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Chorrol
"Na gut", meinte Elendil, "wenn der schwankende Gang und das Lallen nicht zu den Merkmalen gehören, obwohl man es daran ja im Allgemeinen als erstes merkt, dann würde ich mal auf glasige Augen mit erweiterten Pupillen sowie einem Atem, der einen glatt umhaut, tippen. Gut, die Augen könnten auch das Merkmal auf etwas anderes sein, aber einen alkoholgeschwängerten Atem kann man nicht verkennen. Von daher vermute ich, dass Alkohol ins Blut geht und hier sind wir wieder an dem Punkt, dass es gut wäre, wenn man Blut untersuchen könnte. Was aber wohl nicht geht."
Im Stillen fragte er sich, warum er sich wohl um Betrunkene kümmern sollte. Über die schüttete man im Zweifel einen Eimer eiskalten Wassers und ging seines Weges. Das dürfte Kur genug für jemanden sein, der sich offenbar nicht in der Gewalt hatte, was "geistvolle" Getränke anging.
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"Auch diese Beobachtungen bringen euch nur weiter, wenn derjenige wirklich gerade getrunken hat. Doch sollte sich jemand wegen einer Arbeit o.ä. bei Euch bewerben, oder wegen einem Leiden Eure Hilfe suchen, wird er sich wohl kaum vorher volllaufen lassen." Naasira stellte ein Glas auf den Tisch, auf das sie besonders stolz war. Den Inhalt hatte sie von einem hingerichteten Verbrecher und es war eines der wenigen Organe, dass sie hatte untersuchen können. Das verschlossene Glas war mit Alkohol gefüllt und da drinnen schwappte träge eine Leber herum. "Das ist es, warum der Alkohol krank macht. Er zerstört dieses Organ. Es nimmt erst eine übernatürliche Grösse an, ca 2 - 3x so gross, färbt sich gelb und stellt seine Arbeit ein. Diese Gelbfärbung breitet sich aus, Ihr könnt sie in den Augen der Erkrankten wiederfinden und in besonders schlimmen Fällen: auch auf der Haut."
Drückt einem so kranken Mann auf die Leber und er springt auch geradewegs durch die Zimmerdecke.
Mit Elendils Einverständniss zeigte sie dem Altmer die Lage der Organe und erklärte die übliche Grösse und die krankhaften Veränderungen die man durch erstasten erkennen konnte. Und noch wichtiger, wofür sie standen. Interessanterweise war die Lage der Organe bei Menschen und Elfen vollkommen Identisch......
Schnelle Schritte näherten sich dem Haus und liesen Naasira aufhorchen.
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Etwas angeekelt hatte Elendil auf die eingelegte Leber geschaut und sich gefragt, ob er jeden, der zu ihm kam, vielleicht erstmal aufschneiden und um einen Blick auf dessen Leber bitten sollte. Naasiras Erklärung mit dem Drücken auf das Organ stellte ihn dann zufrieden. Andererseits wäre das nämlich eine sehr blutige und schmutzige Angelegenheit geworden. Wobei er sich sicher war, dass er niemals jemanden einstellen würde. Da seien die Neun davor, dass er seine Ruhe irgendeinem Zweibeiner opferte und seine Arbeit schaffte er sehr gut alleine.
Dann vernahm er rasche Schritte, welche sich dem Haus näherten. Was war das denn? Hoffentlich wurde die Heilerin nicht abberufen, weil ein Patient sie brauchte. Er verspürte wenig Lust, die Lehre für heute schon abzubrechen. Und hoffentlich war es KEIN Khajiit. Die waren doch alle verrückt.
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Heftiges Klopfen an der Türe riss die beiden aus Ihrenm Unterricht. Mit mehreren gemurmelten Flüchen riss Naasira die Tür auf. "Was gibts!!!!" Der arme Küchenjunge aus dem Schloss wurde Opfer von dem wechselhaften Wesen der Bretonin und trat unwillkürlich zwei Schritte zurück, als Ihn die Heilerin mit wild gesträubtem Haar und ungeduldigen Blick fixierte. Beinahe hätte er sich auf den Hosenboden gesetzt, hätte Naasira Ihn nicht im letzten Moment am Arm erwischt.
