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Thema: [Obl] Rollenspielthread # 3 (Signatur aus)

Hybrid-Darstellung

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  1. #1

    Vvardenfell, Ebenherz, Drachenplatz

    Tarrior ging raschen Schrittes über die Brücke, denn er spürte wie straffe Winde vom Meer in Richtung des Festlandes zogen. Er vermutete, dass es wohl diese Nacht stürmisch werden würde. Der Sternenhimmel über ihm war zwar wolkenfrei und prachtvoll anzusehen, doch das würde hohen Windgeschwindigkeiten nicht im Wege stehen. Brücke hatte man großzügig mit Fackeln bestückt, deren Flammen jetzt im aufkommenden Zug wild flackerten. Dann ließ er sie hinter sich und wollte gerade den zweiten Bogen durchqueren. Er konnte gerade noch rechtzeitig stoppen, sonst wäre er in seiner Eile gegen ein ziemlich massiv aussehendes Holztor gelaufen. „Was zum …“: entfuhr es ihm, da wurde auch schon eine kleine Klappe im oberen Bereich des Holzes geöffnet. „Zeigt euren Passierschein vor“: verlangte eine harte kaiserliche Stimme, die von der Tonlage zu einem stämmigeren Mann gehören musste. „Was soll ich vorzeigen!?“: fragte Tarrior empört. „Euren Passierschein! Außerhalb der täglichen Öffnungszeiten und vor allem des Nachts benötigt ihr zum Betreten der Stadt einen Passierschein“: erklärte der Mann hinter dem Tor. „Ich habe aber keinen“: erklärte der Dunmer. „Dann kann ich euch nicht einlassen! Also räumt die Brücke!“: fuhr ihn sein Gesprächspartner an. „Aber ich muss jetzt in die Stadt …“: versuchte er dem Wächter zu vermitteln. „Und ich muss dafür sorgen, das Nachts nur Leute mit einem Passierschein in die Stadt kommen“: erklärte dieser nur gleichgültig. „Und wo bekomme ich so einen Wisch her?“: fragte er genervt. „Passierscheine werden von Gerus Atilia gegen Gebühr ausgestellt“: erklärte der Wächter. „Und wo kann ich diesen Herren finden“: fragte der Dunmer. „Er sitzt im Kontor der Ost-Kaiserlichen-Handelsgilde“: beantwortete der Wachhabende die Frage. Jedoch wäre Tarrior bei der Antwort fast geplatzt. „Aber der Kontor ist im INNEREN der Stadt!!!“: schrie er wütend gegen das massive Holz an. „Dann müsst ihr warten bis die Stadttore morgen wieder geöffnet werden“: erklärte der Wächter ruhig. Tarrior war sich nicht sicher ob der Wächter ihn verarschen wollte, oder ob er es ernst meinte. Er entschied sich lieber dazu ruhig zu bleiben. „Gibt es noch eine andere Möglichkeit wie ich an einen Passierschein komme?“: fragte er mit unterdrückter Wut. „Die meisten der fahrenden Händler haben einen. Vielleicht könnt ihr einem von ihnen einen Gefallen tun und er leiht euch dann seinen. Einer von ihnen, sein Name ist Candhar, lagert vor der Stadt. Die Bauern kommen auch ohne Passierschein jeder Zeit rein, sie müssen uns schließlich mit Vorräten versorgen.“: berichtete der Wächter. „Und ohne lasst ihr mich nicht rein?“: fragte er nochmals. „Nein! Schließlich wissen wir nicht ob ihr nicht ein Spion der Deadra seid“: sagte er. „Das heißt sie würden mich hinein lassen wenn ich einen Schein hätte der nicht einmal mir gehört?“: fragte er erstaunt. „Wir lassen die Leute in die Stadt, die einen Passierschein haben“: war nur seine knappe Antwort. Tarrior schüttelte den Kopf, gleich aus vielerlei Gründen, die Sinnlosigkeit dahinter war nur einer von ihnen. Zum anderen war da noch die Tatsache, das er weder die Lust hatte irgendwas für irgendeinen zwielichtigen Händler zu tun, noch sich bei den Bauern einzuschleimen. Er entschied sich daher zu versuchen über den Hlaalu-Weg in die Stadt zu kommen. Wenn irgendwer die Fähigkeit, die einem die meisten Tore und Wege öffnete, perfektioniert hatte dann war es sein Fürstenhaus. Die Mitglieder von Haus Hlaalu beherrschten diese Kunst wie kaum jemand sonst und er würde sie jetzt bei seinem kleinen Problem mit dem Torwächter anwenden. Er streckte sich kurz und lockerte seinen Finger, dann nahm er eine aufrechte Haltung vor dem Tor ein. Seine Hand glitt bereits hinunter zu seinem Gürtel an dem neben einigen kleineren und größeren Beuteln auch das Schwert hing. Die Augen des Wächters hinter der kleinen Klappe verengten sich misstrauisch. Tarrior holte noch einmal tief Luft und ging dann einen Schritt auf das Tor zu und dann begann es.

    „Würdet ihr mich für eine entsprechende Menge güldener Münzen in die Stadt lassen? Ich bin mir sicher, dass ihr für diese verantwortungsvolle Aufgabe, die ihr hier ausübt, nicht einmal annähernd angemessen genug bezahlt werdet“: bot er ihm an. „Nunja ein großzügiger Spender ist doch sicher vertrauenswürdig. Aber natürlich muss ich mich davon überzeugen, dass ihr wirklich ein GROSSZÜGIGER Spender seid. Ich denke fünfhundert Draken wären eine angemessen selbstlose Spende“: sagte er. Tarriors Hand glitt dann an seinem Gürtel entlang und förderte ein kleines Säckchen zu Tage in dem es verlockend klimperte, dann schob er es durch die kleine Öffnung in der Tür. „Fünfhundert sind zwar ein wenig viel, aber ich habe keine Lust bei dem wohl noch kommenden Sturm, die Nacht in so einem Leinenzelt zu verbringen“: dachte er, während er hörte, wie der Riegel des Tores zurückgeschoben wurde. Als es sich geöffnet hatte trat er hindurch und sah einen glücklich grinsenden Kaiserlichen mit bulligem Gesicht und ziemlich großer Körperfülle. „Ich werde eure Spende gut verwahren“: sagte er und schloss das Tor, Tarrior trat derweil auf den vom Mondlicht erleuchteten Platz mit der großen Drachenstatue hinaus.

    „Bestechung funktioniert doch immer wieder, Haus Hlaalu und sein großes Vermögen seien gepriesen“: ging es ihm durch den Kopf. Der Verlust des Geldes schmerzte zwar ein wenig, aber zumindest befand er sich jetzt endlich in der Stadt. Soweit Aurek während ihrer Reise verlauten lassen hatte, würde Behrams Bote bereits in Herberge warten. An sich war das noch ein Grund warum er heute Abend noch in die Stadt gewollt hatte, denn er wollte es endlich hinter sich bringen. Er wollte gerade über die nächste Brücke in das Diplomaten-Viertel gehen, als ihm in den Sinn kam, dass er sich vielleicht doch noch einen Passierschein besorgen sollte. Doch dann verschob er den Gedanken auf später. Das Kontor hatte sicher schon geschlossen, da würde er sich sowieso erst morgen früh einen Schein ausstellen lassen können. Daher wandte er sich wieder Richtung Brücke. Beim Überqueren des Platzes fiel ihm jedoch auch gleich der Hafen ins Auge. Einige Soldaten der Kaiserlichen Legion standen dort Wache und es lagen drei mittelgroße Schiffe an den Anlegestellen. Sie waren jedoch mit schweren Ketten gesichert und einige Legionäre bewachten die Zugänge. „Scheinbar dürfen die Schiffe den Hafen nicht verlassen. Vermutlich ist der Hafen auch sonst für anderen Schiffsverkehr gesperrt worden“: dachte Tarrior bei dem Anblick. Letzteres vermutete er auch, weil keines der Fährschiffe die sonst die Häfen von Vvardenfell miteinander verbanden im Hafen ankerte. Nur eines bildete eine Ausnahme. Es wurde gerade beladen und trug das Zeichen des Tempels. Dann erkannte er auch einige Priester die an Deck und auf dem Steg standen. Einer von ihnen stritt mit einem Wächter, während die anderen Fässer und Kisten, scheinbar Vorräte aufluden. Und Särge wie er erstaunt bemerkte. Er schaute auf die eingewickelte Frauenleiche in seinen Armen und fasste sich ein Herz. Er ging hinüber. „Ihr seht aus wie ein Priester des Tempels“: sprach er einen Mann an, der die anderen beim Verstauen der Ladung anwies. „Ja der bin ich mein Sohn, was kann ich für dich tun?“: fragte der man mit einem sanften und gütigen Lächeln. Kaum vorstellbar, dass so jemand sein schlimmster Feind sein sollte. „Ich sehe ihr überführt Tote“: bemerkte er. „Ja das ist korrekt. Es sind diejenigen Flüchtlinge aus Ald’ruhn die ihren Verletzungen erlegen sind. Wir werden sie in den Grüften von Vivec beisetzen. Die Angehörigen haben Glück das wir hier sind. Seit der Hafen gesperrt wurde, darf nur noch unser Versorgungsschiff verkehren und da können wir die Toten mit uns nehmen“: erklärte der Priester und in seine Augen trat Trauer. „Was willst du nun mein Sohn? Leider haben wir wenig Zeit. Wir wollen so früh wie möglich zurück zur göttlichen Stadt“: verlangte er zu wissen. Tarrior deutete auf das Bündel in seinen Armen. „Eine unserer Schwestern. Ich fand sie in Cyrodiil, dort schien sie niemand zu kennen. Ich wollte ihr eine anständige Beisetzung im Land ihrer Väter zukommen lassen. Ich wollte fragen ob ihr sie mit euch nehmen könnt“: erklärte er seinen Wunsch. „Das ist sehr großherzig von dir, mein Sohn. Ich werde sie mit uns nehmen und dafür sorgen, das ihr letzte Ehren zuteil werden“: erklärte er sich bereit und nahm, die in Leinentücher gewickelte, Dunmerin an sich. Tarrior nickte dankbar und wandte sich zum gehen. Er schlenderte gerade, mit etwas zu schnellen Schritten, am Hafenbecken entlang, da entdeckte er, dass vor der Küste ein großes Schiff im Wasser trieb. Die Segel hatte es gestrichen und der Anker war scheinbar ausgeworfen worden. Er hielt inne und ging statt weiter auf die Brücke zu ein Stück näher ans Hafenbecken heran um Einzelheiten erkennen zu können. Jedoch war es schon zu dunkel um genau sagen zu können, was es nun mit ihm auf sich hatte. Er konnte wirklich nur sagen, dass es groß war. Er blickte noch ein-zweimal kurz hinüber und wollte sich dann wieder weiter Richtung Herberge machen, dann erklang jedoch eine Stimme hinter ihm:„Ein schönes Schiff. Nicht wahr?“ Er drehte sich um, nur um festzustellen das sich ein alter Kaiserlicher mit einem vom Wetter gegerbten Gesicht genähert hatte.

    „Nunja ich kann nicht viel erkennen“: gab er zurück. Der alte Mann lachte leise. „Ja da müsste man sie schon bei Tag sehen. Es ist ein Schiff der Legion und kam vor einigen Wochen hier an. Es ist das erste Schiff das hier angelegt hat, seit der Hafen wegen dem Bürgerkrieg gesperrt wurde. Das Einzige was es gebracht hat, war eine Einheit Soldaten aus Gramfeste die König Helseth zur Sicherung von Ebenherz gegen die Deadra und etwaige Aufständische hierher entsandt hat. Ein Zwei-Master der auch bei voller Ladung gut im Wasser liegt. Sie macht ne gute Fahrt. Hat den Weg vom Horizont bis hierher zum Hafen in relativ kurzer Zeit zurückgelegt. Gute Schiffe kann ich dir sagen Junge. In meiner Zeit bei der kaiserlichen Handelsmarine war ich auch ne zeitlang auf so einem Kahn. Ein echtes Erlebnis sag ich dir, wie es durch die Wellen gleitet“: berichtete der alte Mann der sich auch gleich als Jorus Gemond vorstellte. Tarrior nickte nur, denn ihn interessierte das Schiff an sich nicht wirklich, eher die Besatzung. „Ihr sagtet es waren Soldaten an Bord?“: fragte er. „Ja Legionäre aus Gramfeste. Der König hat sie höchstpersönlich abgestellt um für den Schutz von Herzog Dren zu sorgen. Aber seit die hier sind gibt es nichts als Ärger. Die Passierscheine wurden eingeführt, die Bürger und Reisenden werden misstrauisch beäugt und ständig streiten sich deren Hauptmann und der örtliche Kommandant in Fragen der Sicherheit. Anstatt für Ruhe zu sorgen, schürt die Anwesenheit dieser Büttel geradezu die Spannungen in der Stadt. Aber jeder ist nervös geworden seit der Bürgerkrieg Vvardenfell erfasst hat und nun auch noch die Deadra vor Heim und Hof stehen. In vielen Telvanni-Städten kam es zu Aufständen der Sklaven und in Balmora konnten Gewaltakte geradeso von den Stadtherren verhindert werden. Aber wenn du mich fragst hat es Molag Mar am schlimmsten getroffen. Der Tempel hat dort seine Herrschaft eingebüßt. Und als dann auch noch Redoran durch den Angriff der Deadra schwer geschwächt wurde, streifte die Bevölkerung endgültig die Fesseln ab. Es war ein Blutbad Junge, ich entkam mit einigen throntreuen Flüchtigen mit dem Schiff hierher nach Ebenherz. Kurz darauf haben sie auch die Häfen Vvardenfells geschlossen. Die errichtete Seeblockade hatte also offensichtlich nicht verhindern können dass der Konflikt vom Festland auf den Distrikt hier übergreift. Und jetzt schikanieren diese Neuankömmlinge die Bürger. Wenn du mich fragst dauert es nicht mehr lange bis auch hier eine Revolte losbricht, zumal Herzog Dren das Vorgehen der Legionäre toleriert. Junge leg dich besser nicht mit denen an und vor allem nicht mit ihrem Hauptmann Acarius Vonurius. Es könnte dir schlecht bekommen“: erzählte der Alte. „Danke für den Rat, ich muss jetzt weiter. Ich habe noch eine Verabredung mit Jemandem im Sechs Fische hier in Ebenherz“: bedankte und verabschiedete er sich. Jorus hielt ihn jedoch noch einen kurzen Moment zurück. „Da wohn ich zur Zeit auch, könnte sein das wir uns später noch mal übern Weg laufen Junge“: sagte der Alte. Der jedoch bereits weitereilende Tarrior nickte nur. Ohne auch nur noch einen Blick auf das Schiff zu werfen, überquerte er Platz und auch die Brücke, nur um an deren Ende wieder ins Stehen zu geraten. Eine scheinbar übel gelaunte Wache schob sich mit einem Niesen in seinen Weg. „Was wollt ihr hier“: war seine Frage und der Ton wollte dem Dunmer überhaupt nicht gefallen. Jedoch beherrschte er sich, am Liebsten hätte er diesem Legionär einen zynischen Kommentar oder einen Feuerball verpasst (oder Beides), doch er unterließ es lieber.

