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Thema: [Obl] Rollenspielthread # 3 (Signatur aus)

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    „Seht, hole schon mal die Kräuter und das Verbandszeug und lege sie dann schon mal hin.“ Seht fing an die Säckchen auszusortieren. Es waren viele verschiedene Kräuter, von denen er kaum die Hälfte kannte. Als er die Benötigten auf den Tisch legte, sah er sich den Dunmer noch einmal an. Naasira sprach mit ihm und Seht konnte heraushören, das er Gendrek hieß. Gendrek erinnerte Seht an jemanden. Aber… war es wirklich der Gendrek, von dem er dachte, dass er im selben Raum auf einem Bett lag? Seht musterte ihn noch einmal. Ja, die Narbe war da. Aber… war es wirklich der eiskalte, kinderherzenessende Mörder, von dem Keiko, ein Mitglied der dunklen Bruderschaft ihm erzählt hatte? Solle er ihn fragen, ob es wirklich so war, oder ob Keiko wiedermal übertrieben hatte? Solle er ihn überhaupt fragen? Die Finger brannten ihm. „Ahh! Verdammt!“ Er hatte aus versehen in eine Kerze gefasst, die neben den Kräutern auf dem Tisch stand. „Ich… Nichts Schlimmes, ich habe mir nur versehendlich die Finger verbrannt.“ Sagte er, als er Naasiras fragenden Blick sah.

  2. #2
    „…ich rutsche ab, landete auf dem Boden, und naja da war der Knochen halt durch“
    Gendrek ratterte monoton herab wie ihm der Bruch widerfuhr, ließ dabei nicht die Bretonin, welche sich ihm als Naasira vorstellte, aus den Augen. Im Schlepptau hatte sie zwei Auszubildende, ein Argonier welcher auf den Namen Nees hörte, und ein Kaiserlicher namens Tarik, diese beiden behielt er ebenfalls wenn es ihm möglich war im Auge.
    „Ahh! Verdammt!“, zeitgleich drehten sich Naasiras und Gendreks Kopf zu Nees, „Ich… Nichts Schlimmes, ich habe mir nur versehentlich die Finger verbrannt.“
    „Wie hat er sich versehentlich die Finger verbrannt? Kommt mir sowieso komisch vor der Bursche, ständig glotzt er mich an, runzelt die Stirn…“
    „Verzeiht, aber…ach zu Mehrunes Dagon damit, wie kann man sich bitte versehentlich die Finger verbrennen?“ Nees blinkte ihn wieder mit runzliger Stirn an. „Und warum starrst du die ganze Zeit so geistesabwesend über mich drüber? Denkst du etwa…ach vergiss es, ist doch auch egal“
    Gendrek schaute wieder rüber zu Naasira „Und? Was denken sie? Ist mein Bein zu retten, das käme mir übrigens gelegen.“
    Geändert von Gendrek (15.12.2008 um 17:48 Uhr)

  3. #3
    „Verzeiht, aber…ach zu Mehrunes Dagon damit, wie kann man sich bitte versehentlich die Finger verbrennen?“ Seht runzelte die Stirn. „Der reagiert ja direkt über… Das ist bestimmt einer der wie die Sklaventreiber ist: Machst du etwas falsch, gibt’s die Peitsche. Ist wahrscheinlich auch so herrschsüchtig wie die.“ „Verzeiht, aber…ach zu Mehrunes Dagon damit, wie kann man sich bitte versehentlich die Finger verbrennen?“ Seht wollte etwas sagen, jedoch bemerkte er, das der Dunmer noch etwas sagen wollte. „Und warum starrst du die ganze Zeit so geistesabwesend über mich drüber? Denkst du etwa…ach vergiss es, ist doch auch egal“ Jetzt wollte Seht auch etwas sagen, aber Gendrek fing an mit Naasira zu reden. „Er hat Merunes Dagon erwähnt… Ist wahrscheinlich einer dieser Daedraverehrenden Irren. Vielleicht ist er auch Psychisch krank. Der hat Glück, das die Dunkle Bruderschaft jeden annimmt, der einen Mord begeht.“ Er widmete sich wieder seinen Kräuterbeuteln. Nach einer Weile war er fertig und fragte Naasira, was er jetzt machen solle.

  4. #4
    Alexians Abteilung marschierte die silberne Straße hoch. Seit seiner Rekrutierung waren 2 Jahre vergangen. Sie marschierten jetzt schon 2 Tage und die Glieder schmerzten ihm, denn trotz dieser langen Reise, waren sie aufgrund der Vorschriften und den jüngsten Ereignissen bei Kvatsch gezwungen, den Harnisch zu tragen und ihn nur beim Schlafen oder bei Erlaubnis des Feldherren abzulegen. Die Meisten von ihnen mussten zu Fuß gehen, denn in den Planwagen war nicht genug Platz und nur Diejenigen, die hohe Ränge bekleideten, oder ein eigenes Pferd genommen haben, durften Reiten. Er schritt weiter und hörte, wie jemand sich von hinten näherte. „Ardor, dieser glücklicher Hund!“ Alexian drehte seinen Kopf um. Es war Elijah. „Was soll sein?“ „Ardor. Er hat sich ein Pferd geholt, bevor wir die Kaiserstadt verlassen haben.“ „Glaubst du etwa, dass er davon wusste? Das wir nicht genug Pferde für jeden haben?“ „Ja. Und er hat uns nichts davon gesagt!“ „Vielleicht dachte er, dass das selbstverständlich wäre. Schließlich hat die Legion in letzter Zeit immer mehr Einsätze.“ „Ja. Verdammtes Oblivion. Mussten diese Tore sich etwa öffnen, bevor ich in den Ruhestand gehe?“ „Du spinnst. Du bist doch erst 25. Frag ihn doch selbst, ich glaub er drosselt das Tempo, um auf uns zu warten.“ „Ja.“ Elijah sagte ziemlich oft Ja. Er war ein schlanker, hochgewachsener Hochelf. Seine Haare waren immer zu einem kleinen Pferdeschwanz gebunden und er versuchte sich wenn es möglich war, zu waschen. Wie typisch für Hochelfen war er Magier. Ein Kampfmagier der Legion. Die Beiden gingen jetzt neben Ardors Schimmel. Er selbst blickte auf sie herab. „Na, schon müde? Hahahaha!“ „Puh… Marschier du doch mal die ganze Zeit die Straße entlang!“ „Nein danke! Warum habt ihr euch eigentlich kein Pferd geholt?“ Ardor war ein Kaiserlicher mit Wettergegerbtem Gesicht. Er war der Älteste von den Dreien. Seine schwarzen Haare waren beinahe so ungepflegt, wie die von Alexian. „Legion HAAALLTTT!!!!“ Der Hauptmann drehte seinen Fuchs zu ihnen. „Wir sind nicht mehr weit von unserem Ziel entfernt. Gleich hinter dem Hügel dort liegt das Lager, das wir ablösen sollen. Vergesst nicht, wir müssen das Lager um jeden Preis halten, sonst können die Dedra sich befestigen!“ Elijah meldete sich zu Wort: „Ähhmm… Es heißt Daedra!“ „Ist mir doch egal! Los weiter!“ Freude stieg in Alexian auf. Endlich waren sie fast da. Nur noch der Hügel. Als sie ihn erreichten, fingen alle an fröhlich zu reden. Sie sahen das Lager schon vom Weiten.

    Sie stiegen den Hügel hinab. Um das Lager war eine kleine Palisade gebaut worden. Sie sah jedoch stark beschädigt aus. Sie passierten das kleine Tor. Alexian bot sich ein seltsames Schauspiel. Die Legionäre die sie ablösen sollten, hatten alle schmutzige, von Matsch überdeckte Harnische. Kaum jemand hatte seine Rüstung richtig gebunden und es standen überall Särge in der Gegend. Man sah ihnen an, dass sie stark demoralisiert waren. Nicht weit sah er vom Lager aus die zwei Oblivion-Tore, die wie imposante Zacken einer Krone auf einem nicht weit entfernten Hügel thronten. Der Hauptmann erhob die Stimme: „ Wo ist Hauptmann Celsius?“ Ein besonders verbitterter Soldat kam aus dem Haufen hervor und sagte: „Der ist Tod! Sie haben seine Leiche ans Tor gebunden!“ Alexian merkte, dass das nicht alles war. „Ähh… Und sein Stellvertreter?“ „Der ist Irre geworden und in den Wald gerannt!“ Der Hauptmann schauderte bei diesen Worten sichtbar. „Wo sind die anderen aus dieser Abteilung?“ „Was glaubt ihr denn? Auch Tod! Wäre ich ihr, würde ich sofort abhauen! Wir ziehen ab. Viel Spaß noch!“ Die Truppe baute ihre Zelte ab und verschwand hinter dem Hügel. Eine Weile herrschte Stille. „Was steht ihr hier so dumm rum?!? BAUT EURE ZELTE AUF!!!“
    Geändert von Alexian (19.12.2008 um 22:30 Uhr)

  5. #5

    Bruma, Magiergilde

    Gedankenverloren betrachtete Naasira Ihren Korb und versuchte zu sortieren wie sie vorgehen sollte. Die Finger der linken Hand trommelten dabei auf die Tischplatte und die rechte Hand schob Säckchen beiseite, wog ein scharfes Skalpell in der Hand, legte eine lange, hohle Stahlnadel wieder beiseite und ergriff schließlich entschieden die Branntweinflasche und einen Becher.

    Mit zusammengekniffenen Lippen nahm sie die Frage von Gendrek zur Kenntnis. Sie vermied es in der Regel vorher irgendwelche Aussagen darüber zu treffen ob sie Erfolg haben würde oder nicht. Selbst in Fällen wo sie sich sicher war, und dieser Fall hier war mehr als unsicher.
    "Wollen wir es rausfinden?" Mit diesen Worten bot sie Gendrek den Branntwein an. Es reichte wenn einer von Ihnen beiden nüchtern war.
    Die Heilerin entfernte Verband und Beinschiene. Zwar mochte dies unangenehm sein, doch es war noch nicht sonderlich schmerzhaft und so merkte sie wie sich der Dunmer bald entspannte und die verkrampfte Beinmuskulatur langsam lockerlies. Für Außenstehende schien erstmal nichts zu geschehen, bis auf die Tatsache das die Bretonin das Bein mit einem leichten Silberblick zu fixieren schien.
    Bisher hatte sie Ihren Lehrlingen die Heilung mittels Kräuter, Bandagen, Umschlägen u.ä. gezeigt. Diesen Teil der Heilung konnte sie nur einem magiebegabten Lehrling zeigen und so hatte sie es bisher gemieden dies anzuwenden. Dieser Beinbruch war allerdings schon älter und Muskeln und Sehnen würden sich schon verkürzt haben, umliegendes Gewebe war geschwollen und sie hatte keine Zeit auf die Wirkung der Kräuter zu warten.
    Langsam baute die Priesterin eine Verbindung zu Gendreks Körper auf. Es dauerte eine Weile doch dann hätte sie mit dem Finger den Blutfluß in dem Dunmer nachfahren können. Der Herzschlag hallte in Ihrem Kopf leicht nach.

    Naasira schloß die Augen und konzentrierte sich nun voll und ganz auf den Blutfluß. Sie folgte dem Strom, anfangs schnell wie ein Wildbach, bahnte sich das Blut seinen Weg bis in die Beine. Farben schienen sie zu umwirbeln und sie wusste diese als Wärme zu deuten. Je näher sie dem verwundeten Knie kam, desto langsamer wurde der Blutfluss und die wirbelnden Farben wurden kälter. Sie spürte regelrecht das umliegende, geschwollene Gewebe welches Druck ausübte. Träge bewegte sich Wundflüssigkeit, welche durch eine unzahl kleiner, gerissener Blutgefässe ausgetreten war. Sie suchte den massiven Widerstand welcher nur von einem Knochen kommen konnte und folgte dem Verlauf bis zum Gelenk. Die Heilerin hatte genug Erfahrung um festzustellen, dass sich der Knochen aus der Kniepfanne geschoben hatte und nun das Kniegelenk ausgekugelt war. Er Unterschenkelknochen war ebenfalls noch 2-fach gebrochen und bös gesplittert.
    Die Lippen der Bretonin wurden immer schmaler. Scheinbar war er auf den Füssen aufgekommen und durch die Wucht des Aufpralls brach der Knochen und als es denn Körper rumriss, konnte das Kniegelenk nicht schnell genug folgen.
    Das würde ein langer Tag werden.
    Sie löste sich aus der Trance, hielt aber noch eine leichte Verbindung aufrecht. Dann rief sie Nees zu sich. Selbst mit den schuppigen Fingern die einem Argonier zu eigen waren, sollte er die Brüche im Unterschenkel ertasten können. Das Knie war da schon wieder eine andere Sache. Durch die Schwellungen und einblutungen ähnelte dieses Gelenk eher einem schwammigen Ball. Sie erklärte Ihren Lehrlingen wo die Unterschiede in diesen Verletzungen lagen und was einem zu tun blieb wenn man keinen Magier zu Hand hatte, der einem dies abnahm. Doch die Aussichten auf eine saubere Heilung wären in so einem schlimmen Fall dann quasi null.

