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Drachentöter
Ich find's immer ungünstig, dass Comics stets mit Superhelden gleichgesetzt werden. So kriegen Comics das Vorurteil, nur Actiongeschichten für Kinder und Jugendliche zu bieten, ja nie weg. Dass ernstzunehmende Filme wie beispielsweise Road to Perdition oder A History of Violence auch auf Comics basieren, weiß ja z.B. keiner, und bei so 'nem Film steht in der Fernsehzeitung auch immer "Gangster-Drama" oder so drunter, das Wort "Comicverfilmung" bleibt dann Filmen wie Spider-Man und Hulk vorbehalten, anstatt die ganze Sache irgendwie als "Fantasy-Action" oder ähnliches zu betiteln, um Leuten, die die Comics nicht kennen, einen ungefähren Eindruck des Films zu vermitteln. Und ich bin mir fast sicher, dass vor dem Auftauchen von X-Men die alten Sachen wie Batman Returns oder Superman in der Fernsehzeitung stets als "Fantasy-Irgendwas" betitelt wurden!
Soviel nur dazu. Aber es geht ja jetzt um die besten ... öhm ... "Superhelden/Comic-Filme". Sowas kann ich immer schlecht bewerten, weil ich dann wohl doch unter die Rubrik "Fanboy" falle. Ist mir zuletzt bei Incredible Hulk aufgefallen, wo es die große Diskussion mit Freunden gab, ob Ang Lees oder Leterriers Hulk der bessere sei. Wir sind dann irgendwie auf den gemeinsamen Nenner gekommen, Lees Hulk sei der für die Cineasten, Leterriers der für die Marvel-Fanboys. Passt auch irgendwie.
Die besten unter den Marvel-Filmen (Spider-Man 2, Iron Man, Incredible Hulk) atmen alle förmlich diese Atmosphäre, die man beim Lesen der Comics hatte: Es sind Achterbahnfahrten mit den Charakteren, die man seit seiner Kindheit kennt, es gibt Querverweise und man hat das Gefühl, dass alles im selben Universum spielt (bzw. spielt ja im Grunde sogar alles in der selben Stadt). Ich persönlich bin gigantischer Spider-Man-Fan und steh deswegen unheimlich auf Raimis Filme, besonders auf Teil 2, und auch Iron Man und Incredible Hulk schubsen jetzt die Franchises in die richtige Richtung, da könnte wirklich ein ernstzunehmendes, zusammenhängendes Universum raus werden. Gibt auch ein paar fehlgeschlagene Marvel-Filme (Ghost Rider, Blade) und ein paar, über die man sich streiten kann (Daredevil, Spider-Man 3), aber im Grunde funktioniert da schon alles so, wie's funktionieren soll.
Ansonsten zeigt sich ja auch, dass Adaptionen eher unbekannterer Werke wie Sin City, Hellboy oder V wie Vendetta (meine Meinung außen vor gelassen, jetzt mal nur nach Publikums- und Kritikermeinungen) durchaus erfolgreich sind - und mal im Ernst: Wie viele Leute (vor allem die, die jetzt immer von "Frank Millers Stil" labern) haben hierzulande was von Frank Miller selbst überhaupt gehört, bevor Sin City als Film kam?
Comicfilme werden immer fantastische bzw. unübliche Geschichten zeigen, mit etwas unkonventionellen Charakteren, aber wenn man den richtigen Regisseur dransetzt (Sam Raimi, Benicio del Toro, David Cronenberg), kann man eine Geschichte, die sonst keiner je gelesen hätte, auch für's breite Publikum interessant machen.
Blablabla, unter'm Strich, finde ich, beste Superheldenfilme sind Superman 2 und Spider-Man 2 (bei Batman muss ich noch zwischen BB und TDK entscheiden), beste "Filme, zufälligerweise basierend auf einem Comic" sind 300 und Hellboy.
Richtiger Müll sind Blade, alle Asterix-Realfilme, Batman Forever und alles, was auf Comics von Alan Moore basiert. Wir sehen, die schlechten Werke sind dabei häufiger vertreten als die guten.
Eine Sonderstellung haben Filme wie Spawn, Shadow und der Fluch des Khan, Prinz Eisenherz, Das Phantom, Tank Girl oder Die Addams Family in verrückter Tradition, weil die nie als Comicverfilmungen verkauft wurden, sondern einfach alle grundsolide (teilweise sogar mehr als das) Geschichten sind, die Spaß machen und bei denen ich teilweise sogar nostalgische Gedanken entwickle.
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