Ich würde mich wohl auch eher als introvertiert (vielleicht könnte man die Krankheit irgendwie so benennen ) bezeichnen. Beispiel: Heute hat eine I-Net-Freundin von mir Geburtstag. Sie hat gestern Abend angefangen zu feiern und ich hatte gestern Mittag den Einfall, ich könnte ja auch hingehen. Hab mich damit ein wenig schwer getan, da sie mich nie explizit eingeladen hat oder so. Hab dann gefragt, ob ich auch kommen dürfte und sie meinte, ich würde ja spinnen, das sei viel zu teuer (20Euro hätte ich für den Zug bezahlt). Das Geld war aber meine kleinste Sorge. Ich habs dann sein gelassen, weil ich genau wusste, dass ich dort eine Nacht lang mit einem Haufen unbekannter, die sich untereinander schon kennen hätte verbringen müssen. Ich wäre also ein richtiger Aussenseiter gewesen und von früher her weiss ich, dass es dann gut hätte passieren können, dass ich dort auch wirklich alleine bin.
Aber... Eigentlich kenne ich das auch anders. Ich war an die Firmung einer Freundin eingeladen und hatte dieselben befürchtungen. Nachdem ich in Erfahrung gebracht habe, dass dort noch Leute sein würden, die ich kenne, bin ich hingegangen. Nach dem Gottesdienst sind wir wie's halt üblich ist essen gegangen und es ist so rausgekommen, dass ich mich ziemlich ungeschickt hingesetzt habe. Direkt neben mir hat sich sozusagen ein Kreis geschlossen, von dem ich einen Teil schon gekannt hätte. Also hatte ich die Wahl, ob ich mich noch in den Kreis reindrängen will, ob ich versuche mit den Fremden was anzufangen, oder ob ich einfach alleine bin. Davon war das einzig vernünftige, versuchen in die Unterhaltung mit den Unbekannten einzusteigen. Hat nicht 100% geklappt, da sich die teilweise über nicht anwesende Personen unterhalten haben, aber eigentlich hab ich nur gute Erinnerungen daran.

Jetzt wo ich mir all das überlege, glaube ich, dass ich mir fast zu viel Angst mache vor solchen Situationen und dass der schlechteste Fall (sich völlig alleine zu fühlen) für mich fast gar nicht möglich ist. Ich habe zum Beispiel auch keine Probleme damit irgendwo im Gedränge zu sein (ich leide zwar ein wenig an Platzangst, doch eher, wenn mir jemand die Bettdecke über den Kopf drückt und nicht in einer Menschnmenge). Mit Discos habe ich eigentlich wenig Erfahrungen, da ich diese meide, doch auf der Maturreise bin ich doch 2 mal mitgegangen, weil ich einfach keinen Bock hatte allein im Hotel zu sitzen. Während sich die andern auf der Tanzfläche amüsiert haben bin ich irgendwo am Rand gesessen. Das erste Mal habe ich nicht irgendwie Angst gehabt, doch bin ich in ein verdammt tiefes Loch gefallen und hab danach einigen anderen damit den Abend versaut. Am nächsten Tag hab ich einfach was zum schreiben mitgenommen, bin ans selbe Ort gesessen und hab geschrieben. Ging mir viel besser so und die paar, die gerallt haben, was ich tat und dumm geschaut haben, waren mir egal.

Ist jetzt recht viel Text und ich bin müde und hungrig, aber ich versuch das ganze doch einmal zu einer prägnanten Aussage zusammenzufassen:
Ich scheine mehr Angst vor Situationen mit anderen Menschen zu haben, als ich sie in diesen Situationen selbst habe. Ein wenig mehr Optimismus und der Wille, auch einmal etwas riskieren, würde mir sicher nicht schaden und dann wüsste ich jetzt wohl auch mehr mit meiner Zeit anzufangen (an der Party nämlich) anstatt euch vollzulabern.


So, jetzt noch zur Frage von Lysandros:

Ich finde es extrem schwer zu beantworten, ob ich offen oder verschlossen auf Leute zugehe. Spontan kommt da bei mir ein: "Offen... Ach nein, verschlossen... Oder etwa: überhaupt nicht?"
Ich versuch in dieses Chaos mal ein wenig Ordnung zu bringen.

Sicherlich gehe ich nur auf Leute zu, wenn es notwendig ist. Ich spreche niemanden an, weil ich Lust auf eine Unterhaltung hätte, oder weil ich die Person kennenlernen wollte. Brauche ich etwas von einer bestimmten Person, so brauche ich immer so meine Zeit, bis ich sie dann auch anspreche, wobei es hier auch darauf ankommt, worum es sich handelt. Wenn man einmal miteinander spricht, kann es ja sein, dass sich das Gespräch weiterentwickelt und man sich näher kennenlernt. In dem Fall werde ich, glaube ich, schnell ziemlich gesellig, erzählt halt recht Oberflächliches von mir und höre zu, was mir die andere Person Oberflächliches zu berichten hat. Jetzt weiss ich nicht, ob ich das als offen oder als geschlossen bezeichnen soll. Einerseits öffne ich mich einem Menschen ziemlich schnell, andererseits öffne ich aber nur sehr wenig und halte sehr viel noch verschlossen. Eigentlich ist es egal, wie man es nennt, ich glaube die erste Frage von Lysandros ist so auch beantwortet.

Wie ich entscheide, wer sympatisch oder unsympatisch ist, fällt mir auch verdammt schwer zu sagen. Ja, was geht da in einem ab? Sicherlich spielt aber das Aussehen eine Rolle. Doch nicht in der Form, dass mir körperliche Mängel als abschreckend erscheinen. Ich vermute, dass es von der Gesamterscheinung abhängt und was ich damit asoziiere. Es kommt aber sehr selten vor, dass mir jemand auf Anhieb unsympatisch ist. Den meisten Menschen gegenüber bin ich anfangs ziemlich neutral eingestellt. Einige gibt es, die mir sofort sympatisch erscheinen und auf die ich auch am ehesten zugehen würde.

Die letzte Frage will ich nicht beantworten, da es für mich hier undenkbar viele Arten von Begegnungen gibt und ich gar nicht weiss, wie ich all diese zusammenfassen soll. Mich kurz zu halten ist mir schon bei den anderen Antworten absolut nicht gelungen...


Ich hol mir glaub mal Müsli...

ööhh, da fällt mir ein, dass wir ja Gäste in der Wohnung habe und ich die auch super hier als Beispiele hätte bringen können, da ich sie vorher nicht kannte, aber egal.

edit: shit, soviel wollte ich echt nicht schreiben -.-