Das Mädchen hielt mitten in der Bewegung inne, als eine heruntergekommene Gestalt die Stimme erhob und in ein unerträgliches Gezeter ausbrach. „ Versifftes Volk, ihr steht unter dem Fluch der Mager!“ Dieser Typ musste verrückt sein. Anders konnte sie es sich nicht erklären, dass diese ungewaschene Figur es sich herausnahm mit wirrem Blick auf die Menge zu blicken und eine derartige Hetzrede mit schriller Stimme herauszukrächzen, die so voller unheilvoller Lügen war, dass die junge Frau kaum an sich halten konnte. Wütend strich sie sich die Strähnen aus dem Gesicht, um einen besseren Blick auf das Geschehen werfen zu können und verlor dabei ihre Kapuze. Eine Frau neben ihr warf ihr einen angewiderten Blick zu. Ansonsten beachtete man sie weniger, denn das Gezeter hatte immer noch nicht aufgehört. Nein der andere schien nur kurz Luft geholt zu haben, um weitere Beleidigungen von sich geben zu können. „Seht mich nur an, was sie mit mir gemacht hatten. Es ist Zeit, holt die Forken, wir können sie hier nicht dulden, überall unter uns wandeln sie. Fressen uns den einzigen Krümel vom Teller. Sie werden unsere Kinder missbrauchen und sich eurer Weiber bemächtigen, um ihre Rituale zu führen. Sie rotten sich hinter unserem Rücken zusammen, wir müssen jetzt handeln, bevor sie es zu erst tun. Lasst uns losschlagen!“ Wollte diese Witzfigur den Mop so auf seine Seite ziehen, ode erhaschte die magere Gestalt, die eine versiffte Decke um die hageren Schultern geschlungen hatte, Mitleid zu erregen und so etwas Brot oder sogar eine warme Mahlzeit zu erbetteln. Nein Da steckte mehr dahinter. In dieser Stadt ging etwas vor sich. Die Gedanken der Menschen schienen mit einem schlecihenden Gift infiziert zu sein. Wahnsinn schien nicht ungewöhnlich zu sein in diesen Tagen. Überall in der Stadt waren Wachen, man behandelte sie wie eine Aussätzige oder schlimmeres und jetzt konnte igrendso ein Bettler auch noch ungestraft solche Reden halten. Viele wichen angeekelt vor dem Mann zurück. Er sonderte ja auch einen widerwertigen Geruch ab. Doch da war noch mehr in den Augen mancher Umstehender als Ekel, Abscheu und eine Spur von Mitleid. Stimmte ihm nicht der ein oder anderen mit einem Nicken zu? Wie konnte man auch nur ein Wort gleuben,d ass dieser Narr von sich gab? Entsetzt lauschte sie dem Gemurmel der Menge. Mehr Augen fanden nun auch die Gestalt des Flussmädchens. Sogar die Wache am Rand des Marktplatzes hatte ihren Blick gehoben und beobachtete, was da vor sich ging.

Das Flussmädchen konnte nichts machen gegen diese Anschuldigungen. In dieser Menschenmenge konnte sie ihre Magie nicht unbemerkt einsetzen. Wie gerne würde sie diesem kleinen hässlichen Mann eine nötige Dusche verpassen mit dem Wasser des nahen Brunnens... Doch damit würde sie nur weitere Unnötige Aufmerksamkeit auf sich lenken und unter diesen Umständen konnte sie sich nichts gefährlicheres vorstellen, als ihre Identität Preis zu geben. Wer konnte schon einschätzen, wie die Menge reagieren würde, sobald nur einer auf eine einzelne GEstalt aufmerksam machen würde. Wenn nur eienr mit dem Finger auf sie deuten würde. Noch immer hatte sie nicht bemerkt, dass sie ihre Kapuze verloren hatte. Sie hatte ihre Gefühle nicht mehr unter Kontrolle. Ihre Hände ballten sich zu Fäusten und ihre funkelnden klaren Augen starrten den Zwerg hasserfüllt an. Wenn ihr Blick töten hätte können, wäre der andere schon an seinen Worten erstickt. War diese Stadtwache eigentlich für gar nichts gut! Kontnte man solche Leute nicht einsprerren?

Plötzlich packte sie eine Art Panik. Die Luft schien noch kälter zu werden, was bestimmt nicht nur an der sinkenden Sonne und dem leichten Wind lag. Nein die Stimmung war so gespannt, dass sie sich hier aufn einmal nicht mehr wohl fühlte in ihrer eigenen Haut. Rasch wandte sie sich ab von der Gestalt auf der Obstkiste, um dem Ort zu entfliehen. Dabei rempelte sie eine fette Dame an und wurde ohne etwas dagegen tun zu können von den Füßen gerissen. Auf dem Boden kullerten die Äpfel, die sie erst vorher gestohlen hatte. Verdammt! Was konnte an diesem Tag noch schief gehen!? Sie wollte sich nur noch so schnell wie möglich aufrappeln und sich dünne machen. Flink bückte sie sich noch, um wenigstens ein paar der Äpfel zu retten. Schließlich hatte sie seit sie in der Stadt war nicht einen Bissen zu sich genommen und bestimmt würde sie erst einmal für eine Weile abtaucehn müssen.