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Spiele mit offener Welt
Ich mag offene Welten, weil sie so gut wie kein anderer Spielzuschnitt zu dem passen, was ich in einem Spiel am liebsten mach: Erkunden, Gegner plätten, Schätze sammeln und die Spielfigur(en) aufbauen. Einer Handlung sind sie zwar nicht so zuträglich, aber das ist nicht schlimm. Es ist nett eine dabei zu haben, mehr nicht. Andererseits bedeutet das nicht, dass mir die Geschichten dann nicht doch gefallen, zumindest bei einigen Spielen.
Ich finde es interessant, mal zu schauen, was es alles für unterschiedliche Ansätze in den Spielen gibt und welcher Spielzuschnitt der beste ist.
Assassin's Creed Odyssey war das letzte Spiel der Reihe, das ich gespielt hab. Das Spiel hat definitiv schöne und lebendige Städte, aber leider beschränkt sich die Simulation nur auf die Optik, richtig interagieren kann man mit der Welt nicht, stattdessen gibt es die berüchtigten points of interest, deren Aufgaben trotz der Bezeichnung oft gar nicht so interessant sind. Ich finde, dass das Spiel viel zu aufgebläht ist, mit Aktivitäten, die schnell mühsam werden. Ein anderes Beispiel ist Ghost of Tsushima. Das Spiel hat mir sehr gut gefallen, aber es hat auch diese Aufgaben, die irgendwie nicht so recht zum Spielprinzip passen. Füchse sind niedlich, aber ein wenig seltsam ist die Aufgabe schon, um den Spielern Bonusslots zu geben. Und die Aufgabe mit den Haikus, deren künstlerischer Wert, bitte nicht übel nehmen, eher fraglich ist, kam mir schon wie eine Beschäftigungstherapie vor. Die Nebenaktivitäten von Horizon Forbidden West haben mir dagegen überwiegend gefallen - die ganzen Parcour-Aufgaben mit Rätseln zum Beispiel. Wobei es nicht notwendig gewesen wäre, dass Aloy die Lösung schon nach ein paar Sekunden Stillstand verrät. Das Kerngameplay des Spiels, die Jagd auf die Robotertiere, hat mir besonders viel Spaß gemacht, aber es hat auch einen großen Haken (der im ersten Teil noch ausgeprägter war). Man braucht viel zu wenig von dem Material, das man erbeutet. Es gibt oft keinen Grund, die Tiere mehr als ein paar Mal zu jagen. Dann fällt mir noch Final Fantasy VII Rebirth ein. Ich finde die Remakes deutlich besser als das Original. Die japanischen Sprecher und die Gestik und Mimik der Figuren kommen der Handlung sehr zugute. Das Gameplay macht ohne Zufallsgegner und statischem Kampfsystem viel mehr Spaß, aber die offene Welt erinnert mich an die Spiele von Ubisoft minus der Simulation. Mal abgesehen vom Kartenspiel waren die meisten Aufgaben eher anstrengend und das ganze Prinzip der Reihe, die ja viel Gewicht auf die Handlung legt, passt so gar nicht zu einer offenen Welt. Ich hatte immer das Gefühl, dass die Entwickler sagen wollten: Eigentlich wollen wir ja, dass du dir die Handlung weiter anschaust. Das war natürlich im Original auch nicht anders.
Im Moment spiele ich gerade Kingdom Come 2 und das Spiel stellt viele andere Reihen, die eine Welt simulieren wollen, wie die Spiele von Ubisoft oder Bethesda, in den Schatten. Ganz gleich, ob man einen aufrichtigen Christen spielt und mordend und plündernd durch das Land zieht oder versucht, die Konflikte auf ehrliche Weise zu lösen, die Interaktion mit der Spielwelt hat Gewicht. Am Anfang, wenn Heinrich so gut wie gar nichts kann und alles lernen muss, hat mir das Spiel besonders gut gefallen. Ich hätte es besser gefunden, wenn es für die Talente Grenzen gegeben hätte, die erst verschwinden, wenn die Handlung einen bestimmten Punkt erreicht, weil man sich doch ziemlich schnell auf- und überleveln kann.
Am besten gefallen mit die offenen Welten von Elden Ring und der Dragons-Dogma-Reihe. Die Spiele machen keinen Hehl daraus, dass es nur ums Kämpfen geht. Alles in der Welt ist darauf ausgelegt. Es gibt unzählige einzigartige Gegenstände, für die es sich (meistens) lohnt, auch gegen Gegner zu kämpfen, gegen die man schon häufig gekämpft hat. Natürlich profitieren die Spiele auch von den sehr guten Kampfsystemen, aber es ist der gesamte Zuschnitt, der für mich den Ausschlag gibt.
Es spricht nichts dagegen, das Gameplay auch mal aufzubrechen, zum Beispiel mit Kartenspielen, da ist es glaubwürdig, dass die Bewohner der Welt so etwas spielen, aber letztendlich sollte es zwischen der Spielwelt, dem Kerngameplay und den Nebenaktivitäten eine gewisse Harmonie geben.
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Ich selbst bin kein großer Fan von Open World-Spielen, was nicht heißt dass ich diese nicht doch mal in Angriff nehme und (durch)spiele.