    „Ich möchte ins Sechs Fische, mir ein Zimmer für die Nacht nehmen“: erklärte er sich. Der Brückenwächter nieste noch einmal. „Okay du kannst durch, aber mach hier keinen Ärger. Meine Kameraden kampieren und trainieren hier in diesem Teil der Stadt und sollen hier für Ruhe sorgen. Ärger ist da das Letzte was wir brauchen“: gab er ihm zu verstehen und fast wie um seine Worte nochmals zu bekräftigen, nieste er ein weiteres Mal. „Gut ich werde mich ruhig verhalten“: versprach er und schlüpfte an dem Soldat vorbei in das Diplomenten-Viertel der Stadt. Eines mochte er schon immer an Ebenherz, nämlich dass man die örtliche Herberge nicht lange zu suchen brauchte. Man musste einfach nur über die Brücke zum Diplomaten-Viertel gehen und schon ragte sie vor einem auf. Das „Sechs Fische“ war eine gute Herberge. Die Räume waren vergleichsweise groß und geräumig und für seine Fischgerichte war es sowieso bekannt. Tarrior hatte in der Vergangenheit öfters dort logiert, daher wusste er es. Es schien ihm aber so, als wäre es ausgebucht. In allen Fenstern, die er einsehen konnte, brannte Licht. „Wahrscheinlich ist es voll mit Flüchtlingen“: dachte er und seufzte beim Gedanken daran, dass er vielleicht doch kein warmes Bett bekommen würde. Wo er dann schlafen würde, dass konnte er sich auch noch überlegen, wenn das Treffen vorbei war. So betrat er die Herberge durch die hölzerne Eingangstür.
    Geändert von KingPaddy (08.11.2008 um 12:41 Uhr)

  2. #2
    Seht las den Zettel von Naasira. Sie ist mit Tarik nach Bruma… Er packte seine Sachen und machte sich auf zum Stall. Als er ankam, wies ihn ein Kaiserlicher ihn an, im Gebäude mit dem Besitzer zu sprechen. Seht trat ein. „Hallo?“ „Ja, was wünschen sie?“ In der Hütte war die Luft stickig und durch die kleinen Fenster fiel kaum Licht. In der anderen Ecke des Raumes saß eine Gestallt an einem Tisch. Bei näherem hinsehen erkannte Seht eine Frau, eine Menschliche. „Ähmm… Ich wollte mir ein Pferd leihen…“ „Oh ja natürlich! Vor und Nahname bitte!“
    Seht dachte nach. „Nees. Ich habe keinen wirklichen Nahnamen.“ „In Ordnung! Wie lange wollen sie es denn ausgeliehen bekommen?“ „Ich reise nach Bruma. Wann ich zurückkomme weis ich nicht genau.“ „Hmm… sagen wir… Fünf Wochen?“ „Einverstanden. Wie viel würde es denn kosten?“ „900… plus Kaution… macht genau… 1500 Septime!“ Seht griff in seine Tasche. Noch 1600 Septime waren übrig. „Na gut, O.K.. Hier!“ „Hier unterschreiben bitte… Gut! Hinten im Stall, das gepunktete, letzter Trog!“ „Schönen Tag noch!“ Die Frau murmelte ihm noch etwas hinterher. Im Pferdestall war es noch stickiger als im Haus, und es stank erbärmlich. Hinten war das Gepunktete. Eine alte Stute. Der Kaiserliche vom Eingang führte sie raus. Seht stieg auf. Das Pferd schritt langsam die Straße lang. „Hüüüaaa!!!“ Das Pferd hielt seine Geschwindigkeit. „Schneller! Los!!!“ Die Stute schien ihn zu überhören. „Jetzt beweg dich doch schneller!“ Ihm kam es vor, als wenn das Pferd ihn auslachen würde. „Jetzt mach schon!!!“ Plötzlich wurde das Pferd schneller. Seht lachte. „Jawohl! Ist das so schwer?!?“ Er bog auf die Straße Richtung Bruma ab. In einigen Tagen sollte er ankommen.

  3. #3

    Chorrol, Eiche und Krummstab; Vor Chorrol

    Plötzlich stand eine Person vor ihm. Tarik brauchte einen Moment um zu begreifen wer da vor ihm stand. Die Locken machten es nicht einfacher aber er erkannte Naasira. Sie wirkte leicht irritiert. Ohne irgendwelche Worte zu verlieren setzte sich die Heilerin an den Tisch. Schnell waren die Gedanken von Tarik wieder bei seinen Verfolgern.”Wo könnten sie stecken? Ramon wird sicher immer noch in der Kaiserstadt sein. Dieser Martus kam mir bekannt vor, zumindest die Stimme von ihm. Aber woher kenne ich ihn? Ich denke das er Informationen hat, die mich interessieren. Da ein Einbruch nicht sehr einfach bei ihm ist und er wahrscheinlich auf mich warten wird, knöpfe ich mir zuerst Ramon vor. Den werde ich schon noch zum Reden bringen. Dann habe ich hoffentlich etwas was mir hilft. Ansonsten fange ich wieder von vorne an.”

    Tarik schreckte plötzlich aus seinen Gedanken auf, als Naasira irgendetwas sagte. Dann mischte noch jemand ein. Die Stimme kam ihm bekannt vor, nur konnte er sie keiner Person zu ordnen. Als er wieder vollkommen seine Umgebung wahrnahm, sah er einen Mann der sich mit Naasira unterhielt. Der Kaiserliche hatte nur Bruchstücke des Gesprächs mitbekommen."...allzuviel Zeit...Bein...Zustand ...einzurichten...dunkeln aufzubrechen...Glockenschlag Neun am Stall”.Sie schaute Tarik an:"Habt Ihr Lust einen Ausflug zu unternehmen?" Tarik brauchte einen kurzen Moment ehe er aus dem Gehörten etwas sinnvolles erkennen konnte. Er seufzte:”Ja warum nicht. Ich bin dabei. Ich denke du wirst mich heute nicht mehr brauchen”, meinte Tarik an Naasira gewandt. Er rief die Wirtin, bezahlte sein Essen und mietete sich ein Zimmer. Danach stand er auf und verließ die Taverne.

    Draußen atmete Tarik die kühle Nachtluft ein.”Das tut gut nach dem Mief in der Taverne.” Der Kaiserliche ging durch die leeren Straßen von Chorrol. Ausgenommen von den Stadtwachen die zur Nachtwache eingeteilt war, begegnete er niemandem.”Wer wohl die Dienste einer Heilerin außerhalb von Chorrol in Anspruch nimmt? Ich vermute das ich ein Pferd brauche um die Strecke zu bewältigen. Mein Geld reicht aber nicht um ein Pferd zu kaufen. Ich könnte mir vielleicht eins leihen, aber das kostet auch reichlich Zaster” überlegte der Kaiserliche. Er dachte darüber nach.”Mir bleibt nichts anderes übrig, ich muss ein Pferd stehlen. Nur darf das weder Naasira, der Stallmeister oder sonst jemand mitbekommen. Am besten klaue ich ein Pferd wenn die Wachen abgelöst werden.” Tarik drehte noch eine Runde ehe er wieder die Taverne betrat und in sein Zimmer ging. Dort angekommen zog er seine Sachen aus und ließ sich ins Bett fallen. Die Müdigkeit überfiel ihn und Tarik leistete ihr keinen Wiederstand. Er schlief schnell ein.

    Am nächsten Morgen wachte er früh auf. Tarik zog seine Sachen an und begab sich nach unten. Er bestellte ein Frühstück das seinen Geldbeutel schonte, seinen Magen aber zufriedenstellte. Er aß sein Frühstück schnell, bezahlte und machte sich auf den Weg zu den Ställen. Die Glocken schlugen gerade 8 mal als er den Stall erreichte. Die Torwachen waren nicht zu sehen und der Stallmeister auch nicht.”Jetzt oder nie”, dachte Tarik. Er schlich zum Stall und öffnete das Stalltor leise. Er wollte gerade auf einen Fuchs steigen als die Tür hinter ihm quietschend geöffnet wurde.”Nichts wie weg”, dachte Tarik und hechtete fluchend hinter das nächste Gebüsch. Er hörte Schritte und sie wurden immer lauter.”Dabei hatte der Tag so gut angefangen”, dachte der Kaiserliche und versuchte so leise wie möglich hinter ein anderes Gebüsch zu kommen. Er vielleicht 2 Meter weit gekommen, als er sich ganz nah an sein provisorisches Versteck lehnen musste, da die Person, die sich als der Stallmeister herausstellte, vielleicht eine Armlänge vor ihm stand. Tarik atmete so leise wie möglich, wobei sein Herz mehr Geräusche zu verursachen schien als die Umgebung. Dann wurde es still.”Hat er mich jetzt entdeckt?”, war das einzige was Tarik durch den Kopf ging. Plötzlich war ein plätschern zu hören. Tarik neigte den Kopf leicht nach links und schaute verwundert auf die Brühe die langsam in seine Richtung floss. Als dann noch ein beißender Geruch hinzukam wollte er nur noch weg. Nach Sekunden, die Tarik wie Minuten vorkamen und in denen die Brühe gefährlich nah an ihm dran war entfernte sich der Stallmeister. Der Kaiserliche wartete nicht mehr und brachte sich mit einer Rolle in Sicherheit.

    “Ein Pferd brauche ich mir jetzt nicht mehr zu klauen. Die Wachen sind wieder da und der Stallmeister auch. Wie soll ich jetzt nach Bruma kommen? Ich kann mir weder ein Pferd kaufen noch leihen”, dachte er.
    Plötzlich waren Flüche zu hören. Tarik schaute in die Richtung aus der die Flüche kamen und sah den Stallmeister. Warum er sich auf einmal so aufregte, war dem Kaiserlichen nicht so ganz ersichtlich. Tarik wählte einen Weg, so dass er neben dem Stall wieder auf der Straße ankam. Als Tarik ein paar Schritte in Richtung der Straße tat, verstand er die Worte des Stallmeisters.”Das Pferd ist samt Sattelzeug abgehauen......und das war ein gutes Pferd......wenn ich den erwische.....” Der Kaiserliche hielt inne und schlich vom Stadttor weg. Wenig später fand er glücklicherweise das entlaufene Pferd.”Da habe ich Glück gehabt. Das Pferd werde ich mir für die Reise nach Bruma ausleihen. Danach kann er sein Pferd wiederhaben.” Tarik ging auf das Pferd zu. Da es keine Anstalten machte wegzulaufen, schwang Tarik sich in den Sattel und ritt langsam wieder in Richtung Chorrol.

    Als die 9. Stunde begann, erreichte Tarik das Stadttor von Chorrol und wartete auf Naasira.”Ich hoffe der Ausflug nach Bruma dauert nicht zu lange. Mir läuft die Zeit davon”,dachte er.

  4. #4

    Solstheim, Moesring Berge, westlich des Isìld FLusses

    Später in der Nacht hatten sie dann die Brücke überquert und standen hoch über dem Isìld Fluss. Er bildete das Schlusslicht ihrer kleinen Gruppe und befand sich ein Stück weit hinter dem Rest. Seit einiger Zeit wehten ihnen auch wieder dicke, dichte Flocken entgegen und schränkten ihre Sicht stark ein. Die tiefen Spuren, die sie im weichen Pulverschnee hinterließen, hatten nicht lange bestand und wurden schon nach kurzer Zeit wieder verweht. Einerseits gut, andererseits machte es das Finden von Spuren nahezu unmöglich. Zwar hatten sie ihre Jagdgründe noch lange nicht erreicht, aber das bedeutete ja nicht, dass man eine frühe Gelegenheit nicht wahrnehmen konnte. Er hatte sich ein dickes Tuch vor den Mund und die Nase gebunden, damit diese nicht zu stark auskühlten und kratzte sich gerade ein wenig Eis aus den Augenbrauen, als sie schließlich den etwas gefestigteren Weg verließen und sich nun ihre Bahn durch den mehr als knietiefen Schnee am Fuße der dunkel und bedrohlich wirkenden Moesring Berge suchten. Zwar waren sie es eigentlich nicht, aber in der Nacht lagen sie, wie ein drohender Schatten südlich von ihnen, über ihnen. Man konnte im dichten Schneetreiben nur ihre Umrisse erkennen und doch, sie waren beeindruckend. Ein jeder Jäger, ihrer kleinen Gruppe, neigte seinen Kopf vor ihnen, aus Respekt vor der schöpferischen Gewalt der Natur. Noch liefen sie gerade nach Westen, parallel zum Weg, den sie nun schon um einiges hinter sich gelassen hatten, und zu den Bergen, denen sie sich schleichend immer weiter annäherten, ohne sie zu besteigen. Ab und zu mussten sie aber dennoch über größere Eis- oder Steinbrocken klettern oder sich einen Weg zwischen ihnen hindurch suchen. Es dauerte nicht lange, da konnte er sich die nächsten kleinen Eiszapfen aus den Augenbrauen brechen. Mit den dicken Handschuhen war das schwieriger, als gedacht, aber er schaffte es, das gefrorene Wasser nicht fallen zu lassen. Er zog mit der anderen freien Hand das Tuch vor seiner unteren Gesichtshälfte und stopfte sich die kleinen Zapfen in den Mund. Anschließend bedeckte er diesen und die Nase wieder.

    Mit dem Eis gab er sich eine kleine Ablenkung und Erfrischung, ohne zu viel der kostbaren Wärme zu verlieren. Und sie hielt länger, als der Schnee um sie herum. Das wieder geschmolzene Wasser schmeckte leicht Salzig, da es zu großen Teilen aus seinem Schweiß bestand. Allerdings scherte er sich nicht sonderlich darum. Gerade, als sie sich wieder einem größeren Felsen näherten, hielt Brândil, der sich an ihrer Spitze befand, an und wandte sich zu ihm um. „Deine Führungsqualitäten sind nun gefragt“, gab er scherzend und breit grinsend an ihn weiter und musste mit der Lautstärke ein wenig gegen den Wind ankämpfen. Damit war für ihn nichts weiter gemeint, als dass er nun an der Reihe war, einen Weg zu finden. Er nickte nur undmerklich und stapfte an den weißen, bärtigen Gesichtern vorbei an die Spitze des Zuges. Damit war es nun Gondrims Part den Nachzügler zu spielen. Als Thorin an der Spitze angekommen war und die Gruppe wieder in Bewegung versetzte, ließ sich Gondrim ein wenig zurück fallen, wie er selbst es zuvor getan hatte. Er führte sie weiter in Richtung der großen Brocken keine hundert Meter vor ihnen. Als sie sie erreichten, fand er einen schmalen Spalt zwischen ihnen und zwängte sich zwischen ihnen durch. Die Anderen folgten ihm.