    "Ihr habt noch Glück gehabt, falls Ihr davon sprechen wollt. Der Knochen in Eurem Kniegelenk ist nur ausgerenkt, jedoch nicht gesplittert. Wenn Euer Glück anhält, bleib es uns erspart das Gelenk zu öffnen. Die Knochenbrüche sind allerdings eine andere Sache. Dort gibt es reichlich Knochensplitter und wenn ich alles entfernen wollte, dann würde Euch der Blutverlust umbringen. Ich werde holen was möglich ist, doch ich kann Euch nicht sagen was der Rest in Eurem Körper auslösen wird. Alles ist möglich. Im Besten Fall werdet Ihr nie etwas von den Knochensplittern bemerken, es könnte allerdings auch zu schmerzen bedingt durch die Splitter kommen. Im schlimmsten Fall werden sie anfangen zu wandern und das könnte Euch töten....auch erst in vielen Jahren."

    Um Gendrek einen Moment zu lassen diese Info zu verdauen wandte Naasira sich an Nees und Tarik. "Dies hier übersteigt bei weitem die Möglichkeiten einer einfachen Heilung. Solltet ihr noch jemals so etwas zu Gesicht bekommen bzw. spüren........(sie verzog leicht das Gesicht) dann könnt Ihr selber es nur schienen und das Beste hoffen."

    Die Bretonin reicht Nees die kleine, aber dafür sehr scharfe Klinge. "Halte die Schneide so lange Du kannst ins kochende Wasser. Komme danach wieder her und achte darauf, dass nichts die Klinge berührt. So kannst Du Infektionen vermeiden. Wenn Du nichts anderes zur Hand hast, geht auch ein Branntwein oder ein anderer starker Alkohol."

    Naasira setzte eine zuversichtliche Miene auf und wandte sich Gendrek zu: "Ich werde die grössten Splitter mittels Magie an die Hautoberfläche bewegen und versuche dabei so wenig Gewebe wie möglich zu schädigen. Dann hole ich die Splitter mit der Klinge raus." Sie versuchte abzuschätzen ob sich der Dunmer mit dem Alkohol genügend "betäubt" hatte. "Bereit?"

  6. #6

    Vvardenfell-Distrikt, Ebenherz, Herberge „Sechs Fische“ / Diplomaten-Viertel

    Mit nicht weniger als purem Schrecken, erwachte Tarrior am frühen Morgen des nächsten Tages. Er war schwer verschwitzt und seine teure Kleidung klebte unangenehmer Weise an seinem Körper. Sie war ebenfalls klatsch nass. Sein Herz schlug derart rasend, dass er das Gefühl hatte es würde gleich zerspringen und sein Atem ging in kurzen Stößen und gehetzt. Der Inhalt des schrecklichen Traumes in dem er noch vor Augenblicken gefangen war, war plötzlich wie wegblasen. Er erinnerte sich nur noch an Schrecken und Angst... und an das Toben eines mächtigen Feuers. Die Einzelheiten waren einfach verschwunden und die Zusammenhänge wie ausgelöscht. Minutenlang saß er aufrecht in der schaukelnden Hängematte, dann wurde sein Puls spürbar ruhiger. Auch die Atmung, vor kurzem noch völlig außer Rand und Band, wurde wieder zu einem ruhigen rhythmischen Heben und Senken seines Brustkorbes. Sein Blick, zuvor noch von Qual entstellt, entspannte sich und er fing an seine Umgebung wieder bewusst wahrzunehmen. Langsam und vorsichtig schob er seine zitternden Beine über den Rand der Matte und setzte mit ihnen auf dem gefliesten Boden auf. Tarrior atmete noch einmal tief ein, bevor er sich dann schwankend erhob. Ein flüchtiger Blick durch den Raum zeigte, dass es wohl schon später als Morgen sein musste. Die Schlafstätten, die in der vergangenen Nacht noch alle belegt gewesen waren, waren nun leer. Taumelnd schleppte er sich hinüber zu einem Wassereimer und einem nur schlampig an der Wand befestigtem Spiegel. Es sollte wohl als improvisierte Waschecke dienen. „In der Not frisst Mehrunes Dagon Fliegen“: dachte er und entnahm dem Eimer etwas Wasser mit der hohlen Hand. Er drückte es sich ins Gesicht und spülte sorgfältig seine Augen. Dann erhob er seinen Blick und schaute nun nicht mehr ganz so müde in das schmutzige Silber des Spiegels. Der Anblick drückte nur aus wie er sich auch innerlich fühlte - Müde und Zerschlagen. Große schwarze Augenringe hatten sich unter den roten Pupillen gebildet und in dem schwummrigen Licht, des von Fackeln erleuchteten Kellers, wirkte sein Gesicht als wäre es über und über von Narben und Falten durchzogen. Die Schatten die über sein Antlitz huschten schufen damit eine Illusion die mehr Wirklichkeit enthielt als er sich eingestehen wollte. Ob es die Sorgen waren, die er sich beim Gedanken an das vor ihm liegende machte, oder ob es die allgemeine Erschöpfung war, vermochte er nicht zu sagen. Beides nagte an ihm, denn auch die zurückliegenden Ereignisse in Cyrodiil hatten immer wieder aufs Neue ihren Tribut gefordert. Erst war da dieser unglaubliche Energieausbruch in Mehrunes Dagons Reich gewesen, der ihn an den Rand des Todes katapultiert hatte, dann die schwere Erschöpfung durch den Einsatz von Seelenkerker in Hrotanda Vale und dann noch diese Suchaktion mitten durch die Berge, immer umtobt von den Naturgewalten. So etwas hinterließ auf, und auch in, jedem Menschen oder Mer seine Spuren.

    Nochmals fuhr sein Blick über sein Gesicht und unterzog es einer genaueren Musterung. „Ich sehe furchtbar aus. So kann ich unmöglich vor den Herzog oder den Rat treten“: dachte er in Anbetracht dessen. Er hatte schon lange kein richtiges Bad mehr genommen. In Bruma war keine Zeit dazu geblieben und auf dem Luftschiff bestand dazu ebenfalls keine Möglichkeit. Er hatte die Zeit über mit notdürftigen Katzenwäschen Vorlieb nehmen müssen. Als sein Blick, immer noch geheftet auf sein Antlitz im Spiegel, langsam zu seinen Haaren schwenkte, bemerkte er das sie mittlerweile wieder ziemlich lang waren. Seinem wallenden roten Haar hatte er jetzt wochenlang keine Aufmerksamkeit mehr geschenkt. In Oblivion waren sie eines der Opfer dieses Feuersturms geworden und waren restlos verbrannt. Doch jetzt hatten sie wieder eine gewisse Länge erreicht. Sie standen wild und chaotisch von seinem Kopf ab und waren auch außerordentlich ungepflegt. Da es auf dem Luftschiff ebenfalls keine Spiegel gegeben hatte, hatte er gar nicht gewusst wie schlimm er schon gestern bei seiner Ankunft ausgesehen haben musste. Seine wild wuchernden Haare verliehen ihm im jetzt im Zusammenspiel mit den schweren Augenringe und dem wohl schon längeren Drei-Tage-Bart, dass Aussehen eines Straßenräubers. Wäre da nicht noch seine teure Kleidung gewesen, hätte man ihn auch für einen Bettler halten können. Aber wenn er es recht bedachte, sah und roch diese mittlerweile so, als wären es nur irgendwelche ordinären Bettlerlumpen. „Ich brauch unbedingt ein Bad“: hielt Tarrior an dieser Stelle gedanklich fest. Denn er gestand sich ein, dass er so unmöglich unter Leute gehen konnte. Er hoffte deshalb, dass der Schankraum leer sein würde. Er fuhr sich mit der Hand nochmals über das Gesicht und massierte kurz die Augen, dann wandte er sich um und kehrte zu seiner Schlafstatt zurück, jedoch nur um in seine Schuhe zu schlüpfen. Als er seine Fußbekleidung wieder trug, ging schließlich zurück nach oben in den Schankraum. Das Licht das den Raum durch die Fenster durchflutete, blendete ihn für einen kurzen Moment, als er aus dem Schatten des Treppenaufganges trat. Für einen Moment konnte er nichts erkennen, dann jedoch gewöhnten sich seine Augen an das grelle Licht und er blinzelte die Lichtschwaden einfach weg. Was blieb, waren vereinzelte noch immer flirrende Punkte. Als sein Blick wieder einigermaßen klar war, ging er auf die Theke zu. Der Schankraum war wie gehofft leer. Es musste später sein, als er gedacht hatte, denn die Leute waren scheinbar alle bereits mit ihrem Frühstück fertig. Ugning war den Geräuschen und Flüchen nach, die er von sich gab, gerade in der Küche mit dem Abwasch beschäftigt. Tarrior setzte sich auf einen Stuhl der direkt an der hölzernen Oberfläche stand und huste mehrmals lautstark um auf sich aufmerksam zu machen.

    „Verdammt noch mal, wo steckt nur diese Frau schon wieder wenn man sie mal braucht“: nörgelte Ugning noch immer rum, als er aus der Küche kam. Als er ihn sah schwenkte er um und begrüßte ihn mit einem leicht missglücktem Lächeln: „Oh. Guten Morgen Tarrior. Du siehst ähm naja ... .“ „... furchtbar aus? Ich habe schlecht geschlafen.“: vervollständigte er. „Ich denke ich brauche dringend ein Bad“: fügte er dann noch hinzu. „Meine Frau bringt gerade die Zimmer in Ordnung, ich sage ihr, dass sie alles für dich herrichten soll, aber das dauert noch ne Weile. Es ist zwar schon etwas spät dafür, aber in der Zwischenzeit kann ich dir noch ein Frühstück machen. Grob überschlagen macht das dann zusammen nochmals 30 Draken“: schlug Ugning vor und rief lautstark nach seiner Frau. „30 Draken! Und das nur für ein Bad und ein einfaches Frühstück!“: dachte Tarrior entsetzt. Gestern war er zu müde für einen Streit über die Kosten gewesen, doch jetzt sah er zwar fertig aus, aber war in bester Stimmung für einen kleinen Streit. Während er noch darüber nachdachte, bat der Nord seine Frau Hurunda Heißwasser aufzusetzen und sonst alles vorzubereiten. Als sie wieder weg war, setzte der Dunmer an. „Ugning das ist ja Wucher!“: empörte er sich zunächst. „Man kann schließlich für ein einfaches Frühstück und ein Bad nicht soviel Geld verlangen. Für das Geld könnte ich in Cyrodiil in einem Edelhotel übernachten“: fuhr er fort. Der Nord im ersten Augenblick überrascht, über den plötzlichen Ausbruch des Dunmers, setzte einen ehrlich zerknirschten Gesichtsausdruck auf. „Das kann ich verstehen aber ...“: wollte er erklären, doch Tarrior fiel ihm gleich ins Wort: „Aber was? Die Zahl deiner Gäste dürfte sich vielleicht auf den Preis der Betten auswirken, doch aber sicher nicht darauf wie viel ein Bad oder eine Mahlzeit kostet!“ Der Wirt wurde etwas rötlicher im Gesicht, blieb aber ansonsten ganz ruhig. „Was das Bad angeht hast du Recht, aber die Preise für die Mahlzeiten musste ich anheben. Nahrungsmittel werden inzwischen knapp. Seit uns die Deadra von den wichtigen Eierminen im Landesinneren abgeschnitten haben, sind wir auf die Bauern angewiesen. Und diese Halsabschneider haben die Preise stark angehoben, da sie das wissen“: erklärte der Wirt. Er verstand zwar die Lage des Nords, doch er stritt und feilschte noch eine Weile, dann hatte er ihn zumindest auf 22 Draken herunter gehandelt. Er hatte dabei auch ziemliches Glück das er mit Ugning vergleichsweise gut befreundet war und dieser auch nicht so hartnäckig wie sein Vater war. Agning hätte ihm sicher schon längst geraten, sich eine andere Herberge zu suchen, wenn ihm die Preise nicht passten. Oder hätte die Verhandlungen mit seiner Axt etwas gekürzt. Zumindest waren die 22 Draken für ihn ein annehmbarer Preis, denn weiter runter hätte er ihn sicher nicht drücken können. Zwar hatte er noch weitaus genug Gold dafür dabei gehabt, aber in gewisser weise ging es hier auch ums Prinzip. Und ein Hlaalu lässt sich nur sehr ungern einen übertriebenen Preis reindrücken, zumindest wenn er nicht wenigstens versucht hatte darum zu feilschen. In diesem Sinne waren die acht Draken Ersparnis eine befriedigende Leistung gewesen. Er drückte dem Nord mit einem Grinsen im Gesicht das Geld in die Hand und dieser verschwand daraufhin in der Küche. Jedoch nicht für lange. Nur ein paar Minuten hatte es gedauert, da kam er auch schon mit einem metallenen Teller zurück, den er vor Tarrior auf den Tisch stellte. „Ein gutes Frühstück“: befand er in Gedanken und dankte Ugning dafür. Das Frühstück, bestehend aus Brot, Schinken, Käse, frischem Wasser, einem Apfel und einem hart gekochten Kwama-Ei schlang er in rasantem Tempo herunter. Eigentlich nahm er den Geschmack nur am Rande wahr, dennoch glaubte er, als das Sättigungsgefühl einsetzte, das es geschmeckt hatte. Er spülte nochmals kräftig mit Wasser nach und atmete zufrieden aus.

