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Shinlu
12.01.2004, 13:45
Hi erstmal!
Also die Überschrieft ist nich ganz das wahre, aber man kann die Geschichte lesen ^.~ Ich erwarte Kommis ^-^
Sehnsucht - Ein Engel liebt!


Sie hörte von weit entfernt die Sirenen eines Krankenwagens und der Polizei und sie glaubte auch noch die Sirenen eines Feuerwehrwagens zu hören. Kyomi war gerade mal 5 Jahre alt. Sie hatte lange Braune Haare, große grün-blaue Augen und wäre eigentlich ziemlich hübsch gewesen, wäre das Blut nicht. Sie wollte zusammen mit ihren Eltern, Yumi und Koji , in den Urlaub fahre, als vor ihnen ein Motorrad zu fall kam und Kyomie’s Vater nicht mehr ausweichen konnte.
Nun lagen sie da. Kyomi die Stark blutete und überall Platzwunden und blaue Flecken hatte und ihre Elter, die ebenfalls Blutüberströmt dalagen. Doch anders als Kyomi hatten sie sich seit dem Unfall noch nicht bewegt. Kyomie kroch mit ihrer letzten Kraft zu ihrer Mutter und umarmte sie. „Mama! Mama wach doch auf!“, rief sie mit mühe, doch keine Reaktion. Und obwohl viele Leute um den Unfallort herumstanden kam niemand, um ihr zu helfen! Kyomie hörte, wie die Sirenen näher kamen. „Meine Mama wacht nicht auf.“ Kyomie schaute sich hilfesuchend um, doch es kam niemand. Jetzt mischten sich unter Kyomie’s Blut auch noch ihre Tränen. „Hilfe!“, schrie sie. Endlich traf die Polizei ein. Ein Polizist lief zu Kyomie, ihren Eltern und dem Motorradfahrer, der sich auch nicht mehr bewegt hatte. Die anderen riegelten den Unfallort ab und scheuchten die Leute weg. „Geht’s dir gut kleine??“, fragte der Polizist an Kyomie gewand. „Meine Mama..... . Sie wacht nicht auf!“, sagte Kyomie weinend. „Kannst du mir sagen was passiert ist??“, fragte der Polizist weiter. „Wir müssen mit der Befragung warten. Der Krankenwagen kommt!“, rief ein anderer Polizist dem Polizist bei Kyomie zu. Die Ärzte stiegen aus und holten die Trage. Dann rannten sie zum Unfallort. Der Polizist, der bei Kyomie gesessen hatte ging zu den Ärzten und redete mit ihnen. Dabei wies er gelegentlich auf Kyomie. Nachdem der Polizist wieder an die arbeit gegangen war, kamen die Ärzte zu Kyomie. Sie legten sie auf die Trage und brachten sie an den Krankenwagen. „Was ist mit meiner Mama??“, fragte Kyomie andauernd. Dann kam ein Arzt und sagte zu ihr: “Nachher kommt noch ein Krankenwagen und nimmt sie und deinen Papa mit.“ Dann wurde Kyomie eingeladen. Der nette Arzt setzte sich neben sie und die Türen wurden geschlossen. Kyomie schätzte den Arzt auf ca. 24 Jahre. Dann fuhren sie los. „Wie heißt du?“, fragte der Arzt Kyomie. „Kyomie.“, flüsterte das Mädchen. „Kannst du mir sagen was passiert ist?“, fragte der Arzt, wie der Polizist vorhin, doch Kyomie war zu schwach zum antworten und der Arzt verstand das. „Ist schon gut ruh dich aus!“, sagte er freundlich und verarztete Kyomie schon mal ein wenig. Nach einer weile hielten sie an. Dann gingen die Türen auf und die Sonne strahlte in Kyomie’s Gesicht. Aber sie konnte ihre Augen nicht mehr aufhalten und viel in Ohnmacht.
