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Thema: Tingulin - eine Art Fortsetzung

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Schulterzuckend folgte Marxzes’ Blick Sinda, die sich, mit Blick gen Himmel, auf machte, um Holz zu suchen. In der nahe gelegenen Baumgruppe würde sie einige kleine Äste finden. Die würden genügen, um ein Feuer zu entfachen…
    Plötzlich hielt er in der Bewegung inne, die er ausführen wollte, um die beleibte Frau unter den Armen zu packen und wenigstens ins Haus zu ziehen, damit sie nicht weiterhin seine Tür blockierte. Wozu in aller Welt sollte Sinda Holz suchen, wo sich doch in seinem Haus bereits ein prasselndes Feuer befand, das fröhlich den Raum mit tanzendem Licht und ebenso tanzenden Schatten belebte? Erneut musterte er die Zigeunerin, die arglos ihre Pferde tätschelte und mit einem Klaps auf die breiten Flanken auf die Wiese trieb, auf der sich irgendwo noch die anderen zwei Tiere befinden mussten, die ihre Flucht ermöglicht hatten. Irgendwie kam ihm die Frau nicht ganz geheuer vor; auch wenn sie seine Hütte bisher nicht betreten haben mochte, so sah man schon aus der Ferne – zumal bei dunkler Nacht! – dass in seiner Hütte ein Licht brannte, das zu hell für Kerzen war. Weiterhin verriet der Rauch, der aus dem selbst gemauerten Schornstein wie eine schwarze Schlange in den Himmel kroch, dass dort ein Feuer brannte; auch wenn es dunkel war, so konnte man durch das Mondlicht die Schwaden aus dem Schornstein sehr gut erkennen.
    Er hatte nun zwei Alternativen: sich eines Teils des Feuers bemächtigen, es zu bändigen und die Frau mit einer Feuerkugel im Anschlag dazu zu überreden, die Wahrheit zu sagen; oder dieses Spiel vorerst mit zu spielen und erhöhte Vorsicht walten zu lassen.
    Wie zu seiner eigenen Bestätigung, welche der beiden Alternativen er gewählt hatte, ließ er das Schwert mit einer unscheinbaren Bewegung neben der Tür verschwinden. Er würde es, wenn er wieder ins Haus trat, bei aller Geschäftigkeit unauffällig in seiner Nähe platzieren, ohne dass es jemanden auffiel.

    „Solltet ihr etwas benötigen, zögert nicht, das Wort an mich zu richten.“, sagte er und setzte das fort, was er begonnen hatte: die dicke Unbekannte ins Haus zu zerren.

    Geändert von Simon (05.11.2008 um 19:08 Uhr)

  2. #2
    Sinda erreichte eine kleine gruppe von Bäumen. Sie wendete sich noch einmal zur Hütte um und bemerkte ihren kleinen Fehler. Natürlich war es etwas seltsam, dass die Zigeunerin sie nach feuerholz geschickt hatte, wenn in der Hütte schon ein Feuer brannte. Doch sie war so zufrieden damit gewesen, dass sie endlich wieder etwas Ruhe finden konnte, dass sie nicht darauf geachtet hatte. Marxzes durfte die Dame jetzt alleine irgendwie weiter schleppen. Sie beneidete ihn nicht darum. Würde aber auch nicht umkehren, um ihm zu helfen. Er würde schon zurecht kommen.

    Langsam zogen Nebenschwaden auf, bis man nur noch die Spietzen der Bäume ausmachen konnte. Sinda setzte sich ins nasse Gras und starrte auf das unscharfe Licht, das ihr noch verriet in welcher Richtung die Hütte lag. Schade, der Mond war gerade so schön gewesen. Doch diese feuchte Luft war auch nicht zu verachten, für jemanden, der damit etwas anzufangen wusste. Nach etwa einer halben oder ganzen Stunde machte sie sich leisen Schrittes wieder auf den Weg, um zu sehen, was die anderen während ihrer Abwesenheit getan hatten.

    Geändert von kate@net (05.11.2008 um 19:35 Uhr)

  3. #3
    Niemand hatte ihr etwas von einem Flussmädchen erzählt, aber spielte es überhaupt eine Rolle ? Sie hatte ihre Aufgabe, mehr nicht und diese bestand darin die Schachfiguren zu positionieren.

