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Thema: Also...liest sonst noch jemand die Philosophen?

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  1. #1
    Zitat Zitat
    Ich denke, dass Nietzsche ein sehr unterhaltender Philosoph ist, aber man kann ihn doch nicht mit Unterhaltungslektüre vergleichen! Wenn er auch kein System im klassischen Sinne aufgestellt hat, weil sein Denken viel zu viele Winkel geschlagen hat, so hat er doch gerade was Entlarvungen angeht eine geniale und tiefsinnige Arbeit geleistet. Ob es da nun um Metaphysik-Kritik oder Ethik geht, Nietzsches Werk ist tiefsinnig und wenn man ihn nur aus Unterhaltungsgründen liest, verpasst man vieles.
    Naja, ist nur die Frage, was mehr wert ist, die Unterhaltung, oder das, was man da verpasst?

    Zitat Zitat
    Ich denke Nietzsche wird so viel gelesen, weil er für unsere Altersgruppe besonders attraktiv ist. Er zerstört vorgegebene Regeln und macht Platz für das Individuum. Das ist genau das, was zwischen 15 - 25 Jahren bei jedem passieren sollte: Ein intellektueller Befreiungsschlag, dem Radikalität nicht schadet. Erst danach kann man sich wieder ans Aufbauen von Werten machen. Und wenn Nietzsche auch nur wenige Regeln für dieses Aufbauen setzt, so beschreibt er doch eine Wesenseinstellung, die diesen Aufbau begleiten soll: Den Übermenschen-Gedanken, also das Annehmen der Pflicht sich nach oben entwickeln zu müssen und der allgemeinen Regression auszuweichen, und den Gedanken des Amor Fati, dessen Denk- und Testmodell die Ewige Wiederkehr ist. Wenn man diese Dinge erreicht hat, so weit wie man sie erreichen kann, dann fällt einem vielleicht auf, dass man kaum noch feste Werte braucht.
    Jo. Man könnte sozusagen meinen, Nietzsche ist mit Abstand der geschickteste Populist unter den Philosophen. Ein wenig abgeschlagen kommen dann die ganzen "Die Welt ist scheiße!!111elf" Typen auf Platz 2.


    Ich selbst les sowas nicht mehr, lieber ein Bisschen gute Unterhaltung mit ein Bisschen Hintergrund, hab ich mehr Spaß dran und muss mir nicht unnötig den Kopf zerbrechen. Emotion > Gedanken. o/'

  2. #2
    Zitat Zitat von La Cipolla Beitrag anzeigen
    Naja, ist nur die Frage, was mehr wert ist, die Unterhaltung, oder das, was man da verpasst?
    Ach du! Du! Mit dir red ich ja gar nicht mehr, das würd ich mich nur ärgern! (Das mein ich btw auch wörtlich: Irgendwie bist du nicht mehr in meinem MSN. o_O)

    Edit: Und als Populisten kann man Nietzsche ja auch nicht bezeichnen. Vor allem nicht als geschickten: Sonst wäre ja er ja nicht erst in seiner geistigen Umnachtung berühmt geworden. Vielleicht als zufällig-zukünftige Populisten, aber auch da sträubt sich mir alles. Er hat die Stimmung, den nihilistischen Grundton von verschiedensten Generationen erfasst, aber ist das populistisch? Und ist er nicht viel zu sperrig für Populismus?

    Geändert von Stan (08.04.2008 um 20:10 Uhr)

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