but you get the idea.)

  3. #3
    Zitat Zitat
    Das gab mir zu denken. Alex, der Weltenretter in weißer Rüstung, schlachtet, wenn man es aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, Leute ab?
    Ja, diese Philosophische Weisheit ist mir auch schon gekommen. Alex ist ein dumm. Brian change the WorLd

    Zitat Zitat von DarkNanaki Beitrag anzeigen
    selbst wenn es mit dem RMXP gemacht wurde.
    Selbst wenn? Vom Realismus her ist der XP nicht umbedingt besser als sein toller Vorgänger der von fast allen geliebte Rpgmaker 2000. Ich liebe ihn ♥

    Zitat Zitat
    Worüber man sich wirklich Gedanken und Sorgen machen sollte, sind die Kriege im realen Leben, die nämlich schlimm und verachtenswert sind.
    Spielen wir nicht um der grausamen Realität zu entfliehen? Aber es ist schon richtig, lieber sinnloser Krieg in Spielen als in der Reallen Welt.

    Zitat Zitat
    Ich meine was ist wohl schlimmer: ein Pazifist, der aber brutale und perverse Spiele mit seiner RPG Engine produziert oder ein "Brutalo" der sich gerne mit anderen schlägt und auch nicht vor Mord zurückschrecken würde, der aber gerne pseudofriedliche Spiele macht? (Gut, das Beispiel steht auf sehr labilen Untergrund, da so einer wohl kaum überhaupt Spiele makern/programmieren würde, but you get the idea.
    Ich versteh deinen Gedankengang nicht. Wie viele Pazifisten programmieren Perverse und brutale Spiele? Allgemein hinkt der Vergleich ziemlich.

    @ Sgt. Pepper: Ich stimme dir voll und ganz zu. Ich denke dass gleiche (schön zusammengefasst was Sache ist)

    ~Nebary

  4. #4
    Zitat Zitat von Nebary Beitrag anzeigen
    Selbst wenn? Vom Realismus her ist der XP nicht umbedingt besser als sein toller Vorgänger der von fast allen geliebte Rpgmaker 2000. Ich liebe ihn ♥
    Ich meinte damit ja auch nur die graphischen Möglichkeiten, wegen höherer Auflösung. Ich habe bisher auch immer nur den 2000er verwendet, weil ich mit dem am besten zurecht komme.


    Zitat Zitat von Nebary Beitrag anzeigen
    Ich versteh deinen Gedankengang nicht. Wie viele Pazifisten programmieren Perverse und brutale Spiele? Allgemein hinkt der Vergleich ziemlich.
    Me for example?

  5. #5
    Gameplay muss man halt immer vom Rest trennen, das ist ja offensichtlich, sonst gäbe es bei Resident Evil auch keine Zaubertruhen und Koffer mit riesigem Fassungsvermögen (die der Held obendrein ständig mit sich herumschleppt). Warum das notwendig ist, haben wir schon bis zum Erbrechen gehört und ich sehe da auch kein großes Problem den Grund zu verstehen. Ich hätte jedenfalls keine Lust Spiele zu spielen, in denen der Charakter wegen jedem Furz stirbt oder in denen man nur eine Waffe zur Zeit tragen kann. Mal abgesehen davon sterben in den meisten Rollenspielen die ich kenne die Charaktere nicht im Kampf, sondern werden höchstens kampfunfähig.

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