    Im selben Moment wie der Wirt dann aufräumen wollte, kam seine Frau mit einem großen Eimer heißen Wassers aus der Küche. Die Nordfrau war wirklich stark, denn sie schleppte ihn ohne auch nur die Spur von Anstrengung zu zeigen die Treppe hoch. Als ihre Schritte nach der obersten Stufe verklangen, rief sie hinunter. „Herr Gildres euer Bad ist gleich fertig, ihr könnt schon hochkommen“: bat sie ihn nach oben. Er kam gerade in eines der Zimmer, dessen Tür offen stand, als sie das heiße Badewasser in den großzügigen Waschzuber kippte. „Ich lasse euch dann allein“: verabschiedete sie sich, schloss die Tür und verschwand, am Klang der Schritte zu erkennen, die Treppe hinunter. Tarrior legte derweil seine Kleider ab und stieg in die Holzwanne. Das heiße Wasser tat gut, obwohl er es sich am liebsten noch etwas wärmer gewünscht hätte. Nichtsdestotrotz genoss er diese Momente der Ruhe. Er ließ die Wärmer noch etwas auf sich wirken, dann nahm er die von Hurunda bereitgelegte Seife zur Hand. Es war ein einfaches Zeug ohne Geruchsessenzen, jedoch prickelte es angenehm auf der Haut, als er sich einzuseifen begann. Dabei fiel ihm auf, das die Wunden, die er in Cyrodiil davon getragen, inzwischen fast vollständig verheilt waren. Nur die wenigsten von ihnen würden Narben hinterlassen und diese wären auch nicht so groß wie die auf seinen Unterarmen, die er gedankenverloren mit den Fingern befühlte. Eine Weile schwelgte er so in Gedanken, dann wechselte er die Seife gegen einen Lappen aus und wusch sich damit gründlich ab. Zum Schluss rasierte er sich noch mit einem bereitgelegten Rasiermesser, dann erhob er sich aus dem Zuber und trocknete sich mit einem, für diesen Zweck vorgesehenem, Leinentuch ab, dass er sich danach um die Hüften band. Er griff sich seine Kleidung und ging dann wieder nach unten. Kaum war er die Treppe hinunter huschte Hurunda wieder nach oben, vermutlich um sich dem Badewasser, mit einem schnellen Schwenk aus dem Fenster, zu entledigen. „Ugning wo ist mein Gepäck?“: fragte er den Wirt. „Hier ist es, ich habe es in den Vorratsschrank eingeschlossen gehabt. Ziemlich leichtsinnig von dir es einfach hier oben stehen zu lassen. Als ich gestern Abend die Treppe wieder hoch kam, hatten schon ein paar Gestalten neugierige Blicke auf dein Hab und Gut geworfen“: erklärte er und zog das dicke, rucksackähnliche Bündel, dass Tarrior als Gepäck bezeichnete hinter dem Tresen hervor. Der Dunmer kramte etwas darin herum und hatte dann auch schon neue Kleidung gefunden, die er sich sogleich anzog, da Hurunda noch nicht in Sicht war und der Schankraum außer ihm und dem Nord leer war. Er entschied sich dabei, etwas Extravagantes zu tragen, schließlich wollte er in die Herzogsburg. So schlüpfte er in ein weinrotes Hemd mit schnörkeligen goldenen Verzierungen an den Rändern und eine Hose aus feiner, leicht gelb eingefärbter Seide. Dann zog er noch zwei flache Pantoffelschuhe aus gut gepflegtem, braunem Leder an. Seinen Gürtel und die Schwertscheide band er sich wieder um. Bevor er die Herberge verließ, bat er den Wirt noch darum weiterhin auf sein Gepäck aufzupassen und die schmutzige Kleidung und die Stiefel, von seiner Frau waschen zu lassen. Ugning nickte nur knapp, dann war Tarrior auch schon auf dem Weg zur Burg von Ebenherz.

    Als er die Taverne verlassen hatte, schlug ihm die freundliche Wärme der am Himmel stehenden Sonne entgegen, die sich trotz der dichter werdenden Wolken am Himmel, in hellstem Glanz zeigte. Als der Dunmer den Blick eine Ebene tiefer, vom Himmel zurück zur Stadt lenkte, erkannte er dass es in der letzten Nacht tatsächlich gestürmt haben musste. Er hatte es einfach verschlafen. Das Dach des „Sechs Fische“ hatte einige Schindeln verloren und sonst lagen hier im Viertel, abgerissene und weggewehte Kaiserreichs-Banner und Flaggen. Auch einige Zeltplanen, oder zumindest äußerst große Leinentücher die er dafür hielt, lagen hier und dort verstreut. Geregnet hatte es dabei anscheinend nicht. Scheinbar war die Stadt nur von starken Winden erfasst worden. Aber so wie der Himmel aussah war es trotz allem sehr wahrscheinlich, dass sie bald Nass aus den Wolken bekommen würden. Er hoffte dass es noch nicht anfangen würde, oder wenn doch, es zumindest aufgehört haben würde, bis er mit seinen Erkundigungen in den Burg fertig und zur Herberge zurück gekehrt war. Wenn nicht, dann würde er wohl seine Kleider nochmals wechseln müssen, denn er hatte schlecht Lust sich eine Erkältung oder etwas Schlimmeres einzufangen, nur weil ein Schauer ihn durchnässt hatte. „Hoffentlich ist die Lage hier nicht so schlimm, wie alle sagen. Ansonsten könnte die Plantage in großer Gefahr sein“: dachte er, während er durch die Straße des Diplomaten-Viertels ging. Jetzt verstand er auch warum die Flüchtlinge vor der Stadt nächtigen mussten. Die kaiserlichen Legion, vermutlich die Einheit vom Schiff, hatte hier an jeder annähernd freien Stelle Zelle hochgezogen. „Vermutlich reichen die Betten hier in der Garnison nicht“: vermutete er und sah sich dabei um. Die Zeltplanen die er gesehen hatte, waren scheinbar vor hier aus nach vorne geweht worden. Einige Zelte hatte der Sturm einfach samt Verankerung aus dem Boden gerissen, andere ganz einfache umgeworfen oder in sich zusammen fallen lassen. Etliche Leinentuchhaufen flankierten die Passage. Nur wenige von den Zelten standen noch (oder wieder?). Neben dem Tuch, den Seilen und den stützenden Holz- oder Metallstangen, lagen Vorräte und einfache Gegenstände im Viertel verstreut. Der Sturm hatte einfach alles hinweggefegt. Er wollte sich gar nicht vorstellen, wie es in dem Flüchtlingslager vor der Stadt aussehen musste. Dort war der Wind ebenso auf die Zelte getroffen, jedoch mit dem Unterschied das es keine Mauern gab, die seine verheerende Wirkung abschwächen konnten. „Da kann ich ja nur heilfroh sein, dass ich es gestern Abend noch in die Stadt geschafft habe“: waren seine Gedanken während er den Legionären beim Wiederaufbau zusah und sich allmählich der Brücke näherte. Mehr beiläufig nahm er auch noch war, dass man die Türen der Himmelsrand- und der Argonischen Mission mit zusätzlichen Holzbalken verstärkt hatte. Außerdem hielten vor der Argonischen Mission auch zwei etwas breitschultrigere Argonier Wache. Die, mit Zacken und Widerhaken bestückten, Speere, die sie in ihren Klauen hielten, machten auch nicht den Eindruck, dass sie dort nur zur reinen Dekoration standen. Tarrior schob den Grund ihrer Anwesenheit auf die erhöhte Gefahr für die Diplomaten hier auf Vvardenfell und hatte die große Brücke erreicht, die ihn zur Burg von Ebenherz, dem Sitz des Herzogs von Vvardenfell, bringen würde. Er betrat die Brücke und schlenderte auf ihr, Richtung der Burg. Dabei bot sich ihm wieder ein wunderbarer Ausblick auf das Meer, das im Licht der Sonne schimmerte und glänzte. Er roch die klare Frischluft und schmeckte Salz. Mehr aus reiner Beiläufigkeit als wirklich bewusst drehte er seinen Kopf in Richtung Festland. Sah das Flüchtlingslager, welches durch den Sturm tatsächlich ziemlich in Mitleidenschaft gezogen worden war. Dann hob er sein Blickfeld etwas an und erkannte wieder die großen Rauchsäulen die wie gewaltige Türme in den Himmel ragten. Er wandte den Blick ab, die Vorstellung was dort vor sich hin loderte und brannte, wäre zu schrecklich. Er hatte Kvatch gesehen und wusste zu welchen Taten die Deadra, vor allem die des Prinzen der Zerstörung, fähig waren.