Die erste Erfahrung mit einer Open World dürfte ich glaube ich mit Read Dead Redemption gemacht haben, wobei so richtig Open World war das erst nach einiger Zeit - man musste ja doch erst ein bisschen der Story folgen, um Zugriff auf den Großteil der Karte zu bekommen. Danach konnte man sich austoben, insofern mal das wollte. Wobei das Spiel trotz der ganzen Aufgaben die es bot immer am Boden blieb und die Karte im Laufe der Story (wie schon die Grand Theft Auto-Reihe) weiter öffnete. Vor ich glaube zwei oder drei Jahren habe ich dann endlich mal Read Dead Redemption 2 in Angriff genommen und nachdem man die Einleitung abgeschlossen hat, steht einem die komplette Welt offen und dieses Spiel lebt. Man kann laufend überfallen werden, es sind Leute am Straßenrand die Hilfe brauchen (oder einen überfallen), die Städte, Häuser, Farmen etc. sind vollen Leben und egal was man macht, das Spiel merkt sich alles (so hatte ich mal auf der Suche nach bestimmten Items ein Fort ausgelöscht und obwohl das niemand gesehen hatte, wurde ich immer sofort als Verbrecher gebrandmarkt, wenn ich in der Nähe war und mich dort jemand sah...). Da das Spiel aber so umfangreich war und wirklich so viel abseits der Story bot, habe ich nie mehr als eben die Story gemacht (und das hatte schon ca. 60 - 70 h gedauert). Wenn es also um eine lebendige und umfangreiche Open World geht, die auch noch eine gute Story bietet, sollte Red Dead Redemption 2 auf jeden Fall gespielt werden.
Die Welt von Saint's Row: The Third (der einzige Teil den ich gespielt habe) sehe ich eigentlich auch als Open World, wobei das Spiel - so wie GTA - mehr vom Chaos lebt, welches man dort verbreitet. Lustig und natürlich spaßiger, sobald man mehr anstellen kann.
Neben dem zuvor genannten Red Dead Redemption 2 hatte ich persönlich am meisten Spaß mit den beiden Horizon-Games. Obwohl es beide Male eine Open World war, wurde man hier und dort durch fehlende Abilities eingeschränkt und so erkundete man nach und nach die Welt, schaltete immer mehr frei, erledigte Haupt- und Side Quests und sah somit immer mehr wie sich alles entwickelte. Die von Kelven genannten Kletterpassagen mochte ich z.B. sehr und auch die Suche nach dem perfekten Punkt, um auf die Tallnecks springen zu können, war immer spaßig. Man kann von der Story halten was man will, aber ich fand sie soweit super und wie man eben nach und nach die Welt weiter erkunden konnte, war großartig dargestellt. So würde ich mir eine Open World immer wünschen.
Ich hatte mich dann auch noch an The Elder Scrolls: Skyrim probiert, aber wie bei vielen "westlichen RPGs" komme ich absolut nicht klar mit deren System (das gilt aber auch für nahezu alle Spiele in dieser Art, die mir zu viel Freiheit bei der Gestaltung des eigenen Charakters geben). Eigentlich schade, da es sicherlich zahlreiche gute Games in dieser Richtung gibt.
Und dann wären da die letzten beiden The Legend of Zelda-Teile, die ich als absolut grausam empfinde. Das liegt zum einen an der mir eigentlich bekannten Formel dieser Reihe, auf die hier plötzlich komplett geschissen wurde und dem Gameplay, welches einen nicht mal versucht bei der Hand zu nehmen. "Mach mal" ist das komplette Gameplay und das wurde dann mit dem Klemmbaustein-System von Teil 2 nur noch schlimmer. Was hat das noch mit Zelda zu tun, wenn man eigentlich nur die ganze Zeit irgendwas basteln muss um weiter zu kommen - ein Bullshit.
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Das Genre ist ohne Einschränkungen natürlich ein sehr komplexes und vielfältiges, aber ich würde mindestens noch die angenehm überschaubaren, sehr gut durchdachten Open Worlds aus Yakuza bzw. Like a Dragon erwähnen! Sie sind sozusagen der Gegenentwurf des stumpfen Content-Zuscheißens aus Elder Scrolls oder den Ubisoft-Spielen.
Auch Gothic und Fable kann man in diesem Kontext einmal nennen.
Einige MMOs sind überraschend offen in ihrer Erkundungsstruktur. Ich nenne mal Guild Wars 2 als Beispiel!
Und weil ich es dieses Jahr gespielt habe: Wenn man sich für das Genre als GENRE interessiert, würde ich unbedingt Hero's Adventure: Road to Passion empfehlen, weil es noch mal ganz anders rangeht. Hier mein Bericht.
Historisch gesehen sollte man auch die Fallouts und Baldur's Gate (Teil 1) spielen. BG2 ist schon wieder so ein "Points of Light"-Ding, bei dem praktisch die einzelnen Regionen Open Worlds sind, und BG3 ein weirdes Mittelding irgendwo dazwischen.
Pathfinder: Kingmaker hat zwar eine eindeutig Karte (genau wie Hero's Adventure btw), fühlt sich aber trotzdem massiv offen an.
Sacred 2 war auch ein spannender Fall, selbst wenn da praktisch alle typischen Open-World-Mechanismen wegfallen. Generell könnte man in diesem Hack'n'Slay Genre wohl eine interessante Diskussion führen, von Spiel zu Spiel.