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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Cipo Touching Grass in 2024 – Jahresabschluss!



La Cipolla
22.12.2023, 18:33
2023 war ein ernsthaft wildes Spielejahr für mich (mehr dazu im Thread (https://www.multimediaxis.de/threads/146617-Cipos-Choice-2023-%E2%80%93-Achievements-are-BACK%21), wenn 2023 tatsächlich vorbei ist!) ... und es war tatsächlich ZU viel.
Also gehe ich 2024 ganz ruhig an, mit 12 Achievements und vieeeel Platz für andere Spiele, anderen Shit! ^-^

https://i.imgur.com/qzKphfR.jpeg

Erinnerungsbild für Zukunfts-Cipo: Touch grass! (Touch beach!)




[RPG Maker Basics 2.01]
Aëdemphia ODER Helen's Mysterious Castle

[Hunter's Moon]
Prey +DLC

[Dragging Dragoons]
Panzer Dragon I, II und Saga

[Vom Prinzessinnentöten]
Slay the Princess (The Pristine Cut)

[Life is ... weird.]
Harmony: The Fall of Reverie ODER Night in the Woods

[Punks Who Cyber]
Citizen Sleeper ODER AI: The Somnium Files - nirvanA Initiative

[Vanillaware-ish]
13 Sentinels: Aegis Rim ODER Ender Lilies

[Controversial Classics]
Hellblade ODER Vagrant Story

[Token RPG]
Omori ODER Voice of Cards

[Velvet Room Regular]
Tokyo Mirage Sessions #FE ODER ein anderes SMT

[Boobs!]
Xenoblade 2

[Art Shit]
Kid A Mnesia Exhibition und Monuments to Guilt





Was ich noch besorgen muss, kriegt ein Sternchen.

60 : Prey + DLC
40?* : Omori
36 : 13 Sentinels: Aegis Rim
35 : AI: The Somnium Files - nirvanA Initiative
20* : Panzer Dragoon Saga
20 : Ender Lillies
16? : Night in the Woods
12* : Citizen Sleeper
10 : The Fall of Reverie
12? : Slay the Princess
9 : Hellblade
8 : Helen's Mysterious Castle
2* : Kid A Mnesia Exhibition
1* : Monuments to Guilt
??* : Aëdemphia





Und hier die tatsächliche Liste ...

2024 ernsthaft gespielt

[Januar] Observer: System Redux (PC)
[Januar] Xenoblade Chronicles 2 (Switch) abgebrochen ~30h
[Februar] Mini Metro (PC)
[Februar] Guild Wars 2 (PC) ~70h
[Februar] Voice of Cards: The Isle Dragon Roars (Switch) abgebrochen ~4h
[März] Dreamscaper (PC)
[März] Battle Chef Brigade (PC) abgebrochen ~2h
[März] Panzer Dragoon (Sega Saturn)
[März] Vagrant Story (PSX) abgebrochen ~10h
[März] Cultist Simulator (PC) abgebrochen ~15h
[März] Slime Rancher (PC) abgebrochen ~20h
[April] Panzer Dragoon II Zwei (Sega Saturn)
[April] Zoeti (PC) abgebrochen ~4h
[April] Final Fantasy I Origins (PSX) abgebrochen ~8h
[Mai] Shelter (PC) abgebrochen ~1h
[Mai] Balatro (PC) ~95h
[Mai] Tokyo Mirage Sessions #FE Encore (Switch)
[Juni] Moonring (PC) abgebrochen ~31h
[Juli] Eiyuden Chronicle: Rising (PC)
[Juli] Final Fantasy I: Pixel Remaster (Switch)
[Juli] HoloCure - Save the Fans! (PC) abgebrochen ~18h
[Juli] HoloParade (PC) abgebrochen ~4h
[Juli] Max Gentlemen: Sexy Business (PC)
[August] Hellblade: Senua's Sacrifice (PS5)
[September] Genshin Impact (PS5) ~100+h
[September] Zenless Zone Zero (PS5) ~250+h
[September] Monuments to Guilt (PC)
[September] Pacific Drive (PC) abgebrochen ~30h
[Oktober] Scanbot and the Last Mind (PC)
[Oktober] 13 Sentinels: Aegis Rim (PS5)
[Oktober] Wizardry Variants: Daphne (iOs) ~80h
[Oktober] Final Fantasy II: Pixel Remaster (Switch)
[November] Kid A Mnesia Exhibition (PS5)
[November] Citizen Sleeper (PC)
[Dezember] Mahokenshi (PC) abgebrochen ~2h
[Dezember] Panzer Dragoon Saga (Sega Saturn)
[Dezember] Harmony: The Fall of Reverie (PC)
[Dezember] Slay the Princess (PC)

2024 sonst noch so gespielt

Ikaruga
Book of Demons
Breath of Fire IV
Idol Showdown (schnell abgebrochen)
Power Rangers: Battle for the Grid (schnell abgebrochen)
Dragon Knight (schnell abgebrochen)

MeTa
06.01.2024, 10:03
Hier die obligtorische, aber sehr entschiedene, Aussprache für Hellblade. Verlängert um die Erwähnung, dass man sich das am besten an einem wirklich freien Tag (oder zwei) - natürlich mit Kopfhörern - in aller atmosphärischer Ruhe auf den Zahn legt.

Kaia
06.01.2024, 13:06
Citizen Sleeper hab ich auch auf meiner WL!
Und ich stimme MeTa zu, Hellblade in einem Run zu machen war damals sehr, sehr geil.

La Cipolla
09.01.2024, 14:42
Hellblade, ja ... Ich hatte das Spiel eigentlich schon abgehakt, weil ich so einiges was bei Maeve mitbekommen habe (die es genauso cool wie nervig fand), aber letztlich hat mich die extrem gute Something Rotten Podcast-Folge zum Spiel (https://www.youtube.com/watch?v=h9340MSEdkI)überzeugt, es doch noch mal auf die Liste zu packen. Bin aber weiterhin hin- und hergerissen, also mal gucken! :D
Mehr als 2 Stunden am Stück kann ich sowas aber definitiv nicht spielen, da kenne ich mich zu gut ... xD





Mein erstes Spiel dieses Jahr unterdessen hat nix mit Achievements am Hut und war stattdessen so ein "Pärchenprojekt"!

https://gpstatic.com/acache/60/89/1/de/t620x300-2faf7440361a6d4f1b3141c76e0749f2.jpg

Observer: System Redux

Observer sah von Anfang an interessant aus, ohne dass ich wirklich den Finger auf das Genre legen konnte. Und nach dem Spielen war das gerechtfertigt? Es ist so eine Mischung aus horrorhaftem Walking Simulator und investigativem Adventure, mit ein paar Versatzstücken aus anderen Genres und einem gewissen "Immersive Sim"-Feeling. Inhaltlich gibt es eine klassische Cyberpunk-Story um einen Noir-esquen Cyber-Detektiv, der in einem heruntergekommenen Wohnblock ermittelt und sich in die Wahnvorstellungen fremder Gehirne hackt. Und dieses Gesamtbild spielt sich auf jeden Fall ziemlich einzigartig!
Die größte Stärke des Spiels ist seine Atmosphäre, getrieben von einer beeindruckenden Optik, gerade in den Hacking-Sequenzen, und Rutger Hauers Stimme. Wir haben hier WIRKLICH Cyberpunk, mit viel "Cyber", aber auch einem greeeeifbaren Anteil an "Punk" ... Ich habe bspw. noch nie so dreckige Toiletten gesehen. Man versinkt jedenfalls sehr schnell (im Spiel; nicht in den Toiletten) – zumindest sobald man die leicht weirde Shooter-Steuerung verinnerlicht hat, mit den hakeligen Rätseln klarkommt und die teilweise langgezogenen Sequenzen tolerieren kann.

https://www.gematsu.com/wp-content/uploads/2020/08/Observer-System-Redux_08-18-20.jpg

Allerdings lebt das Spiel die zynische Seite des Punks auch ideologisch voll aus: Man merkt recht bald, dass jede Sozialkritik, so kunstvoll sie auch präsentiert wird, in "alles Scheiße!" endet, und dass dieses Spiel von einer lähmenden Angst vor der Zukunft gezeichnet ist. Es gibt keinerlei Perspektiven und nicht eine einzige Handlung nimmt ein positives Ende. Das mag in diesem Genre alles andere als ungewöhnlich sein, aber anno 2024 gibt es halt auch differenzierte und vor allem konstruktivere Spielarten des alten Cyberpunks. Die nutzen dann tendenziell auch weniger fragwürdige Metaphern. Denn, um eine Sache deutlich auszusprechen: Observer verschleiert es hübsch hinter einer verwinkelt erzählten Handlung und den üblichsten Querverweisen (1984 anybody?), aber im Kern ist es wirklich ein eher dummes Spiel. Reaktionärer Horror-Pulp. Ich fand es komplett spannend und hatte meinen Spaß dran, aber vormachen will ich mir da auch nichts.
Den größten Hoffnungsschimmer sollte man aber genauso wenig untergehen lassen! Der Hauptcharakter ist nämlich überraschend menschlich. Vielleicht lag es an unseren Dialogoptionen, aber ich liebe, wie er Humor, Sympathie und einfach ein kleines Licht in jede noch so schreckliche Interaktion bringt. Hauers Altherrenstimme hilft dabei, aber auch das quirkige Writing hätte durchaus Potenzial gehabt.

Insgesamt eine Empfehlung für Cyberpunk-Fans der alten Schule, die bereit sind, ein bisschen was auszuprobieren. Man braucht nur einen gewissen Magen für Horror (inkls. Jumpscares), Eurojank und ein paar stumpfe Fragwürdigkeiten.

Sylverthas
09.01.2024, 16:29
Observer ist eins der Spiele, die ich schon oft mal gesehen habe, aber nie gekauft. Dass es von Blooper Team ist, von denen ich tendenziell eher so mid Games erwarte, hat nicht geholfen. Dein Bericht hat mich jetzt irgendwo doch darin bestätigt, dass ich dem Spiel weiterhin aus dem Weg gehe und nur ab und zu mal erinnert werde, dass es existiert *g*
Hast Du Layers of Fear gespielt und kannst den Horroranteil davon mit dem von Observer vergleichen?

La Cipolla
09.01.2024, 17:02
Nee. Ich habe auch während des Spielens das erste Mal von dem Studio gehört und bin dementsprechend unvoreingenommen herangegangen. ^^

Als jemand, der Horror-Spiele eher meidet, war es streckenweise äußerst intensiv, aber einem richtigen Horror-Spieler dürfte es wahrscheinlich nicht mal auffallen. Zynisch könnte man dem Spiel vielleicht auch vorwerfen, dass es den Cyberpunk nur als Methode benutzt, um Horror zu verursachen, aber das wäre wohl auch etwas unfair. Es ist schon eher ein Cyberpunk-Spiel, dass sowohl "Cyber" als auch "Punk" ernsthaft horrific findet.

Ich muss sagen: Wäre das Spiel kürzer, würde ich es voll als interessante Erfahrung empfehlen! Da man hier aber locker 10 Stunden versenken kann, und diese Stunden nicht immer komplett auf den Punkt sind, was Pacing u.ä. angeht, muss man es wohl für sich selbst abschätzen. ^^

poetBLUE
09.01.2024, 19:58
Cool, dass du es durchgespielt hast! Ich persönlich musste es nach drei Versuchen leider aufgeben, weil die Effekte mich jedes Mal zu stark getroffen haben. Ich dachte mir, dass es einfach daran liegt, dass ich halt meine Epilepsie habe und nach mehreren Erfahrungen mit Spielen der Entwickler hat es mich dann auch nicht mehr interessiert. Aber ich habe dann noch von zwei Freunden gehört, dass ihnen auch unglaublich schlecht wurde von der Mischung aus harten Lichteffekten, gruselig wirken wollenden Störeffekten und dann noch merkwürdigen Physikspielchen, obwohl diese nie Probleme hatten mit Motion Sickness in irgendeiner Art. Erst fand ich das sehr schade, da Cyberpunk Horror absolut nach meinem Ding klingt, aber insgesamt war es dann einfach unmöglich das ohne Migräne zu kriegen weiter zu spielen.

Insgesamt deckt sich dein Eindruck jedoch mit dem was ich von bloober Team mittlerweile erwarte (Stoßgebete dafür, dass das Silent Hill 2 Remake besser wird irgendwie), denn irgendwie setzen sie sich immer eine absolut ambitionierte Narrative als Ziel, welche dann meist Nuancen in der Erzählstruktur braucht, um wirklich gut zu werden, scheitern dann aber oft daran, dass sie scheinbar nicht das Zeug haben dass dann im Autorenteam umzusetzen, was ich sehr schade finde. Dazu kommt dass ihr Verständnis davon, was eine dichte Horror Atmosphäre ausmacht irgendwie sehr plakativ ist und absolut nichts für mich tut, was Five Nights At Freddy's , Poppy Playtime und wie sie nicht alle heißen nicht auch schaffen würden. Das resoniert anscheinend mit sehr vielen Leuten, die heute gerne Horrorspiele spielen, aber mir persönlich gibt es leider gar nichts. Aber irgendwas machen sie ja richtig, scheinbar. :D

Deine Impressionen zu lesen macht auf jeden Fall Laune und ich bin froh darüber, dass es keine absolut anstrengenden Walls of Text sind. ^_^

Ὀρφεύς
10.01.2024, 12:48
Wenn ich mir die letzten vier Jahre so anschaue, dürfte Bloober Team das für mich interessanteste Studio für Horrorspiele gewesen sein.
Das Genre ist bei mir dermaßen untergegangen und lasse mich kaum noch überraschen, oder ich schaffe es nicht, mich da intensiver reinzufuchsen.
Sei es Observer oder The Medium, beide Games mögen nicht perfekt sein, haben aber eine super Atmosphäre plus Handlung ohne die typischen Schreckmomente, und das hat mir soviel gegeben.
Keine Zombies oder Geister, keine lahmen Geschichten (hier ist The Medium durch und durch hervorragend) und vor allem keine Remakes.
Umso ironischer ist, dass das Bloober Team jetzt an einem Silent Hill 2 Remake arbeitet, welches mich absolut kalt lässt.
Ein The Medium 2 würde mir viel mehr geben, doch anscheinend ist Silent Hill wesentlich lukrativer.

La Cipolla
10.01.2024, 22:41
Ich denke tatsächlich, die meisten Horror-Entwickler würden sich um Silent Hill 2 reißen. Gibt ja nicht viel im Genre mit so einer Reputation!

So oder so ... nicht mein Genre und ich habe dementsprechend NULL Interesse am restlichen Blooper Output. ^^
Wobei, an Silent Hill 2 ironischerweise schon, nach den Something-Rotten-Folgen zur Reihe. Da würde ich aber wohl eher eine ältere Version spielen.




Deine Impressionen zu lesen macht auf jeden Fall Laune und ich bin froh darüber, dass es keine absolut anstrengenden Walls of Text sind.
Dankeschön! ^-^
Es hängt aber auch sehr am Spiel, hin und wieder ist ein langer Text einfach angebracht. :D



Ich unterdessen habe endlich Xenoblade Chronicles 2 angefangen! o/ Erster Eindruck nach 2 Stunden ist ziemlich gut, mit ordentlich Sense of Wonder, aber man spürt jetzt schon, dass das aus verschiedenen Gründen ein derber, tiefer Zeitfresser wird (was ich gerade sehr zu schätzen weiß). Oh, und was für ein schreckliches Design für einen Hauptcharakter, meine Fresse ...

Oh, ein schneller Eindruck noch ...



https://cdn.akamai.steamstatic.com/steam/apps/1284210/capsule_616x353.jpg

Guild Wars 2

Wollte ich eigentlich vor ~10 Jahren spielen, aber jetzt hatte ich irgendwie Bock auf ein neues MMO. :D
Bisher habe ich so 30 Stunden mit einem Charakter gespielt, etwa bis Level 50.

Das Spiel ist trotz Jahrzehnten von Entwicklung ziemlich zugänglich, man fühlt sich (für MMO-Verhältnisse) nur bedingt überwältigt. Nice!
Es ist anders. Die Erkundung der Welt fühlt sich sehr viel lebendiger an, die Events, die ständig überall losbrechen, sind extrem abwechslungsreich und es gibt unglaublich viel zu sehen und zu entdecken, auch über das "Abgrasen" von Map-Punkten hinaus. Das Spiel schafft es sogar hin und wieder, mich aus diesem mechanischen MMO-Status-Quo zu reißen, in dem inhaltliche Aspekte abseits der Hauptstory völlig im Hintergrund bleiben ... aber auch nur hin und wieder. Ich meine, ich rede hier manchmal gerne mit NSCs in Städten?! Aber manchmal merke ich auch, dass ich lieber Quests abhake.
Dieses "Hin und Wieder" liegt auch daran, dass die Landschaften qualitativ sehr unterschiedlich wirken. Das Startgebiet der Silvari ist das Geilste, was ich bisher überhaupt in MMOs erlebt habe, die Regionen drumherum sind ... okay. Nett. Na ja! Und ich habe schon gehört, dass die Erweiterungen eine Kelle oben drauf legen, wie üblich. Allerdings: KEINE Gegend fühlt sich leer an! Überall sind Spielende, und selbst die Gegenden selbst haben eine Menge Leben. Da können sich viele Spiele eine Scheibe abschneiden.
Story ist ... nett. :p Es hilft, dass der eigene Charakter komplett vertont ist und eine wirklich ziemlich persönliche Story erlebt. Aber die ist halt nix Besonderes und das Writing ist wechselhaft.
Das Spiel ist SCHÖN. Die Charaktere sind unglaublich schön (außer den weirden Gnomen natürlich), wie auch schon im ersten Teil, aber speziell das Design haut wieder Unglaubliches heraus.
Gameplay gefällt! Ein bisschen dynamischer als viele MMOs dieser Generation, und ich mag, dass die Anzahl an aktiven Skills sehr überschaubar ist. Es ist aber am Ende des Tages mehr so der Standard. Über aktiven Multiplayer oder Endgame kann ich nix sagen.
Die Monetarisierung ist potenziell relativ übel, wie bei f2p üblich, ABER nach den ersten 1-2 Erweiterungen und ihren sehr sinnvollen Comfort-Funktionen (die man im Sale für ein paar Euro kriegt) ist sie zum Glück recht konzentriert. Man KANN zwar jeden Scheiß kaufen, aber während ich die Welt erkunde und queste, werde ich niemals wirklich an Geld erinnert. Und damit kann ich leben. =]
Nach 30 Stunden ist der erste Hype erstmal durch, aber das ist für mich bei MMOs auch relativ normal. Ich bin gespannt, wie oft ich hier zurückkommen werde, denn zumindest die anderen Rassen und ihre Stories will ich irgendwann schon noch probieren.
Empfehlung!

La Cipolla
31.01.2024, 21:30
https://www.gamers-shop.dk/images/game_img/xenochroni2.jpg


Xenoblade Chronicles 2

Habe ich nach ~30 Stunden abgebrochen, am Anfang des vierten Kapitels.
Und es ist mir wirklich erst aufgefallen, als mich jemand darauf angesprochen hat ... aber das ist inzwischen der FÜNFTE Teil dieses Franchises, den ich abgebrochen habe?! xD

Xenogears ... fand ich sehr anstrengend, ist aber auch MEGAlange her und ich war viel zu jung. In meiner schwammigen Erinnerung vielleicht ein Spiel, das ich als Erwachsener tatsächlich gemocht hätte ...? Ich glaube aber nicht, dass ich heute noch die Geduld dafür hätte.
Xenosaga Episode 1 (oder 2 ...?) ... konnte ich GAR nicht mit, fand ich auf allen Ebenen entweder lame oder ernsthaft schlecht (vor allem vom Gameplay her, afair).
Xenosaga Episode 2 (oder 3 ...?) ... habe ich probiert, weil so viele gesagt haben, dass es besser wird, in der Hoffnung, mich so "einzufinden" und dann vielleicht zurückzukehren. Daher habe ich mich auch recht weit "durchgekämpft", aber ehrlich gesagt fand ich nichts daran wirklich reizvoll. Die ganze Xenosaga-Subreihe ist für mich unglaublich bland und ich verstehe nicht so ganz, warum sie beliebt ist.
Xenoblade Chronicles: Vielleicht der härteste Abbruch, das habe ich echt lang gespielt! Ich mochte die Welt, ich mochte die Erkundung, und ich mochte überhaupt den generellen Vibe des Spiels. Aber auch hier gab es viel, das letztlich irgendwie bland herübergekommen ist (Figuren, Story, Writing ...), das Kampfsystem fand ich total undynamisch, und letztlich das größte Problem: Ich war genervt und habe mich zunehmend gelangweilt.
Also ja, Xenoblade Chronicles 2 reiht sich leider mit ein ...?

Auf der Plusseite: Was für eine GEIL designte Welt! Und im Gegensatz zu Teil 1 kommt mir die Erkundung hier auch durchdachter, zielgerichteter vor, mit mehr Kram, den es tatsächlich zu erkunden gibt. Ebenfalls richtig gut gefallen haben mir in diesem Kontext die Grafik, die Musik (!) und die gesamte Präsentation. Ich habe wahrscheinlich eine Menge Zeit damit verbracht, Dinge anzustarren und langsam durch die Welt zu laufen. :D Ernsthaft beeindrucken konnte mich außerdem die Tiefe des Spielsystems! Es ist ALBERN, wie viel KRAM dieses Spiel hat, angefangen bei den Blades, über das Shop-System bis hin zu den tausend Skill Trees. Was für ein berauschendes Gefühl von Verschwendung! (Auch wenn ich nicht wissen will, wie viele Leute sich hier halb totgearbeitet haben.) Mannomann. Und zumindest ernsthaft unterhaltsam finde ich am Ende des Tages auch die trashige Mentalität, etwa durch die klischeehaftesten Anime-Zwischensequenzen ever – auch hier verschwenderisch animiert, gerade für den nebensächlichsten Shit xD – oder diesen HART lächerlichen Grad an Sexualisierung, der ernsthaft, ohne Übertreibung (!), den Top Spot unter den JRPGs einnehmen könnte, die ich in meinem Leben gespielt habe.

Wobei das ein guter Übergang ist: Ehrlich gesagt, die Sexualisierung ist einer der Gründe, warum ich das Spiel spielen wollte. Weil, ich hab absolut nix gegen Softporn, das Ganze wirkt einfach wahnsinnig unterhaltsam in seiner Übertreibung and I also love me some boobs. Ich kannte die Designs also schon und habe mich darauf gefreut. Und im tatsächlichen Spiel ...? Meine Fresse, Xenoblade Chronicles 2 geht noch viel weiter, und zwar in einem unangenehmen Ausmaß, das WEIT über "interessante" Designs hinausgeht? Zum Einen ist der Graben zwischen Design und Charakterisierung teilweise so richtig abartig – allem voran bei Pyra und Mythra, die es einem als Hauptfiguren auch aggressiv ins Gesicht drücken (manchmal wortwörtlich). Die Kamera ist UNERBITTLICH. Der Male Gaze brennt einem förmlich die Hose von den Beinen und die Scham ins Gesicht. Und DANN kommt noch das ganze Lore mit Drivers und Blades oben drauf. Man kann sicher tiefgehend analysieren, inwiefern das Ganze schon konzeptuell eine fragwürdige Sache ist, aber die praktische Umsetzung, so ziemlich jede einzelne Beziehung zwischen Driver und Blade, und die Inszenierung der meisten Blades ... all das hat mich wirklich zunehmend angekotzt, vor allem weil das Spiel zur selben Zeit eine recht hohe Meinung von sich selbst hat. Also ja, nichts gegen Wunscherfüllung und den ganzen Kladderadatsch, aber Xenoblade Chronicles 2 übertreibt es in einem Maß, mit dem ich dann doch nicht gerechnet habe. o_o'' Das war aber noch nicht das entscheidende Problem! Because boobs stay boobs.

https://i.ytimg.com/vi/DEsnXyzmqGo/maxresdefault.jpg

Das entscheidende Problem war, dass mich das Spiel, wie auch schon viele Teile zuvor, abwechselnd genervt und gelangweilt hat, und zwar zunehmend. Das Pacing der Hauptstory ist nicht nur langsam, sondern fühlt sich auch noch künstlich gestreckt an. Die Nebenquests, die Charakter-Stories dazwischen und generell die Charaktere selbst konnten diese Durststrecken für mich absolut nicht abfangen. (Am Rande: Besonders nervig fand ich die generischen Kommentare, die die Gruppenmitglieder in jede einzelne Nebenquest werfen!) Und letztlich verlieren nach 20-30 Stunden auch die vielen positiven Punkte oben ihren Reiz. Und DANN war da noch der Todesstoß: Das Kampfsystem ist für mich ein absolut faszinierendes Beispiel von "nette Idee, langweilt mich zu Tode"! Weil, ich WEISS theoretisch, dass Player Skills in JRPG-Systeme allem voran dazu beitragen, die inhärente Zeitverschwendung des Grinds zu reduzieren. Aber ich glaube, ich habe es selten so deutlich GESPÜRT wie in Xenoblade Chronicles 2. Dumm gesagt: Ein durchschnittlicher Kampf in diesem Spiel fühlt sich gähnend langsam an – aber hey, durch Verständnis und Skills kann ich den Kampf weniger gähnend langsam machen! Wenn ich gut spiele, werden die Kämpfe vielleicht sogar ... normal? Unspektakulär? Dynamisch?! (Nah.) Und lustigerweise unterstreicht sogar die Präsentation diesen Effekt: Da passiert halt irgendwelcher Shit, und wenn ich die richtigen Knöpfe drücke, passiert leicht anderer Shit, aber am Ende des Tages sehe ich, wie sich wild durcheinandergewirbelte Charaktere minutenlang um ihre eigene Achse drehen, verbunden durch Hundeleinen. Und irgendwann ist der Kampf vorbei und ich denke mir: "Gott sei Dank."
Huh. Das ist beinah zu einem Rant geworden! Mir war nicht bewusst, dass es mich SO sehr genervt hat. ^__~

Fazit

Mit etwas mehr Distanz: Ich mochte Xenoblade Chronicles 2 in diesen 30 Stunden durchaus! Und wenn es ein 40-Stunden-Spiel gewesen wäre, hätte ich es liebend gerne fertiggespielt. Aber die Vorstellung, noch mal 70 Stunden darin herumzuhängen, können mir weder die majestätischen Titans noch die majestätischen titanic Boobs schmackhaft genug machen. Vielleicht muss ich einfach akzeptieren, dass diese Menschen keine Spiele basteln, die mir gefallen. (Sind es überhaupt noch ansatzweise dieselben Menschen ...?) Trotzdem eine spannende, nette Erfahrung! Ich verstehe auf jeden Fall, warum es viele Leute in seinen Bann gezogen hat.



[Boobs!]
Xenoblade 2

ACHIEVEMENT UNLOCKED

Kael
01.02.2024, 09:36
Mit etwas mehr Distanz: Ich mochte Xenoblade Chronicles 2 in diesen 30 Stunden durchaus! Und wenn es ein 40-Stunden-Spiel gewesen wäre, hätte ich es liebend gerne fertiggespielt. Aber die Vorstellung, noch mal 70 Stunden darin herumzuhängen, können mir weder die majestätischen Titans noch die majestätischen titanic Boobs schmackhaft genug machen.
Ich glaub, das ist auch so tatsächlich DER Punkt, warum ich das bis heute nicht durchgespielt habe: Es dauert einfach zu lange, speziell wenn man vielleicht nicht gerade alles durchklickt, zwischen 70 und 100 Stunden. Wenn ich mehr Boobs sehen will, spiel ich was anderes mit mehr Boob-Time/Minute. :p

Dito im Übrigen auch zu seinem Part mit dem Kampfsystem: Mir war's am Anfang VIEL zu langsam (und viel weiter bin ich auch nicht hinausgekommen) - vielleicht der Grund, warum ich's bis heute nicht wieder angefangen hab.

Sylverthas
04.02.2024, 10:52
Xenogears ... fand ich sehr anstrengend, ist aber auch MEGAlange her und ich war viel zu jung. In meiner schwammigen Erinnerung vielleicht ein Spiel, das ich als Erwachsener tatsächlich gemocht hätte ...? Ich glaube aber nicht, dass ich heute noch die Geduld dafür hätte.