    Sein Blick ruhte nun wieder auf der Burg, wanderte dann ein Stück nach unten, dort wo sich die schwere, hölzerne Tür befand die ins Innere führte. Er sah drei Männer die dort Stellung bezogen hatten und er hatte eine leise Vorahnung was kommen würde. Und als er das Ende der Brücke erreichte sah er sich auch gleich bestätigt. Zwei Jungritter, zu erkennen an den auffälligen Templer-Rüstungen, flankierten die Tür wischen ihnen stand jedoch noch jemand. Die Gestalt trug ein langes nachtblaues Gewand mit wenigen, einfachen Silberverzierungen. Die Schultern wurden stählernen Schulterplatten bekrönt und die Hände steckten in ebenso stählernen Handschuhen, die jedoch äußerst eng an anzuliegen schienen. „Eine äußerst filigrane Arbeit“: wie er fand. Anhand dessen identifizierte er den Bretonen, mit dem etwas längeren Kinnbart und kurz geschnittenen Haaren, vor ihm, als Kampfmagier. „Was ist euer Begehr?“: frage dieser. „Ich möchte in die Burg“: erklärte er. „Und warum sollte ich euch einlassen“: fragte der Bretone. „Warum nicht? Schließlich ist die Burg offen“: antwortete er. „Vor einiger Zeit war sie das für gewöhnlich, doch seit die Krise um sich greift, ist sie das nicht mehr. Also wenn ihr keinen triftigen Grund habt einzutreten, dann verschwindet. Wir können es auch nicht gebrauchen, wenn jemand hier in der Nähe rumlungert. Es ist auch zu eurem Wohl. Nicht das wir euch noch mit einem Spion verwechseln und von den Wachen niederstrecken lassen“: erklärte der Magier fast mit gleichgültiger Stimme. Tarrior erkannte das es wohl keinen Sinn haben würde weiter zu diskutieren und Bestechen würde bei diesem Kerl wohl auch nicht funktionieren. Abgesehen davon standen ja noch die beiden Jungritter in der Nähe. Er hatte sich gerade umgedreht um es aufzugeben und sich die nötigen Informationen am Hafen zu besorgen, als ihm eine vertraute Person über die Brücke entgegen kam. Die ihn seinerseits auch erkannte. „Tarrior Gildres! Ihr hier? Wir dachten ihr seid immer noch in Cyrodiil. Schön euch zu sehen“: begrüßte ihn Dram Bero. „Meister Bero es ist mir eine Ehre euch hier zu treffen. Ich bin gestern Abend hier angekommen“: begrüßte er den hochrangigen Ratsherren. „Und was macht ihr hier?“: fragte dieser. „Nunja ich wollte in die Burg um mich über die derzeitige Lage hier auf der Insel zu informieren. Vvardenfell soll sich inzwischen ja auch in ein Tollhaus verwandelt haben. Aber dieser Herr dort will mich nicht einlassen. Ich würde mich ja auch im Hafen informieren, aber die Informationen von dort schienen mir nicht so seriös“: erzählte Tarrior ihm. „Was nicht eingelassen“: stellte Bero es nochmals in empörten Tonfall fest und schob sich an ihm vorbei auf den Bretonen zu. Mit einem Grinsen verfolgte der Dunmer wie sich die Sache entwickelte. „Dies dort ist ein angesehenes Mitglied von Haus Hlaalu, dem Haus dem auch Herzog Dren angehört. Außerdem ist er persönlicher Bekannter von mir. Und ich kann ihnen versichern Hofmagier, das ihm unser schönes Vvardenfell wohl noch mehr am Herzen liegt als Ihnen. Und ich fürchte ich werde wohl noch Meldung machen müssen, wenn sie ihn nicht sofort einlassen ….“: drohte er dem Magier der unter den Worten Beros immer kleiner wurde und es ging noch sicherlich ein paar Minuten so weiter, obwohl es eigentlich gar nicht mehr nötig gewesen wäre, doch Meister Bero war jemand der seinen Standpunkt mit gleißender Inbrunst zu vertreten pflegte. Nachdem er mit seiner Tirade geendet hatte, wandte er sich wieder Tarrior zu. „So Serjo Gildres ihr könnt eintreten. Ich war auch gerade auf dem Weg zum Herzog und zum Rat. Ich hoffe danach findet ihr noch etwas Zeit, ein wenig über eure Reise zu erzählen“: sagte der Ratsherr. Tarrior nickte nur und zusammen traten sie beide an dem, noch total perplexen, Magier vorbei in die Burg ein.

  7. #7

    Cyrodiil, Kaiserstadt, Octavos Haus

    Xerxes zog seine Schultern hoch: "Nun, ich soll für dich den Leibwächter spielen, wenn du das meinst".
    Anders schüttelte den Kopf und wandte sich wieder Octavo zu: "Es ist natürlich selbstverständlich, dass wir euch helfen werden, wo doch auch wir Hilfe von euch erwarten. Wir müssen nur wissen, ob ihr überhaupt Hilfe braucht."
    Octavo faltete seine Hände und beugte seinen Kopf leicht nach vorne: "Ich weiß, dass ihr eine erfahrene Gruppe von Söldnern seid. Also solltet ihr auch wissen, wie ihr mir helfen könnt. Versucht euer Glück, wenn ihr mir das bringen könnt, was ich von euch verlange, dann wäre ich gewillt, euch die Informationen zu geben, die ihr benötigt."
    Anders stand langsam auf und verbeugte sich kurz vor Octavo: "Wir danken euch für eure Hilfe. Ich werde bald zurückkehren und euch ein angemessenes Angebot anbieten."
    Octavo begleitete Anders zur Tür, öffnete sie und verabschiedete die beiden: "Ich werde mich auf den Tag freuen, an dem ihr zurückkehrt. Viel Glück auf eurer Suche"

    Als sie das Haus verlassen hatten, hielt Xerxes Anders an: "Dann verrate mir mal, was wir suchen. Ich bin aus eurem Gespräch nicht schlau geworden."
    "Ich erzähle es dir ganz langsam, damit auch du es verstehen kannst", lächelte Anders," Octavo ist einer der größten Sammler für alte ayleidische Artefakte. Daher kennt er alle Abenteurer in Cyrodiil und Umgebung. Deshalb weiß er genau, wer etwas gegen uns hat und Harald am liebsten tot sehen möchte. Und damit er die Informationen rausrückt, die wir brauchen, müssen wir ihm Artefakte liefern. Aber nicht irgendwelche, die es überall gibt. Irgendetwas Besonderes sollte dabei sein. Deswegen gehen wir beide jetzt nach Wenyandawik, töten die ganzen Untoten, die da unten rumlungern, sammeln die Sachen dort und bringen sie hierher. Verstanden? Gut."
    Xerxes hatte seine Hand bereits an den Griff seines Schwertes bewegt, zog es ruckartig heraus und schlug genau auf Anders' Kopf, der mit einem unbeeindruckten Gesicht einen Schritt nach links ging, ebenfalls sein Schwert zog und seine linke Hand hinter seinen Rücken legte. Xerxes versuchte, so schnell wie möglich alle verwundbaren Stellen an Anders' Körper zu treffen, der allerdings seelenruhig die schnellen Attacken parierte oder ihnen durch eine einfache Drehung seines Körpers auswich.
    Nachdem die beiden einige Zeit so gekämpft hatten, schlug Anders allerdings mit seinem Schwert gegen Xerxes' Schild, trat den durch diesen Angriff ins Wanken gekommenen Xerxes einfach um, legte sein Schwert an seinen Hals an und bemerkte vollkommen trocken: "Nur, dass ich es nicht benutze, heißt nicht, dass ich nicht damit umgehen kann."

    Die in diesem Moment an den, um Octavos Haus nicht mehr vorhandenen, Leuten vorbeistürmende Wache sah die Sache jedoch nicht so gelassen. "Was soll das hier?", schrie die Wache Anders an. Xerxes versuchte sich in seiner schweren Rüstung langsam aufzurichten: "Kein Grund zur Aufregung. Es ist nichts passiert."
    "Nun gut", grummelte die Wache, "aber wenn ihr sowas nochmal macht, dann habt ihr beide mächtigen Ärger."
    Xerxes wischte den Staub, der durch diesen heftigen Sturz aufgewirbelt und an seine Rüstung geklebt wurde, abzuwischen. "Also dann. Auf nach Wenyandawik."

  8. #8
    Der Hammer traf genau auf den Kopf. „Alexian, den nächsten Hering!“ Ardor und Alexian waren dabei ihr Zelt aufzubauen. Als die andere Truppe das Lager verlassen hatte, fing es an, nebelig zu werden. Im Lager herrschte ziemlicher Lärm, da alle angefangen haben, ihre Zelte aufzubauen und Gepäck abzuladen. Ding! Ding! Ding! „So, das war der letzte!“ Ardor erhob sich. „Ich mach jetzt alleine weiter.“ „O.K., ich geh Elijah suchen.“

    Der Tumult fing an sich langsam zu legen, da die meisten schon mit den Zelten fertig waren und bereits alles verstaut hatten. „Am besten fange ich an um das Kommandozelt zu suchen. Da es in der Mitte des Lagers ist, ist es ein guter Ausgangspunkt.“ Er schritt den Weg zum Kommandozelt endlang, und sah hie und da einige Legionäre mit Karten und Würfeln spielen. Alexian fühlte sich, wie in einer Taverne. Er kam an. Das Kommandozelt war neben dem Lazaret das größte im Lager. Ein Kaiserliches Banner wehte auf der Spitze. Einige andere Legionäre trugen gerade einige Holzstämme zu einem Stückchen niedergetrampelter Erde, auf dem schon ein Paar Seile und Werkzeuge lagen. „Was soll das den?“ „Was das soll? Der Hauptmann will um das Zelt herum eine kleine „Privatpalisade“ haben. Das hier, soll ein Turm werden. Die äußere Palisade ist ziemlich im… na ja beschädigt.“ „Wisst ihr zufällig wo Elijah ist?“ „Eliwas?!? Tut mir leid, wir kennen nicht jeden aus der Abteilung!“ „Schade. Vielleicht ist er beim Schmied…“
    Elijah hat schon lange damit geklagt, das sein Helm zu klein sei. Und tatsächlich, der Hochelf saß nicht weit von einem Schleifstein und bastelte an einem Helm rum. „Was machst du da?!?“ Elijah erschrak kurz. „Ach du bist das! Ich? Ich hab mir einen neuen Helm besorgt!“ „Ähmm… Und was sind das für Gravuren? Etwa solche, wie bei einem Eileidenhelm?“ „Eileiden? Was?!? Es heißt Ayleiden! Ja, das stimmt. Sieht doch schick aus, oder?“ Bevor Alexian etwas darauf antworten konnte, sagte Elijah, sie sollten besser zu Ardor gehen und zerrte ihn mit.

    Das Zelt stand schon. Ardor hatte es mit ein wenig rotem Garn markiert. „Na, hast du ihn doch noch gefunden? Und… du hast dir den Helm graviert?“ „Ja!“ Elijah zeigte stolz den Helm hervor. Sie fingen an zu lachen. Wieso, wusste Alexian nicht. Ardor hörte auf und sagte „Es soll heute regnen. Hat mir Beaux gesagt.“ Alexian blickte beiläufig in den Himmel. Es waren tatsächlich dunkle Wolken am Himmel über ihnen zu sehen. Doch etwas stimmte nicht. Es waren keine… richtigen Wolken. „Hey, es schneit!“ Alexians blick blieb auf den Wolken ruhen. Auch Ardor und Elijah blickten jetzt nach oben. Der Schnee war schwarz. „Schwarzer Schnee…“ Alexian lies den Blick wieder vom Himmel ab und sagte: „Ist das normal?“ Elijah meldete sich zu Wort: „Jaah… Wegen dem Oblivionsturm in der nähe der Tore könnte es sein das…“ Ardor unterbrach Elijah. Er blickte immer noch nach oben. „Nein, das ist kein Schnee.“ Sagte er mit ernster Stimme. „Es ist Asche.“
    Geändert von Alexian (23.12.2008 um 18:31 Uhr)

  9. #9
    Alexian starte weiterhin in die Luft. Die Asche fing an eine dicke Schicht auf den Zelten zu bilden. Nach einer weile liefen sie auf die Palisade, um zu sehen, warum plötzlich Asche vom Himmel fiel. Ein Wind kam auf und der ruhige Aschen-Schnee verwandelte sich in einen starken Aschesturm. Alexian konnte kaum etwas sehen und hielt sich deswegen dicht an Ardor und Elijah.

