Meine Herren ist der Film beschissen.
Die Handlung geht unglaublich lahmarschig vorran, die Dialoge sind in der Regel unglaublich peinlich und aufgesetzt, die Action bzw. die Bullet-Time oftmals völlig deplaziert, so ziemlich jeder Schauspieler wirkt als hätte er sich mit seiner Rolle nie irgendwie auseinandergesetzt und das Thema mit den Valkyrien wurde (entgegen meiner oben vermerkten Hoffnung) bis zum Maximum ausgeschlachtet.
Was der Film jedoch gut gemacht hat ist so ziemlich alles in Sachen Optik (Bullet Time ausgenommen) und Musik. Auch an die Spielvorlage wurde sich mehr gehalten als man es von Spieleverfilmungen sonst kennt.
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Genau meine Meinung! Ich hätte den Film ja gerne damals im Kino gesehen, leider lief er hier nirgends in der Nähe. Also hab ich ihn mir gestern auf Blu-Ray auf meiner PS-3 reingezogen. Nette Bilder, ein paar nette Actionszenen aber das war auch schon alles. Besonders geärgert hat mich, das es erst knapp ne Stunde braucht, bevor mal ein wenig Action reinkam. So lahmarschig hab ich selten einen Actionfilm starten sehen.
Ok, ich muss dazu sagen, dass ich beide Spiele gezockt hab und auch extrem gut fand. Vermutlich war ich da etwas voreingenommen, aber dennoch hatte ich meine Erwartungen weit nach unten geschraubt im Vorfeld. Das selbst diese niederigen Erwartungen noch so unterboten werden, hätte ich auch nicht gedacht...
Unglaublich wie man so viel Potenzial in die Tonne kloppen kann. Hätte man den Film von Beginn an für ein Erwachsenenpublikum konzipiert, wäre er erheblich besser geworden. So ist er nur Mittelmaß. Eine gewisse Ästhetik kann dem Film zwar nicht abgesprochen werden, aber die Atmosphäre hätte dennoch wesentlich dichter sein können. Geht aber nicht, wenn man gänzlich auf Blut verzichtet. Allein die Mord-Szene seiner Frau (imo ein entscheidender Moment, sowohl im Film als auch im Spiel) war lächerlich. Payne wird mit einem Monster-Messer angegriffen, doch im Schlafgemach und an seiner toten Frau ist nicht ein Tropfen Blut zu sehen, das ganze wirkt sogar noch idylisch. Das darf einfach nicht sein, auch wenn es ein Rückblick war. Das Baby kam erst gar nicht vor die Linse.
Während ich die Story des Spieles ungemein packend fand, konnte ich zu Beginn des Films mit Kopfschütteln gar nicht aufhören. Zu viel sinnloser Schund wurde mir präsentiert. Zu viele Ortswechsel auf einmal. Ich dachte, dass geschieht nur, um schnellstmöglich zu Ballersequenzen zu gelangen. Die haben allerdings, zumindest du genial inszenierten, zu lange auf sich warten lassen. Erst zu Ende konnte ich mich ein wenig mit der Handlung abfinden, da sie doch relativ nahe am Original war.
Ludacris als Bravura und die Valkyre-Engel fand ich gar nicht mal so schlecht, sogar sehr interessant, aber das, was das Spiel vorgesetzt hat, hätte sehr viel besser inszeniert werden können.
Fazit: Trotz super Ästhetik atmosphärisch nicht dicht genug. Mark Wahlberg hat eine Durchschnittsleistung abgeliefert (fand ich nicht schlecht), war aber für die Rolle des Max Payne fehlbesetzt. Ein gezeichneteres Gesicht (wie Bruce Willis in Stirb langsam oder Last Boyscout) wäre angebrachter gewesen. Wahlberg trug im Gesich zu wenige Narben davon und sah auch sonst nicht wirklich mitgenommen aus (ich hab kein Alkohol gesehen).
(Am besten beende ich meine Hasstirade, sonst hör ich gar nicht auf zu reden. xD Ich hoffe, irgendwann nimmt sich Zack Snyder der Sache und zeigt den Leuten, wie man sowas richtig macht)
PS: Wer sehen will, was man inszenatorisch besser hätte machen können, der möge sich bitte John Woos Hard Boiled ansehen.