Geduld triffts schon ganz gut. Das Spiel hat richtig tolle Charaktere und ne Story mit sau vielen Twists. Zählt IMO immer noch mit zu dem besten, was J-RPGs zu bieten haben. OST ist auch Bombe. Aber das Gameplay ist... uhhhh... monoton. Selber hab ich das Game nur zwei oder drei Mal per Emulator durchgespielt, was definitiv hilft. Denn bei den Dungeons und den monotonen Kämpfen braucht man Geduld und ne Beschleunigungsfunktion. On paper klingt das Kampfsystem ja ganz cool mit den Tasteninputs, aber effektiv macht man eh immer die gleichen, was es so langweilig werden lässt. Denke dennoch, dass jeder, der sich für storylastige JRPGs interessiert, es mal gespielt haben sollte.
Im Prinzip sind Xenogears und -saga aber auch der Grund, wieso ich die -blades Reihe nicht so abkann. Waren die erstgenannten eher von Evangelion und allgemein Space Operas inspiriert, so sind die letzteren von Battle Shounen inspiriert. Was ich schon als ne Art Beleidigung ansehe xD



Also ja, nichts gegen Wunscherfüllung und den ganzen Kladderadatsch, aber Xenoblade Chronicles 2 übertreibt es in einem Maß, mit dem ich dann doch nicht gerechnet habe. o_o'' Das war aber noch nicht das entscheidende Problem! Because boobs stay boobs.
Oh ja, wenn man die Vtuber, die Du verfolgst, betrachtet, ergibt das Sinn :bogart:
Aber im ernst, ich fand XB2 in der Übertreibung schon echt unterhaltsam. Das ist der Grad, bei dem ich drauf zeigen kann und sage: "WOW, was für ein PURER Trash, wie geil!". Leider probiert das Spiel dann aber auch einen tatsächlich tiefen(!) und vor Pathos triefenden Plot zu erzählen. Beide Seiten sind wohl nur mental vereinbar, wenn man den immensen "Fanservice" (was ne Untertreibung) ignorieren kann oder gar nicht mal so schlimm findet. Was, wenn man sich die allgemeine Animefanbase anschaut, auch wirklich viele können. Aber ja, wenn das Spiel einfach nur "taking the piss" mit sich selber betreibt, dann konnte ich dem Treiben schon was abgewinnen *g*
Ich meine, diese Szene alleine ist legendär bescheuert und dement (ab Minute 1:40):

https://www.youtube.com/watch?v=ZgJHdRDvPCw&t=100s

Btw. Rex ist ein unglaublich schrecklicher Hauptcharakter und *dazu* noch schrecklich gekleidet. Wobei ich dann schon hart lachen musste, dass sie voll ins

Harem-Meme-Ending gegangen sind

https://i.imgur.com/xqGRwiy.jpg


(https://ftw.usatoday.com/wp-content/uploads/sites/90/2022/08/Xenoblade-Chronicles-3-Nia_s-Photo.png)
Warum ich das Spiel dann aber nicht nur trashy, sondern sogar schlecht fand:

abwechselnd genervt und gelangweilt hat, und zwar zunehmend. Das Pacing der Hauptstory ist nicht nur langsam, sondern fühlt sich auch noch künstlich gestreckt an.[...]Und DANN war da noch der Todesstoß: Das Kampfsystem ist für mich ein absolut faszinierendes Beispiel von "nette Idee, langweilt mich zu Tode"!
Die Idee vom Kampfsystem, dass man mehrere Arten von Kombos aufeinander aufbaut, beisst sich einfach mit der Idee von vielen Trashmobs. Hätte man wenige, längere Trashkämpfe eingebaut, wäre das in Ordnung gewesen. Aber bei vielem trivialen Trash ist der Aufwand immer wieder diese Kombos zu ziehen, IMO unverhältnismäßig. Bei Bosskämpfen fand ich das System cool, bei Trash scheiße. Darauf kommt dann noch das Gacha-System, was eh viel Potenzial dafür hat, dass ich ein Spiel schrecklich finde. Hat man Glück, kriegt man sehr starke Waifus, hat man Pech, kriegt man nur die (wenigen :hehe:) lamen Husbandos. WIE UNFAIR IST DA.... errr... ich meine natürlich, wenn man Glück hat, kriegt man die wirklich starken Blades, wenn man Pech hat irgendeinen Schrott (same difference? *g*)
Beim Pacing der Story kann ich Dir auch nur zustimmen: So richtig legt sie erst in den letzten ~3 Kapiteln los, was nur ner kurzen Spielzeit entspricht. Vorher wird viel Zeit verschwendet, weil man wohl der Illusion erlegen ist, die Charaktere wären über ihren Memestatus hinaus interessant (*_*)

La Cipolla
04.02.2024, 21:51
Schon spannend, das zu lesen, mein Eindruck war bisher irgendwie immer, dass alle das Spiel mochten. Kann ich aber auch mit leben! :D


*dazu* noch schrecklich gekleidet
Die englische Synchro macht seinen Charakter tatsächlich erträglicher, aber hieran kann sie auch nichts ändern. :| Ich dachte ja erst, das ist nur so für den Anfang, aber DAUERHAFT?

... und was zum FICK ist dieses Spoilerbild?! Ich hatte mich tatsächlich für das Ending gespoilert, aber meine Fresse ... Sowas ultra-Unangenehmes hatte Danganronpa auch schon, aber da war es immerhin ein bad Ending. xD
Ai ai ai ...


Boob-Time/Minute
Hm, gute Idee für eine Jahres-Challenge ...?



Na ja, ich spiele momentan nur Guild Wars 2, und genieße es auch ein bisschen, nicht so an den Medien zu hängen. Mal sehen wie sich das Jahr entwickelt, die 12 Spiele sind denk ich ein vernünftiges Ziel diesmal!

Sylverthas
05.02.2024, 13:33
Schon spannend, das zu lesen, mein Eindruck war bisher irgendwie immer, dass alle das Spiel mochten. Kann ich aber auch mit leben! :D
Frag mal in Nintendoforen, dort wirst Du ganz andere Meinungen hören *g*

Sowas ultra-Unangenehmes hatte Danganronpa auch schon, aber da war es immerhin ein bad Ending. xD
Jedes Ende, in dem Rex überlebt, ist ein bad Ending :|

Hm, gute Idee für eine Jahres-Challenge ...?
Also macht ihr beide ne H-Game / Porno Challenge? Sollte das meiste bang for boob ergeben xD

La Cipolla
05.02.2024, 16:49
Ich denke, jedes beliebige Dead or Alive schlägt das locker. :p

Ὀρφεύς
05.02.2024, 17:13
Btw. Rex ist ein unglaublich schrecklicher Hauptcharakter und *dazu* noch schrecklich gekleidet. Wobei ich dann schon hart lachen musste, dass sie voll ins

Harem-Meme-Ending gegangen sind

https://i.imgur.com/xqGRwiy.jpg


(https://ftw.usatoday.com/wp-content/uploads/sites/90/2022/08/Xenoblade-Chronicles-3-Nia_s-Photo.png)

Das war richtig unangenehm.
Und das vom Studio die Baten Kaitos und Xenosaga gebracht haben.
Ein Sturz kann wehtun und manchmal sogar tödlich enden.:|
Ich mein, die machen da gar kein Geheimnis daraus, wie der sich über Jahre bedient hat.
Ein Hoch auf das Frauenbild in JRPGs.:B
Und ich habe ganz vergessen, was Rex da anhat... so furchtbar.

Oh Gott, Cipo, warum musstest du das spielen und all diese Erinnerungen hochkommen lassen?

Ninja_Exit
08.02.2024, 12:28
Das Seltsame ist ja auch, dass in XB3 der Fanservice im Vergleich zum Vorgänger extrem runtergefahren wurde nur um am Ende allen Rex ins Gedächtnis zu rufen. XD

Sein "Bild" hat absolut keine Funktion aber es ist einfach da. XD

Dnamei
14.02.2024, 23:27
https://cdn.akamai.steamstatic.com/steam/apps/1284210/capsule_616x353.jpg

Guild Wars 2

Wollte ich eigentlich vor ~10 Jahren spielen, aber jetzt hatte ich irgendwie Bock auf ein neues MMO. :D
Bisher habe ich so 30 Stunden mit einem Charakter gespielt, etwa bis Level 50.

Oh nice, gute Wahl :D
Ich kann nur sagen das es sich auch vor 10 Jahren schon gelohnt hat.
So die Anfangsphase ist ja immer mit am schönsten bei einem MMO, wenn man noch weit davon entfernt ist in eine Routine zu rutschen^^
Du spielst die f2p Version, wenn ich das richtig rauslese? Mit dem Ursprungsspiel hat man ja schon eine gute Portion zur Verfügung.

La Cipolla
16.02.2024, 06:58
Ja, wobei ich mir sehr schnell die ersten beiden Erweiterungen für 8€ oder so im Sale geholt habe, das ist ein sehr fairer Preis. ^^ Mehr werde ich eeeerstmal nicht ausgeben, denke ich.
Das Spiel ist für f2p wirklich relativ fair. Die wichtigsten Sachen (Mount & Taschen) kriegt man durch den einmaligen (günstigen!) Kauf einer Erweiterung, und danach ist es überhaupt nicht mehr aufdringlich.

Ach ja, und ich habe Voice of Cards: The Isle Dragon Roars angefangen. Ersteindruck ist überraschend gut! Ich mag die MEGAchillige Atmospäre durch Musik, Sound Design und Erzähler, die kleinen Tweaks an was eigentlich ein ernsthaft klassisches RPG ist und generell, wie sich dieses Spiel perfekt eignet, um es in einer stressigen Woche abends eine halbe Stunde zu spielen. Größter Kritikpunkt ist, dass es sehr schnell gestreckt wirkt, durch Animationen und eine hohe Rate an Zufallskämpfen, selbst bei dieser kurzen Spielzeit, und dass die niedrige Schwierigkeit (zumindest bisher) so ein eher rhythmisches Spiel nicht wirklich tragen kann. Oder vielleicht doch? Ich überlege, ob gerade das auch zum chilligen Feeling beiträgt. Hm, mal gucken. ^^

La Cipolla
29.02.2024, 16:52
Ach ja, und ich habe Voice of Cards: The Isle Dragon Roars angefangen. Ersteindruck ist überraschend gut! Ich mag die MEGAchillige Atmospäre durch Musik, Sound Design und Erzähler, die kleinen Tweaks an was eigentlich ein ernsthaft klassisches RPG ist und generell, wie sich dieses Spiel perfekt eignet, um es in einer stressigen Woche abends eine halbe Stunde zu spielen. Größter Kritikpunkt ist, dass es sehr schnell gestreckt wirkt, durch Animationen und eine hohe Rate an Zufallskämpfen, selbst bei dieser kurzen Spielzeit, und dass die niedrige Schwierigkeit (zumindest bisher) so ein eher rhythmisches Spiel nicht wirklich tragen kann. Oder vielleicht doch? Ich überlege, ob gerade das auch zum chilligen Feeling beiträgt. Hm, mal gucken. ^^
Nee.

https://cdn.cloudflare.steamstatic.com/steam/apps/1113570/capsule_616x353.jpg

Nach ein paar Stunden abgebrochen.
Im Ernst, alles oben stimmt, ich WILL dieses Spiel spielen (und mögen)! Aber es ist auch die eine Sache, die ein Spiel für mich auf keinen Fall sein darf, und zwar zunehmend langweilig.

Es hätte zwei klare Wege gegeben, das zu minimieren:

1. Tote Zeit entfernen, und zwar den ganzen verdammten Batzen. Selbst wenn das Spiel statt 15 dann nur noch 6 Stunden lang ist. Bspw.: Lächerliche Ladezeiten auf der Switch (Es ist ein Kartenspiel?!), einen Tacken zu lange Animationen, die sich mit jedem der viel zu zahlreichen Zufallskämpfe noch länger anfühlen, kein Auto Battle, eine leicht unkomfortable Steuerung und ein leicht nerviges Menü, in dem ebenfalls alles ein bisschen zu lange dauert, etc etc etc. Im Ernst, das ist alles so schmerzhaft offensichtlich ...

2. Ein IRGENDWO fordernder Schwierigkeitsgrad. Das Spiel hat wirklich Entdeckerfeeling, und wenn die Dungeons etwas Item-Management und die Kämpfe etwas Strategie gefordert hätten, würde das dem Gesamtpaket augenblicklich einen Daseinszweck geben. Teilweise wirkt es sogar so, als sei es darauf ausgelegt ...?

Und eins von beiden hätte gereicht! Entweder ein bisschen Herausforderung als Hauptreiz, oder eben ein besseres "Flutschen", damit das nette Drumherum glänzen kann. Aber so war es insgesamt leider nur frustrierend. Und nach dem, was ich von Narcissu gelesen habe, werde ich wohl auch die Nachfolger meiden.

Schade, ey.



[Token RPG]
Omori ODER Voice of Cards

ACHIEVEMENT UNLOCKED

Narcissu
29.02.2024, 17:16
Hast du gesehen, dass man die Kämpfe beschleunigen kann? Wurde erst nachträglich reingepatcht iirc, deshalb ggf. ohne Patch-Download nicht im Ursprungsspiel als Option enthalten.

Das Tempo hatte mich nämlich auch genervt und ab Teil 2 (wo ich mit der Funktion gespielt hatte) war es deshalb enorm viel komfortabler.

That being said, an der Tatsache, dass alles doch etwas unausgegoren und trivial ist, ändert sich leider nicht so viel. Finde das Spielkonzept auf dem Papier nach wie vor unheimlich cool, aber an den grundlegenden Schwächen haben sie leider auch in Teil 2 und 3 nichts geändert.

Für mich ist es in gewisser Weiser Comfort Food (mit der Beschleunigungsfunktion), deshalb würde ich auch einen vierten Teil spielen.
Aber das ändert leider nix dran, dass das alles so viel besser sein könnte, wenn man nur ein wenig an einigen entscheidenden Stellschrauben drehen würde :C

La Cipolla
10.03.2024, 00:07
Absolut, genau das. :|

Das Tempo hilft tatsächlich ein wenig, aber entscheidend war es für mich leider nicht. Auch, weil es mir immer noch zu langsam ist! ô_o
Immerhin sind sie auf Kritik eingegangen, I guess ...?

Schade, ey.





Nun ja, Zeit für flutschendere Spiele!

https://fs-prod-cdn.nintendo-europe.com/media/images/11_square_images/games_18/nintendo_switch_download_software/SQ_NSwitchDS_Dreamscaper_image500w.jpg

Dreamscaper

Ich hatte noch gar nichts von Dreamscaper gehört, als es mir vor einiger Zeit über den Weg gelaufen ist, via Bundle. Die Beschreibung war durchaus ansprechend: Ein Roguelike, in dem eine junge Frau ihre traumageschwängerten Träume durchstreift. Tagsüber gilt es, Social Links zu pflegen und sich so upzugraden. Und wenn ich ehrlich bin, habe ich letztlich nur Mittelmaß erwartet ... Nun, 55 Stunden und ein Perfect Ending später bin ich EXTREM angetan. :D Nach Hades (wo einfach nichts rankommt) dürfte das so ziemlich mein Lieblings-Roguelike sein.

https://assets.nintendo.com/image/upload/ar_16:9,b_auto:border,c_lpad/b_white/f_auto/q_auto/dpr_2.0/c_scale,w_400/ncom/software/switch/70010000024168/43ed4ff3c8b226bc713b06184c99bab38990e4f0f7833add81b94eb16216979d

Der Hauptgrund ist natürlich der Core Gameplay Loop: Komplett genretypisch, ohne große Überraschungen, allerdings perfekt aufeinander abgestimmt. Am Anfang überfordern die massiven Möglichkeiten und man haut lieber erstmal drauf, aber mit der Zeit wird die System Mastery zunehmend spürbar. Zu sterben, kann frustrieren, aber man versteht jederzeit den Grund und es gibt immer irgendwas dafür. Die Upgrades machen tatsächlich etwas aus, genau wie die Unterschiede in der Drop-Seltenheit, die Influences der Social Links usw. Man wird aber auch kaum nach drei Runs ans Ende kommen, weil man einfach mal Glück hatte, dafür braucht es schon einiges an Verständnis (und so einige Upgrades). Die Runs haben generell eine tolle Balance aus Zufall, gewichtigen Entscheidungen und hin und wieder einer angenehm überpowerten Kombo. Generell fühlt sich Dreamscaper einfach nur gut an, und DAS ist das, was mich hat zurückkommen lassen, auch nach dem ersten erfolgreichen Run – der Stelle, an der ich die meisten mittelmäßigeren Roguelikes beende.
Wenn ich spielerisch einen Kritikpunkt habe, dann ist es die Power-Kurve, die man für mich um, hm, 10-20% hätte anziehen können. 45h statt 55h hätten es auch getan.

Oder ...?

https://www.gameinformer.com/sites/default/files/styles/body_default/public/2021/08/13/ba9054d8/dream1.jpg

Der Handlungsrahmen von Dreamscaper ist gut. Nicht unbedingt herausragend, aber definitiv passend zum Gameplay. Es gibt eine eher implizite, eher psychologische Story, die durch Erinnerungsfetzen und environmental Storytelling offenbart wird. Die Level sind anfangs bodenständig und später zunehmend surreal, düster. Die Atmosphäre passt generell zum (Alp-)Traumhaften, und die Herausforderungen einer psychischen Krise spiegeln sich toll im Scheitern, in der Wiederholung des Gameplays wieder, und natürlich in zahlreichen Bossgegnern, Items und Fähigkeiten. (Random Hot Take: Videospielstudios sind wirklich massiv auf die ludonarrativen Möglichkeiten des Roguelikes angesprungen, nicht wahr? :D Viele schöne Beispiele!) Daher – und weil es WIRKLICH Spaß macht! – nehme ich auch gerne eine längere Spielzeit in Kauf, einschließlich des perfekten Endings.
Der schwächste Part sind die Dialoge. Das Writing ist voll in Ordnung, aber über die Entscheidung, den Leuten "die Gesichter zu nehmen", kann man sich streiten; sie hat einerseits etwas durchaus Traumhaftes, andererseits fiel es mir durch den ganzen Minimalismus relativ schwer, sich wirklich auf die NSCs einzulassen, gerade nach dem Stress eines gescheiterten Runs. Ich habe mich definitiv dabei erwischt, die eine oder andere Zeile wegzudrücken. Allerdings ... ist das okay? Ich hätte mehr Energie und knackigere Dialoge passender gefunden, aber das Spiel funktioniert auch so ganz hervorragend.

Also ja, letztlich eine nette Überraschung, die ich allen Roguelike-Fans wärmstens ans Herz legen kann! =3





Und noch eine Kleinigkeit!

Mini Metro

https://play-lh.googleusercontent.com/KjwvJ92fBbUYPbfF-FfPJ9Sjafpv3Ym2I7r_BYujyBxWdrvzYRSnmqi7reGoayH4Wy0=w526-h296-rw

Macht euch das an? Findet ihr das geil? Dann ist Mini Metro das Spiel für euch!

Besonders toll fand ich, wie viel Wissen (oder mehr noch: Erfahrung! Intuition?) aus realer Infrastruktur man mit einbringen kann, um erfolgreich zu sein. Endlich profitiere ich mal davon, jahrelang in viel zu vielen Städten viel zu viele öffentliche Verkehrsmittel benutzt zu haben! :p

Also ja, letztlich hatte ich einen Nachmittag meinen Spaß damit, dann hat es auch gereicht. :D

La Cipolla
17.03.2024, 23:33
Battle Chef Brigade

Einer dieser ganz seltsamen Fälle: Wirklich tolles Spiel, großartiges Design, spaßiger Genre-Mix, coole Figuren, absurd aufwändig gemacht und megasympathisch ... aber ich hab es dann doch recht schnell abgebrochen. Ich glaube, es triggert einfach zu sehr mein "Ich könnte auch etwas anderes spielen ..."? Zumal das Gameplay zwar Match-3 ist, aber nicht den Endlosreiz dieses Genres bedient. Und als cozy Story-Spiel konnte es mich auch nicht catchen, zumal es (behutsame) Zeitlimits gibt. Weirder Effekt, tolles Spiel.

Also trotzdem vollste Empfehlung? ^_~

https://image.api.playstation.com/cdn/EP0149/CUSA07233_00/usZamgVRmethmrGtA765VkgRGy73pNZ7.png?w=440





Panzer Dragoon

Neben Sakura Wars ist Panzer Dragoon die zweite Saturn-Serie, für die ich eine Menge Nostalgie mitbringe ... aber nur "auf Entfernung"? Und das wird jetzt geändert! (Allerdings am PC, duh.)
Wir beginnen mit Teil 1, anno 1995.

Ohne allzu großen Kontext überlässt uns ein sterbender Drachenreiter sein Getier, auf dass wir einen feindlichen Drachen daran hindern mögen, einen geheimnisvollen Techno-Turm zu erreichen. Mehr wird nicht erklärt, und viel mehr passiert auch nicht; das Spiel ist genau diese Jagd.

https://i.ibb.co/P1G9SyG/panzer-lvl01.gif

Und ja, Teil 1 ist ... ein erster Teil! Es ist ein Rail Shooter mit ambitionierten Ideen und beeindruckender Technik (für damals), so "High Concept" wie ein Videospiel in den 90ern überhaupt nur sein konnte, und in vielerlei Hinsicht noch sehr experimentell, sehr ungeschliffen. Zweifelsohne kann es schon faszinieren, aber seitdem ist halt auch eine Menge passiert.

Besonders auffällig ist, wie fucking arcade-ig Panzer Dragoon aus heutiger Sicht herüberkommt. Wenn man es nicht besser wüsste, würde man vermuten, das Gameplay wolle einem allen voran die Credits aus der Tasche ziehen. Und so sehr das Spiel seiner Zeit voraus war, so sehr leidet es leider auch unter dieser Zeit: Grafik und Zwischensequenzen sind gewöhnungsbedürftig, klar, aber am auffälligsten ist die Steuerung. Der Saturn hatte nun mal noch keine Analogsticks und auch nur ein Steuerkreuz. Man zielt also mit denselben Bewegungen, mit denen man auch ausweicht, und das ist anno 2024 ein WILDES Konzept. Wenn man erstmal drin ist, geht es schon irgendwie, aber wirklich 100% habe ich das Ausweichen bis zum Ende nicht verstanden. Und ich könnte mir ehrlich gesagt zu genau 0% vorstellen, dieses Spiel heute noch ohne eine Speicherfunktion durchzuspielen ...!

Aber warum wirkt dieses Spiel dann immer noch irgendwie? Zum Einen ist das Gesamtkonzept durchaus einnehmend, der Rausch des Fliegens wird gut eingefangen und die fetten Salven, die man (à la Mecha-Anime) auf markierte Gegner loslässt, sind durchaus befriedigend. WIRKLICH cool ist aber eigentlich nur das Drumherum: Der Soundtrack hat ein paar Höhepunkte, gerade in seiner Einbindung in die gescriptete Inszenierung. Er passt allerdings auch zu diesem ungewohnt fokussierten, ernsthaft exotischen Setting! Das zeigt eine (Post-?)Postapokalypse, die sich bei arabischen Kulturen bedient, bei Dune und bei Mœbius, und dabei selbst den namensgebenden Drachen einen ganz eigenen Geschmack verpasst. Sogar das Charakterdesign wirkt eigen, und eine eigene Sprache gibt es auch noch. Und DAS hat Strahlkraft, das hat mich damals in den Bann gezogen und tut es auch heute noch. Am deutlichsten habe ich das übrigens im Abspann gemerkt, der die großartigen Concept Arts zeigt – die haben mir ehrlich gesagt besser gefallen als das Spiel selbst. ;D Glücklicherweise war ich da aber nicht der einzige, denn Teil 2 und Panzer Dragoon Saga zehren offenbar sehr von alledem.

https://i.pinimg.com/736x/ce/ef/cf/ceefcfb814438fe1fb07941319c61f15.jpg

Abschließend muss ich sagen, die paar Stunden waren es auf jeden Fall wert, zumindest mit Speicherfunktion und auch wenn das Spiel durchaus gealtert ist.
Ich weiß, dass es auch ein Remake gibt, aber das habe ich noch nicht ausprobiert. (Es kostet allerdings gerade mal 2€ im Sale?!) Panzer Dragoon Orta als einziger "moderner" Ableger auf der ersten XBox ist leider nur noch mit einem gewissen Hin und Her zu spielen. Insofern freue ich mich erstmal auf die restlichen Saturn-Teile! ^__^





Ich sitze jetzt übrigens an Vagrant Story und bin nach einem behäbigen Start durchaus eingenommen ... Mal sehen, ob ich es diesmal tatsächlich durchkriege. Es hilft auf jeden Fall, mit den richtigen Erwartungen heranzugehen, denn meine Fresse, ist das ein eigenes Ding! :D

~Jack~
18.03.2024, 00:07
Abschließend muss ich sagen, die paar Stunden waren es auf jeden Fall wert, zumindest mit Speicherfunktion und auch wenn das Spiel durchaus gealtert ist.
Ich weiß, dass es auch ein Remake gibt, aber das habe ich noch nicht ausprobiert. (Es kostet allerdings gerade mal 2€ im Sale?!)

Mehr als 2€ würde ich für das Spiel vermutlich auch nicht zahlen. Weil das Remake macht zwar durchaus Spaß und wurde in Sachen Grafik gut aufpoliert, nach knapp einer Stunde war ich allerdings schon durch. Und auf Normal fand ich das so simpel, dass ich nur ein einziges Mal gestorben bin.
Für Achievements kann man natürlich noch ein paar Stunden investieren, aber nachdem ich mir die Liste angesehen habe dachte ich ... Nope!

https://i.imgur.com/26DrS9h.jpeg

La Cipolla
18.03.2024, 15:18
Warum tut man sowas als Entwickler? xD Toll.
Ich werde das Remake wahrscheinlich auch zeitnah spielen, um den direkten Vergleich zu haben. Mit 1-2 Stunden Spielzeit ist das machbar. ^^
Der erste Teil hat THEORETISCH eine ähnliche Spielzeit, aber zumindest ich habe durch den massiven Schwierigkeitsgrad deutlich länger gebraucht. Pseudo-Arcade-Spiel halt! Ich nehme stark an, das Remake wurde da deutlich runtergedreht, oder die moderne Steuerung macht den Unterschied. ^_~

Und ich muss mich korrigieren: Auf den neueren Xboxen läuft Panzer Dragoon Orta wohl einwandfrei! (Die 360 hatte da ein fettes Problem.) Diese Konsolen besitze ich zwar nicht, aber immerhin ist das Spiel aktuell wieder spielbar! o/ Und übrigens auch für 10€ im Xbox-Store.

La Cipolla
01.04.2024, 00:25
Aus Motivationsgründen nur ein paar schnelle Texte!
Momentan breche ich auch immer mal Sachen ab und fühle mich nur bedingt schlecht dabei. ^__~





Vagrant Story

Ja, es war wieder Zeit für den PSX-Bildschirm auf dem Sofa! :D

https://cdn.mobygames.com/339b20b0-aba7-11ed-a519-02420a00019d.webp

Ich erinnere mich gerade, dass sie hier auf dem Cover mich damals sehr mitgenommen hat ... xD Berechtigterweise! Was für ein Bild, auch wenn ich bis heute nicht KOMPLETT sicher bin, wem die zweite Strähne gehört ...!!

Hm, ich WOLLTE es wirklich mögen, und nach den ersten, sehr holprigen Stunden hat es auch erstmal funktioniert! Tatsächlich hat es rückblickend fast schon so ein gewisses Soulslike-Feeling, nicht zuletzt durch die Atmosphäre, das World Building und Core Story des einsamen Kämpfers in einer fremdartigen Stadt. ^^ Die Story ist auch interessant, mysteriös und speziell die Inszenierung hat etwas sehr Besonderes, mit einer dynamischen Kamera und coolen Perspektivwechseln. Sogar das Charakterdesign ist positiv speziell. Das Problem ist: Das Spielsystem ist ebenfalls SEHR eigen (was erstmal was hat!), aber es ist auch anstrengend und wird durch System Mastery nicht wirklich weniger anstrengend. Man wechselt ständig Waffen, muss unintuitive Stats überprüfen und das Spiel am besten gleich mehrmals durchspielen. Das ist alles nicht meins, und nach ~10h, wenn die schwierigeren Kämpfe kommen und man viel backtracken und wiederholen müsste, mit Ladezeiten, nerviger Kamera und laaaangsamem Shit, habe ich es dann gelassen. Einen Reiz hat es trotz allem und ich bereue nicht, es noch mal richtig versucht zu haben! Vielleicht gucke ich die Story noch auf Youtube fertig.

Und letztlich: Weirde deutsche Übersetzung ... Die Dialoge gehen voll klar, aber die Fachbegriffe und die Menüs sind seltsamster Unsinn. Habe ich in dieser Mischung auch noch nicht erlebt! xD'

Empfehlung, wenn man Geduld und Bock auf etwas Eigenes hat ...?



[Controversial Classics]
Hellblade ODER Vagrant Story

ACHIEVEMENT UNLOCKED





Cultist Simulator

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/5/52/Cultist_simulator_cover.png

Ist halt ein Simulator. :D Streckenweise überraschend gut geschrieben, aber sonst extrem minimalistisch, hat nicht mal wirklich Artwork. Insgesamt weniger, hm, ironisch als ich bei dem Titel erwartet hätte? Cultisten werden hier weirdly ernst genommen. xD Und wie bei allen Simulatoren: Ich liebe es, am Anfang ins System zu kommen, aber sobald es wirklich komplex wird, bin ich eher raus. So auch hier passiert, nach etwa 15h.

Gut, um nebenbei Videos zu gucken!





Jetzt spiele ich erstmal Final Fantasy I in der Origins-Version für die PSX. (Was sind das für Preise für die Pixel Remakes?! O_o) Echt nice, solange man nebenbei irgendwas gucken kann!