    Auf der Palisade drängten sich schon viele Legionäre und sie mussten sich nach vorne drängeln. Der Wind hatte sich gelegt und die Sicht wurde wieder klarer. „Was zum… Bei allen Lichkönigen und Goblinpriestern…“ lies sich Elijah vernehmen. Alexian sah es jetzt auch. Der ganze Wald um die Obliviontore brannte und unter einem Haufen Rauch kamen Daedra und einige Türme hervor. Kurz trat stille ein. Viele mussten erst realisieren was gerade geschehen war. Schließlich rief jemand: „SIE KOMMEN!!!“ Alle zogen augenblicklich ihre Waffen. Der verwunderte Hauptmann schrie zunächst einige undeutliche Befehle und versuchte die Masse zu bewegen. Dann wurden seine Befehle deutlicher: „Kampfmagier und Bogenschützen auf die Mauer!!! Lanzenträger ebenfalls!!! Die anderen Nahkämpfer haben dort nichts zu suchen!!!“ Ardor und Alexian wendeten sich zu Elijah. „Viel glück!“ „Ja, hoffe ich auch. Ich glaube ihr solltet jetzt von der Mauer runter.“

    Die beiden sprinteten die Treppe runter, als die ersten Elementarzauber flogen. Die Bogenschützen schossen ebenfalls schon. Es herrschte ein ziemlicher Lärm. Der Hauptmann gab ihnen noch mehr Befehle: „SO NEHMT DIE HALBKREISFORMATION VOR DEN TOREN EIN!!!“ Sie teilten sich in drei Gruppen und schritten zum Tor und hoben die Schilde. Trotz des Hagels aus Zaubern und Pfeilen, schafften es anscheinend ein Paar Daedra bis zum Tor. Alexian hörte die Schläge und das zerbrechende Holz. „Sie kommen gleich durch, macht euch bereit!!!“ Alexian hob sein Schwert und hielt es wie eine Lanze nach vorne. Sein Schild verdeckte den Großteil seines Oberkörpers. Er war ein wenig nervös, denn er wusste nicht, was da gleich durch das Tor bricht. Jemand blickte nach oben. „PFEILHAGEL!!!“ Sofort hoben alle die Schilder. Jetzt waren die berittenen Legionäre klar im Nachteil. Erbarmungslos flogen die Pfeile von oben auf das Lager hinab. Die Zelte wurden durchlöchert und die meisten Reiter und Klaymore-Soldaten vielen. Auch den Leuten auf der Palisade ging es nicht besser. Viele hatten keine Schilder und wurden vom Pfeilhagel durchlöchert. Alexian hörte, wie die Pfeile an seinem Schild abprallten. Doch ein Pfeil durchstach den Stahl knapp neben Alexians Hand. Ein Zweiter kam am äußeren Rand durch. Ein Dritter hätte ihn beinahe den Finger gekostet.

    Der Pfeilhagel ging vorbei, und wieder versuchte der unsichtbare Feind das Tor zu zerstören. Ehe alle die Schilder wieder herunternehmen konnten, brachen die Daedra durch das Tor. Es waren einige Dämonenritter in Kompletter Rüstung und viele seltsame, echsenähnliche „Rammbockviecher“ dabei. Anders konnte er es nicht beschreiben. An einer Stelle durchbrachen sie den engen Kreis aus Legionären und griffen die restlichen von der Seite oder von hinten an. Sie waren umzingelt. Alexian werte ein Paar wütende Kopfstöße ab und verteilte ebenfalls Hiebe. Egal wie viele er von diesen Viechern tötete, es kamen immer mehr. Dann kamen auch noch die Daedraritter hinzu. Alexian wurde von einem am Kopf getroffen. Der hieb war so stark, das er hinfiel. Er landete im Matsch und musste sich Stark gegen den Angreifer verteidigen bevor er wieder hochkam. Jetzt kam einer, der anscheinend ein Anführer von ihnen war. Er schleuderte einen Feuerball und der Legionär rechts von Alexian fing an zu brennen. Dann zog der Todesritter einen Klaymore und versetzte Alexian einen Schwertstreich gegen den Helm. Alexian fiel abermals und sein Helm zerbarst in zwei Hälften. Der Daedra drehte sich wieder um und ging in der Meute unter. Ein anderes Mistvieh griff den am Boden liegenden Alexian an. Es war eine Art kleiner Teufel. Er schoss einen Feuerball, den Alexian jedoch ganz leicht mit seinem Schild abwerte. Daraufhin nahm Alexian eine Hand voll Matsch und warf sie dem Ding ins Gesicht. Es taumelte und versuchte, den Matsch aus dem Gesicht zu kriegen. In dieser Zeit hatte Alexian sich Aufgerappelt und Verpasste ihm einen Schwerthieb. Es taumelte abermals, setze jedoch sofort zu einem Gegenangriff an. Alexian parierte mit dem Schild und schlug noch einmal zu. Es sprang jedoch einfach über sein Schwert. Alexian schlug sofort mit seinem Schild zu, was es abermals zum Taumeln brachte. Das nutzte Alexian aus und beendete es mit dem Schwert. Er hatte jetzt eine Taktik. Noch eins dieser Dinger griff ihn an. Beim ersten Hieb des Dings werte er es mit dem Schild ab und schlug zu. Jetzt schien es irgendwie einfach. Ein weiteres kam. Mit dieser Methode war es jedenfalls einfach es zu töten. Plötzlich fing es an, an Daedra zu fehlen. „Sie haben sich zurückgezogen!“ Alexian fing an zu spüren, wie erschöpft er war. Er viel rückwärts in den Schlamm. „Ich habe überlebt! Ich habe überlebt!!!“ Jetzt merkte er auch, dass er am Kopf und am Bein blutete. „Heiler!“ Doch alle heiler waren bereits beschäftigt. Jetzt sah er auch, dass die Hälfte aller Legionäre tot oder verwundet war. Die meisten Zelte waren zerstört, und an einigen Stellen der Palisade waren bereits große Löcher.

    Ardor stieß zu ihm und half ihm hoch. Er hatte überall Wunden und seine Rüstung war voller Blut. „Komm, helfen wir den Verwundeten und tragen sie ins Lazarett.“ „Wo ist Elijah?“ „Keine Ahnung… Komm schon!“

  10. #10
    Alexian schleppte einen schwer verwundeten Legionär, dessen Rüstung an mehreren Stellen durchlöchert und gesprungen war, ins Lazarett. Es waren nicht genug Krankenbetten mitgenommen worden und im Zelt waren überall improvisierte Heubetten aufgestellt. Die Feldheiler und Sanitäter hatten ziemlich viel zu tun, denn sehr viele Verletzungen waren ziemlich schwer. Alexian und Ardor hievten den Legionär in eins der wenigen noch freien betten und gingen dann wieder aus dem Zelt.

    Draußen lagen überall Tode und Verwundete und jeder versuchte zu helfen. Es gab aber einige Wenige, die sich in Winkeln und toten Pferden kauerten und angsterfüllt vor sich hin brabbelten. Die Meisten von ihnen waren noch sehr jung und Beinahe-Rekruten. Alexian versuchte sich die Nase zuzuhalten, denn er konnte den Gestank von Verbranntem und Blut nicht mehr aushalten. Ardor überredete ihn, noch mitzuhelfen. Als alle Verwundeten dann im Lazarett lagen, fingen die, die noch normal und ohne starken Schmerzen gehen konnten, (und noch klar denken konnten, dachte sich Alexian) fingen an, die Daedrapfeile einzusammeln, die überall herumlagen. Er und Ardor machten sich auf, Elijah zu suchen.

    Auf der Palisade fanden sie ihn schließlich. Er sah ziemlich schockiert aus, und sein Pferdeschwanz hatte sich gelöst. Als er Alexian und Ardor kommen sah, schritt er langsam auf sie zu und sprach: „Verdammt, ihr lebt noch? Wie habt ihr überlebt?!?“ Alexian wusste nicht, was er sagen sollte, und Ardor offenbar auch nicht. Elijah erhob wieder seine Stimme: „Ich habe alles von hier aus gesehen! ALLES!!!“ Ardor packte und rüttelte ihn. „Reiß dich zusammen! Du wirst verrückt!“ Elijah lachte, und Alexian lief es dabei kalt den Rücken runter. „Ja, vielleicht sind wir ja alle verrückt! Wer weis? Vielleicht… kann ich ja…“ Bevor er fortfahren konnte, schlug Ardor ihm heftig gegen den Kopf. „Reiß dich zusammen, hab ich gesagt! Ganz ruhig! Du lebst noch, und das ist das wichtigste das zählt!“ „Ja, tut mir Leid… Ich… Wisst ihr, das war nur eine kleine Daedra-Armee. Sie haben noch viel schrecklichere Kreaturen. Dies waren nur Skamps, Clanfear und Dremora der niedrigsten Stufe. Sie hätten uns töten können!!! Merkt ihr, das sie nur mit uns spielen?!?“ „Du drehst durch! Beruhige dich! Lasst uns unser Zelt wieder aufbauen.“

