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Thema: Einheitlichkeit im eigenen Projekt

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Wenn etwas optisch und akustisch zusammenpasst, ist das immer schön, denn dadurch läuft ein Spiel weniger Gefahr, Risse in seiner atmosphärischen Grundstimmung zu riskieren. Ich meine aber nicht, dass das der für alle Makerer empfehlenswerte Standard sein sollte oder gar muss. Spielt man das nämlich einmal gedanklich durch, hieße das:

    Ein Grafikstil, der alles abdeckt, existiert nicht. Es lassen sich auch längst nicht alle Stile miteinander gefällig vermengen. Wer etwas Besonderes darstellen möchte, das zum Stil passt, muss oft selber pixeln. Wie viele können das eigentlich? Eben. Und die anderen 90% belagern dann die einschlägigen Hilfethemen und lassen das Projekt so lange brachliegen, bis ihnen jemand das Gewünschte fertigt. Die Alternative, dann eben nichts Besonderes einzubauen, klingt auch nicht gerade verlockend.
    Es gibt ein paar Pixler, die sich die Einstellung "Alles muss passen." gewiss leisten können, aber um so etwas zur Norm zu erheben, sollte man sich erst einmal vor Augen halten, wo die meisten stehen. Denen ist mehr damit geholfen, sich das Passende der Einfachheit halber aus anderen Stilen zusammenzukopieren, damit überhaupt fertige Projekte entstehen.

    Der Zeitaufwand schwillte ebenfalls an, wenn alles passgerecht sein soll. Ich wage einmal die Prognose, dass damit auch der Cancelberg wieder ein Stückchen weiter anwächst.

    Musikalisch mag ich es zwar, wenn die verschiedenen Stücke einen melodiösen Grundzusammenhang haben, aber mir ist schon sehr klar, wie wenig allgemeinverbindlich in dieser Frage mein Geschmack ist. Wäre er es, gäbe es kaum die Handytönewerbung in ihrer gegenwärtigen grässlichen Form. Da aber auch so ein unzusammenhängendes Gelärme sich offensichtlich rechnet, scheint in dieser Frage der musikalische Geschmack derart weit gespreizt zu sein, dass es kaum möglich scheint, da irgendeine Form von Verbindlichkeit festzulegen.

    Hier Standards zu empfehlen, hieße also, musikalisch einen Einheitsgeschmack einzufordern, der gar keine gemeinsame Basis hat, und grafisch an den Bedürfnissen der Mehrzahl der Projekte vorbeizuargumentieren. Ich würde gerade Makerneulingen ganz dringend abraten, sich auf so eine Arbeitsweise einzulassen.

    (p.s.: Schönes Thema.)

  2. #2
    Du sprichst ein Thema an, auf das ich selbst großen Wert lege und welches ich als wichtig erachte.
    Leider habe ich bisher kaum Spiele spielen können, bei denen konsequent auf einen einheitlichen Stil geachtet wurde, nur Velsarbor und einige Kelven-Produktionen konnten mich bisher überzeugen (zugegeben: Ich spiele nicht allzuviele Maker-Spiele, darum nur diese Beispiele, es gibt sicher mehr).

    Natürlich sollte man beim Makern nicht nur auf einen einzigen Stil zurückgreifen (ausgenommen vielleicht M&B, welches sich meiner Meinung nach eh schlecht mit anderen Stilen kombinieren lässt), da sonst die Gefahr besteht, das alles wie eine Kopie des Spieles wirkt, von dem die Ressourcen stammen.
    Nur Suikoden mit Suikoden Chipsets, KS, Charsets, Facesets u.s.w. lässt das Spiel natürlich wie eine Suikoden Kopie erscheinen.
    Darum finde ich es angebracht klug zu Mischen, wenn man nicht nur einen einzigen Stil verwendet und nicht all seine Dinge selbst zeichnet.
    Für mich heißt das: Ruhig mehrere Stile verwenden, aber darauf achten, dass diese auch zusammenpassen.
    Nicht zusammenpassend sind z.B. Chipsets mit Dither-Technik (M&B), gemalte Chipsets (SD3, Terranigma, gemalt ist vielleicht nicht der richtige Ausdruck, ich hoffe aber, ihr wisst was ich meine) und Chipsets mit realen Texturen (Suikoden).
    Darum sollte man darauf achten, dass Chipsets, welche man miteinander kombiniert sich wenigstens in diesen Aspekten ähneln.
    Ansonsten ist natürlich Anpassung gefragt, damit ein einheitlicher Stil ensteht.

    Das heißt: Kontrast, Helligkeit, Farbe anpassen, was leider nicht viele machen, aber schon eine große Auswirkung hat.
    Ein gutes Beipiel ist hier zwar Aëdemphia, bei dem gerippte Dinge farblich sehr gut angepasst wurden, aber auch dort gibt es viele große Stilbrüche (die mich dann doch gewundert haben, Stichwort Charsets.)

    Zitat Zitat
    Der zweite Bereich wo das stark auffällt, sind die Chipsets. Gewisse Stile passen halt einfach nicht zueinander. Aber stark ist mir das bei den Grössenverhältnissen aufgefallen. Auf einem Chipset ist das Bett zum Beispiel doppelt so gross wie der Charakter, auf einem andern wieder gleichgross etc.
    Soviel zu den Chipsets. Bei den Größenverhältnissen gebe ich dir im Übrigen natürlich recht, wobei ich dieses Problem nicht unbedingt bei Betten sehe, (ist ja nur ein Beispiel, ich weiß ) sondern vielmehr bei den Außen-Chipsets.
    Auffällig ist dies dann bei zu kleinen oder zu großen Türen, Fenstern und vor allem bei Bäumen.

    Aber etwas anderes, also quasi der dritte Bereich, den ich fast noch wichtiger als Chipsets finde, weil noch weniger darauf achten:
    Charsets und Facesets.
    Es fällt mir immer wieder auf, das besonders die Charsets überhaupt nicht zueinander passen. Hier gibt es noch weniger Ausnahmen für eine gelungene Einheit.
    Da laufen zum Beispiel Chrono Trigger Charaktere neben SD3 und Chara-Generator Leuten herum, was meiner Meinung nach gar nicht passen will (wobei ich die Charaktere, die der Chara-Generator ausspuckt eh hässlich finde).
    Egal wie toll die Chipsets harmonieren, wenn es die Charsets nicht auch tun, mindert das den Einheitlichen Stil erheblich, denn er ist dann eigentlich nicht vorhanden.
    Bei den Facesets verhält es sich ähnlich, wobei dies natürlich ein Bereich ist, der sich schwierig oder gar nicht ändern lässt.
    Aber da würde ich lieber auf ein paar Facesets verzichten, anstatt eine bunte Stilmischung vorzunehmen.

    Noch zur Musik:
    Hier finde ich es nicht so schlimm, wenn Musik aus verschiedenen Spielen genommen wird, gerade bei Midis macht das nicht viel, da diese ja alle mit den gleichklingenden Instrumenten gespielt werden.
    Bei MP3s ist das etwas anders, man sollte schon darauf achten, Spiele-Musik und Kommerzielle Titel nicht zu vermischen (und vielleicht nicht gerade eine Symphonie von Haydn einzubauen, wenn eben noch pure Synthesizer Rhythmen erklangen).
    Ansonsten finde ich die Mischung von MP3 und Midi auch nicht vorteilhaft.


    Bei mir ist es zumindest so, dass ein einheitlicher Stil den Spielspaß, den Spielfluss und überhaupt die Motivation ein Spiel zu spielen erheblich steigert.

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