    Auf der anderen Seite wurde er dann auch gleich überrascht, mehr oder weniger, und hielt abrupt an, sodass die anderen fast in ihn hineinliefen. Er kniete sich langsam und mit ein wenig Ehrfurcht und Vorsicht in den Schnee und wischte mit dem Handrücken besonders leichten Schnee zur Seite, der einen Abdruck im älteren Schnee verdeckte. „Was ist?“, fragte Rulmgar halb flüsternd von hinten. Er zwängte sich gerade aus dem Spalt zwischen den vereisten Steinen, wie er an dem leicht kratzenden Geräusch hörte.
    „Eine Spur“, gab er aus dem Mundwinkel nach hinten und besah sich den Abdruck genauer. Zwar befand er sich in festerem Schnee, aber war keineswegs alt. Eher frisch und nur schon wieder überschneit.
    „Was ist es?“, fragte der junge Jäger weiter und kniete sich vorsichtig neben ihn, ganz langsam, um sicher zu gehen, dass er nichts zerstörte.
    „Ein einzelner Wolf. Scheint von seinem Rudel getrennt worden zu sein oder wurde verstoßen. Jedenfalls ist es ein ausgewachsenes Tier … und allein. Die Spur ist bei Betrachtung des Wetters frisch. Mit ein paar offenen Augen können wir es verfolgen und vielleicht unseren ersten Fang einholen … Mit ein wenig Glück. Bei dem Wetter verlieren wir die Spur vermutlich schneller, als wir blinzeln können“, erklärte er den anderen. „Ich weis nicht, was ihr davon haltet, aber ich würde der Fährte nachgehen“, fügte er dann nach an.
    „Ebenso“, brummte Gondrim, der inzwischen zu ihnen aufgeschlossen hatte. Die anderen stimmten dann ebenfalls zu.
    „Also ist es beschlossen. Möge die Jagd beginnen, meine Freunde“, sprach er dann gedämpft, aber dennoch nicht weniger theatralisch und mit Freud in der Stimme. Er nahm den langen, eleganten Jagdspeer von seinem Rücken und hielt ihn in der rechten Hand neben sich. Dann schaute er auf, um eine grobe Orientierung zu bekommen, wo die Spuren hinführten. Danach machte er sich zügig und geduckt ans Folgen der Abdrücke. Sie waren nur als kleine, aber noch halbwegs gut erkennbare Mulden im Neuschnee erkennbar. Allerdings noch gut genug, um ihnen zu folgen. Die anderen vier Jäger machten es ihm nach. Sie hatten sogar ein wenig Glück. Der Wolf folgte den Moesring Bergen nach Südwesten, als sie schließlich in diese Richtung einbiegen konnten. Und nur beiläufig bemerkte er, dass es inzwischen wieder heller wurde. Geringfügig, aber der Tag brach an. Das Schneetreiben trieb sie zunehmend zur Eile an. Die kleinen Mulden waren bald kaum noch erkennbar.
    Er zog das Tempo ein wenig an. Er wusste nun genau, worauf er achten musste und konnte die Geschwindigkeit ein wenig anziehen. Aber es half nichts. Sie verloren die Spur, als der Tag die Dunkelheit der Nacht fast vollkommen vertrieben hatte. „Verdammt“, fluchte er leise. Allerdings nicht leise genug. Hulfgar hatte es gehört.
    „Es ist immer dasselbe. Die erste Spur ist immer eine Niete“, gab er ein wenig aufmunternd zurück. Aber auch er klang ein wenig enttäuscht.

    „Ich weis“, gab er nur zur Antwort und verstaute den Speer wieder auf seinem Rücken. „Wenigstens ein was Gutes hatte diese kurze Fährte: wir sind schneller zu unserem eigentlichen Ziel gekommen“, munterte er sich dann selber auf. Hulfgar lachte nur und die Gruppe verfiel in ihren üblichen Trott mit ihm an der Spitze. Schweigend setzten sie ihre Reise fort und er überlegte die ganze Zeit, welches Problem er mit den Abdrücken gehabt hatte. Er konnte nicht sagen, was es war, aber sie waren seltsam. Nur wollte es ihm nicht einfallen. Er verwarf den Gedanken wieder, es konnte genauso gut nur Einbildung gewesen sein. Das Problem, dass er damit hatte, wurde ihm dann kurz darauf vor Augen geführt. Wie aus dem Nichts tauchten mit einem Mal neue Abdrücke auf. Förmlich noch dampfenden Schweiß in sich trugen, so frisch waren sie. Nicht von Schnee verdeckt oder in sonst einer Art und Weise verwischt. Was allen Göttern?!, entfuhr es ihm in Gedanken und er griff augenblicklich wieder zu seinem Speer. Sein Puls beschleunigte sich und sein Atem ging schneller. Schweiß rann nun in Strömen über seinen Rücken und das Gesicht. Sein Griff um das dunkle Holz des Speeres versteifte sich ein wenig und er konnte hören, wie das Leder seiner Handschuhe ein wenig knarrte, als es dennoch ein wenig rutschte, unter dem hohen Druck. Das Eis, das sich in seinen Brauen gesammelt hatte, schmolz langsam und tropfte ihm dicht vor den Augen herab. Ohne, dass es irgendwelcher Worte bedurfte, folgten die Anderen seinem Beispiel. Er nahm wieder eine leicht geduckte Haltung ein und schlich vorwärts. Seinen Blick umsichtig schweifen lassend. Die Abdrücke führten sie durch eine kleine Mulde, auf deren anderer Seite sich ein kleines Geröllfeld befand. Die Spuren führten genau dort hin. Jetzt wurde er sich auch wieder klar, was er an diesen so merkwürdig fand. Sie waren viel zu tief, für einen gewöhnlichen Wolf.

    Als sie auf der anderen Seite wieder hinauf liefen und um einen besonders großen Brocken schlichen, erlebten sie ihr blaues Wunder. Wobei das eigentlich nicht ganz passend war. Vielmehr erlebten sie ihr rotes Wunder. Um Windschatten des großen Felsens hatte wohl jemand eine Art Schlachtfest veranstaltet. Überall war Blut. Teilweise gefroren, teilweise aber auch noch leicht dampfend frisch. Ihnen stockte für einen Augenblick der Atem. Alle hatten mit einem großen Wolf gerechnet, aber nicht damit. Bei Weitem nicht damit. Zwischen ein paar weiteren Steinen, die direkt an den Großen angelehnt waren, konnten sie die nackten, blutigen und teilweise auch brutal verstümmelten Füße eines Menschen erkennen. Blut tropfte aus den offenen Wunden, die er erkennen konnte. Sie schlichen näher heran und vernahmen kurz darauf das schmatzende Geräusch eines fressenden Raubtieres, das nur einen Lidschlag später in warnendes und bedrohendes Knurren überging …

  5. #5

    Chorrol

    Chorrol lag noch in graues Dämmerlicht gehüllt als Naasira die letzten Sachen zusammenpackte und ein schnelles Frühstück im Stehen einnahm. Sie versicherte sich nochmal, dass alle Fenster geschlossen und das Herdfeuer gelöscht war, bevor sie das Haus verließ.
    Die Vorbereitungen für das Frühstücksgeschäft im Eiche und Krummstab liefen bereits auf Hochtouren als die Heilerin eintrat. Trotzdem nahm Talasma sich für eine herzliche Umarmung und einen Schwall guter Ratschläge Zeit, als sie hörte das die Bretonin Chorrol für eine Weile verlassen würde. Die Heilerin nahm der Wirtin noch das Versprechen ab sich um Naasiras Haus zu kümmern, bevor sie sich quasi mit Gewalt von der geschwätzigen Khajit löste.
    In Gedanken noch über den Rat Talasmas "Nackten Nords am Wegesrand aus dem Weg zu gehen" am grinsen, trat die Heilerin durch das Stadttor und machte sich auf Richtung Stall.
    Nachtläufer machte seine Herrin bereits von weitem aus und führte schon mal am Gatter ein Höllenspektakel auf, für den Fall das Naasira Ihn übersehen hätte. In letzter Zeit waren nur kurze Ausritte in den umliegenden Wäldern möglich gewesen und dies reichte bei weitem nicht um den Hengst auszulasten. Die Bretonin ignorierte das Pferd erstmal und verschwand in den Stallungen. Dies brachte Ihr ein entrüstetes Schnauben ein.

    "Ich hoffe Ihr seid hier um dieses übergeschnappte Vieh zu bewegen. Sonst beißt und tritt er mir wieder alle Stallburschen, bis keiner mehr schaffen will." Ohne auf die miese Laune des Stallbesitzers einzugehen, erklärte Naasira das sie für einige Tage unterwegs sein würde und deswegen die fällige Stallmiete direkt entlohnen würde. Bei dem Klimpern des Geldsäckchens wurde der Tonfall Ihres Gegenübers direkt freundlicher und seine Augen bekommen einen gierigen Glanz. "Scheinbar ist heute Zahltag. Habe schon meinen ältesten Klepper an so einen armen Narren vermietet. Hatte wohl auch eine grössere Strecke zurückzulegen. Mit dem Gaul braucht er doppelt so lang."
    Naasiras Miene verfinsterte sich, doch da Ihr wie gewohnt mal wieder die Locken wirr bis über die Nasenspitze hingen, entging dieses kleine Detail dem Mann. "Wieviel habt Ihr dem armen Kerl denn abgeluchst?" Die Frage kam quasi beiläufig und im selben Moment wo die Antwort ausgesprochen wurde, war dem Kerl wohl klar das er gerade nen Fehler gemacht hatte. "Nunja, Ihr dürft mich nicht falsch verstehen. So schlecht ist das Pferd auch nicht.......ich meinte eben robust. Muss ja nicht jedes Pferd ein Rennpferd sein. Und er hat bezahlt ohne zu Handeln!!" Der Tonfall des Nord hatte nun schon was quengelndes. "Dann sollte es ja kein Problem sein wenn ich etwas handel. Wo mein Pferd seine Box nicht nutzt, da sich keiner traut ihn reinzuführen, brauche ich Euch ja wohl nur die Hälfte der Miete zahlen. Und Ihr solltet mal das Pferd dort hinten untersuchen lassen, bevor noch jemand das Gerücht verbreitet Ihr hättet die Pferdeseuche im Stall." Der Mann wurde weiß wie der Schnee in den Bergen, nickte nur und nahm das restliche Geld vom Tisch.

    Zufrieden steckte Naasira die übrigen 400 Septime wieder ein. Wenn Tarik nur ein halbwegs vernünftiges Pferd hatte, würden die beiden Nees spätestens auf halbem Weg nach Bruma wieder einholen. Er würde sich über das Geld bestimmt freuen.

    Es war spät geworden und so beeilte sich die Priesterin den Hengst zu satteln und zu beladen. Für die Reise trug sie eine stabile braune Lederhose und ein braunes Hemd.
    Dazu ein kurzes Schwert, wobei sie sich eher auf Ihre Magie verlies als auf das Schwert. Mit leichtem Schenkeldruck lenkte sie den Braunschecken aus der Koppel auf den Weg und erspähte nahe dem Stadttor einen Reiter. Sie lies Nachtläufer die Zügel frei und im flotten Trab schlossen sie sich Tarik an. Schon bald waren die beiden im flotten Tempo gen Bruma unterwegs.

    Tatsächlich stiesen sie noch vor Bruma auf Nees und die alte Stute schien sich über die anderen Pferde zu freuen und lies sich von deren Tempo mitziehen. So erreichte die Gruppe Bruma kurz nach Sonnenuntergang. Im höhergelegenen Bruma war es nach Sonnenuntergang sehr kühl. So drängen die Pferde nach der langen Reise erschöpft in den warmen Stall und die Reiter in die warme Schenke.
    "Heute Nacht kann ich nichts mehr tun. Doch ich werde die Magiergilde über unser Eintreffen informieren und morgen sehen wir nach dem Kranken. Schlaft gut."

    Mit diesen Worten machte sich die Heilerin zur Magiergilde auf und schlang fröstelnd Ihren roten Umhang um sich. Zwar mochten die schwarzen Symbole auf dem roten Stoff so manches Geheimnis hüten, doch sie ersetzten leider kein gemütliches Kaminfeuer. Die Bretonin stemmte sich gegen die schwere Tür der Magiergilde und stellte erleichtert fest, dass diese nicht verschlossen war. Achtlos lies sie die schwere Tür ins Schloss fallen, trat den Schnee von den Schuhen und schüttelte die Schneeflocken aus dem Umhang, welche sich draußen auf Ihren Locken und dem Umhang niedergelassen hatten. Ohne aufzublicken, sie versuchte gerade eine besonders widerspenstige Locke daran zu hindern Ihr dauernd ins Auge zu stechen, meinte sie: "Ich bin Naasira Dorak, Heilerin aus Chorrol. Ihr sollt hier einen Verletzten haben?"

  6. #6
    Seht merkte, dass es kälter wurde und packte seinen alten Umhang aus und zog ihn an, was sich auf dem Rücken der Stute als kleines Problem erwies. Es fing an zu schneien. Warum hatte er sich darauf eingelassen? Warum tut er dass? Er reitet auf einem alten klapprigen Pferd nach Bruma, das mindestens ein paar Wochen entfernt war, es schneid, und im bestem Falle wird er ein paar Frostbeulen abkriegen. „Die Stute wird das sicher kaum schaffen. Sie brauchte jetzt schon drei Pausen.“ Sagte er zu sich selbst. Der Ritt war eine wahrhafte Tortur. Seht schaute sich immer wieder um, denn so ein lahmes Pferd ist bestimmt ein leichtes Ziel für Banditen. Der Hügel hinter ihnen war gerade dran, als plötzlich zwei Gestallten über den Hügel ritten. Sie kamen mit doppelter, wenn nicht mit dreifacher Geschwindigkeit auf ihn zu. Erst als sie ihn fast eingeholt hatten erkannte er, dass es Tarik und Naasira waren. „Ihr habt vielleicht Glück! Ich muss mich hier mit einem alten Stück rumschlagen und ihr!“. Es dämmerte schon, als sich die Mauern Brumas am Horizont abzeichneten. Als sie ankamen, war es schon dunkel und es wurde zu kalt für Argonier. Naasira führte sie in eine Schenke, in der es den-Göttlichen-sei-dank schön warm war. Naasira verabschiedete sich und sagte, sie sage in der Magiergilde bescheit. Er mietete sich das billigste Zimmer. Es war zwar kein Luxuszimmer, aber immerhin war es warm. Seht schmiss sich auf das Bett und dachte nach. Für einen Diebeszug war es viel zu kalt. Er musste sich einen Mantel kaufen. „Später, wenn die Lehrstunde vorbei ist, werde ich mir etwas Warmes anzuziehen kaufen und dann meine Suche nach Jawina fortsetzen. Ich werde mal den Kranken fragen, und noch andere Leute. Wie ich hier dann nachts rauskomme ohne geschnappt zu werden, muss ich mir noch überlegen. Hier gibt es kein Fenster drin… “ In Gedanken versunken schlief Seht schließlich ein.