  11. #11

    Solstheim, Westlich des Isìld Flusses, Moesring Berge, Pass

    Gegen Mittag waren sie wieder am Fuße der Berge angelangt und hatten auch gleich eine kleine Höhle gefunden, die sie für eine Rast vor dem tobenden Schneesturm schützte. Die kleine Eisgrotte maß gerade einmal zehn mal zehn mal fünf Schritte und bot ihnen genug Platz, damit sich jeder einmal hinlegen konnte. Immer zwei hielten aber dennoch Wache, während sich die anderen schlafen legten. Ein Feuer brachten sie nicht, da ihre Rüstungen sie auch so zum Schwitzen brachten. Mit Dunkelheit hatten sie auch keine Probleme. Am kleinen Eingang fiel ein schmaler Lichtkegel in die Grotte und das Eis trug die Helligkeit in jeden Winkel. „Ich hoffe das nächste Mal haben wir eine weniger unheimliche Jagd, als die Letzte es war“, brummte Brândil, der zusammen mit Thorin Wache hatte.
    „Was meinst du?“, fragte er mehr beiläufig. Er hatte nicht wirklich zugehört. Seine Gedanken streiften durch das Land und seine Augen schienen durch das Eis der Höhle zu sehen.
    „Ich meine, dass ich beim nächsten Mal nicht wieder in ein solches Blutbad hineinrennen will, das kein normales Tier veranstalten würde“, murmelte der ältere Jäger. Danach schwiegen sie wieder. Es gab nicht wirklich etwas zu sagen zu dieser Thematik. Jeder wusste, das es ein Zeichen sein musste. Nur keiner wusste, ob ein Gutes, oder ein Schlechtes. Neben sich hörte er das leise, regelmäßige Schnarchen von Rulmgar, der anscheinend die wenigsten Probleme hatte einzuschlafen. Wenn er da an seine Versuche zurückdachte. Er und Brândil waren die Ersten, die sich schlafen legen durften. Nur war sein Geist so aufgewühlt, dass es beinahe ewig gedauert hatte, bis er eingeschlafen war. Die üblichen Gedanken quälten immer noch seinen Geist. Erinnerungen, Fragen und die Ereignisse und Aufregung der neuen Jagd beschäftigten ihn. Manchmal beneidete er Rulmgar fast. Irgendwie konnte er immer und überall schlafen.
    Der Lichtkegel am Eingang war mittlerweile so schwach, dass er sich fast sicher war, dass es der Mond war, und nicht die Sonne, der ihnen ein wenig Licht spendete. „Ich geh‘ mal kurz frische Luft schnappen“, sagte er aus dem Mundwinkel zu seinem alten Freund und stand aus seiner sitzenden Position auf. Brândil brummte wieder nur. Also lief er auf den kleinen Lichtschein zu und trat einen Augenblick später wieder ins Freie. Hatte er noch vor wenigen Augenblicken mit schweren Schneefall und sturmartigen Windgeschwindigkeiten gerechnet, wurde er nun überrascht. In ihrer kleinen Raststätte hatten sie nicht bemerkt, dass sich der Sturm wieder gelegt hatte und nun sanften, flockigen Schneefall gewichen war und der Mond durch einige Lücken in der recht dünnen Wolkendecke schien. Die Luft war klar, wie immer, und es war traumhaft ruhig. Ein wenig zu ruhig. Vielleicht. Aber eigentlich war er es nur nicht mehr gewohnt ohne ein festes Dach über dem Kopf für lange Zeit fern ab jedweder Zivilisation zu sein. Und wenn er nun genauer darüber nachdachte, gefiel es ihm sehr. Die Ruhe. Die Einsamkeit. Und der Frieden, der allem irgendwie inne zu wohnen schien. Hier in den endlosen Schneefeldern gab es keinen Krieg, keinen Kampf um Solstheim. Nur die wilden Tier und die Rieklinge, die dieses Gebiet bewohnten. Und selbst diese schienen in der letzten Zeit nur in ihren Landstrichen zu bleiben und nicht mehr die Berge zu passieren. Oder zumindest hatte es keine Zwischenfälle mehr gegeben in denen Nord aus dem Skaaldorf auf Rieklinge in den Wäldern gestoßen waren. Keine von denen er wusste.
    Sein Blick schweifte noch einige Augenblicke über den ebenen Schnee, der an Steinen zu kleinen Haufen angeweht wurde und ansonsten ruhig und bretteben dalag. Er atmete noch einige Male die frische Luft tief ein, dann wandte er sich wieder um und stapfte in die Höhle zurück. Rulmgar war inzwischen wieder aufgewacht und saß nun neben Brândil und auch Hulfgar und Gondrim schienen allmählich wieder ins Reich der Realität zurückzukehren. „Wie ich sehe, können wir bald wieder aufbrechen“, sagte er dann ein wenig vorfreudig zu den beiden Männern, die daraufhin ihre Blicke von ihren Füßen hoben und ihn nun anschauten. Rulmgar grinste breit.
    „Sicher, wenn diese beiden lausigen Schlafmützen endlich ihre Augen aufkriegen können wir weiterziehen“, entgegnete dieser dann und die drei Männer mussten wieder lachen. Thorin näherte sich ihnen und setzte sich dann etwa zwei Schritte von ihnen entfernt auf den kalten Boden der Grotte, auch wenn er von der Temperatur nichts mitbekam. „Wir sollten die beiden Schnarchnasen mal ein wenig abkühlen. Die scheinen es zu warm zu haben“, grinst Rulmgar und nickte in Richtung eines kleinen Schneehaufens in der Nähe des Eingangs.
    „Ich hab‘ nichts dagegen, solange du das Echo vertragen kannst. Du weist ja, wie Nord reagieren, wenn man sie unsanft weckt. Oder zumindest diese beiden Nord“, lachte Brândil und der jüngere Jäger machte ein Gesicht, als wären unliebsame Erinnerungen zurückgekehrt.
    „Ich lasse euch beiden dann doch lieber den Vortritt“, gab er gespielt großzügig zurück und wieder mussten sie lachen. Sie lachten wohl laut genug, um die beiden anderen ihrer Gruppe nun aus dem Schlaf zu holen. Leise grummelnd und müde stöhnend richteten sie sich auf und schauten noch ein wenig verloren aus. Sie rieben sich beinahe synchron den Schlaf aus den Augen und schauten sie dann an.
    „Wie spät ist es, dass ihr hier so eine heitere Runde habt?“, fragte Hulfgar verschlafen und die drei Jäger mussten sich ein weiteres Lachen verkneifen. Eigentlich wären ihre Pläne ganz witzig gewesen und ein anschließender Schneekampf wäre auch eine gute Unterhaltung gewesen. Nur niemand wollte sich freiwillig opfern für einen Kampf mit Hulfgar oder Gondrim.
    „Es ist bereits dunkel und wir wollten gerade aufbrechen und euch zwei Schnarchnasen zurücklassen“, erwiderte Brândil.
    „Was du nicht sagst“, kam es von Gondrim säuerlich zurück. „Das würdet ihr nicht wagen!“ Wie als Unterstützung seiner drohend gesprochenen Worte schlug er die Linke als Faust in die hohle Rechte. Wieder mussten die Drei lachen.
    „Ach komm schon, Gondrim. Bist du etwas zu müde für einen derben Scherz?“, lachte nun Thorin und auf dem Gesicht des anderen Jägers breitete sich ein Grinsen aus.
    „Ihr habt meinen Scherz nicht verstanden“, erwiderte er nun auch lachend. „Obwohl …“, fügte er dann todernst an.
    „Was?“, fragte Thorin vom plötzlichen Ernst in der Stimme seines Kumpanen erschrocken und überrumpelt.
    „Wenn ich es mir recht überlege, war es kein Scherz“, erklärte er dann mit einem wahnsinnigen Grinsen auf den Lippen und ehe sie reagieren konnten, stürzte Gondrim nach vorn und riss Rulmgar aus seiner sitzenden Position zu Boden. Dieser konnte nicht sich nicht einmal zur Hälfte umdrehen und wurde vom Schwung des stämmigen Mannes überrumpelt und hart zu Boden gerissen. „Jetzt wirst du für deine heimtückischen Pläne büßen“, grummelte dieser mit kaum zu verhehlender Belustigung in der Stimme, als er dem jüngeren, schwächeren Mann eine Hand voll Schnee ins Gesicht drückte. Erst jetzt fiel die unterschwellige Anspannung von ihm und scheinbar auch von allen anderen um Thorin herum ab und wich lautem Gelächter. Nachdem Gondrim seinem Opfer noch etwa drei weitere Hände voll Schnee ins Gesicht gerieben hatte löste er sich von ihm und nahm den Druck von Rulmgars Schultern, den er mit seinen Knien ausgeübt hatte, um ihn unter sich zu halten. Als er neben ihm stand reichte er dem jungen Jäger die rechte Hand und als dieser einschlug, half er ihm auf die Beine.
    „Das bekommst du zurück, das schwör ich die beim Barte meiner Großmutter!“, knurrte ihr Freund mit knallrotem Gesicht und wütendem Ton. Wasser tropfte aus seinem kurzen Bart und rann über seine Wangen. Einige Strähnen seines langen, blonden Haares klebten ihm im Gesicht und verliehen ihm ein merkwürdiges, verrücktes Aussehen.
    „Lasst uns aufbrechen, bevor uns die Beiden hier noch auf dumme Gedanken kommen“, schlug Thorin schließlich vor und alle stimmten zu, wenngleich Rulmgar noch einen bösen Blick in Gondrims Richtung abließ. In wenigen Augenblicken waren sie dann aber alle auf dem Weg nach draußen. Im Freien angekommen wandten sie sich wieder in ihre Reiserichtung und stapften los. Der Neuschnee reichte ihnen teilweise bis zu den Knien und erschwerte das Vorankommen stark. Sie mussten den Anführenden öfters als sonst wechseln, damit sie ihre Geschwindigkeit halten konnten. Während einer an der Spitze eine Spur zog, folgten die anderen in dieser aufgefädelt, wie eine Perlenschnur. Das sparte Kräfte. Dass es keinen Sturm mehr gab, erleichterte das Vorwärtskommen wieder ein wenig. Der Mond erleuchtete ihren Weg und tauchte ihre malerische Umgebung in sein silbriges Licht.
    Sie liefen eine ganze Weile schweigend durch den tiefen Schnee, bis sie auf neuerliche Tierspuren trafen. „Was haben wir dieses Mal?“, fragte Hulfgar und löste sich aus dem hinteren Teil der Gruppe, um nach vorne zu gehen und selbst einen Blick auf den Fun zu werfen. Brândil und Thorin standen bereits neben ihm und die anderen reihten sich an ihrer Seite ein.
    „Ein Bürstenrücken“, murmelte Brândil und fuhr mit einem Finger die Konturen eines Fußabdrucks ab, der sich in einer tiefen Furche im Schnee befand. „Kein Rieklingreiter, sonst würden wir bei der geringen Höhe des Tieres Spuren von den Füßen finden und die Spuren sind frisch. Sehr frisch“, sprach er dann bedächtig weiter und musterte die Spuren, die sie ein wenig weg von den Bergen führen würden, aber immer noch nach Südwesten.
    „Also ein einzelner Bürstenrücken. Wenn ihr mich fragt, dann würde ich sagen: worauf warten wir noch?“, mischte sich Gondrim ein.
    „Bürstenrückenstoßzähne eignen sich gut zum Schnitzen. Und ich mag Schnitzen“, gab Hulfgar seine Meinung kund.
    „Wir alle wissen, dass du das Schnitzen liebst, Hulfgar. Dein ganzes Haus ist voll von geschnitzten Figuren“, lachte Thorin und fing sich einen bösen Blick von dem starken Jäger ein. „Ich habe auch nichts gegen eine Bürstenrückenjagd einzuwenden. Eine kleine Abwechslung zwischen der ganzen Wolfsjagd tut auch mal ganz gut“, sprach er dann weiter und die anderen nickten zustimmend.
    „Sehe ich auch so“, kam es von Rulmgar. Und Brândil liebte es Bürstenrücken zu jagen. Also brauchen sie nicht einmal mehr auf seine ausgesprochene Meinung warten. Sie machten sich einige Augenblicke später an das folgen der frischen Spuren. Ihr Weg war nun auch etwas leichter, da sie lediglich der bereits gezogenen Spur folgen mussten. Zwischendurch hielten sie immer einmal wieder an, um sich davon zu überzeugen, dass sie aufholten. Die Menge an Neuschnee auf den Abdrücken, der durch den sanften Schneefall kam, wurde weniger. Somit konnten sie sich sicher sein. Zumindest wenn sie ihr bisheriges Tempo hielten. Unwillkürlich griff er auf seinen Rücken und löste den langen, dunklen Ebenholzspeer aus seiner Halterung. Seine Finger schlossen sich um das Holz und hielten es fest umschlossen. Vor sich tat es ihm Hulfgar gleich und hinter sich hörte das leise Reiben von Holz auf Leder, als auch die hinteren Drei ihre Speere zogen.
    Die Spuren machten letztlich einen Bogen, als sie sich der Erhebung um Hrothmund’s Grab näherten und führten sie nun direkt auf den nördlichen der beiden Pässe in den Mösringbergen zu. Dabei kreuzten sie mehr als einmal den zwar von tiefen Schnee überschütteten, aber immer noch erkennbaren Weg der von diesem aus den Grabhügel umrundete. Je näher sie den Bergen, und somit dem Pass kamen, desto mehr große Steine oder Eisbrocken fanden sich um sie herum. Sie waren überrascht, dass sie auf keine Rieklinge trafen. Allerdings freuten sie sich mehr darüber, als dass sie sich Sorgen machten. Die kleinen Blauen konnten sehr zäh und biestig sein. Vor allem wenn man sich in ihren Gebieten aufhielt. Und da sie meistens in größeren Gruppen zusammen waren, waren sie auch für Jäger oftmals tödlich.
    Ohne eine Vorwarnung hielt Hulfgar an und Thorin wäre beinahe in ihn hineingelaufen. „Was bei …“, entfuhr es ihm, doch der Jäger vor ihm fiel ihm mit einem „Sch!“ ins Wort und brachte ihn augenblicklich zum Schweigen. Zumindest für einige Augenblicke der Überraschung, dann flüsterte er mit höherem Puls und angespannteren Sinnen: „Was ist los?“
    „Irgendetwas stimmt nicht“, bekam er zur Antwort. Er konnte sich nicht viel aus der Erwiderung zusammenreimen, also bahnte er sich einen Weg neben seinen Freund, um selbst sehen zu können. Und das war nicht wirklich viel. Zwar schien der Mond durch die dünne Wolkendecke oder durch Lücken in dieser, aber dennoch hielt die Nacht alles mit ihrem dunklen Griff gefangen und gab nur wenige Details preis. Dennoch konnte er einige Dinge erkennen. Zum einen war der urplötzlich beschleunigte Schritt ihres Opfers etwas, dass ihn beunruhigte. Für gewöhnlich rannten Bürstenrücken nicht. Dieses Tier hier schon. Zum anderen waren dort die unzähligen Spuren von Zweibeinern die alle, ohne Ordnung, in eine Richtung gerannt waren. Ihnen war es erst jetzt aufgefallen, weil die Steine sowohl nach rechts, als auch nach links die Sicht raubten und nur geradeaus einen kleinen Abschnitt zeigten. Die Spuren verliefen von rechts, nach links und kamen aus der Richtung des Passes. „Was bei allen Göttern ist das?“, entfuhr es ihm entsetzt, aber leise. Er merkte, wie sich sein Puls beschleunigte und seine Finger das Holz zusammenpressten. Oder zumindest zu versuchen schienen. Ohne weitere Worte pressten sie sich in den Schatten eines der großen Felsen und schlichen bis zu seiner Kante und Thorin spähte um sie herum.
    Der Anblick ließ ihn einige Momente lang, wie gelähmt, einfach stehen bleiben. Der Schnee vor ihm war dunkel. Der spärliche Licht gab nur wenige Farben preis, aber auch ohne genaue Details wusste er, dass die dunklen Stellen, die eine enorme Fläche einnahmen, von Blut stammten. Der Geruch, der nun in der Luft lag, war eindeutig. Die Spuren im Schnee kamen von etwa sechs Personen. Thorin vermutete , dass es Rieklinge waren. Aber wovor würden Rieklinge in solcher Zahl wegrennen?, fragte er sich. Als er keinen Hinweis auf einen potenziellen Angreifer erkennen konnte, trat er um die Ecke des Felsens und stapfte leicht geduckt und bis aufs Äußerste angespannt durch den Schnee auf die dunklen Stellen zu. In dem Wirrwarr aus Abdrücken verlor er schon bald die Spur des Bürstenrückens. Allerdings brauchte er nicht lange suchen. Ihr Opfer war bereits tot. Seine Eingeweide waren angefressen und teilweise im Umkreis von einigen Schritten verteilt. Die Kehle war zerfetzt und auf dem Rücken fanden sich einige tiefe Schnitte.
    Als er näher kam, stieg ihm der beißende Gestank von Exkrementen in die Nase. Offenbar war auch der Magen ein Opfer des Angriffs geworden und aufgeplatzt. Sein Inhalt hatte sich dann verteilt und verströmte nun seinen intensiven Geruch. Hinter sich hörte er ein leichtes Stöhnen, als auch die anderen in die Dunstglocke eintauchten. Thorin kniete sich neben den Kadaver und beschaute sich die Wunden am Rücken. Es waren mehrere lange Schnitte, die an den Wundrändern leicht ausgefranzt waren. Es war also kleine Klinge, die diese Wunden gerissen hatte, sondern Klauen. Wieder tauchten Bilder der Vergangenheit vor ihm auf. Seine Eltern. Zerfetzt von Klauen. Dann die Pranke des Werwolfs. Und er glaubte beinahe, den Schmerz von damals zu fühlen, als ihm diese über den Rücken fuhr.
    „Das müsst ihr euch ansehen“, hörte er die recht laute Stimme von Rulmgar einige Schritte von ihm entfernt, die ihn aus seinen Gedanken riss. Er schaute auf und sah den jungen Jäger ein dutzend Schritte von ihm entfernt einfach dastehen. Der Speer gesenkt in seiner Rechten. Er gesellte sich zu ihm und auch die Anderen kamen. Der Anblick der sich ihnen nun bot, war markerschütternd. Der Schnee vor ihnen war großflächig niedergetrampelt und vollkommen mit Blut getränkt. Auf ihm lagen die Leichen von fünf Rieklingen und zwei weiteren Bürstenrücken. Jede einzelne von ihnen verstümmelt und übel zugerichtet. Der Schock überkam seine Anspannung auch er merkte, wie sich seine Waffe senkte und der Griff um sie lockerte. Aber er konnte absolut nichts dagegen unternehmen. Auch wenn er die kleinen Blauen nicht wirklich mochte, empfand er bei diesem Anblick doch ein wenig Mitleid mit ihnen. Die Waffen der Rieklinge waren mit Blut getränkt. Ob mit ihrem Eigenen, oder dem des Angreifers, konnte er nicht sagen. Der Geruch in der Luft erregte jedenfalls Übelkeit und die Dampfschwaden, die von dem Massaker aufstiegen, deuteten daraufhin, dass das Ganze noch nicht allzu lange her war.
    Ein leises Gurgeln oder Knurren neben ihnen ließ ihre Köpfe herumfahren und die Anspannung und Wachsamkeit zurückkehren. Im Schatten eines großen Eisblocks lehnte ein weiterer Riekling, dessen kleiner Brustkorb sich schnell hob und senkte, als würde er nach Luft ringen. „Hulgar, Gondrim, Rulmgar. Habt ein Auge auf die Umgebung und sucht nach Spuren des Angreifers. Brândil und ich schauen uns den Blauen an“, sagte Thorin schließlich und löste sich aus der Gruppe, um auf den Überlebenden zu zu stapfen. Hinter sich hörte er das Geräusch von Schritten auf festem Schnee. Brândil folgte ihm. Nach einigen Schritten erreichten sie den Riekling und er kniete sich neben ihn. Die kleinen Augen des Rieklings verfolgten jede Bewegung, die er machte. „Ich will dir nichts Böses. Ich kann dir helfen, wenn du uns ein paar Fragen beantwortest“, sprach er dann in einem beruhigenden Tonfall und legte den Speer neben sich in den Schnee.
    Von dem kleinen Blauen kam nichts weiter, außer einem leisen, gurgelnden Geräusch. Erst jetzt fiel ihm auf, dass die langen, blauen Haare des Schnurrbarts nur schwach, aber erkennbar, feucht glänzten und auch das Kinn eine dunklere Farbe, als der Rest der Haut hatte. Mit einem unguten Gefühl wanderten seine Augen weiter nach unten und hielten dort an, wo eigentlich die Kehle sein sollte. Anstatt dessen sah er jedoch nur ein dunkles, stark blutendes Loch und Fleisch- und Hautfetzen. Die Fellkleidung des Rieklings war vollkommen mit dessen Blut getränkt. Ein letztes Mal gab der tödlich verletzte ein Gurgeln von sich, dann erschlaffte sein Körper merklich. Die Augen fielen zu, der Kopf sackte nach vorn und der Brustkorb blieb ruhig. „Er ist tot“, verkündete er unnötiger Weise. Dann griff er sich seinen Speer und stand wieder auf.
    Gerade, als er sich wieder zu dem Massaker umdrehte, kamen die drei Jäger auf Brândil und ihn zu. „Etwas gefunden?“, fragte der alte Jäger.
    „Wolfspuren“, verkündete Gondrim. „Drei Tiere. Ein Größeres und zwei kleinere“, erklärte er dann weiter …