Katii
03.04.2024, 18:42
Ist Vagrant Story nicht das Spiel, das in der gleichen Welt wie Final Fantasy XII spielt? Hast du davon was gemerkt (also falls du FFXII je gespielt hattest)

La Cipolla
04.04.2024, 16:09
Also, ich habe von den älteren Ivalice-Spielen ja einiges gespielt, aber wenn ich ehrlich bin, fand ich die Zusammenhänge da immer schon eher drittrangig. Vagrant Story scheint noch mal einen drauf zu setzen, weil es scheinbar (?) einen harten Zeitsprung gibt. Nicht-menschliche Rassen fehlen bspw. vollständig. Vielleicht ist es aber interessanter, wenn man sich so richtig hardcore mit dem Setting beschäftigt!

Winyett Grayanus
05.04.2024, 16:24
Ich mag Vagrant Story ja gern, verstehe es aber total, wenn man es als "eigen" bezeichnet. Für mich haben Handlung, Atmosphäre und das gelungene Design immer die schwierigeren Elemente mitgetragen, ich würde aber auf jeden Fall empfehlen, dieses Risk-Meter früher und später auszuschalten (Cheat-CD ;)); das fand ich irgendwann jedenfalls auch nur noch nervig und es hat viele Stellen künstlich erschwert.
Ich fände es aber super, wenn man davon nochmal etwas hören würde; zumindest Gerüchte gab es zuletzt ja und es sind ja einige ältere Spiele leicht überarbeitet neu aufgelegt worden und etwas weniger Pixel und mehr Komfort würden dem Spiel echt guttun.

La Cipolla
05.04.2024, 19:30
Ich glaube, für mich müsste das Spiel auf die veränderlichen Stats der Ausrüstung verzichten, damit konnte ich subjektiv GAR nix anfangen. @_q'' (Dann wäre es aber auch nicht mehr dieses Spiel. ;D)

Einem Remaster o.ä. gegenüber wäre ich vorsichtig skeptisch, denn du hast absolut recht, dass das Drumherum hier das Spielsystem trägt. Und ich finde, diese spezifische Optik macht da ganz viel für aus? ThorHighheels hat das hier ziemlich hervorragend eingefangen.


https://www.youtube.com/watch?v=8n9c51-vR-s

Sylverthas
06.04.2024, 18:56
Vagrant Story hab ich auch immer nur den Anfang gespielt. Die Atmosphäre hat mir zwar total gefallen, aber das Kämpfen war mir zu viel und zu träge. Und auch die Verbindungen zu Ivalice was mittlerweile irgendwie quer überall verwurstet wird (ich meine, Rabanastre, Dalmasca, etc. sind auch ein Teil der FF XIV Welt, aber da natürlich das komplett anderes ^^), hat mich nie so komplett überzeugt. Ich habs mehrmals begonnen und wollte es wirklich mögen, aber konnte es nie sonderlich weit schaffen. Schade, weils irgendwie nen durchaus interessanten Eindruck hinterlassen hat und auch eines der Games ist, dass im Gedächtnis geblieben sind, obwohl ichs nie sonderlich weit gezockt habe. Naja, irgendwann vielleicht mal? :D

La Cipolla
07.05.2024, 15:31
Naja, irgendwann vielleicht mal? :D
So ging es mir seit 15 Jahren, und eeey, jetzt hab ich's probiert. :D





Für Panzer Dragoon Zwei nehme ich mir etwas mehr Zeit, zu Final Fantasy I Origins schreibe ich, wenn ich das Pixel Remaster durch habe, an Breath of Fire IV und Tokyo Mirage Sessions spiele ich gerade noch parallel, aber bis dahin ... erstmal zwei Einträge aus der Abbruchkiste! o/


Zoeti

https://images.gog-statics.com/2a0e3bff0765412f768e489407c48d9fcab7df0cfb74cf105d05a4cabcc1fdd4_product_card_v2_mobile_slider_639.jpg

Auf Humble gab es ein cooles Bundle mit Roguelights, und das hier war einer der Vielleicht?-Titel. Ist letztlich aber doch ein Eher-nicht!-Titel. ^^ Spaß macht es, die Grundmechanismen wirken, aber es hat spielerisch auch nur sehr wenig Auffälliges zu bieten, zumindest in einem Genre, das schon so hart auf die Spitze getrieben wurde. Größter Pluspunkt ist das bunte Fantasy-Anime-Setting mit seinem stückweisen Storytelling. Erinnert fast ein wenig an einen Gacha-Titel, im positiven Sinne? Außerdem nette Figuren, aber halt alles im Hintergrund.
Bin recht weit gekommen, aber war mir trotzdem nicht ganz genug, lieber erstmal die dickeren Sachen im Genre spielen!


Shelter

https://images.gog-statics.com/2bf21d43ecd1a362f5a07140c3d278001a0e817752d13e39525a8289eaa3035d_product_card_v2_mobile_slider_639.jpg

Wir sind eine Dachsmama und müssen unsere Babies durch diverse 3D-Level lotsen. Ich dachte, es wäre ein Survival-Spiel, aber praktisch ist es eher so ein Geschicklichkeitsding. Die Mechanismen darf man selbst herausfinden und wirklich transparent sind sie dann immer noch nicht. Hat mich hier und da frustriert, aber vor allem: Es hat mir wenige Gründe gegeben, um weiterzuspielen. Da breche ich auch schon mal ein 2h-Spiel nach der Hälfte ab! :p Unbedingt positiv zu erwähnen sind das tolle Design und die knuffigen Dachse.
Seichte Empfehlung, wenn einen die Idee anspricht? Ist halt auch schnell durch.


Und dann ist da noch ...

Balatro

https://cdn.akamai.steamstatic.com/steam/apps/2379780/capsule_616x353.jpg?t=1713537191

... inzwischen bei 50h. Und ich muss mir bei jeder Session eine feste Uhrzeit setzen, um nicht vier Stunden vor dem PC zu sitzen. Ô.Ô Also ja, absolut suchterzeugend mit einer wahnsinnigen Spieltiefe, vor allem wenn man sowieso schon was für Poker übrig hat. Besonders krass finde ich, wie gut hier alles zusammenspielt. Der Zufallsfaktor scheint perfekt, die ganzen freischaltbaren Sachen motivieren, die Schwierigkeitsgrade sind cool und selbst so unauffällige Dinge wie das Interface tragen 100% dazu bei, dass es praktisch ein perfektes "Neben-dem-Videogucken-Spiel" geworden ist! Und das Ganze mit 50 MB und absolut minimalistischen Grundregeln. THIS IS GAME DESIGN ^^

https://www.mmoga.net/images/screenshots/_p/1616973/cde0bcb3b83a5c8795d64ce8a1fd2653_balatro.jpg

Ich würde mehr darüber schreiben, vielleicht über die einprägsamen Momente und die irren Runs, die zwischen irgendwelchen überraschenden Kombos entstehen können, oder über die Sprünge, die das Hirn von einem Moment zum nächsten (und zum nächsten Run!) schaffen muss, oder über die kleinen, großartigen Serotonin-Momente, die Foil-Karten oder passende Glücksfälle verursachen ... aber letztlich wird man wahrscheinlich nach 20 Minuten wissen, ob dieses Spiel nichts für einen ist, ein bisschen was oder das halbe Leben für die nächsten Wochen. xD
Ausprobieren! Selbst wenn man nur überlegt, ob es etwas sein könnte. =D

Narcissu
07.05.2024, 15:50
21600 Multiplikator, geil xD

Drei der Joker habe ich tatsächlich noch nie gesehen~

La Cipolla
07.05.2024, 15:56
Das Bild ist glaub ich von Steam, aber meine beste Hand bisher hatte irgendwas bei 800.000.000 Chips. XD Und ich bin mir SICHER, die richtigen Cracks lachen da drüber. :D
Ich bin ja gespannt, ob ich Ante 12 irgendwann noch schaffe, da hatte ich bisher noch keine echte Chance. (Bis 11 komme ich regelmäßig, wenn der Run läuft.)

one-cool
09.05.2024, 07:40
Balearen sieht genial aus.
Hat das ne Story?

La Cipolla
09.05.2024, 08:43
Nein :D Nicht mal als Alibi.

one-cool
09.05.2024, 13:30
Also sowas wie slay the spire?

La Cipolla
09.05.2024, 16:36
Es ist praktisch wirklich ein Kartenspiel, man verkörpert nicht mal einen Charakter oder sowas. Aber genau, halt mit den Mechanismen eines Deckbuilder Roguelikes, weil man das Poker-Deck zunehmend verändert und versucht, möglichst weit zu kommen, indem man möglichst viele Punkte abräumt.

La Cipolla
24.05.2024, 10:49
https://i.ebayimg.com/images/g/dTUAAOSwmltkOJWT/s-l1600.jpg

Panzer Dragoon II Zwei

Ja, das ist der Name. :p *chef's kiss*

Und ich sage direkt: Der zweite Teil war eine weirde Erfahrung. Sie haben objektiv einiges verbessert, was im ersten nervig war ... und dabei leider das faszinierende Gesamtbild verwässert?

Beginnend mit dem Gameplay ist das erste Opfer die geradlinige "Do-or-Die!"-Arcade-Mentalität des Vorgängers: Vielleicht liegt es an der Erfahrung, die ich diesmal mitgebracht habe, aber die ersten Level waren im direkten Vergleich fast schon lächerlich einfach. Nach hinten hin zieht der Schwierigkeitsgrad zwar wieder an, aber ehrlich gesagt hätte ich Teil II wohl auch ohne die Speicherfunktion durchgekriegt. Und das wäre eigentlich voll okay, zumal es sich durchaus fordernd anfühlt; aber der Vergleich mit dem Vorgänger hinterlässt einen ernsthaft komischen Nachgeschmack.
Die Grundmechanismen funktionieren trotz allem durchgängig besser, von Bewegung und Ausweichen über die Gegner und die Zielmechanismen bis hin zu vielen netten Kleinigkeiten, die einfach zu einem funktionaleren Spiel beitragen. Es büßt nur alles etwas Charakter ein, gerade auch durch dieses Streamlining.
Die Spielzeit kommt dementsprechend auch nicht mehr vom ständigen Sterben durch allerlei Seltsamkeiten, die es zu durchschauen gilt, sondern durch diverse Weggabelungen: Einmal im wörtlichen Sinne, als zu entdeckende Pfade in den Levels, und einmal durch verschiedene Entwicklungen des Drachens. Das ist nett, und der Entdeckerdrang wird durchaus angesprochen, aber auch hier: Erwartungen.
Zudem wirken manche Levels und Bosse ein bisschen beliebig, als wäre man über eine weniger ausgebaute Abkürzung oder ein abgelehntes Proof of Concept gestolpert.

https://www.segasaturnshiro.com/wp-content/uploads/2021/03/ezgif.com-optimize1-1.gif

Der größte Pluspunkt des Vorgängers war allerdings sowieso die Mischung aus Setting, Präsentation und mysteriöser Gesamtmentalität. Und obwohl das alles noch irgendwo da ist, geht Teil II ETWAS mehr in die Inszenierung, erklärt ein PAAR zusätzliche Story-Details mit ein WENIG mehr Text, zeigt uns das weirde Gesicht der Hauptfigur ein PAARMAL zu oft ... und ja, all das trägt irgendwie nicht zu einem besseren Gesamterlebnis bei. Ich könnte zwar am Ende immer noch nicht sagen, was zum Fick da gerade passiert ist, auch mit mehreren Endings und Internet-Erklärungen nicht, aber während sich Teil I beinah wie eine in sich geschlossene Kurzgeschichte angefühlt hat, die eine klare Interpretation impliziert und eher in ihren Hintergründen geheimnisvoll ist, wirkt hier alles ein bisschen größer, gewollter und dadurch letztlich normaler. Hm.
Die Musik funktioniert aber immer noch!

https://www.segasaturnshiro.com/wp-content/uploads/2021/03/ezgif.com-optimize5.gif

Und wenn das jetzt sehr negativ klingt: Ja, schon. Teil I mochte ich nicht, weil er megageil war (Hölle, nein! xD), sondern weil ihm trotz seiner Mängel gelingt, etwas Besonderes, Bleibendes aufzubauen. Teil II fühlt sich halt wie ein Sequel an, das besser sein möchte ... und das verschiebt meinen Fokus in Richtungen, die ich deutlich weniger ansprechend finde.
Panzer Dragoon Orta hat es Jahre später dann übrigens geschafft, diese Dinge zusammenzubringen.

Insofern bin ich jetzt auch wieder ein bisschen skeptisch gegenüber Panzer Dragoon Saga, aber mal schauen! =D

La Cipolla
10.06.2024, 10:12
https://i.ytimg.com/vi/-e3RVfG2ObU/hq720.jpg?sqp=-oaymwEhCK4FEIIDSFryq4qpAxMIARUAAAAAGAElAADIQj0AgKJD&rs=AOn4CLAYN8ZUhT90m7RSb6vxEtbJvC0xDw


Tokyo Mirage Sessions #FE Encore

Fun Fact: Der Name dieses Spiels hat FÜNF Wörter, und wenn man nicht sowieso schon weiß, was es ist, sagt nur EINS dieser Wörter irgendetwas Greifbares über das Spiel aus. Das ist noch nicht ganz das Niveau von "Guilty Gear XX Accent Core Plus R", aber wir sind auch nicht allzu weit davon entfernt.

Äh, ja, Tokyo Mirage Sessions #FE! :D
Von Atlus, ursprünglich für die Wii U erschienen, als "Encore" Neuauflage aber auch für die Switch.
Tsubasa möchte singen, ein richtiges Idol werden, in der Unterhaltungsindustrie von Tokyo. (Da ist das eine Wort!) Ihr Weißbrotkindheitsfreund Itsuki – selbstverständlich unser Spielercharakter – hilft dabei. Allerdings läuft wenig wie geplant, als Portale in eine andere Welt erscheinen. Deren monströse Einwohner, die namensgebenden Mirages, dürsten nach "Performa", der künstlerischen Energie der diesseitigen Menschen, und übernehmen dafür auch ihre Körper. Glücklicherweise gibt es auch freundlichere Mirages, und tatsächlich verwandeln zwei davon Itsuki und Tsubasa in Fantasy-esque Kriegergestalten. Nachdem ein besessener Moderator aus dem ersten Dungeon gekickt wurde, werden unsere Protagonisten praktisch sofort von einer Idol-Agentur für Mirage Masters gescoutet. Und so beginnt das eigentliche Spiel: Dungeons säubern. Mirage Master rekrutieren. Monster exorzieren. Musik-Videos gucken. Idols werden!


Ein wildes Konzept

Tokyo Mirage Sessions ist im Kern ein Shin Megami Tensei. Die Dungeons und die rundenbasierten Kämpfe sind bekannt, Items und Zauber sorgen für ein heimisches Gefühl. Die ikonischen Dämonen fehlen und werden durch deutlich weniger ikonisches Mirages ersetzt, praktisch Charaktere aus den Fire-Emblem-Spielen. "Trugbild" ist hier aber eine durchaus faire Bezeichnung, denn die meisten sind auf die klischeehaftesten Charaktergrundlagen reduziert, nur hier und da kommen ein Konflikt oder ein Funken Entwicklung durch. Ich sage einfach mal, man sollte dieses Spiel auf KEINEN fucking Fall für das "#FE" spielen. Selbst Gameplay-technisch überlebt da so ziemlich gar nichts, abgesehen vielleicht vom Schere-Stein-Papier der Waffentypen. Und wenn es später relevant für die Story wird, ist das nicht unbedingt etwas Gutes ...
Ein sehr viel wichtigerer Teil des Gesamtkonzepts ist die japanische Idol-Kultur. Die liefert nicht nur Setting, Vokabular und Ästhetik, sie zieht sich auch durch die Konzeption des Spiels: Jedes Kapitel fokussiert sich auf ein Medium, jeder Charakter ist ein Entertainer, jeder Boss eine Schreckgestalt der Industrie und jede Nebenquest dreht sich um irgendwelchen Idol-Shit. Es gibt dutzende farbenfrohe Kostüme und ein nicht zu unterschätzender Teil des Budgets dürfte in komplett durchproduzierte (!) Anime-Musikvideos gegangen sein, deren Lieder auch tatsächlich cool und professionell klingen ... zumindest wenn man Idol-Musik mag. Selbst die Eigenheiten des Kampfsystems spiegeln diese Konzeption, allem voran durch die "Sessions", in denen die halbe Gruppe mitmobbt, sobald man die Schwäche eines Gegners ausnutzt.
Und das muss man mögen! Wenn man den Idol-Kram abkann oder vielleicht sogar eine schwelende Faszination dafür mitbringt (wie ich!), ist es eine ulkige, dynamische Mischung. Wenn nicht, kratzt man sich wahrscheinlich nach ein paar Spielstunden das Gesicht aus dem Kopf.

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Ein dummes Spiel

Anfangs musste ich an Oshi no Ko denken, einen Manga, der eine MENGE Faszination für Idols hat, sich aber auch nicht vor den düsteren Seite dieser Industrie verschließt; oder an Persona 4 Dancing, einen eher lockeren Shin-Megami-Tensei-Ableger mit ähnlicher Thematik! Nach ein paar Stunden wird aber klar: Beide Vergleiche sind vollkommen unangebracht. Denn obwohl es schon in der Teilüberschrift steht, möchte ich es noch einmal in einem vollständigen Satz ausformulieren: Tokyo Mirage Session ist ein ungemein dummes Spiel. Saudumm. Dumm wie Brot!
Vor allem inhaltlich. Ich habe selten ein 40+Stunden-Spiel erlebt, das sich so hingabevoll mit den simpelsten Klischees zufriedengibt, das sein Hauptthema dermaßen naiv betrachtet. Selten ein so GÄHNENDES Pacing, mit einem so uninspirierten Wechsel von oberflächlichem Charakterzeug zu einem gewaltigen Story-Drop in den letzten Stunden. Und vor allem selten eine Hauptstory, die so sehr ... gar nichts war. Dumm eben. Nicht mal hauptsächlich trashig-dumm, auf eine unterhaltsame Art und Weise? Eher die Art von dumm, die entsteht, weil man keinerlei Ansprüche hat, sondern sich mit dem Bodensatz des Möglichen zufriedengibt. Oh, und selten Twists, die mir so vollkommen egal waren.
Teilweise wirkt das Ganze sogar intentional, als hätte man hier ein "Shin Megami Tensei for Kids" machen wollen. ("Es ist schließlich Nintendo-exklusiv!" ...?) Aber dann, in der nächsten Szene, passiert wieder irgendwas Düsteres oder Mega-Fragwürdiges. (Jiggelnde Teenager-Brüste galore!) Und Jüngere sind jetzt auch nicht die Hauptzielgruppe für Fire Emblem, behaupte ich mal. Selbst die Spielsysteme sind anfangs sehr viel lockerer, als man von der Reihe gewohnt ist, und zumindest auf den niedrigeren Schwierigkeitsgraden gibt es auch nicht viel zu befürchten. Man kann viele Gedanken ins Spielsystem stecken, muss aber nicht.
Insofern: Ich weiß nicht, ob das wirklich der Plan war, aber vor allem weiß ich nicht, ob er aufgehen würde. Dafür müsste ich vielleicht noch mal 14, notgeil und dumm wie Brot sein.

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Ein großer Spaß

... und trotzdem habe ich nicht ein einziges Mal ernsthaft darüber nachgedacht, dieses Spiel abzubrechen! Es macht am Ende des Tages einfach so richtig Spaß. :D
Die Figuren sind simplistisch, aber unterhaltsam (manche auch sympathisch!), die Gruppe wächst nett zusammen und die kleinen Stories sind okaye Kost für zwischendurch, ein bisschen Würze inmitten der Dungeons. Ein positiver Trash-Faktor ist natürlich auch mit drin, gerade in der kopfschüttelnden Obskurität der Musikvideos und der rückhaltlosen Exploitation auf mehreren Ebenen. Charaktere wie Tsubasa und Barry (What the fuck?) nerven irgendwann weniger, als dass sie zum Schmunzeln bringen. Ich würde nicht so weit gehen, diesen Unterhaltungsfaktor mit der Dummheit selbst zu erklären, denn man HÄTTE vieles hier interessanter machen können, ohne etwas zu verlieren, aber netten Trash gibt es eben auch noch. Und Idols sind nun mal, aller Fragwürdigkeiten zum Trotz, wahnsinnig unterhaltsam. Ich meine, DAS ist der Punkt des Spiels, wenn es denn einen hat! 8D
Das Hauptargument ist aber definitiv das Kampf- und Charaktersystem in Kombination mit den Dungeons. Denn als jemand, der inzwischen so einige Shin Megami Tenseis (und Spin-Offs) durchgespielt oder abgebrochen hat: Wenn man es klassisch und unaufgeregt mag, ist das hier definitiv eine der besten Varianten! Etwa nach der Hälfte eröffnen sich plötzlich rabiat komplexere Möglichkeiten, die Charaktere zu leveln, mit ein paar tatsächlichen Entscheidungen, und die System Mastery fühlt sich ernsthaft gut an. Auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad trifft das Spiel außerdem die – für Fortgeschrittene – perfekte Mischung aus chilligem Grinden, schwieriger werdenden Rätseln (mit Höhepunkten!) und ein paar durchaus knackigen Bosskämpfen zwischendurch. Man hat auch die Möglichkeit, in kürzester Zeit massiv zu leveln, aber diese Extra-Locations sind eindeutig gekennzeichnet und mit einer entsprechenden Warnung versehen. Vorbildlich!

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Also ja, abschließend muss ich sagen: Leider geil! =D
Man muss halt mit dem Idol-Bullshit klarkommen – der auch gleichzeitig einen großen Teil des Reizes ausmacht! –, und man darf HÖLLE NOCH MAL nicht aus Versehen den Kopf anschalten. Aber solange das funktioniert, ist Tokyo Mirage Sessions eins der besten SMTs, die ich bisher gespielt habe. Dicke Empfehlung mit warnendem Sternchen!

Kael
10.06.2024, 10:36
Ich fand das Spiel ja ziemlich witzig (oder eher quirlig?!), aber wie du schon richtig sagst - den Kopf muss man dabei wahrscheinlich auch ausschalten können, gerade bei Tsubasa und ihrer Entwicklung innerhalb der Story. Ich weiß nicht mal mehr, wo für sie gut war, abgesehen davon, dass Maiko sie halt unbedingt zum Idol machen will und sie dafür trainiert. Weil du aber nochmal Barry ansprichst: Ich fand den ja klasse. :D Die Szene, wo er sich vor Mamori beweisen will, Hals über Kopf in einen Dungeon rennt, noch richtig großkotzig daher kommt ... und dann gerettet werden muss. Köstlich.

Das Gameplay selbst empfand ich aber auch als ziemlich stimmig, muss ich sagen (ging gut in Einklang mit der Story einher) und die Dungeons waren eher auf der besseren Seite des Spektrums aller Dungeons, die ich jemals gesehen habe.

Also ja: Kann man spielen. Sollte man spielen. Vielleicht nur dann nicht, wenn man mit dem Idol-Gedöns überhaupt nix anfangen kann. :D

EDIT: Ich hab noch ein "Best of Barry" hier herumliegen (viel ist's aber nicht, ca. 4-6 Screenshots). Kann nicht sagen, ob ich den witzig oder eben nur falsch finde, bei dem, was er von sich gibt. :D

La Cipolla
25.06.2024, 19:39
Ich hab noch ein "Best of Barry" hier herumliegen (viel ist's aber nicht, ca. 4-6 Screenshots). Kann nicht sagen, ob ich den witzig oder eben nur falsch finde, bei dem, was er von sich gibt. :D
Und genau das ist sein Reiz ...! Wirf es ruhig hier rein, wenn du nichts mehr damit vorhast! xD





Nun zu einer positiven Überraschung aus dem Nichts!

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Moonring

Ein neon-Ultima-esques West-RPG ... for FREE?!

Moonring hat einen eher geruhsamen Start (die ersten paar Stunden), aber wenn sich die Welt öffnet und die Systeme langsam verständlich werden, stellt sich ein echtes Erkundungsgefühl ein! Lore und Setting sind ziemlich faszinierend, und besonders in den Relic Dungeons kann selbst das simple Kampfsystem von Zeit zu Zeit glänzen. Zwar lässt sich jede einzelne Mechanik kinderleicht brechen, aber auch das passt zur Offenheit des Ganzen.

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Ein Punkt, der in Richtung Kritik geht: Für mich zieht sich Moonring ein wenig zu lang. Für die Tiefe der Relic Dungeons hätte ich nicht 5 davon gebraucht, und nachdem ich die meisten Geheimnisse des Settings entdeckt habe, fehlt mir auch die Motivation, die letzten Dungeons oder die Geschichte zu beenden. Aber das ist in Ordnung ...? Hier geht es wirklich mehr um das Abenteuer als um eine perfekt abgeschlossene Handlung.

Kurz gesagt: Dieses Spiel ist ziemlich einzigartig im modernen West-RPG-Bereich, weil es ein totes Subgenre nimmt und subtil modernisiert. Und das funktioniert verdammt gut! Es sollte auf keinen Fall kostenlos sein, man sollte es viel lieber für Geld kaufen ... Aber es IST kostenlos! :eek:

La Cipolla
19.07.2024, 12:54
Final Fantasy Origins (PSX)
Final Fantasy Pixel Remaster (Switch)
Final Fantasy (NES)

Uuuh, Final Fantasy ohne eine Zahl dahinter! :D Eigentlich wollte ich den ersten Teil einfach nur durchspielen, nachdem ich vor Jahrzehnten daran gescheitert bin ... aber letztlich ist daraus wohl doch ein wilder Ritt durch die (keinesfalls vollständige) Veröffentlichungsgeschichte des Spiels geworden!


Zuerst eine kleine ...

Einführung

Final Fantasy ordnet sich problemlos in der Genre-Frühzeit ein, die noch recht aufdringlich von westlichen RPGs – und damit auch D&D – geprägt war. Storytechnisch geht es um vier "Lichtkrieger", deren prophezeites Erscheinen allerlei Probleme in einer vage definierten Fantasy-Welt lösen soll. Dialoge gibt es kaum, Humor nur hin und wieder so im Ansatz. Die Klassen der Vier (Kämpfer, Dieb, Mönch, Schwarzmagier, Weißmagier, Rotmagier) bestimmen allem voran, welche Ausrüstungsteile und Zauber sie verwenden können. Strukturell grinden wir auf der Weltkarte Zufallskämpfe und rüsten uns in Städten aus, bis wir tiefer in den jeweils aktuellen Dungeon vordringen können. Das Spielsystem dreht sich zentral um das Ressourcen-Management und die Frage, wann man doch lieber umdrehen sollte, um sich zu heilen und zu speichern.
Interessant fand ich, dass die Story bereits ein Erkennungsmerkmal des modernen JRPG-Genres hat: (SPOILER!) Nachdem wir den Großteil der Spielzeit über mehr oder minder trivialen Road-Trip-McGuffin-Bullshit abgearbeitet haben, eskaliert am Ende urplötzlich alles in den Mindfuck-Bereich. Gott wird noch nicht getötet, aber die Richtung ist ziemlich klar.


Begonnen habe ich mit ...

Final Fantasy Origins (PSX): Ein leicht einschläfernder Trab

Teil I und II sind zusammen für die Playstation erschienen, sogar in Europa, und das war ein großes Ding damals! Für mich ist es das auch heute noch, denn es bedeutet, dass ich mich mit meiner altgedienten PsOne und ihrem PsOne-Bildschirm aufs Sofa hauen und augenblicklich in Nostalgie schwelgen kann. *__*

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Außerdem sind die Remakes gar nicht mal schlecht. Die Grafik nutzt einen coolen Pixel-Stil. Es gibt ein nettes FMV. Die Musik ist tatsächliche Musik. Selbst das massiv angepasste Gameplay fühlt sich eigentlich mehr wie ein ordentliches SNES-RPG an: Heute noch spielbar, auch wenn man hier und da die Risse spürt. Die vielleicht wichtigste Funktion ist der "Memo Save", praktisch ein temporärer Speicherstand, der erst gelöscht wird, wenn die Playstation ausgeht. Dadurch kann man sich durch die Dungeons cheesen, was ungemein hilfreich ist – auch wenn es reichlich nervt, die Konsole nach einem besonders fatalen Kampf neuzustarten.


Origins allerdings habe ich abgebrochen, denn meine FRESSE ...

Exkursion: Die gottverdammte Giftgrotte!

Final Fantasy I hat einen TIEFPUNKT! "Marsh Cave" heißt dieser Dungeon offiziell, aber in meinen Gedanken wird er immer nur "die Giftgrotte" bleiben. Er ist nicht nur ... weird, irgendwo zwischen aggressiv altmodisch und aggressiv langweilig, mit dutzenden leeren Räumen, viel zu langen Laufwegen, zu vielen enttäuschenden Potion-Truhen und generell einer totalen Einfallslosigkeit im Design. Nein, die Giftgrotte ist auch noch ernsthaft nervig, weil hier gefühlt jeder zweite Gegner den Gift-Zustand verteilt, den man dann mit wertvollen Ressourcen entfernen darf. (Oder man lädt den Memo Save, eine andere Art von nervig!) Als Sahnehäubchen ist der Dungeon auch noch recht weit von der nächsten Stadt entfernt, und als Kirsche auf diesem Sahnehäubchen muss man ihn mindestens zweimal durchlaufen. Was zum Fick ...
Wenn man besonders freundlich ist, kann man die Giftgrotte als "Wall" definieren, die einem WIRKLICH beibringt, wie Final Fantasy funktioniert. Zu wenig gegrindet? Keine Chance. Zu schlecht ausgestattet? Viel Spaß mit dem Gift. Schnell mal durchrennen? Haha, nein. Aber ich will gar nicht freundlich sein! Und tatsächlich symbolisiert die Giftgrotte auch eine interessante Design-Mentalität, zu der ich später zurückkommen werde.