Als sie wieder aufwachte, war sie in einem Zimmer und der nette Arzt saß neben ihr. Kyomie tat alles weh und der Arzt schaute bedrückt. Er hatte noch nicht bemerkt, dass Kyomie wach war. Sie sah ein Schild an seiner Brust darauf stand : Heiji Hanajima. (Sie konnte es lesen, weil Japaner schon mit 5 Jahren in die Schule kommen) Sie bewegte sich ein wenig und der Arzt schaute erschrocken auf. „Du bist ja schon wach.“, sagte er mit einem gespielten lächeln. „Das hab ich nicht vermutet. Ich dachte du schläfst noch weiter.“, er klang sehr verlegen und fummelte die ganze Zeit an seinem Anzug herum. „Was hast du?“, fragte Kyomie neugierig. „Ich?? Ach nichts.“, sagte er jetzt noch nervöser. „Irgendwann muss man es ihr sagen!“, sagte ein Arzt der gerade in den Raum kam. „Warum ich?“, fragte Heiji. „Weil das Mädchen sie mag. Und sie kennt sie schon länger.“, antwortete der Arzt. „Was ist denn?“, fragte Kyomie besorgt. „Es.....es ist so Kyomie.“, fing Heiji schwitzend an zu erzählen. „Du kennst doch den Tot oder?“, fragte er dann. „Na ja das ist, wenn ein Mensch für immer weggeht. Wenn er entweder im Paradies oder in der Hölle ist, oder?“, fragte sie unsicher. „Ja genau. Und weißt du. Es.....es ist so.....das gestern beim Unfall sind 3 Menschen in den Himmel gegangen.“ Heiji schaute Kyomie an, als er das sagte und sah auf einmal das Entsetzen in ihren Augen. Dann kamen ihr die Tränen. „Mama, Papa und der Motorradfahrer?“, fragte sie halb weinend. Heiji nickte nur aber das war schon genug. Kyomie fing an loszuweinen und Heiji setzte sich zu ihr aufs Bett. Er nahm sie tröstend in den Arm und sie spürte eine vertraute wärme. „Papa“, ging es ihr durch den Kopf. Aber sie klammerte sich voller vertrauen an den netten Arzt. Nach einer weile schlief sie vor Erschöpfung ein.

Kyomie wachte auf. Es war ein wunderschöner morgen. Zuerst ging sie ins Bad, wusch sich und machte sich fertig. Dann ging sie ins Wohnzimmer an ein Bild, das auf einem Regal stand. Auf dem Photo waren sie ihre Mutter und ihr Vater. Sie standen glücklich vor dem Chinarestaurant, in dem Kyomie das erste mal fein essen war. 12 Jahre waren seit dem Unfall vergangen. In diesem Zeitraum seit dem Unfall bis jetzt lebte sie bei Heiji Hanajima, der mitleid mit ihr hatte und sie nicht zu einer Pflegefamilie schicken wollte. Seit damals hatte sie sich kaum verändert. Sie hatte immer noch die langen Braunen Haare und hatte auch immer noch eine gute Figur. Das einzige, was sich verändert hatte war, dass sie vom Unfall 2 Narben hatte. Die eine, war unter den Haaren ein kleines Stück über der Schläfe und die andere war am Oberarm. Sie waren nicht besonders groß und gut verheilt. „Hey! Auch schon wach?“ Heiji war hinter Kyomie aufgetaucht und sie erschreckte sich. „Hast du mich erschreckt!“, rief sie lachend. „Komm Frühstück is’ fertig!“, sagte Heiji und sie gingen in die Küche. Auf dem Tisch lag ein kleines Päckchen. „Für wen ist das?“, fragte Kyomie neugierig. „Für dich. Hast du vergessen?“, fragte Heiji und grinste. „Was soll ich wissen?“, fragte Kyomie völlig unwissend. Und als ob Heiji ihre Frage nicht verstanden hatte machte er das Radio an. „Hey hörst du mir nicht zu?“, fragte sie etwas säuerlich. „Pssssssst!“, kam es nur von Heiji. Wütend setzte sich Kyomie an den Tisch und nahm sich ein Brötchen, als sie im Radio hörte : „Herr Hanajima wünschte sich für Kyomie Happy Birthday. Sie wird heute 17 Jahre alt. Und hier kommt Happy Birthday bitte Kyomie und auch von uns Herzlichen Glückwunsch!“ Kyomie schaute Heiji an und er grinste noch breiter. „Hast du vergessen, dass du Geburtstag hast??“, fragte er. Kyomie grinste verlegen. „Natürlich nicht!