  12. #12

    Ebenherz, Schloss Ebenherz, Ratskammer

    In der Burg hatte sich seit seinem letzten Besuch vor zwei Jahren eigentlich kaum etwas verändert. Es waren immer noch die gleichen Bilder, Wandteppiche und auch die gleiche Einrichtung. Aufgrund viel die offensichtlichste Veränderung sofort ins Auge. Das Aufkommen an Wachen, war entsprechend viel höher. Früher patrouillierte eine relativ kleine Gruppe der herzoglichen Garde durch die Burg, doch jetzt waren es auffallend mehr geworden, die scheinbar jeden Millimeter unter Bewachung hielten. Tarrior überkam ein Frösteln. „Die Lage muss wirklich schlimm sein, wenn der Herzog die Garnison und die Bewachung von Ebenherz derart verstärkt hat“: dachte er, doch die Gedanken wollten ihm nicht wirklich gefallen. Er musste unbedingt herausfinden wie es um die Situation hier auf Vvardenfell bestellt war. Wenn es so schlecht stand, wie er befürchtete dann musste er schneller als geplant zu seiner Plantage zurückkehren. Er hatte zwar keine Ahnung wie er sie gegen eine Horde Deadra verteidigen sollte, doch zumindest konnte er dann so rechtzeitig einen Teil seines Besitzes in Sicherheit bringen. Doch er hoffte inständig, dass die Lage nicht so schlimm sein würde. „Ich habe einen Termin bei Herzog Dren. Die Wachen lassen nur noch angemeldete Besucher zu ihm vor. Also werdet ihr wohl nicht mit ihm sprechen können. Aber ihr wolltet euch ja sowieso über die Lage hier auf Vvardenfell informieren. Da werdet ihr im Rat sowieso mehr Glück haben. Als bei Herzog Dren. Sprecht am besten mit den Vertretern von Haus Redoran, ihr Herrschaftsgebiet wurde von den Deadra am schlimmsten in Mitleidenschaft gezogen. Aber nebst den Deadra haben wir ja auch noch andere Probleme, aber da sprecht mit unseren Hlaalu-Abgesandten, ich bin schon spät dran. Dann bis nachher Serjo“: sagte Dram Bero und verabschiedete sich. Tarrior schaute ihm kur nach, dann wurde er von zwei Kaiserlichen durch eine Tür begleitet und war verschwunden. Die Beiden tauchten nach wenigen Augenblicken wieder auf und bezogen vor der Holztür wieder Stellung. Er schüttelte den Kopf. In gewisser Weise konnte er zwar den erhöhten Sicherungsbedarf verstehen, doch das hier war doch ziemlich übertrieben. Zumal der Herzog ja auch noch über einen Leibwächter verfügte. Er wandte sich dann ab und ging dann in Richtung der großen Halle weiter. Zunächst schien es so, als würden, die auch dort positionierten, Legionäre versuchen ihn aufzuhalten, doch die sie ließen es sein und ihn einfach passieren. Dann stand er auch schon im größten Raum des Schlosses. Umgeben von Wandteppichen und Gemälden, die Szenen aus der Geschichte Morrowinds und große Schlachten des Kaiserreichs zeigten, stand hier in der Mitte des Raumes ein großes Tischkonstrukt. Die große Tischreihe bildete das Zentrum der Halle und wand sich sogar um zwei Säulen. Sie wurde flankiert von Stühlen und auf ihr standen Teller und Körbe mit Früchten und Brot und einige Krüge, wohl mit Wasser oder Wein. Zwischen dem, über den Tisch verteilten, Aufgebots an Nahrung, lagen Karten, Lagepläne, Briefe, Berichte, Bücher und etliche andere Schriftstücke. Es war die reinste Unordnung. „Der Rat muss in letzter Zeit wohl täglich tagen und beraten“: dachte er. In diesem Moment sah es jedoch nach Pause aus.

    Es befanden sich zwar noch einige Ratsmitglieder im Raum, doch der Großteil war wohl dabei sich die Füße zu vertreten. Doch zu seinem Glück gehörten die Leute, die noch im Raum waren, zu Haus Hlaalu und Haus Redoran. Sie hatten zwei Grüppchen gebildet und berieten unter einander. Erkannt hatte er sie an den auffälligen Gestalten in den prachtvollen Knochenrüstungen die je das Zeichen eines der Häuser trugen. Denjenigen der bei den Mitgliedern seines Hauses stand, hatte er auch erkannt. Es handelte sich bei ihm Garabas Tronin, einen der militärischen Kommandanten von Haus Hlaalu. Soweit Tarrior wusste, war er auch Kommandant der Stadtwache von Balmora. „Vermutlich ist er hier um über die Verteidigung unseres Territoriums zu beraten“: dachte er. Daneben standen der Abgesandte des Hauses für den Rat von Vvardenfell, Tersius Mercutarius und zwei weitere Hausmitglieder, die er jedoch nicht kannte. Der eine ein Dunmer, der andere auch ein Kaiserlicher. Er ging zu ihnen hinüber und blieb neben ihnen stehen. Er schnappte dabei einige Dinge auf, die sich tatsächlich um Strategien zur Verteidigung von Städten und Landstrichen und Truppenverlegungen drehten. Die Vier bemerkten ihn gar nicht, so vertieft waren sie in ihr Gespräch. Er räusperte sich kurz und laut, um sich Aufmerksamkeit zu verschaffen. Der Abgesandte fuhr wie von einem Blitz getroffen zusammen und wandte sich ihm blitzschnell zu. Tarrior konnte noch den kurzen Schreck im Gesicht des Kaiserlichen erkennen, der dann jedoch schnell in Ärger umschlug. „Was hat er denn gedacht? Das die Deadra Ebenherz gestürmt haben und sich nun ausgerechnet an ihn heranschleichen?“: dachte er mit einem innerlichen Kopfschütteln. Er verstand zwar sehr gut den bestehenden Ernst der Sachlage, doch diese Schreckhaftigkeit war nun wirklich übertrieben und lächerlich. „Was wollt ihr“: keifte ihn der Abgesandte seines eigenen Hauses an. „Das ist Tarrior Gildres, Tersius“: antwortete Garabas, noch bevor er es konnte. Die Augen des Kaiserlichen verengten sich, die beiden anderen Hausmitglieder sahen neugierig zu ihm hinüber. „Das beantwortet nicht meine Frage“: sagte Mercutarius immer noch verärgert. „Also was wollt ihr?“: fragte er nochmals. „Ich bin gerade aus Cyrodiil zurück und habe von der Invasion gehört. Ich wollte mich über die derzeitige Situation informieren und fragen ob und wie ich helfen kann“: erklärte er. Letzteres war zwar eine Lüge, aber es sah besser aus, als wenn er nur verlangte. „Pah seht ihr nicht, dass wir hier zu tun haben? Wir haben keine Zeit uns mit euch zu beschäftigen es muss noch viel geplant werden“: sagte der Kaiserliche, mit einem Tonfall der keinen Widerspruch zu ließ, der ihm aber auch nicht sonderlich gefiel.