    Töpfe und Eisen begannen zu scheppern, als Alania ihre Kochstelle auf zubauen begann und im Schein der flackernden Lampen an ihrer Kutsche darauf wartete das das Mädchen mit dem Holz zurück kommen würde, dabei schweifte ihr Blick immer wieder zur Hütte.
    Er hatte sie reingebeten und sie hatte nicht mehr als ein Schmunzeln als Antwort zu geben, eine Rabensängerin würde in kein Haus übernachten ... es war nicht die Art des fahrenden Volks und sie würde sicher nicht damit beginnen alte Traditionen zu brechen, außerdem schränkte es den Plan ein und dieser forderte das nicht Sie rein ging, sondern die andern rauskamen.
    Das die Dicke ohnmächtig würde, war jedoch etwas was keineswegs einkalkuliert war und es somit noch wichtiger machte das das Mädchen bald mit dem Feuerholz zurück käme.

    Ungeduldig verschränkte sie die Arme und begann mit dem Fuss zu wippen, wohlwissend das sie beobachtet wurde.

  4. #4
    Während Marxes versuchte Liudvika in das Haus zu zerren, versuchte und versuchte und keinen richtigen Griff bekam um zu beginnen, vefiel die Dame in einen tiefe Schlaf.
    Sie begann zu Schnarchen, erst nur ein kleines bisschen. Doch dann so laut das einem die Ohren weh taten.

  5. #5
    Ein ohrenbetäubend lautes Geräusch ließ Marxzes urplötzlich zusammenfahren und sich wie toll die Hände auf seine Ohre pressen; ein Geräusch, das so laut wie Donner zu sein schien, kam direkt von der beleibten Frau vor ihm am Boden. Bei allem nicht namentlich genanntem Übel, wie konnte ein einziger Mensch – dazu noch eine Frau! – einen solchen Höllenlärm veranstalten? Er war sich sicher: würde sie nicht bald damit aufhören, würden sie bald am Horizont Fackeln sehen, die in ihre Richtung drängten. Die Menschen der Stadt, aus der sie mit Ach und Krach geflohen waren, mussten diesen infernalischen Krach mitbekommen.
    Einen grausamen, kurzen Augenblick lang, spielte Marxzes mit dem Gedanken, die dicke Frau mit dem zwickenden Kuss einer kleinen Flamme zu wecken, entschied sich jedoch dagegen, da er sein Talent nicht vor der Zigeunerin bloßstellen wollte. Daher rannte er fluchtartig um sein Haus herum zu einem Fass, das an dessen Kehrseite stand; neben diesem befand sich ein hölzerner Eimer. Mit einer schnellen Bewegung öffnete er das Fass und tauchte den Eimer in selbiges ein; kaltes Wasser, das sich in jenem Fass befand, floss in Strömen in den Eimer, bis Marxzes diesen wieder heraus hob. Halb voll dürfte genügen., dachte er sich und ging schnellen Schrittes zurück zur Frau, die weiterhin lautstark schnarchte. Ohne darauf zu achten, ob die Zigeunerin – ihren Namen kannte er ebenfalls noch nicht! – irgendwelche Einwände erheben würde, schüttete er den Inhalt des Eimers mitten ins Gesicht der dicken Frau…

  6. #6
    Der Nebel wurde noch etwas dichter. Die paar Äste, die Sinda als Feuerholz hätte nehmen können, waren feucht geworden. Sie hatte beschloßen wenigstens ein bisschen was mitzunehmen, um die Zigeunerin nicht zu enttäuschen. Falls diese sie gar nicht hatte weglocken wollen, hätte sie ihr Unrecht getan. Sie wusste selbst wie schnell man Misstrauisch werden konnte, wenn man auf etwas oder jemanden traf, das man nicht kannte. Sie seufzte. Die anderen würden sicher schon sehnsüchtig auf sie warten. Doch als sie Ludovikas Schnarchen vernommen hatte, verspürte sie noch weniger Drang sich wieder zu der Hütte zu begeben. Ungesehen von den anderen konnte sie hier noch etwas mit den Nebelschleiern spielen. Die sich in ihrer Nähe fast zu Gebilden zu verdichten schienen.

    (So lange mir keier den Nebel erwähnt komme ich auch nicht zurück...)