"Was ist denn los, dass Du hier reinstürmst als sei Mehrunes Dagon persönlich hinter Dir her?" fragte sie nun wieder freundlicher.
Der Junge berichtete in kurzen Sätzen von einem Unfall im Schloss. Der Zimmermann war bei Reperaturarbeiten an einem der Türme von der Leiter gefallen und lag nun mit seltsam verdrehten Knochen im Hof und schrie gar fürchterlich.
Ohne zu zögern schnappte sich Naasira Ihren Korb mit Ausrüstung und warf Elendil ein: "Ihr kommt mit!" zu.
Und schon ging es im Laufschritt richtung Schlosshof.
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Auch das noch. Schreiende Patienten hatten ihm noch gefehlt am frühen Morgen. Doch ehe Elendil überhaupt dazu kam zu begreifen, was wirklich los war, hatte die Heilerin bereits ihre Sachen geschnappt, ihm befohlen mitzukommen und war losgestürmt, als wären als Daedra der Welt hinter ihr her. Dem Altmer blieb nichts übrig als ihr zu folgen und quer durch Chorrol hinter ihr her zu hetzen. Hatte der Bretonin noch nie jemand gesagt, dass ein alter Altmer schließlich kein Rennpferd war? Und wo blieb bei diesem Gerenne seine Würde? Warum musste der Trottel auch von einem Gerüst fallen? Ausgerechnet heute.
Schließlich kamen sie im Hof an. Den Verletzten zu lokalisieren war aufgrund von seinem Gekreisch und Geheule leicht. Bei dem Lärm dachte Elendil unwillkürlich an einen sogenannten "Gnadenakt". "Erlösen wir ihn und kehren zu den wesentlichen Dingen zurück", murmelte er vor sich hin.
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Bis Elendil schliesslich beim Verletzen ankam, hatte sich Naasira bereits in den Staub gekniet und war dem Verletzen mit den Händen sacht über den Oberkörper gefahren, der merkwürdig verdreht aussah. Das Geschrei war wirklich Ohrenbetäubend und so herrschte die Bretonin den Zimmerman an: "Ihr kreischt wie ein Waschweib. RUHE! Ich muss mich konzentrieren." Der Verletzte verstummte aprupt und starte die Heilerin entgeistert an. Genau in diese Pause des Geschreis hinein ertönte die murmelnde Stimme Elendils.
Mit einem entrüsteten Schnauben fuhr Naasira herum. "Dafür braucht Ihr bei mir wirklich nicht in die Lehre zu gehen." Langsam stand die Heilerin auf und sagte nun wieder ganz freundlich...:"Ich werde Ihn sowieso nicht erlösen, das erledigt Ihr." Damit wies sie auf den Platz am Boden, an dem sie gekniet hatte.
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Zwar war Elendil höchst erleichtert, als Naasira schlichtweg das ohrenbetäubende Gekreisch "abstellte", verstand aber ihre Empörung über seinen Satz nicht. Zumal sie dann auch noch sagte, dass er den Verletzten tatsächlich erlösen solle. War das ihr Ernst? Bislang hatte er gedacht, dass Heiler die Leute wieder gesund machten, aber es schien Ausnahmen zu geben.
"Feuer oder Eis? Was meint Ihr, ginge schneller? Oder zuerst einen Schlafzauber und dann Feuer oder Eis. Dann dämmert er hinüber und bekommt es nicht mit", meinte er daher verwirrt.
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Sie konnte hören, wie der Mann am Boden entsetzt nach Luft schnappte und versuchte wegzukrieschen. Die Bretonin parkte einfach einen Fuss auf seinem Kittel und sagte ohne zu Ihm hinzusehen: "Ihr bleibt hier." Der Blick blieb weiter auf Elendil gerichtet: "Und Ihr...",seufzte sie, "habt noch ne Menge zu lernen. Ein Schlafzauber wäre in manchen Fällen bestimmt hilfreich, doch hier nicht. Ihr braucht den Mann wach, denn anders kann er Euch nicht sagen, wann alles wieder an seinem Platz ist. Und nein: Zerstörungszauber sind hierbei auch nicht hilfreich."