Aber jetzt erst einmal ...

Final Fantasy Pixel Remaster (Switch): Ein luftiger Galopp

Denn diese Version hat es verstanden!

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Die "Pixel Remasters" von Final Fantasy I bis VI sind praktisch auf einem Schlag für alle relevanten Plattformen erschienen und haben die jahrzehntelange Diskussion, wie man diese Spiele am besten spielen sollte, größtenteils beendet. Sie sehen nicht nur sehr gut aus und klingen hervorragend, sondern bieten auch einen Batzen an gut durchdachten Quality-of-Life-Funktionen, allem voran eine bewegliche Karte (!), eine schnellere Auto-Battle-Funktion (!!) und die Möglichkeit, Zufallskämpfe auszuschalten (!!!1) – und ich gebe GERNE zu, dass die letzte Option im Alleingang dafür verantwortlich ist, dass ich die Giftgrotte endlich hinter mir lassen und das Spiel beenden konnte. Und ja, ich habe dabei VIELE Zufallskämpfe übersprungen! ;(
Bevor das jetzt alles positiv klingt, muss ich direkt relativieren: Die Version mag es verstanden haben ... aber Square-Enix hatte mal wieder keinen Schimmer. Also, wortwörtlich! Der Konzern war scheinbar überrascht vom Erfolg (???), und die dementsprechend hart limitierte physische Version darf man sich nun für fettes Import- oder Ebay-Geld besorgen. Immerhin GIBT es eine unlimitierte Asia-Version, die problemlos bei uns läuft und englische Sprache mitbringt. Oh, oder man zahlt eben mal 75€ für die vollständige digitale Variante. *kopfschüttel*


Aber ... Was ist genau IST es eigentlich, das die Pixel Remasters verstanden haben? Dafür habe ich mir das Original angeguckt.

Final Fantasy (NES): Ein bedachter Schritt

Denn wenn man einmal richtig drin ist, ist das erste Final Fantasy ein faszinierendes Zeitzeugnis. Es ist einerseits hoffnungslos unspielbar, andererseits spürt man auch heute noch den Pull, den genau DIESE Version, ohne Quality of Life oder sonstwas, irgendwann mal hatte.
Beginnen wir bei den Obskuritäten, mit denen sich die modernen Menschen am Emulator herumschlagen müssen: Die Grafik hat schon was, irgendwie, aber selbst auf dem NES gab es fähigere Pixelkünstler und konsistentere Kunstwerke. Die Musik genauso – es SIND bereits einprägsame Melodien, aber wirklich anhören will man sie sich nicht, zumindest in dieser Variante. Und von da an geht es nur abwärts. Die Menüs sind ziemlich unintuitiv, vor allem in den Shops. Man braucht faktisch eine Anleitung, um zu verstehen, was bspw. die Zauber oder Items tun – aber selbst diese Anleitung verrät nicht so wirklich, welchen Effekt die Ausrüstungsteile haben. Also heißt es kaufen und hoffen. Und zwar mit dem sehr knappen Geld, das man in SEHR langwierigen Kämpfen grindet! Diese Langwierigkeit liegt nicht nur an den Animationen, sondern auch an den Ladezeiten, von den Final Fantasy eine Menge hat. Besonders lustig sind etwa die Level Ups, die Charakter für Charakter, Attribut für Attribut durchgehen, um dann jeweils einfach nur zu sagen: Agility up. *Wartezeit* Strength up. *Wartezeit* Nicht mal mit Zahlen. Hnnngh! Ach ja, außerdem muss man mit jedem Charakter den richtigen Gegner anzielen, denn wenn dieser vor dem eigenen Angriff stirbt, geht die Attacke ins Leere. Die Kämpfe sind also nicht nur zahlreich und langweilig, man muss auch noch mitdenken. Von Setting, Figuren oder Atmosphäre ist so gut wie gar nichts zu erkennen.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/d/d8/FF1_USA_boxart.jpg https://lparchive.org/Final-Fantasy/Update%2001/3-3.png https://static.wikia.nocookie.net/finalfantasy/images/5/5e/Battle_scene.png

Aber Final Fantasy ist nun mal aus dem Jahr 1987. Damals gab es keinen vierstelligen Steam-Backlog, und ich denke mal, dass die wenigsten Leute auch nur einen (zweiten) Fernseher laufen hatten.
Und das Spiel ... nun ja, es impliziert? Es baut Dinge auf, zwischen den Programmcode-Zeilen, und ich bin mir nicht mal 100% sicher, ob das alles so geplant war. Der besagte Mangel an Charakter, Setting oder explizit erschaffener Atmosphäre, gerade im Zusammenspiel mit dieser "Technik der netten Ansätze"? Ich kann mir lebhaft vorstellen, dass die eigene Vorstellungskraft amokläuft, wenn man Stunde um Stunde versucht, tiefer in die Giftgrotte vorzudringen, und immer wieder in die kleinen Orte mit denselben 5 Personen zurückkommt. Dass sich gewisse Melodien tief in den Kopf einbrennen (und Jahre später in der Erinnerung sehr viel besser klingen), dass herausstechende Grafikelemente inspirieren und Fragen aufwerfen. Ich kann mir vorstellen, wie der Mangel an Erklärungen zu einem Erkunden, zu einem echten Sense of Wonder führt, wenn man bspw. den Effekt eines Ausrüstungsgegenstandes versteht, oder die Wirkung eines Charakterattributs, oder einen verborgenen Ort auf der Karte findet. Selbst das schrittweise Erkunden der Dungeons könnte hier noch sehr viel weniger ein "Abhaken" und sehr viel mehr ein "Ausprobieren" gewesen sein. Die Giftgrotte endlich lebendig zu verlassen, dürfte eine wahrhaft WILDE Errungenschaft gewesen sein.
Ich habe das Original selbstredend nicht durchgespielt. ;D


Besonders deutlich wird all das im Zusammenspiel mit ...

Frustration (anno 2024)

Machen wir uns nichts vor: Final Fantasy ist im Original ein endlos frustrierendes Spiel, das neben gewissen analytischen Fähigkeiten allem voran die Geduld prüft. Das ist naheliegend, wenn man bspw. in einem Dungeon zermürbt wird und eine Stunde Progress verliert, oder wenn man nach einem schlimmen Kampf drei teure Items benutzen muss, um die Gruppe zu entgiften und eine Versteinerung aufzubheben. Besonders morbide ist es allerdings, wenn man auf dem Weg AUS einem Dungeon verendet, kurz vor der rettenden Stadt. Oder wenn man auf einem Weg zur nächsten Stadt 20 Minuten lang gegen Zufallsgegner kämpfen muss, die keine relevanten Erfahrungspunkte mehr bringen. Oder wenn man irgendwann erfahren genug ist und realisiert, dass man im Dungeon umkehren – und später den ganzen Weg noch einmal machen – sollte. Das ist dann die richtige Entscheidung, aber trotz allem frustrierend as FUCK.
Und irgendwie sehe ich selbst hier den Reiz! Man versucht, die Frustration zu minimieren, klüger zu kämpfen, sicherer zu entscheiden, besser zu planen ... Ein Beispiel, das ich besonders spannend fand: Die Oberwelt ist voller Zufallskämpfe, auch mit dem Schiff, und wenn man einen Überblick der gesamten Weltkarte möchte (wie bei modernen Spielen üblich), wird man wortwörtlich STUNDEN damit beschäftigt sein, sich Seemeile für Seemeile durch Haie und Sahaguin zu prügeln. Diese Reisen wirken dadurch komplett anders als in modernen JRPGs, sie erinnern mich mehr an Survival-Spiele: Man überlegt dreimal, ob man etwas erkunden möchte. Man plant den Weg und jede Abzweigung sehr genau. In einem gewissen Sinne wird die Seereise selbst zu einem Abenteuer ... auch wenn es allem voran darum geht, Frustration und Langeweile zu minimieren.
Also machen wir uns auch HIER nichts vor: Das Original ist genau deshalb hoffnungslos aus der Zeit gefallen. Wenn man nicht gerade in einem dunklen Keller voller Amiga-Konsolen aufgewachsen ist, muss man einen radikalen Perspektivwechsel vornehmen, um irgendwie Spaß an der NES-Version zu haben.
Und genau DAS haben die Pixel Remasters verstanden!
Sie bieten trotz aller Optionen nicht vorrangig die "originale" Spielerfahrung, sondern eine komplett andere, die auch 2024 noch funktioniert. Dafür lassen sie zu, dass man ausnahmslos alle Quellen von Frustration entfernt: Die Labyrinthartigkeit der Dungeons. Die Unsicherheit durch seltene Speicherpunkte. Die lähmende Geschwindigkeit. Und letztlich sogar die Zufallskämpfe. Was dabei herauskommt, ist zwar noch immer ein ziemlich langweiliges Spiel, aber immerhin kann man es fluffig wegspielen. Und Final Fantasy Origins, vor 20 Jahren, hat eigentlich schon dasselbe versucht, nur halt weniger konsequent. Es geht also immer um eine Balance zwischen Frustration und Spielbarkeit – wobei viel von dem, was das Spiel damals so erfolgreich gemacht hat, untrennbar mit der Frustration verbunden sein dürfte.
Ist das nicht endlos faszinierend ...? =D


Abschließend ...

Sollte man [Version X] spielen?

Ich fand diesen kleinen Ausritt ungemein erhellend! Das Pixel Remaster macht Final Fantasy 100% spielbar und gibt zumindest ansatzweise einen Einblick in den Reiz des Originals, auch wenn nicht wahnsinnig viel davon bis heute überlebt. Durch die ganzen durchdachten, teilweise radikalen Optionen wird die Origins-Version imho vollständig ersetzt; und ich vermute, auch die meisten anderen – nur die Version für die PSP scheint noch recht eigen!
Was die Originalversion angeht? Wenn man nicht gerade 120% Bock auf alte, frustrierende Spiele hat, sollte man zumindest nicht damit anfangen. Nach dem Pixel Remaster allerdings wird diese Option sehr viel spannender! Ich frage mich auch: Hätte ich Final Fantasy durchgespielt, vor 22 Jahren auf dem NES, bevor ich sehr viel mehr Spiele zur Auswahl hatte? Oder wäre es mir damals schon zu frustrierend gewesen? Und wenn ich noch zehn Jahre älter wäre, hätte ich es vor 33 Jahren geschafft? Hm, keine Ahnung, aber wahrscheinlich nicht! :D

Was ich jetzt auf jeden Fall überlege: Vielleicht beginne ich Teil II oder III wirklich im Original, unterstützt durch das Fast Forward des Emulators, aber nur VIELLEICHT mit seiner Speicherfunktion. Ich habe schon Abschreckendes über die Dungeons in FFII gehört, und eher Positives über FFIII. Was sagt ihr?

Danke für die Aufmerksamkeit! =]

~Jack~
19.07.2024, 13:55
Vielleicht beginne ich Teil II oder III wirklich im Original, unterstützt durch das Fast Forward des Emulators, aber nur VIELLEICHT mit seiner Speicherfunktion. Ich habe schon Abschreckendes über die Dungeons in FFII gehört, und eher Positives über FFIII. Was sagt ihr?
Ich weiß nicht ob ich die Dungeons in FFII als abschreckend bezeichnen würde. Das Levelsystem schon eher, weil man da alle Statuswerte und Zauber durch Gebrauch leveln muss (Schaden zu nehmen ist hier also bizarrerweise erwünscht wenn man seine HP erhöhen will), was im Original einfach nur furchtbar ist und unter anderem dazu führen kann, dass der ultimative Ultima Zauber ein absoluter Witz ist. Und dadurch habe ich im Original auf irgendein Cheat Tool zurückgreifen müssen weil ich beim Endboss viel zu wenig Schaden gemacht habe und nicht noch ewig leveln wollte.

Hab mir das Spiel Jahre später aber nochmal in der PSP Version angetan und da fand ich das Levelsystem wesentlich angenehmer und musste nicht zu Cheats greifen um es abschließen zu können. Das Original kann ich hier also echt nicht empfehlen.

FFIII hat zum Glück wieder ein normales Levelsystem und dürfte dementsprechend auch im Original noch gut spielbar sein. Würde ich heutzutage aufgrund der moderneren Versionen aber auch nicht mehr anfassen wollen.

Sylverthas
19.07.2024, 14:41
gut durchdachten Quality-of-Life-Funktionen, allem voran eine bewegliche Karte (!), eine schnellere Auto-Battle-Funktion (!!) und die Möglichkeit, Zufallskämpfe auszuschalten (!!!1)
Ich bin nicht sicher, dass die so gut durchdacht ist, als dass es vielmehr der Kram ist, den sie einfach flächendeckend an ihre alten Spiele dranballern xD

Zumindest finde ich es bei Deinem Bericht aber fair, dass Du mehreren Versionen der Spiele eine Chance gegeben hast. Auch wenn Du das Original letztendlich als "unspielbar" verdammst. Was ebenfalls cool ist: Dass Du zumindest versuchst zu verstehen, warum es damals so eingeschlagen ist (und es nicht *nur* darauf reduzierst, dass die Leute zu viel Zeit hatten xD)
Aber gerade im Zusammenspiel damit, dass das Ur-FF sich wie ein Abenteuer und Survival angefühlt hat und Du dann meinst, dass die QoL Sachen durchdacht seien, weil sie das komplett zerschießen. Kommt mir eher undurchdacht vor, weil man gar nicht vorhatte, nur *irgendwas* von dem Originalspielgefühl zu erhalten. Vielleicht ists für ein Popcorn "ich will das einfach hinter mich bringen"-Publikum aber durchdacht?

Bei FFII hat Jack durchaus Recht. Also nicht mit dem Cheat Tool. Aber das Spiel ist extrem unbalanciert. Bzw., weils keine Level gibt, sondern man alles einzeln grinden muss, wird die Balance in die Hände des Spielers gegeben, was immer ne schreckliche Entscheidung ist. Also wenn man sich am Anfang die Zeit nimmt und richtig viel grindet, dann wird das Spiel über lange Strecken sehr einfach. Gleichzeitig weiß man aber auch nie, ob man unter- oder überlevelt ist, weils ja keine Level gibt, sondern nur einzelne Stats die beliebig hochgegrindet sein können. Ich erinnere mich daran, damals so 2-3 größere Grinding Sessions gemacht zu haben, bei der letzten dann auch ein paar Zauber hochgelevelt. Ansonsten fand ich die Dungeons in 2 nicht mal so wild, aber besonders spannend sind sie natürlich auch nicht^^

3 empfand ich zumindest, als ichs im Rahmen vom DS Remake gespielt habe, als ordentlich spielbar. Vor allem haben sie da endlich eingeführt, dass Angriffe nicht mehr ins Leere gehen, wenn der Gegner tot ist, den man angegriffen hat. ABER FF3 ist auch der mit Abstand längste Teil der NES Trilogie. Und hat durchaus ein paar Dungeons, die reinhauen können - was sie sogar im DS Remake so übernommen haben (tolle Entscheidung, zu der das moderne SE definitiv nicht fähig wäre).

La Cipolla
19.07.2024, 15:20
Danke euch, dann wird es definitiv eher Teil III! :D


Zumindest finde ich es bei Deinem Bericht aber fair, dass Du mehreren Versionen der Spiele eine Chance gegeben hast. Auch wenn Du das Original letztendlich als "unspielbar" verdammst.
Aber gerade im Zusammenspiel damit, dass das Ur-FF sich wie ein Abenteuer und Survival angefühlt hat und Du dann meinst, dass die QoL Sachen durchdacht seien, weil sie das komplett zerschießen. Kommt mir eher undurchdacht vor, weil man gar nicht vorhatte, nur *irgendwas* von dem Originalspielgefühl zu erhalten. Vielleicht ists für ein Popcorn "ich will das einfach hinter mich bringen"-Publikum aber durchdacht?
Ich finde es durchdacht, eben WEIL die QoL-Optionen bewusst auf das Spielgefühl des Originals verzichten; dieses Spielgefühl funktioniert imho heute sowieso kaum mehr, zumindest in dieser Form, und daher wäre das in meinen Augen ein wirklich schlechter Fokus gewesen. Dein letzter Satz kann dementsprechend stimmen, auch wenn das natürlich die zynischere Formulierung ist. Ich würde eher formulieren: Diese Optionen sind für Leute, die diesen legendären Klassiker auch mal spielen wollte, aber nicht die spezifischen Voraussetzungen haben, unter denen er 1987 funktioniert hat – oder sich da reinfühlen können.
Wer das kann und will, ist mit den Pixel Remasters aber auch gaaanz gut bedient, würde ich sagen, weil zumindest die härteren Optionen alle abstellbar sind. (Noch cooler hätte ich allerdings gefunden: Die Originale mit zu den Pixel Remasters packen!)

Wie gesagt: Ich glaube, dass man FF im Kern gar nicht modernisieren KANN, ohne das Spielgefühl zu zerstören; und das fängt schon bei "Kleinigkeiten" wie den Ladezeiten oder der massiv einschränkenden Speicherfunktion an. Es gibt afaik unter all den ~10 modernen Remakes keins, das das "Verfehlen" von toten Gegnern beibehält, obwohl das wirklich einen massiven Unterschied fürs Spielgefühl macht. Wem das wichtig ist, der muss sich auch mit diesem massiven Level an Frust und Langeweile abfinden können. Und ich vermute, da reden wir von ... 5% der Spielenden? Wenn's hochkommt. Die sind mit dem Original sowieso besser beraten.

Das soll btw. nicht heißen, dass dieses Spielgefühl heute nicht mehr funktionieren kann, aber wir würden es heute eben komplett anders erzeugen, bspw. nicht durch Ladezeiten. ^_~
Wäre eigentlich mal eine spannende RPG Maker Challenge, sowas so zu modernisieren, wie es war ...

Sylverthas
19.07.2024, 15:58
Ich finde es durchdacht, eben WEIL die QoL-Optionen bewusst auf das Spielgefühl des Originals verzichten; dieses Spielgefühl funktioniert imho heute sowieso kaum mehr, zumindest in dieser Form, und daher wäre das in meinen Augen ein wirklich schlechter Fokus gewesen.
Ja, aber wie schon gesagt - dass ist ja komplett ihr Modus Operandi für alle ihre alten Games. Dann ist es für jedes dieser Games gut durchdacht, weil sie alle heute nicht mehr so funktionieren? Das würde ich bei FFVI ziemlich abstreiten. Seien wir ehrlich: Da hat sich keiner groß Gedanken gemacht, man hat einfach die populären Cheatmodes draufgeklatscht. Bzw. wenn sich einer Gedanken gemacht hat, dann die PR Abteilung, die noch nen weiteren Punkt irgendwo in den Features auflisten konnte :D

Diese Optionen sind für Leute, die diesen legendären Klassiker auch mal spielen wollte, aber nicht die spezifischen Voraussetzungen haben, unter denen er 1987 funktioniert hat – oder sich da reinfühlen können.
Vermutlich werde ich das nie verstehen, was Leute daraus kriegen, etwas zu spielen, was sie eigentlich gar nicht spielen wollen. Ists ein "OK, hab das jetzt auch endlich hinter mir, und kann sagen, dass ichs gespielt hab"? Oft sind die Auseinandersetzungen damit ja auch deutlich unkritischer als Deine, so dass man nicht mal akademisches Interesse unterstellen kann. Als Nostalgie finde ichs auch nicht geeignet, weil man ja in keinster Weise das Game spielt, was man damals gespielt hat.

Bei den Ladezeiten stimme ich Dir definitiv zu, aber ich denke auch nicht, dass es gerade *die* sind, die die Spielenden unbedingt beibehalten wollen (klar, manche immer). Bzw. weiß ich nicht, obs wirklich Ladezeiten sind. Dragon Quest hatte bei Stats auch immer elending lange Einblendungen und FF war ja von DQ inspiriert. Es gab aber auch welche der Remakes, die Teil 1 tatsächlich gebrochen haben. In der GBA Version gab es z.B. keine Spell Slots sondern MP - was einfach ne fatale Entscheidung ist für das Spiel und damit alle low level Magie total nutzlos macht. Btw. ists dann irgendwo traurig aber auch lustig zu sehen, dass Leute, die mit dem GBA eingestiegen sind, das für das normale System gehalten haben (https://www.reddit.com/r/FinalFantasy/comments/p5bx4t/ff1_remake_magic/) :hehe:

Klunky
19.07.2024, 16:02
Und genau DAS haben die Pixel Remasters verstanden!
Sie bieten trotz aller Optionen nicht vorrangig die "originale" Spielerfahrung, sondern eine komplett andere, die auch 2024 noch funktioniert. Dafür lassen sie zu, dass man ausnahmslos alle Quellen von Frustration entfernt: Die Labyrinthartigkeit der Dungeons. Die Unsicherheit durch seltene Speicherpunkte. Die lähmende Geschwindigkeit. Und letztlich sogar die Zufallskämpfe. Was dabei herauskommt, ist zwar noch immer ein ziemlich langweiliges Spiel, aber immerhin kann man es fluffig wegspielen. Und Final Fantasy Origins, vor 20 Jahren, hat eigentlich schon dasselbe versucht, nur halt weniger konsequent. Es geht also immer um eine Balance zwischen Frustration und Spielbarkeit – wobei viel von dem, was das Spiel damals so erfolgreich gemacht hat, untrennbar mit der Frustration verbunden sein dürfte.
Ist das nicht endlos faszinierend ...? =D


Du hast die Intention der Spiele verstanden und diese als obsolet erklärt für den heutigen Zeitgeist, zumindest lese ich das hierbei heraus.
Wie einem sinkenden Schiff, dem nicht mehr zu helfen ist, aber man lässt es schneller untergehen, während dabei entspannende Musik von Bach gespielt wird.

Man sieht ein dass viele der Eigenschaften, die einem dann doch spartanischen Spiel eines Genres das noch in den Kinderschuhen steckte, den entsprechend Push- & Pull Faktor verleihen, zu einer zähen und müßigen Spielerfahrung führen. Dann entscheidet man sich jedoch diese Aspekte unterm Tisch fallen zu lassen, statt sie mit etwas gleichwertigen zu ersetzen.

Es ist ja nicht so als könnte man zwischen Zufallskämpfen und einer anderen Art des Encounter-Designs wählen. Die Giftgrotte behält ihre Funktion bei und wird dadurch nicht weniger lästig, für den puristischen Spieler wird sich nichts ändern, viel mehr kommen hier viele Aspekte zusammen die nicht länger zusammen wirken, mit welchen Ziel genau...?


ist zwar noch immer ein ziemlich langweiliges Spiel, aber immerhin kann man es fluffig wegspielen.

In wie weit ist das ein erstebenswertes Ziel. ist es das bestmögliche Ergebnis was bei einer Neuauflage hätte heraus kommen können?

Da komme ich nicht umhin, mich zu fragen, ob das tatsächlich ein progressiver Gedanke ist?
Für den Markt, ganz sicher nicht, denn neue Zielgruppen werden bei einem immer noch langweiligen Spiel, bei dem es so viele vergleichbare Produkte gibt, nicht erschlossen.

Zudem hast du IMO auch zu schwammig formuliert, was du mit "2024 noch funktioniert" genau meinst in einem Markt mit so vielen Zielgruppen.
Die DS Dragon Quest Remakes wären für mich bessere Beispiele, diese versuchen Komfort zu schaffen, der aber nicht am Kern des Spiels vorbei geht.
So wurden Inventarplätze erweitert, aber nicht ins unendliche erhöht. Das Kampfsystem ist schneller, aber Ressourcen spielen eine Rolle. Der Frust mit dem Speichern wurden anno dazu mal bereits gelöst, in dem das Spiel den Spieler nicht in ein Hard Reset zwingt.
Oder nehmen wir mal die Etrian Odyssey HD Neuauflagen, die genau wie Final Fantasy von Wizadry inspiriert sind, daran und an ihre Rezeption hat sich auch 2023 mit den Remakes nichts geändert, die Zielgruppe hat sich lediglich erweitert.

Ich kann deinen Gedanken verstehen wenn es rein um den Vergleich "Origins vs Pixel Remastered" geht, unter der Prämisse, dass Origins bereits vor hatte das Spielprinzip zwecks Komfortabilität zu verwässern, das angesprochene Speichersystem als prominentestes Beispiel.
Ich glaube zwar nicht dass während Origins produziert wurde, die Absicht darin bestand sämtliche System die Frust bescheren zu vermeiden, aber wie gesagt, ich kann verstehen dass man den Eindruck bekommt, es gehe mehr darum das Spiel zu "kurieren", statt zu "sanieren".

Mir geht es mehr um den Begriff "Radikal".

Ich mag radikale Ansätze, wenn dahinter ein geschlossener Gedanke steckt, aber viele Änderungen des Pixel Remastereds werden nicht aufgezwungen, so dass man sich im Grunde immer noch darauf berufen kann dass die ganzen verklärten Nostalgiker sich doch dazu entscheiden können das Spiel so wie.. naja, zumindest wie die Origins Edition zu spielen.

Was ja wiederum immer noch Raum lässt das Spiel "falsch" zu spielen. Sprich wenn jemand die Zufallskämpfe einfach nicht ausschaltet, weil ihm die Option nicht auffällt oder aus anderen Gründen für nicht valide erhält, kommt es ja dennoch zu einer suboptimalen Erfahrung welche der Modernisierung entgegen steht.

Natürlich könnte ich noch korinthenkacker-mäßig all die kleinen und größeren Unterschiede aufzählen, die das bestimmen einer "Definitive Edition" nach wie vor ausschließen, sei es die inkonsistente Grafikpalette, die fehlenden Extra-Dungeons, die hässlichen Fonts (auch die neu beigelieferten entsprechen nicht dem GBA/WonderSwan entlehnten Grafikstil)

Es sind derlei absolutistische Aussagen die mich beschwören, um dir zu sagen dass du die breit gefächterten Ansprüche des Markt unterschätzt und von, ja muss man es inzwischen einfach sagen - Final Fantasy Fans. Daher denke ich nicht dass die Pixel Remasterds die anderen Versionen jemals vollständig ersetzen können. Wenn sie neue Spieler anlocken, dann schlichtweg weil diese die offiziell verfügbaren sind.

La Cipolla
19.07.2024, 16:35
Ich denke, was du als positive Option beschreibst, Klunky, klingt für mich schon nicht mehr nach demselben Spiel oder Spielgefühl, eben weil es die extreme Frustration „behebt“ – und ich denke, da würde wieder ein komplett anderes Spiel herauskommen, genau wie bei den Pixel Remasters mit QoL. Es klingt für mich aber durchaus wie eine valide Weiterentwicklung, vielleicht ein guter neuer Teil der Reihe, oder eine Inspiration in diesem oder anderen Genres.

Aber ihr habt eine megaspannende Frage aufgeworfen: „Was ist der Sinn, wenn man nicht das originale Spielgefühl beibehält?“
Ich denke, ein passender Vergleich wäre ein Tourist in einem antiken Kolloseum. Man will heute nicht mehr an dieser Art von Unterhaltung teilnehmen, weil sie nicht mehr unseren Standards, unseren Trends entspricht, aber man will durchaus „erleben“ wie es damals so war. Denn ich denke schon, dass die Pixel Remasters mit QoL-Funktionen einen distanzierten Eindruck von dem vermitteln, was FFI ausgemacht hat; und das ist spannend! Natürlich nicht 1:1, genauso wenig wie ein Tourist die „reale“ Erfahrung einer fremden Zeit bekommen wird, aber darum geht es auch nicht vorrangig.

An den Markt habe ich nicht groß gedacht, aber beim ausgiebigen Recherchieren, welche Version ich statt den Origins spielen sollte, war sich das ergoogelte Internet schon ziemlich fucking einig. :D
Edit: Dann wäre es auch überraschend gewesen, wenn sich HIER of all places die Leute einig gewesen wären. ;D Wir sind wohl doch weiterhin recht weit am Rand, was den Fandom-Level angeht. ^^ Und ich finde es auch ernsthaft schön, wenn diese alten Stinker von Spielen noch so emotional machen.

Liferipper
19.07.2024, 17:45
Danke euch, dann wird es definitiv eher Teil III!

Weise Entscheidung.

Kael
19.07.2024, 21:07
Und genau das ist sein Reiz ...! Wirf es ruhig hier rein, wenn du nichts mehr damit vorhast! xD

Hab ich total vergessen! Bitteschön!

https://i.imgur.com/J7Q1DOI.jpeg

La Cipolla
22.07.2024, 21:00
MEGA!
So wirkt Barry gleich noch mal mehr wie ein vernünftiger, bodenständiger Typ. ;D





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Eiyuden Chronicle: Rising

ich bin Suikoden-Fan! (Seit langem.) Aber wenn ich ehrlich bin, hält sich mein Hype für Eiyuden in Grenzen, weil ich diesen "Fortsetzungen mit abgefeilter Seriennummer" gegenüber immer irgendwie skeptisch bin. Und Eiyuden Chronicle: Rising ist nun auch noch ein SPIN-OFF, das offensichtlich von einem kleineren Team entwickelt wurde, und ich werfe mal eine bloße Vermutung in den Raum: sicherlich auch deshalb, weil ein paar zusätzliche Einnahmen gern gesehen waren.