  7. #7

    Bruma, Magiergilde

    Gendrek erwachte, ruckartig und unsanft. Jeanne kam ins Zimmer gestürzt, "Gendrek ihr müsst aufwachen, euer…was?! Aileen? Ih..ihr…was geht hier vor?“
    Nun erwachte auch Aileen, sie richtete sich auf und rieb sich verschlafen die Augen. „Jeanne, was ist los? Warum platzt ihr so ins Zimmer?“
    Jeanne Kopf war rot wie eine Tomate, ihr Mund stand dazu noch weit offen „Ich wollte nicht stören, ich…äh ich wollte nur…das Bein, wie müssen es schienen,…ich äh gehe jetzt besser“
    Sie wandte sich schnell um, und ging sichtlich peinlich berührt schnellstens aus dem Zimmer.
    Aileen drehte sich auf die Seite und schlang ihre Arme um Gendreks Körper, sie rutschte näher an ihn heran und schmiegte sich an ihn.
    „Ich lie…“ Sie konnte die Worte nicht zu Ende formen, bevor dies passierte presste Gendrek seine Lippen auf ihren Mund, er wollte gar nicht hören was sie zu sagen hatte. Er wusste nicht wieso, doch etwas in ihm, bedrückte ihn.
    „Wofür war der?“ „Wie könnte ich solch schönen Lippen widerstehen?“ Aileen schmunzelte, und stand dann auf. Gendreks Blick konnte sich nicht von ihren wohlgeformten Rundungen abwenden, der schön geschwungene Po, die zarte Hüfte.
    Sie nahm den Seidigen Mantel weißen von gestern Abend auf und warf ihn sich über, erst jetzt als es hell war konnte Gendrek sehen das der Mantel durchsichtig war und nichts verhüllte.
    „Ich muss mich jetzt fertig machen, bis gleich mein…Lieber“ Aileen, verschwand nun ebenfalls aus dem Raum und Gendrek war damit alleine. Er war die Bettdecke von sich und sah sich sein Bein an, wahrlich kein schöner Anblick. Irgendwie verdreht, und falsch. Er drehte und windete sich, und griff nach einer Leinenhose die in seiner Griffweite war. Vermutlich legte sie Jeanne dort hin, wann auch immer dies war.
    Er streifte sich die Hose über, stöhnte dabei vor Schmerzen auf. Als er endlich fertig war und die Schmerzen nachließen, legte er sich wieder normal hin.


    „So gleich haben wir es…ja…gleich…uuuund, fertig“. Die Schiene saß, er hatte zwar mittlerweile durch ein paar andere Magier mitbekommen das Jeanne in Sachen Zauberei absolut unfähig war, doch dies hatte sie perfekt hinbekommen. Und wo immer sie es auch gelernt hatte, er war froh dass sie es zumindest etwas beherrschte. Die Schiene war allerdings trotzdem improvisiert, das Bein lag verdreht darin dafür allerdings unbeweglich.
    „Eine Frage Jeanne, wieso kann das hier eigentlich keiner mit Magie erledigen? Müsste das nicht helfen?“ „Nein Gendrek leider nicht, euer Knochen ist, wie ich sicherlich sehen könnt, verdreht. Wir brauchen einen Profi dafür, sonst könnt ihr euer Bein abschreiben.“ Die Erklärung befriedigte ihn.
    Jeanne stand von dem Hocker auf, auf dem sie sich niedergelassen hatte um ihm die Schiene anzulegen. Mit den Worten „Dann lass ich euch beiden Turteltauben mal alleine“ wendete sie sich ab, verließ das Zimmer und rief nach Aileen.
    Diese betrat den auch geschwind den Raum. Und Gendrek bekam seinen Mund nicht mehr zu. Er stellte sich ernsthaft die Frage, wie Aileen an soviel Septime kam damit sie sich diese teure Kleidung kaufen konnte. Ein mit Ausnahme des Rockes kompletter sichtbarer Satz Kleidung aus Seide, eine Bluse mit tiefem Ausschnitt und der kurze Rock unter dem weiße oberschenkellange Strümpfe mit Spitzen hervor lugten.
    „Ist dir nicht…kalt? Du siehst zwar ganz schön heiß aus, aber…“, „Nein Gendrek mir ist nicht kalt, ich bin nicht umsonst eine Magierin“.
    Er lag immer noch im Bett und konnte nicht davon ablassen Aileen Körper mit den Augen abzutasten, wie gern würde er doch jetzt aufspringen können und Aileen die Kleider vom Leibe reißen.
    „Was ist los mit dir Gendrek, warum starrst du so?“ Sie wusste warum, das war klar “Was auch immer du mit mir vorhast…es klappt verdammt nochmal. Wieso zur Hölle gerate ich an eine Frau die mich anscheinend verfolgt, und mich nach allen Regeln der Kunst offensichtlich verführt und damit sogar noch durchkommt?“
    Sie kam näher, und setze sich auf das Bett. Sie blickte ihn immer noch verführerisch an, sein Herz raste. Sie krabbelte nun auf allen Vieren über Gendrek, und ermöglichte ihm damit bewusst Einblick in ihr freizügiges Dekolleté. Wie eine Raubkatze befand sie sich über ihm, bereit zum Angriff. Und der Angriff kam….
    Hemmungslos fiel sie über Gendrek her, vereinte ihre Lippen mit seinen ohne Gnade. Wie Tiere spielten sie miteinander, doch plötzlich hörten sie das knarren eine schweren Tür.
    „Hast du das gehört Gendrek? Die Gildentüre“ „Was ist daran so besonders? Es wird Jeanne sein“ „Nein nein, Jeanne würde so spät nicht mehr die Gilde verlassen“.
    Tatsache war, dass es bereits sehr spät war. „Vielleicht ist das…warte ich schau eben nach“
    Aileen lies ihn einfach so im Bett liegen und eilte schnell in den Hauptraum der Gilde.

    Oben angelangt fiel die schwere Türe in schloss, vor Aileen stand eine Bretonin sie schätzte sie auf 30 Jahre. Braune Locken fielen ihr in allen Richtungen vom Kopf, und sie kämpfte gerade mit einer besonders widerspenstigen die ihr im Gesicht hing.
    Gerade als sie zur Begrüßung ansetzen wollte fing die Bretonin an Aileen mit Wörtern einzudecken
    „Ich bin Naasira Dorak, Heilerin aus Chorrol. Ihr sollt hier einen Verletzten haben?"
    Das war sie also, die Heilerin von der Jeanne sprach, blieb nur zu hoffen dass sie wirklich soviel von ihrem Werk verstand wie Jeanne sagte.
    „Aileen Viliera, ja wir haben einen Verletzten, sein Name ist Gendrek. Er hat sich sein Bein gebrochen, und als wäre das nicht genug hat er es sich auch noch komplett verdreht. Es sieht recht…wie soll ich sagen, seltsam aus. Soll ich ihn euch noch zeigen oder wollt ihr das erst morgen regeln?“
    „Nein das werde ich erst morgen tun, ich wollte nur Bescheid geben das wir eingetroffen sind.“

    Gendrek lag mit hinter dem Kopf verschränkten Armen auf seinem Bett, gefesselt durch sein Bein. „Mal schauen was der neue Tag so bringt, auf Aileen kann ich nicht mehr hoffen, verdammt wieso muss gerade jetzt jemand in die Magiergilde kommen?“
    Gendrek packte angesäuert die Bettdecke warf sie sich über den unbedeckten Oberkörper und sank langsam in den Schlaf…

  8. #8

    Troy's Versteck; Silberne Straße

    Als Troy am nächsten Morgen erwachte, hörte er ein paar Stimmen. Wie es aussieht Wegelagerer die gerade einen Händler überfielen haben und sich nun mit der Beute in die nächste Stadt begaben.
    Ein komisches Gefühl überkam Troy und er merkte das, umso länger er in der blanken Sonne saß,
    das Gefühl immer schlimmer wurde. Er merkte wie sich langsam etwas in seinem Mund tat. „Reißzähne!“ dachte er und plötzlich hatte er eine Vision. Er sah wie sein Vater in einer dunklen Nacht in einem Schlosshof stand, der voll mit Leichen bedeckt war. Eine Schlacht muss dort getobt haben. Er erkannte wie sein Vater sich dem Hals einer noch lebenden, kurz vor dem Tode stehenden Person näherte, den Mund öffnete und mit großen Reißzähnen direkt in den Hals biss. Blut schoss aus der Wunde und die Person ließ den Kopf nach hinten fallen. Troy kam zu sich. Ein ungeheuer großes Verlangen nach Blut stieg in ihm auf und er spürte wie seine Augen ihre Farbe veränderten.
    Er konnte es nicht leugnen, er ist ein Vampir, wenn auch nur ein Halber, da seine Mutter ein Mensch war. Schließlich war das verlangen zu groß, Troy zog sein Schwert,stand auf, stieg auf den Stein und wartete das die Wegelagerer ihn bemerkten. Es dauerte nicht lange da sah ihn einer der Leute, welcher die anderen auf Troy aufmerksam machte. Sie zogen ihre Waffen, der eine hatte einen Bogen, der andere ein Langschwert und der letzte eine Axt. Die beiden Nahkämpfer rannten los und der Bogenschütze spannte einen Pfeil auf die Sehne seines Bogens, zielte, doch plötzlich erkannte er kein Ziel mehr. Troy war verschwunden. Einen Moment später erkannte er was geschah, doch es war zu spät. Troy stach sein Schwert in einen der Wegelagerer, nahm seine Axt, senkte sein Schwert nach unten und tritt den Kämpfer vom Schwert, welcher auf gleich zu Boden sank. Er nahm die Axt und warf sie auf den Kämpfer mit dem Langschwert, welcher Starr vor Schreck war. Die Axt durchbohrte den Hals des Kämpfers. Langsam sank der Kopf nach hinten und schließlich fiel er nach unten auf den Boden. Eine kleine Fontäne aus Blut spritzte aus dem Hals des noch herumfuchtelnden Kämpfer, welcher nach wenigen Sekunden auch zu Boden sank. Schließlich und zuletzt wandte Troy sich dem Bogenschützen zu welcher vollkommen am Boden war, das seine Freunde Tod waren, und verschwand in einer kleinen Wolke aus Schatten. Nach wenigen Sekunden erschien Troy hinter dem Bogenschützen und Biss ihm in den Hals. Nach ein paar Minuten sank der Körper des Bogenschützen zu Boden, und Troy versenkte sein Schwert ins Herz des Schützen. Troys Augen bekamen wieder das tiefe Blau des Meeres und sein Hunger nach Blut war gestillt. Vorerst. Er wischte das Blut vom Schwert und packte es zurück in den Lederriemen den er für das Schwert gemacht hatte. Er durchsuchte die Sachen der Wegelagerer und fand einige tolle Sachen die er natürlich auch in Bruma verkaufen wollte. So machte er sich auf den Weg, die Silberne Straße entlang nach Bruma. Von weitem erkannte er die Stadt, doch die Müdigkeit war stärker und er legte sich kurz vor seinem Ziel zur Rast. „Morgen werde ich endlich mein wohlverdientes Geld bekommen“ sprach er leise zu sich selbst und Schlief letztendlich ein.
    Geändert von SirTroy (17.11.2008 um 20:38 Uhr) Grund: Sig aus! Sorry =(

  9. #9

    Bruma; BrumaNord; Herberge; Weg nach Weye; Troy's Haus

    Am nächsten morgen stand Troy schon sehr früh auf. Er fühlte sich als könnte er Berge verschieben.
    Er suchte sich seine Sachen zusammen und ging weiter. Nach 20 Minuten war Troy in Bruma angekommen. Das Tor stand offen, er trat hinein und eine Wache begrüßte ihn: „Guten Morgen der Herr“ „Morgen“ Antwortete Troy, hob kurz die Hand und ging weiter.

    Er fragte wo es hier eine Taverne gäbe. Eine Frau wies ihm den Weg, welchen er auch gleich einschlug. Er kam an der Taverne an, öffnete die Tür und sah einige sehr Zwielichtige Personen der unterschiedlichsten Rassen. Ob es nun Altmer, Bretonen oder Nord waren, alles war hier vertreten. „Oh man“ Dachte sich Troy und ging hinein. Er saß sich an einen freien Tisch, holte seine Pfeife raus, legte Tabak hinein und zündete es an.

    Nach wenigen Minuten kam ein Kellner und fragte was ob der Herr was trinken wolle. „Nein danke, aber ich suche jemanden namens Ongar“ sagte Troy. „Ich kenne ihn nicht“ sagte der Kellner mit scharfem Blick. Troy nahm ein paar Septime aus der Tasche und legt sie auf den Tisch „Wird das deine Zunge lockern?“ fragte Troy. „Nun ja... Er wohnt auf der anderen Seite Brumas, er hat dort eine kleine Hütte, Er kommt öfters hier vorbei. Eigentlich sollte er längst da sein sonst kommt er immer um diese Uhrzeit.“ Antwortete der Kellner, und plötzlich kamen schreie von draußen.

    Troy stand auf und rannte zur Tür, welche er aufschlug. Er sah wie sich Zwei Männer mit ihren Waffen gegenüber standen. Der eine mit einem Dolch und der andere mit einer Axt. Gerade wollten die beiden anfangen sich zu schlagen, da zog auch Troy sein Schwert und nahm sein Schild vom Rücken. Blitzschnell war Troy zwischen den Männern und wehrte die beiden Waffen ab. „Na Na, ihr wollt euch doch nicht umbringen“ sagte Troy und sah wie eine Wache angerannt kam. Er schlug den Mann mit der Axt auf den Boden und wandte sich dem andern Mann zu. „Bist du Ongar?“ Flüsterte Troy dem Mann zu. Er nickte und Troy steckte ihm einen Zettel zu.
    Troy drehte sich zur Wache und verwickelte sie in ein Gespräch. Ongar ging weg. Nach einigen Stunden der Diskussion war es bereits 18.00Uhr.

    Troy ging auf die andere Seite Brumas, der Nordseite, wo ihn Ongar schon erwartete. „Du bist also Troy? Wie geht es dir?“ Fragte Ongar und Troy antwortete „Gut gut, und selbst?. Ich bin hier um einige „Waren“ zu verkaufen“. Ongar nickte ihm zu und ging voran. Nach wenigen Minuten erreichten sie eine Hütte, Ongar zog einen Schlüssel und schloss die Tür auf. Sie gingen rein und setzten sich auf die Stühle an einem etwas größeren Tisch. Troy nahm sein Rucksack und schüttete ihn auf dem Tisch aus. 2 Bögen, einen Stahlhelm und 5 Schwerter. Es waren keine Normalen Schwerter, bemerkte Ongar und überlegte einige Zeit.

    Nach 10 Minuten meinte Ongar dann „Ich würde sagen ich gebe dir 13000 Septime!“. „Soviel!“ staunte Troy und fing an zu grinsen. „Ja, der Stahlhelm hat einen wert von 1000 Septime, die 2 Bögen beziehen sich auf 1200 Septime und die Fünf Schwerter auf Insgesamt 10800 Septime. Es sind sehr besondere Schwerter! Das eine hat sehr feine und Alte Gravierungen, es scheint ein Altes Ayleidenschwert zu sein. Troy überlegte. „Ich würde dieses Schwert gerne behalten“ meinte er. Ongars Mundwinkel bogen sich nach unten. „Schade“ meinte er, „das würde den Lohn aber beträchtlich senken“. Troy legte sein Schwert auf den Tisch, das Klingenkatana, und sagte „Das hier verkaufe ich auch!“. Nach kurzer Zeit sagte Ongar „Okay denn wären es nun noch 8000 Septime“.
    Troy nickte, nahm den Sack voll Septime und das Schwert, Verabschiedete sich von Ongar und ging aus dem Haus.

