Tilesets sind wirklich schwer und machen sich sicherlich nicht einfach so auf Anhieb. Von daher finde ich es sehr schön, dass Du hier öffentlich übst. Wenn am Ende etwas entstehen soll, dass auch von vielen genutzt wird, musst Du zum einen natürlich den Geschmack der Mehrheit treffen, zum anderen sollte aber auch das rein handwerkliche sitzen.
Zum ersten sage ich mal nichts, das ist einfach eine Mischung aus Glückssache, Subjektivität und dem richtigen Maß Anbiederei. Zum Pixelhandwerk fallen mir dann aber doch etliche Dinge auf, die meiner Meinung nach noch verbessert werden sollten:
- flächiger Stil
Bei Dir wirkt vieles wie in einer Ebene. Da Du kaum mit dem Wechselspiel von Hell und Dunkel arbeitest, haben Deine Objekte wenig Fülle. Dein zweiter Baum geht schon in die richtige Richtung, sieht aber immer noch wie ein Pappaufsteller aus. Der Stamm wirkt zwar recht ordentlich gerundet, aber das Laubwerk wirkt mehr wie ein Blatt Papier als eine Kugel.
Bei den Felswänden fällt mir das auch auf. Hier känntest Du versuchen, wenigstens eine der Schrägansichten abzuschatten. Viele Karten im Makerbreich sind auf einen Lichteinfall von links ausgelegt; da böte sich also die rechte Seite Deiner Felsschrägen für eine Abdunklung an.
Die Hölzer sind hingegen sehr gelungen. Sie wirken räumlich rund. Allerdings solltest Du auch da einer Schattenseite treu bleiben, anstatt einfach nur Copy & Paste zu drücken.
- Texturübergänge
Wenn man viele Deiner Bodenkacheln aneinanderlegt, ergeben sich in ihrem Verlauf immer wieder markante Muster. Dein Steinweg wirkt streifig, das Wasser wirkt regelrecht gekachelt und auf der Steinfassade bilden sich Längs- und Querstriche. Das liegt daran, dass die Ränder Deiner Kacheln nicht widerspruchsfrei ineinander übergeben, sich also nicht synchron fortsetzen.
Guck Dir als Beispiel noch einmal Deinen Steinweg an: Die normale Steingröße ist ungefähr mausfingergroß. Aber in regelmäßigen Abständen kommen Steine mit der doppelten Breite. Das sind genau die Stellen, an denen die Grafikkacheln aneinander ansetzen. Du musst auch die Grenzsteine so gestalten, dass sie mit den anschließenden der Nachbarkacheln wieder einen Stein der herkömmlichen Größe ergeben. Probiere mal, nicht jede Kachel für sich zu erstellen, sondern sie gleich in einem Feld von Gleichartigen zu gestalten. Dann werden Dir bestimmt auch die Übergänge besser gelingen.
Das Ärgerliche an solchen Übergängen ist nämlich immer, dass sie jedem Spieler gleich zeigen, an welchen Stellen die Spielwelt zusammengefügt wurde und das ist hinderlich, um Atmosphäre aufzubauen.
- allgemeine Texturenumsetzung
Holz und Stein gelingen Dir wirklich gut. Die Materialien sind gleich als solche zu erkennen. Gras, Wasser und Sand hingegen kann ich nur als solches deuten, weil mir da die Logik sagt, dass es sich wohl um derartiges handeln muss. Sie sehen aber nicht besonders gut aus. Da Du für die drei nur eine Vorlage verwendet und sie dann lediglich umgefärbt hast, setzen sich die Mängel des Originals also gleich vervielfältigt fort. Kopieren ist da ohnehin keine gute Idee, denn Gras, Wasser und Sand sind nicht nur andersfarbig, sondern auch sehr unterschiedlich strukturiert.
Aber das ist ja auch das Schwierige an Tilesets, dass man Alleskönner sein muss. Du scheinst mir schon einen gehörigen Batzen Talent mitzubringen und wenn Du weiter übst, kann da durchaus etwas durch und durch ansehnliches (vielleicht noch weitaus mehr) daraus erwachsen. Also nimm die einzelnen Punkte einfach als Ansporn und lass Dich nicht entmutigen.






"Wolfenhain" fertig. "Endzeit": fertig. "Nachbarlicht": Demo 
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