“, log sie. Heiji gab ihr das Päckchen und sie nahm es an. Kyomie zögerte zuerst, doch dann riss sie wie ein kleines Kind das Papier vom Geschenk. In dem Papier war ein Schmuckkästchen. Sie schaute Heiji zuerst schief an dann öffnete sie es. Es lag eine silberne Kette drin mit einem wunderschönen Federanhänger dran. „Oh Gott!“, rief sie und verschluckte sich. „Nein nur ´ne Kette.“, sagte er im scherz. „Das kann ich nicht annehmen!“, sagte sie immer noch nach Luft ringend. „Doch natürlich kannst du das.“, er grinste immer noch. „Das musste doch nicht sein.“ Aber trotzdem ließ sie sich die Kette von Heiji ummachen. „Vielen Dank Heiji!“, sagte Kyomie. Heiji zwinkerte ihr nur zu. Dann aßen sie. „Vergiss dein Volleyballtraining nich’.“, sagte Heiji, während er sein Brötchen mit Wurst belegte. Kyomie nickte. Als sie fertig mit frühstücken waren, machten sie zusammen den Abwasch. Dann ging Kyomie in ihr Zimmer. Es war nicht sehr groß, aber man konnte darin leben. Sie hatte in einer Ecke einen Tisch stehen. Gegenüber vom Bett standen ein Bücherregal, ein Schreibtisch und ein CD-Ständer. Neben dem Bett standen ihr Kleiderschrank und ein Computer. Über dem Computer waren Hängeschränke angebracht. Sie ging zu einem Hängeschrank und nahm ihren Turnbeutel, der schon gepackt war heraus. Dann ging sie zur Tür und zog ihre Schuhe an. „Tschüß!“, rief sie Heiji zu. „Ciao Bella! Und pass auf dich auf!“, rief er und Kyomie musste lachen. „Bis nachher!“, rief sie und schloss die Tür. Sie steckte ihren Schlüssel ein und ging in Richtung Schule, wo das Training stattfand. Als sie da ankam, ging sie zu ihren Kameradinnen. „Hi!“, rief sie. „Hallo!“, kam es zurück. Kyomie ging zu ihrer besten Freundin Natsue. „Hallo Natsue.“, sagte sie freundlich, doch Natsue tat so, als hätte sie es nich gehört und rief: „Los!“ Alle drehten sich um und sie sangen :Happy Birthday to you. Happy Birthday to you. Happy Birthday dear Kyomie. Happy Birthday to you!” Kyomie hatte vor Freude Tränen in den Augen. „Danke aber.....“, fing Kyomie an, doch sie wurde von Natsue unterbrochen, die ihr ein Päckchen unter die Nase hielt. „Für dich von uns allen!“, sagte sie und die anderen hatten sich neben Natsue in einer Reihe aufgestellt und sahen sehr froh und erleichtert aus. Vielleicht deswegen, weil Kyomie nicht mehr so oft an den Unfall dachte und deshalb sehr fröhlich wirkte. Kyomie nahm das Packet und schaute die anderen unsicher an. „Na los. Da is nichts drin, dass dich anspringen könnte.“, versicherte ihr Natsue. Kyomie machte das Päckchen auf. Kyomie erschrak sich so sehr, dass sie das Packet fallen lies. Es lagen 3 tote Mäuse in dem Pappkarton unter dem Geschenkpapier. Die Mäuse waren genauso zugerichtet, wie ihre Eltern vor 12 Jahren. „Oh Gott!“, rief sie und rannte weg. Von weit entfernt hörte sie das Gelächter der anderen. „Vielleicht........ ach nein das kann nicht sein!“, dachte Kyomie. Kyomie war so vertieft in ihre Gedanken, dass sie noch nicht einmal merkte, wenn sie über Straßen ging. Sie hatte Glück, denn der Verkehr war heute ziemlich ruhig. Kyomie lief einfach weiter, ohne zu merken, wohin sie lief. Sie war so in Gedanken versunken und Verzweifelt, dass sie noch nicht einmal das Gehupe der Autofahrer merkte. Doch dann, als sie wieder über eine Straße ging, kam ein Auto angerast. Es war schnell. Zu schnell für Kyomie. Der Autofahrer Hupte. Und da das Hupen immer lauter und länger wurde, erwachte Kyomie aus ihrer „Trance“. Sie bekam große Augen und konnte sich vor schreck nicht mehr bewegen. Die Leute auf den Gehwegen schrieen, aber Kyomie bewegte sich nicht. Und der Autofahrer machte auch keine Anstallten zu bremsen. Es war ein schreckliches Geräusch, als Kyomie über die Motorhaube rollte und dann bewustlos auf die Straße fiel. Der Autofahrer raste weiter. Die Leute auf dem Gehweg starrten auf Kyomie und wie sich ihr Blut über die Straße verteilte. Einige Leute hatten ihr Handy gezückt und riefen die Polizei und den Krankenwagen an.