"Und nun kniet Euch bitte neben den Mann. Ich würde ihn ja gerne auf einen Tisch legen, doch wenn wir Ihn bewegen verschlimmern wir nur noch alles. Fühlt mit der Hand über die Schulter und gleitet mit der Hand den Rücken hinunter. Fühlt Ihr den Höcker? Der gehört dort nicht hin. Das ist ein Schulterknochen. Er ist nicht gebrochen, sondern nur verschoben. Also muss er nur wieder in die rechte Position gebracht werden. Dafür braucht Ihr nur ein wenig Kraft und Geschick.....keine Magie."
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Ach Du lieber Stendarr! Was hatte er denn nur verbrochen, dass er, der große Alchemist und Magier, hier im Staub kriechen und körperliche Arbeit verrichten sollte. Und überhaupt, wenn er dem Mann nun aus Versehen einen zweiten, nicht dahingehörenden Höcker verpasste? Dann ginge das Geschrei garantiert wieder los. Dabei hatte er wirklich geglaubt, dass Naasira ebenfalls für eine Erlösung sei. Wie schade, dass die Bretonin sich offenbar anders besonnen hatte. Und wieso sollte der Kerl ihm das mitteilen, wenn alles am rechten Platz war? Das würde er auch so merken.
Seufzend kniete Elendil neben dem Mann nieder, erfühlte vorsichtig den Höcker. Nein, der gehörte da wirklich nicht hin. Kurz überlegte Elendil, wie ein normaler Körper beschaffen war, dann legte er dem Mann die linke Hand auf die obere verletzte Schulter von vorn und griff mit dem rechten Arm nach hinten. Holte tief Luft und schloss die Augen. Und wünschte sich im Augenblick ganz weit fort von hier. Am besten zurück nach Sumerset Isle oder nach Vvardenfell. Half alles nichts. Noch einmal holte er tief Luft und dann ein rascher, kräftiger Ruck. Der Höcker war weg, der Kerl aber fing leider wieder an zu kreischen. Und zwar ohrenbetäubend. Und so nervig, dass Elendil gar nicht auf die Idee kam zu schauen, ob besagter Höcker nun vielleicht an einer anderen Stelle aufgetaucht oder ob alles wieder am üblichen Platz war. Vollkommen entnervt sprang er auf: "Wenn Ihr weiter kreischt, erlöse ich Euch doch noch, aber auf meine Art", zischte er leise und zutiefst gereizt.
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Der Mann verstummte zum 2. Mal an diesem Tage ganz aprupt. "Habt Ihr das gehört?", fragte er mit weinerlicher Stimme die Bretonin. Dieser fiel aber erstmal nur auf, dass der Mann mit dem Arm, der an der vorher ausgekugelten Schulter hing, anklagend auf Elendil zeigte.
"Ja ich habe es gehört. Doch trotz seinem Intensivem Wunsch sich Euch auf andere Art und Weise anzunehmen, hat er Euch letztlich doch geheilt. Schont Euren Arm in den nächsten Tagen und Ihr werdet schon bald keine Probleme mehr haben. Die Bezahlung müsst Ihr mit dem Herrn neben mir regeln."
Dabei wies sie auf Elendil und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Wusste sie doch ganz genau, dass der Magier bei Verhandlungen über Hühner und Äpfel bestimmt wieder seine Geduld verlieren würde. Sie fragte sich almählich warum ein Magier wie er sich mit der Heilung von anderen beschäftigen wollte.
Im gemächlichen Tempo ging es zurück zu Naasiras Haus, wo sie sich den Rest des Tages noch mit Theorie vertreiben sollten......