  7. #7
    „Verdammter Nebel!“
    Geff V. Heimkroch, von Freunden Geff und von seiner Mutter Geffi genannt, lag auf dem Hof seines zum größten Teil selbstgebauten Hauses. Üblicherweise lag er um diese Uhrzeit eigentlich im Bett und schlief, träumte von neuen Erfindungen, die er gleich am nächsten morgen noch vor Sonnenaufgang in die Realität umsetzten wollte.
    Doch dieser Abend hatte ihm keine Ruhe gelassen. Seit eine brennende Kutsche ein paar Straßen weiter explodierend durch die Stadt gefahren war, hatte seine Mutter permanent auf ihn eingeredet. Die Stadt sei früher nie so gefährlich gewesen, erst seit er „dieses schwarze Pulver und all den unsinnigen Tand“ verkaufte, gehe es hier zu wie auf dem Jahrmarkt. Es hatte nichts genutzt, ihr zu erklären, dass er zumindest mit dieser brennden und explodierend um die Häuser ziehenden Kutsche rein gar nichts zu tun gehabt hatte, und das plötzliche Auftauchen von allerlei Leuten in seinem Geschäft, die mehr oder weniger gut funktionierende Feuerschirme™ kaufen wollten, um sich für zukünftige derartige Ereignisse zu wappnen, hatte nicht dazu beigetragen, dass es ihm besser ging. Als er Stunden nach seinem eigentlichen Ladenschluss endlich die letzten Kunden erfolgreich vertrieben hatte - ihnen zuliebe hatte er noch einen Feuerschirm demonstrieren müssen und bei dem für eine Demonstration natürlich obligatorischen Feuer die Hälfte seiner Gerätschaften in Brand gesetzt - fing auch noch sein Vater an, auf ihn einzureden, er solle doch beizeiten einen „vernünftigen und anständigen“ Beruf erlernen, und nicht immer solch „krause Ideen“ verfolgen. Um den gut gemeinten Ratschlägen seiner Eltern endlich zu entkommen, hatte er sich mit dem Vorwand, mehr - und vor allem funktionierende - Feuerschirme bauen zu müssen, gemütlich auf den Hof zurückziehen wollen. Natürlich musste er in das Fass mit feuerfestem Schwarzpulver™ treten, mit dem anderen Bein über den letzten Eimer Purpurgrün™ stolpern, und in einem Bottich mit fliegenden Federn™ landen, die sofort erwachten und in alle Richtungen davonflogen. Sollten die Federn nicht von selbst zurückkommen, war seine Idee eines selbstfliegenden Anzugs damit also leider begraben, schließlich verspürte er nicht die geringste Lust, noch einmal tagelang halbtot im Bett zu liegen, nur weil er sich bei dem Verzaubern der Federn viel zu sehr verausgabt hatte.
    Ganz ruhig zählte er bis zehn. Dann bis zwanzig, bis dreißig... Mit einem mal machte ihm das Zählen unglaublich viel Spaß, und so dauerte es nicht lange, bis er von feuerfestem Schwarzpulver getränkt in einer Wolke aus nun purpurgrün phosphoreszierenden fliegenden Federn einschlief.

    Geändert von Moyaccercchi (06.11.2008 um 22:29 Uhr)

  8. #8


    Und plötzlich ergoss sich der Himmel in kaltem Regen auf sie und ihre Zuhörer.
    Roh aus ihren Träumen gerissen fand sich Liudvika mit einem spitzen Schrei vor einer Hütte wieder. Es dauerte einige Sekunden bis sie erkannte wo sie war und was passiert war. Die Kutsche, die Pferde, die Hütte, der Wahnsinnige...
    DER WAHNSINNIGE!!
    Schemenhaft nahm sie den Wagen und die Person daneben wahr, die Pferde versperrten ihr den ganzen Blick, und erinnerte sich das dieser Wahnsinnige hinter ihr her war.
    "Aaaaah~", mit einem erneuten spitzen Schrei versuchte sie etwas rückwärts zu kriechen, schaffte es allerdings nicht Fuß zu fassen auf dem Boden.
    "Verschwinde, verschwinde, verschwinde, verschwinde!", wiederholte sie abermals und abermals und fuchtelte wild mit Armen und Füßen.
    Sie drohte schon wieder in Panik zu verfallen.

  9. #9
    „Wir scheinen wohl endlich wieder wach zu sein.“, konnte sich Marxzes nicht verkneifen zu sagen und drängte sich an der hysterisch herumfuchtelnden Frau vorbei, um den Eimer wieder an seinen Platz auf dem Fass zu bringen. Seine Geduld war innerhalb der letzten Stunden wahrlich auf eine harte Probe gestellt worden und war mittlerweile zu einem kümmerlichen Rest zusammengeschrumpft. Während er zur Rückseite seines Hauses ging, fiel es ihm erst auf: dichter Nebel, der beinahe zum greifen dick zu sein schien, war aufgezogen und umhüllte mehr oder weniger alles, was sich in seinem geschrumpften Blickfeld befand.
    „Ungewöhnlich“, murmelte er und versuchte, durch den grauen Dunst zu spähen. Auch wenn er nahe bei seinem Haus stand, so konnte er das Licht, das durch die Fenster schimmerte, nur als grobe Lichtkegel erkennen, die relativ schnell verblassten, je weiter man den Blick vom Haus weg wandte.
    Plötzlich befiel ihn ein unangenehmes Gefühl und ohne großes Nachdenken setzte er sich in Bewegung; Sinda würde den Weg durch diesen Nebel nie zurück finden.