Piep, piep, piep! Heiji schaute auf seinen Pieper, den er, als Arzt, immer dabei haben musste. Ein Notfall. Heiji musste sich sofort fertig machen und ins Krankenhaus fahren. Er ging in sein Zimmer und nahm seinen Arztkittel aus dem Schrank. Dann holte er seine Schlappen und ging. Er musste sich beeilen. Deshalb stieg er in sein Auto, obwohl das Krankenhaus nicht weit entfernt war. Als er im Krankenhaus ankam hatte er seinen Kittel schon an. (Er hatte ihn sich im Auto übergezogen) Dann ging er zur Information. „Was ist passiert??“, fragte er die Frau, die dort saß. „Ein Mädchen wurde von einem Auto umgefahren und der Fahrer hat Fahrerflucht begannen.“, antwortete die Frau. Heiji hatte schon so ein komisches Gefühl. Er versuchte seinen Gedanken zu verwerfen und ging zur Notaufnahme. Als er hereinkam traf ihn fast der Schlag. Er rannte zum Bett. „Kyomie!“, rief er. „Psssst!“ Heiji hatte nicht bemerkt, dass noch ein Arzt neben Kyomie auf einem Stuhl saß. „Oh Gott!“, flüsterte Heiji und fügte dann an den Arzt gerichtet zu. „Was ist mit ihr??“ „Sie ist schwer verletzt worden und hat viel Blut verloren. Sie wird es nicht schaffen und der Meinung sind alle Ärzte, die sie gesehen haben.“ „Kyomie du musst es schaffen!“ Heiji hatte sich neben sie auf einen Stuhl gesetzt und hielt ihre Hand. Kyomie öffnete leicht die Augen. „Mäuse. Natsue. Tot.“, flüsterte sie. Dann fiel sie wieder in Ohnmacht. „Was?“, fragte Heiji und schüttelte leicht Kyomie’s Hand. „Was meinst du?“, fragte er dann. Aber es kam keine Antwort. „Heiji bekam Tränen in die Augen. Er wusste genau, dass sie es nicht schaffen würde aber er wollte es nicht wahr haben. Dann stand der Arzt auf der anderen Seite des Bettes auf und ging. Als er in der Tür stand drehte er sich noch einmal zu Heiji um. Es schien, als wollte er was sagen. Aber dann schüttelte er nur den Kopf ging durch die Tür und schloss diese. Heiji saß zuerst da und dann tat er etwas, was er nur sehr selten tat : Er betete um Kyomie’s leben! Er flehte Gott an Kyomie zu verschonen und es ihr besser gehen zu lassen. Dann erinnerte er sich daran, was Kyomie gesagt hatte. „Mäuse? Natsue? Tot?“, flüsterte er. Dann spürte er wie Kyomie’s griff lockerer wurde. „Oh nein!“, flüsterte Heiji. Dann fiel Kyomie’s Hand auf die Bettdecke. „Neeeeein! Nicht Kyomie. Stirb nicht! Du darfst nicht sterben!“, schrie Heiji und ihm liefen die Tränen. Im nächsten Moment kamen 2 Ärzte ins Zimmer gestürmt. „Was ist passiert?“, fragte der eine. Dann sah er das Mädchen auf dem Bett liegen. Er sah Heiji an, der total in Tränen aufgelöst war. „Sie....sie ist tot!“, flüsterte Heiji. Die Ärzte schoben das Bett aus dem Zimmer und brachten es zur Pathologie. Heiji lief mit. Er war total mit den nerven am Ende. Der Arzt, der im Zimmer stand und nichts gesagt hatte sagte jetzt zu Heiji : “Ruh dich aus. Setz dich auf einen Stuhl und lass dir von einer Schwester einen Tee bringen.