    Später war Troy in einer Herberge angelangt, wo er eine Frau sah die sich mit dem Kellner unterhielt. Er beachtete sie nicht weiter und ging zum Wirt. „Ein Zimmer für die Nacht“ Sagte Troy und lag 10 Septime auf den Tresen. „Hier ist der Schlüssel“ sagte der Wirt und nahm die Septime.
    Troy ging auf sein Zimmer und betrachtete sein neues Schwert, welches selbst in der Dunkelheit zu glänzen vermag. Er wischte mit seinem Finger über die Klinge und schnitt sich daran. Er leckte das Blut von seinem Finger und legte sich auf Bett, die Arme hinter dem Kopf verschränkt. Er dachte nach. Über seine Familie, das er ein Vampir war und was er alles mit seinen 8000 Septimen machen will. Er nickte ein. Nach kurzer Zeit wachte er auf. Er hörte Zwei stimmen die sich auf seine Tür zu bewegten. Er nahm das Schwert was einen kleinen, sehr feinen kling laut von sich gab. Die Leute aber bemerkten es nicht. Sie sprachen einen Zauber auf das Schloss was sich sogleich öffnete.

    Die Diebe traten in das ungefähr 10 m² große Zimmer ein und sahen sich um. Troy aber war nicht zu sehen. „Wo ist er?“ sagte der eine leise zu seinem Freund. „Ich weiß es nicht!“ Antwortete der andere und ging weiter in das Zimmer hinein. In diesem Moment sah man einen Schatten durchs Zimmer huschen, und der eben noch im Zimmer stehende Mann verlor blitzschnell den Kopf welcher von einer Blutfontäne begleitet weg flog. Ruckartig knallte die Tür hinter dem anderen Mann zu. Die feine und vor allem scharfe Klinge presste sich leicht an den Hals.

    „Wer bist du an was wollt ihr von mir!“ Zischte Troy hinter dem Rücken des Mannes. „Das werde ich dir nicht verraten!“ Antwortete der Mann, leicht verängstigt. Blut floss von seinem Hals direkt auf die Schwarze Lederrüstung. „Ihr seid von der Dunklen Bruderschaft? Nicht wahr?“ „Der Mann schwieg. Troy zog die Klinge fester an den Hals und der Mann stöhnte vor schmerzen. „Ja ja ich rede aber bitte lass mich am leben!“ „Mal sehen!“ Antwortete Troy. „Die Dunkle Bruderschaft hat uns aufgetragen dich zu Töten. Wer den Auftrag gab weiß ich nicht, wir erledigen nur die Arbeit!“
    Troy Zog die Klinge vom Hals weg. Und ließ den Mann aufstehen. Der drehte sich um und schreckte zurück. Die Ayleidenklinge Schnellte in die Höhe und zerschnitt Fleisch und Knochen des Arms. Eine Kleine Fontäne aus Blut spritzte aus der tiefen Fleischwunde. „So eine Sauerei!“ sagte Troy und Schnitt den anderen Arm auch noch ab. Der Mann sank auf die Knie und fing an zu weinen. „Ich mache dem ein Ende“ Sagte Troy und schlug den Kopf des Mannes ab, welcher daraufhin zu Boden fiel. Eine große Pfütze aus Blut floss auf dem Boden.

    Am nächsten Morgen wachte Troy auf und sah die Sauerei auf dem Boden. „Die werden mich für einen Mörder halten!“ dachte Troy und es klopfte an der Tür. „Nicht reinkommen bitte!“ rief Troy und ein Mann antwortete. „Denn komm ich später wieder!“. Troy nahm die einzelnen Teile der Körper und schmiss sie aus dem Fenster in den Brunnen, so das es keiner sah. „Was mach ich mit dem Blut?“ dachte er und sah auf seinen Rucksack. „Ich habs!“ er nahm ein Paar Getränkeflaschen aus seinem Rucksack und murmelte eine Formel. Das Blut sog sich automatisch in die Flaschen.

    Troy nahm seine Sachen und machte sich auf den Weg nach unten. Er kam runter und der Wirt fragte: „Wie war die Nacht?“, „Angenehm, danke“ Antwortete Troy und machte sich auf nach draußen. „So den ganzen weg wieder nach hause“ seufzte Troy und ging aus dem Stadttor in Richtung Heimat. An der Kreuzung zur Orangen Straße sah er sich kurz um und blickte in die Ferne. „Mal sehen was mein weiter weg noch so birgt, bis ich endlich den wahren Frieden finden kann“ seufzte er und ging weiter. Die ganze Nacht durch wanderte Troy, bis er schließlich in seinem warmen, gemütlichen Heim ankam, seine Sachen auspackte, die Schuhe auszog und sich in Frieden auf sein weiches Bett legte. Es vergingen nur wenige Sekunden da Schlief Troy ein.

  10. #10

    Troy's Haus; Kanalisation; Kaiserstadt-Marktbezirk; Göttliche Eleganz; Troy's Haus

    Als Troy am nächsten Morgen erwachte, dachte er an die letzten Tage. Er ging runter zum Fluss und wischte sein Gesicht ab. Er nahm einen Eimer mit in sein Haus und setzte das Wasser auf den Herd.
    Er zündete das Feuer an und packte ein paar Beeren aus dem Wald hinein. Danach ging er nach draußen zu der Feuerstelle seines Hauses, zündete sie an, nahm einen Spieß und packte etwas Fleisch drauf. Das ganze legte er nun übers Feuer wo es langsam vor sich hin bruzelte. Er ging wieder ins Haus und setzte sich an den kleinen Tisch. Er legte das Schwert auf den Tisch und betrachtete es. Die Runen leuchteten auf, und nach wenigen Sekunden war das Licht wieder weg.

    Nach einer halben Stunde waren die Beeren fertig. Troy nahm sie, füllte sie auf einen Teller und aß sie. Er roch einen leckeren Geruch von draußen ins Haus kommen. Er legte die Beeren beiseite und sah nach dem Fleisch. Ein Wolf hatte den Geruch auch wahrgenommen und stand nun vor dem Fleisch. Der Wolf bemerkte Troy und fing an zu knurren. Troy nahm sein Schwert in die Hand und hielt es vor sich wie ein Speer. Der Wolf lief auf Troy zu, der nahm das Schwert und schlug zu.
    Der Wolf aber machte einen Satz nach rechts und sprang auf Troy. Der Fiel zu Boden und hielt mit den Händen das Maul des Wolfs fest, sodass der ihn nicht beißen konnte.

    Nach mehreren Minuten des Gerangelns stieß Troy den Wolf mit dem Fuß nach hinten. Er stand auf und hob sein Schwert auf. Der Wolf sprang nochmal, diesmal aber packt Troy sein Schwert direkt vor den Bauch, und der Wolf flog direkt drauf. Er packte den Wolf weg und stand auf. Klopfte den Staub von der Hose und ging zur Feuerstelle. Er nahm das Fleisch und ging nach drinnen, packte das Fleisch auf den Tisch und aß die Restlichen Beeren und das Fleisch auf.

    Am Abend machte Troy sich auf den Weg in die Kaiserstadt, um dort mal wieder seiner Arbeit nachzugehen. Am Tor aber machte ihn eine Wache aufmerksam das keiner in die Stadt darf ohne einen Pass. Da er keinen hatte ging er wieder zurück. „Irgendeinen Weg muss es geben!“ Fluchte er und ging an der Mauer entlang. Nach wenigen Schritten sah er den Eingang in die Kanalisation.
    „Das ist es!“ meinte er und ging zum Eingang runter. „Verschlossen“. Er nahm eine Dietrich und versuchte die Tür zu öffnen. Nach wenigen Minuten und ein paar zerstörten Dietrichen, hatte er es endlich geschafft. Er öffnete das Gitter und ging hinein.

    Nach ein paar Abzweigen die Troy entlang ging, fand er ein paar Goblins die sich unterhielten. Er wollte sein Schwert zücken, aber als er es gerade ziehen wollte, bemerkte er das er sein Schwert zu
    hause vergessen haben muss. Fluchend hockte er sich hin und schlich sich leise an den Goblins vorbei, die ihn glücklicherweise nicht bemerkten. Er hatte es endlich geschafft und kam an eine kleine Treppe. Er stieg die Treppe hinauf und kam aus einem der Brunnen in der Kaiserstadt wieder heraus. „Dass muss das Marktviertel sein“. Troy stieg aus dem Brunnen und stellte sich an die Wand. Er schaute um die Ecke ob keine Wache da wäre und ging langsam bis zum ende des Tunnels. Er schaute auch hier wieder und sah nur die Wachen die am Tor standen. Er schlich sich direkt über den Weg bis zum Laden „Göttliche Eleganz“. Er öffnete auch hier die Tür mit seinen Dietrichen. Leise öffnete er die Tür und schloss sie hinter sich.

    Als er im Laden stand sah er eine Menge Sachen. Von langen Röcken die mit Diamanten beschmückt waren bis hin zu prächtigen, Rubin, Saphir und Topas besetzten Kleidern.
    Troy nahm sein Rucksack und steckte alles ein was in seinen Rucksack passte. Nach wenigen Minuten hatte er seinen Rucksack voll bepackt und schaute sich nochmal um. Er ging auch die Treppe hoch bis zu der Tür wo die Besitzerin wohnt. Er öffnete die Tür und sah einen Riesigen Rubin, ungefähr so groß wie eine Tomate. Er konnte nicht widerstehen. Langsam aber sicher schlich er sich bis zu dem Juwel hin, packte es und steckte es in seinen Rucksack. Er schaute sich im Zimmer um und sah die Besitzerin ganz ruhig schlafen. Diese Gefühl kam wieder in ihm hoch. Seine Augen färbten sich in ein Tiefes Rot. Er war nicht mehr er selbst. Leise schlich er sich zur Besitzerin.

    Lange, Weiße, Messerscharfe Reißzähne bohrten sich in den Hals der ruhig schlafenden Besitzerin, die nur kurz stöhnte und dann wieder ruhig lag. Troy sog das Blut aus den Adern, zog die Zähne aus dem Fleisch und wischte den Blutverschmierten Mund ab. „Das tut gut!“ dachte er und ging leise zur Tür die ins Erdgeschoss führt. Unten angekommen öffnete er die Haustür und ging hinaus. Er schlich sich wieder zurück zum Brunnen um aus der Stadt zu fliehen. Auf halber strecke hörte er einen lauten Schrei. „Diebe!!!!“ rief die Besitzerin und kam zur Tür. Troy nahm die Beine in die Hand und rannte zum Brunnen. Als er dann in der Kanalisation stand, seufzte er. „Das war echt knapp“ sagte er und ging weiter, schlich sich an den nun am Feuer sitzenden Goblins vorbei und kam am Ausgang der Kanalisation an.

    Zu hause angekommen schmiss Troy den Rucksack in die ecke, nahm sein Schwert und sagte „ Das war ein Tag!“. Er legte sich aufs Bett und dachte nach. „Warum bin ich ein Vampir?“ dachte er und machte die Augen zu. Er schlief ein und träumte.

    Eine in schwarz gekleidete Person kam in den Raum. „Wach auf“ sagte sie und wurde immer lauter“ Troy öffnete die Augen, stand auf und fragte „Wer bist du?!“. „Ruhe!“ sagte die Person und stach einen Dolch in Troys Bauch welcher ein lautes stöhnen von sich gab. Der Angreifer zog das Messer weiter nach oben. Blut strömte aus Troys Mund und er sank zu Boden. Er zog das Messer aus dem Bauch und schlitzte mit einem Streich den Hals von Troy auf.

    Schweißgebadet wachte Troy auf und fasste sich an den Hals. „Ein Alptraum!“ sagte er und legte sich wieder hin. Die Tür öffnete sich und eine Person kam rein. Ein großer, starker Rothwardone trat hinein und schaute sich um. Troy stand auf nahm sein Schwert und machte sich kampfbereit. „Wer bist du!“ sagte Troy und schaute auf den Rothwardonen. „Du musst sterben! Im Namen von Sithis“ sagte der Rothwardone und nahm seinen Großen Kriegshammer in die Hände. „Wie oft wollt ihr es noch versuchen!?“ schrie Troy und rannte auf den Feind zu.

    Troy setzte zum Schlag an aber der Angreifer war etwas schneller. Er schlug mit seinem Hammer zu, doch im letzten Moment konnte Troy einen Schritt zur Seite machen und konnte dem Schlag fast unverletzt ausweichen. Sein Arm wurde verletzt. Doch das störte Troy nicht denn im Moment ist es wichtiger den Feind auszulöschen. Er setzte wieder zum schlag an doch der Angreifer wich dem schlag aus und schlug auch zu. Der schlag ging direkt auf das Bein von Troy welcher kurz zusammen zuckte, denn aber zum Stich ausholte und direkt durch die Arme das Angreifers stach. Der Schwert ließ er stecken, nahm der großen Kriegshammer und holte aus. So einen gewaltigen Hammer hatte Troy noch nie gesehen. Grade so schaffte er es den Hammer wieder nach vorn zu holen und mit einem Schlag den Kopf de Angreifers zerquetschte. Kleine Teile des Kopfes flogen in alle Richtungen und ein riesiger Fleck aus Blut war nun auf dem Boden.

    Troy Zog sein Schwert aus den Armen des Angreifers und wischte das Blut weg. Er durchsuchte den Angreifer nach wertvollen Sachen. Das einzige was wertvoll war, war der Kriegshammer den er bei sich hatte. „Na toll, nicht mal ein paar Septime hat er bei sich!“ sagt Troy und packte die Leiche in den Fluss, wo sie nach Osten trieb. Einige Stunden vergangen und Troy hatte auch den Letzten Fleck Blut beseitigt. „Was für eine Arbeit!“ dachte sich Troy als er sich gemütlich am Kamin niederließ und seine Hände Wärmte. „Die tage ziehen dahin wie im Fluge“ dachte er und verband seine Hand und sein Bein. „Hoffentlich kann ich bald wieder richtig laufen“ sagte er und nahm ein Schluck aus einer Flasche mit Met. „Das wird schon wieder und bald kann ich meine Waren wieder verkaufen!“ mit diesen Worten packte er die Flasche beiseite und legte sich schlafen.