Gefallen hat es mir trotzdem! Es handelt sich um ein relativ simples Action-RPG mit einem Batzen Metroidvania. Drei Charaktere, deren Angriffe auf drei Tasten liegen, dazu ein paar Kombos und Items und ein Elementarsystem. Und ganz wichtig: Ein kleines Dorf, das man aufbaut, um sich upzugraden und Quests abzuholen, die dann in einer Handvoll unterschiedlicher Dungeons abgearbeitet werden.

Ein zentraler Pluspunkt: Das Spiel läuft. Es hat einen schönen strukturellen Flow zwischen Dungeons und Dorf, man langweilt sich niemals und der Core-Gameplay-Arc ist am Ende des Tages einfach spaßig. Nicht außergewöhnlich, nicht atemberaubend spaßig, aber halt spaßig. Fluffig! Es läuft eben.


Ein Minuspunkt hier und da: Das Pacing. Es dauert erstmal 1-2 Stunden, eh das Spielsystem wirklich warmläuft, gerade weil anfangs sowohl Spannungsmomente als auch grundlegende Bewegungs- und Angriffsoptionen fehlen. (Wird dann aber bald besser!) Manchmal gibt es zu viele belanglose bis nervige Quest-Dialoge auf einmal. Und vor allem: Aus absolut unverständlichen Gründen wird der Großteil der gar nicht mal komplett uninteressanten Story in die letzten 2 von ~12 Stunden gestopft, und ist dann auch überraschend überwältigend. Ärgerlich!


Ein neutraler Punkt: Das Indie-Flair. Nur selten ist Rising verschwenderisch, etwa im Dorf, aber generell wirkt es eher ... billig? Von den Animationen über das Polishing bis hin zu einer gewissen Repetitivität spürt man regelrecht das mangelnde Geld, zumindest für die Maßstäbe einer Produktion von bekannten Designern. Ich würde aber auch sagen, dass sie ihre Prioritäten ordentlich gesetzt haben, es ist nur halt weit entfernt von so einem Gefühl der "Wertigkeit". Manchmal hätte ich mir weniger belanglose Quests, aber dafür noch ein paar nettere Ideen und Twists gewünscht.


Ein sympathischer Pluspunkt: Der Hauptcast! Abgesehen vom "Dorf-Management" (na ja) ist das der einzige Teil, der bei mir irgendwo Suikoden-Vibes hat aufkommen lassen, denn mit der Zeit schließt man den Trupp tatsächlich ins Herz, und auch die eher unspektakulären Nebenfiguren erfüllen zumindest ihre Rolle. CJ mochte ich ... am Ende! xD (Bei ihr hat es länger gedauert.) Garoo und Isha dagegen sind direkt cool und vielseitig und werden mit der Zeit nur noch cooler. Und die Dynamik der Drei ist dann WIRKLICH gut! Noch besser wäre sie nur, wenn das generelle Pacing da nicht einen Stock in die Speichen werfen würde.

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Also ja, abschließend habe ich eine recht klare Meinung: Mit Suikoden hat das hier nicht viel zu tun, und ob es als Zusatz für Eiyuden etwas hermacht, kann ich noch nicht sagen. Aber für sich genommen ist es ein ganz nices Ding, so sehr auch mehr gegangen wäre! Zumindest, wenn man nicht mit den allerhöchsten Erwartungen herangeht.
... und ich habe jetzt wieder mehr Bock auf Eiyuden Chronicle: Hundred Heroes! :D

Narcissu
22.07.2024, 21:15
Spiel es ;D

La Cipolla
02.08.2024, 09:50
Spiel es ;D
Definitiv, Suikoden ist halt doch ganz oben mit dabei für mich. Die Frage war nur, ob ich auch Bock drauf habe! xD (Und wann ich es spiele, natürlich ...!)





Apropos Bock drauf ...
Es sind Ferien! o/

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Hellblade: Senua's Sacrifice

Ich reihe mich also bei denen ein, die Senua's Sacrifice nach ... 7 Jahren Backlog nachgeholt haben. :D
Insofern erstmal etwas Kontext: Ich denke da wirklich drüber nach, seit das Spiel draußen ist. Ich habe hier und da bei der Freundin zugeguckt und (eher zufällig) viel darüber gelesen, gehört und gesehen, weil sich über die Jahre nun mal viele Leute darüber ausgelassen haben. Und üblicherweise reicht das ganz gut, um einschätzen zu können, ob ich ein Spiel noch selbst spielen möchte. Hier allerdings überhaupt nicht! ^_~ Ich hatte geistig eher damit abgeschlossen, ohne groß emotionale Gründe – aber weil Ferien sind, wollte ich es dann doch mal probieren. Und so habe ich es dann auch direkt innerhalb eines Tages durchgespielt! xD' Was wirklich ungewöhnlich für mich ist. Ich kann mich ehrlich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so einen Fall hatte, geschweige denn bei einem Spiel von 5+ Stunden.
Also ja, für alle anderen, die auch noch darüber nachdenken: Hellblade ist nicht nur so einzigartig, wie immer gesagt wird, zumindest für mich war auch niemand wirklich imstande, diese Einzigartigkeit adäquat herüberzubringen. Ein seltener Fall von "Man sollte es wirklich selbst spielen!" etc.

Und WEIL die ganze Welt und ihre Oma schon so viel darüber gesagt haben, hier ein paar unsortierte Gedanken:


Hellblade ist ein wirklich rundes Spiel, selbst im Flow seiner Gesamtwirkung. Ich habe so ein, zwei Stunden gebraucht, um in das Gameplay zu kommen, denn eigentlich ist diese Art von Action überhaupt nicht meins und diese Art von Rätsel-Gameplay spätestens nach The Witness & Co. eher ein schlechter Witz. Es hat aber nicht allzu lange gedauert, bis ich voll drin war, und dann sind sowohl die Vorlieben als auch die qualitativen Fragen völlig in den Hintergrund gerückt. Ich liebe, wie Senua anfangs jeden Gegner niederringen muss, aber mit jedem (mentalen) Schritt nach vorne zu einer geschmeidigeren Kampfmaschine wird und auch regelrecht durch die Rätsel rauscht. Ich liebe auch, dass sich das Spiel traut, für ein Drittel seiner Laufzeit komplett auf Kämpfe zu verzichten. Größter Kritikpunkt ist vielleicht, dass das Sterben jedes Mal ein Ruckler in diesem Rausch ist, vor allem wenn man irgendein Rätsel nicht verstanden hat. Hätte ich anders gemacht oder einfach irgendwie rausgestrichen. (Oh, und Collectibles hätte dieses Spiel auch nicht gebraucht.)


Die PS5 ist zweimal mitten in einer Zwischensequenz abgestürzt, was jedes Mal einen halben Herzkollaps verursacht hat. Beim Neuladen ging es dann aber! Auch darüber hinaus gab es ein paar seltsame Bugs in Steuerung etc. Wundert mich fast, das hier nicht mal eine überarbeitete Version herausgekommen ist.


Hellblade lügt, und es ist groooßartig. Dass der Rot-Mechanismus Bullshit ist, hat sich ja inzwischen herumgesprochen, aber auch inhaltlich weiß man nie so 100%, woran man ist, und es wird wirklich ALLES dafür eingesetzt. Konzeptuell zuckersüß!


Ich mag, wie das Spiel mit Kultur umgeht, tausendmal mehr als bspw. God of War. Die "Northmen", ihre Götter und ihre mythologischen Welten hier sind keine Wikipedia-Liste mit irgendeinem nebulösen Authentizitätsanspruch, sondern Geschichten, Allegorien, aber trotz allem zutiefst glaubwürdig in der Lebenswelt der Figuren verankert. Ich LIEBE bspw., wie mundan heilige Stätten und Artefakte hier wirken, tatsächlich wie aus einer Zeit, in der das eigene Leben der Hauptbezugspunkt war. Es werden darüber hinaus auch nicht alle bekannten nordischen Mythen "abgeklappert", sondern allem voran die, die passen. Nur explizit keltische Kultur hätte es noch etwas mehr geben können, zumal da definitiv narrativer Platz für war.


Das Spiel sind immer noch hervorragend aus, die Leistung der Hauptdarstellerin wurde zurecht überall gelobt, aber was ich noch mal hervorheben möchte, sind Design und Inszenierung: Die Kamera ist ERBARMUNGSLOS, was Senuas Leiden angeht, ihre Emotionen werden genau richtig – und manchmal genau richtig nicht – eingefangen. Die Umgebungen können von trivial zu einzigartig übergehen, oftmals in Sekunden, und fast jeder Moment hat irgendetwas, das hängenbleibt. Der Kampf mit Surtr in Flammen und weirder Musik, das harte, HARTE Gedicht in der ersten Rückblende, alles mit Hela, das Finale mit seinen Nier-Vibes und selbst die Beziehungsebene mit den männlichen Figuren funktioniert einwandfrei. (Ihre Mutter bleibt nebulös, sicherlich auch bewusst.) Im selben Sinne ist es übrigens auch ein wunderbar geschriebenes Spiel, das sehr einfach sehr viel prätentiöser und anstrengender hätte werden können.


Das Ende des Spiels war spannend. Ich denke, ich wusste emotional eigentlich recht schnell, wie es enden muss (vor allem, weil die Stimmen wieder und wieder betonen, dass Senua "sterben" wird, mit Betonung auf die Betonung ;D), aber das tut der Erfahrung keinerlei Abbruch. Ein Teil von mir möchte auch infrage stellen, dass diese kaputte, kaputte Frau in einer solchen Situation noch einmal Halt finden kann, denn meine Fresse, drückt das Spiel sämtliche Finger in sämtliche Wunden ... aber nach all den Kämpfen und Rätseln gönnt man ihr dann auch den Moment der Klarheit – auch wenn sie nur deshalb nicht allein ist, weil all die Verstorbenen auf ihrer Seite waren.

Insgesamt auf jeden Fall ein großartiges Spiel und eine noch krassere Erfahrung. Ich habe gar nicht groß Bock auf Teil zwei, auch wenn natürlich potenziell interessant ist, wie Senuas Psychosen mit der Realität (und tatsächlich lebendigen Menschen) interagieren, aber allem voran ist dieses Spiel nun mal rund, singulär, abgeschlossen, ein kleines Gesamtkunstwerk. Nice! =]
Und danke an alle, die mich motiviert haben, es doch noch zu spielen! ;D

"In your sword still beats a heart."


https://www.youtube.com/watch?v=yyoI43Tut38

MeTa
02.08.2024, 18:09
Ich bin sehr happy, dass du das Spiel doch noch angegangen bist. Und dann auch noch in einem Tag, die Hoffnung hatte ich wirklich aufgegeben. Eventuell sind Stimmen a la "mach das alles für die bestmögliche Erfahrung in einem Rutsch" gar nicht sinnvoll nötig, weil einen das Ding ohnehin in seinen Bann zieht und so leicht nicht aus dem Sog lässt.

Volle Zustimmung, was die Rundheit des ganzen, die Einbindung der Mythologie und die Inszenierung im Allgemeinen angeht. Es ist wirklich ein einzigartiges Gesamtkunstwerk mit einer beeindruckenden und coolen Entstehungsgeschichte.

Auch bei Teil 2 teile ich deine Skeptik. Habe mir nicht groß was dazu angesehen, geschweige denn Reviews gecheckt, aber ein Sequel von so einem perfekt abgeschlossenen Spiel schreit nach "braucht man eigentlich nicht mehr." Wenn das Studio dadurch aber noch etwas die Kaffeekasse auffüllt und im Anschluss dafür wieder ein krasses, kreatives Ding raushaut, gönne ich da schon. Und Vertrauen haben sie sich mit Senua's Sacrifice allemal erarbeitet. Die Neugier allein wird mich bald wohl auch mal Teil 2 reinschmeißen lassen.

La Cipolla
10.08.2024, 11:15
Eventuell sind Stimmen a la "mach das alles für die bestmögliche Erfahrung in einem Rutsch" gar nicht sinnvoll nötig, weil einen das Ding ohnehin in seinen Bann zieht und so leicht nicht aus dem Sog lässt.
Ich denke auch. Die Empfehlung dagegen, Kopfhörer aufzusetzen, die seit nem knappen Jahrzehnt als Sternchen an jeder Besprechung des Spiels klebt, macht definitiv Sinn! :D Wobei ich dadurch auch fast noch etwas mehr erwartet habe, von der Inszenierung der Stimmen. xD (Das ist aber, wie so oft, ausschließlich ein Erwartungsproblem.)





Zeit für eine schnelle Runde IDOL TIME für die Hololive-Fans unter uns!
YOU KNOW WHO YOU ARE



HoloCure - Save the Fans!

https://s.yimg.com/ny/api/res/1.2/YZTfOHGa5iMt6M2c3d0.Mg--/YXBwaWQ9aGlnaGxhbmRlcjt3PTY0MDtoPTM2MA--/https://media.zenfs.com/en/gamesradar_237/cd0bb01e934ebae056d37424a8c92cef

Ich habe auf einer Busfahrt ~15 Stunden Vampire Survivors gespielt, war VOLL dabei, und hatte ziemlich genau am Ende dieser Busfahrt auch genug davon. HoloCure ist ein gut gemachter VS-Klon, kostenlos, mit ein paar wirklich klugen eigenen (oder woanders geklauten?) Ideen, und ich würde es für mich tatsächlich vor VS einordnen. Trotzdem war nach ~15 intensiven Stunden auch hier die Luft raus, und ich befürchte, das wird das Genre für mich bestimmen. :D Erwähnen sollte man vielleicht noch die kleinen Mechanismen drumherum: Man kann fischen, Gemüse anbauen und damit ein paar Minions aufziehen. Nix Besonderes, aber ein guter Breather zwischendurch, und so kann man wahrscheinlich auch das ganze Spiel bewerten.



Idol Showdown

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Ein kostenloses Hololive-Prügelspiel, ursprünglich ohne Lizenz von Fans! Und wie schon beim My-Little-Pony-Prügelspiel zuvor fragt man sich hier abermals, wie zum Fick irgendwelche Amateure es schaffen, solche Qualität in einem dermaßen aufwändigen Genre auf die Beine zu stellen. =O Mir war es allerdings etwas zu ... speziell, gerade in der Steuerung, und der Solo-Inhalt ist zwar vorhanden, fühlt sich aber deutlich amateurhafter umgesetzt an als die kompetitiven Grundmechanismen. Nicht meins, aber trotzdem cool, dass es existiert! Irgendwann bei EVO? ;D



HoloParade

https://shared.akamai.steamstatic.com/store_item_assets/steam/apps/2647230/extras/Battle.gif?t=1721709006

Das einzige Spiel aus diesem Post, das ein paar Euro kostet, und ironischerweise auch das einzige, das sich mehr so nach einem Gacha-Cash-Grab anfühlt. Ist es aber nicht? Macht sogar grundlegend Spaß, mit komplexer werdenden Grundmechanismen, die sich etwas swingy anfühlen. Der Gacha-Aspekt ist eher uninspiriert. Für mich an erster Stelle stand allerdings schnell der gute, alte Gedanke: "Ich könnte gerade auch was anderes spielen." Und nach ~4 Stunden hat er sich dann auch durchgesetzt.



Also ja, ich hätte gerne einen größeren thematischen Post abgesetzt, aber letztlich gab es für mich persönlich hier doch nicht sooo viel zu holen. YMMV though!

https://encrypted-tbn0.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcTknpyFmToPVGVsFIKyF2PEaCf2x-LHeX8Nbw&s

La Cipolla
22.08.2024, 18:58
Ich bin in den Ferien doch mehr zum Makern als zum Spielen übergegangen ... was cool ist! =] Heißt aber auch, eher wenig Fortschritt hier.

Vor allem habe ich etwas umgesetzt, was ich schon länger vorhatte: Einen Ausflug ins Hoyoverse! Ich halte die Texte eher knapp, auch weil ich beiden Spielen nur so ~30 Stunden haben dürfte. Honkai Star Rail möchte ich mir übrigens aufheben, falls dieses Bedürfnis noch mal zurückkommt, und weil ehrlich gesagt keins dieser Spiele wiiirklich geeignet ist, neben einem anderen zu laufen. ^_~
Der Anlass war übrigens, dass mich die Videos zu ZZZ dann doch zu sehr gereizt haben.



https://cdn1.epicgames.com/salesEvent/salesEvent/EGS_GenshinImpact_miHoYoLimited_S1_2560x1440-91c6cd7312cc2647c3ebccca10f30399?h=270&quality=medium&resize=1&w=480

Genshin Impact ist ein Open-World-Spiel, das sich offensichtlich recht dreist bei Breath of the Wild bedient, aber trotz allem ganz eigene Akzente setzen kann. Story und Charaktere sind zumindest anfangs deutlich mehr Anime (aber durchaus sympathisch, vll. so auf dem Level eines ordentlichen Tales of?), und der Abwechslungsreichtum in der Erkundung der Welt ist ernsthaft hervorragend. Der Hauptreiz hier ist für mich aber die Welt selbst. Denn während schon die Startgegend ihre kleinen Höhepunkte hat (Baum!), reicht ein Blick in ein paar spätere Gegenden, damit ich sofort den Rucksack packen will. Und das Ganze ist auch noch ziemlich cool mit Quests, Secrets u.ä. unterfüttert! Das Kampfsystem ist okay. Die Kamera und die "Rutschigkeit" des Ganzens sorgen zwar für Frust, vor allem in Verbindung mit Verbindungsschwierigkeiten (Online-Zwang!), aber im Kern funktioniert es, zumal die Kämpfe wirklich gut mit anderem Kram abgewechselt werden.
Der Elefant im Raum: Es ist, trotz allem, deutlich spürbar ein Gacha-Spiel. Das merkt man an der Fan-Service-esquen Kamera, die einem ständig coole Charaktere andrehen will, über viele kleine psychologische Mechanismen wie Dailys, schwer durchschaubare Währungen und Upgrade-Materialien etc. Und dabei ist es auch noch relativ geizig; ich habe nach 30h jedenfalls noch keinen S-Level-Charakter bekommen. Aber, und das ist die andere Seite: Der Spielzwang, den Gacha-Spiele gerne aufbauen, passt sich hier doch ziemlich gut ins Gesamtkonzept ein! Ich würde sogar sagen, die Erkundung leidet überhaupt nicht darunter. Was viel wert ist in einem Spiel, das ich hauptsächlich für die Erkundung spiele! =O Wer anfällig ist, sollte trotzdem tunlichst die Finger vom Spiel lassen, oder zumindest nur die Charaktere nutzen, die man durch die Story bekommt. Die reichen nämlich aus. :A


https://www.pcgamesn.com/wp-content/sites/pcgamesn/2022/05/Zenless-Zone-Zero-system-requirements-550x309.jpg

Zenless Zone Zero ist stylish as fuck und polished as hell! Man braucht lange, um wirklich in den Standard-Spielfluss zu kommen, und tatsächlich führt das Spiel auch nach 30 Stunden noch locker-leicht neue Mechanismen ein, aber das Kern-Gameplay (sowohl die Action-Kombo-Kämpfe als auch die "Dungeons") ist ernsthaft reibungslos und ... nun ja, "zen" eben! Ein richtig schöner Rausch, und kein Vergleich mit Genshin. Überraschend und irgendwo cool finde ich, dass das Ganze nicht nur vom Core Loop her ein gutes "Eine-Stunde-pro-Tag-Spiel" ist, sondern sich auch inhaltlich wie ein "Alltagssimulator" anfühlt, durch das Durchbummeln der Stadt und viele Low-Brow-Missionen? Außerdem: Arschcoole Charaktere, und ich weiß nicht, ob ich jemals so coole Animationen gesehen habe – wenn, dann definitiv nur in Fighting Games. Die natürliche Coolness eines Personas erreicht es zwar nicht, dafür fühlt es sich etwas zu konstruiert an, aber die Gesamtwirkung wirkt trotz allem!
Der Elefant im Porzellanladen: Das Gacha-System ist hier ein präsenter, störender, weil die Charaktere einen größeren Reiz ausmachen und das Grinding sehr viel notwendiger ist. Man kriegt allerdings auch schneller Premium-Währung und seltene Charaktere als in Genshin. Trotzdem fragwürdig, und wenn ich auch nur ETWAS anfälliger für sowas wäre, wäre das ein definitiver Grund, dieses Spiel komplett zu meiden.

Ein Vergleich drängt sich auf, aber an erster Stelle sollte gesagt werden, dass die Spiele nicht wirklich gut zu vergleichen, weil jeweils recht eigen sind. Es gibt zwar lustig-stumpfe Ähnlichkeiten, etwa das Ausrüstungssystem vom Typen "Copy-und-Paste" (Warum? So geil ist es wirklich nicht?!?), aber die Kernreize liegen komplett anders. Trotz allem könnte ich sagen: ZZZ schneidet in fast allen objektivierbaren Kategorien besser ab und ist nicht zuletzt durch das Charakterdesign das unvergleichbar coolere Spiel, aber Genshin ist einen Tacken sympathischer und hat diesen überaus gut gemachten, chilligen Core Loop, durch den es ja auch ursprünglich überhaupt erst aus der Gacha-Menge herausstechen konnte. ZZZ würde das nicht gelingen.
Ich spiele erstmal beide weiter! ^^

La Cipolla
14.09.2024, 04:54
Monuments to Guilt

"a short exhibition exploring exclusionary design"

Huh. 15 Minuten "Spielzeit" und kostenlos auf itch (https://louisthings.itch.io/monuments-to-guilt).

Exclusionary Design (oder auch Defensive Architektur (https://de.wikipedia.org/wiki/Defensive_Architektur)) meint Städtebau und -deko, die sich mehr oder weniger aktiv gegen "unerwünschte Elemente" richten, allem voran Obdachlose. Mich interessiert das Thema schon länger, gerade in seiner Komplexität und seinen Implikationen, und so war ich doch gespannt, was das Videospielmedium zur Diskussionen beitragen kann.

But well, egg on my face, Monuments to Guilt ist wirklich kein Videospiel. Ich neige nicht dazu, das Medium so aggressiv zu beschränken, aber dieses Projekt tut proaktiv alles irgendwie Mögliche, um eine stinknormale Ausstellung zu bleiben, nur eben digital. Fairerweise muss man sagen: Genau das steht ja auch in der Beschreibung. Die Interaktivität beschränkt sich auf das Herumgehen, das Angucken von Exponaten und das Lesen von Texten, und tatsächlich könnte es so ein Museum auch in echt geben. Denn wiederum: Vielleicht auch nicht, weil man in der Realität wohl kaum die nötigen Exponate bekommen würde ...? Und wahrscheinlich auch nicht den Raum, zumindest für so wenig Geld. Hm, vielleicht hat das Ganze doch einen Daseinszweck.

So oder so bleibt es komplett basal. Wenn man unbedarft im Thema ist, ist es sicherlich eine nette Provokation, die zum Nachdenken anregt, durch die pure Menge der Exponate und die unterschiedliche "Klarheit" der Designs. Aber ich frage mich von der ersten Minute an: Hätte man hier nicht tiefer gehen können, gerade durch die Interaktivität des Mediums? Sich einen Schlafplatz in einer defensiven Stadt suchen, oder einen Weg durch diese Stadt als Behinderter, hätte das nicht mehr Eindruck hinterlassen? Wäre es nicht spannend gewesen, die Spielenden durch eine andere Konzeption selbst entscheiden zu lassen, was sie als defensiv wahrnehmen und was nicht? (Und wären nicht auch Wortmeldungen oder Meinungen von Betroffenen oder Designern spannend gewesen?) Was hätte ein Davey Wreden aus dem Thema machen können?

Am spannendsten sind vielleicht die ironischen Elemente: "Please do not touch" steht überall an den Wänden dieses Projekts über pragmatische Gegenstände, die man eigentlich lieber gar nicht benutzen soll. ^_~ In einem gewissen Sinne hält die nüchterne Natur des Museums selbst schon als Kommentar her ... aber ob der auch nur gewollt ist? Keinen Schimmer. So deutlich wird es dann eben doch nicht.

Joah. Kann man mal machen.

https://img.itch.zone/aW1hZ2UvMTkyNTE0Mi8xMTU3MTM3MC5naWY=/347x500/nlWR5Y.gif

La Cipolla
03.10.2024, 07:04
Ich spiele immer noch recht aktiv Zenless Zone Zero! Echt cooles Ding, um immer mal ein paar Minuten pro Tag zu laufen. Genshin Impact fordert da irgendwo mehr Engagement, was sich nicht so gut mit meinem Alltag verträgt; mehr ein Ferienspiel.

Heute zwei Spiele ... die abermals nix mit der Challenge zu tun haben. ^^



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Max Gentlemen: Sexy Business

Woah, ich habe gerade erst den raffinierten Plural im Titel entdeckt! :D Denn ja, das hier ist wieder mal ein Spiel, dem man seine Behauptungen glauben sollte: Es geht um maximale Gentlemen (jeglichen Geschlechts). Es geht um Sexy. Und es geht um BUSINESS!

Tatsächlich mag ich Business-Sims, wenn sie nicht zu komplex werden und kein allzu hartes Multitasking erfordern ... Also leider nur sehr wenige. Sexy Business wiederum ist definitiv einer dieser Fälle! Wir bauen unser Business auf, heuern den Pöbel an, übernehmen Konkurrenten durch Fisticuffs, zerschlagen Gewerkschaftsproteste, schicken unsere WUNDERSCHÖNEN Vorstandsmitglieder auf koloniale Erkundungen und tun generell, was man so gemeinhin von einem viktorianisch-blaublütigen Kapitalisten erwartet. Und es ist wunderschön, wie das Spiel zur selben Zeit um all die Fragwürdigkeiten des Genres weiß und sich trotz allem genussvoll darin suhlt, ohne alles sofort subvertieren zu müssen ... mit zwei zwinkernden Augen, natürlich.

Aufgelockert wird die sowieso recht lockere Sim mit noch deutlich lockereren Dating-Szenen und Minispielen wie dem Corgi-Wettrennen, der Massage oder natürlich einer gediegenen Runde "Buttler versenken"; alles wunderbar unterhaltsam. Und vor allem das Writing sollte extra erwähnt werden! Es gibt eine Menge davon, und das wird vor allem unter Sim-Freunden nicht jeden hinter dem Ofen hervorlocken, aber dafür sind auch ALLE Charaktere herrlich albern und jeder Dialog ein Genuss. Nach hinten hin schleicht sich sogar ein Ansatz von Ernsthaftigkeit ins Spiel, aber es weiß auch sehr genau, wie weit es damit gehen sollte. Oh, und es ist sexy, falls das noch nicht deutlich geworden ist! Wirklich mehr sexy als porno, ohne verklemmt zu wirken, und selbst diese Balance passt hervorragend ins Gesamtbild.

Ein bisschen seltsam ist das Zusammenspiel von Grundmechanismen und dem Schwierigkeitsgrad: Eigentlich ist dieses Spiel überaus einfach ... zumindest, bis man urplötzlich verloren hat. Das ist mir innerhalb der Hauptkampagnen zweimal passiert, und selbst dann war es jedes Mal ein dummer Flüchtigkeitsfehler, den ich durch einen Reload leicht beheben konnte. Sexy Business mag Business sein, und natürlich sexy, aber es ist eigentlich überhaupt nicht spannend, weil es am Ende des Tages nur das Verständnis der Mechanismen auf einer Makroebene überprüft, ohne wirkliche Adrenalinmomente zu liefern. Ob einen das stört, muss man selbst entscheiden. Ich hatte über weite Strecken Youtube laufen (in den Dialogen pausiert, natürlich!), aber das ist durchaus eine Art des Spielens, die ich zu schätzen weiß.

Also ja, nette kleine Empfehlung, wenn einen schon der Titel anspricht!



https://www.ft.com/__origami/service/image/v2/images/raw/https%3A%2F%2Fd1e00ek4ebabms.cloudfront.net%2Fproduction%2F2632b511-9dd1-4c96-b26a-936e43554d93.jpg?source=next-article&fit=scale-down&quality=highest&width=700&dpr=1

Pacific Drive

Ein Survival-Spiel mit Auto in einer übernatürlich verseuchten Zone voll unverständlicher Geheimnisse? Klingt mega, vor allem wenn man Tales from the Loop und ähnliche Konzepte mag! Die ersten Stunden war ich auch ziemlich drin. Steuerung und Crafting sind zwar recht detailliert, beizeiten simulativ, aber das passt schon, und man gewöhnt sich daran. Richtig nice ist die Atmosphäre, durch die wunderschöne Landschaft des Pacific Northwest, das arschcoole Americana-Autoradio und die zeitweise durchaus weirden ... Vorkommnisse. Keine Spoiler hier!