“ Er meinte es gut. Das wusste Heiji. Aber er wollte, nein er konnte, Kyomie nicht im Stich lassen. Nicht jetzt. Obwohl er genau wusste, dass sie Tot war wollte er ihr helfen. Dann kamen ihm schon wieder die letzten Worte von ihr in den Sinn. Was meinte sie nur??“, dachte er. Dann versuchte er es herauszufinden. Er drehte um und ging in Richtung Ausgang. Heiji stieg in sein Auto und startete den Motor Er wusste genau wo Natsue wohnte, da er Kyomie schon öfter zu ihr gefahren hatte. Aber zuerst fuhr er zur Schule. Er sah auf dem Boden eine Pappschachte, der er zu Anfang keine Beachtung schenkte. Dann aber wurde er neugierig, weil ganz in der nähe Geschenkpapier herumflog. Er hielt an. Dann stieg er aus und ging zuerst zum Geschenkpapier. Darauf stand : Von : uns (Natsue, Rei, Michiru, Hotaru und Mimi) Für : Kyomie. Dann ging er zum Pappkarton und sah darin 3 Tote Mäuse. Sie erinnerten ihn an Kyomie’s Eltern und den Motorradfahrer. Und er schauderte. Dann aber verstand er warum Kyomie so verzweifelt war. Er nahm die Schachtel und das Geschenkpapier, stieg in sein Auto ein und fuhr zu Natsue nach Hause. „Es dürfte nur Natsue da sein. Ihre Eltern gehen doch immer am Mittwochabend zum Go spielen.“, dachte Heiji und parkte genau vor der Haustür der Tanakas. Dann stieg er aus, sperrte den Wagen ab und ging zur Tür. Er klingelte. Nach einigen Minuten machte Natsue die Tür auf. Sie erschrak. Dann bat sie ihn herein. Sie führte ihn ins Wohnzimmer und forderte ihn auf sich zu setzten. Er setzte sich. Bis dahin hatte er noch kein Wort verloren. Aber jetzt fing er sprechen. „Natsue?“, sagte er unsicher, wie er anfangen sollte. „Ja?“ Natsue hatte sich auch hingesetzt. „Wo ist Kyomie?“, fragte er dann. „Also ich weiß nicht sie war auch nicht beim Training. Ich weiß es nicht.“, sagte Natsue und sah bestürzt aus. Sie war eine gute Schauspielerin. Heiji nahm den Karton, den er mit reingenommen hatte. „Und was ist das???“, fragte er. Natsue bekam große Augen. Sie sprang auf. „K....keine Ahnung!“, stammelte sie. „Ach ja bist du dir sicher?“, sagte Heiji und gleichzeitig schämte er sich. Er, ein 36-jähriger, „hackte“ auf einer 17-jährigen herum. Aber er musste wissen, warum sie es getan hatten. „Ja ich bin mir 100pro sicher“, sagte sie. Dann zog Heiji auch noch das Geschenkpapier aus der Jackentasche. „Und warum steht hier : Von : uns (Natsue, Rei usw.)????“, fragte Heiji und schaute Natsue unsicher an. „Okay ich hab ihr das Geschenk mit den anderen aus dem Volleyballteam geschenkt. Aber wo ist Kyomie nun??“, gab Natsue kleinlaut zu. „Sie....sie ist wegen eurem kleinen Streich tot!“, sagte Heiji traurig und bekam wieder Tränen in die Augen. „Was????“, fragte Natsue erschrocken. „Und woher wissen sie dann von unserem Streich?“, fügte sie hinzu. „Kyomie’s letzte Worte waren : Mäuse, Natsue und Tot. Da fuhr ich an die Schule und fand das!“ Heiji hatte sich wieder halbwegs beruhigt. „Es tut mir so leid!“, sagte Natsue und fing an zu weinen. „Ist gut.“, sagte Heiji und ging rüber zu Natsue. Er umarmte und tröstete sie. Natsue weinte sich an Heiji’s Schulter mal so richtig aus.