  11. #11

    Cheydinhal:Herberge zur Brücke; Wildnis

    Honey hatte sich nun, nach langer Suche, in der "Herberge zur Brücke" eingefunden. Es war spät, und die Tische waren vollbesetzt. Nur an dem Tresen waren noch zwei Hocker frei.
    Honey setzte sich auf einen drauf und bestellte einen Krug Met, gut eingeschenkt. Sie beobachtete das Treiben, die Trunkenbolde die mit der Bedienung liebelten, lachten und sich rauften. Honey rückte ein Stück näher an das Treiben heran und wurde sogleich angelacht und zum Tanzen gefordert. sie winkte lachen ab und meinte, dann müsse man schon Bleischuhe haben, um mit ihr zu tanzen, so oft trat sie daneben.Sie bestellte und bestellte imemr weiter Bier. Als sie nun ziemlich betruken war, ließ sie sich zu einer kleinen Rauferei ein, ein paar Faustschläge und Tritte nur, dann schunkelte sie zu ihrem Platz. Sie nahm noch einen letzten Zug aus ihrem oft aufgefüllten Krug und rief die Wirtin"Hörn se, haben se noch nen Kammer frei für mich?Bin ssum umfwallen müdä..hähähä."lallte sie betrunken.Die Wirtin war es gewohnt und bat sie freundlich um 15 Septime für ein Zimmer,dazu noch 85 Septime für den Alkohol. Honey regte sich auf, was das für Zeiten waren,und ob man denn noch von seinen Verdiensten leben konnte, rückte aber das Geld raus und knuffte die Herren noch mal tüchtig in die Schulter, bevor sie in ihrer Kammer verschwand. Sie zog sich eine altes, viel zu großes Leinenhemd an und schmiss sich ins Bett. Sie woltle ihren Rausch tüchtig ausschlafen-morgen war ja auch noch ein Tag.
    Sie hörte den Schlag einer Kapelle, dunkel bedrohlich, nicht wie ein heller Glockenschlag.Sie stand vor der riesigen Kapelle, in kaltes Mondlicht getaucht. Dunkel, bedrohlich, wie ein Schatten von einem Zyklopen, riesig. Sie blickte sich um, niemand war auf den Straßen, keine Wachen. Sie wollte die Kapellentür öffnen, die schlug aber von alleine auf. Schwarze Kerzen brannten überall, erhellten den Raum gespenstisch, einige dunkle Gestalten saßen dort und schienen auf jemanden zu warten. Als Honey die Kapelle betrat, drehten sie sich um. "Endlich angekommen, junge Schülerin." Jemand legte Honey die Hand auf die Schulter. Die zuckte zusammen und drehte sich um. Es war ihr Vater.
    Ein Schrei zerschnitt die Stille im Zimmer von Honey. Sie selbst hatte geschriehen. Sie setzte sich ruckartig auf. Nur ein Traum. Sie fragte sich, ob er etwas zu bedeuten hatte. Es wurde hektisch an die Tür geklopft. "Hallo?Ist da jemand drin?" fragte jemand. Honey erkannte die sanfte Stimme der Wirtin. Schnell öffnete sie die Tür. "Ist was passiert, wertes Fräulein?" fragte sie."Bloß ein Alptraum..."murmelte Honey zerknirscht. "Gut,gut. Die Kirchenuhr Schlug drei mal, als ihr schriet. Es ist wohl drei uhr mittags." Honeyes Augen weiteten sich.Drei Uhr? Naja, wenigstens war ihr Rausch ausgeschlafen."Gut, ich komme gleich. Könnten sie mir bitte schonmal einen Flin bereitstellen?" "J-ja."stotterte die Wirtin. Auf so etwas Feines war sie selten zu sprechen gekommen. Sie verschwand nach unten und Honey schloss die Tür und zog sich um. Ihr braunes Kleid, und dicke Rindslederschuhe. Sie zog ihren Beutel hervor, wollte direkt bezahlen. raus aus der Stadt. An einen Wasserfall. Eine ruhige Landschaft.
    Sie polterte die Treppe runter, legte hastig 110 Septime auf den Tisch, nahm die Flasche Flin. Sie stürmte zur Tür heraus, zum Stadttor. An dem verschnaufte sie kurz und nahm einen Schluck aus der Flasche. Sie bat die Wache, das Tor zu öffnen, und trabte etwas weiter weg. Dann legte sie ihre Rüstung an, nahm ihre Flasche wieder an den Hals und salbte sich den Rachen mit einem großen Zug aus der Flasche. Sie hörte ein Plätschern und folgte ihm. Dort setzte sie sich auf einen Fels und leerte die Flasche schließlich. Dann nahm sie ein Stück Paper und eine Feder sowie ein TIntenfass hervor und begann zu schreiben. Sie wollte mit einem Buch anfangen. Dabei ordneten sich ihre Gedanken. SIe begann:
    Ein leises Plätschern, zwitschernde Vögel. Shezzana lag auf einer Wiese nahe des Flusses. Sie blickte in den Himmel, die Arme hinter dem Kopf verschränkt. Sie dachte über ihren Vater nach und ihre Mutter, die sie verlassen hatte. Sie dachte an ihren Bruder, der sie immer schlug. Und an Sujsto, das Familienpferd, das sie zur FLucht benützt hate und welches hinter ihr graste...
    weiter kam sie nicht, denn ein "Ihr seht aus wie eine schwangere KUH!" zerschnitt ihr die wundervolle Atmosphäre. seufzend legte sie die Feder und das Pergament weg, zückte ihr Silberlangschwert, das sie mal gefunden hatte, und blickte sich um. Ein Rotwhardon, in einer Pelzrüstung, kam mit einer Eisenaxt auf sie zugestürmt. er war ziemlich schnell und traf Honey am Arm. Es brannte fürchterlich, die Axt war wohl vergiftet. Sie sackte zu Boden. Dann fiel ihr ein, was sie dabei hatte. sie wühlte in ihrem Gepäck, und shcluckte einen "Gift-heilen"Trank, noch dazu einen "Lebensenergie-wiederherstellen"Trank, denn das Gift hatte an ihrer Energie gezehrt. Die Wirkung trat ein und sie sprang auf die Beine. Bevor der Bandit wieder zushlagen konnte, sprang sie mit ordentlich Sprung hoch und verstzte ihm einen Shclag von oben. Der hatte gesessen, den der gegner ließ die Waffe fallen und presste die Hände an den Kopf."Aber wie..." dachte Honey. Sie hatte weder Gift noch Betäubung benutzt, was sie stutzig machte.Doch der Räuber war schlau, er schlug, während Honey wunderlich dastand, mit der Faust in ihre Magengegend. Honey fiel nach hinten und krümmte sich. mit einem leicht hochgerichtetem Auge blickte sie den Bandit an, der mit der Kriegesaxt in der Hand über ihr stand. Sie stand auf, sackte ein, konnte aber ihr Schwert packen. Sie wich seinen Hieben aus, während sie in ihrer Tasche suchte. Sie nahm eine grüne Flasche hervor und träufelte den Inhalt auf ihr Schwert. Dann schnitt sie damit dem Rothwardon in sein Bein. Er woltle zurückschlagen, kam aber nicht dazu. Honey hatte Lähmungsgift benutzt, selbst hergestellt. Sie trat hinter ih nund mit einem Hieb in den Nacken war es vorbei mit dem Räuber. Er sackte zu Boden.
    Honey war zufrieden mit sich, auch wenn der Kampf den entsprechenden Preis gefordert hatte. Sie humpelte vorsichtig in Richtung Cheydinhal zurück und ging zu einem Alchemisten. Dort fragte sie was gut für ihre Wunden wäre. Der Alchemist fragte nach der Gerätschaftsstufe ihrer Alchemie-Ausrüstung."Novize.."sagte sie. Er reichte ihr zwei Ästchen und ein großes Blatt."Zerstampfe das im Mörser und gib es durch den Calcinator."sagte er."Das sollte ein wenig helfen." Honey tat wie ihr gesagt wurde und schluckte das Gebräu. Sie spürte, wie sich etwas unter ihre Wunden legte, etwas inneres."Es dauert noch ein paar Stunden, bis es wirkt. Legt euch am besten hin." Honey stimmte zu. Das Zimemr der Herberge hatte sie erst spät gebucht, für diesem Tag natürlich früh. 2 Uhr oder so ähnlich. sie machte sich auf zur Brückenherberge und legte sich matt auf ihr Zimmer und schloss die Augen. Es war spät und heute viel passiert. sie nickte sofort ein, und träumte wieder.

  12. #12

    Kaiserstadt - Weye

    Nachdem er den Auftrag erhalten hatte war er zuerst in die Waffenschmiede 'Hauen und Stechen' gegangen um sich dort für die kommende Mission auszurüsten. Er hatte zwar zwei gute Schwerter und einen guten Bogen, allerdings würden weder die Elfenstahl-Schwerter noch die Stahlpfeile etwas gegen die Geister die häufig in den Ruinen zu finden waren ausrichten und auf seine Zauberkräfte, die sowieso nie überragend gewesen waren, konnte er sich wegen der Verletzung auch nicht mehr verlassen. Da ihm keines der angebotenen Schwerter gefiel entschied er sich dazu, das kürzere der beiden Schwerter versilbern zu lassen. Der Vorgang würde nicht lange dauern und das Schwert würde noch vor Sonnenuntergang fertig sein. Allerdings würde er es sich zweimal überlegen, diese Waffe gegen normale Gegner zu verwenden, da das Versilbern sehr teuer und die Beschichtung recht empfindlich war. Nachdem er das abgegeben hatte ging er auf der Suche nach anderen Pfeilen auf dem Markt herum. Fündig wurde er schließlich bei der 'Besten Verteidigung' der Waffenschmiede, in der er sich vor einiger Zeit den Elfenbogen ausgeliehen hatte. Nachdem er ihn auf Grund des in dem Tor erbeuteten Langbogens nicht mehr gebrauchen konnte hatte er ihn bei einem weiteren nächtlichen Einbruch wieder zurückgestellt. Er kaufte sich ein dutzend Silberpfeile, zwanzig Pfeile aus Elfenstahl und Zehn weitere aus gewöhnlichem Stahl um seinen Vorrat weiter aufzustocken. Anschließend hatte er sich in der Erstausgabe ein Buch gekauft und es sich damit gemütlich gemacht bis er das Schwert abholen konnte. Es war spät am Abend als Kamahl die Kaiserstadt verließ.

    Bis er in Weye ankam war die Sonne bereits untergegangen. Er ging in Richtung der Treppe die ihn hinab in den Keller führte doch noch ehe er die erste Stufe erreicht hatte trat aus den Schatten eine Gestalt. Sie war in ein weites Gewand gekleidet, hatte eine Kapuze auf und die untere Hälfte des Gesichtes wurde von Tüchern verborgen. Kamahl schreckte kurz zusammen, entspannte sich aber als er sein gegenüber erkannte. Durch die Stoffe zeichnete sich ein Lächeln ab während die Jägerin ihn mit ihrer sanften und betörenden Stimme ansprach: 'Hallo, Kamahl. Schon ewig nicht mehr gesehen.' Mit einem leicht barschen Unterton in der Stimme antwortete dieser: 'Was willst du? Du wirst mich auch nicht dazu bringen zum Clan zurückzukehren, was auch immer du mir sagen wirst. Ich habe mich entschieden ihn zu verlassen und werde nicht von dieser Entscheidung abweichen.' Das Lächeln verschwand aus ihrem Gesicht in einem deutlich geschäftsmäßigerem Ton und leichter Resignation in der Stimme fuhr sein Gegenüber nun fort: 'Na gut, aber es war zumindest einen Versuch wert. Du warst ein guter Anführer oder zumindest besser als alle dich sich jetzt um den Titel des Clanchefs streiten. Außerdem bin ich hauptsächlich wegen der Vulkanglasrüstung hier. Wie du weist ist es die Rüstung des Clanchefs und jetzt da du diesen Posten abgegeben hast steht es dir nicht mehr zu, sie zu tragen.' Kamahl schaute ihr in die Augen und als er die Entschlossenheit darin entdeckte versuchte er erst gar nicht, es ihr auszureden. Das hatte bei ihr noch nie geklappt. Entweder würde er ihr die Rüstung geben oder es würde zum Kampf kommen und selbst wenn er ihn gegen die beste Jägerin der Clans gewinnen würde währe es nur noch eine Frage der Zeit bis zu seinem Tod da es das nächste Mal keine freundliche Anfrage sondern gleich einen Angriff geben würde. Wortlos schob er sie aus dem Weg und ging in den Keller. Dort legte er seine Rüstung ab, wickelte sie in ein Leinentuch ein und übergab der ehemaligen Gefährtin das Paket. Anschließend legte er sich zur Ruhe, da er morgen früh würde aufstehen müssen.

  13. #13

    Bruma

    Als die Heilerin wieder vor die Magiergilde trat, bildete Ihr Atem feine, weiße Wölkchen. Die Luft war klar und zum schneiden kalt. Sie zog die kalte Luft tief ein und genoss das leichte brennen in der Lunge, das von der Kälte verursacht wurde. Sie merkte deutlich den sich ankündigenden Muskelkater nach dem langen Ritt. Die Bretonin war es nicht mehr gewohnt so lange Strecken am Stück zu reiten.

    Deswegen verschrieb sie sich selber noch einen Spaziergang an der Nachtluft, sonst wäre sie morgen zu steif um aus dem Bett zu kommen. Geschweige denn um ein ausgerenktes, gebrochenes Bein einzurichten. Die Frau in der Magiergilde hatte einen recht kundigen Eindruck gemacht und da Naasira davon ausging das Ihr Patient nun schlafen würde, hatte sie drauf verzichtet schon jetzt einen Blick auf das Bein zu werfen.

    In Gedanken versunken folgte die ehemalige Priesterin dem dunklen Pfad durch die Stadt. Hier und da beleuchtete eine Fackel den Weg und unterwegs begegnete Ihr eine Wache. Doch die Bretonin nahm dies alles nicht wahr. In Ihrer Erinnerung folgte sie einem anderen Weg und neben sie fiel der große Schatten eines Nordkriegers, welcher die Stille mit Ihr teilte.

    Es war spät, weit nach Mitternacht, als die Bretonin den Weg zur Schenke einschlug. Still begab sie sich auf Ihr Zimmer um dort in einen traumlosen Schlaf zu fallen. Die Bretonin wirkte immer noch gedankenverloren als sie sich am nächsten Morgen zum Frühstück nach unten begab. Sie hoffte dort auf Ihre Lehrlinge zu treffen, so das sie sich bald zur Magiergilde begeben konnten.

    Eine Stunde später war die Heilerin aufbruchbereit und begab sich mit vollgepackten Taschen zur Magiergilde.