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Elendil war gegen Abend nachhause gegangen. Erst hatten sie sich noch einige Zeit mit der Theorie beschäftigt, und dann war es plötzlich auch schon dämmrig gewesen. Der Bezahlung durch den eingerenkten Handwerker war er übrigens fluchtartig aus dem Weg gegangen, indem er getan hatte, als hätte er nichts gehört und sofort Naasira hinterher geeilt war. Es hätte ihm noch gefehlt, wenn der Mann ihm irgendwelche Hühner oder Holzbretter oder was auch immer hätte andrehen wollen.
Kurz vor seinem Gehen hatte er noch unauffällig erneut 20 Septime auf ein Schränkchen an der Seite gelegt. Ja, es war immer noch zuviel. Aber er, Elendil, war alles andere als arm und die junge Heilerin sah aus, als könne sie es gebrauchen. Wahrscheinlich zahlten die meisten ihrer Patienten in Naturalien, damit aber konnte sie sich keine neuen Kleider kaufen, damit auch nicht die Miete bezahlen, sollte das Haus nicht wirklich ihres sein. Und Verbände, Reagenzien und all das Zeug, was man so brauchte als Heiler, war auch nicht gerade billig.
Danach war er erneut in die Herberge zurückgegangen, hatte zu Abend gegessen und sich dann hingelegt.
Und nun war es erstaunlicherweise schon wieder Morgen und er schon wieder auf dem Weg zu Naasira. Und merkwürdigerweise wurde sie ihm täglich sympathischer. Sie war kein schwaches Weibchen und auch glücklicherweise keine so sanfte, ach so mitleidige Seele, sondern eine Wissenschaftlicherin mit Feuer und eigener Meinung, die offenbar so schnell nichts fürchtete. Zudem erstaunlich klug und belesen, was er von menschlichen Frauen durchaus nicht gewohnt war. Wäre sie eine Altmer gewesen, er hätte sie sich glatt als Tochter gewünscht.
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Als Naasira die Tür hinter dem Magier sorgfältig verschlossen hatte und sich an Ihren Tisch setze fiel Ihr Blick auf das Gold, dass auf dem Schränkchen lag. Wieder einmal hatte der Altmer Ihr viel zu viel Gold gegeben. Und wiedermal war sie so mit dem Unterrichten beschäftigt, dass sie es gar nicht wahrgenommen hatte und auch nicht dran gedacht hatte Ihm einen Preis für Ihren Unterricht zu nennen.
Mit einem Kopfschütteln verstaute sie das Gold in einer Schatulle und schloss diese sorgfältig ab.
Als der Morgen graute hatte die Bretonin bereits alles für Ihren Schüler gerichtet. So langsam schien sie sich an das frühe aufstehen zu gewöhnen. Doch von guter Laune war sie noch weit entfernt. Sie hatte sich einen ganzen Haufen Verbände gerichtet und vorher wollte sie ein paar Salben mit Elendil anfertigen. Danach würde er sie bei Ihrer Runde begleiten. Sie warf einen skeptischen Blick auf die langen Leinentücher die sie zum verbinden nutzte. Vieleicht sollte sie die Verbände noch kürzen......bevor Elendil heute noch einen Ihrer Patienten mit dem Verband erwürgte statt verband. Nach dem einrenken des Knochens gestern, fürchtete sie um das Wohl Ihrer Patienten, sollten diese zu laut werden...
Vom Herd kam nun der angenehme Geruch von geschmolzenem Gänseschmalz in den sie später die Essenzen fügen wollte. Fehlte nur noch Ihr Schüler.
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Elendil erreichte Naasiras Haus, klopfte einmal laut und deutlich und trat ein. Hah, das roch ja richtig gut. Wie Gänseschmalz. So ein Stück Brot mit Gänseschmalz käme ihm jetzt gerade recht. "Guten Morgen Naasira", grüßte er daher freundlich und fragte gleich weiter: "Wo ist das Brot? Am besten erwärmen wir das auch irgendwie. Warmes Brot mit frischem Gänseschmalz ist hervorragend als Muntermacher geeignet an so einem kühlen Morgen."
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