„Ein Licht. So hell und warm!“ Kyomie ging, nein flog, durch einen langen Tunnel. Vor Freude und Erwartung flog sie dem Licht entgegen. Aber sie hatte auch ein wenig Angst, was da sein wird. Nach einiger Zeit, es schienen 10 Minuten zu vergehen, kam sie an einem wunderschönen Ort an. Sie hörte Gesang. Der Gesang klang schon und verzaubernd. Sie kam an einen Ort, als würde sie gelenkt werden. An diesem Ort war ein Tempel groß und wunderschön. Sie flog hinein. Da, in diesem Tempel, sah es aus, wie in einer alten verrotteten Hütte, doch Kyomie störte es nicht. Sie kam an einen alten Stuhl und blieb stehen. Da erschien vor ihr auf dem Stuhl ein grelles Licht. Das aber nicht blendete. Es war warm und brachte das Gefühl von Glück. Dann erklang eine Stimme, weder männlich noch weiblich einfach wunderschön und vertraut. „Du bist jetzt im Reich Gottes. Im Himmel, im Paradies. Du wirst nun hier verweilen. Für die Ewigkeit. Es gibt nur ein paar Regeln, die du befolgen musst, sonst wirst du aus dem Himmel verbannt und kommst in die Hölle. Die Regeln lauten : 1. Du darfst weder einen Menschen, noch einen Teufel lieben. 2. Du darfst niemandem schaden, weder mit Worten noch mit Schlägen oder sonstigem. 3. Du darfst auch im Himmel die 10 Gebote nicht brechen. 4. Diese Räume darfst du nur betreten, entweder, wenn ich es dir befehle, oder wenn es ein Notfall ist. 5. Du darfst nicht Fluchen, egal was kommt! 6. Auch wenn du ein Engel bist, musst du arbeiten als das, was ich dir sage!“ Die Stimme verstummte und Kyomie nickte und fragte höflich:„ Als was muss ich denn arbeiten?“ „Als Schutzengel. Du musst einem Menschen helfen und ihn sorgfältig beschützen!“, sprach die Stimme. „Und nun arbeite!“, fügte sie hinzu. „Wen muss ich denn beschützen?“, fragte Kyomie wieder höflich und schüchtern zugleich. „Das wirst du merken. Schaue einfach durch die Wolken auf die Erde. Dann wirst du es sehen!“ Dann wurde Kyomie wie durch Zauberhand wieder aus den Räumen Gottes geführt. Als sie draußen war, fiel sie auf die weichen und total schneeweißen Wolken. Sie hatte einen riesen Schreck bekommen. Doch dann schaute sie direkt mal durch die Wolken, wen sie beobachten und beschützen musste. Es war ein Junge. Ein echt süßer, kleiner Junge. Er war gerade mit seinen Eltern einkaufen. Er hatte schwarze Haare und eine süße Stupsnase. Doch Kyomie schaute weg und versuchte zu fliegen, sonst konnte sie ja nicht auf die Erde fliegen, um dem Jungen zu helfen. Sie schaute sich ihre langen, weißen Flügel an. Feder um Feder war jede Reihe zu erkennen. Sie waren lang und weißer als Schneeweiß. Echt wunderschön. Sie musterte ihre Flügel genau und spannte sie dann aus. Dann schwang sie die Flügel ein paar mal hin und her. Dann wartete sie auf eine Briese. Aber da konnte sie ewig warten. Das merkte sie schon nach 5 Minuten. Denn damit die Engel in ihren dünnen Kleidchen nicht froren, war es absolut Windstill im Himmel. „Dann muss ich es eben so versuchen!“, murmelte sie, aber doch überkam sie die Angst, das wenn sie fiel, sie durch die Wolken fallen würde. Sie schaute runter auf die Erde. Der Junge fuhr mit seinen Eltern nach Hause. „Oh nein!“, dachte Kyomie, als vor dem Auto ein Motorrad auftauchte, das eben auf diese Straße abgebogen war. Kyomie dachte, es wäre jetzt Zeit dem Jungen und seinen Eltern beizustehen und.......sie flog. Sie flog einfach so. Okay nicht ganz einfach so aber sie flog. Sie konnte mit den Flügeln schlagen und flog runter auf die Erde, falls etwas passieren sollte. Sie setzte sich ins Auto neben den Jungen. Sie schaute ihn die ganze Zeit an und er redete wie ein Wasserfall mit seiner Mutter. „Er sieht süß aus.“, dachte Kyomie und schaute, was auf der Straße passierte. Es geschah nichts ungewöhnliches. Weder ein Unfall noch etwas anderes. Als die Familie zu Hause angekommen war und nichts geschah, flog Kyomie wieder hoch. So ging das viele Jahre lang. Als die Familie mit dem Auto fuhr kam Kyomie auf die Erde und lauschte den Gesprächen des Jungen, während sie auf ihn aufpasste. Und das immer wieder. Der Junge wurde älter, doch Kyomie nicht.