    Geändert von Simon (07.11.2008 um 09:38 Uhr)

  10. #10
    Pläne , Lysep hasste Pläne , da sie nie wirklich funktionierten.
    Das geordnete Chaos regierte die Welt, ein Chaos das man lenken und doch nicht ganz für sich steuern konnte.
    Diese Nacht bewies es nur zu gut, ja sie hatten sich genähert...so wie sie es sich dachten, Alania konnte ihr Lager aufbauen doch dann ...

    ...zog Nebel auf, schleichend strich er erst um ihre Knöchel und nahm zu , kroch ihre Waden hinauf und umstreifte schliesslich in dichten Schwaden ihr Kleid , belegten es mit feuchten Tau.
    "....Flussweib," knurrte sie mit verengten Augen und spähte fröstelnd durch die dichte Waschküche," ...den Suppenabend unter Sternen können wir vergessen."
    Sie legte ihre Arme reibend um sich und zupfte ihr weiteres Tuch, das ihr um den Schultern lag wärmend enger an ihr Leib.
    War dort eben dieser Kerl um das Haus gerannt, sie runzelte die Stirn als sie ihn mit einem Eimer Wasser zurückkommen sah um die Dicke zu wecken. Sie war ungehalten über das sich veränderte Wetter, so plötzlich wie es kam und doch konnte sie sich ein Schmunzeln nicht verkneifen als Luidvika wie vom Affen gebissen aufschreckte.

    " Ich würde euch ja gern eine wärmende Suppe anbieten, Gute Frau ...doch deucht mir, das Mädchen hat etwas dagegen, da sie statt Feuerholz nur diesen unseglichen Nebel entsandte," wärmend rieb sie sich die Oberarme und ging auf die beiden zu.

  11. #11
    Sinda näherte sich der kleinen Hütte. Sie wusste, dass sie sich in die richtige Richtung bewegte. Zwar hatte sie diesen nebel nicht wirklich verursacht, höchstens ein bisschen unterstützt, selbst Flussmenschen konnten das Wetter nicht so beherrschen, auch wenn man es ihnen nachsagte.
    Wenn sie sich nicht sicher war, ob sie den richtigen Weg gewählt hatte, ließ sie den nebel vor ihrem gesichtsfeld ein bisschen dünner werden. Sie gewahrte, dass der Schein der Hütte genau vor ihr war und vermied es noch weiter Magie zu verwenden. Sie hatte sich der Hütte von hinten genähert. Sinda blieb verblüfft stehen, als sie eine Gestalt dort stehen sah. Hatte man auf sie gewartet? Auch der andere musste sie nun wenigstens als Schemen wahrnehmen können. Sie ging noch ein paar Schritte auf die gestalt zu. Sie hatte gar nicht bemerkt, dass sie ihre Kapuze nicht wieder aufgesetzt hatte. Zu sehr genoß sie die feuchte Luft und die Natur um sie rum.

