Zitat Zitat von .matze Beitrag anzeigen
Knallen Türen denn nicht zu? Das war zumindest mein Gedanke dabei, aber Rumsen ist wohl besser.
Ja, aber zumindest in meiner Vorstellung von Hydraulik ist es einer U-Bahn-Tür einfach nicht möglich, zu zu knallen .

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Nunja, weil U-Bahnen halt rumpeln, abundzu. Das soll also nicht das gleiche wie am Anfang sein, sondern ein zweites, vll sollte man noch ein wieder dazwischen schieben.
Ich denke, ein 'wieder' würde die Sache tatsächlich entschärfen. Ich weiß, das klingt irgendwie nach Krümelkackerei, aber wenn du zwei verschiedene Vorgänge mit den gleichen Worten beschreibst, löst das automatisch Assoziationen hervor - vorallem das "beginnen" ist hier irreführend, weil das immer den Eindruck von Erstmaligkeit erzeugt .

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Hmm, hier bin ich nicht ganz sicher ob ich das richtig verstehe, aber du willst den Satz so:
"die Lautsprecherdurchsage wurde mit einem teuflischen Gelächter beendet"
oder am besten noch mit einem ganz anderen Adjektiv, oder?
Das ist im Endeffekt deine Sache. Es ging nur darum, dass du die Tätigkeit "lachen" nicht ohne Weiteres als teuflisch bezeichnen kannst. Um das zu verdeutlichen vielleicht ein Beispiel:

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Gut, diese nuns etc werd ich streichen. Aber das mit dem selbstverständlich versteh ich nicht, warum soll da ein "für" hin? Das klingt irgendwie falsch und passt auch nicht.
Du hattest das 'für' aber selber eingesetzt, nämlich "etwas für ernst nehmen" ;P. Wenn dir das so nicht gefällt (ich kann dir nicht mal sagen, ob das grammatisch tatsächlich richtig ist, ich hab's eben von "etw. für voll nehmen" abgeleitet), dann musst du die Anreihung ändern: "keiner im Abteil nahm diese Durchsage ernst, oder als selbstverständlich hin/oder betrachtete sie gar als selbstverständlich"
Im Nachhinein übrigens, solltest du das vollständig voneinander trennen: "keiner im Abteil nahm diese Durchsage ernst, allerdings konnte sie auch keiner als selbstverständlich hinnehmen."

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Naja, die Vermutung soll auch nicht wirklich ernst sein, sondern nur sagen, das der Erzähler absolut nicht weis, warum die Leute denn mit dem Lachen anfangen, da es ja eigentlich keinen Grund gibt.
Nunja, das ist wie gesagt mein persönliches Empfinden - die Erklärung ist eben so dahergebetet... Dann mach daraus doch wenigstens einen Vergleich: "Fast als flüstere ihnen ein Dämon Witze ins Ohr"
Mit dem Wort 'Dämon' verbinde ich immer diese billig produzierten Ostmärchen, was der Sache irgendwie den makaberen Gehalt vollends nimmt.

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Das ist dann wohl der gescheiterte Versuch, die Umgebung zu beschreiben, bzw auf andere Fahrgäste einzugehen und das Ganze in die Länge zu ziehen.
Dann beschreib doch wenigstens ihre Panik näher, anstatt quasi über sie herzuziehen. Unheimlich passend wäre hier auch, dass sich sein Erzähler auch zum Lachen gedrungen sieht und in das Verhalten der Leute irgendwas total absurd Witziges reindeutet, vielleicht den Leser damit auch verstört. Denn vergiss nicht: Er sitzt genauso wie alle anderen in dieser Bahn und ist genauso wie die anderen so ein Miesepeter, dem man dort sonst kein Lachen abgewinnt - im Moment steht er vollkommen abseits von den Geschehnissen und rasselt halt alles so ernüchtert, fast übersouverän runter.

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Hmm, ja vielleicht sollte ich probieren die Panik besser rüberzubringen. Ja, an der Beschreibung werd ich versuchen zu arbeiten und eigentlich ist auch alles in Ordnung, bis auf die erste Person die gestorben ist. Ähm, was ist denn ein Melting-Pot?^^
Deine Aufgabe als Autor ist es, die Situation nicht nur zu schildern, sondern auch zu manipulieren - du weißt genau, was passieren wird, ganz im Gegensatz zu deinem Leser. Diesen Vorteil kannst du wunderbar ausnutzen, um ihn auf das Geschehen vorzubereiten, oder ihn vielleicht sogar damit zu erschrecken. Und selbst, wenn vorher noch alles in Ordnung ist: Danach ist es das nicht mehr, denn immerhin ist ein Mensch gestorben. Du brauchst nur mal durch die Öffentlich-Rechtlichen zu zappen um zu sehen, wie unrealistisch man die Reaktionen von Menschen auf einen Toten darstellen kann. Allerdings wissen selbst die Autoren dort, dass ein Toter wirklich alles durcheinander haut - dein Stil aber bleibt ganz gemächlich und unverbraucht... ist ja nur ein Fremder, der die nächste halbe Stunde mit einem auf engstem Raum rumliegt .