9 Jahre später war der Junge 17. Genauso wie Kyomie bevor sie starb. Er war groß, größer als sie es gewesen war. Er hatte braunes Haar und sah wirklich gut aus. Kein Wunder, dass Kyomie sich auf den na ja man kann nicht sagen, dass es liebe auf den ersten Blick war. Also sie verliebte sich in den Jungen. Mittlerweile hatte sie auch seinen Namen mitbekommen. Er hieß Kazuma Chibisuke. Kyomie versuchte ihre Gefühle für den Jungen geheim zu halten, doch sie wusste, dass Gott alles weiß! Wirklich alles! Sie flog auf die Erde und wollte jemanden besuchen, den sie schon seit 9 ½ Jahren nicht mehr gesehen hatte mindestens. Heiji. Sie suchte ihn und flog zum Krankenhaus. Da war er nicht. Traurig flog sie in der Stadt herum und sah Heiji im Park. Wo er und sie immer hingegangen waren, als sie klein war. Er saß einsam auf einer Parkbank und sah etwas an, dass er in seiner Hand hatte. Er war jetzt schon 45 Jahre alt, aber sah gar nicht danach aus. Wer ihn nicht kannte, hätte ihn auf 32 oder 34 geschätzt. Sie flog leise zu ihm und stellte sich hinter ihn. Da sie gemerkt hatte, dass Menschen weder merkten wenn Kyomie sie anfasste, noch, wenn sie mit ihnen sprach, umarmte sie Heiji sanft. Auf einmal steckte er das, was er in der Hand hatte in die Jackentasche und griff Kyomie an. Zuerst erschrak sie und wollte zurückweichen. Doch Heiji hielt sie fest und Kyomie spürte wieder die Väterliche wärme, die sie auch damals im Krankenhaus gespürt hatte. Sie schmiegte sich an seinen Rücken und hielt ihn fest, so als ob sie ihn nie wieder gehen lassen würde. Dann sprach er : „Wie ist es so im Himmel?“ „Schön. Aber einsam, wenn man niemanden bei sich hat!“, antwortete Kyomie. „Du bist Wunderschön!“, sagte Heiji und sah sie an. Sie hatte sich verändert. Und er sah es. Er konnte sie sehen. Sie hatte weißes Haar, dass ihr bis zum Rücken ging. Sie hatte schöne Flügel mit Federn, die Reihe an Reihe aneinander lagen. Er war glücklich sie zu sehen und sie war glücklich, dass er sie sah. Aber warum? Das fragte sie sich jetzt. „Du fragst dich bestimmt, warum ich dich sehen kann, oder?“, fragte er, als ob er ihre Gedanken lesen könnte. „Aber das kann ich dir leider auch nicht beantworten.“, fügte er hinzu. „Ich geh zurück! Ich muss.“, sagte Kyomie. „Schade.“ Heiji klang traurig. „Auf wiedersehen Heiji!“, sagte Kyomie und entfernte sich langsam vom Park in den Himmel. Heiji schaute ihr traurig nach und ging dann nach Hause.