Für mich hat sich das Spiel aber seltsam lang gezogen, schon nach 20 Stunden war irgendwie die Luft raus. Die Übernatürlichkeiten und die Radio-Songs wiederholen sich zu oft, das aufgemotzte Auto und ein Verständnis der Grundmechanismen machen die Runs zunehmend - und überraschend! - trivial, und letztlich muss man auch einfach VIEL zu viele davon machen, um die Story voranzubringen; zumal sie zu oft zu ähnlich ablaufen, und die Story selbst ist jetzt auch nicht gerade mitreißend. Es ist tatsächlich ein bisschen ärgerlich! Und ehrlich gesagt, das ist überhaupt kein Problem, mit dem ich irgendwie gerechnet hätte, und auch keins, bei dem ich eindeutig sagen könnte, wie man es vermeiden könnte. Komplexe Sache, und den Reviews zu urteilen für die meisten ja auch gar kein Ding!

Meinen Spaß hatte ich, bis ich es dann abgebrochen habe, und ich wollte durchaus weiterspielen ... aber irgendwie eben auch nicht. Well, well! Einen Versuch ist es trotzdem wert, wenn einen das Konzept anspricht.

La Cipolla
23.10.2024, 09:48
Ich war drei Tage erkältet ... wodurch ich hiermit fertig geworden bin! :D




"I may be just a schoolgirl ... But now, I'm a schoolgirl with a giant robot!"

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13 Sentinels: Aegis Rim

Zuerst stand hier etwas über den Wiedererkennungswert der Vanillaware-Spiele (GrimGrimoire ist weiterhin mein Geheimtipp!) ... aber tatsächlich würde das der Sache nicht ganz gerecht werden. Denn keine Frage, die Optik und die eigenwilligen Mischungen, die das Studio ausmachen, sind das, was mich zu 13 Sentinels gezogen hat, aber letztlich habe ich hier VIEL mehr bekommen! =O

Was ist das hier?

Ich würde 13 Sentinels am ehesten in diesem Bereich zwischen Visual Novel und Adventure einordnen, zur Hälfte!
Ein paar Schüler in den 80ern realisieren, dass sie sich dieselben Träume teilen, von Kaijus und Mechas. Einer erhält eine kryptische Warnung, als das größte Idol seiner Zeit durch den Fernsehbildschirm zu ihm spricht. Eine andere Jugendliche wird von einer sprechenden Katze beauftragt, gefährliche Hexen zu versiegeln, die unsere Welt ins Chaos stürzen werden. Und 1945 tritt ein junger Patriot einem geheimen Militärprojekt bei, um gegen die Amerikaner zu kämpfen.
Und wenn das jetzt irgendwie so klingt, als könnte man bereits Schlussfolgerungen ziehen? Keine Chance. Am Anfang versteht man gar nichts, und wenn doch, ist es wahrscheinlich Irreführung. 13 Sentinels hat überhaupt keine Eile, sich zu erklären. Damit muss man klarkommen, und tatsächlich ist genau das auch schon der größte Reiz des Ganzen!
Am Ende werden es – keine große Überraschung hier – 13 Jugendliche sein, die in gigantische Roboter steigen, um ihre Heimat vor den Kaijus zu bewahren. In den 40 Stunden Spielzeit geht also praktisch gesehen darum, zu verstehen, wie es zu diesem Endkampf gekommen ist. Und wenn es dann soweit ist, wenn die 13 endlich ihre Roboter rufen? Vielleicht einer der befriedigendsten Momente der Videospielgeschichte.
Nennenswerte "Rätsel" gibt es kaum, letztlich stehen die Dialoge im Vordergrund. Aber wir können ein wenig herumlaufen und ein wenig herumprobieren, und das lockert das Ganze durchaus auf. Zur Hälfte!
Die andere Hälfte ist genau dieser Endkampf, der verteilt über ca. 40 Strategie-Rollenspiel-Missionen parallel zur Story läuft. Coolerweise können wir nach dem Prolog nicht nur wählen, in welche der 13 Stories wir zuerst eintauchen (mit gewissen Einschränkungen), wir können auch wählen, wann wir uns an den Strategie-Teil wagen.
Und wenn dieser Absatz hier beim Lesen verwirrt hat, am Ende aber doch Sinn ergibt? DAS ist die Erfahrung, die euch auch in 13 Sentinels erwartet. Nur besser, nehme ich an! Denn im Ernst, es ist wirklich beeindruckend, wie gut alles zusammenkommt. Netterweise gibt es aber auch viele kleine Fallschirme, etwa kurze Erinnerungstexte für die Einzelstories oder einen fetten Lore Log, der wirklich alles notiert, was man bisher herausgefunden hat.

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Zum Strategie-Gameplay

Die Kämpfe sind erstmal Echtzeit, pausieren aber, wenn unsere Mechas am Zug sind, damit wir in Ruhe taktieren können; sozusagen ein klassisches ATB-System. Dabei beschützen wir eine Basis, mit einer leicht weirden Kamera und einem HUD, das auch schon mal im Weg ist.
Das Ganze hat zwei wertvolle Pluspunkte und ein nerviges Minus.
Erstmal fangen die Kämpfe einen TEIL des Feelings gut ein. Zwar ist unser stilisierter Blip auf der sehr stilisierten Stadtkarte nur mit viel Fantasie ein Mecha, aber wenn man dann mit einem fetten Laserstrahl 30 Gegner auf einmal vernichtet oder dutzende aus dem Himmel stürzende Raketen abfängt ... es regt diese Fantasie zumindest an! Und genau das gilt auch für das Gameplay an sich. Unsere Einheiten sind übermächtig, die Gegner massiv in der Überzahl, also müssen wir mit einer Hand voll Mechas zusammenhalten, den Ansturm mit allen strategischen Mitteln überstehen. Und gerade auf einem passend gewählten Schwierigkeitsgrad und in der zweiten Spielhälfte kann einem das auch schon mal den Schweiß auf die Stirn und die Taktik ins Gehirn treiben. Übermacht, Zusammenhalt, Verzweiflung, Taktik – alles sehr passend!
Dann, muss ich sagen, war ich doch überrascht, dass ich auf irgendeiner Ebene Spaß an den Kämpfen hatte. Es ist nicht so wirklich mein Genre und im Prolog dachte ich mir nur "Oh GOTT", aber wenn man erstmal drin ist und beginnt, die Charaktere zu verfeinern, schlägt ein gewisser "Schach-Reiz" an. Wenn man das Genre mag, könnte es also ordentlich reinhauen!
Aber: Es ist – mal wieder – zu viel von allem. Die HÄLFTE hätte ich optimal gefunden. Das beginnt schon mit der Menge an Angriffs-/Upgrade-Optionen und Skills pro Charakter, denn SO ultimativ ist das Kampfsystem auch wieder nicht. Außerdem geht es hier um Individuen, deren Besonderheiten herausstechen sollen; was sie aber nur bedingt tun, wenn jeder fünf kleinteilige, vergessenswerte Skills und in großen Teilen dieselben Angriffe hat, die man pro Mech einigermaßen beliebig upgraden kann. Ironischerweise IST das Spiel aber auch gar nicht so frei, wie es erst scheint, denn manche Charaktere sind einfach objektiv besser mit bestimmten Angriffen. So ist das Upgrade also keine echte taktische Entscheidung, sondern allem voran ein Ankreuztest zum Verständnis des Kampfsystems. Und etwas Ähnliches gilt für die Kämpfe: Wenn ich weiß, dass es 40 davon gibt, denke ich nicht im Traum daran, mich allzu tiefgründig mit einem einzelnen zu beschäftigen, geschweige denn ihn ein zweites Mal zu machen oder zu grinden. Es fühlt sich halte irgendwie nach "Wegwerf" an, nach Spielzeitstreckung. Und an der Stelle war ich dann auch froh, dass es den Casual-Schwierigkeitsgrad gab, denn im letzten Drittel hätte ich nach so vielen Wegwerfkämpfen auf höheren Schwierigkeitsgraden definitiv keine Geduld mehr gehabt, ein paar davon auch noch mehr mehrmals machen zu müssen.
Dieser letzte Punkt klingt jetzt wahrscheinlich negativer als er ist, denn zum Einen macht die Auswahl über den Zeitpunkt und die Schwierigkeit der Kämpfe eine Menge wett, zum Anderen dürfte subjektiv sehr viel an der Frage hängen, wie viel Spaß man am System hat. Und letztlich sind die Kämpfe für mich persönlich auch deshalb ein eher schwacher Teil des Spiels, weil alles andere daran so verdammt gut ist!

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Zur Story

13 Sentinels gehört zu den Stories, über die sich nur schwer reden lässt, ohne alles zu spoilern. Ich denke, der Pitch oben ist ein ganz guter Start, aber man lasse mich noch ergänzen: Es passiert hier SO viel mehr, und über die verschiedenen Zeitebenen hinweg und durch diverseste Tropen hindurch entsteht hier allem voran Science Fiction. Und zwar wirklich epische, verdammt GUTE Science Fiction! Um auch hier wieder ein Extrem zu bemühen: Vielleicht eine der besten (epischen) Sci-Fi-Stories, die ich kenne!
Darüber hinaus ist es aber nicht das, sondern auch noch eine gute Story aus 13 größtenteils guten Einzelstories?? Teilweise checkt man erstmal gar nicht, wie selbstbewusst sich diese Geschichten in unterschiedlichen Tonfällen und Genres bewegen, ohne dass es jemals unpassend oder inkonsistent wäre. Und genau wie bei den Kämpfen ist es alles sehr VIEL, aber im Gegensatz zu den Kämpfen wird das Spiel seinen Ambitionen in diesem Bereich 100% gerecht. Ich meine, was da alles DRIN ist?! Und wie gut sich die Stories überschneiden und am Ende trotz allem zusammenkommen, ist wirklich ein Genuss.
Ein genereller Punkt: Es ist nicht nur Science Fiction. Und manchmal kommt die Romantik recht plötzlich! Bei einigen Charakteren (Fuyusaka) verbuche ich es als Charakterding, aber generell wäre das hier und da feinfühliger gegangen. Missen möchte ich es trotzdem nicht! 13 Sentinels ist eben AUCH eine Teenager-Romanze, und definitiv nicht die schlechteste. Bei den 13 Hauptfiguren gibt es auch schon mal medial eher unkonventionelle Konstellationen, wie bspw. das sehr unterhaltsame homosexuelle Paar, oder dass deutlich gemacht wird, wie Charaktere nicht unbedingt durch Schicksal und Blut verbunden sind, sondern theoretisch in mehreren (SCHOCK!) funktionierenden (SCHOCKSCHWERENOT?!) Beziehungen existieren könnten, natürlich alles durch die Linse von Sci-Fi-Kladderadatsch.
Etwas allgemeiner: Die Menschlichkeit, die ganzen Emotionen sind generell GUT gemacht, das Spiel geht durchaus immer darauf ein, aber weil es so viele davon gibt, gehen manche im Sturm des Hauptplots unter. Ich hätte gern etwas mehr Konflikt, etwas mehr Auflösung, etwas mehr Zeit für Konsequenzen und "Ausharren" gehabt, etwa wenn jemand realisiert, dass er sinnlos getötet hat, oder wenn jemand sein ganzes Leben lang betrogen wurde. Aber der Plot muss halt weitergehen, und das ist es vielleicht wert ...?
Und abschließend: Lasst uns über Twists reden. 13 Sentinels hat ein paar wirklich gute Twists! Allem voran "Was du die ganze Zeit für X gehalten hast, war stattdessen Y!" hat mich ernsthaft erwischt. Von anderen bin ich nicht ganz so überzeugt, wie etwa dem letzten großen "All das war stattdessen Z!", aber okay. Geht klar. Und einige habe ich vermisst, allem voran im Epilog, der für mich dann doch zu berechenbar war. Das Finale hat einwandfrei reingehauen, und ich habe absolut nichts gegen ein einseitiges, simples Ende, aber gerade in der Menschlichkeit, in den Beziehungen und Entwicklungen der Figuren hätte ich mir die eine oder andere kleine (!) Überraschung gewünscht.
Aber das ist alles Kritik auf hohem Niveau, denn letztlich war ich von Anfang bis Ende VOLL dabei.

Zu den Charakteren

Hier könnte man das Review beenden, allerdings ... habe ich mir japanische Namen gemerkt?! WHAT IS THIS SORCERY?
Die englischen Texte sind ganz hervorragend, die japanischen VAs gewohnt goldig. Allem voran treffen die Charaktere selbst aber auch so ein perfektes Mittelding aus "für sich genommen interessant" und "eine Person, die den Cast aus 13 besser macht"!
Daher gönne ich mir eine Liste!

Juro Kurabe: Meiner Meinung nach keinesfalls "der Hauptcharakter" des Spiels, wie man erst meinen könnte. Zwar ist er insgesamt ein wenig Hauptcharakter-blass, ein wenig ... getrieben von den Ereignissen, aber dadurch auch eine durchaus spannende Mystery Box. Und die Charaktermomente, in denen er einfach nur als Nerd dastehen darf, machen durchaus Spaß!
Iori Fuyusaka: Ein starker Charakter, in all ihrer Normalität! Das Zitat oben gehört ihr, und natürlich stolpert sie zu Beginn des Spiels mit einem Toast im Mund zur Schule. Würde es hier nur um sie gehen, wäre es langweilig, aber als ein Charakter von 13? Stark! (Oh, und was war das da für ein spannender Mini-Moment mit Yuki im Endkampf ...? DAS auf ernsthaft hätte ihr noch ein bisschen mehr Biss gegeben! :D)
Keitaro Miura: Fish out of (pacific war) water. Die 1945er-Charaktere sind natürlich in vielerlei Hinsicht interessant, und tatsächlich ist das Spiel einen Tacken konservativer, uninteressierter an der "Kontroverse" dieser realen Geschichte, als ich erst gedacht hätte. Miura mag ich trotzdem, weil er halt nicht nur ein indoktrinierter Junge seiner Zeit, sondern dabei auch noch so wunderbar gutmenschlich-naiv ist. Aber meine Güte, wäre dieses Spiel interessanter geworden, wenn sie einen (Halb-)Amerikaner in den Cast gepackt hätten? xD Oh, oder wenn wir ein paar echte Reaktionen auf die homosexuelle Beziehung bekommen hätten ...?
Takatoshi Hijiyama: Liebevoller Hobo-Militär aus der Nazizeit, angewiesen auf Sympathie und Mülleimertauchen. Was will man mehr? Identitäre Verwirrung! Herrlich. Perfekt. Chef's Kiss!
Megumi Yakushiji: I love my Yakisoba Pan Angel. Ihre Story grenzt am ehesten an "albern", aber zum Einen passt es irgendwo zu ihrem Scheuklappen-Charakter und zum Anderen merkt man auch ungesagt, dass sie sich von Anfang an selbst belügt. Gut geschrieben!
Natsuno Minami: Nett. Süße Story! Nicht viel mehr, aber man muss es bei 13 Leuten ja auch nicht übertreiben. Also warum nicht einfach mal ET?
Ei Sekigahara: Für mich einer der schwächeren, weil seine Vergangenheit, sein Mysterium zu wenig eigenständigen Pull hat. Sein Charakter ist halt auch komplett entwurzelt, das macht ihn sehr zu einem "Plotelement" und Beobachter als zu einem vollwertigen Charakter.
Nenji Ogata: Der Schläger mit Herz. <3 Ich mag, wie er diesen Archetyp hervorragend ausfüllt, ich mag seine Rolle für andere und ich liebe ihn zusammen mit Tomi und den anderen Schlägern!
Tomi Kisaragi: Vielleicht der vielschichtigste Charakter? Spannend, überraschend, cool, macht Spaß ... und ist VIELLEICHT ein bisschen zu viel für diese Geschichte? Aber ich beschwer mich nicht; ich hätte mich wahrscheinlich auch verliebt.
Renya Gouto: Erklärt den Plot und ist selbst dann noch schwer durchschaubar. Wirkt ... unmenschlich? Außerdem, und jetzt bitte im Kanon: GIB. MIWAKO. EINE. CHANCE. DU. MONSTER!
Ryoko Shinonome: Braucht dringend eine Umarmung, oder zwei. Poor baby girl! ._.' Ich bin mir außerdem nicht ganz sicher, ob sie diese Waffe haben sollte. Aber vielleicht schon, denn sie scheint zu wissen, was sie damit anstellt!
Shu Amiguchi: Sympath! Bei der ulkigen Idol-Story wäre aber mehr drin gewesen, und auch hier ... Ich hätte gerne noch ein bisschen mehr Womanizer-Konflikt gehabt, nicht nur Witze.
Yuki Takamiya: Hui! *lockert schwitzend den Kragen* Natürlich irgendwo ein Klischee, aber sowieso schon nicht das allgegenwärtigste, und dann auch noch scheinbar fehl am Platz in einer unglaublich unterhaltsamen Sherlock-Holmes-Rolle, mit zehnmal mehr Stil als der Brite jemals hingekriegt hätte. Und das, im Gegensatz zu ihm, auf Entzug!!

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Einen Screenshot musste ich selbst hochladen!


Wunderschön!

Und okay, es ist Vanillaware, also schnell noch was zur Optik!
Manchmal wirkt die fast schon verschwenderisch für die sehr bodenständigen Designs, aber ich beschwere mich nicht? Gerade die Mechas sind sicherlich passend, aber auch irgendwo langweilig. Zur Gesamtatmosphäre trägt die Optik auf jeden Fall bei, und gerade das Farbschema ist astrein, wie gewohnt. Positiv stechen diesmal aber auch die liebevollen Animationen heraus! Ich liebe Tomis edlen Stride, Yukis herrisches Auftreten, Shus ständiges Zwinkern und so ziemlich jede einzelne Sentinel-Beschwörungssequenz.

Abschließende Gedanken

Ich weiß nicht, ob 13 Sentinels: Aegis Rim tatsächlich ein Thema hat. Eine gewisse Nostalgie ist auf jeden Fall präsent (Sonnenuntergänge!), aber im Großen und Ganzen geht es vielleicht mehr um den Glauben an die Menschheit. Und vielleicht ist das auch gar nicht so zentral, eben WEIL die Story so umfassend, so episch ist! Und obwohl das Kampfsystem nur "nett" ist, wird sich das Gesamterlebnis auf jeden Fall tief in meinen Kopf fressen ... auch wenn ich die ganzen Details sicherlich schnell vergessen werde. EMPFEHLUNG! ^^





Und yeah, endlich mal wieder ein Achievement!

[Vanillaware-ish]
13 Sentinels: Aegis Rim ODER Ender Lilies

Ὀρφεύς
25.10.2024, 22:49
13 Sentinels: Aegis Rim ist aber auch ein interessanter Mix.
Für meinen Geschmack gab es zum Ende hin zu viele Wendungen, die ein wenig gewollt wirkten, aber nichts Tragisches.
Abgesehen von der Optik kann das Spiel bloß anhand seiner Charaktere stehen oder fallen.

Juro Kurabe war für mich nur der nervige Vorzeige-Einstiegscharakter.
Seinen Monolog, wie hart die Pubertät doch kickt, weil er als fast Mann mit einem Mädel alleine im Haus ist, werde ich erst vergessen, wenn Demenz mich heimsucht.
Und Iori Fuyusaka verliebt sich über Nacht, das disqualifiziert sie bereits für den weiteren Verlauf des Spiels.
Aber mit wem ich echt nichts anfangen konnte, war Takatoshi Hijiyama.
Der mit seinem ständigen Gerede über Yakisoba-Pan hat mich immer zum Seufzen gebracht.
Kein Scherz, der ist mir in all den Jahren gerade deswegen noch in Erinnerung geblieben.
Meine Lieblinge waren damals Nenji Ogata und Keitaro Miura.
Der eine hat den Vergangenheitsbonus und der andere ist zwar der typische Dulli mit Herz, doch das passte einfach.
13 Sentinels arbeitet halt viel mit Stereotypen, was nicht schlecht sein muss und am Ende glänzt das Spiel schon ordentlich.
Ich für meinen Teil hatte mit diesem Wechsel aus SRPG und Visual Novel gute 36 Stunden Spaß.

Hm, jetzt bekomme ich verstärkt Lust auf Unicorn Overlord oder Dragon's Crown.:eek:

Sylverthas
26.10.2024, 15:22
Echt spannender Bericht. Hatte das Spiel zumindest angefangen, aber mich hat dann die Lust verlassen. Die Kämpfe empfand ich irgendwie als recht eintönig und die Charakterstories haben mich nicht so ganz gefesselt, weil sie doch schon alle recht eindimensional waren. Auch fand ich die Struktur wirklich merkwürdig, dass man quasi entweder erstmal sau viel VN machen konnte, dann aber bestimmte Stellen gelocked waren und man dann sau viel Gameplay hatte, was mich dann geschlaucht hat. Irgendwie bin ich bisher mit keinem Game von VannilaWare so richtig warm geworden.
Ob ichs trotzdem mit dem hier noch mal oder Unicorn Overlords versuche und ihnen ne weitere Chance gebe?

Kael
26.10.2024, 16:20
Hm, jetzt bekomme ich verstärkt Lust auf Unicorn Overlord oder Dragon's Crown.:eek:

Lass Dragon's Crown bei Gelegenehit zusammen anfangen, das ist mir in ungespieltem Zustand bis heute ein Dorn im Auge. :p

La Cipolla
28.10.2024, 13:45
Abgesehen von der Optik kann das Spiel bloß anhand seiner Charaktere stehen oder fallen.
Absolut! Ich bin auch überhaupt nicht überrascht, wie unterschiedlich es angekommen ist, zumal der "Erzählstil", die Sprache u.ä. da auch noch mal ne Menge ausmachen dürfen. Und ob man das Yakisoba Pan nach 15x immer noch lustig findet. :p
Die weirde (mutige? nervige?) Spielstruktur, die Sylverthas beschreibt, sowieso. Die hatte mich dann auch ziemlich schnell (praktisch nach dem Prolog), und ich war ebenso erleichtert wie leicht beeindruckt, dass am Ende alles gut zusammengekommen ist. Und in diesem Rahmen mag ich es tatsächlich auch, wenn ich 10 Mech-Kämpfe auf die lange Bank schieben kann, bis ich mal Bock drauf habe. ^^
So oder so definitiv ein Spiel, bei dem ich eine Mod für den halbierten Kampf-Content genommen hätte! ^__~






https://lparchive.org/Final-Fantasy-II/1-ff_post0_002.jpg

Final Fantasy II (Pixel Remaster)

Sozusagen eine Fortsetzung dieses Posts (https://www.multimediaxis.de/threads/146787-Cipo-Touching-Grass-in-2024-%C2%96-13-Sentinels-Aegis-Rim?p=3436816&viewfull=1#post3436816).

Und hey, war ziemlich spannend! Vor allem ist es ein SEHR viel deutlicherer Schritt in Richtung modernes FF, als ich erwartet hätte! :eek:

Zuerst schnell ein paar Worte zum Gameplay ...
Afaik hat Teil II nicht den besten Ruf, was das angeht, und ich verstehe wieso. Die "Lern was du tust!"-Idee ist ja immer nett (und speziell für West-RPGler ja auch nix Neues), aber obwohl hier definitiv ein paar Überlegungen reingeflossen sind, ist sie viel zu unausgegoren, um ein wirklich funktionales System zu ergeben. Geschweige denn eins, das irgendwie besser wäre. Ein Teil von mir würde zwar gern einen Blick in die Parallelwelt werfen, in der man, anstatt zurückzugehen, DIESES System weiterentwickelt hat ... aber solang das nicht möglich ist, will ich gar nicht so viele Worte darüber verlieren. ^^ Das überlasse ich den Leuten, denen sowas wichtiger ist.

Viel spannender ist der Inhalt ...
Final Fantasy hat urplötzlich einen Charakter! :eek: Dieser entsteht in einem subtilen Zusammenspiel, das Teil I höchstens im Nachhinein und auch nur mit großem Wohlwollen für sich verbuchen kann: eine "epische" Story entlang einer "klassischen Geschichte", mit "lebendigen" Charakteren, "Drama" und gewissen "Eigenheiten" in einem "immersiven" Setting, das sich vom allerüblichsten Fantasy-Standard "abhebt" ... was ich natürlich alles bewusst in Anführungszeichen setze. Denn machen wir uns nichts vor, FFII gewinnt heute auch inhaltlich keinen Blumenstrauß mehr. Wenn man allerdings direkt von Teil I kommt, ist der Unterschied MASSIV spürbar! Besonders auffällig finde ich, dass es ganz wenig Charakterzeichnung gibt, die Figuren aber trotzdem einen gewissen Erinnerungswert haben, sei es durch die Charakterbilder, einzelne ulkige Dialogzeilen oder einfach den Fakt, dass sie einen Teil der Handlung tragen. Sogar Firions Cover-Bild ist arschcool. Klingt alles trivial, aber wie gesagt, Teil I hat das nicht nur gefehlt, es ist AUCH die absolute Grundlage für das, was sich heute wie Final Fantasy "anfühlt"! Zumindest für mich. ^^
Besonders hervorheben möchte ich dabei noch den Handlungsverlauf. Denn ein solcher Kampf gegen das Imperium ist natürlich nichts Besonderes, aber der hier folgt halt grundlegenden Regeln des Storytellings mit einer gewissen Effektivität, und die Konsequenzen davon merkt man SOFORT! Allein dadurch, dass es permanent einen roten Faden gibt, der zum Imperator zurückführt, dass jeder Handlungsmoment Push oder Pull darstellt, dass es gleich mehrere Änderungen des Status Quo gibt, fühlt sich FFII nicht mehr vorrangig wie ein klassisches Annodazumal-Videospiel-Abklappern von Levels, sondern vorranging wie eine echte tatsächliche Geschichte an. Und das ist ein Quantensprung!

https://i.postimg.cc/pX9Mtptw/speak-him-beaver-well-v0-luty050igzx91.webp

Interessanterweise haben Grafik und Musik der Pixel Remasters hier das erste Mal so RICHTIGE Höhepunkte losgelassen (der Hurricane! :|), andererseits hatte ich hier aber auch das erste Mal so ein paar dissonante Momente, in denen sich das eine oder andere falsch angefühlt hat. Könnte aber auch daran liegen, dass ich inzwischen fast 40h mit dieser Technik gespielt habe! ^_~

Abschließend war es wirklich interessant und ich bereue die 20+h nicht! Natürlich verblassen all die interessanten Ideen, Änderungen und Nettigkeiten immer noch vor dem Umstand, dass sich FFII wie eine bloße "Frustrationsübung" anfühlt – genau wie in Teil I besteht mein Hauptziel darin, irgendwie die Frustration zu minimieren, die durch die stumpfe, repetitive Zermürbung über Stunden hinweg kommt, und das ist für mich persönlich einfach kein ernst zu nehmender Spielreiz mehr; so gern ich auch grinde. (Das Ausschalten der Zufallskämpfe bleibt daher der MVP dieser Pixel Remasters!) Das war mir aber auch vorher bewusst. Und ich bin tatsächlich schon SEHR gespannt, wann das anfängt zu kippen, denn bei Teil IV gehen meine Erinnerungen schon in eine etwas andere Richtung. Mal schauen!

La Cipolla
31.10.2024, 07:40
https://kida-mnesia.com/exhibak.jpg

Kid A Mnesia Exhibition

Ich weiß nichts über Radiohead. GAR nichts!
Wenn man mich zwingen würde, ein paar Lieder zu nennen, wäre der Großteil wahrscheinlich von komplett anderen Bands, die mein Kopf ob seiner Unwissenheit in eine vage ähnliche Schublade wirft. U2? A-ha? Oasis? (Fühlt sich schon jemand angegriffen?)
Kein Schimmer!

Insofern war das hier eine eher schlechte Idee.
Was ist gerade passiert? Waren es wirklich schon anderthalb Stunden?!
Es hat wohl irgendwas mit Radiohead zu tun, habe ich beim "Spielen" gemerkt. Tatsächlich ist es am ehesten ein Walking Simulator. "Exhibition" ist sicherlich nicht ganz falsch, denn es stehen Dinge rum, es passieren Dinge, und wenn man irgendwas über Radiohead weiß, weiß man diese Dinge vielleicht auch zu schätzen.
Es ist außerdem ziemlich creepy!
Ich wusste nicht, dass Radiohead creepy sind??

Dis Soundkulisse und die optisch wilden Umgebungen sind, auch ohne Radiohead, ernsthaft beeindruckend!
Für 15 Minuten surreale Erkundung hätte ich altes Indie-Schwein das auch ziemlich geil gefunden.
Irgendwann driftet das Ganze außerdem in eine Art Drogentraum/Konzert/Bildschirmschoner ab? Das war megagut, der beste Teil! Aber auch irgendwie überhaupt nicht mehr interaktiv.

Ich denke mir beim Spielen wirklich nur sehr selten, dass ich mal darüber nachdenken sollte, Drogen zu nehmen.
Keine Empfehlung. Es sei denn, man mag Radiohead? Und/oder Drogen?? Dann könnte es ziemlich eingängig sein!

https://totallywiredmag.com/wp-content/uploads/2021/12/07-Pyramid-1-1024x576.png



[Art Shit]
Kid A Mnesia Exhibition und Monuments to Guilt

ACHIEVEMENT UNLOCKED!