  12. #12
    Der Nebel ist doch wahrlich eine Behinderung für jedermann, besonders für Kleinwüchsige. Der glühende Feuerball ist soeben über das Firmament geklettert. Doch war es nur dumpfes Licht das auf jeden niederfallen konnte. So war das kleine Fenster eher am heutigen Morgen für Temotshin nutzlos geworden. Gerade wollte er sich aus dem Bett rollen und in den Morgenmantel schlüpfen, doch war es einfach viel zu finster, als dass die Glubschaugen etwas wirklich erkennen könnten. Auch mit größter Anstrengung und Vorsicht die zu solch einer Uhrzeit aufzufinden war, konnte er es nicht vermeiden gegen das Gerümpel, dessen er sich sträubte wegzuräumen, zu treten. Zu nächst war es nur ein leichter stechender Schmerz, alsbald es vom großen Zeh zur Ferse hinüber über den Bauch bis hin zum Hirne hinaufstieg. Die Folge war klar, dass er einen Schrei wie aus vergangen Jahrhunderten ausstieß, der seinen ungnädigen Nachbarn weckte und der sogleich mit Gebrüll antwortete, was das nur für ein Nichtsnutz sei. Als noch ein paar angenehme Worte zu seinem Ohr gelangten wart es erneut Stille. Der Morgen ließ sich nicht davon vertreiben. Die Stadt vernichtete um solche eine Uhrzeit jegliches Geräusch. Vöglein wachten mit der Stadt auf, die jedoch noch tief in den Federn lag, so war auch das zwitschern des frühen Vogels ausgeschlossen. Temotshin setzte sich nun auf das Bett und ließ die Beinchen baumeln. Der Tag war so frisch, was sollte man nur damit anfangen? Als Temotshin seine Gedanken aufs Genaueste abwog stand er auf und besah sich sein kleines Kämmerchen. Die Fackel von der gestrigen Nacht war noch nicht erloschen und so beschloss er als Präsent für seine Augen sie neu zu entflammen. So nahm er ein kleines Kännchen und mit der anderen Hand streifte er sich das Nachtkleid ab und ergriff den Morgenmantel. Er schraubte gewissenhaft den Verschluss ab und bedeckte sich erneut. Gähnend stapfte er zur Fackel die an der anderen Seite des Kämmerchens in einer Feuerschale lag, sie glomm noch. Elegant konnte er zur frühen Stund einfach nicht sein, daher geriet er ins stolpern. Seine Pergamentrolle lag im weg. Er trat versehentlich darauf und nun fungierte sie als Rolle. So ging es gut 3 Schritte nach vorne, bis der Weg sein Ende an der Zwille fand, die vom Bett ausgesehenen nur ein Katzensprung entfernt war. Von der Müdigkeit noch ganz trunken, flog er nach vorne und er merkte nicht, wie sich die Kanne entleert hatte und nun war eine Straße die das gesamte Gemach füllte, es war nicht viel von Nöten bei der Größe oder eher Kleine des Zimmers. Nun bleibt ein Körper ja nicht einfach so mit Schwung liegen, nein er schlitterte weiter bis sein Schädel gegen das Tischchen stieß, auf welchem die Feuerschale ihren Platz gefunden hatte. Zu seinem Pech war es ein morscher Holzstab auf den er traf und so berstete er. Ein Tisch der einst 4 und nun 3 Beine hat, kann einfach nicht weiter bestehen und so fiel er auf ihn hernieder. Die glimmende Fackel rollte geradewegs auf die Lache von Ölen zu. Es war nur ein Augenschlag vergangen als sich dann eine Feuerspur quer durch die Stube. Nun konnte er sich natürlich keine aus Steinen gepflasterte Behausung leisten und so fing Holz, Heu und Mist an lichterloh zu brennen. Geistesgegenwertig (von einem auf den nächsten Moment fing er seine geistige Anwesenheit) sprang Temotshin auf, grabschte noch vorher nach der Zwille, damit ihr ja nichts passieren würde und stemmte anschließend sein Körper gegen die morbide Wand, die nicht lange ihm standhalten konnte. Nun war der Weg zum Leben ihm dargeboten und er musste fliehen aus seiner Zuflucht. Die Flammen hatten derweil bereits den Stützpfeiler begonnen zu zerfressen. Zu seinem Glück im Unglück sollte jedoch noch erwähnt werden, dass sein Haus ein paar Schritte abstand hatte zum nächstgelegenen, da niemand bei ihm wohnen wollt, hatte. Nun stand der geplagte Temotshin vor seiner Behausung die gerade zu Grunde ging und einen Atemzug später in sich selbst zusammenstürzte. Jetzt war nur noch ein Problem zu bewältigen, in der Eile hat er nicht bemerkt, dass sein Morgenmantel Feuer fing. So blieb ihm nur noch die Wahl diesen Lumpen von sich zu reißen und in die verzehrenden Flammen zu werfen. So stand er nun vor der qualmenden Ruine, nichts mehr besitzend außer die Unterwäsche am Leibe und die Zwille in der linken Hand. Betrübt sah sich Temotshin um, in welche Richtung er nun fliehen sollte, damit ihn die Stadt nicht so sehen würde, zu viel Schmach war ihm dazu im Sinne. Schnell war eine dunkle Gasse gefunden, doch der Morgen war etwas windig und recht frisch, so begann er schnell zu zittern, ohne zu wissen wo er nun hin sollte. Alle Wege zum Abgrund boten sich ihm schließlich dar.

    Geändert von Temotshin (09.11.2008 um 20:20 Uhr)

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