  14. #14

    Cyrodiil, Kaiserstadt

    Am ganzen Körper zuckend wachte Xerxes auf. Hermann hatte den Oberkörper von ihm gegriffen und rüttelte an ihm so gut wie er konnte.
    Er streckte seinen Arm aus und ergriff die Kehle von Hermann, der sofort aufhörte an ihm zu rütteln.
    "Du scheinst immer noch sehr tief zu schlafen", sagte Hermann spöttisch, "weißt du eigentlich wie spät es ist?"
    "Nun, wenn du so fragst, dürfte es wohl später Nachmittag sein", antwortete Xerxes.
    Hermann grinste ihn an: "6 Uhr morgens"
    "Das meinst du doch nicht ernst, oder?", fragte Xerxes.
    "Du kannst draußen nachsehen, es ist noch dunkel. Aber bevor du dich aufregst: Harald hat mir vor ein paar Minuten gesagt ich solle dich wecken. Der hat wohl wieder was dich."
    Xerxes seufzte und richtete sich langsam auf: "Ich vermisse unsere Abende in Winterhold. Hier in Cyrodiil hat man ja nie Zeit sich in eine Kneipe zu setzen und guten Met zu trinken."
    Hermann nickte: "Es scheint mir als wäre es schon ewig her."
    Xerxes setzte sich seinen Helm auf: "Das ist es auch. Aber wenn ich hiermit fertig bin setzen wir uns in die beste Kneipe der Stadt. Ich geb' einen aus. Währenddessen kannst du ja hier wohnen"
    Er öffnete die Tür und trat in die, selbst für einen Nord, recht kühle Luft, wo ihn Harald auch schon erwartete.
    Harald deutete auf ein Schiff, das Xerxes nur zum Teil sehen konnte: "Lass uns besser im Aufgetriebenen Floß reden. Hier draußen würde es mir nicht gefallen"
    Ohne Widerworte folgte er Harald, der mit schnellen Schritten auf das Dock zuging. Dort befanden sich nur sehr wenige Personen, weshalb Xerxes auch schnell klar wurde, dass Harald wohl etwas mit ihm besprechen wollte, was nicht alle hören sollten.
    Harald, der Xerxes normalerweise immer höflich die Tür aufhielt, ging wortlos in das Schiff und bewegte sich auf einen Tisch zu, der in der Ecke des Raumes stand. Die beiden setzten sich hin, wobei Xerxes sich seelenruhig den Stuhl zurecht rückte und sich langsam hinsetzte, Harald allerdings wenig Zeit verschwendete. Harald legte seine Ellbogen auf den Tisch, lehnte sich nach vorne und sah sich hektisch um.
    "Also", begann Harald langsam, "es gibt da ein kleines Problem. Zumindest wenn ich Einar Glauben schenken darf. Leider hat er nichts davon zu lügen, weshalb ich ihm auch glaube.
    Es gibt wohl irgendjemanden, der mit meiner Arbeit nicht sonderlich zufrieden ist. Ich weiß zwar nicht genau wer das ist, aber ich denke mal du würdest dich freuen ihm persönlich begegnen zu dürfen. Weißt du noch warum du und der Bosmer Eldor mich damals in der Windhöhle gesucht haben? Nun, den Auftrag euch zu töten habe nicht ich mir gestellt. Ich weiß leider nicht genau, wer mir den Auftrag gegeben hat, ich weiß nur, dass er viel Geld hat und warum er es getan hat. Anscheinend habe ich ihm wohl die Aufträge weggeschnappt.
    Ich werde persönlich mit dir kommen, wenn du in Erfahrung gebracht hast, wer es ist. Dazu darfst du dich zu Anders gesellen, der sucht im Moment nach Informationen. Er dürfte sich wohl bei Umbacano aufhalten."
    "Der Kopfkrieger?", Xerxes lachte, "Und, hat er sein teures Schwert schonmal benutzt, oder ist es bis jetzt immer noch Dekoration?"
    "Er bekommt von mir keine Aufträge in denen er kämpfen muss", antwortete Harald gelassen, "aber jetzt solltest du lieber in den Talos Platz Bezirk gehen. Vielleicht ist Anders ja auch schon fertig."
    Xerxes stand auf und verließ das Boot. Er ging auf den Tunnel zu, der das Hafenviertel mitm Tempelbezirk verband und betrat ihn. Nach kurzer Zeit kam er im Tempelbezirk an, in dem die Stadt bereits begann aufzuwachen.
    Schnellen Schrittes ging er in den Talos-Platz Bezirk und näherte sich dem Umbacano Herrenhaus. "Das Ding kann man ja gar nicht übersehen", murmelte Xerxes und musterte das große Gebäude das vor ihm stand sehr genau. Das Haus war gebogen und bildete zusammen mit drei anderen Häusern einen Kreis um eine Statue von Akatosh. Drei hohe Säulen ragten aus dem weißen Gebäude hervor, zwischen denen sich Fenster und Eingangstür befanden. Auf dem blau-grünen Dach befand sich ein kleiner Turm, ebenfalls aus weißem Stein.
    "Von da oben muss man eine tolle Aussicht haben", dachte Xerxes und betrat das Gebäude.
    Sofort hob eine Wache die Hand und hielt ihn auf: "Halt! Ihr dürft dieses Haus nicht einfach unerlaubt betreten."
    "Ein Freund von mir ist hier drin und redet grade mit Umbacano, ich soll Leibwächter für meinen Freund spielen, deswegen bin ich hier"
    "Nun gut, du darfst hochgehen. Aber wenn du Ärger machst, sorge ich dafür, dass du den Ärger an den Hals kriegst."
    Xerxes nickte, ging die Treppe hoch und öffnete die Tür, die das Untergeschoss von Umbacanos Privatgemächern trennte.
    Als er sein Gesicht aus der Tür rausragen ließ wurde er sofort unfreundlich von Anders begrüßt:
    "Ach du meine Güte, was willst du denn hier?"

  15. #15

    Vvardenfell-Distrikt, Ebenherz, Herberge „Sechs Fische“

    Ihm schlug wohlig warme Luft und der Geruch gebratenen Fisches entgegen, als er in den Schankraum trat. Erstaunlicherweise war kaum etwas los. Hier und dort saßen einige Leute, überwiegend Kaiserliche aber auch ein paar Dunmer und Bretonen, aber der Raum war nicht mal annähernd gefüllt. Es drangen die Klänge einzelner Gespräche an sein Ohr. Während er sein Gepäck abstellte und zum Tresen hinüber ging, schnappte er einige Gesprächsfetzen auf. Die Leute unterhielten sich jedoch alle über ein und dasselbe Thema – die Invasion der Deadra. „Wie in Cyrodiil“: dachte er und verdrehte die Augen. „Seid gegrüßt Wirt. Ich würde ein Bett mieten wollen“: sprach er, als er den Tresen erreichte. Der Wirt gerade noch dabei ein paar Kräuter über zwei Teller mit Bratfisch zu streuen, drehte sich beim Klang von Tarriors Stimme augenblicklich um. Der Wirt musterte ihn einmal kurz von oben bis unten, dann weiteten sich seinen Augen beim Erkennen. „Bei den Winden von Himmelsrand! Tarrior du alter Halsabschneider, dich hab ich hier ja schon eine Ewigkeit nicht mehr gesehen.“: begrüßte ihn Ugning, der Wirt. „Ja es freut mich auch dich zusehen“: sagte er und setzte dabei ein leichtes Lächeln auf. „Sag bloß die Deadra haben dich auch von deiner Plantage vertrieben. In letzter Zeit kommen immer mehr Flüchtlinge in die Auffanglanger hier nach Ebenherz oder Vivec. Zwar großteilig Redoraner, aber ich habe Gerüchte gehört, wonach die ersten Horden in die Westspalte einfallen und dort die Farmer und Grundbesitzer vertreiben oder halt töten, wenn sie sie zu fassen bekommen“: berichtete er. „Nein keine Sorge. Eigentlich weiß ich nicht einmal wie es um die Plantage steht. Ich war bis vor einigen Wochen in Cyrodiil gewesen, Geschäfte du verstehst. Ich hab sozusagen den Ausbruch der Krise hier gar nicht mitbekommen. Bin gerade erst wieder angekommen. Aber das mit den Deadra scheint ziemlich schlimm zu sein“: erzählte er. „Oh dann willkommen zurück. Aber letzteres kannst du laut sagen. Der überschwappende Bürgerkrieg hat diese Invasion doch erst möglich gemacht. Wie mein Vater so schön sagte: „Wenn Zwei sich streiten freut sich der Dritte.“ Er wäre auch sicher der erste gewesen, der nach Ald’ruhn geeilt wäre. Ich bin mir sicher er hätte für die Aussicht ein paar Deadra mit seiner Axt zu spalten, die Herberge dicht gemacht. Naja zumindest sorgt der Flüchtlingsstrom für ein gutes Geschäft ich verlang jetzt 50 Draken pro Nacht in einem ordentlichen Bett und die Leute zahlen, oder müssen halt mit einem Zelt draußen vor der Stadt vorlieb nehmen. Die neulich angekommenen Legionäre haben in diesem Viertel bereits ein Lager aufgeschlagen, da die Kapazitäten der Burg nicht mehr ausgereicht hatten. Aber auch die sind gut fürs Geschäft. Trinken tun die nämlich gerne mal was“: plauderte der Nord.

    Tarrior hatte dessen Vater Agning noch gekannt und konnte sich das gut vorstellen. Der Mann hatte selbst im hohen Alter noch einen resoluten Eindruck gemacht. Für den Dunmer war es eine Überraschung gewesen, das dieser damals so mir nichts dir nichts gestorben war. Doch als er den Preis für das Nachtquartier hörte, verging ihm die gute Stimmung augenblicklich. Er wollte gerade versuchen Ugning ein wenig runter zu handeln, als von einem der Tische missgestimmte Rufe laut wurden: „He Wirt wo bleibt unser verfluchtes Essen? Wir warten hier schon eine Ewigkeit!“ Ugning entschuldigte sich kurz bei Tarrior und eilte mit den beiden Bratfisch-Portionen in den Teil des Raumes aus dem die Stimmen erklungen waren. Er war gerade außer Hörweite, da legte jemand Tarrior eine Hand von hinten auf die Schulter. Er drehte sich ruckartig um und der, der hinter ihm stand taumelte kurz ein paar Schritte zurück. Er hatte fast gedacht es würde sich um den Boten Behrams handeln, aber er sah nur einen jungen etwas verloren wirkenden Bretonen, bei dem er sich ziemlich sicher war, das er wohl kaum für den Hexer arbeiten würde. Zynisch dachte er: „Schließlich trägt er auch keine graue Kutte oder besteht aus dwemerischen Metall.“ Bei diesem Gedanken grinste er. „Was wollt ihr?“: herrschte er den Bretonen dann mit leicht drohender Stimme an. Er hatte keine Lust und auch keine Zeit für irgendwelche Belanglosigkeiten eines Fremden. Dieser schaute ihn überrascht an, fing sich dann aber wieder und schaute ihm fest in die Augen. „Ihr müsst Tarrior Gildres sein nehme ich an?“: fragt er. „Ja der bin ich“: antworte er und wurde jetzt etwas misstrauischer. „Er ist doch nicht oder etwa doch …?“: fragte er sich in Gedanken. Die Antwort bekam er jedoch nur einige Augenblicke später. „Meister Meradanz schickt mich. Es geht um euren Auftrag. Ich bin übrigens Aytor von Brasselin. Wir müssen reden, ich sitze an dem Tisch dahinten“: sagte er und deutete auf einen Tisch der etwas weiter von den anderen entfernt in einer der Ecken des Raumes stand. Er konnte es nicht glauben. Dieser Bretone sollte der Abgesandte des Telvanni sein? Dann fiel ihm etwas ein. „Aytor? Euer Name kommt mir bekannt vor“: stellte er fest. „Das ist sehr gut möglich. Ich habe euch damals im Auftrag meines Meisters eine Nachricht zukommen lassen. Ich bin der Sekretär von Tel Uvirith und Sprecher von Meister Meradanz im Rat von Sadrith Mora“: sagte er und lächelte.

    „Wahrscheinlich weis er nichts von den Hintergründen“: dachte er. „Ahja ich erinnere mich an den Brief. Ich habe die gewünschten Objekte dabei“: sagte Tarrior dann. „Ausgezeichnet“: ließ der Bretone nur noch verlauten und begab sich hinüber zu seinem Tisch. Tarrior suchte noch das Päckchen mit dem Hammer, den in Hrotanda Vale geborgenen Artefakten und seinem Bericht heraus und ging dann ebenfalls in den hinteren Teil des Schankraumes. „Sind sie das?“: fragte Aytor als er an den Tisch kam. „Ja das sind sie. Der Hammer und der Rest. Es ist alles da, wie von Herrn Meradanz verlangt. Ich erwarte entsprechend die vereinbarte Gegenleistung“: sagte er ernst. Der Bretone setzte wieder zu einem leichten Lächeln an, als er den Inhalt des Paketes einer raschen Prüfung unterzog und dann einen großen Beutel über den Tisch schob. „Es sind 10.000 Draken darin. Eine stolze Summe wie ich finde. Weiterhin solltet ihr diesen Brief hier erhalten und natürlich soll ich euch den überschwänglichen Dank meines Meisters für die Erfüllung dieser heiklen Aufgaben ausrichten. Er sagte ihr wüsstet schon wie es gemeint ist“: zeigte sich Behrams Gesandte erkenntlich und überreichte ihm ein gefaltetes und versiegeltes Stück Papier. „Was soll das?“: fragte Tarrior sichtlich wütend und mit erhobener Stimme, sodass sich alle Gäste im Raum zu den Beiden umdrehten. „Es war vereinbart worden, dass ich einige gewisse Gegenstände als Belohnung noch nebst dem Gold erhalten sollte. Also wo sind diese?!“: wollte der Dunmer von dem eingeschüchterten Bretonen wissen. Etwas fast schon wahnsinniges trat dabei in seine Augen. „Meeii-Meii-eiissssteerr Mehradanz hat mir nur das hier für euch mitgegeben. Das iissst wirklich alles“: sagte Aytor flehend. Von Zorn geschüttelt griff er nach vorne und zerrte den Menschen nach oben in dem er ihn an seiner grün-braunen Robe packte. „Ich meine es ernst. Ich bin in Cyrodiil durch Feuer und Tod gegangen und ich will das, was vereinbart worden ist“: schrie er ihm direkt ins Gesicht. Die anderen Herbergsgäste waren ihm mittlerweile ziemlich egal geworden. „Aber Meister Meradanz hat mir nur dies für euch mitgegeben, er hat noch extra gesagt vergiss den Brief nicht. Vielleicht steht da etwas Genaueres drin“: schlug der in der Luft zappelnde Mann vor. Tarrior ließ ihn herunter und setzte sich seinerseits an den Tisch und öffnete mit den Fingern das Siegel. Mit angespannten Fingern entfaltete er das Pergament und begann, mit noch immer Zorneserfüllten Blick, darin zu lesen.

