Draußen hatte sich Ramiréz gerade wieder zur Tür gewandt, als er aus dem Augenwinkel eine Person hinter der Ecke verschwindet sieht. War das jetzt nur eine Einbildung, oder war dort wirklich jemand? Vielleicht hat er mich mit Ravir gesehen?! Nicht auszudenken. Ramiréz, reiß dich zusammen, du bist in letzter Zeit nicht mehr so aufmerksam wie du es sein solltest..., und damit dreht er sich um und stellt erleichtert fest, dass die Tür nur angelehnt war. So betritt er wieder das Haus von Hlaveras Tante.
Drinnen zieht er die Tür ins Schloss und begibt sich wieder zu dem Bild von Solstheim im Flur. Abwesend betrachtet er es, während er angestrengt nachdenkt. Ich muss, wenn ich dieses Zeug, und er klopft auf seine Tasche, verwenden will, darauf konzentrieren, dass nichts aus dem Ruder läuft. Wie weit bin ich bereit zu gehen, das ist die Frage. Jetzt ist später Nachmittag, zurzeit ist weder Hlavera, noch Diäigan oder Serena zu sehen. Ich muss auch den moralischen Aspekt sehen. Dieser Käfermoschus wirkt ja nicht auf mich, sondern auf andere. Kann ich es riskieren, alle so in die Irre zu führen? Die meisten werden es nicht merken, auch nicht wenn die Wirkung verflogen ist, im Gegenteil: In diesem Zustand kann ich mehr denn je dafür sorgen, dass man mir glaubt, und die Gesichte mit dem Assassinen ein für allemal aus der Welt schaffen. Zum anderen mach ich mir wegen Hlavera sorgen was das betrifft. Sie zweifelt noch, jedoch ist die Reaktion auf dieses Telvanni-Gebräu bei ihr nicht vorhersehbar. Vom Lächeln bis zu sehr direkten Aktionen ist alles drin. Also werde ich mich zunächst daran machen, ihre Tante umzustimmen, da weiß ich, dass es funktioniert oder nicht..., und damit löst er seine Augen von dem Bild und geht in den ersten Stock.
Hier angekommen lauscht Ramiréz auf Verdacht an der angelehnten Arbeitstür der Tante und hört, wie ein Buch umgeblättert wird. Gut, dann wollen wir mal sehen, was ich erreichen kann, und ohne weiter nachzudenken stürzt Ramiréz den Inhalt der Flasche hinunter. Es hat einen süßlichen Geschmack und verursacht ein leichtes, angenehmes Brennen in der Magengegend, aber dies lässt nach ein paar Sekunden nach. Ich merke keine Veränderung, aber dies ist ja normal, und der Nord betritt den Arbeitsraum.
Serena sitzt am Schreibtisch und blättert in einem Buch. Sie blickt auf, als der Assassine den Raum betritt. Aber Ramiréz lässt die Dunmerin erst gar nicht zu Wort kommen und beginnt zu reden. "Serena, ich muss mit euch reden. Unübersehbar habt ihr ja euren Standpunkt deutlich gemacht, dass ich mich, nunja, für einen Assassinen haltet. Diesen Umstand möchte ich nun einmal klar stellen. Ich bin mitnichten ein Auftragsmörder, würde ich sonst eure Tochter beschützen? Für euch mag es so wirken, aber dem ist nicht so und ich bitte euch, mir zu glauben.", und der Nord blickt die Dunmerin eindringlich an. Sehr unbegründete Rede, der niemand Glauben schenken würde..., geht ihm dabei durch den Kopf.

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Serena blickt den Nord eindringlich an, jedes Wort vernimmt sie klar und deutlich. Und obwohl sie das Gefühl hat, dass da etwas nicht stimmt, glaubt sie jedes Wort. Abwesend und nur Augen für den Nord habend klappt sie das Buch über Assassinen zu und legt es beiseite. Dann erhebt sie sich und geht um den Tisch herum, an welchen sie sich dann mit den Rücken lehnt. "Ich glaube euch, fragt mich nicht warum, aber eure Augen sagen mir, dass ihr die Wahrheit sprecht. Eigentlich hatte ich vor, euch der Stadtwache zu melden, aber jetzt, da ihr so ehrlich eure Unschuld bekundet habt, habe ich dafür keinerlei Anlass mehr", und die Dunmerin zeigt ein Lächeln. Etwas ist komisch, aber ich weiß nicht was. Wie er mich anschaut, ich erkenne keine Lüge..., denkt sie sich und spricht dann weiter. "Geht zu meiner Nichte und sagt ihr dasselbe. Sie zweifelt ebenso wie ich es getan habe, aber ich bin sicher, dass ihr sie überzeugen könnt. Sagt ihr dasselbe wie mir.", und damit dreht sich Serena um und räumt die Bücher zurück in das Regal, nachdem sie dem Assassinen noch ein Lächeln geschenkt hat.

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Der Nord nickt, dreht sich um und verlässt den Raum. Nachdem er die Tür geschlossen hat, lehnt er sich mit dem Rücken dagegen und lässt das eben Erlebte in seinen Gedanken passieren. Das war überwältigend, obwohl ich so eine Wirkung davon erwartet habe. Dieses Zeug ist so stark, dass es selbst ihre Abneigung gegen mich neutralisiert hat, beachtlich. Nun fehlt nur noch Hlavera, auch wenn ich mich jetzt schon schlecht genug fühle, zu solchen Mitteln greifen zu müssen. Aber es geht um mein und letztendlich auch um Hlaveras Leben, also Augen zu und durch. Nur: Wenn die Wirkung so stark auf die bestimmt nicht gerade wenig widerstandsfähige Tante war, dann muss ich mich bei Hlavera vorsehen, die Wirkung wird phänomenal sein, und der Nord bewegt sich Richtung Zimmer, wo die Dunmerin ist. Kaum ist er angekommen, überlegt er nicht groß, sondern betritt ansatzlos das Zimmer. er schließt die Tür hinter sich und bleibt einfach stehen, den Blick auf Hlavera ruhend und ihre Reaktion abwartend.