Kyomie saß wieder auf einer Wolke und beobachtete Kazuma. Es geschah nichts, wie immer und trotzdem beobachtete sie ihn weiter. „Kyomie?“, fragte eine Stimme hinter ihr und Kyomie erschrak. Es war ein älterer Engel nicht zu alt aber älter. Kyomie schätzte ihn auf höchstens 31. Er war groß, hatte leuchtende, blonde Haare. Der Engel hatte auch ein schönes Gesicht mit einer grünen und einer blauen Iris. Sie hatte ein langes weißes Kleid an. Aber was an diesem Kleid anders als an den anderen war, waren die Perlen auf ihrem Kleid. Kein Engel hatte Perlen auf dem Kleid nur dieser. „Kommst du mit!?“, fragte der Engel mehr wie ein befehl, als eine Frage. Kyomie fragte nicht und stand auf. Dann gingen sie zum Tempel, in der Kyomie schon vor 9 Jahren war. Sie hatte Angst. Würde sie jetzt zu einem Teufel werden, weil sie einen Menschen liebte? Der Engel blieb an der Tür stehen und Kyomie ging in den Tempel. Sie blieb vor dem Stuhl stehen und das Licht erschien wieder. „Du warst auf der Erde! Und zwar nicht, um den Jungen zu beschützen, sondern, um deinen alten freund zu sehen. Nicht wahr?“ „Ja. Ich habe ihn schon lang nicht mehr gesehen. Ist das schlimm?“, fragte Kyomie und war auf einmal sehr aufgeregt. „Eigentlich nicht. Nicht so schlimm, wie dass du einen Menschen begehrst!“, sagte die Körperlose Stimme. „Oh nein!“, dachte Kyomie und sagte dann laut : „Muss ich jetzt in die Hölle und als Teufel weiterleben?“ Das Licht dachte nach. Das spürte Kyomie. „Nein!“, sagte es dann entschieden. „Weißt du warum er dich sehen konnte?“, fragte es dann. Kyomie schüttelte den Kopf. „Er betete jeden Tag für dich. Er hatte Sehnsucht nach dir! Ihm fehlte dein lächeln. Du fehltest ihm. Und weil er dich so mochte und nach 9 Jahren immer noch für dich betete und an dich dachte konnte er dich sehen.“ Kyomie war überrascht. Nicht nur etwas, sondern sehr überrascht. „Du musst gehen. Es kommt jemand für dich.“, sagte das Licht dann und Kyomie erschrak. „Er....er wird doch wohl nicht gestorben sein! Nicht Heiji nicht er! Nein!“, ging es ihr durch den Kopf und sie rannte aus dem Tempel. Sie sah noch niemanden. Sie rannte dorthin, wo sie ganz am Anfang vor 9 Jahren als aller erstes war. Da sah sie jemanden, doch es war nicht Heiji. Es war...........Kazuma. Sie sah ihn an. Und das erste, was er zu ihr sagte war: „Du bist doch mein Schutzengel!“ Kyomie wurde rot und erschrak, weil sie nicht auf ihn aufgepasst hatte, als er starb. Sie fragte sich aber, warum er gestorben ist und ersagte, als ob er ihre Gedanken lesen konnte:“ Wie war das noch mal??“ Dann dachte er ein bisschen nach und fügte hinzu:“ Ach ja ich bin durch ne Glastür gefallen, aber wie das passiert ist weiß ich nicht!“ Dann lächelte und sah Kyomie an und sie glaubte, dass er sich auch in sie verliebt hatte. Sie ging auf ihn zu und er guckte etwas verwundert. Sie warf sich in seine Arme und er umarmte sie ganz lieb und hielt sie ganz fest. Nun war er kein Mensch mehr und auch kein Teufel. Sie durfte ihn lieben. Und sie tat es. Und er liebte sie auch, denn er gab ihr einen leichten Kuss auf den Mund. Sie liebten sich und wurden glücklich. Sie hatten die ganze Ewigkeit für sich. Und sie nutzten sie............ .


The End

La Cipolla
12.01.2004, 23:44
Tragisch, aber schön.

Die geschichte hat mich mal wieder zum nachdenken gebracht, das ist ein gutes Zeichen.
Klasse! Weiter so!