    Der Krieger schien das zu spüren und nahm ihn beiseite. Der Kaiserliche zog zwar eine Augenbraue nach oben, wandte sich aber zusammen mit den anderen Beiden wieder seinen Papieren zu. „Herr Gildres nehmt es Tersius nicht Übel. Er ist sonst eigentlich ein freundlicher Zeitgenosse, doch er hat wie wir die letzten drei Tage kaum ein Auge zugetan. Ständig treffen Boten ein, mit neuen Informationen oder neuen Forderungen, um die sich gekümmert werden muss. Ich weiß nicht ob ihr mich kennt, ich bin Garabas Tronin, militärischer Abgesandter Haus Hlaalus für den Rat und eigentlich Kommandant der Stadtwache von Balmora“: erzählte ihm der Krieger. Er fand das Verhalten des Abgesandten zwar trotzdem noch unangemessen, doch er ließ es dabei bewenden. „Ja ich habe schon von euch gehört. Ich glaube sogar, dass wir uns auf einer der Ratssitzungen bereits begegnet sind. Aber woher kennt ihr mich? Ein kleines Ratsmitglied von einer Plantage mitten in der Westspalte ist ja nun wirklich niemand, an den man sich einfach so erinnert“: fragte Tarrior, froh darüber, dass zumindest Garabas seine Manieren scheinbar noch nicht verloren hatte. „Ja vielleicht habt ihr Recht, aber ich bin ein Freund von Serjo Bero. Er scheint euch zu mögen. Er sagt ihr wäret zuverlässig und loyal. Etwas das man in einem Haus, welches aus geschickten Dieben und gewitzten Händlern besteht, nicht allzu oft findet. Ihr sagtet ihr wollt euch hier über die Lage auf Vvardenfell informieren?“: fragte Garabas. „Ja ich war, wie ihr dann auch sicher wisst, in Cyrodiil gewesen“: erzählte er. „Nun dann seid ihr hier richtig. Außer in den Ratshallen der einzelnen Häuser, laufen hier alle wichtigen und leider auch unwichtigen Informationen zentral zusammen. Es ist fast so, als würden die Leute erwarten der Rat könne, die sich immer stärker häufenden, Probleme in Sekunden lösen. Über die Deadra kann euch wohl das Haus Redoran am ehesten etwas erzählen. Auf ihrem Territorium begann die Invasion und hat es außerordentlich hart getroffen. Hlaalu und Telvanni haben die Deadra noch nicht erreicht.

    Die Zöglinge Mehrunes Dagons befinden sich im Inneren der Insel und werden von den Redoranern noch in Schach gehalten. Wie gesagt fragt am besten nachher einen der redoranischen Generäle die hier sind, zu dem Thema. Was ansonsten die Lage angeht, sie ist nunja … angespannt. Die Deadra haben sich eindeutig, den für sie besten, Zeitpunkt ausgesucht um uns zu überfallen. Es ist fast so, als hätten sie die Eskalation des Bürgerkriegs hier auf der Insel abgewartet. Die Spannungen unter den Fürstenhäusern hatten sich ja verstärkt gehabt, dass wisst ihr. Und die Bauern und einfachen Leute wollte das Ganze ausnutzen. Sie waren die Bevormundung des Tempels leid und natürlich auch die Politik der Häuser. Dres und Indoriil hat es am schlimmsten getroffen. Indoriil steht kurz vor seinem Ende. Hier auf Vvardenfell haben wir daher mit Versorgungs- und Absatzeinbußen zu rechnen. Die Bauern und Bergleute proben den Aufstand. Teile der Ascadia-Inseln und der Westspalte sind betroffen. Auch das nicht von den Deadra kontrollierte Territorium Redorans ist mittlerweile Niemandsland, da die Redoraner keine Möglichkeit mehr haben außerhalb der Städte und Außenposten noch irgendetwas unter ihrer Kontrolle zu halten. Wir haben glücklicherweise weniger Probleme und der Handel mit Waffen ist sogar gestiegen. Aber auch wir spüren die verringerte Versorgung und das auch der Handel mit übrigen Waren zurückgeht. Zum Glück ist es bei uns kaum zu Eskalationen gekommen. Das kürzlich veranstaltete Fest in Balmora hat die Leute vorerst zufrieden gestellt. Dennoch haben wir wie erwähnt eine Krise auf den Ascadia-Inseln. Zwischen Pelagiad und Suran haben die Bauern einen Aufstand verursacht und verweigern die Gefolgschaft. Und in den beiden Städten brodelt es auch schon, vor allem wegen der ganzen Flüchtlinge. Die Telvanni haben ihre Probleme radikal gelöst. Bei Aufständen der Sklaven und Bauern, haben sie bisher aufs brutalste durchgegriffen. Die Aufstände wurden einfach mittels Magie aufgelöst. Sprich es gab Tote und Verletzte, denn die Magier verwandten ohne zu zögern auch Zerstörungsmagie. Die Lage in ihrem Gebiet ist dafür recht ruhig. Seit dem großen Sklavenaufstand von Tel Aruhn, hat es keiner mehr gewagt sich gegen die Magierfürsten zu stellen. Es sollte wohl das endgültige Exempel sein. Bei den Opferzahlen dort kann ich mir das gut vorstellen. Die Magier und Wachen haben die aufständischen Sklaven einfach mittels Magie niedergemäht und die überlebenden Rädelsführer noch an Ort und Stelle hingerichtet.

    Im Rat hatte dies kurzzeitig einen Schock ausgelöst, doch das war dann auch schon schnell wieder vergessen, andere Probleme waren dringender. Ihr seht Vvardenfell, aber auch Rest-Morrowind haben sich in ein Tollhaus verwandelt. Sollten die Deadra jedoch auf unser Territorium vorrücken, wird das Chaos perfekt werden. Die Ordnung die im Moment bei uns noch besteht ist trügerisch. Bürger und Bauern sind verunsichert. Wenn letztere uns die Gefolgschaft endgültig verweigern und die Nahrungsmittelversorgung einstellen, dann dauert es, im Angesicht der drohenden Gefahr, nicht mehr lange und es brechen Aufstände in den Städten aus. Die Nerven sind blank und alles bewegt sich am Rand der Panik. Ich denke ihr solltet nach Balmora gehen. Ihr wolltet ja helfen und dort ist gewiss etwas zu tun. Außerdem kann es nicht schaden dort Flagge zu zeigen. Die obersten unseres Rates haben sich auf die Städte in unserem Herrschaftsbereich verteilt um den Bürgern zu zeigen, dass alles in Ordnung wäre. Das wäre so insgesamt die derzeitige Lage unseres Hauses hier auf Vvardenfell“: berichtete er und Tarrior hörte aufmerksam den Ausführungen zu. „So wie ihr es sagt, klingt es so, als wären die Deadra vorerst gestoppt, greifen die über ihre Tore nicht in der Fläche an?“: fragte er, in Erinnerung an die Situation in Cyrodiil, wo der Feind über die feurigen Tore an jeder Stelle und zu jeder Zeit zuschlagen konnte. „Ich nehme mal an ihr denkt jetzt an die Lage in Cyrodiil. Tatsächlich haben sich auch hier Tore flächendeckend geöffnet, doch etwas ist bei uns anders. Die Deadra tauchten im Zentrum der Insel, am Fuße des Roten Berges, erstmals auf. Sie sprudelten aus den dortigen Toren und schon bald stand ein Heer direkt auf Vvardenfell. In der Zwischenzeit öffneten sich überall weitere Tore, aus denen zwar auch Deadra kamen, aber keine Streitmacht. Doch dann setzte sich das Heer in Marsch. Und da erkannten wir den Zweck der Tore. Als die Armee kurz vor Ald’ruhn stand, wo die Redoraner ihre Verbände zusammen gezogen hatten, spuckten die Tore dort noch weitere Entsatztruppen aus und lieferten Verstärkung, aber auch Nachschub für Gefallene.

    Der Rest war eine kurze Belagerung und dann ein Sturmangriff der die Stadt endgültig in die Knie zwang. Ich bin mir sicher die Redoraner können euch mehr darüber erzählen. Anhand dessen könnt ihr wohl erkennen, dass die Deadra mit ihrer Streitmacht vorrücken. Nach Ald’ruhn hat sie sich jedoch aufgeteilt. Der Hauptteil belagert derzeit verbissen Mar Gaan die verbleibenden Teile durchstreifen das Aschland und Molag Amur und vernichten die dortigen Außenposten, ihr kennt ja sicherlich die Velothi-Türme. Und solange Mar Gaan noch nicht gefallen ist, können wir uns noch relativ sicher fühlen. Was passiert, wenn die Stadt genommen wird, will ich mir lieber gar nicht erst vorstellen“: erklärte Garabas das Vorgehen des deadrischen Feindes. Tarrior nickte bedächtig. In seinem Kopf arbeitete es. Es kostete ihn langsam Mühe die vielen Informationen, die hier auf ihn einströmten, zu verarbeiten. Seltsamer- aber auch glücklicherweise bekam er davon jedoch keine Kopfschmerzen. Da er ja sowieso zurück auf seine Plantage wollte, besser gesagt musste, käme er ja sowieso durch Balmora. Die Situation beunruhigte ihn dennoch. Die Bauern stellten jetzt zu Großteilen die Versorgung sicher. Käme es zu Aufständen ihrerseits und oder der Bürgerschaft, dann würde diese zerbrechliche Ordnung in pures Chaos übergehen. „Fürst Dagoth wäre überglücklich gewesen“: dachte er in Anbetracht dessen zynisch. Schließlich hatte Dagoth Ur in jahrelanger Planung und Vorarbeit versucht einen Bürgerkrieg vom Zaun zu brechen um das Tribunal zu stürzen. Und nun schafften die Deadra, dass wozu er Jahrzehnte gebraucht hatte, in einigen wenigen Monaten. Doch die größte Ironie daran war, dass der Nerevarine, der damals die sogenannte Vvardenfell-Krise beendet und somit den Bürgerkrieg verhindert hatte, nun selbst den Anstoß für den jetzt tobenden Bürgerkrieg gegeben hatte. Sein Verschwinden hatte das Ganze erst ausgelöst und nun profitierten die Deadra von den Missständen im Land.

    Hätte er sich weit weniger unter Kontrolle gehabt, hätte er laut gelacht, ob dieser wirklich schon schreienden Ironie. Doch er konnte sich beherrschen und ließ es, allein schon um unbequemen Fragen und dergleichen zu entgehen. Das Letzte was er jetzt brauchte, wäre das sie ihn noch für verrückt halten würden. Kurz glomm in seinen Gedanken die Überlegung auf, dass eigentlich jeder in gewisserweise seinem ganz persönlichen Wahnsinn verfallen war. Aber er erstickte die innerliche Diskussion darüber im Keim. Es war nicht wirklich der passende Moment um über philosophische Dinge nachzudenken. Das konnte er tun, wenn das hier vorbei und er ein alter Mann wäre. Und bis dahin war es ja noch einiges an Zeit. Noch so in Gedanken daran, wurde er durch ein lautes Räuspern, diesmal seines Gegenübers, zurück in das Hier und Jetzt geholt. Er bemerkte, dass er wohl eine ganze Weile vor sich hingestarrt haben musste. „Ähh...“: setzte er an, doch Garabas kam ihm zuvor. „Ich denke ihr solltet jetzt noch mit den Redoranern sprechen, wenn euch die Einzelheiten der Invasion interessieren. Ich muss mich jetzt wieder an den Besprechungen zur Planung der Verteidigung unseres Territoriums beteiligen“: sagte der Stadtwachenkommandant und wandte sich, nach einem Nicken Tarriors, wieder den Ausführungen Mercutarius zu. Tarrior selbst verharrte noch einen kurzen Moment, um die erhaltenen Informationen endgültig in seinem Kopf zu ordnen. Dann ging er zu den Redoranern hinüber.
    Geändert von KingPaddy (22.02.2009 um 09:40 Uhr)

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