Damit beende ich auch meinen kleinen Ausflug zu den "Artsy Exhibition Games"! Nach Monuments of Guilt war das hier noch mal was ganz Anderes, und ich weiß die Erfahrungen durchaus zu schätzen. Aber jetzt freu ich mich auch wieder aufs Grinden ... :p

MeTa
31.10.2024, 09:56
Ich wusste nicht, dass Radiohead creepy sind??



https://www.youtube.com/watch?v=l5t9IXtTr6g

La Cipolla
03.11.2024, 17:23
Point taken ... xD





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Citizen Sleeper

Das kann ich kurz machen: Citizen Sleeper hat zwei ernsthafte Schwächen und ist trotzdem absolut spielenswert! Um was es geht, erkläre ich nebenbei.

Zuallererst ist das Gameplay-Konzept schmerzhaft unausgegoren. Die ersten Stunden fand ich ziemlich cool, mit etwas Survival und Ressourcen-Management als Rahmen für ein narratives Cyberpunk-Spiel auf einer Weltraumstation. Nice! Nach ein paar Stunden werden diese Mechanismen aber vollständig trivial, frei von jeglicher Gefahr, und nach ein paar weiteren ernsthaft nervig. Am Ende hätte ich Citizen Sleeper als Visual Novel bevorzugt. Noch besser wäre allerdings genau dieses System gewesen, nur eben durchdachter, stringenter. Potenzial hat es nämlich! Mal sehen, Teil 2 ist ja schon angekündigt.

Und dann ist da das letzte Drittel des Spiels, das scheinbar auch erst später episodisch dazugepatcht wurde. In den ersten ~8 Stunden erkunden wir die Station, erfahren mehr über das Setting, über uns selbst und allem voran über die Bewohner der Station. Wir treffen ein paar Entscheidungen. Und all das ist MEGA! Danach kommt eine kataklystische Bedrohung, eine deutlich "epischere" Story auf noch mal ~5 Stunden ... und yoah, war okay? Ich mochte das Ende, aber generell ist Cyberpunk halt wirklich besser, wenn es Punk bleibt: simpel und emotional, menschlich eben.

Trotz allem, und das soll hier der Hauptpunkt sein, ist Citizen Sleeper ein wirklich hervorragendes Cyberpunk-Spiel! Die ganzen kleinen Geschichten sind überraschend und abwechslungsreich, berühren alle möglichen Ideen, die man erst gar nicht mit so einem Setting verbinden würde. Dieses Setting wird wirklich lebendig, vor allem dafür, dass es nur mit simpler, stilisierter Grafik und (überaus charakteristischen!) Illustrationen arbeitet. Selbst der namensgebende Sleeper als Hauptfigur ist spannend, ein netter Nexus der Ereignisse, der noch einmal dazu beiträgt, dass die Dinge wirklich zusammenkommen. So richtig effektiv wird das Ganze aber erst durch den geübten Schreibstil, der mal knapp und effizient, mal blumig und gedankenverloren ausfallen kann. Sehr eingängig!

Insgesamt ist das Spiel auf jeden Fall lohnenswert, sofern einen lange Texte nicht abschrecken, und regelrecht Pflicht, wenn man ein Faible für das Cyberpunk-Genre mitbringt.


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[Punks Who Cyber]
Citizen Sleeper ODER AI: The Somnium Files - nirvanA Initiative

ACHIEVEMENT UNLOCKED!

La Cipolla
04.01.2025, 12:40
So, wie üblich zähle ich die letzten Ferientage noch mit ins Jahr, um ein bisschen Rückstand aufzuarbeiten, bevor dann der Jahresabschluss kommt. :D



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Panzer Dragoon Saga

Laut Sega Saturn habe ich 18 Stunden gespielt.
... Praktisch waren es deutlich weniger, weil die Beschleunigungstaste in diesem Spiel der allerbeste Freund ist.
... Angefühlt wiederum hat es sich eher wie 30 Stunden.
... aber nicht wie in einem schnittigen Spiel, sondern wie in einem, das sich deutlich länger anfühlt ...
Also ja, Panzer Dragoon Saga ist gefühlt ein 45-Stunden-Rollenspiel, für das man tatsächlich nur ~15 benötigt! Wenn das nicht mal was ist? :p

Scherz beiseite, die klassische Reihe war aller Nostalgie zum Trotz ein überraschend anstrengendes Projekt, und Saga definitiv der "Höhepunkt" ... aber auch der Höhepunkt!


Wo es einschlägt

Dieses Spiel ist AMBITIONIERT. Laufen (Oder eher wetzen? Walken?), Fliegen, ein Luftkampfsystem, Tag & Nacht, politische Karten, eine ansatzweise komplexe Story mit Meta-Elementen, allgegenwärtiges Voice Acting mit Qualität (!), tolle Musik, ein Haufen aufwändiger FMVs mit richtiger "Kameraarbeit" ... und all das auf dem Sega Saturn! :eek: Egal, was man vom Ergebnis hält, schon die pure Arroganz verlangt mir einiges an Respekt ab.

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Besonders profitiert von diesen Ambitionen die Story, denn die hat nicht nur eine schöne Mischung aus stabilen Tropen und spannenden Sci-Fantasy-Konzepten, sondern auch eine größtenteils überraschend funktionale Inszenierung, zumindest wenn man mit Early-3D-Zwischensequenzen klarkommt.
Eine große Synergie besteht natürlich mit dem Setting, das seine eigene Faszination, irgendwo zwischen Moebius und Dune, irgendwo zwischen japanisch, arabisch, afrikanisch und purer Fantasy, reibungslos in das neue Genre überträgt. Und tatsächlich hatte ich da erst ein bisschen Angst! Ein RPG ist halt griffiger als ein Rail-Shooter, mit mehr Substanz, die es zwangsweise zu füllen gilt. Tatsächlich weiß dieses Spiel aber ganz genau, wann es Dinge detailliert erklären und wann es sie lieber im Dunkeln, im Faszinierenden lassen sollte. Und das ist vielleicht die größte Errungenschaft hier: Der Sense of Wonder, der die Vorgänger spielenswert macht, kommt mit dem RPG-Genre zusammen, dass sich nun mal perfekt für sowas eignet!
Speziell hervorheben will ich da noch das Gefühl für Größe, für Alter, für die unterschiedlichen Vibes, die lebendig werden, wenn Karawanen, gigantische Techno-Türme und machtgierige Wüsten-Warlords zusammenkommen. Die Dungeons mögen irgendwo schrecklich sein, die "offenen" Gegenden in dieser Grafik ein bisschen lächerlich mit ihren ständig aufploppenden Gebäuden ... aber man muss einfach zugeben, dass all das zu 100% in dieses Setting passt und es wahnsinnig bereichert.

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Wo es zumindest etwas versucht

Sonst, als RollenSPIEL ... na ja. Panzer Dragoon Saga ist zumindest ein ehrbares Experiment!
Das Kampfsystem ist definitiv nicht einfach so dahingeschissen und hat wirklich coole Momente. Es wirkt zweifellos überladen, dadurch aber auch überraschend tief, und im Zusammenspiel mit diesen Dingen passt auch der Schwierigkeitsgrad ganz gut. (Nur wie so oft: In Teilen zu schwer, in Teilen zu leicht zu exploiten!) Aber vor allem: Es PASST auch wieder zum Konzept des Spiels, zur Rolle des Protagonisten und der Technologie in dieser Welt! Und wie viele RPGs können das von sich behaupten? Als kleiner Drache um riesige Luftschiffe zu zischen und dann massive Energiebomben regnen zu lassen ... Nice!
Ich würde aber nicht so weit gehen, dass es mir wirklich Spaß macht. Es hätte wohl nicht viel gefehlt, und die Beschleunigungstaste macht es direkt 75% tolerierbarer, aber letztlich ist es zu viel Trial and Error, zu viel Wiederholung, zu viel "What?" ... Man merkt genau wie bei den Vorgängern recht deutlich, dass dieses Spiel aus der Arcade-Zeit kommt, wo das Respektieren von Zeit keine große Priorität hatte. Es gibt sogar ein abartig strenges Rating-System dafür, JEDEN Scheiß so richtig gut erledigt zu haben!
Weirdly interessant ist auch die Erkundung. Ich habe mich auch nach 15 (45? :p) Stunden nicht komplett an die sich ständig verändernde Steuerung gewöhnt, das Laufen ist awkward as fuck ... Aber es gibt halt auch was zu entdecken? Tag und Nacht machen einen Unterschied? Es gibt eine Menge an subtil versteckten "Side Quests" und Collectibles mit fetten "Preisen", von denen ich viele nur durch einen Guide überhaupt bemerkt habe? Schon nett. Vor allem, weil Panzer Dragoon Saga für ein Rollenspiel wirklich klein ist! Es gibt genau EINE Stadt und eine Hand voll Locations, die nicht offen heraus verwinkelte Dungeons sind, aber man hat halt einiges draus gemacht.

https://64.media.tumblr.com/62d3dfd2dc7c2e87cc854078d2857a82/c29ff129da795dc2-43/s500x750/6c7f3626edb0d35b2b57da5618ae0edf183cd11c.gif


Wo es auf die Nerven geht

Ja, ich werde es positiv in Erinnerung behalten ... aber was habe ich das Spiel beim Spielen gehasst! Ohne Nostalgie wäre es ein klarer Abbruch-Kandidat gewesen.
Zum Einen: Es IST nun mal der Sega Saturn, und so sehr meine Anti-Seele das Ding mag, es war offensichtlich nicht im Stande, dieses Spiel so umzusetzen, wie es angemessen gewesen wäre! Das beginnt bei der konstanten Dorkiness der Grafik, die eben doch nur für den Saturn beeindruckend ist und selbst die beeindruckendsten Konzepte, Umgebungen und Ideen deutlich herunterzieht. Das Gamepad ist ebenso überfordert mit der komplexen Steuerung des Drachens. Und bei all den Ambitionen ist fast schon selbstverständlich, dass vieles auf der Strecke bleibt. Letztlich hat Panzer Dragoon Saga wirklich eine Menge von diesen kleinen Entscheidungen, diesen nervigen Limitierungen, die sich bei älteren Spielen so gerne SO unschön aufaddieren. Die Speicherpunkte sind ein bisschen zu selten für ein so unberechenbares Kampfsystem, die Kämpfe aus acht verschiedenen Gründen zu schnell zu nervig, das Charaktersystem wahlweise zu kryptisch oder zu exploitable, die Orte zu leblos, die Animationen zu langsam, das Gameplay zu repetitiv, die Erkundung mit zu viel Hin und Her verbunden, während dem man sich zu lang mit dem weird wetzenden Charakter auseinandersetzen muss ...
*sigh*

Außerdem, was geht mit der Frisur???

https://panzerdragoonlegacy.com/system/pictures/1788/embedded/panzer-dragoon-saga-cut-out-edge-mask.jpg?1627287429


Fazit

Ich bereue nix - tolle, eigene Erfahrung und ein großartiges historisches Artefakt, das immer noch irgendwie wirkt! - aber meine Güte, ich bin auch verdammt froh, durch zu sein. ^_~
Wer mehr Eindrücke möchte, hier ist ein schöner (datenintensiver) gif-Thread auf resetera (https://www.resetera.com/threads/the-film-like-quality-of-panzer-dragoon-saga-and-a-playthrough-gif-warning.59471/).





[Dragging Dragoons]
Panzer Dragon I, II und Saga

ACHIEVED!

La Cipolla
05.01.2025, 19:42
Letzte Ferienwoche, da kommen jetzt noch schnell zwei Texte direkt hintereinander. :D





https://img.opencritic.com/game/15053/o/xdeSx85x.jpg


Harmony: The Fall of Reverie

Was für ein tragischer Fall, ey.
DON'T NOD kennt man ja allem voran durch Life is Strange (~170.000 Reviews auf Steam, obwohl es das Spiel für ALLE Plattformen gibt!), aber in den letzten Jahren sind sie offensichtlich massiv am Strugglen. Sowohl Banishers als auch Jusant sind hinter den finanziellen Erwartungen zurückgeblieben ... Und dann ist da noch Harmony: The Fall of Reverie. Von diesem Spiel hat gefühlt kein Schwein überhaupt jemals irgendwas gehört, und gespielt hat es erst recht niemand. Nur um das in Zahlen zu verdeutlichen: Momentan hat dieses Spiel auf Steam 175 Reviews. Das ist selbst für ein Indie-Spiel wenig, sofern es IRGENDwelche kommerziellen Ansprüche hat. Zum Vergleich: Das ist ein Tausendstel (!) von Life is Strange, und es ist nicht mal das Zehnfache von dem, was mein eigenes RPG-Maker-Standardressourcen-Mini-Spiel erreicht hat, komplett ohne echte Publicity ... Und auf Youtube findet man nicht mal Videos von allen Endings. Wow.
Ich hoffe, dass sie sich nächstes Jahr mit Lost Records: Bloom & Rage, ihrem (let's be honest) "Life is Strange mit abgefeilter Seriennummer", wieder fangen können, aber ehrlich gesagt bin ich wahnsinnig traurig, dass solche Schritte offensichtlich nötig sind ... Ich hätte selbst als großer LiS-Fan lieber weiterhin spannende Indie-Konzepte mit Geld dahinter gehabt.

Nun aber zu Harmony: The Fall of Reverie!
Das ist ... nett! Eine wirklich coole Visual Novel mit ein paar netten Gameplay-Ideen.

Die Story dreht sich um Polly, die auf der Suche nach ihrer verschwundenen Mutter in Kontakt mit einer Anderswelt kommt, in der die gottähnlichen "Aspirations" die Geschicke der Menschheit leiten. In der Realität gilt es unterdessen, eine mediterrane Community zu unterstützen, im Kampf gegen einen Megakonzern – wo Polly mit ihren neu entdeckten Kräften einiges reißen kann. Und oben drauf gibt es natürlich eine Menge Zwischenmenschlichkeiten!
Wenn man einen Vergleich möchte: Man stelle sich vor, die Endless aus Neil Gaimans Sandman treffen auf das Setting von The Longest Journey. Keine Chance, dass die Schreibenden NICHT von diesen beiden Geschichten wussten. Aber hey, es gibt definitiv schlechtere Inspirationen, und tatsächlich deutlich unbeholfenere Versuche, sich inspirieren zu lassen! ^^
Die Optik ist hübsch, mit starken Charakterdesigns, coolen Animationen und lebendigen Farben. Die kurzen Animationsfilmchen sind ERNSTHAFT beeindruckend!
Auch die (transparente) Entscheidungsmatrix des Spiels hat was, und tatsächlich kann man – narrativ durchaus eingebunden! – ein bisschen taktieren, wo man hinkommt. Das funktioniert nicht immer wie gedacht (mehr dazu unten), aber es passt durchaus zum Konzept.
Die Musik und vor allem das Voice Acting sind exzellent.
Die Story wirkt. Sie ist im Kern simpel, bewusst eingegrenzt auf eine Region, einen großen Konflikt, ein paar eingängige Charaktere und ihre Gefühlswelt ... und all das wirkt einfach! (Aber siehe unten.) Viele Figuren sind mir durchaus ans Herz gewachsen, und selbst die comichafteren Aspirations waren ernsthaft unterhaltsam. Die Endings sind deutlich unterschiedlich und selten simpel oder einseitig.
Aber vor allem: Das Writing ist im Großen und Ganzen wirklich, WIRKLICH gut! Es hat Nuancen, Subtilität, Poesie und im Besonderen ein großartiges Gefühl für Emotion, für die Innenwelten dieser Menschen ... aber. siehe. UNTEN
https://dont-nod.com/wp-content/uploads/2023/02/HARMONY_Steam_Screenshot-1920x1080-5-1-1024x576.jpg


Denn ja, es gibt auch ein paar Sternchen an alledem.

1. Beginnen wir mit subjektiven Dingen, die gar keine Probleme sein müssen: Dieses Spiel ist, wie üblich bei DON'T NOD, aggressiv progressiv und fühlt sich irgendwo ... didaktisch an? Auf keinen Fall subtil in seiner Weltsicht, beizeiten vielleicht ein wenig aufdringlich. Wer revolutionäre Gedanken für naiv hält, wird ein paar Mal die Augenbrauen in die Höhe ziehen – wobei ich persönlich sagen würde, dass es hier durchaus Nuance und beizeiten überraschend komplexe Betrachtungen gibt! Wer dagegen Wörter wie "woke" in voller Ernsthaftigkeit benutzt, sollte lieber gleich die Finger davon lassen. Und wer generell nichts mit Visual Novels anfangen kann, wird hier auch nicht vom Gegenteil bekehrt.

2. Der eine Punkt, den ich wirklich objektiv schlecht finde: Dieses Spiel hat ein großes Problem mit Klarheit. UFF! Ich habe SO OFT in einem (gut geschriebenen!) Dialog gedacht "Ach, so ist das!", oder "Oha, so funktioniert das?", oder besonders schlimm: "Wait what?!", obwohl es definitiv nicht so geplant war. Es kommt zwar am Ende immer alles gut zusammen, aber das Script hätte definitiv ein paar weitere Durchgänge gebraucht, um die Dinge zu verbinden und einfach mehr Klarheit zu schaffen. Es wirkt auch so, als hätte man Dinge gestrichen, ohne dahinter fein säuberlich aufzuräumen. Und besonders ärgerlich ist all das, weil das "Gameplay" praktisch davon abhängt, die Dinge möglichst gut zu verstehen – und tatsächlich ist dieses Gameplay selbst auch noch mal unklar, kryptisch in seinen Symbolen und Zusammenhängen, mit zu vielen Situationen, in denen ich eine falsche Entscheidung getroffen habe, weil ich irgendwas nicht gecheckt habe.

3. Und nun der eigentliche Elefant im Raum: Harmony ist ... nett. Wirklich nett! Wir hatten unseren Spaß, besonders zu zweit am Knobeln vor den Entscheidungen, und es gab viele niedliche "Awww"-Momente und Theorien und Spannung ... Aber es ist dann doch ein paar Schritte davon entfernt, mich emotional wirklich mitzureißen oder auf irgendeiner Best-of-Liste zu landen. Außerdem hat es einen langsamen Start; es dauert praktisch ein paar Stunden (von insgesamt ~10!), bis man so richtig drin ist. Der Name ist außerdem SELTSAM nichtssagend? Und vernünftige Publicity habe ich auch nicht mitgekriegt. Es heißt ja oft, Mittelmäßigkeit sei schlimmer als ein richtiger Griff ins Klo ... und Harmony ist nicht mal wirklich mittelmäßig, es ist gut, wirklich nett eben! Aber halt auch nur das. Und das Spiel selbst sowie DON'T NOD als Publisher haben irgendwie zu wenig getan, um es aus der Masse an ebenso guten Spielen herausstechen zu lassen.

https://images.gog-statics.com/32d862e5bf51efa82fca92937ad7b4a58be30311b909f55dea694674f78ef7f7_product_card_v2_mobile_slider_639.jpg


Also ja, das Scheitern dieses Spiels ist tragisch ... aber auch irgendwo verständlich, leider.
Trotzdem ist Harmony: The Fall of Reverie definitiv einen Playthrough wert, vor allem wenn man Visual Novels mag und da nicht NUR die Crème de la Crème spielt. Es ist qualitativ hochwertig, konzeptuell wirkungsvoll und im Großen und Ganzen überaus sympathisch. Es wird nur – höchstwahrscheinlich – bei niemandem die Welt auf den Kopf stellen. Aber hey, wer weiß?





[Life is ... weird.]
Harmony: The Fall of Reverie ODER Night in the Woods

ACHIEVED!

La Cipolla
08.01.2025, 20:16
Slay the Princess (The Pristine Cut)

Machen wir es kurz: Slay the Princess ist am ehesten eine kleine Visual Novel mit minimalistischer Fantasy-Prämisse und Horror-Anklängen ... die natürlich komplett eskaliert, auf allen möglichen Ebenen! Außerdem ist es eins dieser Spiele, das man am besten möglichst ungespoilert spielt.

Was könnte trotz allem noch wichtig sein ...
Inhalt des Spiels? Siehe Name des Spiels.
Der Reiz des Spiels? Siehe den seichten, kontroversen Nervenkitzel im Namen des Spiels.
Die Länge? 3 Stunden. Oder 15, je nachdem wie viel Bock man drauf hat!
Ist es wirklich harter Horror? Es hat heftige Szenen, aber mich als Horrorverächter hat das nicht gestört.
Sieht es gut aus? Ja! Bilder können das aber nur ziemlich schlecht einfangen, denn obwohl ich dem Zeichenstil generell nicht sooo viel abgewinnen kann, hat er mich in Bewegung – und in der puren Dekadenz, die in seinen ABERHUNDERTEN Bildern liegt! – völlig mitgerissen.
Klingt es gut? Ist es gut geschrieben? Ich finde schon! Ich habe aber auch schon mitgekriegt, dass die beiden Stimmen kontrovers sein können, ebenso wie das Writing. :D Die Stanley Parable wäre vielleicht der naheliegendste Vergleich, in mancherlei Hinsicht. Die Musik kann ebenfalls was!

Ein Trailer sagt hier mehr als viele Worte, aber wie gesagt ... Wer schon Interesse hat, spielt es besser ungespoilert!


https://www.youtube.com/watch?v=4JpXBFchFFI

Und letztlich: Der Gesamteindruck? Wahnsinn! Neben Hellblade so ziemlich mein Spiel des letzten Jahres. In einem Rutsch durchgespielt, ein komplett zufriedenstellendes Ende bekommen ... und dann direkt das Bedürfnis gehabt, weiterzuspielen. Was bei mir WIRKLICH nicht oft vorkommt! :eek: Ich mag das Spiel in seiner Simplizität, in seiner klaren Thematik, die sich langsam entblättert, aber vor allem darin, wie das Gameplay so wunderbar auf diese Thematik zugeschnitten ist. Ich mag die Tiefe, die es seinen Fragestellungen spendiert, und ich mag die Mischung aus Ernsthaftigkeit, Dunkelheit, Selbstironie und kompletter Albernheit, wann immer es nötig ist.
Tolles Ding. Spielen!





[Vom Prinzessinnentöten]
Slay the Princess (The Pristine Cut)

ACHIEVEMENT UNLOCKED!

La Cipolla
11.01.2025, 07:40
Okay, Jahresabschluss! =]





2024 ernsthaft gespielt

[Januar] Observer: System Redux (PC)
[Januar] Xenoblade Chronicles 2 (Switch) abgebrochen ~30h
[Februar] Mini Metro (PC)
[Februar] Guild Wars 2 (PC) ~70h
[Februar] Voice of Cards: The Isle Dragon Roars (Switch) abgebrochen ~4h
[März] Dreamscaper (PC)
[März] Battle Chef Brigade (PC) abgebrochen ~2h
[März] Panzer Dragoon (Sega Saturn)
[März] Vagrant Story (PSX) abgebrochen ~10h
[März] Cultist Simulator (PC) abgebrochen ~15h
[März] Slime Rancher (PC) abgebrochen ~20h
[April] Panzer Dragoon II Zwei (Sega Saturn)
[April] Zoeti (PC) abgebrochen ~4h
[April] Final Fantasy I Origins (PSX) abgebrochen ~8h
[Mai] Shelter (PC) abgebrochen ~1h
[Mai] Balatro (PC) ~95h
[Mai] Tokyo Mirage Sessions #FE Encore (Switch)
[Juni] Moonring (PC) abgebrochen ~31h
[Juli] Eiyuden Chronicle: Rising (PC)
[Juli] Final Fantasy I: Pixel Remaster (Switch)
[Juli] HoloCure - Save the Fans! (PC) abgebrochen ~18h
[Juli] HoloParade (PC) abgebrochen ~4h
[Juli] Max Gentlemen: Sexy Business (PC)
[August] Hellblade: Senua's Sacrifice (PS5)
[September] Genshin Impact (PS5) ~100+h
[September] Zenless Zone Zero (PS5) ~250+h
[September] Monuments to Guilt (PC)
[September] Pacific Drive (PC) abgebrochen ~30h
[Oktober] Scanbot and the Last Mind (PC)
[Oktober] 13 Sentinels: Aegis Rim (PS5)
[Oktober] Wizardry Variants: Daphne (iOs) ~80h?
[Oktober] Final Fantasy II: Pixel Remaster (Switch)
[November] Kid A Mnesia Exhibition (PS5)
[November] Citizen Sleeper (PC)
[Dezember] Mahokenshi (PC) abgebrochen ~2h
[Dezember] Panzer Dragoon Saga (Sega Saturn)
[Dezember] Harmony: The Fall of Reverie (PC)
[Dezember] Slay the Princess (PC)
2024 sonst noch so gespielt

Ikaruga
Book of Demons
Breath of Fire IV
Idol Showdown (schnell abgebrochen)
Power Rangers: Battle for the Grid (schnell abgebrochen)
Dragon Knight (schnell abgebrochen)





Erstmal ... ist das ganz schön viel geworden! :eek: Hat sich während des Jahres gar nicht so angefühlt.
Ich bin auch ganz zufrieden, obwohl zwei von den sowieso schon überschaubaren Achievements übriggeblieben sind. Ich glaube aber, ich habe dieses Jahr auch einfach so einiges gespielt, mit dem ich sonst nicht so viel Zeit verbringen würde. Und das ist cool!

Beginnen wir mit ein paar Spielen, über die ich nix geschrieben habe ...

Slime Rancher war eine coole Idee, ganz gut gemacht, aber irgendwann hat mich das Interesse am Spiel komplett verlassen, so dass ich nicht mal richtig was schreiben wollte. Huh!
Mahokenshi als Deckbuilder mit Hexfeldkarte hatte ebenfalls was, hat aber am Polishing gekrankt und wird offenbar nicht weiterentwickelt. Schade, denn da haben nur ein paar essentielle Tweaks gefehlt, um es von "Nee" zu einer Empfehlung zu bringen.
Ikaruga hole ich einfach aller paar Monate wieder raus, um dann nach zwei, drei Leveln genug davon zu haben. :D Vielleicht am ehesten ein Comfort-Game für mich!
Book of Demons genauso, nur halt für Diablo-Likes. Die Simplizität ist hier der Reiz.
Power Rangers: Battle for the Grid soll laut Internet eine überraschend coole Story haben, aber das Gameplay war so frustrierend, dass ich es nach ein paar Kämpfen direkt abgeschaltet habe. Ich glaube, eben dieses Gameplay kann im Multiplayer sogar ein Reiz sein, aber für Frust im Storymodus eines Fighting Games habe ich GAR keine Toleranz.
Dragon Knight war wonky shit, hat sich wirklich unbeholfen gespielt und auch sonst nicht viel gemacht.





Und nun ein paar Awards!


Neu in der "Best of All Time" Liste ...!


Hellblade

Ja wow. Wirklich noch mal so viel besser als (sowieso schon) erwartet. Was für ein Gesamtbild!

https://giffiles.alphacoders.com/154/15475.gif


Slay the Princess - The Pristine Edition

Ebenfalls ein wenig überraschend über meine (sowieso schon hohen) Erwartungen hinausgeschossen. Mega!

https://media.tenor.com/69hZfVi-yiEAAAAM/slay-the-princess-princess.gif


Runner-ups ...

13 Sentinels: Aegis Rim mochte ich WIRKLICH, aber nicht zuletzt durch das lediglich okaye Gameplay werde ich in ein paar Jahren wohl kaum noch daran denken.
Tokyo Mirage Sessions #FE Encore war ein wirklich gutes Spiel mit Charakter, aber letztlich auch irgendwo goofy shit. :D



Gachas sind inzwischen gut, huh?!


Genshin Impact

https://i.redd.it/0adbqucrcbo61.gif

Ich könnte SO viel mehr Genshin spielen – aber das, was ich gespielt habe, hat mich bereits ERNSTHAFT beeindruckt! Die Story macht Spaß, und im Besonderen meine heißgeliebte Exploration, der Sense of Wonder funktioniert wahnsinnig gut, weit über dem üblichen MMO- und Open-World-Level. Praktisch ist es nur das massive Zeit-Investment, das mich abschreckt, über Liyue hinaus zu gehen ... Was aber trotzdem noch passieren könnte!


Zenless Zone Zero

... und ZZZ zielt genau auf derart "Abgeschreckte" ab, mit Erfolg! Es hat immer noch etwas Exploration (eher so auf Yakuza- als auf Breath-of-the-Wild-Level! :p), aber die Hauptdarsteller hier sind die sympathischen Charaktere, ihre wahnsinnige Inszenierung, die chillige Spielwelt und natürlich das Zen-mäßige (duh!) Gefühl, das sich irgendwann in den Kämpfen einstellt. Obwohl sowohl Haupt- als auch Neben-Stories niemandem die Socken ausziehen werden, bilden sie zusammen mit dem variablen Gameplay und tausend kleinen, effektiven Gacha-Mechanismen einen großartigen Spielplatz für das tägliche Chillen nach der Arbeit. Man kann gedankenlos 10 Minuten Dailies grinden, aber man kann sich auch mal 2 Stunden lang an herausforderndem Endgame-Content versuchen oder einen Tag lang Quests durchgehen und dabei emotionale Mini-Beats mitnehmen.
Tatsächlich kann man auch mit dem Finger auf die krassen Animationen, die Persona-Vibes, die vielen dicken Katzen oder tausend andere Details zeigen ... Aber das wirklich KRASSE an ZZZ ist, wie gut alles zusammenkommt, wie das Spiel den Spagat schafft, "sympathisch immersiv" zu sein, mit totaler Freiheit, ohne mich aber durch irgendwelche FOMO-Effekte nervös zu machen. Es ist ein eskapistischer Alltagssimulator und eine high octane Anime-Story in einem. Außerdem ist die Waifu-Rate regelrecht ... unvernünftig.
Und ja, ich denke, all das ist SEHR subjektiv. Aber Leute, ich habe fast 400h Zenless Zone Zero gespielt und bereue keine einzige davon! :eek:

https://steamuserimages-a.akamaihd.net/ugc/2511401616464502738/8C1519E0D9104904FB3FA64B5FDC33DCCEAE81D0/?imw=512&&ima=fit&impolicy=Letterbox&imcolor=%23000000&letterbox=false https://c.tenor.com/pxNUNzL71LUAAAAd/tenor.gif


Runner-up ist ...