Der Schmelztiegel (melting pot - Achtung, nich das sozialwissenschaftliche Ding): "Figuren im „Schmelztiegel“ werden durch äußere Umstände daran gehindert, sich voneinander zu entfernen: der ideale Nährboden für Konflikte."
Die Leute in der U-Bahn sitzen praktisch aufeinander. Ihnen allen wird gesagt, dass sie sterben werden, wenn sie lachen. Ein Toter. Panik. Vier Tote. Immernoch Panik. (wenn du nicht soviel Panik willst, musst du auch das schildern - es ist einfach nur unrealistisch, wenn die Leute sich nach ein paar Minuten wieder beruhigen) Panische Menschen handeln irrational und suchen gleichzeitig nach Auswegen. Durch die Beengung schaukelt sich das zur Massenhysterie. Wut entsteht - da bringt einer Leute um, ohne tieferen Sinn und Verstand.

Mir ist klar, dass es dir darum nicht vordergründig geht, allerdings musst du das deinem Leser erklären, wenn du die Realität manipulierst, denn ein Szenario stellt ja keineswegs Ansprüche auf Wirklichskeitsnähe, sondern will problematisieren. Die Massenhysterie und Wut beispielsweise könnte sich doch genau in dem Lachen äußern; du als Autor hast den alleinigen Überblick - mach auch gebrauch davon, denn der Leser wird sich nur dann fragen, warum die Leute eigentlich lachen, wenn du ihm das Gefühl vermittelst, dass du zumindest es genau weißt und Hinweise zur Lösung setzt.

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Hmm, wohl eine Mischung aus den ersten Zwei, bin mir darüber aber selbst nicht im klaren. 0.o
Genau das solltest du dir aber sein, denn wie sonst kannst du deinem Leser etwas Ausgereiftes präsentieren, über das er auch nachdenken und zu einem Schluss kommen kann?

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Nun, der Erzähler findet es halt lustig, dass die Leute es schaffen den ganzen Tag nicht zu lachen, und wenn drauf ankommt nicht zu lachen, dass sie dann lachen müssen. Er lacht also gewissermaßen über die Dummheit der anderen (wodurch er ja selbst den gleichen Fehler begeht) und über die gewisse Ironie hinter der Situation, die zumindest er meint zu erkennen.
Aber letztendlich gefiel mir das Ende einfach zu gut um es aus irgendwelchen Gründen zu streichen.^^
Trotzdem geht es um Menschenleben. Es wäre etwas anderes, wenn der Erzähler es lustig fände, wenn die Leute einer nach dem anderen auf halber Strecke abgesetzt werden, weil die Bahngesellschaft meint, dass Lachen in der U-Bahn das Unfallrisiko steigert. Niemand wird es dir übelnehmen, wenn du einen Protagonisten kreierst, der die Leute halt ein bisschen abfällig betrachtet und beispielsweise die genervte Mutter mit dem quängelnden Kind einmal sarkastisch gelacht hat und jetzt die 2km zu Fuß nach Hause muss. Aber der Tod - oder auch Schmerz, tiefgreifendere Verachtung - ist eine Grenze, die du nur überschreiten solltest, wenn du das Thema ausreichend beleuchten und problematisieren kannst.

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Ich werde mal versuchen den Text (am besten bis heute Abend, hab aber zu tun) auszubessern.
Ich persönlich bin kein Fan von nachträglicher Textüberarbeitung, weil du dich dann irgendwann drauf versteifst, es jemandem (in dem Fall mir) recht zu machen. Ich würde den Text einfach so stehen lassen und stattdessen die Hinweise nochmal durchdenken und daraus genau nur das mitnehmen, was dir für's weitere Schreiben etwas nützt. Ich erdreiste mich sogar zu sagen, dass der Text seine Idee einfach verfehlt und das auch mit Ausbessern schwerlich zu ändern ist und damit wäre weiteres daran Rumwerkeln Leichenfledderei.
Im Endeffekt ist das aber natürlich ganz allein deine Sache und ich will dir deine Arbeit keineswegs schlechtreden. Ich persönlich sehe den Text aber eher als Übung, um aus den Fehlern zu lernen, als als etwas im Nachhinein wirklich noch Verwertbares. Hm, das klingt schon wieder so gemein herabwürdigend =(.