    Herr Gildres,

    wenn ihr diese Nachricht in Händen haltet, habt ihr die euch aufgetragenen Aufgaben zu meiner Zufriedenheit ausgeführt. Diese Zeilen werden ihr vermutlich im Zorn lesen, denn Aytor hat euch nicht die, in unserem persönlichen Gespräch, vereinbarten Gegenstände ausgehändigt. Jedoch könnt ihr beruhigt sein. Die Gegenstände habe ich in der Burg von Caldera hinterlegen lassen. Natürlich war es mir zu unsicher sie einfach mit meinem Diener nach Ebenherz zu schicken. Womöglich wären sie noch einem Ordinator in die Finger geraten und das wollen wir ja nicht. Genauso wenig wollen wir, dass Informationen über den Grund eures Aufenthaltes in Cyrodiil an Dritte gelangen. Um dies in unserem beiderseitigen Interesse zu gewährleisten habe ich, sozusagen als Erinnerungsstück, einen Brief, von euch unterschrieben und gerichtet an den Kult des Sechsten Hauses, behalten. Es würde mich wirklich sehr betrüben müsste ich es den Ordinatoren übergeben. Ihr werdet ihn natürlich bei gegebener Zeit zurück erhalten. Solltet ihr jedoch daran denken, ihn forscherweise aus meinem Besitz entwenden zu wollen, so muss ich euch enttäuschen. Jemand kümmert sich um meine „Erinnerungsstücke“ und es ist kein Problem für ihn, den Brief den entsprechenden Stellen zu zuleiten. Aber natürlich möchte ich an dieser Stelle nicht mehr von eurer geschätzten Zeit, als unbedingt nötig, in Anspruch nehmen und empfehle mich. Seht unsere gegenseitig getroffene Abmachung hiermit als erfüllt an und ich schlage euch vor, euch nicht weiter in meine Angelegenheiten einzumischen.

    gez. Muthzera Behram Meradanz, Magierfürst des Fürstenhauses Telvanni, Mitglied im hohen Rat zu Sadrith Mora, Herr von Tel Uvirith und dessen Besitzungen


    Die Hinterhältigkeit und vor allem die Arroganz des Hexers überraschten ihn wirklich immer wieder. Glaubte er sich daran gewöhnt zu haben, setzte der Telvanni irgendwie noch einen drauf. In gewisser Weise hatte er ja vermutet, das Behram zumindest einen Teil der Beweise einbehalten würde um eine Rückversicherung zu haben, doch anstatt ihm den Rest auszuhändigen hat er ihn einfach in Caldera hinterlegen lassen. Wer wusste schon ob nicht jemand zufällig über die Unterlagen und Artefakte stolperte die er aus seiner Zeit im Kult behalten hatte. „Zumindest liegt es auf meinem Weg“: fand er gedanklich den einzigen Trost. Er wollte sowieso erstmal zurück auf seine Plantage um dort nachdem Rechten zu sehen. Und Caldera lag nun einmal direkt auf dem Weg dahin. Dennoch fragte er sich immer noch unwillkürlich wie der Telvanni überhaupt auf seine Kultesrelikte gestoßen war. Er hatte sie damals in einer alten deadrischen Ruine, in der Nähe des Roten Berges, in einer mehrfach gesicherten Truhe versteckt. Eigentlich konnte es ihm egal sein. Er würde ja bald wieder annähernd alles in seinem Besitz haben. Doch trotz allem machte der Brief ihm noch Sorgen, denn er machte ihm einen Strich durch seine Planung. Aber auch darum würde er sich noch irgendwie kümmern. Es galt erstmal andere Probleme anzugehen. So in Gedanken versunken hatte er den Bretonen ganze vergessen der sein Gewicht unruhig ständig vom einen Fuß auf den anderen verlagerte. Dann räusperte er sich. „Hat sich das Problem aufgeklärt“: fragte er in vorsichtigem Ton. „Ja“: antwortete Tarrior nur knapp und zerknüllte den Brief, den er immer noch in der Hand gehalten hatte. Dann schoss aus seiner Handfläche eine Stichflamme nach oben und das Pergament verbrannte in nicht einmal mehr als ein paar Augenblicken zu Asche, die der Dunmer aus seiner Handfläche einfach auf den Boden kippte. Aytor schluckte nervös. „Nunja ich habe für meinen Herren noch einige andere Geschäfte zu erledigen“: erklärte er dann und verabschiedete sich übertrieben höflich und verschwand so schnell er nur konnte aus der Herberge.

    Die Glut schwelender Wut in den Augen des Dunmers hatte zwar etwas abgenommen, aber für den Bretonen war es sicher das Beste gewesen einfach zu verschwinden. Als die hölzerne Tür wieder in Schloss fiel und er sich auf dem Stuhl zurück lehnte überkam ihn eine unglaublich tief sitzende Müdigkeit. In seinen Augen war es die längst überfällige Reaktion auf den Stress und den ganzen Ärger der letzten Wochen und der Monate in Cyrodiil. Er atmete noch mal tief durch und rief dann Ugning an seinen Tisch, der sich mit dem Abwischen seiner Theke beschäftigte. Der Nord kam mit einem Lächeln heran geeilt, wohl in der Hoffnung ihm etwas servieren zu dürfen, doch er hatte andere Pläne. „Du hast ja ne ganze Weile mit diesem feinen Pinkel gesprochen. War wohl wieder mal was Geschäftliches. War das Gespräch erfolgreich?“: fragte er, wahrscheinlich um ein Gespräch zu beginnen. „Nicht wirklich. Irgendwie habe ich keinen Hunger. Ich muss mich von meiner Reise ausruhen. Ich muss schlafen“: sagte er. „Wie soll ich es sagen? Meine Betten sind aufgrund der großen Flüchtlingswelle alle belegt“: erklärte mit einem Anflug von Beschämung in der Stimme. „Schlafen! Egal wo. Irgendwo. Der Preis spielt keine Rolle“: verlangte Tarrior nun schon fast flehend. „Nungut ich wollte es dir zwar nicht zu muten, aber ich habe Hängematten und Strohlager im Weinkeller aufstellen lassen. Eine Hängematte ist frei. Es macht jedoch 40 Draken pro Nacht, das Essen nicht eingerechnet“: bot Ugning an. Wäre er nicht so erschöpft gewesen, die neuen Erkenntnisse waren ein wenig viel gewesen, dann hätte er lautstark über diese wahrhaft unverschämten Wucherpreise geschimpft, doch er sagte einfach zu und drückte dem Wirt das Geld einfach in die Hand. Dieser führte ihn hinunter in den Keller zu einer Hängematte in der hinteren Ecke, die zwischen einem Weinfass und einem Pfeiler gespannt worden war. Die anderen waren tatsächlich bereits belegt. Die Gäste ratzten einfach vor sich hin. Er zog die Schuhe aus und wuchtete sich mit letzter Kraft in sein schaukelndes Bett. Viel mehr bedurfte es nicht und er war eingeschlafen. Unterbewusst spürte er das pulsieren des Feuers in seinem Herzen.

  16. #16

    Solstheim, Westlich der Moesring Berge

    Sie verteilten sich ein wenig über den Bereich der im Windschatten der Felsen lag und kreisten ohne Kommandos den Spalt ein, wo sich der Leichnam und der Wolf befanden. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals und sein Adrenalinspiegel stieg in den ungesunden Bereich. Seine Hand presste das dunkle Holz des Speeres förmlich zusammen. Schritt für Schritt näherten sie sich. Gondrim und Hulfgar schlichen in einem toten Winkel, außerhalb des Sichtwinkels des Tiers zwischen den Felsen, direkt an diesen entlang und hatten ihre Speere bereits in eine wurfvorbereitende Position über den Kopf erhoben. Brândil, Rulmgar und er übernahmen den frontalen Teil. Das Knurren wurde lauter und als er mehr von dem engen Spalt einsehen konnte, fiel sein Blick auf einen großen, weißen Wolf, der Zähne fletschend über dem Leichnam eines Mannes, den er nicht richtig erkennen konnte. Das Gesicht war halb zerfetzt und auch der Brustkorb hatte Fleisch eingebüßt. Der Wolf selbst hätte ihm wohl bis knapp unter den Brustkorb gereicht, wenn er neben ihm gestanden hätte. Das Fell um die lange Schnauze war blutverschmiert und die Lefzen waren weit nach hinten gezogen, sodass man die langen, spitzen Zähne sehen konnte. Roter Speichel troff von ihnen herab. Was bei allen …, dachte er bei dem selbst ihm unbekannten Anblick eines solchen Tiers. Es überraschte ihn vor allem die eine Tatsache, dass es sich keinesfalls um einen Werwolf, handelte, wie er erst angenommen hatte. Er schaute kurz zu seinen beiden Freunden, in den Schneewolfsrüstungen links und rechts von dem Wolf und nickte ihnen zu, dass sie die Positionen wenige Schritte von diesem entfernt halten sollte. Brândil und Rulmgar gab er stumm die Anweisung sich langsam zurückzuziehen. Er würde ebenfalls rückwärts laufen und stets direkt vor dem Wolf bleiben. Sie nahmen nun auch ihre Speere in eine wurfbereite Haltung.
    Das Raubtier machte einen kleinen Schritt auf ihn zu, als Zeichen seiner Dominanz und seines Anspruches auf die Beute. Das Knurren riss nicht ab, ebenso wenig wie sein stetig auf Hochtouren schlagendes Herz. Langsam, Schritt für Schritt, entfernte er sich von dem Wolf. Der Schnee knirschte unter seinen schweren Schritten und der Schweiß lief ihm in Strömen über den Rücken und das Gesicht. Er war schließlich gute zwanzig Schritt von dem Wolf entfernt. Er festige noch einmal seinen Griff um den Speer und spannte seine Muskeln in seinem rechten Arm. Er schaute der Reihe nach in die ersten, bärtigen Gesichter seiner Jagdkameraden und jeder einzelne gab seine Zustimmung mit einem knappen Nicken. Thorin stemmte seine Füße fester in den Schnee, in einer Art Schrittstellung und schleuderte den Speer schließlich nach dem Wolf. Die lange, dünne und rasiermesserscharfe Spitze verfehlte den Kopf des Tieres nur um Haaresbreite. Sie schrammte über ihn hinweg und schnitt nur leicht durch die Haut und riss ein wenig Fell heraus. Blut quoll schwach aus dem Schnitt und der Wolf geriet in Rage. Das Knurren wurde laute und im nächsten Augenblick rannte das Tier los. Direkt auf ihn zu. Es näherte sich mich großen, schnellen Schritten oder eher Sprüngen und war schneller heran, als er erst gedacht hatte. Nur mit einem schnellen Hechtsprung nach links rettete er sich aus der Bahn und rollte sich über die linke Schulter ab. In einer fließenden Bewegung zog er seine Armbrust und legte einen Bolzen auf. Spannte die Sehne und visierte den Wolf an, während zwei seiner Gefährten ihre Speere nach ihm schleuderten. Einer verfehlte sein Ziel, der andere bohrte sich durch den linken Oberschenkel, im nächsten Moment wurde es aber durch die Schrittbewegung direkt aus dem Fleisch gerissen und hinterließ eine offene, stark blutende Wunde.
    Gondrim und Hulfgar machten sich direkt an die Verfolgung des nun flüchtenden Wolfes. Er verfolgte mit seiner Armbrust die Bewegungen des Tieres und Brândil und Rulmgar holten nun auch ihre Armbrüste heraus. Auch sie legten an. Er war der Erste, der feuerte … und der Schuss saß. Der Bolzen schlug mit voller Wucht von der Seite in den Schädel und bahnte sich seinen Weg tief in den Kopf. Das Tier war aber noch lange nicht am Ende. Es taumelte zwar, rannte aber noch weiter. Er legte geduldig einen neuen Bolzen auf. Es würde nun nur noch eine Frage der Zeit sein, bis ihr Gejagter zusammenbrach und die Blutspur würde eine ganze Weile gut sichtbar sein. Auch die anderen nahmen das zur Kenntnis und verlangsamten ihr Schritttempo. Brândil schaute ihm kurz ins Gesicht und als sich ihre Augen für einen kurzen Augenblick trafen, konnte er die Anerkennung in ihnen sehen. Langsamen, bedächtigen Schrittes folgten sie den Spuren des Wolfes. Keiner von ihnen wagte es zu sprechen oder sich in Sicherheit zu wiegen. Ein verletztes Raubtier, war ein besonders gefährliches Raubtier. Das wussten sie alle und so senke sich auch nicht sein Blutdruck.
    Es dauerte nicht lange, da konnten sie sich aber wieder beruhigen. Der Wolf lag schwer atmend zwischen einigen kleineren Steinen und hauchte sein Leben aus. Das Blut sickerte aus den Wunden am Bein und am Kopf. Er entspannte die Sehne der Armbrust wieder und stecke sie und den aufgelegten Bolzen wieder weg. Stattdessen nahm er sich sein Schwert und näherte sich vorsichtig dem verendenden Tier. Unter der Deckung seiner Freunde schnitt er dem Wolf schließlich die Kehle durch, um ihm ein schnelles, möglichst qualloses Ende zu bereiten. Es ging bei der Jagd nicht darum seine Überlegenheit gegenüber der Natur und ihren Kreaturen zu demonstrieren, sie zu erlegen und ihnen beim sterben zuzusehen, sondern vielmehr darum sich das Notwendige, das man zum Leben brauchte, zu nehmen und dies mit möglichst viel Ehre und Respekt zu tun. Er reinigte die Klinge mit einem Stofftuch und steckte sie dann wieder weg. Auch die anderen verstauten ihre Waffen. „Gute Arbeit“, sprachen sie in seine Richtung, um ihre Anerkennung zu zeigen. Ihm bedeutete das sehr, sehr viel.
    Sie knieten sich neben den Wolf und begangen ihn zu zerlegen, solange er nicht gefroren war. Er zog seinen Bolzen aus dem Schädel und sie teilten schließlich das Fleisch unter einander auf, häuteten ihn und überließen die Reste Mutter Natur. Sie würde sich zurückholen, was ihr gehörte. „Habt ihr schon einmal einen solchen Wolf gesehen? Ich meine: er war gigantisch!“, konnte es sich Rulmgar nicht verkneife das Kommentar zu bringen. Alle schüttelten den Kopf. Auf dem Rückweg sammelten sie zunächst zwei der drei Speere auf. Als sie sich dem Startschauplatz ihres kleinen Kampfes näherten, war eines gleich auf Anhieb besonders auffällig: der Leichnam war verschwunden!
    Sofort schäften sich ihre Sinne wieder und jeder holte seine Waffen wieder heraus. Der Puls schoss wieder in die Höhe und seine Muskeln spannten sich. Die Armbrust hielt er halb erhoben vor sich, sodass er sie schnell hoch reißen konnte, um schnell anzuvisieren. Sie näherten sich dem Spalt. Das einzige, das von dem kleinen Blutbad zeugte, war die Unmenge an Blut, die über den Boden und die Steine links und rechts daneben verteilt war. Sein Speer steckte in einem flachen Winkel im Boden. Er tauschte die Armbrust gegen ihn und machte sich an die Spurensuche, die sich als sehr einfach erwies. Die tiefen Schleifspuren und die kleineren, kreuz und quer verteilten Abdrücke von Wolfsfüßen sprachen eine eindeutige Sprache. Nach wenigen Schritten, auf der anderen Seite des Spaltes, wo sie ungeschützt vor dem neuerlich auffrischenden Wind waren, folgten sie nur noch der tiefen Schleifspur. Der Wolf musste den Körper des Mannes rückwärts davon geschleift haben. Sie folgten den Spuren, die teils stark mit Blut getränkt waren, eine kleine Ewigkeit. Niemand sprach ein Wort und ihre Anspannung war förmlich greifbar. Konnten sie vielleicht gleich den zweiten Jagderfolg verbuchen? Niemand wusste es, aber jeder hoffte es insgeheim. Würde es aber niemals offen zugeben. Sie konnten nicht auf ihre Hoffnung und auf Glück zählen. Das einzige, das wirklich zählte auf der Jagd, war ihr Geschick und ihr Können. Auf etwas anderes konnten sie sich nicht verlassen und würden sie auch nicht.
    Wieder näherten sie sich einem großen, blutigen Bereich im Schnee in dem die Spuren endeten. Und zu ihrer aller Überraschungen fanden sie nichts, außer Blut und ein paar kleinen Knochen, die offen sichtlich noch vor kurzem in einem Körper gesteckt hatten. Sowohl der Wolf, als auch der Menschenkörper waren verschwunden. Spurlos. „Kann mir einer erklären, was hier gerade vor sich geht?“, war es dieses Mal er, der seiner Verwunderung Luft machte. Er erhielt keine Antwort. „Wie, zum Henker, kann ein Wolf samt Beute spurlos verschwinden?“
    „Ich habe nicht die leiseste Ahnung“, erwiderte Brândil und kniete sich neben die wenigen, kleinen Knochen. Nahm einen in die linke Hand und schaute ihn sich genauer an. „Dir Frage ist, deuten wir es als gutes, oder als schlechtes Omen?“

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