Wizardry Variants: Daphne, an dem ich wirklich viel Spaß hatte, weil es WIRKLICH richtiges Wizardry-Feeling hat! Ich bin zwar irgendwo abgefallen, und die Monetarisierung ist selbst für Gacha-Verhältnisse IRRE, aber ich habe ein große Sympathie für das Spiel. Bleibt auf dem Handy und wird vielleicht irgendwann im Urlaub oder so weitergespielt !



"Ach, wie nett!"


Moonring

Wer West-RPGs und ihre Geschichte mag – und ihre Gegenwart! –, kann mit diesem kostenlosen Spiel nichts falsch machen. ^__^


Final Fantasy I + II

2024 war das Jahr, in dem mir aus vielen verschiedenen Gründen klargeworden ist, dass ich doch, noch immer, ein massiver Final-Fantasy-Fan bin! Und das trifft auch auf DEN Großteil der Spiele zu, an denen ich endlos herummeckern kann! Tolle Erfahrung! ^___^


Panzer Dragoon I + II + Saga

Ein ganz dicker Stein ist mir hier vom Herzen gefallen. Viel Nostalgie, viel Faszination. War es am Ende geil? Nee. Aber ich gucke jetzt schon nostalgisch auf diese Spiele zurück, genau wie ich schon nostalgisch auf sie zurückgeguckt habe, als ich sie noch nicht durchgespielt hatte. Hach! ^____^



Balatro in der Kategorie Balatro
https://media.tenor.com/xjovga_-IOEAAAAj/balatro-joker.gif

Balatro!





Und am Ende natürlich ... Danke an alle, die meine Texte lesen und beizeiten mit mir über diese Spiele reden!
Es ist einfach ein großer Teil des Hobbies, den ich nicht missen möchte. :herz::herz::herz:

MeTa
11.01.2025, 10:12
Hellblade und Genshin so präsent in einer Jahresabschlussliste. Da bin ich ja wahrlich entzückt. Wer hätte das denn am Anfang des Jahres gedacht? Dieses Jahr freue ich mich dann auf Nirvana Initiative auf dem Hauptgerichtteller.

Slay the Princess ist bei mir jetzt auch auf jeden Fall auf der Liste. Auf der Wishlist habe ich das eh schon eine Weile, hab das bisher aber nicht so hoch gesehen. Nach deiner Erwähnung sind die Erwartungen jetzt schon gigantisch. Vielleicht warte ich noch ein bisschen, damit ich etwas befreiter dran gehen kann.

(Und noch mal ein kleiner Genshin-Push: Liyue gehört ja noch zu 1.0 und ab da wurde das Writing erst immer besser. Inazuma kann auch anstrengend sein, aber spätestens Sumeru hat dann mehr QOL-Erkundung und ist loretechnisch tief und wundervoll. Just saying)

Sylverthas
11.01.2025, 11:11
Wow, dieses Jahr war echt das Jahr der langen Spielelisten. Gz auf jeden Fall dazu!

Mit Slay the Princess konnte ich echt gar nix anfangen. Der witty Erzähler ging mir schnell aufn Sack und hat sich zu sehr wie nachäffen von Stanley Parable angefühlt. Über die "düstere" Stimme der Prinzessin musste ich lachen, so schlecht war die. Beides keine guten Zeichen für ein Spiel, was "Psychological Horror" sein will *g*
Aber es ist eines der Spiele, die in der Masse total beliebt sind, also einfach gute Chancen, dass das gefallen könnte.

Dein Einblick in die Panzer Dragoon Reihe, von der ich gar keine Ahnung habe, hat mir gut gefallen. Auch wenn bei Dir immer so eine Abschätzigkeit gegenüber altem Gamedesign mitschwingt, die recht dicht dran ist mich jedes Mal zu triggern, hast Du den Spielen gefühlt doch ne faire Chance gegeben. Vor allem *hast* Du ihnen noch mal ne Chance gegebe, das ist ja mehr, als die meisten heute machen würden.

Als Gacha-Hasser kann ich zu den restlichen Sachen wenig sagen. Außer, dass ich Genshin Impact zumindest so ~20 Stunden gespielt und mich auch über ein paar der späteren Entwicklungen belesen habe. Was mich an dem Game am meisten fasziniert hat, war der (un-)subtile Rassismus, der da mitschwingt - aber anscheinend von fast allen ignoriert wird? Alleine, dass sie die Eier haben, die einzelnen Länder so offensichtlich basierend auf realen Kulturen zu machen und da dann eine ganz klar chinesisch geprägte Kritik zu üben ist schon sehr lustig.

Mondstadt als liberales Land voller Säufer, bei der Anime Batman unterwegs ist, weil man dem Rechtsstaat unter der ganzen Freiheit kaum vertrauen kann - was dadurch gezeigt wird, dass Menschen regelmäßig auf offener Straße angegriffen werden :hehe:
Oder Japan Inazuma als nationalistisch (imperialistisches) Land, bei dem man Kritik an der Hikikomori-Kultur, der Nationalkrankheit Depression und ähnliches übt :D
Und dazwischen natürlich China, was erstmal einfach nur wunderschön ist, wenn man da ankommt (offensichtlich xD), dessen größtes Problem die dummen Nachbarn sind (mit einer Organisation geleitet von einem Reed Miller, der das Land plündert :hehe:). Mit einem Wink richtung der problematischen Urbanisierung und vielleicht ne leichte Kritik am Überwachungsstaat (aber aufpassen, zu direkt und man läuft Gefahr ins Feriengulag zu kommen!).

Sagen wir mal, die politische Ausrichtung ist relativ wenig subtil, aber anscheinend noch so subtil, dass die meisten Leute es nicht mal bemerken oder gut darüber hinwegsehen können, wegen all der Waifus *g*

Kael
11.01.2025, 12:02
Mit Slay the Princess konnte ich echt gar nix anfangen. Der witty Erzähler ging mir schnell aufn Sack und hat sich zu sehr wie nachäffen von Stanley Parable angefühlt. Über die "düstere" Stimme der Prinzessin musste ich lachen, so schlecht war die. Beides keine guten Zeichen für ein Spiel, was "Psychological Horror" sein will *g*
Aber es ist eines der Spiele, die in der Masse total beliebt sind, also einfach gute Chancen, dass das gefallen könnte.

Ha, same.

In der Theorie wär's wohl was für mich, aber ich hab mal jemandem beim Spielen zugeguckt und war nach 10 Minuten ziemlich angeödet - diie Stimme des Erzählers hat dabei auch nicht geholfen. Ich kann aber verstehen, wie man in Slay the Princess eventuell irgendwann von Selbstzweifeln geplagt wird, mit denen das Spiel ja auch ziemlich spielt. Zeigt mir aber nur, wie unterschiedlich Spiele wie dieses ankommen können. :p

MeTa
11.01.2025, 13:56
Als Gacha-Hasser kann ich zu den restlichen Sachen wenig sagen. Außer, dass ich Genshin Impact zumindest so ~20 Stunden gespielt und mich auch über ein paar der späteren Entwicklungen belesen habe. Was mich an dem Game am meisten fasziniert hat, war der (un-)subtile Rassismus, der da mitschwingt - aber anscheinend von fast allen ignoriert wird? Alleine, dass sie die Eier haben, die einzelnen Länder so offensichtlich basierend auf realen Kulturen zu machen und da dann eine ganz klar chinesisch geprägte Kritik zu üben ist schon sehr lustig.

Mondstadt als liberales Land voller Säufer, bei der Anime Batman unterwegs ist, weil man dem Rechtsstaat unter der ganzen Freiheit kaum vertrauen kann - was dadurch gezeigt wird, dass Menschen regelmäßig auf offener Straße angegriffen werden :hehe:
Oder Japan Inazuma als nationalistisch (imperialistisches) Land, bei dem man Kritik an der Hikikomori-Kultur, der Nationalkrankheit Depression und ähnliches übt :D
Und dazwischen natürlich China, was erstmal einfach nur wunderschön ist, wenn man da ankommt (offensichtlich xD), dessen größtes Problem die dummen Nachbarn sind (mit einer Organisation geleitet von einem Reed Miller, der das Land plündert :hehe:). Mit einem Wink richtung der problematischen Urbanisierung und vielleicht ne leichte Kritik am Überwachungsstaat (aber aufpassen, zu direkt und man läuft Gefahr ins Feriengulag zu kommen!).

Sagen wir mal, die politische Ausrichtung ist relativ wenig subtil, aber anscheinend noch so subtil, dass die meisten Leute es nicht mal bemerken oder gut darüber hinwegsehen können, wegen all der Waifus *g*


Wo nimmst du das denn eigentlich her? (Also ehrlich gemeinte Frage, weil ich die Punkte weitestgehend zum ersten Mal höre)

Ich bin als jemand, der viele tausende Stunden in Genshin gesteckt hat, schon mit einem gewissen Bias ausgestattet und liebe das Spiel wirklich sehr. Ich bin dabei, auch als kulturwissenschaftlich geprägter Mensch, keineswegs blind für die ideologischen Probleme, die Genshin hat - auch in Hinblick auf Rassismen und Kolonialismen (wobei vor allem in Hinblick auf Identität und insbesondere Repräsentation). Aber ich finde an Genshin gerade faszinierend, dass es eben keinen spezifischen kulturellen Gaze hat und in seiner Perspektive - über manche Konservatismen hinaus - durchaus divers ist, wenigstens nach meiner Lesart. Nicht nur anhand der Tatsache, dass Protagonist:in keine konkrete Verbindung zu einer der Nationen hat, sondern ein/e Reisende:r von außerhalb ist, sondern auch konkret erzählerisch. Fast bei allen der genannten Punkte habe ich die Augenbrauen hochgezogen, weil die Punkte selbst ziemlich oberflächlich erscheinen und teilweise auch mit einem Halbsatz gekontert werden könnten. Klingt fast mehr danach als wäre die Kritik aus westlicher Perspektive geübt an einem chinesischen Spiel und DAS wenig subtil (aber das auch nur eine pseudo-witty erste Reaktion von einer verletzten Fan-Seele :D).

Falls du Lust hast, darauf einzugehen, gerne auch PM oder so - will den Thread hier nicht für eine womöglich andauernde Diskussion zweckentfremden, nachdem es ja eigentlich um Cipos Abschluss gehen soll.

Sylverthas
11.01.2025, 17:49
Klingt fast mehr danach als wäre die Kritik aus westlicher Perspektive geübt an einem chinesischen Spiel und DAS wenig subtil
Keine Sorge, es ist *exakt* das :D
Hatte gehofft es wird durch den Kontext klar, dass ich dem Spiel als Gacha auch nicht die größten Chancen eingeräumt habe. Und wo ich das herhabe? Das waren so meine spontanen Gedanken, als ich in die Gebiete gekommen bin, mit einem gewissen Zynismus gegenüber chinesischen Produktionen, obviously!

Ich meine... komm, bei Mondstadt ist das schon äußerst offensichtlich und als man dann Lyue betritt, was viel schöner und ordentlicher ist - wobei halt einige Orte auch verlassen sind, was durchaus impliziert, dass hier die Leute eher in die Städte gehen. Und dass eine Gruppe, bei denen jemand Reed Miller (britischer Name) eine Räubertruppe, die besonders Liyue zusetzt, sie anführt... I dunno^^
Inazuma hab ich hingegen nur zu gelesen und mir Videos angeschaut, der Militarismus kam da doch schon ziemlich stark rüber.

Ich denke nicht, dass meine Interpretation komplett daneben ist, auch wenn sie vermutlich übertrieben und gefärbt durch Bias ist *g*

MeTa
11.01.2025, 18:21
Und wo ich das herhabe? Das waren so meine spontanen Gedanken, als ich in die Gebiete gekommen bin, mit einem gewissen Zynismus gegenüber chinesischen Produktionen, obviously!

Achso. Aufgrund der 20 Stunden, die du angegeben hattest, war ich direkt davon ausgegangen, dass das keine eigenen Erkenntnisse sein können. Ich war nach 20 Stunden sicher weeeeit davon entfernt, auch nur von Inazuma gehört zu haben und habe sicher noch irgendwo in Mondstadt rumerkundet. Aber klar, wenn man sich direkt nur auf den Story-Progress stürzt, kommt man da wohl auch mit den 20 Stunden schon ein Stück weit.

Als Kontext auch von meiner Seite: Ich habe vor Genshin nicht mal viel mit dem Begriff Gacha verbunden. Ich wusste was es war, wäre aber auch nie in die Nähe eines Gachas gekommen und das nicht mal nur aus Trotz, sondern weil das Interesse schlicht nicht da gewesen wäre. Nach so viel Zeit mit dem Spiel kann ich aber auch guten Gewissens sagen, dass ich nicht finde, dass es ein Gacha ist. Womit ich nicht sagen will, dass es keine Gacha-Mechaniken hätte und dass die Gacha-Psychologie nicht auch funktioniert (wobei sie auch anders - und m.A.n. freundlicher funktioniert als beim typischen Gacha), sondern eher, dass es sich - wenigstens nach Version 1.0 - nicht wie ein Gacha anfühlt, sondern wie ein in jeglicher Hinsicht (sei es gameplaytechnisch, erzählerisch, politisch, philosophisch) extrem komplexes Action-Adventure, das in seiner Komplexität eben auch absolut abstoßend und überfordernd wirken kann. Es ist aber verdammt komplex und wird entsprechenden Erstkontaktbeobachtungen

Die Genshin-Story an sich ist inzwischen eben viele hundert Stunden lang. Ich habe keine Ahnung, wer Reed Miller ist, weil das im Gesamtkontext der Geschichte keine Rolle spielt (und bei mir schon so seine 4+ Jahre her ist :D). In einem Spiel, das sich eben so ausufernd erzählt, sind inzwischen Zugehörige sämtlicher Parteien als zwischenzeitliche Bösewichte aufgetreten. In der Gesamtheit ist Genshin aber ein Spiel, das keinen kulturellen Isolationismus, sondern, full-on, Austausch propagiert und nicht mal grundlegende Systeme oder Weltbilder (explizit) über andere stellt. Je nachdem, mit welchen Akteuren man im Spiel spricht und wo man in der Welt ist, wird die jeweilige Ansicht immer ernst genommen, unter Umständen problematisiert (auch in Liyue), aber das ganze aufgelöst. Bei all dem kondensiert natürlich etwas und das kann auch (spielextern) problematisiert werden, was dann aber weit entfernt wäre von der Analyse, dass Waifus über eine konkrete politische Ansicht hinwegtäuschen. Auch, wenn ich jederzeit übereinstimmen würde, das ein Gros der Genshin-Spieler:innenschaft das Spiel, trotz jahrelangen Dranbleibens, unterkomplex betrachtet und nicht hinter die Gacha-Waifu-Fassade blickt.

Sylverthas
11.01.2025, 19:53
Ich war in Liyue Harbor angekommen und hab da noch ein paar Quests gemacht. Kann sein, dass es auch mehr als 20 Stunden waren, das war eher so eine grobe Schätzung, weil ich das Spiel nicht mehr installiert hab. Also Inazuma hab ich wirklich nur von Videos, Erzählungen und Lesen her. Aber so, wie Du das sagst, mit den mehreren hundert Spielstunden Story, ist das ja dann eher ein Tropfen auf dem heißen Stein :D

Ich fands nicht mal sooo schlecht, aber Spiele mit Gacha-Systemen sind bei mir schnell raus. Habs auch nur angespielt, um zu sehen, was es damit auf sich hat und ob es *das* Gacha wird, was mich trotz der Abneigung überzeugt. Ich kann es einfach nur schwer abstellen, zu wissen, dass man sich gegen Geld deutliche Vereinfachungen erkaufen kann - obwohl ich gehört habe, dass Genshin nicht mal den schlimmsten Powercreep im Genre hat. Und ja, es gehört für mich schon ne Menge dazu, bei WoW auszublenden, dass sich Leute legal gegen Geld gute Ausrüstung kaufen können (entweder übers Auktionshaus oder Carry Runs). Und da ist der Grund im Prinzip einfach, dass ich schon viel zu lange dabei bin^^°
(fuck you, Blizzard)

Ich kann mir auch vorstellen, dass die... sagen wir mal, "Einflüsse", mit der Zeit rauswaschen, vor allem, wenn der Plot immer weiter eskaliert und immer mehr Charaktere hinzukommen. Und würde eine Fraktion immer der Bösewicht sein, dann könnte man ihnen ja auch erst Recht Einseitigkeit vorwerfen - ergibt also Sinn, dass man immer mal wen anders mit dem Villain Bat haut *g*

La Cipolla
12.01.2025, 05:41
Hatten wir da nicht sogar schon mal drüber geredet, MeTa ...? Mein Gedächtnis, ey. :|

Also in Mondstadt ist mir das tatsächlich auch aufgefallen ("City of Freedom!" :D), aber gar nicht mal so, dass es jetzt unbedingt krasser als in westlichen Fantasy-Medien wäre, sondern allem voran etwas anders. Wenn die sich reale Vorbilder nehmen, sind sie ja oft genauso reduziert auf irgendwelche Stereotypen und bewerten diese Stereotypen genauso aus der eigenen kulturellen Perspektive; speziell Japan war da in der Vergangenheit oft ein krasses Beispiel. Vor allem neigen wir aber dazu, die eigene Kultur als "neutral" (sprich: NORMAL!) zu präsentieren, weshalb westliche Kulturen in westlichen Medien oftmals weniger stereotyp daherkommen oder einfach gar keinen "kulturellen Geschmack" haben, der irgendwie bewertet wird ... während der Rest dann als exotisch, fremd und ein bisschen weird dasteht. Deshalb fällt das bei Mondstadt denk ich auch so auf, was übrigens auch einen subversiven Wert haben kann!

Die kritische Frage ist ja: Wie sehr wertet und reduziert das Spiel wirklich, vor allem im Vergleich der Länder? Und dafür habe ich definitiv noch nicht genug gespielt. ^^ Ich würde aber sagen, dass die "westlichen Werte" in Mondstadt durchaus als etwas Vielseitiges dargestellt werden, alleine schon durch den insgesamt positiven Vibe der Stadt und Barbatos als sympathischen Charakter im Zentrum der Ideologie. Wenn man hier im Kern eine Kritik des Westens hätte draus machen wollen, hätte das GANZ anders angehen können! :D Liyue habe ich aber auch nicht als frei von (internen) Problemen wahrgenommen, bspw. mit seinem Konflikt zwischen den traditionalistischen Tiergeistern und dem extremen Fokus auf Geld in der Hauptstadt. Die Schurken habe ich noch nicht kennengelernt, mal gucken. (Die wirklich schlimmen kommen in Mondstadt übrigens auch von außen!) Und die anderen Länder fehlen mir noch. ^_~

Wo ich bisher tatsächlich den spannendsten Unterschied sehen würde: Zumindest große westliche Medien neigen inzwischen eher dazu, allzu direkte Allegorien auf fremde Länder zu vermeiden. Das ist zum Einen die Erfahrung aus Jahrzehnten voller weirdem Rassismus, den die Kunstschaffenden selbst gerne vermeiden möchte, zum Anderen ist es die Panik westlicher CEOs und Shareholder vor Kritik, Schlagzeilen und Shitstorms. D&D etwa hat da ja schon seit Jahren so einen faszinierend kontroversen Prozess laufen: Man versucht, potenziell rassistische "Reibung" aus den Spielen zu entfernen, indem bspw. Monster vermenschlicht oder von kulturellen Allegorien "bereinigt" werden. Was einige cool, andere blöd und die nächsten zumindest komplex finden.
China funktioniert da, würde ich sagen, – genau wie Japan! – sicherlich anders. Im Internet wird das gerne auf "Die sind halt noch nicht so woke!!!" reduziert (außer natürlich, wenn ein asiatisches Spiel plötzlich etwas "Wokes" tut), aber letztlich haben diese Länder genauso sehr ihre Ideologien, diese Ökonomien genauso sehr ihre finanziellen Zwänge.

Und ehrlich gesagt, ich LIEBE es, das zu sehen! :D
Dass Genshin aus unserer Perspektive so anders wirkt, dass es mit seiner Fantasy-Version unserer Welt etwas tut, das westliche Spiele inzwischen eher selten tun ... MEGA! Ich bin mir sicher, dass die Darstellung der anderen Länder nicht irgendwie heimtückisch konzipiert ist (genau wie meistens bei potenziell rassistischem westlichen Design!), sondern einfach aus kultureller Faszination und den eigenen Klischees in den Köpfen erwächst. Und hier sind das halt ausnahmsweise nicht nur amerikanisch-europäische Köpfe, was es für mich ernsthaft interessant macht.

Am Rande: Ich hatte solche Überlegungen auch bei Zenless Zone Zero ein paarmal! Es ist ernsthaft interessant, zu sehen, was sich so ein Spiel alles erlauben kann, auch entgegen unserer Vorstellung von chinesischer Zensur, was es doch lieber vermeidet und wo generell seine kulturellen Bezugspunkte liegen. Ich meine, am Ende des Tages mögen diese Spiele was "Chinesisches" haben ... aber über die weitesten Strecken spüre ich dann doch sehr viel mehr amerikanische (Hollywood-) und japanische (Anime-)Einflüsse. ^^

Um mein Argument mal ganz blöd zu reduzieren: Selbst wenn dieses Spiel ungewollten Rassismus von Chinesen enthält, finde ich das a) ulkig und faszinierend und lehrreich, und b) tatsächlich auch weniger problematisch für den Westen, weil unser eigener Rassismus noch so hegemonial und kulturschaffend ist. Reden wir in 30 Jahren noch mal drüber! Bis dahin bin ich vielleicht auch mit der Story durch. ;D UND, wie gesagt, Genshin Impact ist definitiv nicht das krasseste Beispiel, würde ich argumentieren, zumindest anhand der Dinge, die ich bisher gesehen habe.




Dein Einblick in die Panzer Dragoon Reihe, von der ich gar keine Ahnung habe, hat mir gut gefallen. Auch wenn bei Dir immer so eine Abschätzigkeit gegenüber altem Gamedesign mitschwingt, die recht dicht dran ist mich jedes Mal zu triggern, hast Du den Spielen gefühlt doch ne faire Chance gegeben. Vor allem *hast* Du ihnen noch mal ne Chance gegebe, das ist ja mehr, als die meisten heute machen würden.
Ungewollt! xD Ich sehe das tatsächlich gar nicht abschätzig. Es ist für mich einfach historisch bedingt, und dann kommen halt die wirklich spannenden Fragen dazu, a) wie die Leute damals mit den Limitationen umgegangen sind, und b) was über die Zeit einfach veraltet ist. Panzer Dragoon ist da auch ein schönes Beispiel, weil ich wenige Videospielreihen kenne, die SO aggressiv in die dritte Dimension gehen – Ja, selbt das fucking RPG! – ... aber eben, bevor sich der Analogstick als praktisch konkurrenzlos durchgesetzt hat. :| Gewisse Steuerungsaspekte kann man heute daher auch nur noch gutheißen, wenn man sich bewusst in diese Zeit zurückversetzt. Die Optik der Spiele dagegen ist zwar objektiv irgendwo veraltet, hat sich imho aber einen gewissen Level von Reiz erhalten, wenn man sich darauf einlässt. Ein Indie-RPG heute könnte so einen Stil durchaus als Stilmittel benutzen; die Steuerung nur noch, wenn du, kA, ein Spiel darüber machen willst, betrunken nach Hause zu kommen. :p


In der Theorie wär's wohl was für mich, aber ich hab mal jemandem beim Spielen zugeguckt und war nach 10 Minuten ziemlich angeödet - diie Stimme des Erzählers hat dabei auch nicht geholfen. Ich kann aber verstehen, wie man in Slay the Princess eventuell irgendwann von Selbstzweifeln geplagt wird, mit denen das Spiel ja auch ziemlich spielt. Zeigt mir aber nur, wie unterschiedlich Spiele wie dieses ankommen können.
Absolut, das Spiel LEBT einfach von diversen Sachen (Optik, Writing, Stimmen)! Und wenn einen irgendwas davon abschreckt, kann sofort Schicht im Schacht sein.

La Cipolla
20.01.2025, 18:47
Ich wurde tatsächlich noch an ein paar Spiele erinnert, die ich vergessen habe. :D Sogar ein vollwertiges!





https://shared.cloudflare.steamstatic.com/store_item_assets/steam/apps/1771980/capsule_616x353.jpg

The Operator

Ein Ermittlungsspiel, in dem man, am PC sitzend, anderen Leuten hilft, eine Verschwörung aufzuklären. Mal gilt es, Bilder zu analysieren, mal wühlt man sich durch eine Datenbank.
Das habe ich mit Byder in ein paar Sitzungen gespielt, und jedes Mal wieder vergessen, was beim letzten Mal passiert war. Außerdem hatte ich auch jetzt nicht nur (größtenteils) vergessen, was passiert ist, sondern auch noch, dass wir das Spiel überhaupt gespielt hatten. O_ô Beeindruckend, auf seine eigene Art und Weise.

Dabei ist das Spiel gar nicht mal einfallslos oder generell schlecht. Die Hackerz!-Ermittlungs-Mechanismen funktionieren überraschend gut, die Optik und die Interfaces sind für sowas mechanisch Komplexes ordentlich gemacht, genau wie die Optik. Andererseits TUT das Spiel aber auch so wenig mit diesen Mechanismen, dass all das ernsthaft verschwendet wirkt. Die meisten Rätsel laufen auf "Check es oder check es halt nicht!" hinaus, und obwohl ich den Schwierigkeitsgrad durchaus als guten Mittelweg wahrgenommen habe, wäre hier vieeel mehr drin gewesen, vor allem etwas Offenheit in den Lösungswegen.

Was das Spiel letztlich aber allem voran trashy macht, ist die Mischung aus einer ziemlich absurden Story und noch viel absurderem Voice Acting. Letzteres ist sehr amateurhaft, die Stimmen sind manchmal wirklich unpassend. Es erinnert an eine schlechte Synchro aus den 80ern. Und was dann in diesem Spiel passiert? Albern. The Operator nimmt einen Haufen simplistischer Verschwörungsklischees mit, ohne seine Themen wirklich gut zu verstehen -- und versucht dabei auch noch, seltsam ernst zu bleiben. Was aber tatsächlich besser ist? Denn wenn das Spiel mal ein bisschen Humor rausholt, geht das in 5 von 10 Fällen mächtig in die Hose.

Für 4 Stunden zu zweit war es eine ulkige Erfahrung, aber empfehlen würde ich es nicht.





Und sonst so ...

Diablo Immortal (iPhone) ist durchaus Diablo (am ehesten vergleichbar mit Teil 3), aber irgendwie auch ... etwas leer. Gut, aber unspektakulär. Teilweise liegt das sicherlich an den überladenen f2p-Mechanismen, teilweise fehlt mir aber auch der Looten-und-Leveln-Draw, den ich irgendwo von einem Diablo-like erwarte. Ich muss aber auch dazu sagen, dass ich dem Spiel nicht 100% Aufmerksamkeit gezollt habe, weil mit Genshin, ZZZ und Wizardry drei andere instant interessanter waren. Vielleicht irgendwann noch mal versuchen ...?

Mit einem Freund habe ich ein paar Fighting Games gespielt; alle nicht wahnsinnig lang, aber genug für einen casual Eindruck. Zuerst die Capcom Fighting Collection, denn die Darkstalkers-Spiele wollte ich immer mal spielen, und tatsächlich haben sie mir im Kern SEHR gut gefallen, gerade durch ihren wilden, konzeptuell runden Cast. Wäre ich heute noch tiefer in dem Genre, hätte ich hier vielleicht etwas Zeit versenkt! Red Earth dagegen ist wirklich mal was anderes, praktisch ein Fighting-Game-Boss-Run. Hier hätte man wohl ebenfalls mehr Zeit reinstecken müssen, aber faszinierend war es auf jeden Fall, trotz lächerlich wenigen Charakteren. Und dann war da noch die MARVEL vs. CAPCOM Fighting Collection, die allem voran mit Bekanntem in krasser Arcade-Qualität punktet. Gerade die Sprites der X-Men-Charaktere sind einfach MEGA und optisch keinen Tag gealtert ... auch wenn ihre Comic-Storylines natürlich seit Jahrzehnten vorbei sind. ;D Spielerisch kann ich sonst nicht viel dazu sagen, schien mir halt alles wie gewohnte Fighting-Game-Cost, aber eben mit coolen Lizenzen!